- Webinar: Update zum Hautkrebs 2026
Am 28. April führte der Aerzteverlag medinfo AG ein Webinar zum Thema «Hautkrebs 2026» durch. Als Referenten wirkten Prof. Dr. med. Reinhard Dummer, Universität Zürich, Universitätsspital Zürich, Kantonsspital Aarau, Hauttumorzentrum und Praxis zur Pyramide Zürich, sowie Dr. med. Mirjam Nägeli, Universitätsspital Zürich, mit. Die Leitung übernahm Dr. med. Christian Häuptle, medizinische Leitung des Aerzteverlags medinfo. Das Webinar stiess auf sehr grosses Interesse: Mehr als 120 Personen nahmen teil und verfolgten die Veranstaltung bis zum Schluss.
Prävention von Hautkrebserkrankungen: Fotoprotektion, Chemoprotektion und mehr

In der Medizin wird es immer wichtiger, dass sich nicht nur Dermatologen, sondern alle Ärzte – auch Allgemeinmediziner und Internisten – mit den Themen Fotoprotektion, Prävention und Hautkrebs beschäftigen, stellte Prof. Dr. med. Reinhard Dummer fest.
Hautkrebs als Volkskrankheit
Hautkrebs ist, wie der Referent betonte, eine sehr häufige Erkrankung. Er präsentierte verschiedene Beispiele: ein malignes Melanom, ein Basalzellkarzinom, einen langsam wachsenden Tumor, ein sklerosierendes Basalzellkarzinom, das sich sehr schwierig behandeln lässt, und schliesslich eine Mykosis fungoides, die meistens erst beim Dermatologen diagnostiziert wird. Basalzellkarzinome und Melanome hingegen findet man regelmässig. Betrachtet man das Lebenszeitrisiko und die Inzidenzen, ist das Ergebnis erschreckend: Hautkrebserkrankungen sind eine Volkskrankheit.
Diese Krankheitslast können Dermatologen nicht allein bewältigen. Jeder Arzt sollte bei jeder Gelegenheit auf entsprechende Hautveränderungen achten, denn eine frühe Diagnose führt zu höheren Heilungsraten, in der Regel durch eine operative Behandlung. Hautkrebsarten sind häufiger als alle anderen Krebserkrankungen zusammen. Dabei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Die Generation der «Babyboomer» ging häufig an den Strand, um braun zu werden. Das sollte man heute nicht mehr machen. Hinzu kommt, dass wir in der Schweiz eine sehr hohe Lebenserwartung haben. Das bedeutet: Je länger wir leben, desto höher ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
Schaut man sich die Population der über 90-Jährigen an, kann man davon ausgehen, dass etwa die Hälfte von ihnen an aktinischen Keratosen leidet. Zudem war die Sonne früher weniger aggressiv. Die UV-Intensität hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und dieser Prozess wird sich fortsetzen. Erst wenn sich die Ozonschicht im Jahr 2050 wieder erholt hat, wird diese Zunahme aufhören. Verantwortlich für die häufigen Krebserkrankungen ist vor allem der exogene Schaden durch UV-Strahlung. UV-Licht ist der wichtigste exogene, beeinflussbare Faktor.
UV-Strahlung: Wirkung auf Haut und Krebsrisiko
Sonnenlicht besteht zu 50 Prozent aus sichtbarem Licht, das für Helligkeit und Farbe sorgt. Zu 44 Prozent besteht es aus Infrarotstrahlung, die Haut und Muskeln erwärmt. Die übrigen sechs Prozent entfallen auf ultraviolette Strahlung, die weder sichtbar noch spürbar ist. UV-C-Licht wird in der Ozonschicht zum grössten Teil blockiert, UV-B-Licht zu einem wesentlichen Teil, während UV-A-Licht zu einem grossen Anteil die Erdoberfläche erreicht.
