Risikofaktoren und Behandlung von krebsassoziierten SchlaganfƤllen

Das Risiko von thromboembolischen Ereignissen wie unter anderem ischämischen Schlaganfällen ist bei Krebspatienten bekanntermassen signifikant erhöht. Eine paraneoplastische Gerinnungsstörung wird bei onkologischen Patienten häufig als primäre Ursache für Schlaganfälle, tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien angesehen. Neben dieser paraneoplastischen Thrombusbildung trägt auch das Vorhandensein klassischer kardiovaskulärer Risikofaktoren, die Krebs- und Schlaganfallpatienten gemeinsam haben, erheblich zum Auftreten von Schlaganfällen bei Krebspatienten bei. Bestimmte Chemo-, Hormon- und Immuntherapien sowie Strahlentherapien im Bereich des Halses und des Gehirns erhöhen ebenso das Schlaganfallrisiko bei Krebspatienten. Es ist daher wichtig, die entsprechenden Krebspatienten mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko zu erkennen und entsprechend zu sensibilisieren.

The risk of thromboembolic events is known to be increased in cancer patients. This also applies to cerebrovascular events such as strokes. Paraneoplastic coagulopathy is often regarded as the main cause of strokes and other thromboembolic events (venous thrombosis and pulmonary embolism) in cancer patients. In addition to paraneoplastic coagulopathy, the presence of classic cardiovascular risk factors, which cancer and stroke patients have in common, also contributes significantly to the occurrence of strokes in cancer patients. Certain chemo-, hormone- and immunotherapies and radiotherapy to the neck and brain also increase the risk of stroke in cancer patients. It is therefore crucial to be able to identify and provide care for cancer patients at increased risk of stroke.
Key words: Cancer-associated stroke, Hypercoagulability, Paraneoplastic coagulopathy, Secondary prevention, Anticoagulation therapy

Fallbericht

Eine 68-jƤhrige Patientin wurde mit Verdacht auf einen Schlaganfall mit einer schweren Aphasie, einer leichtgradigen motorischen Hemiparese rechts und einer deutlichen VernachlƤssigung (Neglekt) der linken Kƶrperseite in ein Zentrumsspital eingeliefert. Einige Monate zuvor war bei der Patientin ein metastasierendes Bronchialkarzinom diagnostiziert worden. Bildgebende Untersuchungen zeigten das Vorliegen multipler zerebraler Infarkte in verschiedenen zerebralen Versorgungsgebieten, was auf eine proximal-embolische Genese schliessen liess (Abb. 1).
Die laborchemische Untersuchung zeigte eine ausgeprägte Gerinnungsaktivierung mit stark erhöhten D-Dimer-Werten von 9835 µg/L (Referenzbereich <500 µg/L), die nach Ausschluss einer tiefen Beinvenenthrombose und Lungen­embolie auf das Vorliegen einer paraneoplastischen Gerinnungsstörung zurückgeführt wurde. Auch das C-reaktive Protein (CRP) war mit 48 mg/L (Referenzbereich <5 mg/L) signifikant erhöht. In Abwesenheit weiterer Hinweise auf eine Infektion oder systemische Entzündung wurde dieser Anstieg ebenfalls im Kontext der zugrundeliegenden aktiven Krebserkrankung interpretiert. Zusätzlich wurde eine Anämie mit einem Hämoglobinwert von 108 g/L (Norm: 121-154 g/L) festgestellt, die mangels Anzeichen einer akuten Blutung als chronische Anämie gewertet und höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit der Krebserkrankung gesehen wurde.
Im Rahmen der Ƥtiologischen AbklƤrung des Schlaganfalls konnten keine alternativen Ursachen festgestellt werden. Insbesondere fanden sich keine Hinweise auf eine kardiale Emboliequelle, welche hƤufig ein Ƥhnliches multiterritoriales Verteilungsmuster der SchlaganfƤlle aufweist. Der Schlaganfall wurde letztlich Ƥtiologisch der Krebserkrankung zugeschrieben. Als SekundƤrprƤvention wurde nach 6 Tagen eine therapeutische Antikoagulation mit niedrigmolekularem Heparin (Clexane) in voller Dosierung eingeleitet.
Da die tägliche subkutane Injektion für die Patientin unangenehm war, entschied sie sich nach zwei Wochen, selbstständig die Antikoagulation abzusetzen. In der darauffolgenden Konsultation in der hausärztlichen Praxis wurde eine blutverdünnende Therapie mit Eliquis initiiert und diesmal konsequent fortgeführt.

Risikofaktoren für krebsassoziierte
SchlaganfƤlle

Krebsassoziierte Schlaganfälle werden neben allgemeinen kardiovaskulären Risikofaktoren auch durch spezifische Risikofaktoren beeinflusst, die sowohl mit der Tumor­erkrankung selbst als auch mit den therapeutischen Massnahmen zusammenhängen (Tab. 1).
Dabei treten die SchlaganfƤlle hƤufig innerhalb des ersten Monats nach der Krebsdiagnose auf, wobei das Risiko insbesondere in den ersten drei Monaten nach Diagnosestellung signifikant erhƶht ist und anschliessend wieder abnimmt (1).

HyperkoagulabilitƤt und Krebs

Bestimmte Krebserkrankungen wie Lungen-, Pankreas-, Gastrointestinal- und Ovarialkarzinome, insbesondere in lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadien, sind eng mit einem erhƶhten Schlaganfallrisiko verbunden. Darüber hinaus weisen vor allem histologische Adenokarzinome eine deutliche Assoziation mit thromboembolischen Ereignissen auf (2–5). Es wird angenommen, dass alle diese spezifischen und fortgeschrittenen Krebsformen zu einer HyperkoagulabilitƤt führen, indem prothrombotische Elemente (z. B. von Willebrand-Faktor, Tissue Factor, Tumorantigene, zirkulierende Tumorzellen und entzündungsfƶrdernde Zytokine) in den Kreislauf freigesetzt werden (3, 6, 7).
Diese prothrombotischen Prozesse führen zu einer verstƤrkten Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin sowie zu einer erhƶhten ThrombinaktivitƤt wodurch die Thrombusbildung begünstigt wird (4, 8–10). D-Dimere, Abbauprodukte von Fibrin, werden daher hƤufig als Marker für eine HyperkoagulabilitƤt verwendet und sind bei Krebspatienten mit SchlaganfƤllen deshalb oft stark erhƶht (5). Auch die mikroskopische Zusammensetzung von krebsĀ­assoziierten Thromben weist entsprechend oft einen hƶheren Fibringehalt auf als bei anderen Schlaganfallursachen (11). Der detaillierte Pathomechanismus der paraneoplastischen Gerinnungsstƶrungen ist jedoch insgesamt noch zu wenig verstanden und weitere Studien sind notwendig, um konkrete BehandlungsansƤtze zu entwickeln.

Krebstherapie als Risikofaktor für Schlaganfall

Krebstherapien kƶnnen das Schlaganfallrisiko erhƶhen, da sie prothrombotische Nebenwirkungen haben und die BlutgefƤsse schƤdigen kƶnnen (12–15). Dabei ist auch bei diesem Prozess weitere Forschung zum genauen VerstƤndnis der Pathophysiologie notwendig.

1. Chemotherapie: Gewisse Chemotherapeutika (Cisplatin, Bevacizumab, Thalidomid) können eine prokoagulierende Aktivität oder Erhöhung der Blutviskosität verursachen und erhöhen daher das Risiko eines Schlaganfalls (16). Darüber hinaus sind einige Chemotherapeutika (Doxorubicin, Cyclophosphamid) direkt toxisch für das Gefässendothel, was die lokale Bildung von Thromben fördern kann.
Ebenso können die kardiotoxischen Nebenwirkungen verschiedener Chemotherapien (z.B. Anthrazykline oder Trastuzumab) durch die Entstehung einer akuten und/oder chronischen Kardiomyopathie oder Herzrhythmusstörungen zu Schlaganfällen führen (17).
2. Immuntherapien: Checkpoint-Inhibitoren (z. B. Pembrolizumab, Nivolumab) kƶnnen durch beschleunigte Zunahme von Atherosklerose thrombotische Ereignisse begünstigen. CAR-T Cell Therapien wurden ebenfalls mit SchlaganfƤllen assoziiert, aber der Mechanismus ist derzeit noch nicht geklƤrt (18, 19).

3. Hormontherapien: Bei bestimmten Krebsarten, insbesondere Brust- und Prostatakrebs, werden hƤufig Hormontherapien eingesetzt. Diese Therapien (z.B. Tamoxifen, Aromatasehemmer [z. B. Anastrozol, Letrozol] und LHRH-Agonisten [z. B. Goserelin, Leuprolid]) stƶren das hormonelle Gleichgewicht und kƶnnen dadurch einen prothrombotischen Zustand induzieren.
4. Strahlentherapie: Strahlentherapie bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich kann zur direkten Schädigung der zerebralen Gefässe führen und weiterhin auch atherosklerotische Gefässveränderungen durch Entstehung von Plaques begünstigen. Beide Phänomene erhöhen langfristig das Schlaganfallrisiko.

KardiovaskulƤre Risikofaktoren bei Krebsassoziierten SchlaganfƤllen

Neben der direkten Wirkung des Tumors und seiner Therapie spielen klassische kardiovaskulƤre Risikofaktoren eine erhebliche Rolle bei der Entstehung von SchlaganfƤllen bei Krebspatienten. Patienten mit Krebs haben hƤufig eine Reihe zusƤtzlicher Ā«gemeinsamerĀ» Risikofaktoren mit Schlaganfallpatienten, die das Schlaganfallrisiko weiter erhƶhen (20, 21). Hierbei sind vor allem HyperĀ­lipidƤmie, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Alkoholkonsum und Nikotinabusus aufzuführen.

Akuttherapeutische Mƶglichkeiten bei krebsassoziierten SchlaganfƤllen

Die Behandlung akuter SchlaganfƤlle bei Krebspatienten stellt eine besondere klinische Herausforderung dar, da die HyperkoagulabilitƤt und die vorliegenden kardiovaskulƤren Risikofaktoren dieser Patienten das Risiko von neuen thromboembolischen Ereignissen, Blutungen als auch von peri- und postinterventionellen Komplikationen erhƶhen kƶnnen (4, 13).

Intravenƶse Thrombolyse

Studien haben gezeigt, dass die intravenƶse Thrombolyse bei Schlaganfallpatienten mit Krebs im Thrombolysezeitfenster sicher durchgeführt werden kann. Krebspatienten zeigten nach einer Thrombolysebehandlung eine Verbesserung der Schlaganfall-Symptome. Allerdings besteht bei diesen Patienten ein erhƶhtes Risiko für Nachblutungen, insbesondere bei metastatischen Erkrankungen oder bei fortgeschrittenem Tumorstadium (22, 23). Dabei wurde jedoch kein Unterschied zwischen symptomatischen intrakraniellen Nachblutungen nachgewiesen (24). Zusammenfassend ist die intravenƶse Thrombolyse bei Schlaganfallpatienten mit Krebs eine sichere Behandlung, wobei jedoch aufgrund eines erhƶhten Nachblutungsrisikos eine sorgfƤltige AbwƤgung der Risiken und Nutzen erforderlich ist.

Mechanische Thrombektomie

Im Allgemeinen haben Studien gezeigt, dass die Behandlung mittels mechanischer Thrombektomie von Schlaganfallpatienten mit Krebs sicher ist. Die langfristig
verbleibenden Defizite nach einer mechanischen Thrombektomie bei Schlaganfallpatienten mit Krebs waren
jedoch schlechter als bei Patienten ohne Krebs. Dieser Unterschied scheint aber hauptsächlich auf die Krebserkrankung selbst zurückzuführen zu sein und nicht primär auf das Ergebnis der mechanischen Thrombektomie an sich (25).

PrƤvention von krebsassoziierten SchlaganfƤllen

PrimƤre PrƤvention bei Krebspatienten zur Vermeidung von SchlaganfƤllen ist derzeit nicht indiziert (26, 27). Eine kürzlich verƶffentlichte Literaturübersicht und eine Metaanalyse zeigten keine Reduktion der arteriellen Thrombosen (einschliesslich SchlaganfƤlle) bei Krebspatienten unter systemischer Therapie, die zur PrimƤrprƤvention mit Antikoagulanzien behandelt wurden. Thrombozytenaggregationshemmer spielen eine Rolle bei der PrimƤrprƤvention von arteriellen Thrombosen bei myeloĀ­proliferativen Erkrankungen, werden aber nicht generell zur PrimƤrprƤvention von SchlaganfƤllen empfohlen.

SekundƤrprƤvention von krebsassoziierten SchlaganfƤllen

Post-hoc-Analysen von randomisierten klinischen Studien haben ergeben, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) und Aspirin in der SekundƤrprƤvention bei Schlaganfallpatienten mit Krebs gibt (28). Aufgrund der jeweiligen Studiengestaltung sind diese Ergebnisse allerdings nicht ausreichend, um evidenzbasierte Empfehlungen zur SekundƤrprƤvention abzugeben.
Aktuell werden basierend auf der Annahme ihrer Wirksamkeit auf die paraneoplastische HyperkoagulabilitƤt bei Krebspatienten zumeist DOAKs nach krebsassoziiertem Schlaganfall als SekundƤrprƤvention eingesetzt. Eine Studie hat gezeigt, dass eine Senkung des D-Dimer-Spiegels durch Antikoagulanzien mit einer reduzierten 1-Jahres-MortalitƤt verbunden ist, was diese Hypothese unterstützt (29, 30).
Die Langzeitdurchführung einer Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin hingegen wurde aufgrund der unzureichenden Patienten-Compliance infrage gestellt (31). Die Anwendung von DOAKs gilt als sicher, erfordert jedoch weitere Evidenz (32). Generell ist bei der Wahl der Sekundärprävention das spezifische Blutungsrisiko des individuellen Patienten zu berücksichtigen (33).
Ebenso kommt auch der Behandlung von generellen kardiovaskulƤren Risikofaktoren eine wichtige Bedeutung zu, um das Schlaganfallrisiko insgesamt zu reduzieren.

