Das geschwollene Bein

Beinƶdeme sind ein hƤufiger Vorstellungsgrund in der hausƤrztlichen und internistischen Praxis. Sie entstehen durch Flüssigkeitsansammlung im Interstitium und kƶnnen sowohl physiologische Auslƶser – wie Hitzeƶdeme, statische Belastungsƶdeme, prƤmenstruelle VerƤnderungen oder Schwangerschaft – als auch vielfƤltige pathologische Ursachen haben. Der Artikel beschreibt die wichtigsten Differenzialdiagnosen wie Herzinsuffizienz, nephrotisches Syndrom, Leberzirrhose, tiefe Venenthrombose, chronisch venƶse Insuffizienz, postthrombotisches Syndrom und Lymphƶdem. Für jede Ursache werden typische Anamnese- und Befundkonstellationen, zentrale diagnostische Schritte sowie leitlinienbasierte Therapieoptionen erlƤutert. Ziel ist die strukturierte Ƥtiologische Einordnung, um frühzeitig angemessene FachabklƤrungen und wirksame Behandlungen einzuleiten.

Leg edema is a common reason for presentation in general practice and internal medicine. It results from the accumulation of fluid in the interstitial space and may be caused by physiological factor – such as heat edema, dependent (gravitational) edema, premenstrual or pregnancy related edema as well as a wide range of pathological conditions. The article outlines the most important differential diagnoses, including heart failure, nephrotic syndrome, liver cirrhosis, deep vein thrombosis, chronic venous insufficiency, post-thrombotic syndrome, and lymphedema. For each cause, typical patterns in medical history and clinical findings, key diagnostic steps, and guideline-based therapeutic options are described. The aim is to enable a structured etiological classification to initiate timely specialist evaluation and effective treatment.
Keywords: Beinƶdeme, Differenzialdiagnostik, Venenerkrankungen, Lymphƶdem

Einleitung

Bein- und Fussƶdeme sind ein hƤufiger Konsultationsgrund für Patientinnen und Patienten in der hausƤrztlichen Praxis. Sie entstehen durch eine Ansammlung von Flüssigkeit im interstitiellen Raum (1). Verschiedene Mechanismen kƶnnen hierfür verantwortlich sein. Ƅtiologisch kommen sowohl physiologische Flüssigkeitseinlagerungen als auch eine Vielzahl von Krankheitsbildern in Betracht, die sich als Beinschwellung manifestieren. Zu den physiologischen Ɩdemen zƤhlen etwa Hitzeƶdeme, statische Überlastungsƶdeme nach langem Sitzen oder Stehen, zyklische prƤmenstruelle Ɩdeme sowie das physiologische Schwangerschaftsƶdem. Pathologische Ɩdeme treten hingegen im Rahmen verschiedener Erkrankungen auf, darunter Herz- und Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, chronisch-venƶse Insuffizienz, Thrombose, Infektionen oder ein Lymphƶdem. Das Lipƶdem wurde zwar historisch zu den Ɩdemen gezƤhlt, jedoch handelt es sich um eine anlagebedingte Fettverteilungs- und Vermehrungsstƶrung (1). Einen Überblick ausgewƤhlter Ursachen von Ɩdemen – orientierend eingeordnet nach der AkuitƤt und Lokalisation ihres Auftretens – gibt Abb. 1.

Die Vielzahl mƶglicher Differenzialdiagnosen stellt eine relevante Herausforderung im klinischen Alltag dar. Ziel ist es, mittels sorgfƤltiger Anamnese, klinischer Untersuchung sowie gezielter Labor- und apparativer Diagnostik die ursƤchliche Pathologie korrekt zu identifizieren, um anschliessend adƤquate Behandlungsmassnahmen einzuleiten.

Bei infektiƶsen Ursachen (z. B. Erysipel oder Phlegmone) stehen neben gezielter Anamnese und klinischer Untersuchung vor allem die labordiagnostische Bestimmung der Entzündungsparameter und die mikrobiologische Diagnostik im Vordergrund. Eine kalkulierte, idealerweise resistogrammgerechte Antibiose stellt die wichtigste therapeutische Massnahme dar. Je nach Befund kann ergƤnzend eine chirurgische Sanierung erforderlich werden.

Eine kardiale, renale, hepatische oder vaskulƤre Ursache von Ɩdemen erfordert eine umfangreiche diagnostische Aufarbeitung und ein komplexes therapeutisches Management. Diese Krankheitsbilder werden daher im Folgenden genauer dargestellt.

Herzinsuffizienz

Eine Rechtsherzinsuffizienz – etwa infolge pulmonaler Hypertonie, ischƤmischer Herzerkrankung oder Kardiomyopathie – führt zum Rückstau des Blutes ins venƶse System. Der dadurch erhƶhte hydrostatische Druck begünstigt den Austritt von Flüssigkeit ins Interstitium und somit die Entstehung von Ɩdemen. Insbesondere bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz kƶnnen zusƤtzliche Faktoren wie eine chronische Nierenerkrankung (chronic Ā­kidney disease, CKD), Cirrhose cardiaque und MangelernƤhrung die Symptomatik weiter verstƤrken.

In der Anamnese sollte nach der Lokalisation, dem zeitlichen Verlauf der Ɩdeme sowie weiteren kardialen Kardinalsymptomen (Brustschmerzen, Dyspnoe, Orthopnoe, nƤchtliches Husten, Schwindel, Synkopen, Palpitationen, Herzrasen), KƶrpergewichtsƤnderungen und Fieber gefragt werden. Die Labordiagnostik sollte neben Blutbild, Nierenwerten, Elektrolyten, TSH und Transaminasen auch die Bestimmung der natriuretischen Peptide beinhalten (NT-proBNP oder BNP). Falls letztere normwertig sind, kann eine kardiale Genese der Ɩdeme weitgehend ausgeschlossen werden. Bei erhƶhten natriuretischen Peptiden ist eine Überweisung zum Kardiologen zur transthorakalen Echokardiographie indiziert. Diese ermƶglicht die BestƤtigung der Verdachtsdiagnose, die Klassifikation der Herzinsuffizienz anhand der Auswurffraktion sowie die Gewinnung wichtiger Hinweise zur zugrunde liegenden Ƅtiologie, wie z. B. Klappenerkrankungen oder strukturellen MyokardschƤden.

Neben Allgemeinmassnahmen (Nikotinkarenz, Kƶrpergewichtsnormalisierung, regelmƤssige kƶrperliche AktivitƤt) ist oft eine spezifische Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Revaskularisation bei KHK, Klappenersatz/-rekonstruktion) mƶglich. Neben lokaler Kompressionsbehandlung und (Schleifen-)Diuretika zur Flüssigkeitsretention kommen je nach PhƤnotyp der Herzinsuffizienz als medikamentƶse Therapie primƤr die sog. Ā«phantastischen vierĀ» Wirkstoffgruppen zum Einsatz:
• Herzinsuffizienz mit reduzierter LVEF (HFrEF): SGLT2i (IA), ACEi/ARB/ARNI (IA), MRA (IA), Beta-blocker (IA) (2)
• Herzinsuffizienz mit leicht reduzierter LVEF (HFmrEF): SGLT2i (IA), ACEi/ARB/ARNI (IIb), MRA (IIb), Beta-blocker (IIb) (3)
• Herzinsuffizienz mit erhaltener LVEF (HFpEF): SGLT2i (IA) (3)

Nephrotisches Syndrom

Glomerulonephritiden, diabetische Nephropathie, multiples Myleom, Amyloidose u. a. führen zu einer erhƶhten PermeabilitƤt der Kapillaren für Plasmaeiweisse mit Verlust von Proteinen in den Urin. Kompensatorisch wird die Proteinsynthese in der Leber gesteigert. Sobald der Verlust die SynthesekapazitƤt der Leber übersteigt (3–3.5 g/Tag) kommt es zu den klassischen Symptomen des nephrotischen Syndroms.
• Proteinurie > 3.5 g/d
• HypalbuminƤmie und HyperlipoproteinƤmie
• Ɩdeme
• HyperkoagulabilitƤt (1)
Hypothetisch werden zwei wesentliche Mechanismen der Ɩdembildung angenommen: einerseits die Retention von Natrium und Wasser durch geschƤdigte Nephrone, andererseits die Senkung des kolloidosmotischen Drucks mit relativer HypovolƤmie durch den Verlust von Albumin im Rahmen der erhƶhten KapillarpermeabilitƤt mit konsekutiver Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) mit wiederum zusƤtzlicher Natrium- und Wasserretention. Es kommt auch zum Verlust anderer Funktionsproteine wie Immunglobuline oder Antithrombin mit den Folgen einer erhƶhten InfektanfƤlligkeit und einer Thromboseneigung (4).