Die Wirkungen der UV-Strahlung auf die Haut sind unterschiedlich. Einerseits hat sie eine immunmodulierende beziehungsweise immunsupprimierende Wirkung, andererseits führt sie durch eine vermehrte Melaninbildung in den Melanozyten zur Bräunung. Von den negativen Wirkungen ist vor allem die Schädigung der DNA in Keratinozyten durch UV-B-Strahlung zu nennen, da die DNA diese direkt absorbiert. UV-A-Strahlung dringt tiefer ein und schädigt Kollagene und elastische Fasern. Es ist das Licht, welches die unangenehmen Folgen der Hautalterung bedingt, erklärte der Referent.
Er führte weiter aus, dass sich die Anstrengungen in der Primärprävention auszahlen, wie sich am Beispiel Australiens zeigt. Das Land ist uns in puncto Präventionsmassnahmen stets etwa zehn Jahre voraus. Dort ist zu erkennen, dass die Melanom-Inzidenz vor allem in der mittleren Altersgruppe zurückgeht. Dies ist jene Altersgruppe, in der früh mit verstärkter Prävention begonnen wurde.
Fotoprotektion
Eine wirksame Fotoprotektion umfasst Verhaltensweisen, Kleidung und Lichtschutzmittel. Dicht gewebte Textilien bieten einen besseren Schutz als leichte Stoffe, synthetische Fasern einen besseren Schutz als Naturfasern, kräftige und dunkle Farben einen besseren Schutz als helle Farben. Nasses oder gedehntes Gewebe ist durchlässiger für UV-Strahlen. Auch bei Kleidung ist heute oft der Lichtschutzfaktor angegeben.
Hochwertige Lichtschutzmittel enthalten Kombinationen aus UV-Filtern. Gute Sonnencremes decken das gesamte UV-Spektrum von 290 nm bis 400 nm gleichmässig ab. Laut einer Studie ist die korrekt applizierte Menge des Lichtschutzes wichtig, denn die Reduktion aktinischer Keratosen ist von der Dosis der Sonnencreme abhängig (Thompson SC, N Engl J Med 1993; 329: 1147–1151). Es ist wichtig, mit einem hohen Lichtschutzfaktor zu beginnen, damit am Schluss noch ein ausreichender Schutz übrig bleibt.
Sonnenschutzmittel: Evidenz statt Mythen
Oft wird behauptet, Lichtschutzmittel würden Krebs erzeugen. Das ist nicht korrekt. In einer im Lancet veröffentlichten Studie wurde gezeigt, dass die tägliche Anwendung von Sonnenschutzmitteln über einen Zeitraum von 4.5 Jahren keine schädlichen Auswirkungen hat (Green A. et al., Lancet, 1999; 354: 723–729).
Eine Langzeitbeobachtung in einer randomisierten Studie zeigte, dass die regelmässige Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit Lichtschutzfaktor 15+ bei Erwachsenen im Alter von 25–75 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren die Häufigkeit neuer primärer Melanome offenbar bis zu zehn Jahre nach Beendigung der Studie verringert. Eine schützende Wirkung zeigte sich auch bei invasiven Melanomen: Deren Häufigkeit war bei denjenigen, die randomisiert der täglichen Sonnencreme-Anwendung zugewiesen worden waren, nach etwa 15 Jahren Nachbeobachtung um 73 % zurückgegangen (Green A. et al., J Clin. Oncol. 2011; 29: 257–263).
Chemoprävention bei Risikopatienten
Was kann man sonst noch tun? Der Referent machte auf einen Artikel aufmerksam, den er zusammen mit einer jungen Mitarbeiterin in der PRAXIS publizierte. Darin sind die verschiedenen Möglichkeiten präventiver Strategien bei Hautkrebs aufgelistet (Galdos A. und Dummer R., PRAXIS 2026; 114: 38–42). Dazu gehören auch Medikamente, die nachgewiesenermassen vor allem die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen reduzieren können. Hierzu zählen Nicotinamid und das Retinoid Acitretin. Diese Medikamente werden inzwischen von Dermatologen regelmässig eingesetzt, während Hausärzte Nicotinamid in Betracht ziehen könnten. Für diese Patienten ist es allerdings sinnvoll, die Therapie gemeinsam mit Dermatologen durchzuführen.
Take Home Messages
• Hautkrebs ist häufiger als alle anderen Krebserkrankungen zusammen.
