Verlegerin Eleonore Droux nutze die besondere Gelegenheit, sich bei den Herausgebern und Autoren aus den Zünften Zürichs oder als ihre Gäste zu bedanken:
Der chronische Husten ist als neuropathische Erkrankung zu betrachten. Er zeichnet sich durch eine gesteigerte Sensitivität des Hustenreflexes aus, weshalb schon geringe Stimuli zur Auslösung führen können. Die Diagnostik sollte strukturiert und stufenweise erfolgen – von den häufigen Ursachen zu den seltenen. Trotz seiner Häufigkeit sind Therapieoptionen limitiert und mit einschneidenden Nebenwirkungen vergesellschaftet.
Chronic cough should be considered a neuropathic disease. It is characterized by an increased sensitivity of the cough reflex, which is why even small stimuli can lead to triggering. Diagnosis should be structured and stepwise – from common causes to rare ones. Despite its frequency, therapeutic options are limited and associated with drastic side effects. Key Words: chronic cough, neuropathic disease, cough reflex
Husten ist eine Reflexhandlung der Atemwege, die dazu dient, die oberen Atemwege zu befreien (1). Chronischer Husten, der länger als 8 Wochen anhält, ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Gemäss einer Metaanalyse wird die Prävalenz des chronischen Hustens auf 10% geschätzt (2), wobei Frauen generell und insbesondere in der fünften und sechsten Lebensdekade überproportional betroffen sind (3, 4). Zu den Ursachen gehören Zigarettenrauchen, Exposition gegenüber Zigarettenrauch und Umweltverschmutzung, insbesondere Feinstaub. Zu den Krankheiten, die chronischen Husten verursachen, gehören Asthma bronchiale, Erkrankungen der oberen Atemwege («upper airway cough syndrome» (UACS), die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD), Rhinosinusitis,
chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Lungenfibrose und Bronchiektasie.
Bei einigen Patienten lässt sich keine Ursache feststellen, was zur Diagnose eines idiopathischen Hustens führt. Chronischer Husten ist häufig mit einer verstärkten Reaktion auf Reizstoffe verbunden. Plastische Veränderungen der intrinsischen und synaptischen Erregbarkeit im Hirnstamm, in der Wirbelsäule oder in den Atemwegsnerven können den Hustenreflex verstärken und auch ohne das auslösende Hustenereignis bestehen bleiben. Strukturelle und entzündliche Veränderungen der Atemwegsschleimhaut bei nicht-asthmatischem chronischem Husten könnten die Ursache oder die traumatische Reaktion auf wiederholtes Husten sein. Eine wirksame Kontrolle des Hustens erfordert nicht nur die Kontrolle der den Husten auslösenden Krankheit, sondern auch die Desensibilisierung der Hustenwege.
Neurophysiologie des chronischen Hustens
Chronischer Husten wird heute als ein Zustand neuronaler Dysregulation verstanden. Husten ist ein Reflex, der durch sensorische Nerven aus dem Gebiet der vagalen Afferenzen aktiviert wird (5). Als Reaktion auf die Erkennung potenziell schädlicher Reize durch sensorische Nozizeptoren der Atemwege wandern die Impulse den Nervus vagus hinauf über die Nodus- und Jugularganglien zur Medulla, wo sie durch zentrale Bahnen moduliert werden. Über somatische Efferenzen wird dann ein Signal an den Kehlkopf, die Atemmuskulatur und das Zwerchfell gesendet, das zu Husten führt (5-7). Chronischer Husten wird häufig durch eine geringe thermische, mechanische oder chemische Belastung ausgelöst, was auf eine gemeinsame Ätiologie hinweist, die als Hustenüberempfindlichkeitssyndrom (CHS) bekannt ist (8, 9). Das CHS ist durch eine Dysregulation der Nervenbahnen und Rezeptoren im zentralen Nervensystem, in den vagalen afferenten sensorischen Nerven und in den Ganglien gekennzeichnet (2, 9-13) was durch die Beobachtung belegt wird, dass viele hustenstillende Medikamente neuromodulatorische Eigenschaften haben (7, 13, 14).