Die Anamnese sollte u.a. quantitative und qualitative VerƤnderungen des Urins (z. B. vermehrte Schaumbildung) umfassen. Die klinische Untersuchung zeigt primƤr oft periorbitale, im Verlauf generalisierte Ɩdeme. Die Labordiagnostik sollte neben Blutbild, Kreatinin, geschƤtzter glomerulƤrer Filtrationsrate (eGFR), Harnstoff, Elektrolyten, TSH und Transaminasen auch die Bestimmung der natriuretischen Peptide beinhalten. Eine Teststreifen-Analyse des morgendlichen Mittelstrahlurins kann als Screeninguntersuchung auf eine Albuminurie – insbesondere auch bei chronischen Erkrankungen, die typischerweise zu einer NierenschƤdigung führen (Diabetes mellitus oder arterielle Hypertonie) – erfolgen. Um eine Albuminurie zu bestƤtigen und zu quantifizieren, sollte nachfolgend immer die Bestimmung der Albumin-/Kreatinin-Ratio (ACR) erfolgen (5). Ein Wert von ≄ 30 mg/g oder ≄ 3 mg/mmol wird als pathologisch angesehen (5). Auf die Bestimmung von ACR und eGFR stützt sich auch das CKD-Klassifikationssystem. Weiterführende diagnostische Methoden umfassen u.a. eine Nierensonographie und eine Nierenbiopsie. Die Therapie der Grunderkrankung steht an erster Stelle, bspw. mittels Immunsuppressiva bei Glomerulonephritiden. Zur Verlangsamung der CKD-Progression kommen ACE-Hemmer und Sartane in der hƶchsten vertrƤglichen Dosis, sowie SGLT2-Inhibitoren zum Einsatz (5). Eine Proteinaufnahme >1.3 g/kgKG/d und eine Kochsalzaufnahme >5 g/d, Nikotinkonsum und die Einnahme nephrotoxischer Medikamente (z. B. NSAID) sollten vermieden werden (5). Die akute Behandlung der Ɩdeme erfolgt primƤr durch die Gabe von Schleifendiuretika, ggf. unter Hinzunahme von Thiaziden oder Thiazidanaloga (z. B. Metolazon) als sequenzielle Nephronblockade.

Leberzirrhose

Verschiedene Auslöser (u.a. kardio-renal, metabolisches Syndrom, toxisch oder infektiös) können zu einer Zerstörung der physiologischen Leberstruktur führen. In der Folge treten eine reduzierte Syntheseleistung der Leber, eine portale Hypertension und die Bildung intrahepatischer portosystemischer Shunts zwischen Portalgefässen und Lebervenen mit konsekutiver Minderperfusion der Leber auf (1).

Mehrere Mechanismen liegen der Ɩdementstehung zugrunde:
1. Die portale Hypertension bewirkt eine HypervolƤmie der SplanchnikusgefƤsse und eine vermehrte Lymphproduktion (1).
2. Die verminderte Syntheseleistung der Leber führt zur Hypalbuminämie, so dass der kolloidosmotische Druck erniedrigt wird (1).
3. Der resultierende intravasale Volumenmangel bewirkt die Aktivierung des RAAS-Systems, sowie eine gesteigerte Produktion von Antidiuretischem Hormon (ADH) und Katecholaminen. Hierdurch werden renal vermehrt Natrium und Wasser retiniert (1).

Durch die Anamnese sollten unter anderem Risikofaktoren für eine Lebererkrankung evaluiert werden (v.a. Alkoholkonsum, Hepatitiden). In der klinischen Untersuchung kƶnnen sich neben Aszites, Pleuraergüssen, Ɩdemen bei gleichzeitig typischerweise kachektischem Habitus die Leberhautzeichen (z. B. Caput medusae, Spider naevi, Teleangiektasien, Lackzunge, WeissnƤgel, Palmarerythem) zeigen. Labordiagnostisch sollten neben kleinem Blutbild (Thrombozytopenie), Nierenwerten, Elektrolyten, TSH und NT-pro-BNP vor allem Transaminasen, gGT, Albumin, INR, PTT, Antithrombin, Cholinesterase, Bilirubin und eine Hepatitis-Serologie bestimmt werden. PrimƤre Bildgebung ist eine Sonographie der Leber. Therapeutisch steht – neben der Behandlung der Grunderkrankung – vor allem die symptomatische Behandlung der Ɩdeme im Vordergrund. Diuretikum der 1. Wahl ist Spironolacton, ggf. in Kombination mit Schleifendiuretika (6). Hepatotoxische Substanzen (insbesondere Alkohol sowie gewisse Medikamente) (1) und eine Kochsalzaufnahme >5 g/d (6) sollten vermieden werden. Hinsichtlich der ErnƤhrung sollte ein ausreichender Eiweissgehalt (1.2–1.5 g/kgKG/d) und Energiegehalt (30–35 kcal/kgKG/d) angestrebt werden (6).

Tiefe Beinvenenthrombose (TVT)

GemƤss der Virchow-Trias kƶnnen der Entstehung einer Thrombose drei wesentliche Ursachen zugrunde liegen:
1. SchƤdigung des Endothels: Inflammation, Trauma (1)
2. VerƤnderung des Blutflusses: Verwirbelung, Verlangsamung (z. B. lokale Stase, Herzinsuffizienz) (1)
3. VerƤnderung der Zusammensetzung des Blutes: Dysbalance von Gerinnung und Fibrinolyse (1)

Hinweisend in Anamnese und klinischer Untersuchung sind ein akutes – i.d.R. einseitiges Auftreten, mit Schmerzen, Rƶtung, Schwellung und harter, gespannter Haut. Als auslƶsende Faktoren sollten kürzliche Immobilisationen (lƤngere Reisen, Hospitalisationen), die Einnahme hormoneller Kontrazeptiva, Nikotinabusus und bekannte Thrombophilie (auch familiƤr) erfragt werden. Mittels validierter Scores (z. B. Wells-Score, Tab. 1) kann die klinische Wahrscheinlichkeit für eine TVT abgeschƤtzt werden. Bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit (Wells Score 0–1 Punkte) und negativen D-Dimeren gilt eine TVT als ausgeschlossen (7). Bei einem Wells-Score ≄2 Punkte sollte primƤr eine vollstƤndige Kompressionssonographie des betroffenen Beins erfolgen (7). Sie stellt die Diagnostik der ersten Wahl dar – auch als BestƤtigungstest bei positiven D-Dimeren und niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit (7). Da bei einer Schwangerschaft die D-Dimere als Ausdruck der physiologischen Aktivierung des Gerinnungssystems physiologisch ansteigen, sollte ein D-Dimer-unabhƤngiger Vortest verwendet werden, beispielsweise der LEFt-Score (8). Je nach Klinik (Angabe von Dyspnoe/Thoraxschmerzen/EKG-VerƤnderungen wie Rechtsschenkelblock, Rechtslagetyp, Sinustachykardie) muss an eine Lungenarterienembolie gedacht und diese mittels CT-Angiographie des Thorax ausgeschlossen werden. Die Therapie einer TVT lƤsst sich in drei Phasen gliedern: Im Rahmen der Initialtherapie (5–21 Tage) und der Erhaltungstherapie (mind. 3–6 Monate) sollte eine therapeutische Antikoagulation erfolgen. Ziel ist die Verhinderung einer Thrombose-Progression und die Verhinderung von Lungenembolien (7). Nach 6 Monaten beginnt die Phase der SekundƤrprophylaxe. Hier muss sorgfƤltig abgewogen werden, ob eine verlƤngerte oder gar dauerhafte Fortführung der Antikoagulation in therapeutischer oder niedrigerer Dosis erforderlich ist (7). Andernfalls kann diese beendet und ggf. eine medikamentƶse Prophylaxe venƶser Thromboembolien (VTE) in Risikosituationen etabliert werden. Konstant vorhandene Risikofaktoren – wie eine Thrombophilie oder ein unheilbares Malignom – erfordern im Gegensatz zu nur passager vorhandenen Risikofaktoren – wie einer Immobilisation in Folge eines Langstreckenfluges – i.d.R. eine dauerhafte Fortführung der therapeutischen Antikoagulation. Zur Antikoagulation bei TVT werden grundsƤtzlich direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) gegenüber Vitamin-K-Antagonisten oder niedermolekularen Heparinen bevorzugt, ausser bei substanzspezifischen Kontraindikationen (z. B. Antiphospholipidsyndrom, Schwangerschaft, schwere Niereninsuffizienz) (7). In den letzten Jahren gewinnen minimalinvasive Verfahren zur Rekanalisation iliofemoraler Thrombosen (Entfernung des Thrombus, Behebung einer anatomischen Enge, z. B. bei May-Thurner), mit entsprechender Symptomatik, zunehmend an Bedeutung. Dann sollte auch primƤr mit einem niedermolekularen Heparin bis zur KlƤrung des weiteren therapeutischen Vorgehens begonnen werden.

Zu beachten sind die jeweiligen Dosierungsempfehlungen gemƤss der gültigen Fachinformationen (z. B. initial hƶhere Dosis von Rivaroxaban und Apixaban). Die lokale Kompressionstherapie sollte initial mittels eines phlebologischen Kompressionsverbands und bei bereits rücklƤufiger Beinschwellung mittels eines Kompressionsstrumpfs der Klasse II erfolgen. Auch die Fortführung der Kompressionstherapie sollte nach 3–6 Monaten reevaluiert werden (7). Die Phlegmasie ist die fulminanteste Form einer (meist ilio-femoralen) TVT und stellt einen akuten GefƤssnotfall dar. Generell wird zwischen einer Phlegmasia alba dolens und der zyanotischen Phlegmasia cerulea dolens unterschieden. Die letztere kann in eine venƶse GangrƤn übergehen und benƶtigt eine umgehende notfallmedizinische Betreuung. Pathophysiologisch führt der nahezu komplette venƶse Abflussverschluss zu massivem Gewebsƶdem, Druckanstieg und sekundƤr auch zu arterieller Minderperfusion, was klinisch eine akute ExtremitƤten-IschƤmie imitieren kann. Die Soforttherapie umfasst eine therapeutische Antikoagulation, Hochlagerung und konsequente Kompression zur Stabilisierung und Embolie-Prophylaxe sowie – bei geeigneterer Anatomie – eine endovaskulƤre Venenintervention zur Wiederherstellung des venƶsen Abflusses (8).