Fazit für die ärztliche Praxis

Krebsassoziierte SchlaganfƤlle sind eine erhebliche Herausforderung in der klinischen Praxis, insbesondere aufgrund der komplexen Wechselwirkungen zwischen Krebserkrankungen und thromboembolischen Ereignissen.
Dabei werden krebsassoziierte Schlaganfälle neben gemeinsamen kardiovaskulären Risikofaktoren auch durch spezifische krebsbedingte Einflüsse verursacht. Besonders Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten Tumoren weisen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. Das Schlaganfallrisiko ist hierbei insbesondere in den ersten Monaten nach der Krebsdiagnose erhöht.
Zudem können bestimmte Krebsbehandlungen prothrombotische Zustände begünstigen. Hinsichtlich der Akutbehandlung gelten sowohl die intravenöse Thrombolyse als auch die mechanische Thrombektomie bei Krebspatienten als sicher durchführbar. Entsprechend ist eine schnelle notfallmässige Vorstellung auf einer Notfallstation beim Auftreten von Schlaganfallsymptomen von entscheidender Bedeutung.
Eine PrimƤrprophylaxe von krebsassoziierten SchlaganfƤllen ist aktuell nicht indiziert.
Die Wahl der Sekundärprophylaxe in Abwesenheit klarer Richtlinien bleibt oft in der Entscheidung des behandelnden Arztes. Während DOAKs bei vielen Patienten aufgrund der zugrundeliegenden Hyperkoagulation bevorzugt werden, zeigen aktuelle Studien keine klare Überlegenheit gegenüber Thrombozytenaggregationshemmer.

Dr. med. Moritz Kielkopf

Neurologische Klinik, Inselspital
Rosenbühlgasse 25
3010 Bern

moritz.kielkopf@insel.ch

Prof. Dr. med. Hakan Sarikaya

Universitätsklinik für Neurologie
Inselspital Bern
Rosenbühlgasse 25
3010 Bern

Dr. med. Morin Beyeler

Universitätsklinik für Neurologie
Inselspital Bern
Rosenbühlgasse 25
3010 Bern

  • Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten
    Tumoren haben ein signifikant erhöhtes Risiko für Schlag­anfälle, insbesondere in den ersten drei Monaten nach der Krebs­diagnose. Diese sind oft durch paraneoplastische Gerinnungsstörungen verursacht.
  • Krebsassoziierte SchlaganfƤlle werden durch prothromboĀ­tische Mechanismen begünstigt, die von fortgeschrittenen Krebsformen ausgelƶst werden, wie die Freisetzung von Tissue Factor und anderen entzündungsfƶrdernden Faktoren. Stark erhƶhte D-Dimer-Werte sind ein hƤufiger Marker für diese Prozesse.
  • Gewisse Chemotherapien, Immuntherapien, HormonĀ­therapien sowie Strahlentherapie kƶnnen durch prothrombotische Nebenwirkungen und GefƤssschƤdigungen das Schlaganfallrisiko erhƶhen.
  • Sowohl die intravenƶse Thrombolyse als auch die mechanische Thrombektomie sind bei krebsassoziierten SchlaganĀ­fƤllen sicher, erfordern jedoch eine sorgfƤltige AbwƤgung der Risiken aufgrund eines erhƶhten Blutungsrisikos bei metaĀ­stasierten Tumoren.
  • WƤhrend DOAKs hƤufig zur SekundƤrprƤvention bei krebsĀ­assoziierten SchlaganfƤllen eingesetzt werden, gibt es keine klaren evidenzbasierten Empfehlungen. Eine individuelle Risiko-Nutzen-AbwƤgung, einschliesslich des BlutungsĀ­risikos und der Patienten-Compliance, ist entscheidend.

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Maladie neurodƩgƩnƩrative: la RƩvolution est en marche

La rencontre de la neurobiologie et des neurotechnologies a créé les conditions de la ­révolution que nous vivons dans le domaine des maladies neurodégénératives.

Que ce soit sur le plan diagnostique, que thĆ©rapeutique, le fatalisme dictant que le vieillissement est associĆ© Ć  un dĆ©clin inexorable des capacitĆ©s cognitives et motrices nā€™ā€Šā€Šest plus de mise. Le discours doit changer aussi bien dans la communautĆ© mĆ©dicale que plus largement dans la sociĆ©tĆ©. Cette mutation ne se fait toutefois pas sans rĆ©sistance: on observe toujours chez certains patients, leur proche, ainsi que chez certains confrĆØres une retenue Ć  considĆ©rer une Ć©valuation des troubles cognitifs chez les patients Ć¢gĆ©s, si bien quā€™ā€Šā€Šaujourdā€™ā€Šhui on estime que seulement 50 % des patients avec troubles cognitifs bĆ©nĆ©ficient dā€™ā€Šā€Šune Ć©valuation spĆ©cialisĆ©e, avec, pour lā€™ā€Šā€Šexemple du canton de Vaud, environ la moitiĆ© de ces 50 % Ć©valuĆ©e dans lā€™ā€Šā€Šun des quatre centres mĆ©moires du canton. Ceci est dā€™ā€Šā€Šautant plus regrettable, que le rĆ©seau des Centres MĆ©moires de Suisse Romande est particuliĆØrement bien organisĆ© et structurĆ© au sein dā€™ā€Šun rĆ©seau romand unique – ROMENS – permettant Ć  la population romande dā€™ā€Šavoir accĆØs Ć  une plateforme multidisciplinaire leur offrant un accĆØs aux nouveautĆ©s diagnostiques et thĆ©rapeutiques. Ce rĆ©seau permet Ć©galement de maintenir un niveau de connaissance Ć©levĆ© au sein de toute la Romandie, par le recours Ć  des formations structurĆ©es, comme le Cours lĆ©manique des dĆ©mences.

Lā€™ā€Šarsenal diagnostique est arrivĆ© Ć  une maturation telle quā€™ā€Šaujourdā€™ā€Šhui, il est possible dā€™ā€Šidentifier la neuropathologie de la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer avant mĆŖme lā€™ā€ŠarrivĆ©e des premiers symptĆ“mes. Cela peut se faire par le recours Ć  des biomarqueurs biologiques dans le liquide cĆ©phalo-rachidien ou par des techniques dā€™ā€Šimagerie mĆ©tabolique permettant de visualiser les anomalies biologiques que sont le dĆ©pĆ“t de protĆ©ines tau ou amyloĆÆde directement Ć  lā€™ā€Šaide dā€™ā€Šun scanner. Dans la pratique clinique, nous nā€™ā€Šavons recours Ć  ces techniques diagnostiques que chez les patients symptomatiques.

Lā€™ā€Šautre pan de la rĆ©volution concerne lā€™ā€Šaxe thĆ©rapeutique avec lā€™ā€ŠarrivĆ©e dā€™ā€ŠimmunothĆ©rapie pour la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer. DĆ©sormais, les autoritĆ©s sanitaires de nombreux pays (USA, Angleterre, Chine ou IsraĆ«l) ont donnĆ© leur accord pour lā€™ā€Šutilisation dā€™ā€Šanticorps ciblant lā€™ā€ŠamyloĆÆde dans le cadre de la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer. Ces nouveaux traitements sont toutefois associĆ©s Ć  des effets secondaires prĆ©occupants, se traduisant par des hĆ©morragies et des œdĆØmes cĆ©rĆ©braux, particuliĆØrement prĆ©valant chez certains sous-types de patients.

Cette rĆ©volution thĆ©rapeutique, que lā€™ā€Šon vit dans le cadre de la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer, et son application par les autoritĆ©s de santĆ© est en train de crĆ©er une inĆ©quitĆ© de traitement Ć  travers le monde et nĆ©cessite une prise de conscience sociĆ©tale, afin de ne pas laisser de cĆ“tĆ© des patients souffrant dā€™ā€Šune maladie inĆ©luctable. Le 9 octobre 2024, le Centre Leenaards de la MĆ©moire a rĆ©uni des experts internationaux pour stimuler une rĆ©flexion intĆ©grant les dimensions Ć©thiques, Ć©conomiques, mĆ©dicales et biologiques en lien avec lā€™ā€ŠarrivĆ©e de ces traitements pour la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer. Ce que lā€™ā€Šon vit dans le cadre de la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer va sā€™ā€ŠĆ©tendre Ć  dā€™ā€Šautres pathologies neurodĆ©gĆ©nĆ©ratives, si bien que nous devons dā€™ā€Šores et dĆ©jĆ  nous prĆ©parer Ć  accueillir cette nouvelle technologie, qui contribuera Ć  amĆ©liorer la qualitĆ© de vie de nos patients, Ć  condition bien entendu que notre sociĆ©tĆ© soit prĆŖte Ć  faire Ć©voluer le paradigme que le vieillissement est associĆ© Ć  un dĆ©clin inĆ©luctable des capacitĆ©s cognitive et motrice.

Pr Gilles Allali

Pr Gilles Allali MD, PhD

Centre Leenaards de la mƩmoire
DƩpartement des neurosciences cliniques,
CHUV et UNIL
Chemin de Mont-Paisible 16
1011 Lausanne

ThĆ©rapie Ā­intraveineuse de fer dans lā€™ā€Šinsuffisance cardiaque

Dans cet aperƧu, nous souhaitons, aprĆØs une introduction au sujet, prĆ©senter une dĆ©finition-prĆ©cision de la carence en fer dans lā€™ā€Šinsuffisance cardiaque (IC) et la question Ā«mieux vaut ne pas substituer le fer sous un inhibiteur du SGLT2?Ā» Ć  lā€™ā€Šaide de la littĆ©rature rĆ©cente. Ce sujet est important lors de la prise en charge des patients atteints dā€™ā€ŠIC en consultation de mĆ©decine gĆ©nĆ©rale et de cardiologie.

In this review, after an introduction to the topic, we would like to provide a definition-precision of iron deficiency in heart failure (HF) and the question ā€œis it better not to substitute iron deficiency with an SGLT2 inhibitor?ā€ on the basis of recent literature. This topic is important in the care of HF patients during GP and cardiology consultations.
Key words: Heart failure, iron deficiency, ferritin, transferrin saturation, intravenous iron, SGLT2-Inhibitor and iron

Introduction

La carence en fer est la maladie carentielle la plus frĆ©quente chez lā€™ā€Šhomme et la cause la plus frĆ©quente dā€™ā€Šā€ŠanĆ©mie dans le monde. Selon la dĆ©finition, 20 Ć  68 % des patients souffrant dā€™ā€Šinsuffisance cardiaque chronique (ICC) prĆ©sentent une carence en fer, souvent sans anĆ©mie associĆ©e. Le fer est essentiel pour la fonction de: lā€™ā€ŠhĆ©moglobine, la myoglobine, les mitochondries, le systĆØme immunitaire, les enzymes et les hormones. Une carence en fer aggrave les symptĆ“mes de lā€™ā€ŠIC, augmente le taux dā€™ā€Šhospitalisation pour IC, dĆ©tĆ©riore la fonction rĆ©nale et entraĆ®ne une mortalitĆ© plus Ć©levĆ©e, avec ou sans anĆ©mie concomitante. Cette derniĆØre apparaĆ®t avec un retard de 6–8 semaines dans 30–50 % des cas.

En plus dā€™ā€Šun hĆ©mogramme diffĆ©rentiel Ć  la machine avec Hb, Hct, y compris les indices Ec (MCV, MCH, MCHC), les rĆ©ticulocytes (RDW = largeur de distribution Ec ), la ferritine sĆ©rique et la saturation de la transferrine (TSAT), une CRP et Ć©ventuellement un rĆ©cepteur de la transferrine (sTfR) font partie de lā€™ā€Šexamen dā€™ā€Šune Ć©ventuelle anĆ©mie ferriprive.

Cette anĆ©mie hyporĆ©gĆ©nĆ©rative est dā€™ā€Šabord normochrome, normocytaire, puis hypochrome, microcytaire en cas dā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆØse dĆ©ficiente. Les rĆ©ticulocytes sont bas, le MCV et le MCH sont rĆ©duits. En outre, on trouve comme expression dā€™ā€Šune Ć©rythropoĆÆĆØse inefficace une anisocytose (RDW↑), une poĆÆkilocytose et des anulocytes, Ć©ventuellement pas de fer dans la moelle osseuse. La ferritine sĆ©rique est abaissĆ©e en cas dā€™ā€ŠanĆ©mie ferriprive – cf. carence en fer fonctionnelle et absolue.

Pour le diagnostic diffĆ©rentiel dā€™ā€Šune anĆ©mie hyporĆ©gĆ©nĆ©rative, dā€™ā€Šautres paramĆØtres de laboratoire sont nĆ©cessaires comme: CrĆ©atinine, e-GFR, valeurs hĆ©patiques, vit. B12 avec holo-transcobalamine et acide folique (↑MCV, ↑MCH). Si les vitamines sont normales ou Ć©levĆ©es, un bilan hĆ©matologique sā€™ā€Šimpose (syndrome myĆ©lodysplasique, atteinte hĆ©patique sĆ©vĆØre). Si les indices Ec, la ferritine, la vit. B12 et lā€™ā€Šacide folique sont normaux, le Diagnostic diffĆ©rentiel est important: anĆ©mie rĆ©nale en cas dā€™ā€ŠIRC, anĆ©mie en cas de maladie chronique (ACD). (ACD), maladies de la moelle osseuse, leucĆ©mie, myĆ©lome multiple, lymphome, anĆ©mie tumorale, troubles endocriniens, maladies du foie.

