Nebenwirkungen von Onkologika bei Ƥlteren Patienten

Krebs ist eine Erkrankung des Alters: Etwa 50 % der neuen KrebsfƤlle treten bei Menschen im Alter von 65 Jahren oder Ƥlter auf, und diese Zahl wird bis 2030 voraussichtlich auf 58 % ansteigen. Die Chemotherapie ist neben neuen Therapien wie der Immuntherapie und den zielgerichteten Therapien nach wie vor ein Standardbestandteil der Krebsbehandlung. Allerdings haben Ƥltere Patienten im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen ein erhƶhtes Risiko für Chemotherapie-induzierte ToxizitƤten. Verschiedene pharmakologische Parameter müssen bei der onkologischen Behandlung Ƥlterer Patienten berücksichtigt werden. Die Beurteilung altersbedingter VerƤnderungen durch eine geriatrische Untersuchung ist vor Beginn einer Chemotherapie sehr wichtig. Mehrere Studien haben gezeigt, dass mit Hilfe von geriatrischen Assessment-Variablen Ƥltere Erwachsene identifiziert werden kƶnnen, bei denen das Risiko einer schweren ToxizitƤt durch die Chemotherapie am hƶchsten ist. Orale onkologische Therapien haben mehrere Vorteile. Sie haben jedoch auch Nachteile, insbesondere bei Ƥlteren Patienten, die zu einer geringeren Wirksamkeit oder einem früheren Therapieabbruch führen kƶnnen. Trotz der physiologischen PhƤnomene der Immunoseneszenz und der Entzündungsreaktionen zeigen die Daten, die hauptsƤchlich aus Subgruppenanalysen von Metaanalysen stammen, dass die Immuntherapie auch bei Ƥlteren Patienten tendenziell wirksam und gut vertrƤglich ist.

Cancer is a disease of old age with approximately 50% of new cancer cases occurring in humans aged 65 years and older and this number is expected to rise to 58% by 2030. Chemotherapy remains a standard part of cancer treatment, alongside new therapies such as immunotherapy and targeted therapies. However, older patients are at increased risk of chemotherapy-induced toxicity compared to younger adults. Various pharmacological parameters must be taken into account in the oncological treatment of older patients. Assessing age-related conditions that affect tolerability with geriatric evaluation is very important when planning chemotherapy. Several studies have shown that geriatric assessment variables can be used to identify older adults who are most at risk of severe toxicity from chemotherapy. Oral oncological therapies present several advantages. However, they also contain disadvantages, especially in older patients, which can lead to poorer efficiency or earlier discontinuation of therapy. Despite the physiological phenomena of immunosenescence and inflammaging, the data, mainly coming from subgroup analysis of meta-analyses, tends to show that immunotherapy is effective and well-tolerated even in older patients.
Key Words: Cancer treatment, Chemotherapy toxicity, Geriatric assessment, Immunotherapy

Krebs ist eine Erkrankung des hƶheren Lebensalters, wobei etwa 50 % der neuen KrebsfƤlle bei Menschen im Alter von 65 Jahren oder Ƥlter auftreten und diese Zahl bis 2030 voraussichtlich auf 58 % ansteigen wird (1). Obwohl die meisten Krebserkrankungen bei Ƥlteren Menschen auftreten, werden neue Krebsmedikamente hauptsƤchlich auf der Grundlage von Daten zugelassen, die an jüngeren Menschen oder an einer Auswahl gesunder Ƥlterer Menschen ohne KomorbiditƤten oder geriatrische BeeintrƤchtigungen untersucht wurden.

Die Chemotherapie ist neben neuen Therapien wie der Immuntherapie und den zielgerichteten Therapien nach wie vor ein Standardbestandteil der Krebsbehandlung. Ƅltere Patienten haben jedoch im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen ein hƶheres Risiko für Chemotherapie-induzierte ToxizitƤt (2). Darüber hinaus wird Ƥlteren Erwachsenen seltener eine Chemotherapie angeboten, da es Bedenken hinsichtlich ihrer FƤhigkeit, die Behandlung zu überstehen, gibt (3). Wichtig ist, dass sich die Pharmakologie von Krebsmedikamenten bei jüngeren und Ƥlteren Menschen aufgrund von VerƤnderungen in der Zusammensetzung der Kƶrperflüssigkeiten, im Leberstoffwechsel, in der renalen und hepatischen Ausscheidung und in der Pharmakodynamik unterscheiden kann (4).

Pharmakokinetik bei Ƥlteren Leuten

Bei der onkologischen Behandlung älterer Patienten müssen verschiedene pharmakologische Parameter berücksichtigt werden. Die nachfolgend aufgeführten Parameter können einen Einfluss auf die onkologische Therapie haben (5):

• Orale Absorption
• Verteilungsvolumen
• Kƶrperzusammensetzung
• Serum Albumin
• Hemoglobin
• Lebermetabolismus
• Renale Ausscheidung
• BiliƤre Ausscheidung
• Medikamentƶse Interaktionen
• Pharmakodynamik auf die zellulƤre Ebene

Bis zum Alter von 85 Jahren kommt es in der Regel zu einer allmƤhlichen Zunahme des Kƶrperfetts und zu einer Abnahme des Kƶrperwassers. Man schƤtzt, dass zwischen dem 25. und 75. Lebensjahr der Fettgehalt von 15 % auf 30 % des Kƶrpergewichts ansteigt und der intrazellulƤre Wassergehalt von 42 % auf 33 % abnimmt (4). Diese VerƤnderungen führen dazu, dass das Verteilungsvolumen von wasserlƶslichen Arzneimitteln wie Anthrazyklinen abnimmt und das Verteilungsvolumen von fettlƶslichen Verbindungen wie Carmustin (BCNU) zunimmt. Auch die Leberfunktion verƤndert sich mit zunehmendem Alter: Es wurde über eine Abnahme der Lebergrƶsse (um 18-44 %), des Blutflusses, der Albuminproduktion und der CYP-Funktion berichtet. Aufgrund der glomerulƤren VerƤnderungen ist die verminderte renale Elimination die am besten vorhersagbare pharmakokinetische VerƤnderung. Die Filtrationsrate (GFR) nimmt ab dem 40. Lebensjahr mit zunehmendem Alter kontinuierlich um etwa 1 ml/min pro Jahr ab (Tab. 1).

Geriatrische Evaluation

Das chronologische Alter allein reicht nicht aus, um die VertrƤglichkeit einer Therapie vorherzusagen (6).
Das geriatrische Assessment (GA) verwendet validierte Instrumente zur Beurteilung altersbedingter Erkrankungen, einschliesslich Funktion, körperlicher Leistungsfähigkeit (z. B. Mobilität), Komorbiditäten, Medikamente, Kognition, Ernährungszustand, psychischer Status und soziale Unterstützung.

• Funktion: AktivitƤten des tƤglichen Lebens (ADL) und instrumentelle ADL (IADL)
• KomorbiditƤt: aktualisierter Charlson-Ā­KomorbiditƤtsindex
• MobilitƤt: Timed Up and Go
• Kognition: Mini-Cog
• ErnƤhrung: Gewichtsverlust und Body-Mass-Index
• Stimmung: kurze geriatrische Depressionsskala
• soziale Unterstützung: Alleinleben versus Unterstützung zu Hause.

In den USA hat sich die Alliance for Clinical Trials in Oncology (Allianz für klinische Studien in der Onkologie) für eine standardisierte geriatrische Beurteilung in Therapiestudien mit Ƥlteren Erwachsenen eingesetzt (7). In klinischen Therapiestudien hat sich gezeigt, dass die GA das VerstƤndnis der VertrƤglichkeit durch 1. eine bessere Charakterisierung der Studienstichprobe über das Alter hinaus verbessert, 2. eine genauere Identifizierung von Faktoren, die mit einer schlechten VertrƤglichkeit in Zusammenhang stehen, ermƶglicht, 3. die Integration in Randomisierungen zur Unterstützung von Behandlungsentscheidungen sowie 4. die Beurteilung der Auswirkungen der Behandlung auf für Ƥltere Erwachsene wichtige Ergebnisse verbessert. Im Zeitraum von 2000 bis 2017 beinhalteten nur 41,5 % der 41 Phase-II-III-Studien mit systemischen Therapien, an denen ausschliesslich Ƥltere Erwachsene mit Krebs teilnahmen, eine Bewertung von KomorbiditƤt oder Gebrechlichkeit, und nur 36,6 % berücksichtigten TodesfƤlle aus anderen Gründen.

Chemotherapie-ToxizitƤt PrƤdiktoren

Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von GA-Variablen es ermƶglicht, Ƥltere Erwachsene zu identifizieren, bei denen das Risiko einer schweren ToxizitƤt durch Chemotherapie am hƶchsten ist. Das CARG (Cancer and Aging Research Group) Toxicity Tool (2) und die Chemotherapy Risk Assessment Scale for High-Age Patients (CRASH) (8) wurden entwickelt und jeweils an etwa 1000 Ƥlteren Patienten validiert. Diese Instrumente wurden in spezifischen klinischen Szenarien wie der adjuvanten Chemotherapie bei Brustkrebs und in Gesundheitssystemen ausserhalb der USA mit unterschiedlichen Ergebnissen weiter untersucht.