Chronisch-Venƶse Insuffizienz

Die chronisch-venƶse Insuffizienz entsteht durch eine venƶse Hypertonie infolge eines Refluxes (Klappeninsuffizienz) und/oder durch eine venƶse Obstruktion (postthrombotisch, Kompression). Im Alltag wird die CEAP-Klassifikation (Tab. 2) zur standardisierten Beschreibung verwendet (9). Klinisch wegweisend sind das Schwere-/ Spannungsgefühl, Schmerzen, das Ɩdem, HautverƤnderungen (Pigmentierung, Dermatoliposklerose, Atrophie blanche, aktive oder abgeheilte Ulzerationen) aber auch Besenreiservarizen/Teleangiektasien, retikulƤre Varizen oder bereits im Liegen oder Stehen sichtbare Varizen (10). ErgƤnzend kann der klinische Schweregrad über den VCSS (Venous Clinical Severity Score) erfolgen. Liegen mit erhƶhten Beinen (passiver Rückstrom) und Laufen (aktive Muskelpumpe) wirken sich günstig aus, wƤhrend Sitzen und Stehen (Stase) zu vermehrter Ɩdembildung führen. Per Labordiagnostik und Sonographie sollten zunƤchst andere Ursachen eines Beinƶdems ausgeschlossen werden. Die klinische Untersuchung erfolgt im Stehen mit Inspektions- und Funktionstests; der Nachweis der Ursache (Reflux/Obstruktion) erfolgt mittels Duplexsonografie (9). Das Fundament der Therapie der chronisch-venƶsen Insuffizienz bleibt die Kompressionstherapie zur Symptomkontrolle, Ulkusheilung und Rezidivprophylaxe. Bei nachweisbarem Reflux in den Stammvenen oder Perforansvenen existieren endovenƶse und chirurgische Verfahren, wobei hier mittlerweile die endovenƶse Ablation bei anatomischer Eignung gegenüber den chirurgischen Verfahren vorgezogen wird (11). Phlebektomien und Sklerosierungsverfahren ergƤnzen hierbei die Intervention. Venoaktive Substanzen (Flavonoide wie z. B. MPFF, Saponine wie z. B. Rosskastaniensamen-Extrakt oder Polysaccharide wie Sulodexid) kƶnnen Symptome reduzieren, ersetzen aber keine kausale Refluxbehandlung. Ist die chronisch-venƶse Insuffizienz bereits soweit fortgeschritten, dass ein venƶses Ulcus besteht, sind die effektive Kompressionstherapie und die Varizensanierung essentiell für eine rasche Heilung und zur Verhinderung eines Rezidivs (12).

Postthrombotisches Syndrom

Das postthrombotische Syndrom (PTS) ist eine chronische SpƤtfolge einer proximalen Beinvenenthrombose (Beckenvenenthrombose, femoro-popliteale Venenthrombose). Das Risiko für die Entstehung eines PTS durch eine distale Beinvenenthrombose (Unterschenkelthrombose, Muskelvenenthrombose) bleibt gering. In Folge der direkten KlappenschƤdigung durch den Thrombus und/oder durch die anhaltende venƶse Obstruktion entsteht eine venƶse Hypertonie, welche zu einer chronisch-venƶsen Insuffizienz führt. In den meisten FƤllen entwickelt sich ein PTS innerhalb weniger Monate nach einer symptomatischen Beinvenenthrombose, kann aber auch Jahre nach einem thrombotischen Ereignis auftreten (13). Je nach Patientenkollektiv kƶnnen 5–10% der Patienten mit einem PTS ein Ulcus cruris entwickeln (14). Das klinische Bild gleicht der chronisch-venƶsen Insuffizienz. Eine (belastungsabhƤngige) venƶse Claudicatio kann auf eine proximale/zentrale Abflusshinderung hinweisen. Die Beurteilung des PTS-Schweregrades erfolgt mittels des Villalta-Scores (Tab. 3). Der Villalta-Score ist validiert und in den Leitlinien empfohlen (15). Zudem existiert eine patientenberichtete Version (PRV2). Die venöse Claudicatio als ein Schweregrad-relevantes Merkmal wird leider nicht erfasst. Zur Beurteilung eines venƶsen Refluxes oder einer Obstruktion ist die Duplexsonografie das Ā­Mittel der Wahl, wobei sowohl die oberflƤchlichen als auch die tiefen Beinvenen und Perforansvenen beurteilt werden sollten. Bei einer Beckenvenenthrombose kann eine CT-Venografie/MR-Venografie die Diagnostik ergƤnzen – vor allem im Hinblick auf eine mƶgliche Intervention. Hauptpfeiler der Therapie sind – wie bei der chronisch-venƶsen Insuffizienz – die Symptomkontrolle, die UlkusprƤvention sowie die Verhinderung eines Rezidivs. Die Verwendung von Kompressionsstrümpfen ist symptomorientiert. Der Einsatz von Kompressionsstrümpfen zur Prophylaxe eines PTS nach einer TVT ist nach aktueller Evidenz nicht obligat (9, 16). Bei inadƤquater Antikoagulation der zugrundeliegenden TVT hingegen besteht ein erhƶhtes Risiko für die Entwicklung eines PTS (17). Eine endovaskulƤre Rekanalisation der TVT senkt zwar nicht die Inzidenz für ein PTS, kann aber in ausgewƤhlten FƤllen den Schweregrad eines PTS positiv beeinflussen (18).

Lymphƶdem

Das Lymphƶdem ist eine der hƤufigsten Ursachen chronischer Beinƶdeme (Tab. 4). Im klinischen Alltag dominiert das sekundƤre Lymphƶdem, welches v.a. nach Operation und Radiatio vorkommt (19). In endemischen Regionen (v.a. Subsahara) ist die Filariose die führende Ursache sekundƤrer Lymphƶdeme. Das primƤre Lymphƶdem ist selten und seine Diagnostik bzw. Therapie sollte in Spezialzentren erfolgen. Das weibliche Geschlecht, hƶheres Alter, Adipositas und wiederholte Operationen sind mit einem hƶheren Risiko assoziiert. Das Lymphƶdem kann jedoch auch im Rahmen einer fortgeschrittenen chronisch-venƶsen Insuffizienz oder immobilitƤtsbedingt entstehen. Pathophysiologisch liegt eine verminderte TransportkapazitƤt des Lymphsystems in Folge von Fehlbildungen, Funktionsstƶrungen oder Abflusshinderungen zugrunde, wodurch es zur Zunahme der interstitiellen Flüssigkeit mit – in weiterer Folge – fibrosierenden/sklerosierenden Gewebsumbauten, SchƤdigung der Hautbarriere, Ulzerationen und rezidivierenden Infekten kommt (20). Typischerweise ist lediglich eine Seite betroffen, oder eine Seite ist deutlicher geschwollen als die Gegenseite. Die Zehen sind – anders als bei venƶsen Ɩdemen – mitbetroffen (quaderfƶrmige Schwellung, sog. Kastenzehen sowie ein positives Stemmer-Zeichen) (1). Der zeitliche Verlauf ist langsam progredient. Im initialen Latenzstadium liegt noch keine Schwellung vor. Dann findet sich zunƤchst eine weiche Schwellung mit eindrückbarer Delle. Bei lƤnger bestehendem Befund kommt es zum fibrotischen Umbau mit VerhƤrtung. Dann ist das Ɩdem kaum noch eindrückbar. Im Endstadium stellt sich eine lymphostatische Elephantiasis dar. Per Labordiagnostik und Sonographie sollten zunƤchst andere Ursachen eines Beinƶdems ausgeschlossen werden. Rezidivierende Erysipele sind internistische Warnsignale und verschlechtern den klinischen Verlauf eines Lymphƶdems. Die Tagesfluktuation der Ɩdemneigung ist – im Gegensatz zur chronisch-venƶsen Insuffizienz – deutlich geringer ausgeprƤgt. Unbehandelt drohen bleibende FormverƤnderungen und erhebliche LebensqualitƤtsverluste (21). Die Diagnose eines Lymphƶdems wird klinisch gestellt und stützt sich auf die Anamnese und den klinischen Befund. Die Duplexsonografie dient dem Nachweis bzw. Ausschluss venƶser Abflussstƶrungen und der Dokumentation eines Phlebo-Lymphƶdems bei konkomitanter chronisch-venƶser Insuffizienz. Eine Lymphszintigrafie kann die Transportstƶrung objektivieren. Die ICG-Lymphografie erlaubt die Darstellung der Lymphbahnen und den Nachweis von Lymphkollektoren, v.a. im Hinblick auf eine operative Sanierung. Eine standardisierte Einteilung des Lymphƶdems in Stadien (ISL-Stadium) erleichtert die Verlaufskontrollen und Therapieplanung (19, 21). Hauptpfeiler der Therapie ist wie bei der chronisch-venƶsen Insuffizienz die Symptomkontrolle, die Hautpflege, die UlkusprƤvention sowie die Verhinderung von rezidivierenden Weichteilinfekten. Im Gegensatz zur CVI ist zur Ɩdemreduktion eine mehrlagige Kompressionsbandagierung in der Initialphase essenziell. SpƤter erfolgt eine Bestrumpfung mittels flachgestrickter Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklasse III. Die manuelle Lymphdrainage sowie Bewegungstherapie sind weitere Kernelemente der Therapie des Lymphƶdems. Eine Kompressionstherapie ist jedoch bei schwerer pAVK, akuter Entzündung, akuter kardialer Dekompensation und malignem Lymphom kontraindiziert. Die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) gilt als Goldstandard, wird jedoch in der Schweiz nicht vollumfƤnglich über die GV übernommen und bedarf in den meisten FƤllen einer Zusatzversicherung. In ausgewƤhlten FƤllen kommen mikrochirurgische Verfahren (lympho-venƶse Anastomosen, vaskularisierter Lymphknoten-Transfer) in spezialisierten Zentren zum Einsatz. Die Evidenz ist jedoch begrenzt und sollte nur bei selektiven Patienten durchgeführt werden (19).