Le tab. 1 prĆ©sente les diffĆ©rents paramĆØtres de laboratoire qui doivent ĆŖtre examinĆ©s en premier lieu en cas de troubles du mĆ©tabolisme du fer. Pour cela, la prise de sang doit ĆŖtre effectuĆ©e le matin Ć  jeun, car lā€™ā€Šabsorption de nourriture peut augmenter Ć  court terme la saturation de la transferrine (TSAT). Il ne faut pas non plus dĆ©terminer ces paramĆØtres pendant une maladie aiguĆ«, car la TSAT pourrait ĆŖtre faussement basse.

Les femmes enceintes, les sportifs de haut niveau et les personnes Ć¢gĆ©es prĆ©sentent souvent une carence en fer. Sur le plan anamnestique, les Ć©ventuelles hĆ©morragies jouent le rĆ“le le plus important. Dā€™ā€Šautres possibilitĆ©s sont lā€™ā€Šalimentation, certains mĆ©dicaments, lā€™ā€Šalcoolisme, les infections et diffĆ©rentes maladies chroniques. Cliniquement, une carence en fer entraĆ®ne des symptĆ“mes multiples tels que fatigue, lassitude, dyspnĆ©e, sensibilitĆ© aux infections, vertiges, maux de tĆŖte, troubles du sommeil, dĆ©pression. Une carence en fer a un pronostic dĆ©favorable, ceci indĆ©pendamment dā€™ā€Šune anĆ©mie, et entraĆ®ne une mauvaise qualitĆ© de vie.
En cas dā€™ā€ŠanĆ©mie hyperrĆ©gĆ©nĆ©rative avec des rĆ©ticulocytes Ć©levĆ©s (RDW↑), il faut en premier lieu exclure une hĆ©molyse (LDH, bilirubine, indirecte, haptoglobine, CRP) et une anĆ©mie hĆ©morragique aiguĆ«. On les retrouve Ć©galement dans une phase de rĆ©cupĆ©ration thĆ©rapeutique. Lā€™ā€ŠanamnĆØse est ici aussi particuliĆØrement importante.

On distingue une carence en fer fonctionnelle dā€™ā€Šune carence en fer absolue:

Carence fonctionnelle en fer: on la trouve chez les patients souffrant dā€™ā€Šinfections, dā€™ā€Šinflammations chroniques, dā€™ā€ŠIRC, de maladies du foie, de tumeurs avancĆ©es, dā€™ā€ŠexcĆØs dā€™ā€Šalcool – AnĆ©mie en cas de maladies chroniques (ACD). Celle-ci est hypochrome chez une partie des patients, souvent normochrome, normocytaire sans anisocytose (MCV+MCH normal, RDW normal). La cause est multifactorielle et entraĆ®ne une diminution de la production dā€™ā€ŠĆ©rythrocytes, cā€™ā€Šest-Ć -dire que le nombre de rĆ©ticulocytes est faible. Les cytokines (interleukine 1, TNF-α, γ-interfĆ©ron) sont libĆ©rĆ©es en plus grande quantitĆ© dans le cadre de maladies chroniques et entraĆ®nent une sensibilitĆ© rĆ©duite des cellules prĆ©curseurs de lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆØse Ć  lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆ©tine. Ɖtant donnĆ© quā€™ā€Šil existe une inflammation systĆ©mique en cas dā€™ā€Šinsuffisance cardiaque (IC), lā€™ā€ŠhĆ©pcidine est produite en plus grande quantitĆ© dans le foie, principalement par lā€™ā€Šinterleukine-6. Cela provoque un trouble de lā€™ā€Šabsorption du fer dans le duodĆ©num et le jĆ©junum supĆ©rieur par un blocage de la libĆ©ration des entĆ©rocytes et des macrophages rĆ©ticulo-endothĆ©liaux – Ā«bloc dā€™ā€ŠhepcidineĀ» – par exemple du foie et de la rate. Si lā€™ā€Šinflammation peut ĆŖtre attĆ©nuĆ©e, lā€™ā€Šhepcidine et la ferritine sont Ć  nouveau rĆ©duites dans le sĆ©rum. Cela entraĆ®ne une augmentation du Fe2+ cytosolique biorĆ©actif et une amĆ©lioration de la carence fonctionnelle en fer. Il nā€™ā€Šy a pas de rĆ©sistance Ć  lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆ©tine et une substitution en fer nā€™ā€Šest pas nĆ©cessaire. Ce trouble de la rĆ©partition du fer provoque une carence en fer au niveau de la cellule prĆ©curseur Ć©rythropoĆÆĆ©tique, malgrĆ© un dĆ©pĆ“t de fer suffisant.
Ferritine sĆ©rique: elle correspond Ć  lā€™ā€ŠĆ©tat de remplissage des rĆ©serves de fer de lā€™ā€Šorganisme et constitue un bon paramĆØtre en cas dā€™ā€ŠanĆ©mie ferriprive. La ferritine est une protĆ©ine de la phase aiguĆ« et peut ĆŖtre dĆ©tectĆ©e en cas dā€™ā€Šinfection ou de maladie aiguĆ« ou chronique. (hsCRP↑), lā€™ā€ŠIRC, lā€™ā€ŠIC, les maladies du foie, les excĆØs dā€™ā€Šalcool, le cancer, bien que les rĆ©serves en fer soient rĆ©duites ou vides. En cas de carence en fer avĆ©rĆ©e: ferritine sĆ©rique < 12 µg/l; en cas de surcharge en fer: ferritine sĆ©rique > 220 µg/l. Si la CRP est normale alors que le MCV est diminuĆ© et la ferritine normale ou Ć©levĆ©e, si le RDW est normal, on peut suspecter une thalassĆ©mie. En cas de CRP Ć©levĆ©e et de sTfR normal, il sā€™ā€Šagit dā€™ā€Šune ACD, si le sTfr est Ć©levĆ©, il y a une carence en fer supplĆ©mentaire – voir tab. 1.

Fer sĆ©rique: Le fer sĆ©rique est la quantitĆ© de fer circulant liĆ©e Ć  la transferrine. Le taux de fer sĆ©rique est trĆØs variable et est influencĆ© par lā€™ā€Šalimentation, les inflammations, les infections et les maladies malignes. Un faible taux de fer sĆ©rique isolĆ© nā€™ā€Šest pas trĆØs significatif pour le diagnostic dā€™ā€Šune carence en fer. Mesurer le fer sĆ©rique seul nā€™ā€Ša que peu dā€™ā€ŠintĆ©rĆŖt, car ce taux est soumis Ć  des variations horaires et Ć  un rythme circadien. Les valeurs matinales sont, en pĆ©riode de pointe, plus de deux fois supĆ©rieures aux valeurs mesurĆ©es douze heures plus tard, de sorte quā€™ā€Šelles ne peuvent pas ĆŖtre utilisĆ©es pour reprĆ©senter la teneur en fer de lā€™ā€Šorganisme.

Transferrine: cā€™ā€Šest la principale protĆ©ine de transport du fer dans le sĆ©rum, qui contrĆ“le le taux de fer libre. Elle transporte par exemple le fer de la cellule intestinale via le sang vers la moelle osseuse pour lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆØse. Elle augmente en cas dā€™ā€ŠanĆ©mie ferriprive afin de maximiser lā€™ā€Šutilisation du fer disponible et de rĆ©duire la surcharge en fer. Cā€™ā€Šest une protĆ©ine de phase anti-aiguĆ« et elle peut ĆŖtre abaissĆ©e ou pseudonormale en cas dā€™ā€Šinflammation malgrĆ© une carence en fer.

Saturation de la transferrine (TSAT): cā€™ā€Šest la proportion des sites de fixation du fer de la transferrine qui sont occupĆ©s par du fer. Le taux de TSAT est le plus significatif lorsque le sang est prĆ©levĆ© le matin Ć  jeun pour lā€™ā€Šanalyse en laboratoire. Un TSAT trop bas signifie que le corps ne dispose pas de suffisamment de fer. Cela peut ĆŖtre le cas en cas de taux dā€™ā€Šinflammation Ć©levĆ©s, mĆŖme si les rĆ©serves de fer sont bien remplies. La TSAT est une bonne valeur de laboratoire pour dĆ©terminer sā€™ā€Šil y a une carence en fer. Un taux Ć©levĆ© de TSAT (> 50 %) est un test sensible et spĆ©cifique pour une surcharge en fer (p. ex. hĆ©mochromatose, transfusions, administration de fer, hĆ©molyse, etc.); tandis que des valeurs faibles sont trĆØs sensibles mais peu spĆ©cifiques pour une carence en fer. La grossesse, les contraceptifs oraux combinĆ©s et certaines maladies chroniques font baisser le taux de TSAT sans quā€™ā€Šil y ait de carence en fer. La TSAT est calculĆ©e Ć  partir du fer sĆ©rique et de la transferrine sĆ©rique. Cā€™ā€Šest pourquoi un taux de saturation de la transferrine normal (15–45 %) nā€™ā€Šexclut pas toujours une carence en fer.

RĆ©cepteur de la transferrine (sTfR): le sTfR soluble est un marqueur moderne du stock de fer intracellulaire. Une augmentation donne lā€™ā€Šindication dā€™ā€Šune carence en fer manifeste ou latente avec une Ć©rythropoĆÆĆØse dĆ©ficiente en fer. Il sā€™ā€Šagit dā€™ā€Šun marqueur fiable de lā€™ā€Šapprovisionnement en fer en cas dā€™ā€Šinflammation chronique, car sa concentration est indĆ©pendante des rĆ©actions en phase aiguĆ«. En prĆ©sence dā€™ā€Šune anĆ©mie dā€™ā€Šune maladie chronique (ACD) sans carence en fer supplĆ©mentaire, le sTfR a une valeur normale. Une diminution du sTfR peut ĆŖtre associĆ©e Ć  une Ć©rythropoĆÆĆØse hypoprolifĆ©rative (par ex. anĆ©mie rĆ©nale, anĆ©mie aplasique). Lā€™ā€Šaugmentation du sTfR peut ĆŖtre Ć©valuĆ©e de maniĆØre limitĆ©e en cas dā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆØse hyper-rĆ©gĆ©nĆ©rative (rĆ©ticulocytes) comme une hĆ©molyse, une anĆ©mie par hĆ©morragie, une thalassĆ©mie hĆ©tĆ©rozygote ou une polycythĆ©mie vraie ou en phase de rĆ©cupĆ©ration. Cf. tab. 1.

En cas de suspicion dā€™ā€Šun trouble de la rĆ©partition du fer, il est Ć©ventuellement nĆ©cessaire de procĆ©der Ć  un diagnostic plus approfondi (RDW, Ret-He, Eisenplot selon Thomas, indice de ferritine). En cas dā€™ā€Šinflammation aiguĆ«, un contrĆ“le des paramĆØtres devrait ĆŖtre effectuĆ© au cours de quelques semaines, car les valeurs se normalisent gĆ©nĆ©ralement aprĆØs la disparition des symptĆ“mes aigus.

Une carence en fer fonctionnelle rƩagit Ơ une substitution de fer (Fe3+) par voie intraveineuse, mais pas Ơ une substitution orale.

Carence absolue en fer: onla trouve notamment en cas dā€™ā€ŠhĆ©morragie digestive occulte sous antiplaquettaires ou anticoagulants; de prise prolongĆ©e dā€™ā€Šun inhibiteur de protons/antiacides – lā€™ā€Šabsorption du fer est perturbĆ©e par lā€™ā€Šaugmentation du pH; de consommation chronique Ć©levĆ©e de thĆ© noir ou de cafĆ© – les polyphĆ©nols inhibent lā€™ā€Šabsorption dans le duodĆ©num; dā€™ā€Šantagonistes du calcium – bloquent les canaux de transport dans les membranes des entĆ©rocytes; de carence en fer dans lā€™ā€Šalimentation (pas de viande, beaucoup de soja, etc.); de carence en fer dans les aliments. ) et les nĆ©oplasies gastro-intestinales avec suintement (1, 2). Lā€™ā€Šhepcidine est rĆ©gulĆ©e Ć  la baisse et le rĆ©cepteur de la transferrine 1 (protĆ©ine de transport transmembranaire de la transferrine) est rĆ©gulĆ© Ć  la hausse afin de faciliter lā€™ā€Šabsorption du fer dans une cellule; parallĆØlement, la ferritine est dĆ©gradĆ©e, ce qui libĆØre le fer sĆ©questrĆ© des rĆ©serves intracellulaires. Une hĆ©pcidine et une ferritine basses et des niveaux Ć©levĆ©s de transferrine et de rĆ©cepteur de transferrine 1 (TfR1) avec une faible saturation de transferrine (TSAT) dans le sang circulant sont considĆ©rĆ©s comme des paramĆØtres fiables pour une carence en fer – voir tab. 1.

En cas de carence absolue en fer, une amĆ©lioration peut ĆŖtre obtenue par une substitution orale de Fe2+ ou par une substitution intraveineuse de Fe3+, cette derniĆØre Ć©tant nettement plus rapidement efficace. Le taux dā€™ā€Šabsorption des sels Fe2+ oraux nā€™ā€Šest que de 10 %. Par voie orale, il est recommandĆ© de prendre ≄ 60 mg/die une fois par jour et tous les 2 jours Ć  jeun, ceci en raison dā€™ā€Šune augmentation/diminution Ć  court terme de lā€™ā€Šhepcidine. La prise simultanĆ©e de vitamine C (jus dā€™ā€Šorange) favorise la rĆ©sorption, celle dā€™ā€Šun comprimĆ© de calcium la retarde. Il ne faut pas non plus prendre en mĆŖme temps du cafĆ©, du thĆ©, du lait, des anti-acides, des oxalates et des phosphates. AprĆØs 14 jours, lā€™ā€Šeffet peut ĆŖtre contrĆ“lĆ© par lā€™ā€Šaugmentation des rĆ©ticulocytes et de lā€™ā€ŠhĆ©moglobine. Objectif ferritine > 100µg/l.