Das CRASH Score erlaubt Patienten in 4 Kategorien zu stratifizieren: low, medium-low, medium-high und high Risk einer hƤmatologische (H) oder nicht-hƤmatologische (NH) ToxizitƤt zu entwickeln. In der CARG-Studie war interessanterweise der vom Arzt bewertete Karnofsky Performance Score weder in der Entwicklungskohorte noch in der Validierungskohorte prƤdiktiv für die ToxizitƤt der Chemotherapie. Beide dienen dem Onkologen im klinischen Alltag als zusƤtzliche Hilfe, wenn Zweifel an einer optimal angepassten Behandlung bestehen. Diese Modelle sollten berücksichtigt werden, wenn Risiken und Nutzen einer Chemotherapie bei Ƥlteren Patienten diskutiert werden (Abb. 1)

Übersicht verschiedener Chemotherapien bei betagten Karzinompatienten (9)

Alkylanzien

Alkylanzien sind seit Jahrzehnten die Grundlage der onkologischen Therapie. Ihre wichtigste dosislimitierende Toxizität (DLT) ist die Hämatotoxizität. Es besteht eine grosse interindividuelle Variabilität hinsichtlich der Knochenmarkreserven, welche physiologisch mit dem Alter reduziert sind. Der Stoffwechsel stellt für die meisten Verbindungen den biliären Ausscheidungsweg dar. Häufig sind enzymatische Prozesse in der Leber beteiligt und können sich mit zunehmendem Alter ändern.

Cyclophosphamid:
Der Metabolismus von Cyclophosphamid zu den aktiven Metaboliten wird durch Cytochrom P450 (Unterfamilie 3A und 2B), hauptsƤchlich in der Leber, eingeleitet. Bei Niereninsuffizienz ist mit einer Akkumulation toxischer alkylierender Metaboliten zu rechnen, die je nach Grad der Niereninsuffizienz eine Dosisreduktion von 20 bis 30 % rechtfertigt. Es gibt prƤklinische Hinweise darauf, dass Cyclophosphamid bei Ƥlteren Menschen langsamer metabolisiert wird, ohne solide Evidenz, dass die Dosis von Cyclophosphamid bei Ƥlteren Patienten reduziert werden sollte (10).

Intravenƶse Fluoropyrimidine

Fluoropyrimidine sind eine der am häufigsten in der Onkologie eingesetzten Substanzklassen (11). Für eine Dosisanpassung allein aufgrund des Alters gibt es keine pharmakokinetische Grundlage (10). Allerdings kann es zu erheblichen altersbedingten Toxizitäten kommen. Bisherige Daten empfehlen keine Dosisreduktion allein aufgrund des Alters, ausser bei schwerer Niereninsuffizienz oder Komorbiditäten.

Capecitabine
Die Pharmakokinetik von Capecitabin ist altersunabhƤngig, sofern eine normale Nierenfunktion vorliegt (12). Bei Patienten mit mƤssiger Niereninsuffizienz (geschƤtzte CrCl 30 bis 50 ml/min) wurde eine hƶhere Inzidenz von Grad 3 und 4 ToxizitƤten (Hand-Fuss-Syndrom, Diarrhoe, MyelotoxizitƤt) beschrieben.

Platine

Oxaliplatin
Oxaliplatin wird hauptsächlich bei Patienten mit Darmkrebs eingesetzt. Die wichtigsten dosislimitierenden Toxizitäten sind periphere Neuropathie und Knochenmarkssuppression. Die Kombination von Oxaliplatin und Capecitabin wurde bei Patienten über 70 Jahren untersucht, und es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Ansprechen und dem Alter des Patienten, dem ECOG Performance Status oder der Fähigkeit, Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) oder instrumentelle ADL (IADL) durchzuführen, gezeigt werden (13). Es liegen keine Daten vor, die eine Dosisreduktion allein aufgrund des Alters rechtfertigen. Eine Dosisreduktion sollte jedoch bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion erfolgen.

Cisplatin
Aufgrund des Beitrags der renalen Elimination von Cisplatin hƤngt die Pharmakokinetik von Cisplatin von einer normalen Nierenfunktion ab. Das Alter ist ein unabhƤngiger und signifikanter PrƤdiktor für die AUC (Area Under the Curve) der freien ultrafiltrierbaren Platinfraktion und des Gesamtplasmaplatins, wobei die AUC mit zunehmendem Alter ansteigt (14). Die hohe Inzidenz von altersbedingtem Hƶrverlust sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Cisplatin sollte in einem niedrigeren Dosisbereich (z.B. 60 mg/m2) und vorzugsweise mit einer reduzierten Infusionsrate (z.B. über 24 Stunden) verabreicht werden, um eine übermƤssige ToxizitƤt bei Ƥlteren Menschen zu vermeiden.

Carboplatin
Carboplatin hat einen ähnlichen Wirkungsmechanismus wie Cisplatin mit antineoplastischer Wirkung in mehreren onkologischen Indikationen, die mehr oder weniger mit Cisplatin vergleichbar sind. Carboplatin wird renal eliminiert und in der Regel nicht über die Körperoberfläche, sondern über die Kreatinin-Clearance berechnet. Die Formeln nach Cockcroft-Gault, Calvert und Chatelut ermöglichen eine genaue und sichere Dosierung, die AUC berücksichtigt die Nierenfunktion und das Alter (15). Aufgrund der geringen Inzidenz nicht-hämatologischer Toxizität kann Carboplatin Cisplatin im palliativen Setting oder bei Nebenwirkungen ersetzen.

Anthrazykline

Anthrazykline sind Bestandteil verschiedener Chemotherapieprotokolle, die auch bei älteren Patienten eingesetzt werden können. Die am häufigsten beobachtete Toxizität ist die Kardiotoxizität, die bei der Behandlung mit Doxorubicin am stärksten ausgeprägt ist. Eine erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz wurde nach Behandlung mit Anthrazyklinen mit zunehmendem Alter über 70 Jahre beschrieben (16).

Antimikrotubuli

Vinka alkaloide
Für die Arzneimittel Vincristin und Vinorelbin liegen derzeit keine Daten zu rein altersabhängigen Dosismodifikationen vor. Für Vinorelbin wurden zahlreiche Interaktionen mit anderen Arzneimitteln beschrieben, die für ältere Patienten relevant sein könnten (17). Vincristin weist im Vergleich zu Vimorelbin eine erhöhte Neuro­toxizität auf und sollte bei älteren und vorerkrankten
Patienten in der Dosis angepasst werden.

Taxane
Über den Einfluss des Alters auf die Clearance von Paclitaxel liegen widersprüchliche Daten vor. Die Haupttoxizität ist hämatologisch und neurologisch mit peripherer Neuropathie. Eine wöchentliche Verabreichung scheint besser verträglich zu sein, ohne Wirksamkeitsverlust (18), jedoch ohne klare Daten für die eine oder andere Dosierung. Mehrere Studien haben die Toxizität von Docetaxel bei älteren Patienten untersucht (19). Letztendlich gibt es keine eindeutigen Daten, die eine Dosisanpassung allein aufgrund des Alters rechtfertigen, obwohl bekannt ist, dass die 3-wöchentliche Gabe hämatotoxischer ist und dass die Knochenmarksreserve bei älteren Patienten physiologisch reduziert ist.

Zytidine Analoga

Gemcitabin zeigt in der Monotherapie bei Ƥlteren Patienten im Allgemeinen eine minimale ToxizitƤt (20).

Antimetaboliten

Pemetrexed sollte bei Ƥlteren Patienten mit eingeschrƤnkter Nierenfunktion mit Vorsicht verabreicht werden, da das Risiko einer HƤmatotoxizitƤt erhƶht sein kann.

AdhƤrenz zu oralen Medikamenten

Orale onkologische Therapien stellen mehrere Vorteile dar. Sie ermöglichen weniger klinische Termine, sind weniger invasiv und verbessern die Patientenautonomie. Sie haben jedoch auch Nachteile, insbesondere bei älteren Patienten, die zu einer geringeren Wirksamkeit oder einem früheren Therapieabbruch führen können.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die AdhƤrenz zu oralen Therapien bei Ƥlteren Patienten beeinflussen (21):

• Patientenbezogene Faktoren: Alter, Gender, Gesundheitsstatus
• Alterspezifische Faktoren: kognitive Defizite, visuelle oder auditive BeeintrƤchtigungen, KomorbiditƤten, Polypharmazie
• Sozioƶkonomische Situation: soziale Situation, caregiver-QualitƤt, familiƤre Unterstützung
• Krankheitsbedingte Faktoren: Krankheitschwere, unkontrollierte Beschwerden, psychologische Komponente
• Therapiebezogene Faktoren: ToxizitƤt der Therapie, Therapiedauer, Wirksamkeit
• Health-care Team Faktoren: Medikamentenverfügbarkeit und –versorgung, Patient-Anbieter Beziehung, Kommunikationsbarriere, unzureichende oder unklare Arzneimittelinformation

Bei schlechterer Effizienz, früherem Abbruch oder erhöhter Toxizität ist Non-Adherenz mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.
Verschiedene Interventionen, wie z. B. klare schriftliche Patientenanweisungen, Einbeziehung der Betreuungspersonen, soziale Unterstützung, kontinuierliche Überwachung und Bewertung durch das Gesundheitsteam, können die Therapietreue verbessern.