Copyright
Aerzteverlag medinfo AG

Dr. med. Malte Pietron

Luzerner Kantonsspital, Herzzentrum
Kantonsspital 37
6004 Luzern

Dr. med. Univ. Gökhan Gülmez

KSA Kantonsspital Aarau
Angiologie
Tellstrasse 25
5001 Aarau

Die Autoren haben keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel deklariert.

  • Ɩdeme kƶnnen vielfƤltige Ursachen haben und sowohl physiologisch als auch Symptom einer Erkrankung sein.
  • Anamnese, klinische Untersuchung und erste Laboruntersuchungen erlauben bereits in der hausƤrztlichen Praxis eine Ƥtiologische Eingrenzung.
  • Weiterführende Diagnostik sollte bei der entsprechenden Fachrichtung (z. B. Kardiologie, Nephrologie, Angiologie, Gastroenterologie) erfolgen.

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Editorial – Deeskalation mit Kriterien, Sequenzen mit Plan

Der SABCS 2025 in San Antonio fokussierte auf praxisrelevante Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen Deeskalation, Risikostratifizierung und die Planung sinnvoller Therapiesequenzen.

Im frühen Setting war spürbar, dass endokrine Strategien – gestƤrkt durch Innovationen wie orale SERDs in der lidERA-Studie – wieder stƤrker als Innovationsfeld wahrgenommen werden. Das Interesse richtet sich auf Konzepte, die das Rückfallrisiko senken sollen, ohne den Behandlungspfad unnƶtig zu belasten, und damit auf die Ā­Frage, welche Patientinnen davon wirklich profitieren. Dabei lieferte der Kongress eine differenzierte Sicht auf die Deeskalation: WƤhrend axillƤre Eingriffe (AXSANA) prƤziser werden, mahnen Daten zum DCIS (LORETTA) zur Vorsicht.

Im metastasierten HR+/HER2-Setting rückte die Erstlinienentscheidung erneut ins Zentrum: Wann ist Chemotherapie in Situationen mit hoher Krankheitslast tatsächlich nötig, und wann lassen sich moderne Kombinationen unter Einbezug des ESR1-Mutationsstatus (Updates zur EMBER-3-Studie) verantwortbar einsetzen? Gleichzeitig erinnerte der Kongress daran, wie wichtig robuste Endpunkte und klare Einordnung sind, gerade wenn viele Optionen verfügbar sind.

Bei HER2-positiven Erkrankungen zeigte sich ein Ƥhnlicher Tenor: Erhaltung und Kombinationen werden weiterentwickelt – wie die HER2CLIMB-05-Studie eindrucksvoll für die Erstlinie belegte. Das ZNS wird hƤufiger als klinisch relevanter Prüfstein mitgedacht, nicht als Nebenaspekt, sondern als Teil der BehandlungsrealitƤt.

Diese Kongresszeitung greift eine Auswahl an Abstracts auf, die sich gut für die Praxis einordnen lassen, mit dem Ziel, Orientierung zu geben.

Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre

Prof. Dr. med. Roger von Moos,
Chefredaktor

Eleonore E. Droux,
Verlegerin und Publizistische Leitung

Eine präzise Diagnose ist entscheidend für die Wahl der Therapie und den Krankheitsverlauf

In der medizinisch-onkologischen Literatur ist zunehmend von PrƤzisionsmedizin und Biomarkern die Rede. Dennoch haben wir in vielen FƤllen Schwierigkeiten, die korrekte Diagnose zu stellen.

Regelmässig sehen wir Patientinnen und Patienten mit sogenannten Spitz-Melanomen oder Spitz-Tumoren, die fälschlicherweise als Melanome diagnostiziert werden. Dies hat erhebliche Konsequenzen für die meist jungen Betroffenen. Viele von ihnen werden wie bei einem Melanom im Frühstadium behandelt. Diese Behandlung schliesst auch die Gabe von Anti-PD1-Antikörpern ein, die bekanntermassen zu Entzündungen der hormonproduzierenden Organe führen können. Solche Entzündungen sind häufig dauerhaft und können unter anderem auch die künftige Fertilität beeinträchtigen.

Histologisch wird bei diesen Tumoren zudem oft eine Tumordicke angegeben. Diese muss von der Oberkante der Epidermis bis zum tiefsten Punkt des Tumors gemessen werden. Für Tumoren, die primär in der Dermis entstehen, ist dieses Vorgehen jedoch nicht sinnvoll.

Glücklicherweise sind mittlerweile molekularbiologische Veränderungen bekannt, die für diese Tumorgruppe relativ typisch sind. Im Interesse unserer Patientinnen und Patienten ist es daher wichtig, die Diagnose mithilfe dieser Methoden so präzise wie möglich zu stellen.

Ein klassischer, neu verfügbarer Biomarker ist die sogenannte zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA). Hierfür stehen heute einfache und kostengünstige Tests zur Verfügung. Die Bestimmung der ctDNA hat insbesondere beim Aderhautmelanom, aber auch bei kutanen Melanomen – etwa in der adjuvanten Situation – eine wachsende Bedeutung für Therapieentscheidungen. In vielen Melanomzentren wird sie daher zunehmend routinemƤssig eingesetzt.

Auch im Rahmen der neoadjuvanten Therapie, beispielsweise bei der Immuntherapie des Melanoms oder bei urogenitalen Tumoren (siehe Artikel von Köhler et al.), ist diese Untersuchung vielversprechend. Aktuelle Studien zeigen, dass eine Clearance der ctDNA während einer neoadjuvanten Therapie ein starkes prognostisches Signal darstellen kann und Entscheidungen zur Deeskalation weiterer therapeutischer Massnahmen unterstützen könnte. Dies wird derzeit in klinischen Studien weiter validiert.

Die Themen Differentialdiagnose Melanom – einschliesslich spitzoider LƤsionen im Jugendalter –, Systemtherapie bei urogenitalen Tumoren und vieles mehr finden Sie in dieser besonders lesenswerten Ausgabe.

Viel Freude bei der Lektüre!

Prof. Dr. med. Reinhard Dummer

– Senior Consultant
Klinik für Dermatologie
Universitätsspital Zürich
Rämistrasse 100, 8091 Zürich
reinhard.dummer@usz.ch

– Leiter Hautkrebszentrum
Kantonsspital Aarau, Hautkrebszentrum
Bahnhofplatz 3C
5001 Aarau
reinhard.dummer@ksa.ch

Kongressausgabe ASH 2025

Hier finden Sie das PDF der ASH-Kongresszeitung

Editorial – Immuntherapie wird Alltag, Umsetzung wird Thema

Der ASH 2025 in Orlando hat gezeigt, wie konsequent sich die ­Hämatologie weiter in Richtung immunbasierter Strategien und präziser Sequenzplanung bewegt. Auf vielen Ebenen steht ­weniger der einzelne «Durchbruch» im Vordergrund als die Frage, wie sich neue Ansätze sinnvoll einordnen und im Alltag umsetzen lassen.

Beim multiplen Myelom stand dabei die Weiterentwicklung bispezifischer Konzepte im Vordergrund, mit Daten, die den Einsatz früher im Verlauf plausibel machen, gleichzeitig aber das Augenmerk auf Supportivmassnahmen und Monitoring lenken.

Bei indolenten Lymphomen wurde sichtbar, wie stark Ā«Chemo-freiĀ» Ā­inzwischen über gut definierte Kombinationen diskutiert wird – nicht als Prinzip, sondern als Option unter klaren Ā­Bedingungen. Damit rücken Fragen zur TolerabilitƤt, zum Ā­Infektionsmanagement und zur Patientenselektion Ā­automatisch mit in den Mittelpunkt.

Auch bei der AML wurde deutlich, dass Wirksamkeit allein nicht mehr reicht: Entscheidend ist zunehmend, was eine Strategie für den Ver­sorgungsalltag bedeutet, von frühen Komplikationen über Spitaltage bis zur kurzfristigen Lebensqualität.

Und schliesslich zeigte der Kongress, dass Innovation auch an logistischen Engpässen ansetzt: Konzepte wie In-vivo-CAR-T adressieren nicht nur Biologie, sondern auch Zugang und ­Prozessfragen.

Die folgenden Seiten fassen ausgewählte Abstracts so zusammen, dass sie sich für die Praxis einordnen lassen, als Orientierungshilfe für das, was bereits greifbar ist, und für das, was noch Diskussion und Erfahrung braucht.

Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre

Prof. Dr. med. Jakob R. Passweg,
Chefredaktor

Eleonore E. Droux,
Verlegerin und Publizistische Leitung

Nachwuchsfƶrderung in der Onkologie: Kongress-Highlights der YOA-Teilnehmenden Teil 1

Das Swiss Cancer Institute lanciert 2026 bereits zum elften Mal die Young Oncology Academy (YOA), ein Fƶrderprogramm für den forschenden Nachwuchs. Es richtet sich an engagierte junge Ƅrztinnen und Ƅrzte aus den BereiĀ­chen Onkologie, HƤmatologie, Radioonkologie, Urologie, GynƤkologie, PatholoĀ­gie oder Dermatologie, welche sich in onkologischen/hƤmatologischen Fragestellungen vertiefen wollen.

