… neue Möglichkeiten für den ärztlichen Nachwuchs

Sie haben es bestimmt auch vernommen – Hogrefe will «Praxis» und die «Therapeutische Umschau» nicht weiter fortsetzen, weil der wirtschaftliche Erfolg nicht mehr gewährleistet war. Diese unschöne Nachricht anfangs dieses Jahres, war aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, bedeutet aber einen Verlust, kein deutschprachiges PubMed gelistetes Journal mehr in der Schweiz zur Verfügung zu haben. Umso mehr, sind wir sehr zufrieden, dass sich der Aerzteverlag medinfo AG entschlossen hat, diese beiden wertvollen Zeitschriften in ihr Portfolio aufzunehmen und mit den zwei PubMed gelisteten Zeitschriften fortzufahren.

Mit diesen beiden Fachzeitschriften wird die medinfo-Palette erheblich ausgeweitet. Es ergeben sich zudem ideale Möglichkeiten von Synergien und Kooperationen – aus einer Hand.

«info@onco-suisse», die Fortbildungszeitschrift wird weiterhin in ihrem bewährten und geschätzten Format weitergeführt: Themen und Inhalte, von Onkologinnen und Onkologen ausgewählt, werden für sie, liebe Leserin, lieber Leser, von kompetenten Fachkolleginnen und Fachkollegen sorgfältig bearbeitet.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie selbst die Möglichkeit haben, einen Beitrag aus dem Fachgebiet der Onkologie in einer unserer Zeitschriften, insbesondere in der «Praxis», zu publizieren. Dies kann ein interessanter Case Report aus Ihrer eigenen Praxistätigkeit sein, den Sie der Leserschaft vorstellen wollen. Dies kann auch eine wissenschaftliche Arbeit sein, welche z.B. in einem Qualitätszirkel, in einer Managed Care Institution oder in einem Institut verfasst wurde.

Für jüngere Kolleginnen und Kollegen, welche ihre für den Facharzttitel geforderte wissenschaftliche Arbeit publizieren möchten, dürfte sicher auch unser Angebot, diese in einer gelisteten Zeitschrift deutscher Sprache zu veröffentlichen, von Interesse sein.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und allerbeste Grüsse

Dr. med. Christian Häuptle

Dr. med. Christian Häuptle

Otmarweg 8, 9200 Gossau

haeuptle@hin.ch

… neue Möglichkeiten für den ärztlichen Nachwuchs

Sie haben es bestimmt auch vernommen – Hogrefe will «Praxis» und die «Therapeutische Umschau» nicht weiter fortsetzen, weil der wirtschaftliche Erfolg nicht mehr gewährleistet war. Diese unschöne Nachricht anfangs dieses Jahres, war aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, bedeutet aber einen Verlust, kein deutschprachiges PubMed gelistetes Journal mehr in der Schweiz zur Verfügung zu haben. Umso mehr, sind wir sehr zufrieden, dass sich der Aerzteverlag medinfo AG entschlossen hat, diese beiden wertvollen Zeitschriften in ihr Portfolio aufzunehmen und mit den zwei PubMed gelisteten Zeitschriften fortzufahren.

Mit diesen beiden Fachzeitschriften wird die medinfo-Palette erheblich ausgeweitet. Es ergeben sich zudem ideale Möglichkeiten von Synergien und Kooperationen – aus einer Hand.

«info@herz+gefäss», die Fortbildungszeitschrift wird weiterhin in ihrem bewährten und geschätzten Format weitergeführt: Themen und Inhalte, von Kardiologinnen und Kardiologen ausgewählt, werden für sie, liebe Leserin, lieber Leser, von kompetenten Fachkolleginnen und Fachkollegen sorgfältig bearbeitet.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie selbst die Möglichkeit haben, einen Beitrag aus dem Fachgebiet der Kardiologie in einer unserer Zeitschriften, insbesondere in der «Praxis», zu publizieren. Dies kann ein interessanter Case Report aus Ihrer eigenen Praxistätigkeit sein, den Sie der Leserschaft vorstellen wollen. Dies kann auch eine wissenschaftliche Arbeit sein, welche z.B. in einem Qualitätszirkel, in einer Managed Care Institution oder in einem Institut verfasst wurde.