Toxizität der Immuntherapie bei älteren ­Patienten (22)

Immunbedingte Nebenwirkungen können bei älteren Menschen aufgrund einer reduzierten funktionellen Reserve und altersbedingter Komorbiditäten eine grössere Herausforderung darstellen (23). Trotz der physiologischen Phänomene der Immunoseneszenz und des Inflammaging zeigen die Daten, die überwiegend aus Subgruppenanalysen von Metaanalysen stammen, tendenziell, dass eine Immuntherapie auch bei älteren Patienten wirksam und gut verträglich ist. In der klinischen Praxis stellen Checkpoint-Inhibitoren daher auch für ältere ­Patienten eine gute Behandlungsoption dar (24).

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Aktualisierte und Überarbeitete Version aus Therapeutische Umschau 08/2023

Dr. med. Vérène Dougoud-Chauvin

HFR Freiburg – Kantonsspital
Chemin des Pensionnats 2-6
1752 Villars-sur-Glâne

verene.dogoud-chauvin@h-fr.ch

Dr. med. Dougoud-Chauvin hat Travel Grants von Amgen erhalten.

  • Über 50 % der KrebsfƤlle treten bei Menschen ≄ 65 Jahren auf, doch viele Krebsmedikamente werden hauptsƤchlich an jüngeren oder gesunden Ƥlteren Menschen getestet.
  • Kƶrperzusammensetzung, Lebermetabolismus und Nierenfunktion verƤndern sich mit dem Alter, was die Wirkung und VertrƤglichkeit von Krebsmedikamenten beeinflusst.
  • Das chronologische Alter allein reicht nicht aus, um die VertrƤglichkeit einer Therapie einzuschƤtzen. Eine geriatrische Beurteilung kann helfen, Risiken besser abzuschƤtzen.
  • Faktoren wie kognitive Defizite, Polypharmazie und soziale Unterstützung beeinflussen die Therapietreue und damit den Behandlungserfolg.

1. Pilleron S, Sarfati D, Janssen-Heijnen M, Vignat J, Ferlay J, Bray F, et al. Global cancer incidence in older adults, 2012 and 2035: A population-based study. International Journal of Cancer. 2019;144(1):49 58.
2. Hurria A, Mohile S, Gajra A, Klepin H, Muss H, Chapman A, et al. Validation of a Prediction Tool for Chemotherapy Toxicity in Older Adults With Cancer. J Clin Oncol. 2016;34(20):2366 71.
3. Hurria A, Wong FL, Villaluna D, Bhatia S, Chung CT, Mortimer J, et al. Role of Age and Health in Treatment Recommendations for Older Adults With Breast Cancer: The Perspective of Oncologists and Primary Care Providers. JCO. 2008;26(33):5386 92.
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23. Extermann M. Interaction between comorbidity and cancer. Cancer Control. 2007;14(1):13 22.
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HyperkaliƤmie bei chronischer Herzinsuffizienz

Die HyperkaliƤmie (HK) stellt eine potentiell lebensbedrohliche Elektrolytstƶrung dar. Die Hauptursachen hierfür sind in einer Verschiebung von Kalium aus den Zellen oder in einer verminderten renalen Kaliumausscheidung zu finden. Diese tritt hƤufig bei Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auf. Das Beibehalten der RAAS-Blockade bei einer Herzinsuffizienz (HI) mit reduzierter LV-EF ist trotz einer HyperkaliƤmie essenziell, da ein Absetzen oder eine Dosisreduktion mit einer erhƶhten MortalitƤt einhergehen. Auch bei einer LV-EF ≄ 40 % kann neben einem SGLT2-Hemmer die Gabe eines MRA erwogen werden. Daher kommt der PrƤvention, Erkennung und Behandlung einer HyperkaliƤmie, insbesondere bei kardio-renalen-metabolischen Patienten, eine wichtige Bedeutung zu.

Hyperkalemia (HK) is a potentially life-threatening electrolyte disorder. The main causes are a shift of potassium from the cells or reduced renal excretion of potassium. It is common in patients with cardiovascular disease. Maintaining RAAS blockade in heart failure (HF) with reduced LV EF despite hyperkalemia is essential as discontinuation or dose reduction is associated with increased mortality. The addition of an MRA to an SGLT2 inhibitor may also be considered when LVEF is ≄ 40 %. Therefore, the prevention, detection and treatment of hyperkalemia, especially in cardio-renal-metabolic patients, is of great importance.
Key words: Hyperkalemia, Heart failure, RAASi, MRA, Finerenon, CKD, Diabetes Typ 2, Potassium binder

Einleitung

Eine HyperkaliƤmie (HK) > 5.0–5.5 mmol/l resultiert hauptsƤchlich aus der Verschiebung von Kalium aus den Zellen (Umverteilung) oder aus einer abnormalen renalen Kaliumausscheidung. Die Zellverschiebung (HyperglykƤmie bei Diabetes mellitus, Azidose, ausgedehnter Zellzerfall) führt zu einem vorübergehenden Anstieg der Kaliumkonzentration im Plasma, wƤhrend eine Ā­verminderte renale Ausscheidung von Kalium eine anhaltende HK auslƶst. BeeintrƤchtigungen der renalen Kaliumausscheidung kƶnnen das Ergebnis einer verminderten Natriumabgabe an das distale Nephron, eines verminderten Mineralokortikoid-Spiegels bzw. einer verminderten Mineralokortikoid-AktivitƤt oder von Anomalien im kortikalen Sammelkanal sein. In einigen FƤllen sind alle drei Stƶrungen vorhanden. Auch eine übermäßige Aufnahme von Kalium (gewisse Nahrungsmittel, Ersatzsalze) kann eine HK verursachen, dies jedoch in der Regel bei eingeschrƤnkter Nierenfunktion. Bei einer eGFR > 60 ml/min/1.73m2 ist eine HK ungewƶhnlich. Eine Gewebenekrose oder gewisse Medikamente kƶnnen auch verantwortlich sein (1, 2).

Kalium wird im oberen Dünndarm aufgenommen und befindet sich zu 98 % intrazellulƤr. Der physiologische Gegenspieler ist Natrium, dieses ist vor allem extrazellulƤr. Zusammen sind diese essentiell für die Zellphysiologie. Die Kaliumhomƶostase ist entscheidend für die Aufrechterhaltung des Ruhepotenzials der Zellmembranen, insbesondere in Herzzellen, und jedes Ungleichgewicht kann zu elektrophysiologischen Stƶrungen einschliesslich maligner Herzrhythmusstƶrungen führen.

90 % des Kaliums wird renal mit circadianer VariabilitƤt ausgeschieden, 10 % gastrointestinal. Die hormonelle Steuerung findet durch Insulin, Katecholamine und Aldosteron statt (1).

Epidemiologie, Pathophysiologie

In der Allgemeinbevƶlkerung ist eine HK mit 2–3 % selten. Ihre Inzidenz wird aber unterschƤtzt, da kein routinemƤssiges Kalium-Screening durchgeführt wird; selbst bei Hochrisikopatienten. Auch findet man unterschiedliche Kalium-Schwellenwerte für eine HK. Diese ist hƤufig nur vorübergehend. Prospektive Studien gibt es hierzu allerdings nicht.

Eine RAAS-Blockade (RAASi) mit ACE-H./ARB/ARNI und einem MRA ist bei diversen kardio-renalen Erkrankungen hoch effektiv: diese ist antihypertensiv, kardio- und nephroprotektiv wirksam. Bei Patienten mit einer HI mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) verbessern Renin-Angiotensin-Aldosteron-System-Inhibitoren (RAASis), einschließlich Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRAs) die Symptome, verringern das Risiko eines Krankenhausaufenthalts und Todes durch HI und werden von den US-amerikanischen und europäischen Herzinsuffizienz-Richtlinien empfohlen (IA).

Diese protektiven Eigenschaften haben auch SGLT2-Hemmer unabhƤngig von der LVEF.

Eine potentielle HK als Folge der RAASi stellt hƤufig ein Problem bei Ƥlteren, multimorbiden Patienten mit einer HI dar. Insbesondere tritt diese beim Vorhandensein einer chronischen Niereninsuffizienz (CKD) und/oder eines Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) auf. Die HK ist mit einer erhƶhten MortalitƤt und mit einer erhƶhten Hospitalisationsrate assoziiert (1–4). Das hƶchste Risiko für eine HK findet man bei denjenigen, die am meisten von einer RAAS-Hemmung profitieren:

• In bis zu 40–50 % bei einer CKD über 1 Jahr ab einer eGFR < 30 ml/min/1.73m2, speziell bei denen mit T2DM und unter RAASi; cave: metabolische Azidose
• In bis zu 40 % bei schwerer HI ab einer Spironolactondosis 50mg/die
• In ca. 17 % bei einem T2DM über einen Zeitraum von 3 Jahren
• In ca. 8–17 % bei einer resistenten Hypertonie mit zusƤtzlicher MRA-Therapie
• Bei Patienten >80 Jahre
• Bei Status nach einer HyperkaliƤmie

Patienten mit einer CKD und einer HI haben meist mit wiederkehrenden und zunehmenden HK-Episoden zu rechnen, diese treten dann in kürzeren Intervallen auf. Im schwedischen Herzinsuffizienz-Register hatten bei 43 000 Patienten 51 % eine CKD, 24 % ein T2DM, 13 % eine CKD+T2DM, 21 % ein VHFLi. Eine HK ist ein Risikomarker für ein schlechteres Outcome, unter anderem infolge suboptimaler Verwendung der RAASi-Therapie. Durch eine HK, einen Kreatinin Anstieg, eine Hypotonie, das Alter und Frailty werden die HI-Medikamente nicht Leitlinienkonform eingesetzt (5, www.ukidney.com). Auch in einer aktuellen Arbeit im JACC zeigte eine rezidivierende HK bei einer CKD (G3/G4) bei 6337 Ƥlteren Patienten, davon 2129 HI-Patienten, eine erhƶhte GesamtmortalitƤt, mehr kardiovaskulƤre Ereignisse und mehr Arrhythmien, dies im Vergleich zu einer NormokaliƤmie (6).

