- Individuelle Betreuung im Mittelpunkt
Ein Beispiel dafür ist die hebammengeleitete Geburtshilfe. Romana Vogler, Tara Weingart und Dr. med. Jessica Kreienbühl zeigen anhand der Erfahrungen am Kantonsspital Winterthur, wie sich der Wunsch nach einer natürlichen und selbstbestimmten Geburt mit der Sicherheit eines Perinatalzentrums verbinden lässt. Internationale Studien belegen die Vorteile dieses Versorgungsmodells bei unkomplizierten Schwangerschaften, insbesondere hinsichtlich geburtshilflicher Interventionen und Zufriedenheit der Frauen.
Die frühe Integration der Palliative Care in der Gynäkologie und Senologie steht im Mittelpunkt eines weiteren Beitrags. Dr. med. Esther Birindelli und ihre Mitautoren verdeutlichen, weshalb Palliative Care nicht erst am Lebensende relevant wird. Angesichts zunehmend komplexer onkologischer Therapien gewinnen die frühzeitige Symptomkontrolle, der Erhalt der Lebensqualität und die Berücksichtigung persönlicher Therapieziele an Bedeutung.
Ein häufiges, auch für die gynäkologische Praxis relevantes Krankheitsbild beleuchten PD Dr. med. Heiko Pohl und Dr. phil. Colette Andrée in ihrem Beitrag zur Migräne. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, wobei hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle spielen. Eine frühzeitige Diagnose sowie eine individuell abgestimmte Akuttherapie und Prophylaxe können die Lebensqualität erheblich verbessern.
So unterschiedlich die drei Themen erscheinen, verbindet sie doch eine zentrale Botschaft: Gute medizinische Versorgung berücksichtigt neben den therapeutischen Möglichkeiten stets auch die Wünsche und Lebensumstände der Patientinnen. Fundiertes Fachwissen, interprofessionelle Zusammenarbeit und das persönliche Gespräch bilden dafür die Grundlage.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und wertvolle Anregungen für Ihren Praxisalltag.

GYNÉ LANG
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