Für jüngere Kolleginnen und Kollegen, welche ihre für den Facharzttitel geforderte wissenschaftliche Arbeit publizieren möchten, dürfte sicher auch unser Angebot, diese in einer gelisteten Zeitschrift deutscher Sprache zu veröffentlichen, von Interesse sein.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und allerbeste Grüsse

Dr. med. Christian Häuptle

Dr. med. Christian Häuptle

Otmarweg 8, 9200 Gossau

haeuptle@hin.ch

… neue Möglichkeiten für den ärztlichen Nachwuchs

Sie haben es bestimmt auch vernommen – Hogrefe will «Praxis» und die «Therapeutische Umschau» nicht weiter fortsetzen, weil der wirtschaftliche Erfolg nicht mehr gewährleistet war. Diese unschöne Nachricht anfangs dieses Jahres, war aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, bedeutet aber einen Verlust, kein deutschprachiges PubMed gelistetes Journal mehr in der Schweiz zur Verfügung zu haben. Umso mehr, sind wir sehr zufrieden, dass sich der Aerzteverlag medinfo AG entschlossen hat, diese beiden wertvollen Zeitschriften in ihr Portfolio aufzunehmen und mit den zwei PubMed gelisteten Zeitschriften fortzufahren.

Mit diesen beiden Fachzeitschriften wird die medinfo-Palette erheblich ausgeweitet. Es ergeben sich zudem ideale Möglichkeiten von Synergien und Kooperationen – aus einer Hand.

«info@gynäkologie», die Fortbildungszeitschrift wird weiterhin in ihrem bewährten und geschätzten Format weitergeführt: Themen und Inhalte, von Gynäkologinnen und Gynäkologen ausgewählt, werden für sie, liebe Leserin, lieber Leser, von kompetenten Fachkolleginnen und Fachkollegen sorgfältig bearbeitet.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie selbst die Möglichkeit haben, einen Beitrag aus dem Fachgebiet der Gynäkologie in einer unserer Zeitschriften, insbesondere in der «Praxis», zu publizieren. Dies kann ein interessanter Case Report aus Ihrer eigenen Praxistätigkeit sein, den Sie der Leserschaft vorstellen wollen. Dies kann auch eine wissenschaftliche Arbeit sein, welche z.B. in einem Qualitätszirkel, in einer Managed Care Institution oder in einem Institut verfasst wurde.

Für jüngere Kolleginnen und Kollegen, welche ihre für den Facharzttitel geforderte wissenschaftliche Arbeit publizieren möchten, dürfte sicher auch unser Angebot, diese in einer gelisteten Zeitschrift deutscher Sprache zu veröffentlichen, von Interesse sein.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und allerbeste Grüsse

Dr. med. Christian Häuptle

Dr. med. Christian Häuptle

Otmarweg 8, 9200 Gossau

haeuptle@hin.ch

… neue Möglichkeiten für die Hausarztmedizin und unseren ärztlichen Nachwuchs

Sie haben es bestimmt auch vernommen – Hogrefe will «Praxis» und die «Therapeutische Umschau» nicht weiter fortsetzen, weil der wirtschaftliche Erfolg nicht mehr gewährleistet war. Diese unschöne Nachricht anfangs dieses Jahres, war aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, bedeutet aber einen Verlust, kein deutschprachiges PubMed gelistetes Journal mehr in der Schweiz zur Verfügung zu haben. Umso mehr, sind wir sehr zufrieden, dass sich der Aerzteverlag medinfo AG entschlossen hat, diese beiden wertvollen Zeitschriften in ihr Portfolio aufzunehmen und mit den zwei PubMed gelisteten Zeitschriften fortzufahren.

Mit diesen beiden Fachzeitschriften wird die medinfo-Palette der medizinischen Themenbereiche, insbesondere der Allgemeinen Inneren Medizin und derjenigen, welche für die Hausarztmedizin relevant sind, erheblich ausgeweitet. Es ergeben sich zudem ideale Möglichkeiten von Synergien und Kooperationen – aus einer Hand.