Eine HK wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt – vgl. Abb. 1. Ab einem Serumkalium von > 5 mmol/l ist der Wert erhƶht. GefƤhrlich ist ein Wert ≄ 6.0 mmol/l. Bei einem bestƤtigten Serum-Kalium von ≄ 6.5 mmol/l bedarf es wegen Lebensbedrohung einer Notfallhospitalisation mit EKG-Monitoring und Einleitung spezifischer therapeutischer Massnahmen. Bezüglich Differentialdiagnose und Pathophysiologie einer HK vgl. Abb. 2 und 3 (1–4). Deshalb sollte eine HK frühzeitig erkannt werden.

Klinik

Eine HK verlƤuft meist asymptomatisch oder symptomarm mit unspezifischen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, periorale ParƤsthesien, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl. So wird diese lange nicht erkannt. Es kƶnnen neuromuskulƤre Manifestationen mit ParƤsthesien und Faszikulationen in den ExtremitƤten auftreten. Bei einer schweren HyperkaliƤmie (> 6.5 mmol/l) sind aufsteigende LƤhmungen mit schliesslich schlaffer Tetraplegie der ExtremitƤten oder ein Ileus mƶglich. Eine depolarisierende Wirkung mit typischen EKG-VerƤnderungen tritt bei einer akuten HK (> 6.0–6.4 mmol/l) in bis zu 67.5 % auf. Diese umfassen eine spitze T–Welle (bei ≄ 5.5–6 mmol/l in 31.8 %) in V2–5, eine niedrige Amplitude der P-Welle (> 6–6.5 mmol/l), einer VerlƤngerung des P-R Intervals und ein breites QRS (26.2 %). Überleitungsstƶrungen, Bradykardien, Verlust von P mit sinusoidaler Welle, KT, KFli oder Asystolie kƶnnen bei einem (K+) > 8–9 mmol/l auftreten. Symptome und EKG sind jedoch keine guten PrƤdiktoren für die MortalitƤt, es besteht eine niedrige SensitivitƤt und SpezifitƤt, insbesondere bei Herzkrankheiten. Letale Arrhythmien ohne vorherige EKG-VerƤnderungen sind mƶglich. Das EKG kann nicht zum Ausschluss einer HyperkaliƤmie verwendet werden. Darum sind regelmƤssige Kalium- und Kreatinin- Kontrollen, insbesondere bei Medikamenten- und DosisƤnderungen, alle 1 bis 2 Wochen entscheidend (1, 2, 7, 8).

HypokaliƤmie

Auch eine HypokaliƤmie (< 3.5 mmol/L), die hƤufigste Elektrolytstƶrung bei einer HI (–50 %), ist gefƤhrlich. Sie führt zu vermehrten ventrikulƤren und atrialen Arrhythmien und erhƶhter kardiovaskulƤren MortalitƤt. UrsƤchlich sind eine Umverteilungsstƶrung (Verschiebung von Kalium in die Zellen via Katecholamine) sowie renale und nicht renale Verluste (erhƶhter Aldosteronspiegel bei HI, Diuretika, Diarrhoe, Erbrechen, starkes Schwitzen u.a.) verantwortlich. Symptome sind hier vor allem MuskelschwƤche, Erschƶpfung. Im EKG finden sich eine U-Welle, QT-VerlƤngerung und schlimmstenfalls eine Torsades de pointes. Ein Magnesiummangel ist hƤufig eine Begleiterscheinung der HypokaliƤmie.

Die Assoziation zwischen Serum-Kalium und dem MortalitƤtsrisiko unter Einbezug eines T2DM, einer HI und einer CKD (G3–G5) in AbhƤngigkeit der Nierenfunktion ist der Abb. 4 zu entnehmen. Man findet eine steigende MortalitƤtsrate in AbhƤngigkeit des Kaliumspiegels und der erwƤhnten KomorbiditƤten (9, 10). Die tiefste MortalitƤt findet man bei einem Serum-Kalium von 4.0 bis 5.0 mmol/l.

Bedeutung der MRA’s bei der Therapie der chron. HI

Eine HI ist, unabhƤngig von der LVEF, eine chronisch progrediente Erkrankung mit hoher MortalitƤt und beinhaltet ein hohes Risiko für (erneute) Ereignisse, insbesondere eine HI-Hospitalisation. Das Ziel ist daher eine Optimierung der RAASi-Therapie solange das Serum-Kalium < 5.0 mmol/l betrƤgt. Diese Therapie ist kardio- und nephroprotektiv. Bei einer HFrEF führen die Ā«fantastic fourĀ» (ACE-H./ARNI, Betablocker, SGLT2-H., MRA) in Kombination zu einer signifikanten Verbesserung der Prognose bez. GesamtmortalitƤt von 61 % (11). Wichtig ist dabei die korrekte Dosierung, welche in den ESC-Leitlinien durch rasche Auftitrierung erreicht werden soll (12:S.23, Tab. 8; 13, 14).

Die Anwendung von Spironolacton war mit einer geringeren HypokaliƤmie und einem verbesserten Überleben bei Patienten mit schwerer HI verbunden, selbst bei mäßiger HyperkaliƤmie (2, 15). GefƤhrliche HypokaliƤmien sind unter MRA’s bei einer HI mit Diuretika deutlich
seltener.

Nach der STRONG-HF Studie ist eine intensive Optimierungsstrategie, die nach Hospitalisation wegen akuter HI eine rasche Aufstockung der leitliniengerechten Medikation und eine engmaschige Nachsorge vorsieht, wichtig. Eine solche wurde von den Patienten bereitwillig angenommen, da sie die Symptome reduzierte, die LebensqualitƤt verbesserte und das Risiko einer Wiederaufnahme wegen HI bereits nach 6 Monaten im Vergleich zur üblichen Versorgung verringerte (16). Diese Wirkung konnte auch in zwei früheren Studien (ATLAS, BIOSTAT-HF) mit ACE-H./ARB oder einem Betablocker in der korrekten Dosierung nachgewiesen werden. UrsƤchlich für ein Nichtverschreiben resp. eine verzƶgerte Auftitration der RAASi resp. der MRA’s waren eine Verschlechterung der Nierenfunktion und/oder eine HK. In bis zu 76 % werden diese Medikamente in der Folge nicht wieder eingesetzt (2, 14, 15, 17). Bei einer Dosisreduktion oder einem Absetzen der RAAS-H. kommt es zu mehr als einer Verdoppelung der MortalitƤt. Daher ist die maximale resp. maximal vertrƤgliche Dosis entscheidend (12, 16, 18).

Unter ARNI ist das Risiko einer moderaten bis schweren HK und eines Kreatinin Anstiegs (PARADIGM-HF) bei einer HFrEF etwas geringer als unter Enalapril. Ebenso unter einer Therapie mit einem SGLT2-Hemmer (12, 13, 19).

Die Verordnung eines MRA’s bei einer HI, bei einem systolischen BD > 100 mmHg, einer eGFR > 30 ml/min/1.73 m2 und einem Serum-Kalium < 5 mmol/l, gilt auf Grund der Guidelines und Expertenmeinungen, bei günstigen klinischen Ergebnissen, neben den drei anderen medikamentƶsen SƤulen als entscheidend. Sie kƶnnen wie die SGLT2-H. (IA) unabhƤngig von der LVEF eingesetzt werden, haben aber aktuell bei einer LVEF ≄ 40 % noch eine IIbC-Indikation (12). Bei einer eGFR < 30 ml/min muss auf die Gabe von MRA’s und ARNI verzichtet werden – (geringe Dosis eines Betablockers und ACE-H., SGLT2-H. sofern > 20 ml/min) (20). Bei einer CKD im Stadium G 4–5 liegt ausser für SGLT2-H. gar keine oder nur eine begrenzte Evidenz vor. Hier bedarf es einer interdisziplinƤren Absprache zwischen Kardiologie und Nephrologie.

Bei einer LVEF < 40 % (HFrEF) werden steroidale MRAs wie Spironolacton oder Eplerenon (IA) verordnet. In der 1999 publizierten RALES Studie ergab sich mit 25mg Spironolacton/die eine MortalitƤtsreduktion von 30 % und eine sign. Senkung der HI-Hospitalisationen von 35 % mit deutlicher Verbesserung der HI-Symptomatik (21). Auch in der EMPHASIS-HF mit Eplerenon (–50 mg/die) kam es zu einer Senkung der kardiovaskulƤren MortalitƤt und HI-Hospitalisation (–37 %). 11.8 % hatten eine HK mit einem Serum-Kalium > 5.5 mmol/l (22). Eplerenon senkt etwas weniger den BD und macht keine GynƤkomastie vgl. mit Spironolacton.