• UV- Licht ist der wichtigste exogene beeinflussbare Faktor.
• Eine wirksame Fotoprotektion beinhaltet Verhaltensmuster, Kleidung und Lichtschutzmittel.
• Für Hochrisikopatienten kann eine Chemoprävention diskutiert werden.
• Die Behandlung von Hautkrebsvorstufen, insbesondere aktinischen Keratosen, reduziert die Zahl der Plattenepithelkarzinome.
Die Behandlung epithelialer Hauttumoren – von der Chirurgie zur Immuntherapie
Dr. med. Mirjam Nägeli sprach über den weissen Hautkrebs, auch Non-Melanoma Skin Cancer genannt. Dazu zählen alle Hautkrebsarten, die nicht dem schwarzen Hautkrebs, dem Melanom, zugeordnet werden. Das Basalzellkarzinom ist dabei die häufigste Form von Hautkrebs und zugleich die häufigste Krebsart in der Schweiz und in Europa.
Chronische UV-Exposition als zentraler Risikofaktor
Weisser Hautkrebs entsteht vor allem durch chronische UV-Exposition. Jede Stunde, die man bei Tageslicht verbringt, kann die Haut schädigen, und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für weissen Hautkrebs. Er betrifft daher vorwiegend ältere Menschen, da jüngere Menschen in der Regel noch keine ausreichend hohe kumulative UV-Dosis erreicht haben – es sei denn, es liegt eine genetische Erkrankung vor.
Im Gegensatz dazu kann das Melanom auch junge Menschen betreffen und an Stellen auftreten, die kaum je UV-Licht erhalten haben. So zeigte eine Patientin, die stets Stirnfransen getragen hatte, an der Stirn eine sehr schöne Haut, während die Haut weiter unten UV-geschädigt war. Es ist also wichtig, sich bereits in jungen Jahren vor UV-Licht zu schützen, so die Referentin.
Basalzellkarzinom: häufig, aber selten metastasierend
Zunächst widmete sich Dr. Nägeli dem Basalzellkarzinom (BCC), das auch als Basaliom bezeichnet wird. Es bildet nur sehr selten Metastasen und ist somit weniger gefährlich als andere Hauttumoren. Wird es jedoch nicht behandelt, wächst es lokal destruktiv weiter und kann tiefe Wunden verursachen.
Es gibt verschiedene Formen von Basalzellkarzinomen. Am häufigsten ist der perlschnurartige, glänzende Knoten, also die noduläre Form. Daneben kommen oberflächliche, superfizielle, pigmentierte und narbenartige, sklerodermiforme Varianten vor. Eine fortgeschrittene Form ist das ulzerierte Basaliom, bei dem der Knoten aufbricht und ein blutendes Geschwür bildet. Ein Basalzellkarzinom ist somit zwar Hautkrebs, verläuft aber nur sehr selten tödlich.
Der Goldstandard in der Therapie ist die Chirurgie: Das Basalzellkarzinom wird geheilt, indem es vollständig herausgeschnitten wird. Die nach Frederic Mohs benannte Mohs-Chirurgie ist ein hochpräzises, mikroskopisch kontrolliertes Verfahren zur Entfernung von Basaliomen, insbesondere im Gesicht, am Hals und an den Händen. Sie bietet Heilungsraten von bis zu 98 % bei maximaler Schonung gesunden Gewebes. Da nur das befallene Gewebe entfernt wird, entstehen kleinere Narben als bei der herkömmlichen Exzision mit grossem Sicherheitsabstand.
Oberflächliche Basaliome können auch topisch oder mit Kryotherapie behandelt werden. Eine Radiotherapie kommt insbesondere bei älteren Patienten und bestimmten Tumortypen infrage, etwa beim nodulären Basalzellkarzinom.