«der informierte arzt», die Fortbildungszeitschrift für die Hausärztin und den Hausarzt, wird weiterhin in ihrem bewährten und geschätzten Format weitergeführt: Themen und Inhalte, von Hausärztinnen und Hausärzten ausgewählt, werden für sie, liebe Leserin, lieber Leser, von kompetenten Fachkolleginnen und Fachkollegen sorgfältig bearbeitet.

Nun eröffnet sich mit den beiden neuen Zeitschriften die Möglichkeit, sich auch speziellere Themen aus dem Gebiet der Hausarztmedizin zu widmen und zu publizieren, welche bis anhin aus Platzgründen in «der informierte arzt» nicht berücksichtigt werden konnten.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie selbst die Möglichkeit haben, einen Beitrag aus dem Fachgebiet der Hausarztmedizin in einer unserer Zeitschriften, insbesondere in der «Praxis», zu publizieren. Dies kann ein interessanter Case Report aus Ihrer eigenen Praxistätigkeit sein, den Sie der Leserschaft vorstellen wollen. Dies kann auch eine wissenschaftliche Arbeit sein, welche z.B. in einem Qualitätszirkel, in einer Managed Care Institution oder in einem hausärztlichen Institut verfasst wurde.

Für jüngere Kolleginnen und Kollegen, welche ihre für den Facharzttitel geforderte wissenschaftliche Arbeit publizieren möchten, dürfte sicher auch unser Angebot, diese in einer gelisteten Zeitschrift deutscher Sprache zu veröffentlichen, von Interesse sein.

Und kurz noch dies: auch, wenn Sie, liebe Abonnentin, lieber Abonnent, von uns schon länger nichts mehr bezüglich der Fortbildungs-Credits gehört haben; wir stehen mit der SGAIM in Kontakt und es scheint, dass wir doch noch zu einem guten Ende kommen könnten…
Ich hoffe, Ihnen im Herbst konkrete Aussagen machen zu können.

In diesem Sinne ein schöner Frühsommer und allerbeste Grüsse

Dr. med. Christian Häuptle

Dr. med. Christian Häuptle

Otmarweg 8, 9200 Gossau

haeuptle@hin.ch

RETO KRAPFs Medical Voice

Frisch ab Presse:

Bariatrische Chirurgie besser als Medikamente bei der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD/NASH) – noch vielleicht?

In der kürzeren Vergangenheit wurden diverse medikamentöse Interventionen bei der nicht-alkoholischen Fettleber evaluiert. Zahlreiche Resultate sind vielversprechend. Somit interessiert, ob der Effekt von Medikamenten demjenigen der bariatrischen Chirurgie die Stange halten kann. Neben konservativer Gewichtsreduktion kamen in dieser Studie die Medikamente Pioglitazon, ein Thiazolidindion, und Liraglutid, ein GLP-1 Agonist zum Einsatz. Medikamente vermögen die bariatrische Chirurgie nicht oder noch nicht zu schlagen, denn die Remissionsraten der nicht-alkoholischen Fettleber, resp. der Steatohepatitis waren sowohl nach Magenbypass – als auch Schlauchmagen-Operationen fast 4-mal höher als in der medikamentös behandelten Gruppe. Die untersuchten Patientinnen und Patienten waren alle übergewichtig, der grosse Teil wies einen Diabetes mellitus Typ 2 auf. Da in der Schweiz anscheinend bis zu 25% der Bevölkerung eine nicht-alkoholische Fettleber aufweisen sollen, ist die Frage des Effektes der neueren, hier noch nicht getesteten Medikamente, allenfalls auch in Kombinationen und unterstützt durch erhöhten Kaffeekonsum, von sehr hoher Relevanz für das Gesundheitswesen. Eine Geschichte mit notwendiger und wichtiger Fortsetzung….!

The Lancet 2023, doi.org/10.1016/S0140-6736(23)00634-7, verfasst am 29.05.2023

Wie kann «Long Covid» diagnostiziert werden?