Guidelines actuels, Ʃtudes

Selon les directives actuelles de lā€™ā€ŠESC IC 2021/2023, il y a carence en fer en cas dā€™ā€ŠIC si la ferritine est < 100 ug/l ou si la ferritine est comprise entre 100 et 299 ug/l et si la saturation de la transferrine est < 20 %. En cas dā€™ā€Šinfection avec une CRP Ć©levĆ©e, la ferritine est augmentĆ©e en tant que protĆ©ine de phase aiguĆ«, comme expliquĆ©, et les conclusions concernant la ferritine sont donc limitĆ©es. Selon les lignes directrices, les patients atteints dā€™ā€ŠIC devraient faire lā€™ā€Šobjet dā€™ā€Šun contrĆ“le rĆ©gulier (tous les 2–3 mois) pour dĆ©tecter une Ć©ventuelle carence en fer et une anĆ©mie (IC). En cas dā€™ā€ŠIC, ce dĆ©pistage devrait Ć©galement ĆŖtre effectuĆ© avant toute intervention non cardiaque – voir tab. 1.

Le diagnostic et le traitement dā€™ā€Šune carence en fer en cas dā€™ā€ŠIC sont malheureusement encore rares dans la vie quotidienne. Selon une Ć©tude rĆ©trospective rĆ©alisĆ©e en 2019, sur 10 381 hospitalisations pour IC (HFrEF, HFpEF), seuls 158 patients ont fait lā€™ā€Šobjet dā€™ā€Šune Ć©valuation de leur carence en fer: parmi eux, 109x carence en fer selon les directives et finalement 23 patients ont Ć©tĆ© traitĆ©s par voie intraveineuse (3). Dans le registre IC suĆ©dois, en 2021, sur 21 496 patients, cet examen nā€™ā€Ša Ć©tĆ© rĆ©alisĆ© que chez ¼ des patients, parmi lesquels environ 50 % prĆ©sentaient une carence en fer; seul 1 sur 5 a reƧu une substitution (4).

Depuis 2009, cinq Ć©tudes diffĆ©rentes au total et deux mĆ©ta-analyses ont Ć©tĆ© publiĆ©es sur le traitement par fer en cas dā€™ā€ŠIC. Les Ć©tudes en double aveugle contrĆ“lĆ©es par placebo publiĆ©es ces derniĆØres annĆ©es: CONFIRM-HF (5), AFFIRM-AHF (6) et deux mĆ©ta-analyses en 2018 et 2023 (7, 8) ont rĆ©vĆ©lĆ© que le traitement par voie iv. Le traitement par carboxymaltose ferrique a permis dā€™ā€ŠamĆ©liorer les rĆ©sultats chez les patients IC (HFrEF, HFmrEF) souffrant de carence en fer. Dans la grande Ć©tude AFFIRM-AHF (RCT) menĆ©e aprĆØs un Ć©pisode aigu dā€™ā€ŠIC, un tel traitement a permis de rĆ©duire le taux dā€™ā€Šhospitalisation pour IC et le dĆ©cĆØs par cv de 21 % sur 52 semaines, NNT de 7. Si lā€™ā€Šon considĆØre les critĆØres dā€™ā€ŠĆ©valuation sĆ©parĆ©ment, il est Ć©vident que lā€™ā€Šadministration de fer a eu un effet uniquement sur le taux dā€™ā€Šhospitalisation liĆ© Ć  lā€™ā€ŠIC, le risque dā€™ā€Šhospitalisation Ć©tant significativement plus faible de 26 % sous traitement (RR: 0,74; p=0,013). Lā€™ā€Šadministration de fer nā€™ā€Ša eu aucune influence sur la mortalitĆ© cardiovasculaire par rapport au placebo (6).

La thĆ©rapie iv. Selon les 2023 Focused Update ESC IC-Guidelines, le traitement par fer a dĆ©sormais une indication IA en cas dā€™ā€ŠIC symptomatique (FEVG ≤ 50 %) avec carence en fer pour amĆ©liorer les symptĆ“mes et augmenter la qualitĆ© de vie. Un traitement iv.-fer-carboxymaltose (FCM)/fer-derisomaltose (FDI) chez les patients symptomatiques avec une FEVG ≤ 50 % et une carence en fer devrait ĆŖtre envisagĆ© pour rĆ©duire lā€™ā€Šhospitalisation pour IC (IIa A) (9). Les donnĆ©es de lā€™ā€ŠĆ©tude AFFIRM-AHF 2020 ont Ć©tĆ© dĆ©terminantes pour cette nouveautĆ© (6).

Cave: flush en cas de traitement iv. trop rapide. administration de fer, rĆ©action dā€™ā€ŠhypersensibilitĆ© aiguĆ« de type immĆ©diat (rĆ©action ana-phylactique), prise en charge et suivi (au moins 30 min) du patient; Ć©valuation du rapport risque/bĆ©nĆ©fice.

Une substitution orale de fer nā€™ā€Šest pas efficace en cas dā€™ā€ŠIC avec une FE VG ≤ 50 % en raison des mĆ©canismes mentionnĆ©s et de la carence fonctionnelle en fer selon la trĆØs petite Ć©tude IRON-HF concernant lā€™ā€ŠamĆ©lioration des performances. Lā€™ā€Šapport de fer par voie intraveineuse est supĆ©rieur Ć  lā€™ā€ŠamĆ©lioration de la capacitĆ© fonctionnelle (VO2max). Cependant, la correction de lā€™ā€ŠanĆ©mie semble ĆŖtre similaire entre lā€™ā€Šadministration de fer sous forme de comprimĆ©s et lā€™ā€Šadministration de fer par voie iv. fer est similaire (10). Dans lā€™ā€ŠĆ©tude IRONOUT-HF – le seul grand essai contrĆ“lĆ© randomisĆ© chez des patients atteints de HFrEF et de carence en fer – le polysaccharide de fer oral nā€™ā€Ša pas amĆ©liorĆ© les performances physiques et, dans cette publication, la majoritĆ© des patients nā€™ā€Ša pas atteint la dĆ©plĆ©tion en fer pendant 16 semaines (11). En cas de carence fonctionnelle en fer, le fer absorbĆ© par voie orale est absorbĆ© trĆØs lentement, car il est interceptĆ© par le Ā«bloc dā€™ā€ŠhepcidineĀ» avant dā€™ā€Šatteindre les organes cibles.

Autres Ć©tudes actuelles avec utilisation dā€™ā€Šinhibiteurs du SGLT2

Dans une publication de M. Packer dans Circulation mai 2024, la dĆ©finition actuelle dā€™ā€Šune carence en fer dans les guidelines est maintenant remise en question par des experts internationaux avec la participation de la CharitĆ© Ć  Berlin. Les auteurs demandent Ā«dā€™ā€Šabandonner la dĆ©finition actuelle de la carence en fer chez les patients IC, basĆ©e sur la concentration de ferritine, et de la remplacer par une dĆ©finition basĆ©e sur lā€™ā€Šhypofermie (TSAT < 20 %)Ā». La raison en est la carence fonctionnelle en fer mentionnĆ©e, due Ć  lā€™ā€Šinflammation systĆ©mique et Ć  lā€™ā€Šaugmentation de la pression veineuse centrale en cas dā€™ā€ŠIC, qui augmentent lā€™ā€Šhepcidine dans le foie et inhibent ainsi la libĆ©ration de fer. Comme mentionnĆ©, la ferritine est synthĆ©tisĆ©e et libĆ©rĆ©e en plus grande quantitĆ© lors dā€™ā€Šune inflammation; la synthĆØse des rĆ©cepteurs de transferrine est inhibĆ©e. Ainsi, selon les auteurs, on observe souvent des valeurs de ferritine qui se situent alors dans la norme, entre 20–100–300 ug/l. Ainsi, sans la prise en compte de la TSAT selon la dĆ©finition actuelle des ESC-IC-Guidelines, aucun traitement Ć  base de fer ne serait alors prescrit Ć  tort. Ā«Les patients hypoferrĆ©miques avec un TSAT < 20 % prĆ©sentent gĆ©nĆ©ralement aussi une carence en fer lors dā€™ā€Šun examen de la moelle osseuse; aprĆØs une thĆ©rapie intraveineuse Ć  base de fer, leur capacitĆ© fonctionnelle sā€™ā€ŠamĆ©liore et le risque dā€™ā€ŠĆ©vĆ©nement cv diminue considĆ©rablementĀ» (12). Avec un TSAT > 20 % et une ferritine sĆ©rique de 20–100 mg/l, le pronostic est bon sans traitement ferrique. Un tel traitement serait alors dĆ©favorable – effet pro-inflammatoire, promotion de la croissance Tu.

Dans un autre travail de M. Packer publiĆ© dans le JACC de janvier 2023, lā€™ā€Šinteraction de lā€™ā€Šadministration iv. entre lā€™ā€Šadministration de fer (Fe3+) et lā€™ā€Šadministration simultanĆ©e dā€™ā€Šun inhibiteur du SGLT2 est remise en question de maniĆØre critique (13). Deux hypothĆØses sont discutĆ©es dans lā€™ā€Šarticle: Ā«lā€™ā€ŠhypothĆØse de la carence en fer cytosoliqueĀ» et Ā«lā€™ā€ŠhypothĆØse de la recharge en fer cytosoliqueĀ». Dans cette derniĆØre, les SGLT2-I. provoquent, par la voie de signalisation de la sirtuine 1 et par une rĆ©duction de lā€™ā€Šinflammation, une baisse de la ferritine, de lā€™ā€Šhepcidine dans les hĆ©patocytes et les macrophages et une augmentation de lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆ©tine et des rĆ©cepteurs de la transferrine, indĆ©pendamment de lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆØse. Lā€™ā€Šauteur part du principe que les modifications des biomarqueurs du fer sous SGLT2-I. nā€™ā€Šindiquent pas une carence en fer intracellulaire. Selon son raisonnement, le fer 2+ est Ć©levĆ© dans le cytosol, associĆ© Ć  une utilisation accrue, Ć  une Ć©rythropoĆÆĆØse prĆ©servĆ©e et Ć  une cardioprotection prĆ©servĆ©e.

En cas dā€™ā€ŠIC, le systĆØme sympathique rĆ©nal, lā€™ā€Šangiotensine II, la nĆ©prilysine et les rĆ©cepteurs α sont Ć©galement activĆ©s. Cela conduit Ć  lā€™ā€Šexpression de NHE3 – NHE3 est un antiporteur 3 Na+/H+, il sā€™ā€Šagit dā€™ā€Šune protĆ©ine de transport membranaire prĆ©sente dans lā€™ā€Šintestin et dans le tubule proximal du rein et qui rĆ©gule le pH dans les cellules par le transport de protons – cf. fig. 1.

Le SGLT2 est une autre expression de lā€™ā€ŠIC. Celle-ci entraĆ®ne une rĆ©tention de sodium et dā€™ā€Šeau avec une augmentation du volume de lā€™ā€Šinterstitium et du plasma. Ceci aggrave Ć  son tour lā€™ā€ŠIC. Selon M. Packer, les SGLT2-I. bloquent le systĆØme sympathique rĆ©nal et lā€™ā€Šexpression de NHE3 et de SGLT2 (14).

Les inhibiteurs de SGLT2 rĆ©duisent lā€™ā€Šinflammation et la fibrose, diminuent le stress oxydatif; ils sont organoprotecteurs ! Outre lā€™ā€ŠĆ©rythropoĆÆĆ©tine, ils augmentent lā€™ā€ŠĆ©rythrocytose (Hkt) avec une augmentation de la libĆ©ration dā€™ā€ŠO2, la gluconĆ©ogenĆØse et lā€™ā€Šoxydation des acides gras. Ces mĆ©canismes entraĆ®nent une augmentation de la production dā€™ā€ŠATP dans les mitochondries des cardiocytes et des cellules rĆ©nales via lā€™ā€Šaugmentation de lā€™ā€ŠoxygĆØne et la synthĆØse de corps cĆ©toniques. DiurĆØse osmotique connue (potentialisation des diurĆ©tiques de lā€™ā€Šanse) avec diminution du volume plasmatique et effet cardioprotecteur direct mentionnĆ© avec amĆ©lioration de la dyspnĆ©e; diminution de lā€™ā€Šacide urique (14) – cf. Fig. 2.