Bei der Entstehung des chronischen Hustens ging man traditionell von einem Zusammenhang mit Virusinfektionen der Atemwege oder durch klinisch diagnostizierte Krankheiten wie Asthma oder gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) aus. Diese werden neu mehr als Trigger des chronischen Hustens angesehen (15, 16). Es können aber auch bestimmte Medikamente wie Angiotensin-konvertierende Enzyminhibitoren die Hustenempfindlichkeit erhöhen (17). Diese Bedingungen erfassen jedoch nicht die komplexe Heterogenität des Erscheinungsbildes dieser Atemwegserkrankungen in der Klinik, und in den letzten Jahren ist man dazu übergegangen, bei der Behandlung von Patienten mit chronischen AtemwegsÂerkrankungen von den behandelbaren Merkmalen auszugehen Insbesondere die Empfindlichkeit der Nervenbahnen, die für die Auslösung von Husten verantwortlich sind, scheint ein einheitliches Merkmal von Patienten mit chronischem Husten zu sein, unabhängig von der klinischen Gesamtpräsentation. Das Husten-Hypersensitivitätssyndrom stellt daher einen spezifischen Krankheitszustand dar, der weiterer intensiver Forschung bedarf (9). Klinische Studien mit neuen Therapieansätze untermauern seine Relevanz (18).
Abklärung des chronischen Hustens
Jeder Husten, welcher länger als acht Wochen andauert, macht eine strukturierte Abklärung notwendig. Die Basisabklärung umfasst eine ausführliche Anamnese, die klinische Untersuchung, sowie ein Thorax-Röntgenbild (19). Die Basisdiagnostik erlaubt naheliegende Ursachen zu entdecken. Liegt eine zugrundeliegende Krankheit vor, sollten zielgerichtete Untersuchungen eingeleitet werden. Diese umfassen eine Echokardiographie bei Hinweisen auf eine Herzinsuffizienz oder eine Computertomographie bei Verdacht auf ein Malignom (20). Ein häufiger Grund für chronischen Husten ist die Einnahme von ACE-Hemmern. Bis zu 15% der PatientInnen unter einer ACE-Hemmer-Therapie klagen über chronischen Husten. In diesen Fällen empfiehlt sich die Umstellung auf eine andere antihypertensive Therapie oder ein Auslassversuch über mindestens 3 Wochen (21). Ein weiterer wichtiger Auslöser chronischen Hustens ist das Rauchen, welches direkt mit dem Auftreten der chronischen Bronchitis und der COPD verbunden ist.
Falls die Basisdiagnostik keine richtungsweisenden Angaben erlaubt, sollten die häufigsten Ursachen wie Asthma, UACS oder GERD mit weiteren diagnostischen Schritten abgeklärt werden (22).
Asthma bronchiale
Der asthmatische Husten wird in drei Subgruppen unterteilt: Klassisches Asthma, Husten als Asthmaäquivalent und Nichtasthmatische eosinophile Bronchitis (23). Neben den typischen Asthma-Symptomen kann Husten bei Asthma auch als alleiniges Symptom auftreten. Der Verdacht auf ein Asthma kann mit Hilfe einer Spirometrie objektiviert werden. Dabei ist der tiefe VorausÂsagewert dieser Untersuchung zu berücksichtigen. Eine normale Spirometrie schliesst ein Asthma bronchiale nicht aus. Die bronchiale Hyperreagilität, wie sie typischerweise beim klassischen Asthma oder beim Husten als Asthma-Aequivalent auftritt (24) kann mittels Methacholin-Provokationstest abgeklärt werden.
Eine Eosinophilie > 3% kann entweder auf ein eosinophiles Asthma oder auf eine nichtasthmatische eosinophile Bronchitis hinweisen. Die Eosinophilen können im Blut, im Sputum oder in der bronchoalveolären Lavage (BAL) gemessen werden. Zusätzlich kann in der Atemluft fraktioniertes exhaliertes NO (FeNO) bestimmt werden. Deutlich erhöhtes FeNO spricht für Allergien bzw. Asthma bronchiale (4, 5). Wenn sich trotz adäquater Therapie der Husten nicht bessert, spricht man von einem refraktären Husten (5, 20, 25).