Long Covid ist eine syndromale Langzeitfolge von Covid-19-Erkrankungen. Die Krankheit ist schwierig zu diagnostizieren, bzw. abzugrenzen von Langzeitfolgen einer schweren Akut­erkrankung per se oder einem Burnout-Syndrom und anderen mehr. In der grössten, prospektiven Kohorte erwachsener Patientinnen und Patienten («RECOVER» Kohorte mit aktuell fast 10’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern) wird versucht, Symptome zu gruppieren, damit die Diagnose von «Long-Covid» besser reproduzierbar ist. Dies ist wichtig für die zukünftige Evaluation der Wirksamkeit von Behandlungsversuchen dieses teilweise für die Betroffenen und deren Umfeld sehr belastenden Syndroms. Mittels eines, vorerst noch der klinischen Forschung vorbehaltenen, «Scores» konnte die Krankheit viel besser definiert werden. Die häufigsten Einzelsymptome des Syndroms (6 Monate nach Beginn der akuten Erkrankung) waren die folgenden: Krankheitsgefühl (sog. «Malaise») nach körperlicher Anstrengung (ca. 90%), Müdigkeit und Abgeschlagenheit (sog. «Fatigue», ca. 85%), nebliges Gefühl im Kopf (ca. 65%), Palpitationen, Schwindel­gefühle und gastrointestinale Symptome (alle je 60%). Long-Covid-Erkrankungen mit Vorgängervarianten von Omikron waren oder sind in der Regel länger und schwerer ausgeprägt. Die Arbeit fand weiter, dass unter den Patientinnen und Patienten, die ab dem 1. Dezember 2021 innert maximal 30 Tagen nach einem akuten Covid-19-Infekt in die Kohorte aufgenommen wurden, Long-Covid in 10% aller Fälle auftrat. Diese Häufigkeit, die Dauer der Erkrankung und der Schwere­grad der Symptome machen Long-Covid zu einer grossen medizinischen Herausforderung für Prävention, Therapie und Rehabilitation!

JAMA 2023, doi:10.1001/jama.2023.8823, verfasst am 31.05.2023

Emotionaler Stress und entzündliche Darmerkrankungen

Ein zeitlicher Zusammenhang von stressreichen Lebens­phasen (Arbeitsplatzverlust, Partnerprobleme, familiäre Krisen beispielsweise) mit Schüben und Symptomintensität entzündlicher Darmerkrankungen ist lange bekannt und bekommt nun auf Grund neuer Untersuchungen einen kausalen Zusammenhang. Wie bei anderen Stressformen leiden solche Menschen unter chronisch erhöhten Kortison-Konzentrationen. Der Effekt des in der Regel anti-entzündlichen Kortisons ist aber nicht direkt. Chronisch erhöhte, endogene Kortisonspiegel führen nämlich via einen indirekten Mechanismus zu Entzündungsschüben. Die Entzündung ist durch Monozyten, TNF (den tumor necrosis factor) und schliesslich den CSF-1 (colony-stimulating factor 1) vermittelt. Letztere zwei Zytokine werden durch neuroenterale Zellen produziert. Selbstverständlich ist diese Arbeit auch eine Erinnerung, sich ärztlich noch besser um die seelische Gesundheit dieser Patientinnen und Patienten zu kümmern. Da emotionale, längerfristig belastende Situationen aber alle und ohne Vorwarnung treffen können, wäre die Evaluation von enteral topisch wirkenden Glukokortikoid-Rezeptor-Antagonisten oder solchen des CSF-1 respektive seines Rezeptors wichtig. Vielleicht könnten so die durch chronischen, emotionalen Stress induzierten Exazerbationen entzündlicher Darmerkrankungen schneller und besser kontrolliert werden.