Bei einer HI mit einer LVEF ≄ 40 % mit leicht reduzierter Ejektionsfraktion (HFmrEF: LVEF 41–49 %) oder mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF: LVEF ≄ 50 %) war der therapeutische Stellenwert von MRA’s bis zum ESC 2024, im Gegensatz zu den SGLT2-H., unklar. Die TOPCAT-Studie 2014, mit methodischen MƤngeln, war neutral.

Finerenon

Dieser neue nicht-steroidale (ns) MRA scheint einen grƶsseren Nutzen (hohe SelektivitƤt und Potenz, kürzere t/2, ausgeglichene Gewebsverteilung: Herz u. Nieren) bei weniger NW (keine Metaboliten, keine geschlechtshormonelle NW, weniger HK, noch weniger BD-Effekt) zu haben. Eliminiert via CYP3A4, eGFR sollte zu Beginn > 25 ml/min/1.73 m2 sein.

Finerenon (F), zeigte in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten FINEARTS-HF Studie bei 6001 symptomatischen Ƥlteren HI-Risiko Patienten bei einer LVEF ≄ 40 % (NYHA II-IV, erhƶhtes NT-pro-BNP, strukturelle Herzkrankheit, Diuretika), mit einer eGFR > 25 ml/min/1.73m2 (48 % < 60 ml/min/1.73m2) und einem Serumkalium < 5.0 mmol/l, unter 20–40 mg Finerenon/die (je nach eGFR), eine positive Wirkung mit einer signifikanten Reduktion des primƤren zusammengesetzten Endpunkts d. h. des kardiovaskulƤren Todes und der Gesamtzahl sich verschlechternder HI-Ereignisse (HR 0.84) über 32 Monate. Dieser Effekt basierte auf einer signifikanten Reduktion der Verschlechterung der HI um 18 %. Bei der kardiovaskulƤren MortalitƤt bestand dagegen kein Unterschied zwischen F. und Placebo. Die LebensqualitƤt wurde deutlich verbessert. Auch Ƥltere Patienten und alle weiteren Subgruppen profitierten (23).

Diese Ergebnisse unterstützen den Einsatz von ns MRA’s bei Patienten mit HI mit leicht reduzierter oder erhaltener Ejektionsfraktion mit und ohne CKD.

Das Serumkalium sollte zu Beginn einer F.-Therapie ≤ 4.8–5.0 mmol/l betragen. Nicht unerwartet ging die F.-Therapie mit einem erhƶhten Risiko für HyperkaliƤmie einher. Serum-[K+] > 5.5: 14.3 vs. 6.9 %, [K+] > 6.0: 3.0 vs. 1.4 %. Bei engmaschiger Überwachung und Dosisanpassung blieb der klinische Nutzen von F. im Vergleich zu Placebo jedoch auch bei Patienten erhalten, deren Kaliumspiegel auf über 5.5 mmol/l anstieg. Das Risiko einer HK betrug 2.16. Die mediane Kaliumdifferenz betrug im Verlauf zwischen F. und Placebo 0.2 mmol/l (24). F. reduzierte das Risiko des primƤren Endpunkts in Ƥhnlicher Weise bei Frauen und MƤnnern mit dieser Form der HI bei Ƥhnlicher VertrƤglichkeit (25).

Einer der Hauptunterschiede zwischen FINEARTS-HF und vielen anderen HI-Studien ist, dass fast 20 % der Patienten entweder in der Klinik oder kurz nach der Entlassung in die Studie aufgenommen wurden. Der Behandlungsnutzen von F. im Besonderen und vielleicht auch von MRAs im Allgemeinen war bei Patienten, die gerade eingewiesen wurden, mindestens genauso groß ist wie bei Patienten, die weiter von einer HI Verschlechterung entfernt waren (26).

Bei FINEARTS-HF, einer Population mit geringem Risiko für unerwünschte Nierenergebnisse, verƤnderte F. die Resultate des kombinierten Nierenendpunkts nicht signifikant. F. führte anfƤnglich zu einer stƤrkeren Reduktion der eGFR, führte jedoch nicht zu einem signifikanten Unterschied der eGFR im weiteren Verlauf. F. führte jedoch zu einer frühen und anhaltenden Verringerung der Albuminurie und verringerte das Risiko einer neu auftretenden Mikro- und Makroalbuminurie (27). Eine eGFR-Abnahme (≄15 %) zu Beginn einer Therapie (23 %) sollte nicht automatisch zum Absetzen der MRA führen. Ein anfƤnglicher Rückgang der eGFR war mit einer hƶheren Inzidenz von HK verbunden. Anders als unter Placebo ist der Nierenfunktionsverlust aber nicht mit einer Verschlechterung der Prognose verbunden. Sofern das Serum-Kalium < 5.5mol/l betrƤgt kann nach den Autoren weiter vorsichtig auftitriert werden (28). Wichtig bleiben die engmaschigen Kalium und Kreatinin (eGFR) Kontrollen; zu Beginn wƶchentlich.

Auch in einer, noch kleinen, Subgruppe von 14 % der Studienteilnehmer mit SGLT2-H. zeigte die MRA-Therapie mit F. Ƥhnliche Effekte wie bei damit nicht vorbehandelten Patienten. Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass die kombinierte Anwendung eines SGLT2-H. und eines ns-MRA einen zusƤtzlichen Schutz vor kardiovaskulƤren Ereignissen bieten und bei Patienten mit HI, mit und ohne CKD, mit leicht reduzierter oder erhaltener LV-EF eine additive Rolle spielen (23, 29).

Auf Grund einer Metaanalyse der bisherigen vier HI-Studien mit MRA’s verringern steroidale MRAs das Risiko des kardiovaskulƤren Todes oder einer Hospitalisierung wegen HI bei Patienten mit einer HFrEF und nichtsteroidale MRAs verringern signifikant das Risiko einer HI-Hospitalisation bei Patienten mit HFmrEF oder HFpEF. Das absolute Risiko einer schweren HK ([K+] > 6 mmol/l) war gering – ca. 3 % in der MRA-Behandlungsgruppe (30). HK waren in allen Untergruppen einer Kombinationstherapie mit F. klinisch beherrschbar, mit einem Trend zu weniger behandlungsbedingten Notfall-HyperkaliƤmien bei Kombination mit SGLT2-Hemmern.

In den kommenden Jahren werden eine Menge neuer Studiendaten zu den steroidalen und ns MRA’s und den neuen Kombinationstherapien bei der HI publiziert. Erwartet wird, dass es aufgrund der FINEARTS-HF-Ergebnisse in künftigen Leitlinien zu einer Ƅnderung der derzeit noch schwachen Klasse-IIb-Empfehlung von MRA’s bei der chronischen HI mit einer LVEF ≄ 40 % zugunsten einer stƤrkeren Empfehlung kommen wird.

Aktuell fehlt im Gegensatz zur diabetischen Nephropathie noch die Zulassung für F. (Kerendia®) bei einer HI in der EU und in der Schweiz (Zulassungserweiterung 2026 erwartet).

Bei einer diabetischen Nephropathie (G3/G4) mit Albuminurie konnte mit Finerenon in der FIDELITY Analyse bei 13026 Patienten über 3 Jahre eine renoprotektive Wirkung mit Verminderung der Albuminurie erzielt werden. F. reduziert das Risiko klinischer kardiovaskulƤrer Folgen (HR 0.86) und das Fortschreiten der Nierenerkrankung (HR 0.77) bei einem breiten Spektrum von Patienten mit CKD und T2DM. Das Screening auf Albuminurie zur Identifizierung von Risikopatienten bei T2DM erleichtert die Verringerung sowohl der kardiovaskulƤren als auch der renalen Belastung. Eine HK wurde bei 1.7 % nachgewiesen (31). In der FIDELITY-Studie kƶnnte nach einem Abstract am ASN 2024 die gleichzeitige Anwendung von F. mit SGLT2-H. + GLP-1 RA bei Patienten mit T2DM und CKD im Vergleich zu Placebo einen zusƤtzlichen Nutzen für die Nieren haben – UACR-Reduktion. Es gab auch weniger Patienten mit einem Serum-[K+] > 5.5/> 6 mmol/l in der Behandlungsgruppe mit gleichzeitiger Anwendung von F. mit SGLT2-H. + GLP-1 RA im Vergleich zu F. allein. Bei Patienten mit T2DM waren SGLT2-H. und GLP-1 RA mit einem geringeren Risiko für HK verbunden (32, 33).Aktuelle IA-Indikation von F.: F. wird zusƤtzlich zu ACE-H. oder ARB bei Personen mit T2DM und einer eGFR > 60 ml/min/1.73m2 mit einer UACR von ≄ 300 mg/g oder einer eGFR 25–60 ml/min/1.73 m2 und UACR ≄ 30 mg/g empfohlen, um das Risiko für kardiovaskulƤre Ereignisse und die Progression des Nierenversagens zu reduzieren (34).

Massnahmen bei einer HyperkaliƤmie

Bei einem erhƶhten Serum-Kalium muss zunƤchst ein Fehler in der PrƤanalytik bei 59 Stƶrfaktoren ausgeschlossen werden (Pseudo-HK). Dazu zƤhlen: 1) HƤmolyse durch eine zu lange Stauung resp. ein zu starkes Vakuum beim Aspirieren, 2) Verschiebung des Kaliums nach intrazellulƤr mit Glukose bei einer Raumtemp. von 25–30 Grad Celsius, 3) Zeit bis zur Zentrifuge > 2 h, 4) Vollblut nach der Blutentnahme zu kurz (< 20 Min.) stehen lassen, insbesondere bei Blutverdünnung (1, 2).