Das vielseitige einjährige Curriculum umfasst unter anderem Kongressbesuche im In- und Ausland (ESMO, EHA, ESTRO, ESP etc.), Präsentations- und Schreib­trainings, Networking, Grant-Submission-Workshops, Einblicke in Phase-I-Studien und die klinische und translationale Forschung sowie Einführungen in statistische Grundlagen. Die Teilnehmer werden von erfahrenen onkologischen Fachpersonen (Mentorinnen / Mentoren) begleitet und erhalten auch die Möglich­keit, eigene Studienprojekte zu entwickeln und vorzustellen.

Zum Jahresende publizieren die YOA-Teilnehmer ein Paper zu ihren persönlichen Highlights eines internationalen Kongresses. Wir freuen uns, die Arbeiten aus dem Jahr 2025 hier präsentieren zu dürfen. Die verschiedenen Artikel der Mentees werden in drei nacheinander folgenden Zeitschriften publiziert.

Wir beide haben diese YOA besucht und können diese sehr ­empfehlen. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Swiss Cancer Institute:
https://www.swisscancerinstitute.ch/de/forschende/young-oncology-academy/

Dr. med. Tämer El Saadany                                                   Dr. med. Eveline Daetwyler

Novel Genetic Insights in Lymphoma Biology: Follicular Lymphoma Subtypes and ASXL1-Related Disease

Review YOA 2025: AnnaĆÆse Julie Jauch

Mentee: AnnaĆÆse Julie Jauch, University Hospital Basel
Mentor: Prof Ubran Novak, University Hospital of Bern/Inselspital
Speciality: Mentee Haematology, Mentor Prof Urban Novark Medical Oncology
Year: Young Oncology Academy 2025

Review paper on ESID EHA SIOPE Focused Symposium 2025 I Vienna November 18–20, 2025. The scientific meeting was dedicated to the interplay of immunology and haematology, with particular emphasis on the somatic and germline genetic landscapes shaping malignancies.

Whole-genome sequencing reveals three follicular lymphoma subtypes with distinct cell of origin and patient outcomes (by Weicheng Ren et al. 2025)

Follicular lymphoma (FL) is a malignancy of germinal-center B-cells and a common non-Hodgkin lymphoma subtype in Western Europe (1). While FL typically follows an indolent course and recent advances in treatment avenues have significantly improved patient survival, the disease remains incurable and demonstrates a considerable clinical heterogeneity. A patient subset experiences early progression, treatment refractoriness, or histological transformation (2).

The WHO 2022 classification recognises four FL-subtypes: Classical FL, FL with unusual cytological features, follicular large B-cell lymphoma and FL with a predominantly diffuse growth pattern (3). Although, this classification enhances our understanding of FL biology, genetic-based sub-classification remains challenging. The m7-FLIPI risk model integrates seven somatic mutations with clinical parameters to predict progression-free survival (4), however the algorithm does not incorporate FL hallmark translocations (BCL-2::IGH, BCL-6 associated rearrangements).

The work by Ren et al. aimed to define clinically relevant genetic FL subtypes, through whole-genome and transcriptomic sequencing of 131 primary FL samples. Using integrated clustering of copy number variants (CNVs), somatic mutations and structural variants, they identified three genetic subtypes. Cluster 1 (C1) was characterised by recurrent BCL-6 translocations and mutations in NOTCH and NF-ĪŗB. C2 on the other hand was defined by high frequency of BCL2 translocations and genetic alterations in chromatin modifier genes (CREBBP, KMT2D, EZH2). C3 lacked BCL2/BCL6 translocations but exhibited a high CNV burden. Clinically, C1 was associated with a favourable prognosis, while C3 correlated with inferior progression-free survival and overall survival.

In summary, the work by W. Ren and colleagues proposes three genetic FL subtypes with distinct biological features, genetic propensities and clinical outcome. Future work will have to validate the proposed risk stratification, and define its clinical use in view of the current and future therapeutic options.

ASXL1 deficiency causes epigenetic dysfunction, combined immunodeficiency, and EBV-associated lymphoma (by Maggie P. Fu et al. 2025)

Inborn errors of immunity (IEI) are germline disorders affecting immune system development and/or function (5). Malignancy is the second leading cause of death in IEI patients (6). Notably, one third of newly identified monogenetic disorders are established by studying a single case (7), following methodical validation to establish causality.

Fu and colleagues described a female patient, with recurrent pneumonia requiring hospitalisation, including one severe EBV-related episode. At the age of three, she developed vaccine-strain rubella-positive granulomas following live-attenuated MMR vaccination that persisted over 10 years. Laboratory findings revealed erythrocytic macrocytosis, T-cell lymphopenia and hypogammaglobulinaemia. Chronic EBV replication was noted. At the age of 14 years, she developed EBV-associated advanced Hodgkin lymphoma (stage IVA, mixed cellularity subtype). Following polychemotherapy and checkpoint inhibitors, persistent disease necessitated allogeneic haematopoietic stem cell transplantation from a matched-unrelated donor. The patient remained well 18 months post- trans-plantation.

Given the severe clinical phenotype and young age, a genetic cause was assumed, and whole-genome and exome sequencing was performed. Two novel compound heterozygous missense mutations in ASXL1 were identified. While somatic alterations in the epigenetic modifier ASXL1 are well-characterised in clonal haematopoiesis and haematological malignancies, germline variants have not been previously associated with immune dysfunction.

The authors demonstrated reduced ASXL1 protein levels in patient-derived T-cells and fibroblasts. Cells transfected with the ASXL1 variants recapitulated the low protein levels. This was paralleled with the loss of differentially methylated sites and accelerated epigenetic aging compared to healthy controls. To address causality, the authors transduced patient-derived T-cells with wild-type ASXL1, partially rescuing the methylation defects and epigenetic aging.

Profound T-cell exhaustion, reduced T- and NK-cell numbers as well as impaired cytotoxicity, suggested that chronic viral replication and impaired immunosurveillance lead to Hodgkin lymphoma development.

In summary, the authors identified biallelic germline ASXL1 missense mutations as a novel IEI (8). They suggest genetic testing in patients with chronic viral infections, viral-associated malignancy and combined immunodeficiency. Allogeneic bone marrow transplantation in such rare cases will likely cure the immunodeficiency, and the related haematologic malignancy.

Literatur
1. Dreyling M, Ghielmini M, Rule S, et al. Newly diagnosed and relapsed follicular lymphoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2021;32(3):298-308.
2. Carbone A, Roulland S, Gloghini A, et al. Follicular lymphoma. Nat Rev Dis Primers. 2019;5(1):83.
3. Alaggio R, Amador C, Anagnostopoulos I, et al. The 5th edition of the World Health Organiza-tion Classification of Haematolymphoid Tumours: Lymphoid Neoplasms. Leukemia. 2022;36(7):1720-1748.
4. Pastore A, Jurinovic V, Kridel R, et al. Integration of gene mutations in risk prognostication for patients receiving first-line immunochemotherapy for follicular lymphoma: a retrospective analysis of a prospective clinical trial and validation in a population-based registry. Lancet Oncol. 2015;16(9):1111-1122.
5. Notarangelo LD, Bacchetta R, Casanova JL, Su HC. Human inborn errors of immunity: An expanding universe. Sci Immunol. 2020;5(49).
6. Fekrvand S, Abolhassani H, Esfahani ZH, et al. Cancer Trends in Inborn Errors of Immunity: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Clin Immunol. 2024;45(1):34.
7. Poli MC, Aksentijevich I, Bousfiha AA, et al. Human inborn errors of immunity: 2024 update on the classification from the International Union of Immunological Societies Expert Committee. Journal of Human Immunity. 2025;1(1).
8. Fu MP, Sharma M, Yousefi P, et al. ASXL1 deficiency causes epigenetic dysfunction, com-bined immunodeficiency, and EBV-associated lymphoma. J Exp Med. 2025;222(10).

Liquid Biopsy in the clinic – My highlights from the European Congress of Pathology 2025

Review YOA 2025: Albert Baschong

Mentee: Dr. med. Albert Baschong, Institut für Pathologie und Molekularpathologie Universitätsspital Zürich
Mentor: Prof. Matthias Matter, Institut für Pathologie Universitätsspital Basel
Speciality: Pathology
Year: Young Oncology Academy 2025

In recent years, it has been evident that pathology is in a state of profound change. The advent of novel molecular and digital methods has influenced pathology substantially. This was also demonstrated at this year’s European Congress of Pathology in Vienna, which took place under the motto ā€œTradition meets Future.ā€ I would therefore like to give a brief insight into the session liquid biopsy in solid tumors and introduce an exciting analysis method and its potential applications in Ewing sarcoma. This review has been adapted from a presentation given to the SCI Sarcoma Interest Group.

Liquid biopsy is a procedure that extracts molecular information from bodily fluids. Tumour cells release their molecular signature in various forms, whether as circulating tumour cells (CTCs), in exosomes or, as free DNA (circulating tumour DNA, ctDNA) after apoptosis. CtDNA is a part of cell-free DNA (cfDNA). The majority of cfDNA consists of leukocyte residues. Blood is typically used as the fluid for liquid biopsy, but other body fluids (e.g. pleural effusion, ascites, cerebrospinal fluid) can also be employed.
This ā€œliquidā€ molecular tumour analysis has a wide range of applications, but includes mainly the analysis of mutational signatures, methylation and changes in fragmentation.

The ease with which samples can be obtained also highlights their greatest advantage over traditional tissue biopsies: low invasiveness. In addition, multiple metastatic sites can be detected in their entirety, as can the reflection of a tumor’s heterogeneity. On the other hand, ctDNA may be completely absent or only present at low concentrations in liquid samples. This makes the samples very sensible and requires highly sensitive detection methods (e.g. digital droplet PCR, NGS). In addition, some analyses, such as fusion analyses, CNV and TMB, are more challenging. CtDNA levels can also vary greatly within and between tumour types. Consequently, the use of liquid biopsy is not yet widely adopted.
However, there are various established applications of liquid biopsies. Examples include ESR1 testing in breast cancer and resistance mutation testing in lung cancer.

