Kongressausgabe SABCS 2025



Hier finden Sie das PDF der SABCS-Kongresszeitung

Editorial – Deeskalation mit Kriterien, Sequenzen mit Plan

Der SABCS 2025 in San Antonio fokussierte auf praxisrelevante Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen Deeskalation, Risikostratifizierung und die Planung sinnvoller Therapiesequenzen.

Im frühen Setting war spürbar, dass endokrine Strategien – gestärkt durch Innovationen wie orale SERDs in der lidERA-Studie – wieder stärker als Innovationsfeld wahrgenommen werden. Das Interesse richtet sich auf Konzepte, die das Rückfallrisiko senken sollen, ohne den Behandlungspfad unnötig zu belasten, und damit auf die ­Frage, welche Patientinnen davon wirklich profitieren. Dabei lieferte der Kongress eine differenzierte Sicht auf die Deeskalation: Während axilläre Eingriffe (AXSANA) präziser werden, mahnen Daten zum DCIS (LORETTA) zur Vorsicht.

Im metastasierten HR+/HER2-Setting rückte die Erstlinienentscheidung erneut ins Zentrum: Wann ist Chemotherapie in Situationen mit hoher Krankheitslast tatsächlich nötig, und wann lassen sich moderne Kombinationen unter Einbezug des ESR1-Mutationsstatus (Updates zur EMBER-3-Studie) verantwortbar einsetzen? Gleichzeitig erinnerte der Kongress daran, wie wichtig robuste Endpunkte und klare Einordnung sind, gerade wenn viele Optionen verfügbar sind.

Bei HER2-positiven Erkrankungen zeigte sich ein ähnlicher Tenor: Erhaltung und Kombinationen werden weiterentwickelt – wie die HER2CLIMB-05-Studie eindrucksvoll für die Erstlinie belegte. Das ZNS wird häufiger als klinisch relevanter Prüfstein mitgedacht, nicht als Nebenaspekt, sondern als Teil der Behandlungsrealität.

Diese Kongresszeitung greift eine Auswahl an Abstracts auf, die sich gut für die Praxis einordnen lassen, mit dem Ziel, Orientierung zu geben.

Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre

Prof. Dr. med. Roger von Moos,
Chefredaktor

Eleonore E. Droux,
Verlegerin und Publizistische Leitung

info@gynäkologie