Bei Verdacht auf eine Pseudo-HK muss das Labor wiederholt werden, zusƤtzlich sollte Kreatinin und LDH abgenommen werden, in der Klinik zusƤtzliche Abnahme einer BGA.

Bei bestƤtigter HK stellen sich die Fragen nach einer hohen Zufuhr (Kaliumreiche Nahrungsmittel, Kaliumhaltige Ersatzsalze) oder einem Zellzerfall (Rhabdomyolyse, Tumorlyse, HƤmolyse), nach einer Umverteilungsstƶrung wie eine Azidose oder ein Insulinmangel, nach einer Nieren-Eliminationsstƶrung sowie nach einem Hypoaldosteronismus. Daneben sollte die Begleitmedikation (NSAR, Betablocker, kaliumsparende Diuretika u.a.) und der Volumenstatus überprüft werden – vgl. Abb. 2 und 3.

Bei einem Kalium von 5.1–5.9 mmol/l kommt es bezüglich des weiteren Vorgehens neben einer Beobachtung und Vorbeugung auf verschiedene UmstƤnde an: akute oder chronische HK, Genese der HK inkl. Medikamente, e-GFR, Dialyse, EKG-VerƤnderungen u.a. Hier primƤr Einsatz von Diuretika.

Eine weitere Massnahme zur Kaliumreduktion ist, falls eine entsprechende Indikation besteht, der Einsatz eines SGLT2-H., welcher zu einer signifikanten Senkung (HR:0.84) des Serum-Kaliums führt. Dies konnte in einer grossen Metaanalyse von 6 RCT-Studien bei 49 875 Patienten mit T2DM und hohem cv Risiko oder mit einer CKD bei einer schweren HyperkaliƤmie ≄ 6.0 mmol/l nachgewiesen werden, dies ohne Risiko für eine HypokaliƤmie (35).

Bei einer schweren HK (≄ 6.5 mmol/l) müssen die Medikamente der RAAS-Blockade pausiert werden (2, 12, 20, 36). Zu den akuten Massnahmen in der Klinik zƤhlen:

A) IntrazellulƤrer Kalium-Shift: Insulin + Glucose intravenƶs und/oder Salbutamol Inhalation; bei einer Azidose mit einem Bicarbonat <18mmol/l Gabe von NaHCO3; bei einem Kalium ≄6.5mmol/l Kalzium intravenƶs. Diese Notfalltherapie wirkt nur vorübergehend durch eine Verschiebung von Kalium in die Zelle, es kann daher zu einem Rebound kommen.

B) Elimination von Kalium: je nach Volumenstatus Lasix intravenƶs oder Gabe von Volumen; bei schwerer CKD/ERD HƤmodialyse. Einsatz eines modernen Kaliumbinders.

Nach den internationalen Leitlinien (ERC 2025/2021, AHA/ACC/HFSA 2022, KDIGO 2020–2024, ESC-HF 2021/2023) sollte bei einer HyperkaliƤmie von ≄ 6.0 mmol/l auch ein moderner Kaliumsenker (Patiromer oder Natrium-Zirkonium-Cyclosilikat SZC) eingesetzt werden (12, 36). Dieser sollte beibehalten werden, es sei denn, eine andere, behandelbare Ƅtiologie (Medikamente, Nierenfunktion, Flüssigkeitsstatus, BD, Typ der HI) der HK wurde identifiziert und entsprechend therapiert.

Diese beiden Medikamente binden an Kalium im Magen-Darm-Trakt und verringern dessen Resorption. Zu den Kaliumbindern gehörten früher Natrium-PolystyrolSulfonat (Resonium®) und Calcium-Polystyrol-Sulfonat (Sorbisterit®).

Heute sollte das deutlich besser vertrƤgliche Patiromer (VeltassaĀ®), ein nicht resorbierbares Kationenaustauschpolymer oder Natrium-Zirkonium-Cyclosilikat (SZC) verordnet werden. Beide Substanzen erhƶhen die Kalium-Ausscheidung im Stuhl und senken den erhƶhten Serum-Kaliumspiegel um ca. 1 mmol/l. Sie halten eine NormokaliƤmie aufrecht und verhindern das Wiederauftreten einer HK. Die Verabreichung eines dieser beiden Medikamente kann bei erhƶhtem Serum-Kalium bei einem grossen Teil der Patienten die Einleitung oder Auftitration der RAASi und speziell der MRA in 74–89 % über mehrere Monate ermƶglichen (2, 12, 37–40). Eine tƤgliche Kalium-Kontrolle ist nicht notwendig; die Elektrolyte sollten aber kontrolliert werden.

Diese beiden Medikamente sind hoch effektiv und werden gut toleriert. Langzeitdaten zu NW sind aber nicht vorhanden. Medikamenteninteraktionen sind zu beachten. Patiromer senkt die Bioverfügbarkeit von Ciproxin, Levothyroxin und Metformin. Daher ist der 3 h-Abstand auch zu anderen Medikamenten wichtig.

Zum Patiromer gibt es eine fundierte Studienlage (OPAL-HK, PEARL-HF, AMBER, AMETHYST-DN) bezüglich RAASi, den erwƤhnten Begleiterkrankungen und HK. In der DIAMOND-Studie konnte dies bei einer HFrEF mit einer aktuellen oder früheren HK unter RAAS-H. mit bis 50 mg MRA (Spironolacton/Eplerenon) und ≄ 50 % der Zieldosis von RAASi über 3 Jahre nachgewiesen werden. Ein Serum-Kalium > 5.5 mmol/l konnte um 37 % gesenkt werden. Bei Patienten mit einer HK vor der RAASi-Optimierung kann die Verwendung von Patiromer vorteilhafter sein, um die MRA-Zieldosis zu erreichen und beizubehalten. Am effektivsten war Patiromer bei einer eGFR < 45 ml/min (37).

Für SZC gibt es auch diverse Studien, aktuell wurde im November 2024 am AHA in einer prospektiven doppelblinden randomisierten multizentrischen Studie (REALIZE-K+) gezeigt, dass durch die Verwendung von SCZ (10 g/die) eine MRA-Therapie bei 203 Patienten mit einer HFrEF (LVEF ≤ 40 %, NYHA II–IV) optimiert (≄ 25 mg Spironolacton) werden konnte. Notfallmassnahmen wegen einer schweren HyperkaliƤmie waren nicht notwendig. Eine leitliniengemƤsse HFrEF-Therapie inkl. MRA konnte deutlich hƤufiger eingesetzt werden (12 Suppl., 38–40).

Ein Problem ist der hohe Preis der modernen Kaliumsenker. Veltassa® bedarf in der Schweiz einer Kostengutsprache, diese muss vom Kardiologen oder Nephrologen verordnet werden. Lokelma® ist im Gegensatz zur EU auf dem Schweizer Markt nicht erhältlich.

Aus Analysen von grossen Krankenkassendaten bei 46 588 Patienten von 2019–2022 aus Deutschland (RWE-Studie) mit einer HI und HK, wissen wir, dass die Umsetzung der Leitlinienempfehlungen bezüglich eines HyperkaliƤmie-Managements bez. Kaliumbinder (3.2–11 %, moderner KB in nur 1.3 %) suboptimal ist. Ein hƤufiges Problem sind dabei die Rezidive mit knapp 45 %, dabei wurde nur bei 8.5 % ein Kaliumbinder eingesetzt. Meist wurde eine Therapie nur bis zur Normalisierung des Serum-Kaliums durchgeführt, sollte doch eine Erhaltungstherapie verordnet werden. Mit modernen Kaliumbinder kƶnnen Anteil und Kosten einer Hospitalisierung reduziert werden (2).

Eine weitere therapeutische Option ist die Aufnahme einer kaliumsparenden ErnƤhrung. Hierzu sollten Fertigprodukte/Kalium aus Lebensmittelzusatzstoffen mƶglichst vermieden werden, da diese eine hohe Kaliumabsorption von bis zu 90 % bewirken. Fleischprodukte haben ebenfalls eine hohe Resorptionsrate von 70–90 % mit einer AnsƤuerung und dadurch zusƤtzlich erhƶhtem Serum-Kalium. Im Gegensatz zu früher sind heute Früchte und Gemüse erlaubt. Pflanzliche Nahrungsprodukte haben für Kalium lediglich eine Absorptionsrate von 50–60 %, zugleich eine alkalisierende Wirkung. Die enthaltenen Kohlenhydrate führen zu einem Kalium–Shift in die Zelle. Diese Mechanismen wirken somit günstig (36, 41, 42). ObstsƤfte sind hingegen zu vermeiden.

Dr. med. Urs N. Dürst

Zelglistrasse 17
8127 Forch

u.n.duerst@ggaweb.ch

Der Autor hat keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel deklariert.