Dā€™ā€ŠaprĆØs les donnĆ©es cliniques de la DAPA-HF, cette Ā«hypothĆØse de remplissage cytosolique en ferĀ» est favorisĆ©e. Ā«Le traitement par fer intraveineux pourrait donc ĆŖtre inutile et thĆ©oriquement nocif (inflammation/ferroptose) chez les patients IC qui semblent ĆŖtre dĆ©ficients en fer sous SGLT2-I.Ā». Selon lā€™ā€Šauteur, des Ć©tudes supplĆ©mentaires sur cette thĆ©rapie combinĆ©e sont donc nĆ©cessaires avant quā€™ā€Šelle ne soit largement recommandĆ©e (14, 15). Ainsi, dans lā€™ā€ŠĆ©tude IRONMAN, seuls 3 % des patients prĆ©sentaient un SGLT2-I; dans la grande Ć©tude HEART-FID, dont le critĆØre dā€™ā€ŠĆ©valuation primaire Ć©tait nĆ©gatif, 7.7 % des patients prĆ©sentaient un SGLT2-I. Jusquā€™ā€ŠĆ  prĆ©sent, les donnĆ©es nā€™ā€Šindiquent pas quā€™ā€Šune carence en fer sous-jacente compromette les bĆ©nĆ©fices importants de cette classe de mĆ©dicaments.
La carence en fer Ć©tait frĆ©quente chez les DAPA-HF dans une analyse post-hoc (43.7 %) et Ć©tait associĆ©e Ć  de moins bons rĆ©sultats. La dapagliflozine semblait augmenter la consommation de fer, mais amĆ©liorait les rĆ©sultats, indĆ©pendamment du statut du fer au dĆ©but de lā€™ā€ŠĆ©tude. La TSAT, la ferritine et lā€™ā€Šhepcidine ont Ć©tĆ© rĆ©duites et la capacitĆ© totale de fixation du fer et le rĆ©cepteur soluble de la transferrine ont Ć©tĆ© augmentĆ©s avec la dapagliflozine par rapport au placebo. Lā€™ā€Šeffet de la dapagliflozine sur le critĆØre dā€™ā€ŠĆ©valuation principal Ć©tait cohĆ©rent chez les patients prĆ©sentant une carence en fer par rapport aux patients ayant suffisamment de fer (hazard ratio, 0.74). Des rĆ©sultats similaires ont Ć©tĆ© observĆ©s pour les dĆ©cĆØs cardiovasculaires, les hospitalisations pour IC et la mortalitĆ© totale (15). Ā«La constatation dā€™ā€Šun bĆ©nĆ©fice cohĆ©rent de la dapagliflozine signifie quā€™ā€Šune carence en fer absolue prĆ©existante ne devrait pas ĆŖtre considĆ©rĆ©e comme un obstacle Ć  lā€™ā€Šinitiation du traitement par la dapagliflozine ou que le dĆ©veloppement dā€™ā€Šune carence en fer absolue pendant le traitement ne devrait pas ĆŖtre considĆ©rĆ© comme une raison dā€™ā€ŠarrĆŖter le traitement. Ces observations dā€™ā€ŠĆ©tudes augmentent le potentiel dā€™ā€Šune synergie thĆ©rapeutique entre la recharge en fer et lā€™ā€Šinhibition du SGLT2 chez les patients atteints dā€™ā€ŠHFrEF, non seulement pour Ć©viter la carence en fer, mais peut-ĆŖtre aussi pour traiter lā€™ā€ŠanĆ©mieĀ» (12).

Chez un large Ć©ventail de 1137 patients Ć¢gĆ©s (mĆ©diane 73 ans) atteints dā€™ā€ŠIC dans lā€™ā€ŠĆ©tude IRONMAN (16) avec une FEVG ≤ 45 %, une carence en fer (TSAT < 20 %, ferritine sĆ©rique < 100ug/l) et une Hb infĆ©rieure Ć  la norme de 13g/dl chez les femmes ou de 14g/dl chez les hommes, lā€™ā€Šadministration iv. rĆ©pĆ©tĆ©e de fer3+–dĆ©risomaltose (FDI) a Ć©tĆ© associĆ©e Ć  une rĆ©duction du risque dā€™ā€Šhospitalisation pour IC et Ć  une amĆ©lioration des performances pendant 2.7 ans, sans rĆ©duction significative du taux de dĆ©cĆØs cv ou du taux de dĆ©cĆØs total. Le rapport de risque de dĆ©cĆØs cardiovasculaire (0.86; IC 95 %, 0.67 Ć  1.1) Ć©tait similaire Ć  celui de lā€™ā€ŠĆ©tude HEART-FID, la plus grande Ć©tude sur lā€™ā€ŠIDR par voie iv. Ć  ce jour, qui sā€™ā€Šest rĆ©vĆ©lĆ©e nĆ©gative. Chez 3065 patients ambulatoires souffrant dā€™ā€ŠIC avec une fraction dā€™ā€ŠĆ©jection rĆ©duite de ≤ 40 % et une carence en fer (selon les directives) et une hospitalisation pour IC au cours des 12 derniers mois ou un NT-pro-BNP Ć©levĆ©, ce dernier nā€™ā€Ša pas montrĆ© de diffĆ©rence apparente entre le fer-carboxymaltose et le placebo en ce qui concerne le critĆØre dā€™ā€ŠĆ©valuation primaire: dĆ©cĆØs, hospitalisation pour IC ou modification du test de marche de 6 minutes. Le TSAT moyen Ć©tait de 23,9 % (17).
Une mĆ©ta-analyse rĆ©cente de: HEART-FID, CONFIRM et AFFIRM-AHF a certes rĆ©vĆ©lĆ© une rĆ©duction du risque de 14 % (HR 0,86) en ce qui concerne le dĆ©cĆØs et lā€™ā€Šhospitalisation cv, mais cela a Ć©tĆ© entraĆ®nĆ© par les hospitalisations, sans effet apparent sur la mortalitĆ©. Dans une sous-analyse, un TSAT < 15 % a montrĆ© un bĆ©nĆ©fice clairement prĆ©visible dā€™ā€Šune substitution en fer par FCM. La rĆ©duction du risque de dĆ©cĆØs ou dā€™ā€Šhospitalisation par cv Ć©tait ici de 28 %. Effets potentiellement dĆ©favorables chez les patients dont le TSAT Ć©tait ≄ 24 % (18).
Dans une revue intĆ©ressante, datant de 2023, sur le traitement de la carence en fer en cas dā€™ā€ŠIC avec FE rĆ©duite, il est Ć©galement mentionnĆ© que les donnĆ©es dā€™ā€ŠĆ©tudes actuelles (FAIR-HF-HpEF, PREVER-HF) pour un traitement de substitution en fer en cas dā€™ā€ŠHFpEF font encore dĆ©faut (19).

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Dr Urs Dürst

Zelglistrasse 17
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L’ auteur n’a pas dĆ©clarĆ© de conflit d’intĆ©rĆŖts en rapport avec cet article

  • En cas dā€™ā€Šinsuffisance cardiaque symptomatique avec une FE ≤ 50%, une carence en fer doit ĆŖtre rĆ©guliĆØrement recherchĆ©e et Ć©ventuellement traitĆ©e par une administration de fer par voie intraveineuse; celle-ci est de mauvais pronostic, ceci indĆ©pendamment dā€™ā€Šune anĆ©mie, et entraĆ®ne une mauvaise qualitĆ© de vie.
  • Il en rĆ©sulte une amĆ©lioration des symptĆ“mes, des performances et de la qualitĆ© de vie, avec une rĆ©duction du risque dā€™ā€Šhospitalisation pour IC. Lā€™ā€ŠamĆ©lioration de la qualitĆ© de vie est un objectif thĆ©rapeutique important.
  • Un paramĆØtre relativement sĆ»r pour une carence en fer en cas dā€™ā€ŠIC est la saturation de la transferrine (TSAT) avec une valeur < 20 %. La ferritine sĆ©rique peut ĆŖtre pseudo-normale ou Ć©levĆ©e en raison de la carence en fer fonctionnelle. Le MCV, la ferritine et la CRP sont nĆ©cessaires pour le Diagnostic diffĆ©rentiel primaire. Un TSAT normal seul nā€™ā€Šexclut pas une carence en fer. La sTfR peut faire la diffĆ©rence entre une carence en fer et une ACD – cf. tab. 1.
  • Dans le contexte susmentionnĆ©, les donnĆ©es cliniques actuelles montrent Ć©galement un effet favorable des inhibiteurs organoprotecteurs du SGLT2. Dā€™ā€Šautres Ć©tudes sur ce sujet sont nĆ©cessaires; de mĆŖme que des Ć©tudes encore en suspens en cas dā€™ā€ŠHFpEF avec carence en fer.
  • Les SGLT2-I. modifient les biomarqueurs du fer dā€™ā€Šune maniĆØre qui imite une carence en fer. Ces changements reflĆØtent une attĆ©nuation des modifications de lā€™ā€ŠhomĆ©ostasie du fer liĆ©es Ć  lā€™ā€Šinflammation, et non une rĆ©duction du fer cytosolique. Les SGLT2-I. attĆ©nuent la carence en fer et ont, entre autres, la capacitĆ© de favoriser lā€™ā€ŠĆ©rythrocytose et la production dā€™ā€ŠATP dans les cardiomyocytes et les cellules rĆ©nales. Ils sont organoprotecteurs.

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2. Onkopedia.com: Leitlinien, HƤmatologische Erkrankungen: Eisenmangel- und EisenmangelanƤmie
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Asthme sĆ©vĆØre: que nous apprend le registre suisse de l’asthme sĆ©vĆØre?

L’ asthme fait partie des maladies respiratoires chroniques dont la prĆ©valence est la plus Ć©levĆ©e au monde. On estime que la Suisse compte jusqu’ à 7 % d’ asthmatiques, dont 5 Ć  10 % souffrent d’ une forme sĆ©vĆØre de la maladie. Comment les personnes concernĆ©es sont-elles traitĆ©es en Suisse et quelles sont leurs caractĆ©ristiques? Le registre suisse de l’ asthme sĆ©vĆØre tente de combler cette lacune. Les premiĆØres conclusions tirĆ©es de ces donnĆ©es mettent en Ć©vidence les caractĆ©ristiques des asthmatiques sĆ©vĆØres et les prĆ©dicteurs du contrĆ“le de l’ asthme. Le traitement de l’ asthme dĆ©pend du degrĆ© de sĆ©vĆ©ritĆ© et se fait selon un schĆ©ma progressif. Les consĆ©quences de l’ asthme sĆ©vĆØre sont multiples et concernent non seulement le patient, mais aussi l’ entourage et le systĆØme de santĆ©.

Asthma is one of the most common chronic respiratory diseases worldwide. In Switzerland, it is estimated that up to 7% of the population have asthma, of which 5 to 10 % if all asthmatics suffer from severe asthma. How asthmatics are treated in Switzerland or what their characteristics are has been largely unexplored, but the Swiss Severe Asthma Registry will attempt to fill this gap of knowledge. The first findings from these data show the characteristics of severe asthmatics and predictors of asthma control. Treatment of asthma is based on severity and follows a graded regimen. The impact of severe asthma is multifaceted and affects not only the patient but also the environment and the health care system.
Key Words: Severe asthma, asthma in Switzerland, difficult-to-treat asthma, asthma register

Contexte

L’ asthme est l’ une des maladies respiratoires chroniques les plus frĆ©quentes au monde, maladies respiratoires, qui touchent plus de 300 millions de patients et patientes (1, 2). Les processus inflammatoires des voies respiratoires entraĆ®nent les symptĆ“mes respiratoires les plus divers, dont la frĆ©quence, l’ intensitĆ© ou la combinaison de leur apparition peuvent varier fortement. Parmi ces symptĆ“mes, on trouve notamment la toux, une respiration sifflante, une sensation d’ oppression dans la poitrine ou la rĆ©duction de la capacitĆ© Ć  l’ effort physique (1). La prĆ©valence de l’ asthme en Suisse est de 4 Ć  7% de la population (3). On estime qu’ entre 5 et 10 % des asthmatiques sont atteints d’ asthme sĆ©vĆØre, mais les chiffres exacts de la prĆ©valence ne sont pas disponibles (4-9). Bien que les patients et patientes souffrant d’ asthme sĆ©vĆØre ne reprĆ©sentent qu’ une petite partie de l’ ensemble de la population asthmatique, mais ce groupe reprĆ©sente environ 50 % des coĆ»ts mĆ©dicaux liĆ©s Ć  l’ asthme (10-12). Le tableau clinique de l’ asthme sĆ©vĆØre est extrĆŖmement complexe et comprend de nombreux domaines diffĆ©rents, du diagnostic au traitement en passant par le traitement jusqu’ au vĆ©cu personnel des personnes concernĆ©es. et les aspects Ć©conomiques d’ une maladie chronique.

DĆ©finition de l’ asthme sĆ©vĆØre

En 2014, une nouvelle ligne directrice commune de l’ European Respiratory Society et de l’ American Thoracic Society (ERS/ATS) sur la dĆ©finition et le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre a Ć©tĆ© publiĆ©e (11). L’ asthme est considĆ©rĆ© comme sĆ©vĆØre si A) il nĆ©cessite un traitement selon le GINA (Global Initiative for Asthma) (figure 2) de niveau 4 ou 5. ou B) malgrĆ© un traitement au niveau 4 ou 5 du GINA, un contrĆ“le insuffisant de l’ asthme est atteint (Tab. 1).

Les critĆØres pour dĆ©finir l’ asthme comme non contrĆ“lĆ© sont Ć©galement dĆ©finis dans le tableau 1. Mais le diagnostic d’ asthme sĆ©vĆØre ne peut ĆŖtre posĆ© qu’ aprĆØs avoir vĆ©rifiĆ© que le patient ne souffre pas de ce qu’ on appelle un asthme Ā«difficile Ć  traiterĀ» (difficult to treat) (Fig. 1) (13). Dans un premier temps, il convient de s’ assurer qu’ il s’ agit bien d’ un asthme. Les symptĆ“mes prĆ©sents sont bien de l’ asthme et qu’ il n’ est pas dĆ©clenchĆ© par d’ autres maladies (p. ex. BPCO, reflux gastro-œsophagien, rhinosinusite, apnĆ©e obstructive du sommeil, etc.). Dans le cadre du diagnostic, il est essentiel de rechercher Ć©galement des facteurs, qui ont une influence nĆ©gative sur les symptĆ“mes (p.ex. technique d’ inhalation, adhĆ©sion au traitement, mĆ©dicaments pris, etc.). La troisiĆØme Ć©tape consiste Ć  optimiser la gestion du traitement (optimisation de la thĆ©rapie, interventions non-pharmacologiques, interventions et traitement des facteurs modifiables). Si la situation de l’ asthme, mĆŖme aprĆØs trois Ć  six mois et malgrĆ© l’ optimisation du traitement et le contrĆ“le des facteurs influents, reste incontrĆ“lable, on peut supposer que la situation prĆ©sente est un asthme sĆ©vĆØre et incontrĆ“lĆ© (13).