Cell 2023, doi.org/10.1016/j.cell.2023.05.001, verfasst 29.05.2023

Digitale Überbrückungen bei Aphasie und Querschnittssyndrom

Verschiedene Arbeiten zeigen, dass mittels einer Sonde, die in gesundes Hirngewebe implantiert wird, die neurale Aktivität abgeleitet und zur Analyse einem Hochleistungsrechner übermittelt werden kann. Dieser kann basierend darauf ein Signal an gesund gebliebene Rückenmarksabschnitte mit motorischer Reaktion übermitteln. Der kürzliche Bericht, dass so ein paraplegischer Patient seine Gehfähigkeit inkl Treppensteigen wiedererlangte, ist faszinierend. Es ist auch ein Erfolg der medizinisch-physikalischen Forschung an der EPFL und dem CHUV in Lausanne (1). Aehnliche neurotechnologische Fortschritte können auch Patientinnen und Patienten mit Aphasie z.B. bei myatropher Lateralsklerose oder einem Hirnstamminsult die Sprache zurückgeben und zwar mit einer Sprechgeschwindigkeit von ansehnlichen 60 Wörtern pro Minute! Die Technik findet nun auch experimentellen Einsatz in der Rehabilitation nach Schlaganfällen (2).

1. Nature 2023, doi.org/10.1038/s41586-023-06094-5 (2023), 2. Journal of Neurorestarautology 2023, doi.org/10.1016/j.jnrt.2023.100054, verfasst am 31.05.2023

Auch gut zu wissen

Welche Patienten sprechen am besten auf die Gewichtsreduktion durch GLP-1 Agonisten an?

Die Adipositas wird in der hier besprochenen Studie in 4 klinische Haupttypen unterteilt: Das Sättigungsgefühl tritt erst nach Einnahme grösserer oder zu grosser Kalorienmengen ein (sog. «hungriges Gehirn») oder die Patienten ­fühlen sich nach normalen Mahlzeiten gesättigt, aber schnell danach wieder hungrig (sog. «hungriger Darm»). Zudem grenzt die Arbeit Adipositasformen bei emotional induziertem Hunger auf Grund psychischer Belastungen und eine Adipositasform bei langsamem Stoffwechsel mit tieferem Kalorienverbrauch (resp. tieferem Grundumsatz) ab. GLP-1 Agonisten, namentlich Semaglutid, Liraglutid und Tirzepatid* wirken anscheinend bei der Adipositasform mit «hungrigem Darm» speziell gut, da der Gewichtsverlust nach einem Jahr Therapie fast doppelt so hoch ausfiel, wie bei den anderen Formen. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass bei dieser Adipositasform aus noch zu klärenden Gründen die endogenen GLP-1-Spiegel tief sind, die genannten Medikamente also sozusagen einer Substitutionstherapie entsprechen. GLP-1-Agonisten werden zunehmend auch bei Adipositas ohne Diabetes und Adipositas-induzierten Komplikationen wie der nicht-alkoholischen Fettleber verschrieben. Sie könnten lebenslang benötigt werden. Zumindest tritt die Adipositas im gleichen Ausmass nach Absetzen innert ein paar Monaten wieder auf. Der Langzeitsicherheit dieser Medikamente muss deshalb in entsprechenden Studien, z.B. in kontrollierten Kohortenstudien, noch detailliert Beachtung geschenkt werden.

Nature 2023, doi: https://doi.org/10.1038/d41586-023-01712-8, verfassst am 26.05.2023
*Tirzepatid ist ein doppelter Agonist. Es imitiert das GLP-1 (Glucagon-like peptide 1) und das glukose-abhängige insulinotrope Peptid (GIP).

Medizin jenseits ihrer Grenzen

Seit wann küssen wir uns?

Vielleicht keine weltbewegende Frage, aber wichtig scheint, dass die Wissenschaft zwei Formen des Küssens unterscheidet: Familiär-freundschaftliches und romantisch-erotisches Küssen. Letztere Gewohnheit ist älter als bisher angenommen: Der erste dokumentierte erotische Kuss wurde 4500 Jahr v. Chr. in Mesopotamien vollzogen. Küssen ist nicht auf Menschen beschränkt, wenn auch die meisten Tierarten sich eher beschnüffeln als beküssen. Küssen diente und dient auch als Testphase zur Anbahnung von Partnerschaften. Sekundär könnte es auch zu einem Austausch zumindest des oropharyngealen Mikrobioms gekommen sein. Als negative Folge ist dabei die Propagation von Infektionen zu nennen, wobei diese auch eine Immunstimulation und somit Stärkung der Immunabwehr induziert haben könnte oder immer noch kann.