Gorlin-Goltz-Syndrom und Systemtherapie beim fortgeschrittenen BCC
Bei jüngeren Patienten mit Basalzellkarzinomen liegt oft das Gorlin-Goltz-Syndrom, auch naevoides Basalzellkarzinom-Syndrom genannt, vor. Dabei handelt es sich um eine seltene, autosomal-dominant vererbte Erkrankung, die durch zahlreiche Basalzellkarzinome gekennzeichnet ist, welche oft bereits im jungen Erwachsenenalter auftreten. Ursache sind meist Mutationen im PTCH1-Gen, die zu unkontrolliertem Tumorwachstum führen können.
Neben der chirurgischen Behandlung kann eine Therapie mit den Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren Vismodegib oder Sonidegib erfolgen. Diese Medikamente Âhemmen den Smoothened-Rezeptor und können das Tumorwachstum bei Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom stoppen, wenn eine Operation oder Bestrahlung nicht möglich ist. Die Ansprechrate beträgt jedoch nur etwa 60 %. Zudem bestehen Herausforderungen durch Resistenzen, primäres Nichtansprechen und Therapieabbrüche aufgrund von Unverträglichkeiten. Zu den unerwünschten Effekten zählen Muskelkrämpfe, Hypogeusie beziehungsweise Ageusie, Alopezie, Gewichtsverlust und Fatigue. Neu kann in der zweiten Linie eine Therapie mit dem Anti-PD-1-Antikörper Cemiplimab durchgeführt werden.
Take Home Messages BCC
• BCC werden durch Mutationen im Hedgehog-Signalweg verursacht. Es ist der häufigste Tumor in Europa und meist heilbar.
• Der Standard ist die chirurgische Exzision, bei nodulärem Typ ab 65 Jahren die Radiotherapie und bei superfiziellen BCC die topische Therapie.
• Eine Systemtherapie mit Hedgehog-Inhibitoren (HHI) ist in 2/3 der Fälle effizient (ORR 60–70 %). Die Herausforderungen bestehen im Patientenmanagement und in der Toxizität unter der HHI-Therapie (Möglichkeit der Intervalltherapie, Umstellung auf einen anderen HHI). Bei jungen Patienten ist Vorsicht geboten (Gorlin-Goltz-Syndrom): Es ist zwingend eine doppelte Verhütung erforderlich und eine Schwangerschaft ist für zwei Jahre nach Stoppen der Therapie nicht möglich.
• Eine Immuntherapie mit dem Anti-PD1-Antikörper Cemiplimab ist in der zweiten Linie zugelassen (ORR 31 % bei IaBCC) nach Versagen oder Unverträglichkeit der HHI-Therapie.
• Die Indikation muss interdisziplinär am Tumorboard gestellt werden.
Spinozelluläres Karzinom der Haut
Das spinozelluläre Karzinom der Haut ist nach dem Basalzellkarzinom der zweithäufigste Hautkrebs. Das Lebenszeitrisiko liegt bei etwa 1:20, während aktinische Keratosen sogar bei rund einem Drittel der Bevölkerung auftreten. In den meisten Fällen ist die Prognose sehr gut: Bei etwa 95 % der Patienten wird ein günstiger Verlauf beobachtet. Dennoch kommt es in rund 8 % der Fälle zu Lokalrezidiven, und die Metastasierungsrate liegt bei etwa 4–5 %. Über alle Stadien hinweg beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate rund 98 %; bei Vorliegen von Fernmetastasen sinkt sie jedoch deutlich auf etwa 11 %.
Die Inzidenz des spinozellulären Karzinoms hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Je nach Population wird für die letzten 30 Jahre ein Anstieg um 50–200 % beschrieben. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die chronische UV-Exposition. Sowohl spinozelluläre Karzinome als auch Basalzellkarzinome weisen eine besonders hohe, durch UV-Strahlung verursachte Mutationslast auf. Hautkrebs tritt zudem gehäuft bei immunsupprimierten Patienten auf, beispielsweise nach Organtransplantation. In dieser Patientengruppe verändert sich auch das Verhältnis zwischen Basalzellkarzinomen und spinozellulären Karzinomen zugunsten Letzterer.
