- Individualisierung als Leitprinzip – von der Verhütung bis zur Tumortherapie
Die «12 Gebote der hormonalen Kontrazeption» stellen klar heraus, dass eine individuelle, evidenzbasierte Verordnung nicht beim Präparat beginnt, sondern bei der sorgfältigen Anamnese. Alter, Komorbiditäten, Familien- und Eigenrisiken sowie mögliche Interaktionen sind entscheidend für die Wahl eines möglichst niedrig dosierten, zugleich wirksamen Präparats. Besonders praxisrelevant ist der Fokus auf Beratung und Adhärenz: Die kontrazeptive Sicherheit hängt im Alltag weniger vom Produkt als von korrekter Anwendung und verständlicher Aufklärung ab.
Demgegenüber zeigt der Beitrag zur Präzisionsmedizin beim Endometriumkarzinom, dem häufigsten gynäkologischen Karzinom mit steigender Inzidenz, den Paradigmenwechsel in der Onkologie: Histologie allein reicht nicht mehr aus. Die TCGA-basierte molekulare Klassifikation ist inzwischen integraler Bestandteil der FIGO-Stadieneinteilung und der ESGO/ESTRO/ESP-Risikostratifikation. Damit lassen sich Therapieintensität und Prognose deutlich genauer steuern, mit Deeskalation bei günstigen Subtypen und gezielter Eskalation bei aggressiven Tumoren. Neue prädiktive Marker eröffnen zudem konkrete therapeutische Optionen wie Immuntherapie oder HER2-gerichtete Ansätze.
Gemeinsam zeigen beide Artikel, dass die Personalisierung längst klinische Realität geworden ist. Ob in der Verhütung oder in der Tumortherapie – entscheidend ist die passgenaue Entscheidung für die einzelne Patientin.
Wir wünschen den Leserinnen und Lesern besinnliche Festtage und ein glückliches 2026.

Basel