DonnƩes ƩpidƩmiologiques

L’ asthme sĆ©vĆØre est une maladie complexe et hĆ©tĆ©rogĆØne, et malgrĆ© des dĆ©finitions et des recommandations de traitement prĆ©cises peu est connu de la prĆ©valence, de l’  Ć©volution clinique, du traitement utilisĆ© ou des comorbiditĆ©s (1, 11, 14, 15).

En Suisse Ć©galement, les donnĆ©es sur les patients qui souffrent d’ asthme sĆ©vĆØre sont rares et la prĆ©valence ne peut ĆŖtre qu’ estimĆ©e. En 2017, 4,8 % de la population suisse Ć¢gĆ©e de 15 ans a dĆ©clarĆ© souffrir d’ asthme, les femmes (5,3 %) Ć©tant plus souvent touchĆ©es que les hommes (4,2 %) (16). La prĆ©valence de l’ asthme sĆ©vĆØre en Suisse est estimĆ©e Ć  environ 5 % de la population asthmatique (7, 8, 17). Cependant, il pourrait toujours y avoir encore un nombre considĆ©rable de patients chez qui un asthme sĆ©vĆØre a Ć©tĆ© diagnostiquĆ© Ć  tort, alors qu’ il s’ agit d’ un asthme Ā«difficile Ć  traiterĀ», en cas de technique d’ inhalation insuffisante, de troubles non traitĆ©s, de maladies concomitantes ou manque d’ adhĆ©rence au traitement (18-22).

La littĆ©rature dĆ©crit des facteurs de risque qui favorisent le dĆ©veloppement d’ un asthme sĆ©vĆØre ou l’ aggravation des symptĆ“mes existants. Parmi ceux-ci, on trouve notamment une anamnĆØse familiale positive et le statut socio-Ć©conomique, les allergies, l’ obĆ©sitĆ©,
l’ exposition Ć  la fumĆ©e de tabac, la pollution atmosphĆ©rique, ou encore les risques pour la santĆ© liĆ©s au travail (23-25).

Registre suisse de l’ asthme sĆ©vĆØre

Comme les donnĆ©es sur l’ évolution clinique des patients souffrant d’ asthme sĆ©vĆØre en Suisse est insuffisante, le Special Interest Group (SIG) Airways Disease and Respiratory Physiology (anciennement obstructive airway diseases and allergies) de la SociĆ©tĆ© Suisse de Pneumologie s’ est engagĆ© Ć  mettre en place un registre national pour la collecte systĆ©matique des personnes concernĆ©es.
Dans une premiĆØre analyse, les donnĆ©es de 278 patients souffrant d’ asthme sĆ©vĆØre ont Ć©tĆ© analysĆ©es, afin de les caractĆ©riser. En outre, les patients et patientes ont Ć©tĆ© rĆ©partis sur la base de leur test de contrĆ“le de l’ asthme en groupe contrĆ“lĆ© (ACT ≄20 points) et groupe non contrĆ“lĆ© (ACT ≤ 19 points) afin de dĆ©terminer comment ils se diffĆ©rencient et quelles variables sont associĆ©es au contrĆ“le de l’ asthme (tableau 2). Dans le groupe de patients analysĆ© il y a quelques variables sur lesquelles les personnes atteintes se distinguent de maniĆØre statistiquement significative entre les patients dont l’ asthme est bien contrĆ“lĆ© et ceux dont l’ asthme est mal contrĆ“lĆ© (tableau 2) (26). Ainsi, les personnes souffrant d’ asthme non contrĆ“lĆ© sont plus en surpoids, ont un VEMS 1 (volume expiratoire forcĆ© en une seconde) plus bas, connaissent plus d’ exacerbations et de jours de maladie au travail. En ce qui concerne les comorbiditĆ©s nous avons observĆ© que les asthmatiques mal contrĆ“lĆ©s avaient moins d’ opĆ©rations de sinus et/ou de polypes nasaux, la frĆ©quence de sinusite chronique et/ou de polypes nasaux n’ étaitent pas diffĆ©rents. En outre, nous avons observĆ©, que les personnes souffrant d’ asthme non contrĆ“lĆ© souffrent plus souvent de BPCO, de dĆ©pression et d’ obstruction laryngĆ©e inductible (26). Outre la description descriptive de notre population, nous voulions Ć©galement savoir si les facteurs sont aussi stables dans un modĆØle de prĆ©diction et quels sont les facteurs de probabilitĆ© qui augmentent un bon ou un mauvais contrĆ“le de l’ asthme. La prĆ©sence d’ une BPCO et Le nombre d’ exacerbations rĆ©duisent la probabilitĆ© d’ un bon contrĆ“le de l’ asthme (Odds Ratio < 1), alors que le traitement par anticorps monoclonaux augmente la probabilitĆ© que le contrĆ“le de l’ asthme soit bon (odds ratio >1) (Fig. 2)(26).

Les effets de l’ asthme sĆ©vĆØre

L’ asthme sĆ©vĆØre peut avoir un impact considĆ©rable sur la vie quotidienne des patients et peut limiter la santĆ© gĆ©nĆ©rale et la qualitĆ© de vie. L’ inflammation persistante des voies respiratoires entraĆ®ne une obstruction des voies respiratoires, ce qui entraĆ®ne une limitation.
de la fonction pulmonaire (27). L’ obstruction des voies respiratoires augmente le risque d’ exacerbations, ce qui entraĆ®ne des consĆ©quences nĆ©gatives Ć  diffĆ©rents niveaux, comme par exemple la qualitĆ© de vie ou le monde du travail (27-30). Les exacerbations sont dĆ©finies comme une aggravation aiguĆ« des symptĆ“mes de l’ asthme, qui nĆ©cessitent une prise en charge mĆ©dicale immĆ©diate. Pour les patients concernĆ©s comme pour les proches, les exacerbations rĆ©currentes reprĆ©sentent un grand stress et peuvent susciter des sentiments comme la peur ou l’ impuissance (29,31).

Les personnes souffrant d’ asthme sĆ©vĆØre, en particulier d’ asthme non contrĆ“lĆ© souffrent souvent de symptĆ“mes respiratoires persistants et sont dĆ©pendantes de corticostĆ©roĆÆdes par voie orale et inhalĆ©e. Ces symptĆ“mes entraĆ®nent souvent une rĆ©duction de la qualitĆ© de vie, du bien-ĆŖtre et/ou l’ apparition d’ une dĆ©pression, d’ anxiĆ©tĆ© et de frustration (30-32). La rĆ©duction de la rĆ©sistance physique peut entraĆ®ner un manque d’ activitĆ© physique ce qui peut mener en combinaison avec la mĆ©dication, en particulier les corticostĆ©roĆÆdes oraux, Ć  une prise de poids, qui peut avoir des consĆ©quences nĆ©gatives sur le contrĆ“le de l’ asthme, la morbiditĆ© et la mortalitĆ© (33).

L’ asthme sĆ©vĆØre n’ affecte pas seulement la vie et le quotidien des personnes concernĆ©es, mais constitue Ć©galement un facteur important du point de vue de l’ économie de la santĆ©.

L’ asthme sĆ©vĆØre est responsable de plus de 50 % des coĆ»ts mĆ©dicaux liĆ©s Ć  l’ asthme (2). Il s’ agit des coĆ»ts directs de la maladie, tels que par exemple les thĆ©rapies ou le recours Ć  des services de soins de santĆ© (p. ex. consultations mĆ©dicales, soins d’ urgence, etc. ou l’ hospitalisation), les coĆ»ts indirects (perte de productivitĆ©, incapacitĆ© de travail ou invaliditĆ©). et les coĆ»ts intangibles (rĆ©duction de la qualitĆ© de vie, fardeau des symptĆ“mes persistants) (2,10,34-36).

Il est important de mentionner que les effets de l’ asthme sĆ©vĆØre peuvent ĆŖtre minimisĆ©s avec un traitement appropriĆ©.

Le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre

Le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre est complexe et nĆ©cessite une approche thĆ©rapeutique holistique, avec pour objectif d’ obtenir un bon contrĆ“le des symptĆ“mes. De maniĆØre optimale le plan de traitement comprend non seulement la thĆ©rapie mĆ©dicamenteuse, mais aussi la technique d’ inhalation, l’ éducation des patients et la prĆ©vention. Pour les patients avec asthme sĆ©vĆØre, un plan de traitement individuel doit ĆŖtre Ć©laborĆ© en tenant compte des besoins des personnes concernĆ©es, mais aussi les facteurs de risque ou les influences environnementales.

Traitement mƩdicamenteux

En cas d’ asthme sĆ©vĆØre, le traitement doit ĆŖtre basĆ© sur les niveaux de traitement GINA 4 et 5 (Fig. 3) (1, 37). Le traitement par corticostĆ©roĆÆdes systĆ©miques doit toujours ĆŖtre aussi court que nĆ©cessaire (1, 11). La mĆ©dication de contrĆ“le adĆ©quate est principalement des corticostĆ©roĆÆdes inhalĆ©s (CSI) Ć  doses moyennes Ć  Ć©levĆ©es associĆ©s Ć  des β2-agonistes Ć  longue durĆ©e d’ action (LABA). En outre, les antagonistes des rĆ©cepteurs des leucotriĆØnes (LTRA) et les anticholinergiques Ć  longue durĆ©e d’ action sont recommandĆ©s (1, 11, 18, 38, 39).

Au niveau 5, il convient en outre d’ examiner si, pour le patient un traitement avec un anticorps monoclonal peut ĆŖtre envisagĆ©. Les examens visant Ć  dĆ©terminer si le patient(e) entre en ligne de compte pour cette thĆ©rapie est effectuĆ©e par un mĆ©decin spĆ©cialiste en pneumologie et se fait en fonction du tableau clinique, des comorbiditĆ©s et du phĆ©notype dominant. Actuellement, les anticorps monoclonaux suivants sont disponibles pour le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre: anti Immunoglobuline-E (omalizumab), anti Interleukine- 5/5R (benralizumab, mĆ©polizumab, reslizumab), anti Interleukine-4Rα (Dupilumab) ainsi que l’ anti-thymusstroma-
lymphopoïétine (TSLP) (tézépélumab) (1, 37).

Technique d’ inhalation

La meilleure mĆ©dication ne sert Ć  rien si elle n’ est pas administrĆ©e correctement, c’ est pourquoi, en plus d’ une mĆ©dication adĆ©quate la manipulation correcte, en particulier la technique d’ inhalation, est dĆ©cisive pour l’ efficacitĆ© de la mĆ©dication (1, 39). Les patients devraient ĆŖtre instruits par des spĆ©cialistes sur la maniĆØre d’ utiliser l’ inhalateur.
Cela doit Ć©galement ĆŖtre vĆ©rifiĆ© par le personnel spĆ©cialisĆ©, afin d’ identifier et de corriger les erreurs. Dans l’ idĆ©al, l’ instruction doit ĆŖtre rĆ©pĆ©tĆ©e de temps en temps, si des dĆ©ficits dans la manipulation de la mĆ©dication sont identifiĆ©s ou qu’ un nouvel inhalateur est utilisĆ© (1, 37, 40, 41).

Ɖducation des patients

Les patients devraient connaĆ®tre et Ć©valuer les facteurs qui peuvent aggraver les symptĆ“mes de l’ asthme. Il s’ agit par exemple des allergĆØnes ou des stimuli environnementaux comme la fumĆ©e de tabac, les odeurs fortes, la pollution de l’ air ou encore les conditions mĆ©tĆ©orologiques (p. ex. orages en cas de forte quantitĆ© de pollen) (1, 31, 42). La connaissance des symptĆ“mes et leur traitement sont Ć©galement essentiels. Un moyen appropriĆ© est un plan d’ urgence de l’ asthme et/ou un journal de bord de l’ asthme. La Ligue pulmonaire suisse met gratuitement Ć  disposition de nombreuses informations, des brochures et des vidĆ©os d’ apprentissage sur son site Internet (43).

Mesures prĆ©ventives dans le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre

Comme dĆ©crit plus haut, il existe diffĆ©rents facteurs, qui peuvent avoir une influence sur le contrĆ“le de l’ asthme, ou qui sont plus frĆ©quents chez les personnes dont l’ asthme est mal contrĆ“lĆ© que chez les personnes dont l’ asthme est bien contrĆ“lĆ©. Tous les facteurs ne peuvent pas ĆŖtre directement influenƧables par le patient, mais certains le sont, comme par exemple le poids. Par consĆ©quent, les personnes souffrant d’ asthme sĆ©vĆØre doivent adopter un mode de vie sain, s’ efforcer de pratiquer des activitĆ©s sportives, de contrĆ“ler leur poids, la gestion du stress et l’ arrĆŖt du tabac (44-47). Il convient Ć©galement de prendre en compte les comorbiditĆ©s dans le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre, afin d’ éviter les situations qui peuvent avoir un impact nĆ©gatif sur l’ évolution (48). Les vaccinations font Ć©galement partie des mesures prĆ©ventives. Le mĆ©decin traitant devrait donc examiner le certificat de vaccination de ses patients et contribuer Ć  ce que les vaccins sont Ć  jour et conformes aux recommandations actuelles. Il s’ agit notamment de la vaccination contre la grippe saisonniĆØre, mais aussi l’ immunisation contre les pneumocoques (49-52).