Science 2023, doi: 10.1126/science.adf0512, verfasst am 04.06.2023

Prof. Dr. med. Reto Krapf

krapf@medinfo-verlag.ch

Bauchschmerzen – häufig, aber nicht trivial

Bauchschmerzen sind häufig in der täglichen Praxis. Es kann unterschieden werden zwischen akuten und chronischen Bauchschmerzen sowie nach organischen oder funktionellen Beschwerden. Weiterhin ist die Lokalisation der Schmerzen entscheidend und es sollten auch systemische oder extraabdominelle Krankheiten bedacht werden, die sich im Bauchraum manifestieren. Von entscheidender Bedeutung ist insbesondere der Befund, ob die Bauschmerzen mit einer akuten Bedrohung der Betroffenen einhergehen. In diesem Fall ist schnelles Handeln für die weitere Prognose sehr wichtig. Bei einem chronischen Bauchschmerz ist teilweise eine ausführliche Diagnostik möglich und notwendig, um auch seltenere Krankheitsbilder ausschliessen zu können.

Abdominal pain is common in daily practice. A distinction can be made between acute and chronic abdominal pain and between organic and functional complaints. Furthermore, the localisation of the pain is decisive and systemic or extra-abdominal diseases manifesting in the abdominal cavity should also be considered. Of particular importance is the decision whether the abdominal pain is accompanied by an acute threat to the affected person. In this case, fast action is crucial for the further prognosis. In the case of chronic abdominal pain, a detailed diagnosis is sometimes possible and necessary in order to be able to exclude rarer clinical pictures.
Key Words: acute abdominal pain, chronic abdominal pain, diagnosis, therapy

Epidemiologie

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen in der Praxis und der Klinik und sind eine der häufigsten Ursachen für einen Arztbesuch. Laut einer Studie aus dem Jahre 1999 geben ca. 50% aller Erwachsenen Abdominalschmerzen an. Ca. 5-10% aller Vorstellungen in der Notaufnahme erfolgen aus diesem Grund. Chronische bzw. wiederkehrende Abdominalschmerzen stellen die häufigste Ursache für eine Überweisung an einen Gastroent­erologen dar. Die Ursache der Beschwerden bleibt dabei in 35-51% der Fälle unklar. Das Spektrum der Beschwerden reicht von harmlos bis zu lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Entscheidend für den Befund, inwieweit eine organische Erkrankung vorliegen könnte, ist auch das Alter der Patienten. Während bei unter 50-jährigen Patienten in bis zu 40% uncharakter­istische Bauchschmerzen vorliegen, sinkt die Zahl bei über 50-jährigen auf 16% und es lassen sich eher organische Ursachen für die Beschwerden nachweisen (Tab. 1).

Einteilung/ Klassifikation

Akutes Abdomen

Von besonderer Bedeutung ist zunächst einmal der Befund, ob ein akutes Abdomen vorliegt. Es handelt sich dabei um eines der wichtigsten viszeralmedizinischen Krankheitsbilder und erfordert ein hohes Mass an klinischer Erfahrung. Ein akutes Abdomen ist definiert als plötzlich einsetzende starke abdominelle Schmerzen mit einer Dauer von weniger als 24 Stunden. Das akute Abdomen ist durch ausgeprägte abdominelle Beschwerden mit einer Tendenz zur raschen Verschlechterung des Zustandes gekennzeichnet.
Leitsymptome des akuten Abdomens sind:

  • Starke Bauchschmerzen
  • Peritoneale Reizung
  • Kreislaufdepression
  • Störung der Darmmotorik
  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes (Tachykardie, Hypotonie)

Je nach Lokalisation der Beschwerden ist bereits eine Eingrenzung der Differentialdiagnosen möglich (Tab. 2).

Chronische abdominelle Beschwerden

Die Abgrenzung chronischer von akuten Schmerzen kann schwierig sein. Eine häufige Definition ist eine Beschwerdedauer von mehr als 12 Wochen. Wahrscheinlich ist es jedoch sinnvoller aufgrund von Anamnese und klinischer Untersuchung zu entscheiden, ob es sich um ein akutes, fortschreitendes bzw. ein chronisch andauernder Prozess handelt.