Liquid biopsy is not yet widely used in soft tissue tumours. Ewing sarcoma is a tumour that develops in bones and soft tissues. It has a low mutational rate and highly fragmented DNA. Its detection in liquid biopsies proves difficult. Peneder et al. developed a bioinformatic tool, called LIQUORICE, to detect ctDNA using fragmentation patterns. Interestingly, DNA methylation influences fragmentation patterns by affecting chromatin structure. Their developed algorithm uses epigenetic signals and fragmentation patterns for determining the tumor of origin. With this they were able to distinguish liquid biopsies from Ewing sarcoma patients from other sarcomas, quantify tumor burden and track treatment response.
In summary, liquid biopsy is an exciting analytic method. Combining it with digital solutions opens up new possibilities for its broader application.

Literatur
Peneder P, Bock C, Tomazou EM. LIQUORICE: detection of epigenetic signatures in liquid biopsies based on whole-genome sequencing data. Bioinform Adv. 2022;2(1):vbac017. Published 2022 Mar 23. doi:10.1093/bioadv/vbac017

Peneder P, Stütz AM, Surdez D, et al. Multimodal analysis of cell-free DNA whole-genome sequencing for pediat-ric cancers with low mutational burden. Nat Commun. 2021;12(1):3230. Published 2021 May 28. doi:10.1038/s41467-021-23445-w

ESMO 2025 Highlights in Gastric and Gastroesophageal Ā­Junction Adenocarcinoma (GC/GEJA) – Insights from Ā­MATTERHORN, PHER-FLOT/IKF-053 and FORTITUDE-101

Review YOA 2025: Sabine Raimann

Mentee: Dr. med. Sabine Raimann, Cantonal Hospital Winterthur
Mentor: Prof. Dr. med. Viviane Hess, University Hospital Basel
Speciality: Medical Oncology
Year: Young Oncology Academy 2025

GC/GEJA remain a major global health concern, with poor survival despite aggressive treatment. Molecular insights have enabled the integration of immunotherapy and targeted agents into advanced disease treatment, guided by biomarkers such as HER2, PD-L1, MSI and CLDN18.2 (1–5). Explorative biomarkers such as FGFR2b are being investigated with targeted therapies in development.

Curative surgical resection remains the cornerstone of localized GC/GEJA management. Perioperative chemotherapy improves prognosis with the FLOT (fluorouracil, leucovorin, oxaliplatin, docetaxel) regimen widely recognized as the standard of care (6, 7). To further improve the efficacy of perioperative treatment, two trials presented at the 2025 ESMO Congress assessed novel regimens with already proven benefit in the palliative setting. The final overall survival (OS) results from the Phase III MATTERHORN trial were presented, comparing perioperative PD-L1 inhibitor durvalumab plus FLOT with placebo plus FLOT in 948 patients with resectable, locally advanced GC/GEJA (8). At a median follow-up of 43 months durvalumab plus FLOT reduced the risk of death by 22 % (HR 0.78; 95 % CI 0.63-0.96; P=0.021) regardless of PD-L1 status. Three-year OS was 69 % with the durvalumab-based regimen compared to 62 % with FLOT. 5 % of patients had MSI-high tumor tissue, evenly distributed between arms. However, MSS status was unknown in around 30 % of patients. HER2 was not assessed. 20 % of patients died within 15 months in both arms, underscoring the need for biomarker-driven approaches to tackle the problem of early mortality.

A biomarker-driven strategy in the same setting was chosen in the phase II, single-arm PHER-FLOT/IKF-053 trial for patients with HER2-positive GC/GEJA. This trial evaluated the efficacy and safety of combining FLOT, trastuzumab, and pembrolizumab in the perioperative setting in 31 patients with resectable, locally advanced HER2-positive GC/GEJA (9). This trial follows the KEYNOTE-811 trial that established this combination for advanced disease (10). The pathological complete response rate was 48.4 % (15 of 31), meeting the co-primary endpoint and exceeding historical FLOT benchmarks of 15–20 %. Two-thirds of patients achieved major pathological response. The safety profile aligned with expectations, except the elevated grade 3 diarrhea (12 of 31) and reoperation rate (8 of 30). No 30-day postoperative mortality occurred. The long-term results – particularly the 2-year disease-free survival data (co-primary endpoint) – will determine whether this perioperative approach should be further explored in larger trials aiming for a new benchmark for this molecular subgroup.

Shifting focus to an emerging biomarker in the palliative setting: the randomized, placebo-controlled Phase III FORTITUDE-101 trial evaluated bemarituzumab, a first-in-class anti-FGFR2b antibody, added to mFOLFOX6 (fluorouracil, leucovorin, oxaliplatin) in 547 patients with unresectable or metastatic FGFR2b-expressing (2+/3+ staining in ≄ 10 % of tumor cells), non-HER2-positive GC/GEJA. At the primary analysis (median follow-up 11.8 months), median OS was 17.9 months with bemarituzumab and 12.5 months in the placebo arm (HR 0.61; 95 % CI, 0.43 to 0.86; P=0.005). With a longer median follow-up of 19.4 months no OS benefit was observed (14.5 months versus 13.2 months; HR 0.82; 95 % CI 0.62–1.08). Grade ≄ 3 treatmentrelated adverse events occurred in 60 % of patients receiving bemarituzumab, mainly reversible corneal events, compared with 18.4 % in the placebo arm. The converging OS curves suggest a limited efficacy, likely due to data maturity and biomarker heterogeneity rather than treatment imbalance, as treatment exposure and subsequent therapy were similar between arms. Preclinical studies showed bemarituzumab sensitizes tumors to anti-PD-1 antibodies by modulating the microenvironment (11). The ongoing phase Ib/III FORTITUDE-102 trial is exploring mFOLFOX6 plus nivolumab and either bemarituzumab or placebo in patients with advanced FGFR2b-expressing GC/GEJA.
These trials highlight the evolving landscape of GC/GEJA research with a move toward precision-based medicine. Furthermore, it is crucial to develop strategies targeting tumor heterogeneity and biomarker-based focal positivity, as these could significantly impact treatment responses.

Literatur
1. Bang, Y. J. et al. Trastuzumab in combination with chemotherapy versus chemotherapy alone for treatment of HER2-positive advanced gastric or gastro-oesophageal junction cancer (ToGA): A phase 3, open-label, randomised controlled trial. Lancet 376, 687–697 (2010).
2. Tabernero, J. et al. KEYNOTE-859: a Phase III study of pembrolizumab plus chemotherapy in gastric/gastroesophageal junction adenocarcinoma. Future Oncol. 17, 2847–2855 (2021).
3. Janjigian, Y. Y. et al. First-line nivolumab plus chemotherapy versus chemotherapy alone for advanced gastric, gastro-oesophageal junction, and oesophageal adenocarcinoma (CheckMate 649): a randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet 398, 27–40 (2021).
4. Chao, J. et al. Assessment of Pembrolizumab Therapy for the Treatment of Microsatellite Instability–High Gastric or Gastroesophageal Junction Cancer Among Patients in the KEYNOTE-059, KEYNOTE-061, and KEYNOTE-062 Clinical Trials. JAMA Oncol. 7, 895–902 (2021).
5. Shitara, K. et al. Zolbetuximab plus mFOLFOX6 in patients with CLDN18.2-positive, HER2-negative, untreated, locally advanced unresectable or metastatic gastric or gastro-oesophageal junction adenocarcinoma (SPOTLIGHT): a multicentre, randomised, double-blind, phase 3 trial. Lancet 401, 1655–1668 (2023).
6. Lordick, F. et al. Gastric cancer: ESMO Clinical Practice Guideline for diagnosis, treatment and follow-up. Ann. Oncol. 33, 1005–1020 (2022).
7. Al-Batran, S. E. et al. Perioperative chemotherapy with fluorouracil plus leucovorin, oxaliplatin, and docetaxel versus fluorouracil or capecitabine plus cisplatin and epirubicin for locally advanced, resectable gastric or gastro-oesophageal junction adenocarcinoma (FLOT4): a r…. Lancet 393, 1948–1957 (2019).
8. Janjigian, Y. Y. et al. Perioperative Durvalumab in Gastric and Gastroesophageal Junction Cancer. N. Engl. J. Med. 393, 217–230 (2025).
9. Stein, A. et al. Perioperative pembrolizumab, trastuzumab and FLOT in HER2-positive localized esophagogastric adenocarcinoma: a phase 2 trial. Nat. Med. 2025 1–8 (2025). doi:10.1038/s41591-025-03979-y
10. Janjigian, Y. Y. et al. Pembrolizumab plus trastuzumab and chemotherapy for HER2-positive gastric or gastro-oesophageal junction adenocarcinoma: interim analyses from the phase 3 KEYNOTE-811 randomised placebo-controlled trial. Lancet 402, 2197–2208 (2023).
11. Xiang, H. et al. Preclinical characterization of bemarituzumab, an anti-FGFR2b antibody for the treatment of cancer. MAbs 13, (2021).