Cet article est une traduction de Ā«der informierte arzt – die informierte ­ärztinĀ« 03_2024.

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Fabienne Jaun, MSc Public Health

UniversitƤres Zentrum Innere Medizin,
Kantonsspital Baselland
Rheinstrasse 26
4410 Liestal

les auteurs n’ ont pas dĆ©clarĆ© de conflits d’ intĆ©rĆŖts en contexte avec cet article.

ā—† L’ asthme n’ est pas synonyme d’ asthme sĆ©vĆØre, et l’ asthme sĆ©vĆØre peut se manifester diffĆ©remment selon les personnes. Il faut notamment exclure un Ā«asthme difficile Ć  traiterĀ».
ā—† Le traitement de l’ asthme sĆ©vĆØre doit ĆŖtre conforme aux directives GINA actuelles, mais ne devrait pas se limiter Ć  la thĆ©rapie mĆ©dicamenteuse, mais aussi Ć  une Ć©ducation des patients et Ć  inclure des mesures prĆ©ventives.
◆ Chez les patients en surpoids, il convient de mettre en place des mesures de réduction du poids.
ā—† Les personnes souffrant d’ asthme sĆ©vĆØre devraient mettre en place avec leur mĆ©decin traitant un plan d’ action pour l’ asthme, dans lequel la mĆ©dication d’ urgence et les mesures d’ urgence sont dĆ©finies. En outre, elles doivent connaĆ®tre les facteurs qui peuvent dĆ©clencher l’ asthme et les combattre prĆ©ventivement.

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Traitement de l’ ostĆ©oporose

L’ ostĆ©oporose est frĆ©quente et nĆ©cessite un traitement mĆ©dicamenteux spĆ©cifique en fonction du risque de fracture estimĆ©. Des mĆ©dicaments avec des puissances et de mode d’ action diffĆ©rents (antirĆ©sorptif ou ostĆ©oanabolisant) sont disponibles. Le choix de la substance devrait ĆŖtre basĆ© sur le risque initial de fracture. La nature chronique de la maladie d’ une part et les caractĆ©ristiques pharmacologiques des mĆ©dicaments disponibles d’ autre part imposent en gĆ©nĆ©ral une stratĆ©gie de traitement sĆ©quentiel. Cet article a pour but de fournir des informations sur les substances actuellement utilisĆ©s afin de faciliter la mise en œuvre appropriĆ©e d’ un traitement mĆ©dicamenteux anti-ostĆ©oporotique.

Osteoporosis is common and requires specific drug therapy dependent on the estimated fracture risk. Medications with differing potency and mode of action (antiresorptive or osteoanabolic) are available. The choice of the substance should be based on the initial fracture risk. Due to the chronic nature of the disease on the one hand and the pharmacological characteristics of the available drugs on the other, a sequential treatment strategy is usually necessary. This article aims to provide knowledge about the substances actually available in order to facilitate the appropriate implementation of an anti-osteoporotic drug therapy.
Key Words: estimated fracture risk, major osteoporotic fracture, antiresorptive drugs, osteoanabolic drugs, sequential therapy

En 2019, environ 524 000 patients Ć©taient atteints d’ ostĆ©oporose en Suisse, dont prĆØs de 80 % de femmes. Les chiffres les plus impressionnants sont 82’ 000 nouvelles fractures qui y sont liĆ©es, ce qui correspond Ć  9.4 fractures par heure! La Suisse est en outre en tĆŖte en Europe en ce qui concerne les coĆ»ts liĆ©s aux fractures ostĆ©oporotiques (env. 3.4 milliards d’ euros sur un total de 74.9 milliards) (1). MalgrĆ© l’ augmentation des possibilitĆ©s de traitements mĆ©dicamenteux ces derniĆØres annĆ©es, un pourcentage considĆ©rable de patient/es avec ostĆ©oporose dĆ©passant le risque fracturaire n’est encore pas traitĆ© (2).

Indication au traitement

L’ indication d’ un traitement contre l’ ostĆ©oporose est aujourd’ hui posĆ©e sur la base d’ une estimation du risque de fracture. L’ estimation se fait par l’ introduction dans un calculateur (p. ex. FRAX de l’ OMS ou Ā«Osteoporose-PlattformĀ», TOP), des facteurs de risque Ć  interroger (tab. 1) et du T-score le plus bas au niveau de la colonne vertĆ©brale, de l’ ensemble de la hanche ou du col du fĆ©mur aprĆØs la mesure DXA.

Ce qui importe en premier lieu pour l’ indication au traitement est le risque estimĆ© d’ une fracture ostĆ©oporotique majeure (en anglais Ā«major osteoporotic fractureĀ» (MOF), c.-Ć -d. fracture vertĆ©brale, de la hanche, de l’ humĆ©rus proximal ou du radius distal. Un seuil d’ intervention adaptĆ© Ć  l’ âge, tel qu’ il a Ć©tĆ© dĆ©fini par l’ Association suisse contre l’  ostĆ©oporose (ASCO) (fig. 1), est controversĆ© par rapport Ć  un seuil d’ intervention fixe (p. ex. risque Ć  10 ans de 20–25 %). Pour la prophylaxie en cas de traitement systĆ©mique par glucocorticoĆÆdes ou hormono-ablatif, il convient de suivre des recommandations spĆ©cifiques qui, pour des raisons de taille, ne sont pas traitĆ©es dans cet article.

Un traitement de première ligne différent selon le risque initial

En 2020, l’ ASCO a publiĆ© des recommandations de traitement (3), basĆ©es sur une stratification par groupes de risque basĆ©e sur des critĆØres prĆ©cis (fig. 2). En cas de risque faible (ostĆ©opĆ©nie densitomĆ©trique sans autres facteurs de risque) ou Ć  risque modĆ©rĆ© (ostĆ©oporose densitomĆ©trique, risque de fracture infĆ©rieur au seuil), la prĆ©vention par substitution hormonale Ć  cĆ“tĆ© d’ un apport suffisant en calcium et en vitamine D est gĆ©nĆ©ralement recommandĆ©e. La prĆ©vention avec des modulateurs sĆ©lectifs des rĆ©cepteurs d’ œstrogĆØnes (SERM) ou, en option, des bisphosphonates oraux sont au premier plan. Il est indispensable d’ avoir recours Ć  un traitement spĆ©cifique des os en cas de risque Ć©levĆ© (risque supĆ©rieur ou Ć©gal au seuil d’ intervention), trĆØs Ć©levĆ© (risque 20% au-dessus du seuil d’ intervention) ou risque de fracture imminent. Ce dernier est prĆ©sent lorsque, chez les patients de plus de 65 ans, une MOF est survenue au cours des derniĆØres 2 annĆ©es (3). Comme le montre la figure 2, en cas de fracture ostĆ©oporotique prĆ©valente, des recommandations concrĆØtes pour le traitement de premiĆØre ligne sont faites: le tĆ©riparatide en cas de fracture vertĆ©brale, zolĆ©dronate en cas de fracture de la hanche et le romosozumab pour les autres MOF. Ces recommandations se basent sur l’ évidence que les mĆ©dicaments correspondants ont une efficacitĆ© bonne, voire supĆ©rieure Ć  celle des bisphosphonates oraux dans ces situations prĆ©cises (4, 5, 6). En outre, la raison d’ être de l’ utilisation en premiĆØre ligne de la tĆ©riparatide (ou du romosozumab) est la suivante: L’ augmentation de la densitĆ© obtenue sous traitement ostĆ©oanabolisant est plus Ć©levĆ©e sans traitement anti-rĆ©sorptif prĆ©alable. Il convient toutefois de noter que les limites de prise en charge des diffĆ©rents mĆ©dicaments en Suisse ne concordent pas toujours avec les recommandations de l’ ASCO (Association Suisse contre l’ Osteoporose).

Les mƩdicaments (voir aussi tableau 2)

MƩdicaments anti-rƩsorptifs

Les bisphosphonates ont un effet antirĆ©sorptif par inhibition des ostĆ©oclastes et sont utilisĆ©s depuis environ 30 ans dans le traitement de l’ ostĆ©oporose. Les prĆ©parations courantes sont prĆ©sentĆ©es dans le tableau 2. En raison de leur mode d’ action par fixation Ć  la surface de l’ os, l’ effet antirĆ©sorptif persiste mĆŖme aprĆØs l’ arrĆŖt/la fin du traitement, ce qui distingue les bisphosphonates de tous les autres mĆ©dicaments contre l’ ostĆ©oporose. Cet effet nommĆ© Ā«Tail EffectĀ» est le plus prononcĆ© avec le zolĆ©dronate. Des effets secondaires rares sont des ostĆ©onĆ©croses de la mĆ¢choire et des fractures atypiques du fĆ©mur (= sous-trochantĆ©riennes), le risque augmentant avec la durĆ©e du traitement. En consĆ©quence, aprĆØs 3 Ć  5 ans de traitement par bisphosphonates une pause doit ĆŖtre considĆ©rĆ©e, d’ autant plus que la densitĆ© osseuse n’ augmente normalement pas davantage aprĆØs cette pĆ©riode de traitement, malgrĆ© la poursuite de celui-ci (7). Les bisphosphonates sont contre-indiquĆ©s en cas de grossesse/d’ allaitement et d’ insuffisance rĆ©nale (DFG<35 ml/min). Le dĆ©nosumab (ProliaĀ®) est un anticorps monoclonal entiĆØrement humain contre le ligand RANK et agit via l’ inhibition des ostĆ©oclastes. Contrairement aux bisphosphonates la thĆ©rapie ne montre pas de plateau de l’ augmentation de la densitĆ© osseuse aprĆØs 10 ans d’ utilisation (8). Toutefois, aprĆØs l’ arrĆŖt ou suite Ć  un retard dans l’ utilisation, une rĆ©sorption osseuse excessive se produit immĆ©diatement (Ā«effet rebondĀ»), qui s’accompagne d’ un risque accru de survenue de multiples fractures vertĆ©brales (9). Le dĆ©nosumab convient donc en premier lieu pour un traitement Ć  long terme et ne doit en aucun cas ĆŖtre interrompu ou ĆŖtre administrĆ© avec du retard sans traitement de suivi. Les donnĆ©es disponibles pour l’ utilisation sĆ»re Ć  long terme du dĆ©nosumab se limitant Ć  10 ans (8), l’ indication doit ĆŖtre posĆ©e avec rĆ©serve chez les personnes plus jeunes. Si l’ arrĆŖt du dĆ©nosumab s’ avĆ©rait nĆ©cessaire, le zolĆ©dronate, en particulier, s’ est avĆ©rĆ© efficace comme traitement de suivi en raison de sa puissance antirĆ©sorptive. Cela permet de rĆ©duire le rebond, mais pas de l’ empĆŖcher complĆØtement. En ce qui concerne la mise en œuvre optimale de la thĆ©rapie de suivi les donnĆ©es disponibles sont encore insuffisantes. Tant pour les bisphosphonates que pour le denosumab, avant l’ initiation du traitement, une hypocalcĆ©mie ainsi qu’une carence importante en vitamine D doivent ĆŖtre exclues. En outre, pour rĆ©duire le risque d’ ostĆ©onĆ©crose de la mĆ¢choire, il faut veiller Ć  une bonne hygiĆØne dentaire; les interventions chirurgicales sur l’ os de la mĆ¢choire (extraction de dent, implant) doivent ĆŖtre Ć©vitĆ©es autant que possible sous traitement Ć©tabli.

Anabolisants osseux

Le tĆ©riparatide est une forme recombinante de l’ hormone parathyroĆÆdienne humaine. Il agit par la stimulation de la prolifĆ©ration et de la diffĆ©renciation des ostĆ©oblastes. Une garantie de prise en charge des coĆ»ts par la caisse d’ assurance maladie est nĆ©cessaire avant l’ utilisation. La durĆ©e du traitement est limitĆ©e Ć  24 mois. La prĆ©paration doit ĆŖtre injectĆ©e quotidiennement par voie sous-cutanĆ©e. En plus de la prĆ©paration originale ForsteoĀ®, il existe dĆ©sormais de divers biosimilaires (moins chers). Le teriparatide est entre autres contre-indiquĆ© en cas de maladies osseuses malignes ou d’ une radiothĆ©rapie antĆ©rieure du squelette. Une fois le tĆ©riparatide terminĆ©, il est nĆ©cessaire d’ enchaĆ®ner avec un traitement ultĆ©rieur anti-resorptif de suivi, car l’ augmentation de la densitĆ© obtenue se perdra sinon totalement.

Le romosozumab (EvenityĀ®) est un anticorps humanisĆ© contre la sclĆ©rostine et constitue la deuxiĆØme substance Ć  action anabolisante sur l’ os autorisĆ©e en Suisse. Outre l’ effet de formation osseuse, il existe aussi un effet antirĆ©sorptif. Ce double mĆ©canisme d’ action distingue la substance de tous les autres mĆ©dicaments Ć  effet osseux autorisĆ©s. Le traitement se fait par des injections sous-cutanĆ©es mensuelles, sa durĆ©e est limitĆ©e Ć  un an. Pour le romosozumab Ć©galement, une garantie de prise en charge par la caisse maladie est nĆ©cessaire. La substance n’ est autorisĆ©e que pour les femmes postmĆ©nopausĆ©es et est contre-indiquĆ©e en cas d’ antĆ©cĆ©dents d’ infarctus du myocarde ou d’ accident vasculaire cĆ©rĆ©bral. De mĆŖme, la densitĆ© osseuse obtenue sous romosozumab se perd Ć  la fin du traitement, Ć  moins qu’ un traitement antirĆ©sorptif ne soit administrĆ© par la suite.