Gerade bei chronischen Prozessen können häufig schon aufgrund der Anamnese die möglichen Ursachen eingeschränkt werden. Bei einer langen Krankheitsgeschichte können die Beschwerden wechseln bzw. durch äussere Faktoren, wie z.B. einen sekundären Krankheitsgewinn moduliert werden.

Mehr als die Hälfte der Patienten mit chronischen abdominellen Beschwerden leiden an funktionellen Störungen im Sinne eines Reizmagens bzw. eines Reizdarmsyndroms. Wichtig ist auf Alarmsymptome zu achten, die ein organisches Geschehen wahrscheinlich machen. Hierzu gehören ein Alter über 50 Jahre, palpabler Tumor, Gewichtsverlust, Schleim- und Blutbeimengungen im Stuhl, Anämie oder ein plötzlicher Beginn von Durchfällen oder Schmerzen.

Anamnese

Die Ausführlichkeit der Anamnese richtet sich danach, wie akut das Krankheitsbild ist. Bei einem akuten Krankheitsbild sollten je nach Allgemeinzustand gezielt nach Schmerzbeginn bzw. Schmerzcharakter, Schmerzlokalisation (initial und aktuell) und evtl. vorausgegangenen Ereignissen gefragt werden.

Bei stabilen Patienten bzw. chronischen Bauchschmerzen ist eine ausführliche Abklärung bezüglich Medikation, Vorerkrankungen und Voroperationen sinnvoll.

Klinische Untersuchung

Bei der klinischen Untersuchung erfolgt zunächst die Inspektion. Die Körperhaltung des Patienten kann hier schon wegweisend sein:

Bei einer Gallen- bzw. Harnleiterkolik sind die Patienten meist sehr unruhig und wälzen sich hin und her, wohingegen sie bei einer Peritonitis ruhig daliegen und jede Bewegung vermeiden. Die Inspektion des Abdomens sollte auf Narben als Hinweis auf vorangegangene Operationen sowie Schwellungen oder Rötungen achten lassen.

Hiernach schliesst sich die Auskultation an. Es sollte differenziert werden, ob die Darmgeräusche normal, verstärkt, hochgestellt oder abgeschwächt bzw. fehlend sind.

Ergänzend kann die Perkussion Informationen darüber geben, ob ein Meteorismus vorliegt und die Beschwerden hierauf zurückgeführt werden können.

Die Palpation des Abdomens dient in der Akutsituation insbesondere dazu, einen Druckschmerz bzw. auch einen Peritonismus auszulösen. Klassische Zeichen sind z.B. das Murphy-Zeichen bei der akuten Cholezystitis (schmerzbedingtes Stoppen der Inspiration bei Palpation im rechten Oberbauch) oder ein Druckschmerz im rechten Unterbauch über dem Lanz- sowie dem McBurny-Punkt bei der akuten Appendizitis.

In Abhängigkeit von einer vorliegenden Adipositas können auch eine vergrösserte Leber oder Milz getastet werden.
Besonderes Augenmerk sollte auch auf mögliche Bruchlücken, wie z.B. in den Leisten oder auch im Bereich von Narben gelegt werden.

Diagnostik

Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen gehören zur Basisdiagnostik bei abdominellen Beschwerden. Es sollten ein Blutbild, die Elektrolyte, Nierenretentionswerte, Urin-Status sowie das C-reaktive Protein bestimmt werden. In Abhängigkeit von der vermuteten Erkrankung kommen noch Leber- bzw. Pankreaswerte, Laktat oder D-Dimere hinzu. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist eine Bestimmung des beta-HCG notwendig, gerade auch im Hinblick auf eine weitere Diagnostik mittels CT-Abdomen indiziert. Zusätzlich sollte bei Oberbauch­beschwerden auch an eine extraabdominelle Ursache, wie z.B. einen Myokardinfarkt gedacht werden.