Trastuzumab Deruxtecan in the neoadjuvant and post neoadjuvant treatments

Review YOA 2025: Artemisia Kakourou

Mentee: Artemisia Kakourou, medical oncologist, CHUV
Mentor: Professor Miklos Pless, Cantonal Hospital Winterthur
Speciality: Medical Oncology
Year: Young Oncology Academy 2025

Introduction

Trastuzumab deruxtecan (T-DXd) is an antibody–drug conjugate (ADC) that has emerged as one of the most active HER2-targeted ADC, demonstrating superior survival outcomes compared with earlier HER2-directed therapies in metastatic disease. Two major clinical trials, the DESTINY-Breast11 and DESTINY-Breast05 extend T-DXd evaluation into the neoadjuvant and post-neoadjuvant settings, respectively, addressing major unmet needs for patients with high-risk HER2-positive early breast cancer (eBC). This review summarizes the results for efficacy, safety and implications of these two pivotal trials, and proposes considerations for optimal integration of T-DXd in curative treatment strategies.

DESTINY-Breast11: Neoadjuvant T-DXd–THP Versus ddAC–THP

Pathologic complete response (pCR) is a strong predictor of improved event-free and overall survival in HER2-positive eBC (1, 2, 3). Standard neoadjuvant regimens combining chemotherapy with HER2-targeted therapy achieve a pCR of about 39–69 % (4, 5, 6, 7, 8, 9), with lower rates in hormone-receptor–positive and clinically high-risk patients (5, 10). Traditional regimens also carry significant acute toxicities (9, 11) and long-term risks such as cardiotoxicity (12, 13), neuropathy (5) and secondary leukemias (12). Because T-DXd has already shown superior survival compared with prior standard therapies in metastatic disease (14, 15), DESTINY-Breast11 was designed to explore whether incorporating T-DXd in the neoadjuvant setting could improve efficacy and safety.

DESTINY-Breast11 compared neoadjuvant T-DXd combined with paclitaxel, trastuzumab, and pertuzumab (THP) versus dose-dense doxorubicin plus cyclophosphamide (ddAC) followed by THP, with patients receiving either 4 cycles of T-DXd followed by 4 cycles of THP, or 4 cycles of ddAC followed by 4 cycles of THP before surgery (16). A third arm evaluated T-DXd alone but was closed early following the Independent Data Monitoring Committee recommendation, for several reasons, including a lower pCR rate. T-DXd-THP demonstrated a statistically significant improvement in pathologic complete response with a pCR rate of 67.3 % and an improvement of 11.2 % over ddAC-THP (95 % CI, 4.0–18.3 %; P=0.003). Benefits were seen in both hormone receptor (HR)-positive tumors (61.4 % vs 52.3 %; Ī”pCR 9.1 %, 95 % CI 0.2–17.9 %) and HR-negative tumors (83.1 % vs 67.1 %; Ī”pCR 16.1 %, 95 % CI 3.0–28.8 %). Also, early event free survival (EFS) data (4.5 % maturity) showed a hazard ratio of 0.56 (95 % CI 0.26–1.17). This is the first phase III evidence showing that replacing chemotherapy with an ADC in neoadjuvant setting improves pCR. Residual cancer burden analysis showed that more than 81 % of patients in the T-DXd-THP arm had no or minimal residual invasive disease (RCB-0 or RCB-I), compared with 69 % in the ddAC-THP arm. Of note, 78 % of hormone-receptor-positive tumors achieved RCB-0/I, highlighting the benefit in a group that traditionally responds less well. Importantly, the safety profile of T-DXd-THP was more favorable than ddAC-THP, with fewer grade 3 or higher adverse events, fewer serious adverse events, and reduced ventricular dysfunction (1.3 % vs 6.1 %). Rates of interstitial lung disease were low and comparable between groups (4.4 % vs. 5.1 %).

DESTINY-Breast11 concluded that T-DXd-THP achieved higher pCR rates and a more favorable safety profile than ddAC–THP. However, the trial has important limitations: the comparator arm no longer reflects current standard-of-care chemotherapy (which is mainly carboplatin, a taxane plus (HP17), and only about half of patients without pCR received post-neoadjuvant trastuzumab emtansine (T-DM1), which is now recommended. Since the chemotherapy regimen in the standard arm does not meet current standards – which achieve pCR rates comparable to T-DXd-THP and are also anthracycline-free – the definitive role of T-DXd-THP in the neoadjuvant setting remains to be established.

DESTINY-Breast05: Adjuvant T-DXd Versus T-DM1 for Residual Disease

The DESTINY-Breast05 trial evaluated the use of adjuvant T-DXd in HER2-positive eBC patients who had residual invasive disease following neoadjuvant therapy (NAT) – a group known to have higher recurrence risk. In the earlier KATHERINE trial, T-DM1 had become the standard adjuvant therapy in this setting, after showing significant improvements in invasive disease-free survival (IDFS) and over-all survival (OS) (18, 19) over trastuzumab. Still, outcomes in patients with advanced locoregional disease or positive nodal status remained modest (19, 20), and CNS recurrence was not reduced (20). Given the superiority of T-DXd over T-DM1 in metastatic disease (21, 22), DESTINY-Breast05 compared these two agents in patients with high-risk HER2 positive early breast cancer who had residual disease after neoadjuvant therapy. High-risk was defined as either inoperable disease prior to neoadjuvant therapy (cT4, N0 3, M0 or cT1 3, N2 3, M0) or operable disease (cT1 3, N0 1, M0) with axillary node–positive residual disease (ypN1 3) after neoadjuvant therapy. In the experimental arm, patients received T-DXd every 3 weeks for 14 cycles, while in the comparator arm, patients received T-DM1 3.6 mg/kg IV every 3 weeks for 14 cycles. Notably, nearly half of the study population were of Asian descent.

DESTINY-Breast05 demonstrated that at 3 years, IDFS was 92.4 % with T-DXd versus 83.7 % with T-DM1, corresponding to a hazard ratio (HR) of 0.47 (95 % CI, 0.34–0.66). The IDFS benefit was consistent across all prespecified subgroups, regardless of hormone-receptor status, nodal involvement, baseline stage, or residual disease characteristics. Secondary endpoints also showed advantages for T-DXd. Three year disease free survival (DFS) was 92.3 % with T-DXd versus 83.5 % with T-DM1 (HR 0.47; 95 % CI, 0.34–0.66), and 3 year distant recurrence free interval (DRFI) was 93.9 % versus 86.1 % (HR 0.49; 95 % CI, 0.34–0.71), favoring T-DXd. Notably, fewer central nervous system (CNS) metastases were reported in the T-DXd arm, with a 3-year brain metastasis–free interval of 97.6 % versus 95.8 % with T-DM1. Safety was considered manageable. Interstitial lung disease (ILD) occurred in 9.6 % of patients receiving T-DXd, mostly grade 1–2. Three deaths occurred in the T-DXd arm (two due to ILD/pneumonitis and one due to unrelated respiratory infection), while five occurred in the T-DM1 arm from various unrelated causes. Cardiotoxicity was rare, occurring in 2.9 % of T-DXd patients versus 1.7 % of T-DM1 patients, with mostly asymptomatic left ventricular declines and no treatment-related heart failure. More than 72 % of patients in both arms completed the full 14 cycles of therapy.

DESTINY-Breast05 concluded that adjuvant T-DXd showed better efficacy and a manageable safety profile in high-risk HER2-positive eBC patients with residual disease after NAT. High-risk was defined as either inoperable disease at presentation or residual axillary node–positive disease after neoadjuvant treatment; in this population, T-DXd represents a new post-neoadjuvant standard. For patients with residual disease who do not meet these high-risk criteria, T-DM1 remains the standard of care.

Discussion

When viewed together, DESTINY-Breast11 and DESTINY-Breast05 demonstrate that T-DXd has strong efficacy across both neoadjuvant and post-neoadjuvant settings. In the neoadjuvant trial, T-DXd-THP achieved high pCR rates with fewer severe side effects compared with an anthracycline base chemotherapy backbone. In the post-neoadjuvant trial, T-DXd outperformed T-DM1, further reducing recurrence risk in a high-risk group. The optimal sequencing T-DXd in early HER2-positive breast cancer remains an important unanswered question. Long-term outcomes with neoadjuvant T-DXd followed by THP are not yet known. In addition, the management of patients who receive neoadjuvant T-DXd-THP but still present with residual disease at surgery remains undefined. At the present time, it is unclear whether T-DXd should be preferentially used in the neoadjuvant setting, the post-neoadjuvant setting, or potentially both, leaving its optimal placement within the treatment sequence an active area of ongoing investigation. Continued follow-up is required to clarify long-term safety, survival outcomes, and the most effective therapeutic strategy for integrating T-DXd into curative-intent care.

Overall, these two trials show that trastuzumab deruxtecan is becoming an important component of curative-intent therapy in HER2-positive eBC and has the potential to redefine treatment strategies in both the neoadjuvant and post-neoadjuvant settings.

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Dr. med. TƤmer El Saadany

Kantonsspital Graubünden
Onkologie / HƤmatologie
Loestrasse 170
7000 Chur

Dr. med. Eveline Daetwyler

HOCH Health Ostschweiz
Rorschacher Strasse 95
9007 St.Gallen

AusgewƤhlte Studien aus der HƤmato-Onkologie

Universell basenbearbeitete CAR7-T-Zellen für die akute lymphoblastische T-Zell-Leukämie

Die CAR-T-Therapien haben sich etabliert: In Europa wurden bisher über 20 000 Patienten mit B-Zell-Tumoren und einige mit Autoimmunkrankheiten behandelt. Bei T-Zell-Tumoren besteht das Problem des Fratrizids (Brudermord), d. h., wenn sich die CAR-T-Zellen gegenseitig zerstƶren, nützt das nichts gegen den Tumor. Folgende Lƶsung wird hier prƤsentiert.