ThƩrapie sƩquentielle

Des propriĆ©tĆ©s des mĆ©dicaments mentionnĆ©s rĆ©sulte que dans le traitement Ć  long terme de l’ ostĆ©oporose, une stratĆ©gie de traitement sĆ©quentiel est souvent inĆ©vitable. Voici deux casuistiques exemplaires. Dans le deuxiĆØme cas, en plus, la possibilitĆ© d’ un traitement combinĆ© est evoquĆ©e.

Cas 1: Une femme de 62 ans, postmĆ©nopausĆ©e, en bonne santĆ© sur le plan mĆ©dical, avec une fracture rĆ©cente de L1 et un score dans la DXA de –4.4 DS au rachis lombaire et de –3.3 DS au col du fĆ©mur est mise, en raison d‘ un risque imminent de fracture, sous un traitement ostĆ©oformateur de premiĆØre ligne par romosozumab. AprĆØs 1 an de traitement, le T-score est de –2.9 SD Ć  la colonne vertĆ©brale et au col du fĆ©mur; aucune nouvelle fracture n’ est apparue. En raison de l’ espĆ©rance de vie de la patiente de plus de 10 ans, il est dĆ©cidĆ© d’ effectuer un traitement de suivi avec un bisphophonate pour 3 Ć  5 ans. Ɖtant donnĆ© qu’ à l’ issue du traitement de suivi, la patiente aura toujours moins de 70 ans, une nouvelle indication de traitement sera sans doute Ć  s’attendre plus tard dans la vie de la patiente.

Cas 2: une patiente Ć¢gĆ©e de 83 ans, en bonne santĆ©, subit une fracture du sacrum aprĆØs une chute de sa hauteur. Dans la DXA le T-score de la colonne vertĆ©brale n’ est pas interprĆ©table en raison des altĆ©rations dĆ©gĆ©nĆ©ratives, celui de la hanche entiĆØre est de –1.3 DS et de –1.6 DS au col du fĆ©mur. Dans cette constellation, les conditions de prise en charge ne sont remplies ni pour le tĆ©riparatide ni pour le romoszumab. Ainsi comme traitement de premiĆØre ligne restent un bisphosphonate ou le dĆ©nosumab. Dans le cas prĆ©sent, en raison de l’ âge > 80, le choix s’ est portĆ© sur un traitement par dĆ©nosumab.

AprĆØs 4 ans de traitement par le dĆ©nosumab, la patiente prĆ©sente une fracture spontanĆ©e de la 11e vertĆØbre thoracique, raison pour laquelle les options d’ une escalade thĆ©rapeutique doivent ĆŖtre examinĆ©es. Le passage Ć  un bisphosphonate ne serait pas une escalade en termes de puissance d’ action, d’ autant plus que le rebond aprĆØs l’ arrĆŖt du dĆ©nosumab n’ est gĆ©nĆ©ralement qu’ incomplĆØtement Ć©vitĆ© par un bisphosphonate. En cas de passage du dĆ©nosumab au tĆ©riparatide un phĆ©nomĆØne de rebond prononcĆ© a Ć©tĆ© dĆ©crit, de sorte que cette sĆ©quence est par principe Ć  Ć©viter (10). En ce qui concerne la sĆ©quence dĆ©nosumab suivi de romosozumab les donnĆ©es disponibles sont insuffisantes. Dans le cas prĆ©sent, l’ option la plus efficace est la combinaison de dĆ©nosumab avec le tĆ©riparatide (10) pendant 2 ans, avec poursuite de la thĆ©rapie au dĆ©nosumab jusqu’ à la fin de la vie.

L’ auteur a publiĆ© cet article en allemand dans « der informierte arzt – die informierte ƤrztinĀ» 02_2024, la traduction en franƧais a Ć©tĆ© rĆ©alisĆ©e par les Ć©diteurs. L’ auteur n’ assume aucune responsabilitĆ© pour les modifications dues Ć  une traduction.

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Dr Gernot Schmid

MƩdecin responsable en rhumatologie de
l’ Hopital Cantonal de Lucerne
Co-prƩsident de plateforme ostƩoporose
Spitalstrasse
6000 Luzern

L’ auteur ne prĆ©sente aucun conflit d’ intĆ©rĆŖt avec le sujet prĆ©sentĆ© dans cet article.

ā—† L’ indication de traitement de l’ ostĆ©oporose est basĆ©e sur le risque de fracture, calculĆ© Ć  partir du T-score le plus bas dans la DXA (colonne lombaire, de la hanche et du col du fĆ©mur) et les facteurs de risque recensĆ©s, en utilisant un calculateur de risque.
ā—† Plusieurs mĆ©dicaments Ć  effet osseux sont disponibles qui se distinguent non seulement par leur mode d’ action, mais aussi par leur puissance d’ action.
ā—† Lors du choix du mĆ©dicament, il convient de tenir compte du risque initial estimĆ©, sachant qu’ en cas de risque trĆØs Ć©levĆ©/imminent, l’ utilisation de premiĆØre ligne d’ ostĆ©oanabolisants devrait ĆŖtre envisagĆ©e.
ā—† Le traitement Ć  long terme de l’ ostĆ©oporose nĆ©cessite souvent une stratĆ©gie de traitement sĆ©quentielle.

1.  Kanis JA, Norton N, Harvey NC, Jacobson T, Johansson H, Lorentzon M, McCloskey EV, Willers C, Borgstrƶm F. SCOPE 2021: a new scorecard for osteoporosis in Europe. Arch Osteoporos. 2021 Jun 2;16(1):82.
2. Lippuner K, Moghadam BY, Schwab P. The osteoporosis treatment gap in Switzerland between 1998 and 2018. Arch Osteoporos. 2023 Jan 18;18(1):20.
3. Ferrari S, Lippuner K, Lamy O, Meier C. 2020 recommendations for osteoporosis treatment according to fracture risk from the Swiss Association against Osteoporosis (SVGO). Swiss Med Wkly. 2020 Sep 29;150:w20352.
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10. Leder BZ, Tsai JN, Uihlein AV, Wallace PM, Lee H, Neer RM, Burnett-Bowie SA. Denosumab and teriparatide transitions in postmenopausal osteoporosis (the DATA-Switch study): extension of a randomised controlled trial. Lancet. 2015 Sep 19;386(9999):1147-55.

La perforation de la cloison nasale – quand Ƨa siffle dans le nez

PrƩsentation de cas

Un plĆ¢trier de 49 ans, qui gĆØre sa propre entreprise et qui est constamment pressĆ© par le temps et se prĆ©sente Ć  votre consultation parce que depuis longtemps, il a de plus en plus de mal Ć  respirer par le nez. De plus, il doit rĆ©guliĆØrement se moucher pour enlever de grosses croĆ»tes, parfois sanguinolentes. Actuellement, ce qui le dĆ©range le plus, cā€™ā€Šest quā€™ā€Šen buvant, il doit Ć  chaque fois obturer son palais avec un morceau de chewing-gum, sinon le liquide sā€™ā€ŠĆ©coule dans son nez …
AntĆ©cĆ©dents personnels: septoplastie nasale il y a 25 ans. Reflux gastro-œsophagien. Pas dā€™ā€Šallergies connues. Fume ½ – 1 paquet de cigarettes par jour depuis de nombreuses annĆ©es.
MƩdicaments: pantoprazole 40 mg le matin.
ParamĆØtres vitaux: TA 162/97, pouls 84, rĆ©gulier. SO2 92 %, tempĆ©rature 36,2 °C.
Ɖtat clinique: la rhinoscopie antĆ©rieure montre des croĆ»tes muqueuses sanguinolentes de tous les cĆ“tĆ©s et une Ć©norme perforation de la cloison nasale qui se perd en profondeur. En direction du sinus maxillaire droit, on constate un dĆ©faut avec des conditions trĆØs confuses. Dans la cavitĆ© buccale, on constate une perforation au niveau du palais droit contre le nez.
Lā€™ā€Šinspection du tĆ©gument rĆ©vĆØle un ulcĆØre cutanĆ© dā€™ā€Šenviron 4 cm de diamĆØtre dans le dos, que le patient nā€™ā€Ša pas remarquĆ©.

Questions
1. Quelle est la cause prƩsumƩe de la perforation de la cloison nasale ?
A. Postopératoire après septoplastie
B. Mécanique après des manipulations régulières
C. Granulomatose
D. Post-infectieuse

RĆ©ponse : La bonne rĆ©ponse est C. Les causes les plus frĆ©quentes dā€™ā€Šune
perforation du plancher nasal sont dā€™ā€Šune part la manipulation constante du doigt dans le nez, cā€™ā€Šest-Ć -dire la Ā«rumination nasaleĀ», dā€™ā€Šā€Šautre part, postopĆ©ratoire aprĆØs une septoplastie nasale. Lā€™ā€ŠanamnĆØse, avec la prĆ©sence rĆ©guliĆØre de lā€™ā€ŠĆ©coulement de croĆ»tes sanguinolentes et lā€™ā€Šexamen clinique avec des muqueuses nasales recouvertes de croĆ»tes sanguinolentes en plus de la perforation du septum et du palais plaident cependant dans cette situation en faveur dā€™ā€Šune maladie systĆ©mique telle quā€™ā€Šune granulomatose.

2.  Quelles sont les mesures diagnostiques que vous prenez?
A. Orientation vers un spƩcialiste ORL pour une biopsie.
B. ComplĆ©ter lā€™ā€ŠanamnĆØse
C. TomodensitomƩtrie du nez et des sinus
D. Laboratoire: ANCA

RĆ©ponse: Toutes les rĆ©ponses sont correctes. Par lā€™ā€ŠanamnĆØse complĆ©mentaire vous apprenez, en posant des questions plus prĆ©cises, que le patient consomme rĆ©guliĆØrement de la cocaĆÆne. En cas de suspicion de granulomatose, vous demanderez, lors des examens de laboratoire, de dĆ©terminer, entre autres, le taux dā€™ā€ŠANCA. Comme les rapports dans le nez sont trĆØs confus et quā€™ā€Šil existe de grandes destructions, vous demandez une imagerie, qui peut inclure un scanner; une IRM serait aussi possible. Pour prĆ©lever des biopsies muqueuses ciblĆ©es sous contrĆ“le endoscopique en anĆ©sthesie topique, vous adressez le patient Ć  un spĆ©cialiste ORL avec lequel vous travaillez rĆ©guliĆØrement.

Dix jours plus tard, le patient vient vous voir comme prĆ©vu pour discuter des rĆ©sultats. Vous lui expliquez le rĆ©sultat de la radiologie et lā€™ā€Šinforme des rĆ©sultats de laboratoire. Ici, les c-ANCA positifs sautent aux yeux. Lā€™ā€Šhistologie montre une inflammation chronique avec granulomes.

3. Quel est le diagnostic le plus probable?
A. SarcoĆÆdose
B. Granulomatose avec polyangƩite
C. Vascularite induite par la cocaïne et associée aux ANCA
D. AdĆ©nocarcinome des sinus en cas dā€™ā€Šabus de nicotine

RĆ©ponse : La rĆ©ponse correcte est la rĆ©ponse C. En cas dā€™ā€Šabus rĆ©gulier de cocaĆÆne, une vascularite induite par la cocaĆÆne et associĆ©e aux ANCA est la plus probable (appelĆ©e „cocaine induced midline destructive lesion“).

Discussion

Le diagnostic diffƩrentiel des lƩsions destructrices de la ligne mƩdiane dans le nez est prƩsentƩ dans ce tableau :

Chez notre patient, qui consomme rĆ©guliĆØrement de la cocaĆÆne, il sā€™ā€Šagit dā€™ā€Šune cause toxique de ces destructions Ć©tendues dans le nez, du sinus maxillaire et du palais. Comme le montrent des Ć©tudes rĆ©centes sur les eaux usĆ©es en Suisse, la consommation de cocaĆÆne est trĆØs rĆ©pandue et doit faire lā€™ā€Šobjet dā€™ā€Šune enquĆŖte ciblĆ©e en cas de lĆ©sions dans le nez. Dā€™ā€Šune part, la cocaĆÆne provoque elle-mĆŖme une vascularite associĆ©e aux ANCA qui est souvent difficile de distinguer dā€™ā€Šune granulomatose avec polyangĆ©ite. En effet, les deux prĆ©sentent en laboratoire des c-ANCA positifs. Dans ce cas, outre lā€™ā€ŠanamnĆØse, la dĆ©termination des anticorps anti-Ć©lastase peut aider. Dā€™ā€Šautre part, la cocaĆÆne est souvent coupĆ©e avec du lĆ©vimasol. Le lĆ©vamisole est un anthelminthique, utilisĆ© en mĆ©decine vĆ©tĆ©rinaire. Il a en outre un effet immunomodulateur et est censĆ© avoir Ć©galement un lĆ©ger effet euphorisant. Comme effet secondaire, il peut provoquer des nĆ©croses de la peau et des muqueuses. Ainsi, notre patient prĆ©sente Ć©galement, en plus des rĆ©sultats impressionnants dans le nez, une nĆ©crose de la peau dans le dos.

Traduction de Ā«der informierte arzt – die informierte ƤrztinĀ» 01_2024

Copyright chez Aerzteverlag medinfo AG

Dr Christoph Schlegel-Wagner

HƓpital cantonal de Lucerne
Clinique dā€™ā€Šoto-rhino-laryngologie,
Chirurgie de lā€™ā€Šoreille et du visage (ORL)
Spitalstrasse
6000 Luzern 16

christoph.schlegel@luks.ch

lā€™ā€Šauteur nā€™ā€Ša pas dĆ©clarĆ© de conflits dā€™ā€ŠintĆ©rĆŖt en rapport avec cet article.

RĆ©fĆ©rences chez lā€™ā€Šauteur