Bildgebende Verfahren

Als erstes sollte, sofern vorhanden, eine Sonographie des Abdomens durchgeführt bzw. veranlasst werden. Je nach vorhandener Expertise können hierdurch bereits verschiedenen Erkrankungen, wie eine Cholezystitis, Cholezytolithiasis, Appendizitis oder ein Ileus nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden. Auch eine urologische Ursache der Beschwerden, wie z.B. eine Urolithiasis können durch einen Aufstau des Nierenbeckenkelchsystems zumindest in die Differentialdiagnostik einbezogen werden.
Hieran können sich dann weitere bildgebende Verfahren, wie z.B. eine CT des Abdomens oder auch ein MRI anschliessen, sofern die Diagnose noch unklar ist bzw. diese weiter erhärtet werden soll.

Weitere Untersuchungen

Die Veranlassungen weiterer Untersuchungen hängt insbesondere davon ab, wie akut das Geschehen ist. In der Notfallsituation können sich eine Ösophagogastroduodenoskopie bei oberer gastrointestinaler Blutung oder auch eine Angiografie nachgewiesener arterieller Blutung mit der Möglichkeit einer interventionellen Blutstillung anschliessen. Sollten die Beschwerden eher subakut bzw. chronisch sein, können eine Koloskopie, eine Enteroskopie bzw. eine Kapselendoskopie bzw. eine MRI-Sellink zur Beurteilung des Dünndarmes indiziert sein. Die ultima ratio bei unklaren abdominellen Beschwerden stellt die diagnostische Laparoskopie dar, wodurch dann auch intraabdominelle Adhäsionen nachgewiesen werden können.

Zusätzlich sollten bei Verdacht auf eine extraabdominelle Ursache der Beschwerden auch ein Röntgen-Thorax sowie ein EKG durchgeführt werden.

Therapie

Konservativ

Eine konservative Therapie bei einem akuten Abdomen ist z.B. bei einer akuten Pankreatitis, einer Gallenkolik oder auch in Urolithia­sis möglich, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen spontanen Steinabgang besteht. Auch in diesen Fällen ist aber eine stationäre Aufnahme vielfach notwendig.

Bei einem chronischen Bauchschmerz steht die konservative Therapie im Vordergrund. Wichtig ist jedoch bei Alarmsymptomen eine weiterführende Diagnostik und ggfs. dann auch operative Therapie einzuleiten.

Operativ

In ca. 90% der Fälle eines akuten Abdomens muss eine operative Therapie erfolgen. Dies kann heutzutage in den meisten Fällen laparoskopisch erfolgen. Je nach Befund kann aber auch heutzutage noch eine Laparotomie bei Vorliegen einer ausgedehnten Peritonitis oder multiplen Voroperationen notwendig sein.

Copyright bei Aerzteverlag medinfo AG

Dr. med. Stefan Eisoldt

Leitender Arzt Klinik für Chirurgie
Spital Männedorf AG
Asylstrasse 10
8708 Männedorf

Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter

Universitätsspital Zürich, Klinik für Viszeralchirurgie,
& Spital Männedorf AG, Klinik Chirurgie

m.bueter@spitalmaennedorf.ch

Der Autor hat keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel deklariert.

◆ Bauchschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für eine Vorstellung in der Praxis oder der Notaufnahme.
◆ Akute Bauchschmerzen sollten eine umgehende Diagnostik und Therapie nach sich ziehen, da eine Verzögerung bei einigen Krankheitsbildern zu einer deutlichen Verschlechterung der Prognose führen können.
◆ Ca. 90% der Fälle eines akuten Abdomens benötigen eine operative Therapie.
◆ Chronische Bauchschmerzen können eine diagnostische Herausforderung darstellen, da sich die Beschwerden im Laufe der Erkrankung durch äussere Faktoren ändern können.

 

1. Heading RC. Prevalence of upper gastrointestinal symptoms in the general populatio : a systemativ review. Scand J gastroenterol Suppl 1999;231 :3-8
2. De Dombal FT.The OMGE acute abdominal pain survey. Progress report, 1986. Scand J Gastroenterol Suppl 1988 ;144 :35-42
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5. Jahn H, Mathiesen FK, Neckelmann K, Hovendal CP, Bellstrom T, Gottrup F: Comparison of clinical judgment and diagnostic ultrasonography in the diagnosis of acute appendicitis: experience with a score-aided diagnosis. Eur J Surg 1997; 163: 433–43
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