  • Eine HyperkaliƤmie (HK) mit einem Serum-Kalium ≄ 5 mmol/l tritt bei Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und einer korrekten Therapie hƤufig auf. Die Folgen kƶnnen schwerwiegend und lebensbedrohlich sein. Diagnose, PrƤvention und Behandlung haben daher eine grosse Bedeutung um die Fortführung der RAASi-Therapie zu ermƶglichen.
  • Bei einer HI ist die Therapie mit einer RAAS-Blockade (ACE-H./ARB/ARNI und einem MRA) bei max. vertrƤglicher und zugelassener Dosis essenziell; ein Absetzen oder eine Dosisreduktion wegen einer HK oder einem Kreatinin Anstieg geht bei Patienten mit einer HI oder einer CKD mit einer mehr als 2-fach erhƶhten MortalitƤt einher und die HI-Hospitalisationen steigen.
  • SGLT2-H. und MRA’s werden heute bei der Therapie einer HI unabhƤngig von der LV-EF verwendet. BetrƤgt diese < 40 %, so wird Spironolacton oder Eplerenon eingesetzt. Bei einer LV-EF ≄ 40 % das ns MRA Finerenon. Diese Medikamente senken das Risiko einer HI-Hospitalisation, verbessern die LebensqualitƤt und sind nephroprotektiv. Das Serumkalium wird auch bei F. erhƶht, der Benefit ist grƶsser als das Risiko bei den meisten Patienten mit einer HI.
  • Finerenon ist heute bei einer diabetischen Nephropathie, noch nicht aber bei der HI (HFmrEF/HFpEF) zugelassen. Für F. besteht eine potentielle Rolle beim kardio-renalen-metabolischen Syndrom.
  • Die aktuellen ESC-, ACC/AHA- und KDIGO-Guidelines empfehlen bei einer chronischen HI mit HK (> 5.5 mmol/l) den Einsatz eines modernen Kaliumbinders zur Dosis Optimierung der RAASi inkl. MRA-Therapie. Indiziert ist dieser auch bei einer HI mit HK mit weiteren Begleitkrankheiten wie: CKD, T2DM, Hypertonie. VorgƤngig Versuch durch Gabe eines SGLT2-H. und/oder evt. eines GLP-1 RA. Bei einer schweren HK erst nach Versagen aller diskutierten Massnahmen Reduktion oder Absetzen von RAASi.

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2. Cardiomed Live Vortrag «Hyperkaliämie im Spektrum der Kardiologie» vom 02.12.2024: Prof. Dres: M.Boehm, Homburg/ D. Berliner, Hannover/ B. Assmus, Giessen u. Marburg/ I. Emrich Saarland
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TherapieansƤtze für somatische Beschwerden in der Menopause – Überblick über aktuelle Empfehlungen

Im Rahmen des Referats von Prof. Dr. med. Petra Stute, Frauenklinik Inselspital Bern, wurden aktuelle Therapieansätze zur Behandlung somatischer Beschwerden in der Menopause vorgestellt. Besonderer Fokus lag auf den Empfehlungen zur Behandlung der vaginalen Atrophie, bekannt als genitourinary syndrome of menopause (GSM), sowie auf weiteren häufigen Beschwerden wie trockenen Augen, Akne und muskuloskelettalen Symptomen. Die vorgestellten Therapien beinhalten sowohl hormonelle als auch nicht-hormonelle Optionen und bieten einen umfassenden Überblick über Behandlungsmöglichkeiten, die den Bedürfnissen betroffener Frauen gerecht werden sollen.

Vaginale Atrophie und genitourinary Ā­syndrome of menopause (GSM)

Prof. Petra Stute

Ein zentraler Schwerpunkt des Referats lag auf den therapeutischen Optionen für das genitourinary syndrome of menopause (GSM), das durch vaginale Atrophie charakterisiert ist und bei vielen Frauen nach der Menopause auftritt. Die aktuellen NAMS-Empfehlungen von 2020 bieten einen Leitfaden zur Behandlung, der sowohl hormonelle als auch nicht-hormonelle Ansätze umfasst. Für Frauen, die primär eine hormonfreie Therapie wünschen oder benötigen, werden Gleitmittel bei sexueller Aktivität sowie lang wirkende Feuchtigkeitscremes für die regelmässige Anwendung empfohlen. Diese Produkte sind in der Regel gut verträglich und dienen als Erstlinientherapie bei leichten Symptomen.

Wenn Patientinnen jedoch mittelschwere bis schwere Symptome haben oder auf die Erstlinientherapie nicht ausreichend ansprechen, empfiehlt sich der Einsatz von lokalem, niedrig dosiertem Ɩstrogen oder vaginalem Dehydroepiandrosteron (DHEA). DHEA-PrƤparate, wie das in Europa zugelassene IntrarosaĀ® mit einer Dosierung von 6,5 mg tƤglich, bieten eine effektive Option, um die lokale Ɩstrogenproduktion im Gewebe zu fƶrdern und die vaginale Atrophie zu mindern. Studien zeigen, dass dies bei vielen Frauen zu einer Verbesserung der vaginalen Lubrikation und Reduktion von Beschwerden wie Trockenheit und Schmerzen führt. Alternativ kann eine systemische Ɩstrogentherapie in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn zusƤtzlich vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen auftreten.

Ein neuer Ansatz in der Behandlung von GSM ist die Nutzung von Vaginallasern, die jedoch noch in der Erforschung sind und hinsichtlich ihrer Langzeitwirkung und Sicherheit weiter untersucht werden müssen. Die vorläufigen Ergebnisse sind vielversprechend, und diese Methode könnte in Zukunft als ergänzende oder alternative Therapie bei schwerem GSM infrage kommen.

Trockenes Auge und topische Androgene

Eine häufige Begleiterscheinung der Menopause ist die peri- und postmenopausale Keratokonjunctivitis sicca, die sich in Form von trockenen Augen äussert und die Lebensqualität vieler Frauen erheblich beeinträchtigen kann. Im Vortrag wurde auf die Möglichkeit der topischen Anwendung von Androgenen hingewiesen. Da Androgene im Gewebe lokal aromatisiert werden können, ist eine Anwendung auf der Haut der Augenlider sinnvoll. Es wurde beispielhaft eine magistrale Rezeptur aus Estriol Vaginalcreme mit 1 % Testosteronpropionat erwähnt, die einmal täglich abends auf die Augenlider aufgetragen werden kann. Diese Behandlung ist jedoch noch nicht umfassend erforscht, und es fehlen Studien zur Langzeitsicherheit und systemischen Wirkung. Daher wird empfohlen, diese Therapieoption nur unter enger augenärztlicher Überwachung und mit Vorsicht anzuwenden.

Aknetherapie in der Menopause

Neben dem GSM und trockenen Augen kann die Menopause auch zur Verschlechterung oder zum Neuauftreten von Akne führen. Die Behandlungsmöglichkeiten wurden ausführlich dargestellt und umfassen eine Kombination aus topischen und systemischen Therapien. Zu den topischen Mitteln gehören Retinoide wie AIROL® 0,05 % Creme und Differin®, die entzündungshemmend wirken und die Talgproduktion regulieren. Ergänzend dazu können Antibiotika wie Clindamycin, häufig in Kombination mit Benzoylperoxid, in Form von Gelen wie Duac Akne Gel® angewendet werden, um das Bakterienwachstum zu hemmen.

In schwereren Fällen wird die Einnahme von Doxakne® (50 mg täglich für 6-12 Wochen) empfohlen, einem oralen Antibiotikum, das gezielt bei hormonell bedingter Akne wirkt. Für Frauen, die von hormonellen Schwankungen betroffen sind, kann ausserdem eine antiandrogene Therapie mit Aldactone® (50-100 mg täglich) vorteilhaft sein. Diese off-label-Anwendung zielt darauf ab, die Wirkung von Androgenen im Körper zu mindern und so die Hautprobleme zu reduzieren. Als wichtige ergänzende Massnahmen wird auf die Bedeutung von Lichtschutz, einer ausgewogenen Ernährung und gesunder Lebensführung hingewiesen, die zur Stabilisierung des Hautbildes beitragen.

Muskulatur und Gelenke – Erhalt und PrƤvention durch Hormontherapie

Ein weiterer, oft unterschƤtzter Aspekt der menopausalen Beschwerden betrifft das muskuloskelettale System. Frauen in der Menopause leiden nicht selten unter MuskelschwƤche und Gelenkschmerzen, die ihre MobilitƤt und LebensqualitƤt beeintrƤchtigen kƶnnen. Studien zeigen, dass eine Hormontherapie, insbesondere eine Kombinationstherapie aus Ɩstrogen und Gestagen, positiven Einfluss auf die Muskulatur und die Gelenke hat und somit prƤventiv wirken kann. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollstƤndig erforscht, jedoch wird angenommen, dass der Rückgang von Ɩstrogen wƤhrend der Menopause eine Rolle bei der MuskelschwƤche und den Gelenkschmerzen spielt. Durch eine gezielte Hormontherapie kann der Muskeltonus verbessert und das Risiko für Gelenkbeschwerden reduziert werden.

Ganzheitliche Ansätze und Lebens­stilmassnahmen

Ergänzend zu den medikamentösen Therapien wurde im Vortrag die Bedeutung von nicht-pharmakologischen Massnahmen und einem ganzheitlichen Ansatz betont. Dazu zählen regelmässige körperliche Aktivität, die zum Erhalt der Muskelkraft und Gelenkgesundheit beiträgt, sowie gezielte Massnahmen zur Stressbewältigung. Auch eine ausgewogene Ernährung mit einem Fokus auf entzündungshemmenden Lebensmitteln kann zur Reduktion von Beschwerden beitragen und die allgemeine Gesundheit fördern. Der Verzicht auf Rauchen und eine Kontrolle des Körpergewichts sind zusätzliche Faktoren, die die Therapie unterstützen und das Risiko für verschiedene Begleiterscheinungen der Menopause verringern können.