CD7 ist eine attraktive Zielstruktur, da sie auf allen T-Zell-Tumoren vorhanden ist (ausgenommen sind die kutanen T-Zell-Tumoren). Der grösste Bedarf besteht bei der rezidivierten/refraktären T-akuten lymphoblastären Leukämie. Über erste Patienten wurde mit triple-eliminierten CD7-spezifischen CAR-T-Zellen berichtet, d. h. ohne T-Zell-Rezeptor (um eine allogene Gabe ohne GvHD zu ermöglichen), ohne CD52 (um eine Lymphodepletion mit CAMPATH durchführen zu können) und ohne CD7 (um den Fratrizid zu umgehen).

Dies ist eine Phase-I-Studie, in der BE-CAR7-T-Zellen bei Kindern mit rezidivierter/refraktƤrer T-ALL nach Fludarabine und Cyclophosphamid sowie CAMPATH angewendet wurden. Erwachsene Patienten konnten auch in einem Erweiterungsprogramm behandelt werden. Im Anschluss an das Erreichen einer Remission war eine allogene Stammzelltransplantation geplant. Diese Therapie wurde bei neun Kindern und zwei Erwachsenen angewendet. Zirkulierende allogene CAR-T-Zellen konnten bei allen nachgewiesen werden. CRS und opportunistische Infektionen wurden beobachtet. Bei allen Patienten konnte eine komplette Remission beobachtet werden. Bei 82 % der Patienten wurde eine tiefe Remission beobachtet. Neun Patienten kamen zur Stammzelltransplantation, sieben Patienten (64 %) sind in anhaltender Remission. Bei zwei Patienten kam es zu einem LeukƤmie-Rezidiv mit CD7-Verlust.

Quelle
Robert Chiesa, Christos Georgiadis, Hebatalla Rashed,et al. Universal Base-Edited CAR7 T Cells for T-Cell Acute Lymphoblastic Leukemia. For the Base-Edited CAR T Group N Engl J Med 2026;394:152-165

Über den Hag geschaut

17 Patienten wurden mit einem CD7-CAR-T-Produkt behandelt, die mit einem CD7-Protein-Expressionsblocker behandelt waren, um den oben beschriebenen Fratrizid zu verhindern. Der Ursprung der CAR-T-Zellen war autolog und nicht allogen. 16 Patienten erreichten eine MRD-negative komplette Remission nach einem Monat. Nebenwirkungen waren CRS Grad I–II und NeurotoxizitƤt bei einem Patienten. Elf Patienten sind rezidivfrei, neun von ihnen erhielten eine allogene Stammzelltransplantation zur Konsolidierung. Bei einzelnen Patienten konnten zirkulierende CAR-T-Zellen über einen Zeitraum von zwei Jahren nachgewiesen werden.

Quelle
Bernice L Z Oh, Noriko Shimasaki, Elaine Coustan-Smith et al Nat Med . 2024 Dec;30(12):3687-3696. Fratricide-resistant CD7-CAR T cells in T-ALL

Teclistamab plus Daratumumab bei rezidiviertem oder refraktƤrem multiplem Myelom

Teclistamab ist ein bispezifischer Antikƶrper (T-Zell-Stimulator); Daratumumab ein CD38 spezifischer Antikƶrper. In dieser Studie wurden Patienten mit refraktƤrem/rezidivierendem Plasmazellmyelom eingeschlossen, die meisten in der zweiten Therapielinie. Sie erhielten die Kombination aus Teclistamab und Daratumumab oder Daratumumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bzw. Bortezomib und Dexamethason, also eine Standard-3er-Kombination. Die Patienten durften nicht Daratumumab-refraktƤr sein. 587 Patienten wurden randomisiert. 291 bzw. 296 Patienten wurden in die Gruppen Teclistamab-Daratumumab bzw. DPD oder DBD randomisiert. Die Kombination des BCMA-gerichteten bispezifischen Antikƶrpers war im progressionsfreien Überleben (Abb. 1) hochsignifikant überlegen: Nach 34.5 Monaten betrug die Hazard Ratio 0.17 (95 % CI 0.12–0.23; p < 0.001), das 3-Jahres-PFS betrug 83.4 % gegenüber 29.7 %. Die Rate an kompletter Remission war unter dem experimentellen Arm mit 81.8 % vs. 32.1 % hƶher und die Rate an MRD-NegativitƤt entsprechend mit 58.4 % vs. 17.1 %. Alle Untergruppen profitierten.

Nebenwirkungen traten bei 70.7 % der Patienten auf, davon tƶdliche bei 7.1 %, wobei fast alle TodesfƤlle auf infektiƶse Nebenwirkungen zurückzuführen waren. Das GesamtüberĀ­leben war ebenfalls besser unter Teclistamab-Daratumumab (Abb. 2).

Quelle
Costa LJ, Bahlis NJ, Perrot et al. MajesTEC-3 Trial Investigators. N Engl J Med. 2025 Dec 9. doi: 10.1056/NEJMoa2514663. Online ahead of print.PMID: 41363801

Dual-Targeting des extramedullƤren Myeloms mit Talquetamab und Teclistamab

Unter den Patienten mit Plasmazellmyelom hat die extramedu­lläre Krankheit eine besonders schlechte Prognose. Diese meist spät im Krankheitsverlauf auftretenden Krankheiten sind besonders häufig therapierefraktär. Verschiedene Organsysteme können betroffen sein, ausserhalb des Skelettes und des Knochenmarks. Bispezifische Antikörper haben bei Patienten mit Plasmazellmyelom neue Therapieoptionen eröffnet und zur Zeit gibt es Teclistamab, einen BCMA (B-cell maturation antigen) spezifischen, sowie Talquetamab, einen GPRC5D (anti-G protein-coupled receptor family C group 5 member D) spezifischen bispezifischen Antikörper.

In dieser Studie wurde Talquetamab mit Teclistamab kombiniert. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass es sich um Patienten mit «wahrer» extramedullärer Krankheit handelt, d.h. ein mit dem Knochen per continuitatem gewachsener Herd gilt nicht als extramedullär. Zum Beispiel ist ein aus einer Rippe in die Pleura einwachsender Herd in dieser Definition nicht extramedullär.

In diese Phase-II-Studie wurden Patienten eingeschlossen, die nach einer Vorbehandlung mit CD38-Antikƶrpern sowie Imiden und Proteasom-Inhibitoren (triple class exposed) eine rezidivierte/refraktƤre Krankheit hatten.

Insgesamt wurden 90 Patienten mit beiden bispezifischen Antikƶrpern behandelt. Das mediane Follow-up betrug 12.6 Monate. Ein Ansprechen wurde bei 79 % (95 % CI, 69–87 %) beobachtet. 64 % (95 % CI, 48–76 %) hatten ein Ansprechen von > 12 Monaten Dauer. Das Gesamtüberleben betrug 74 % (95 % CI, 63–83). Zu den Nebenwirkungen zƤhlten Beschwerden des Mundes mit Geschmacksstƶrungen und Trockenheit (87 % der Patienten), CRS (Cytokine Release Syndrome) (78 %) und HautnebenĀ­wirkungen (69 %). Grad-3/4-Nebenwirkungen, am hƤufigsten hƤmatologisch, wurden bei 76 % der Patienten beobachtet. Von den zehn verstorbenen Patienten war bei fünf eine Infektion die Ursache. Die Autoren schliessen, dass das Ansprechen bei therapierefraktƤrer extramedullƤrer Krankheit hoch ist, die VertrƤglichkeit jedoch problematisch ist. Insbesondere die Infektprophylaxe ist zu verbessern (das Gleiche gilt für die nachfolgend besprochene Studie).

Quelle
Shaji Kumar, MarĆ­a-Victoria Mateos, Jing Christine Ye, et al. Dual Targeting of Extramedullary Myeloma with Talquetamab and Teclistamab. N Engl J Med 2026;394:51-61. DOI: 10.1056/NEJMoa2514752

CD19-CAR-T-Zelltherapie bei autoimmuner hƤmolytischer AnƤmie

Die autoimmunhämolytische Anämie (AIHA) ist eine typische, meist gutartig verlaufende Autoimmunerkrankung, welche aber in seltenen Fällen schwer und therapierefraktär verlaufen kann. Patienten mit mehr als drei Therapielinien gelten als multi-refraktär. CD19-spezifische autologe CAR-T-Zellen werden derzeit bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen getestet. Darüber wurde in früheren Ausgaben berichtet.

In diese Phase-I-Studie wurden 11 Patienten eingeschlossen (6 in die Phase I, 5 als Compassionate Use). Sie erhielten autologe, CD19-spezifische CAR-T-Zellen. Die lymphodepletierende Therapie erfolgte mit Fludarabine und Cyclophosphamid. Das mediane Follow-up betrƤgt 12 Monate. Alle Patienten sprachen auf die Therapie an, die HƤmolyse sistierte und das HƤmoglobin wurde korrigiert. Die mediane behandlungsfreie Remissionsdauer betrug 11.5 Monate. CRS (Cytokine Release Syndrome) Grad I–II wurde bei neun Patienten beobachtet, NeurotoxizitƤt Grad I bei einem Patienten.

Quelle
CD19 CAR T-Cell Therapy for Autoimmune Hemolytic Anemia Ruonan Li, Hong Pan, Lele Zhang et al. N Engl J Med 2026;394:253-267

Prof. Dr. med. Jakob Passweg

Klinik für Hämatologie
HƤmatologische Diagnostik Labormedizin
UniversitƤtsspital Basel und Blutspendezentrum beider Basel SRK
Petersgraben 4
4031 Basel

jakob.passweg@usb.ch