- Unsere Verantwortung für die Umsetzung des Nationalen Krebsplans
Damit dieser Fortschritt allen Patientinnen und Patienten zugutekommt, braucht es eine Gesundheitspolitik, die Investitionen in Forschung und klinische Studien konsequent stärkt, regulatorische Prozesse beschleunigt und evidenzbasierte Innovationen zeitnah in die Grundversorgung überführt. Verzögerungen bei Zulassung, Erstattung oder Implementierung kosten nicht nur Zeit, sondern Lebenszeit und Lebensqualität. International zeigt sich immer deutlicher, dass soziale Faktoren und regionale Unterschiede den Behandlungserfolg massgeblich beeinflussen. Eine zukunftsorientierte Onkologiepolitik muss den betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellen. Deshalb ist es wichtig, dass wir in der Schweiz nun endlich einen parlamentarisch verabschiedeten Nationalen Krebsplan haben, der die gesetzliche Grundlage schafft, genau dieses Ziel zu erreichen. Es hat gut 20 Jahre gedauert, bis wir soweit waren: Nach dem Ständerat (6.6.23) hat auch der Nationalrat am 29.2.2024 der Motion Ettlin mit folgendem Wortlaut zugestimmt:
«Der Bundesrat wird beauftragt, einen nationalen Krebsplan auf Basis der nationalen Strategie gegen Krebs 2014–2020 zu erarbeiten. In die Entwicklung des Krebsplans sollen der Bund, die Kantone sowie relevante Organisationen, Expertinnen und Experten einbezogen werden.»
Nun liegt es insbesondere an uns, diesen Plan mit Leben zu füllen. Der Nationale Krebsplan ist kein Selbstläufer, sondern muss von den nationalen Akteuren – Oncosuisse, insbesondere der Krebsliga Schweiz, sowie dem Swiss Cancer Institute (vormals SAKK) – gegenüber den zuständigen Bundesstellen (BAG) und den Parlamentarierinnen und Parlamentariern, insbesondere in den Gesundheitskommissionen, kontinuierlich und mit Nachdruck vorangetrieben werden. In Zeiten knapper nationaler Ressourcen mag dies eine Herkulesaufgabe sein, aber nur steter Druck wird die Politik bewegen, den Nationalen Krebsplan auch mit Taten umzusetzen. Nicht vergessen, dass der Bundesrat diese Motion Ettlin für einen Nationalen Krebsplan abgelehnt hat, weil er keine neuen Aufgaben und Ausgaben will. So müssen wir weiter bereit sein, gegen den bundesrätlichen Strom zu schwimmen. Auch auf kantonaler Ebene ist weiterhin Druck notwendig und Parlamentarierinnen und Parlamentarier müssen weiterhin instruiert und motiviert werden, hier aktiv zu werden und sich damit auch zu profilieren.
Wir alle sind nun gefragt, die politischen Impulse geschickt zu setzen, damit dieser Nationale Krebsplan im BAG zu einer Daueraufgabe wird!

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