- Gatekeeping statt medizinischer Selbstbedienung
In diesem Modell muss jeder Patient primär mit seinen Beschwerden in ein kleines Gesundheitszentrum gehen. Dort arbeiten ein Hausarzt, ein Kinderarzt, ein Gynäkologe und ein Dermatologe. Ausserdem gibt es eine Laborantin, MPA’s, eventuell einen Physiotherapeuten und eventuell einen Psychologen oder Psychiater. An der Zusammensetzung kann man studieren und man kann diese auch aufgrund der Dynamik anpassen.
Der Gatekeeper-Arzt würde die primären Untersuchungen durchführen. Nur er kann an die Radiologie, Gastroenterologie, Chirurgie, Orthopädie usw. weiterleiten. Dies würde verhindern, dass Patienten direkt zu Spezialisten gehen. Es würde auch verhindern, dass Patienten, wenn sie bei Hausarzt A keine Knie-MRT erhalten, zu Hausarzt B oder Hausarzt C wechseln. Es würde verhindern, dass jemand mit Sodbrennen direkt zum Gastroenterologen geht. Es würde auch verhindern, was ich erlebt habe, dass jemand mit Hämorrhoiden zum Urologen geht.
Unter dem Strich würde dieses System die Grundversorger aufwerten und meines Erachtens massiv Kosten sparen.
Denn aktuell ist es wie wenn ich in der Schweiz gratis essen gehen könnte. Würde ich dann am Sternengrill nur eine Bratwurst essen oder im Dolder ein Chateaubriand? Oder beides? Würde ich zu Hause essen, hätte ich vielleicht in der Stadt gar keinen Hunger mehr? Mir ist es ein Rätsel, wieso jetzt mit dem Tardoc einfach Ende des Jahres der External Factor angepasst werden kann. Das ist wie wenn ich in der Migros (inklusive Digitec-Galaxus) Ende Jahr die Preise nach unten korrigiere. Ich würde mir sehr wünschen, dass so ein Modell, wie es im Norden schon ähnlich läuft, auch hier kommt. Aber wie man so schön sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

Herrliberg