Therapie des cSCC: Exzision, Radiotherapie und Systemtherapie
Therapeutischer Goldstandard beim spinozellulären Karzinom ist die chirurgische Exzision. In bestimmten Situationen kann ergänzend eine Radiotherapie erforderlich sein. Dies gilt insbesondere für Hochrisiko-Karzinome, etwa bei Vorliegen einer Perineuralinvasion, bei denen eine adjuvante Radiotherapie erwogen wird. Trotz meist guter Prognose liegt das Risiko für eine Metastasierung bei etwa 2–5 %.
Eine Systemtherapie kommt vor allem bei lokal fortgeschrittenem kutanem spinozellulärem Karzinom infrage, wenn ein hohes Risiko für ein Rezidiv oder die Entwicklung von Metastasen besteht und eine Operation oder Radiotherapie nicht angemessen erscheint. Weitere Indikationen sind regionale Rezidive sowie metastasierte kutane spinozelluläre Karzinome. In der Schweiz steht hierfür in der Erstlinie der Anti-PD-1-Antikörper Cemiplimab zur Verfügung, der seit 2020 zugelassen ist. In den USA wird darüber hinaus auch Pembrolizumab eingesetzt. Ergänzend können molekulargenetische ÂAnalysen hilfreich sein, um eine individuell zugeschnittene Therapie zu ermöglichen.
Herausforderungen unter Anti-PD-1-Therapie
Die Behandlung mit Anti-PD-1-Therapien ist jedoch mit besonderen Herausforderungen verbunden. Häufig handelt es sich um invasive spinozelluläre Karzinome im Gesichts- oder Orbitalbereich, teilweise mit Beteiligung von Schädelnerven. Die Nachbeobachtung mittels Bildgebung, etwa PET-CT oder MRT, kann in diesen Fällen schwierig sein, da Narbengewebe und aktiver Tumor nicht immer einfach voneinander abzugrenzen sind.
Hinzu kommt, dass viele Patienten alt oder sehr alt sind, häufig polymorbide Begleiterkrankungen aufweisen und nicht immer über eine ausgeprägte Therapieeinsicht verfügen. Gerade bei systemischen Therapien ist daher besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf potenzielle Nebenwirkungen erforderlich.
Organtransplantierte als Hochrisikogruppe
Eine besonders vulnerable Hochrisikogruppe stellen organtransplantierte Patienten dar. Aufgrund der chronischen Immunsuppression entwickeln sie nicht nur häufiger spinozelluläre Karzinome, sondern weisen auch ein erhöhtes Risiko für aggressive Verläufe auf. Gleichzeitig ist der Einsatz immunonkologischer Therapien in dieser Gruppe besonders anspruchsvoll, da eine Aktivierung des Immunsystems potenziell mit dem Risiko einer Transplantatabstossung verbunden sein kann.
Take Home Messages Systemtherapie spinozelluläres Karzinom
• Lokal fortgeschrittene und metastasierte cSCC sind mit erheblicher Morbidität und einer Einschränkung der Lebensqualität verbunden, etwa durch Schmerzen oder Blutungen.
• Die Therapieplanung sollte bei fortgeschrittenem cSCC interdisziplinär am Tumorboard erfolgen.
• Der PD-1-Inhibitor Cemiplimab wurde 2020 in der Schweiz als erste First-Line-Systemtherapie beim fortgeschrittenen cSCC zugelassen, wenn eine Operation oder Radiotherapie nicht angebracht ist.
• Die Nebenwirkungen unter Anti-PD-1-Therapie mit Cemiplimab sind mit denjenigen anderer PD-1-Inhibitoren vergleichbar, trotz des höheren Alters dieser Patientenpopulation.
• Eine wichtige Hauptindikation ist die Verbesserung der Lebensqualität.
• Cetuximab kann nach Progression unter Anti-PD-1-Therapie in der Zweitlinie angewendet werden, gegebenenfalls kombiniert mit Radiotherapie oder Chemotherapie.
• Die adjuvante und neoadjuvante Anwendung von Anti-PD-1-Therapien beim SCC ist ein zukünftiges Therapiefeld.
• Eine molekulargenetische Untersuchung ist bei Progression unter Anti-PD-1-Therapie hilfreich, um eine alternative Therapie zu planen.
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