Take-Home-Message:

Die Therapie somatischer Beschwerden in der Menopause sollte individuell angepasst sein und eine Kombination aus pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Optionen umfassen. Vaginale Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes stellen die Basistherapie für GSM dar, während bei stärkeren Beschwerden vaginale Hormone oder DHEA-Präparate hinzugezogen werden können. Für trockene Augen und Akne existieren spezialisierte Behandlungsoptionen. Die Bedeutung von Lebensstilfaktoren darf in der Therapieplanung nicht unterschätzt werden, da sie wesentlich zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der Massnahmen beitragen.

Heinrich Lehmann, MSc, MAE

lehmann@medinfo-verlag.ch

Einblicke und therapeutische AnsƤtze bei MigrƤne

MigrƤne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die Frauen im reproduktiven Alter besonders hƤufig betrifft. Hormonelle Schwankungen, insbesondere im Zusammenhang mit Ɩstrogen und Progesteron, spielen eine zentrale Rolle in der MigrƤneentstehung und beeinflussen die HƤufigkeit und IntensitƤt der AnfƤlle. Dr. Susanne Fasler stellte beim 27. Kongress für praktische GynƤkologie und Geburtshilfe in NƤfels aktuelle Erkenntnisse zur hormonellen MigrƤne und zu therapeutischen Mƶglichkeiten vor. Der Bericht beleuchtet den Einfluss hormoneller VerƤnderungen auf das MigrƤnegeschehen und gibt einen Überblick über prƤventive sowie therapeutische AnsƤtze.

Epidemiologie und hormonelle Faktoren

Dr. med. S. Fasler

MigrƤne ist weltweit eine der hƤufigsten Kopfschmerzerkrankungen und betrifft Frauen etwa dreimal so hƤufig wie MƤnner. Dieser Unterschied wird primƤr auf hormonelle Einflüsse zurückgeführt, da die MigrƤneprƤvalenz wƤhrend der Kindheit noch Ƥhnlich ist. Mit Beginn der PubertƤt steigt sie jedoch bei MƤdchen deutlich an und bleibt bis zur Menopause erhƶht. Studien zeigen, dass hormonelle Schwankungen, insbesondere VerƤnderungen des Ɩstrogen- und Progesteronspiegels, MigrƤneauslƶser sein kƶnnen. WƤhrend die MigrƤneprƤvalenz in der Schwangerschaft hƤufig abnimmt, steigt sie in der Perimenopause hƤufig erneut an. Auch bei der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva und wƤhrend einer Hormonersatztherapie (HRT) kƶnnen sich MigrƤneanfƤlle verƤndern.

Das trigeminusvaskulƤre System

Ein zentrales Thema war das trigeminusvaskuläre System, das eine Schlüsselrolle in der Migränepathophysiologie spielt. Dieses System umfasst den Nervus trigeminus, der die Schmerzempfindlichkeit des Gesichts und des Kopfes reguliert, sowie vaskuläre Komponenten, die an der Migräneentstehung beteiligt sind. Besonders relevant ist das Neuropeptid Calcitonin-Gene-Related Peptide (CGRP), das während Migräneattacken verstärkt ausgeschüttet wird und eine Dilatation der Blutgefässe sowie eine Entzündungsreaktion hervorruft. Oxytocin, ein weiteres Hormon, das u. a. soziale Interaktionen und Schmerzempfinden moduliert, zeigt im Trigeminusganglion eine hemmende Wirkung auf die CGRP-Ausschüttung. Dieser Mechanismus eröffnet neue therapeutische Ansätze zur gezielten Migränebehandlung.

Hormonelle Einflüsse auf die Migräne

Ɩstrogen ist einer der Hauptfaktoren, der den MigrƤneverlauf bei Frauen beeinflusst. WƤhrend des Zyklus sinkt der Ɩstrogenspiegel kurz vor der Menstruation ab, was bei vielen Frauen zur sogenannten menstruellen MigrƤne führt. Diese MigrƤneform tritt meist ohne Aura auf und ist hƤufig intensiver und schwerer zu behandeln als zyklusunabhƤngige MigrƤne. Studien legen nahe, dass eine Stabilisierung des Ɩstrogenspiegels, beispielsweise durch eine transdermale Ɩstrogengabe wƤhrend der Perimenstruation, die HƤufigkeit und IntensitƤt der MigrƤneattacken reduzieren kann. Allerdings sind Dosierung und Anwendungsdauer entscheidend, um eine mƶgliche MigrƤneverschlechterung nach dem Absetzen der Hormone zu vermeiden.

Progesteron spielt ebenfalls eine Rolle in der Schmerzmodulation bei MigrƤne. Es ist bekannt, dass Progesteron die Schmerzempfindlichkeit im trigeminalen System reduziert und dadurch die MigrƤnesymptome lindern kann. In der Praxis wird Progesteron jedoch eher selten isoliert zur MigrƤnetherapie eingesetzt, da die Wirksamkeit und Dosierung individuell stark variieren.

Therapeutische Optionen: Antikonzeption und HRT

Hormonelle Interventionen bieten bei hormoninduzierter Migräne vielversprechende Therapieoptionen. Eine Möglichkeit zur Prävention menstrueller Migräneattacken ist die Anwendung kombinierter oraler Kontrazeptiva (COC) im Langzyklus, wodurch hormonfreie Intervalle und somit starke hormonelle Schwankungen vermieden werden. Diese Methode sollte jedoch bei Frauen mit Migräne mit Aura mit Vorsicht angewendet werden, da das Schlaganfallrisiko unter COC signifikant erhöht ist. Alternativ kann die Einnahme des Progestin-Only-Pills (POP) eine günstige Wirkung auf menstruelle Migräne haben und sowohl die Anzahl als auch die Intensität der Migränetage moderat verringern.

Eine Hormonersatztherapie (HRT) zur Behandlung klimakterischer Beschwerden ist bei migrƤneanfƤlligen Frauen mit Bedacht zu wƤhlen. WƤhrend eine orale HRT die MigrƤne hƤufig verschlechtert, kƶnnen niedrig dosierte, kontinuierliche transdermale PrƤparate den Ɩstrogenspiegel stabilisieren und menstruelle MigrƤne verbessern. Tibolon, ein synthetisches HormonprƤparat, hat sich bei einigen postmenopausalen Frauen als günstiger erwiesen, da es keine zyklischen HormonverƤnderungen induziert.

Akuttherapie und Prophylaxe

Neben hormonellen Interventionen spielt die Akuttherapie eine wichtige Rolle in der Migränebehandlung. Triptane, die spezifisch bei Migräne und Clusterkopfschmerzen eingesetzt werden, zeigen eine gute Wirksamkeit bei Attacken mit und ohne Aura. Mutterkornalkaloide sind eine weitere Möglichkeit, jedoch aufgrund von Nebenwirkungen wie Übelkeit und Gefässverengung nur bedingt geeignet. Zur Unterstützung können Antiemetika und Analgetika verabreicht werden.

Die Prophylaxe umfasst nicht-hormonelle Massnahmen wie Verhaltensmodifikationen und psychologische Verfahren, die zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Medikamentös stehen Betablocker, Calciumantagonisten, Antikonvulsiva und Antidepressiva zur Verfügung. Neue therapeutische Optionen umfassen monoklonale Antikörper gegen CGRP oder dessen Rezeptor, die eine gezielte Migräneprophylaxe ermöglichen.

InterdisziplinƤre Zusammenarbeit und patientenorientierte Therapie

Die Behandlung der Migräne erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Neurologen. Während Neurologen die primäre Therapie der Migräne übernehmen, spielen Gynäkologen eine wichtige Rolle bei der Auswahl von Verhütungsmethoden und Hormontherapien. Eine sorgfältige Anamnese vor der Verschreibung hormoneller Präparate ist essenziell, um mögliche Risiken wie ein erhöhtes Schlaganfallrisiko zu identifizieren und die geeignete Behandlung für die Patientin auszuwählen.

Take-Home-Message

MigrƤne bei Frauen ist oft eng mit hormonellen Schwankungen verknüpft, insbesondere mit dem Abfall des Ɩstrogenspiegels vor der Menstruation. Eine gezielte Stabilisierung des Hormonspiegels durch geeignete HormonprƤparate kann MigrƤneattacken mindern oder verhindern. Bei der Wahl hormoneller Interventionen ist eine gründliche Anamnese erforderlich, wobei die MigrƤneanamnese stets in die Entscheidung einbezogen werden sollte. Die Behandlung von MigrƤne erfordert eine interdisziplinƤre Herangehensweise, bei der GynƤkologen und Neurologen gemeinsam optimale Therapieentscheidungen für ihre Patientinnen treffen.

Heinrich Lehmann, MSc, MAE

lehmann@medinfo-verlag.ch

Vorstellung unseres Redaktionsmitglieds Prof. Adam Czaplinski

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Vitamin K2 reduziert die Häufigkeit nächtlicher Waden­krämpfe bei älteren Menschen

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