Gastroösophagealer Reflux
Die Zusammenhänge zwischen GERD und chronischem Husten werden mitunter kontrovers diskutiert (4, 26). Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2011 fand eine ungenügende Evidenz dafür, sodass eine Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren nicht generell zu empfehlen ist. Bei tatsächlichem Vorhandensein von Refluxbeschwerden, hat sich in der Praxis ein mindestens zweimonatiger empirischer Therapieversuch mit Protonenpumpenhemmern bewährt. Fehlen indes Reflux-Symptome ist eine ausführliche Refluxdiagnostik empfohlen. Bei fehlender Refluxsymptomatik gibt es keine empirische Therapie (4, 26).
Man tendiert heute zu der These, dass die Stimulation von Afferenzen in der Nase oder im Pharynx und im Larynx durch entzündliche Mediatoren den Husten verursacht. Eine einmonatige Therapie mit topischen Kortikosteroiden kann empirisch versucht werden. Bestehen Probleme der oberen Atemwege empfiehlt sich die Zuweisung zu einer HNO-Spezialistin, einem HNO-Spezialisten (27, 28). Bleiben obige Abklärungen ergebnislos, können eine Computertomografie des Thorax und eine Bronchoskopie wegweisend sein, um auch seltene Ursachen aufzudecken (29).
Therapie des chronischen Hustens
Die Therapie richtet sich grundsätzlich nach dem Krankheitsbild, welches den chronischen Husten verursacht. Dadurch kann bei vielen PatientInnen eine Linderung der Symptomatik erreicht werden. Wenn sich der Husten nicht erklären lässt und die Hustenproblematik nur unzureichend kontrolliert werden kann, müssen alternative Therapieoptionen in Betracht gezogen werden. Eine gezielte medikamentöse Behandlung des unerklärten Hustens ist bislang nicht vorhanden. In der Praxis versucht man die Symptomatik mit neuromodulatorischen Medikamenten wie Gabapentin, Pregabalin oder Morphin zu bessern. Als nichtmedikamentöse Therapieform ist die Logopädie zu empfehlen. Dabei üben die PatientInnen den Hustenreflex zu unterdrücken und lernen zusätzlich unterstützende Atem- und Entspannungstechniken.
Das Nutzen-Risiko-Verhältnis bzw. mögliche Nebenwirkungen müssen bei jeder Therapie individuell mit den PatientInnen besprochen werden. Neue Therapieansätze, die auf bestimmte zentrale und periphere Rezeptoren abzielen, werden erforscht, konnten bisher aber keine entscheidenden Erfolge verbuchen (1, 13, 26). In einer Studie konnte durch einen TRPV1-Antagonisten (Transient receptor potential vanilloid 1) die Sensitivität auf Capsaicin (Inhaltsstoff von Chili) gesenkt werden, doch zu einer Verbesserung der Hustensymptomatik führte dies nicht (29). Demnächst steht uns der P2X3-Rezeptor-Antagonist Gefapixant zur Verfügung, welcher auf die vagalen afferenten Nerven der Atemwege wirkt und damit, wie es scheint, den unerklärten bzw. therapieÂrefraktären Husten signifikant reduziert (30).
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Prof. Dr. med.Jörg D. Leuppi
Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Pneumologie
Klinischer Professor für Innere Medizin Universität Basel
Chief Medial Officer und Leiter Universitäres Instiut Innere Medizin
Kantonsspital Baselland
Die Autoren haben keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel deklariert.
â—† Die Diagnostik des chronischen Hustens stellt eine Herausforderung dar und erfordert grossen Aufwand.
◆ Bei der Diagnostik ist ein strukturiertes Vorgehen mit Priorisierung der Ursachen nach Häufigkeit wichtig, d.h. von den häufigen Ursachen zu den seltenen.
â—† Gemäss allgemeinem Konsens gilt der Husten als neuropathische Erkrankung, die sich durch eine gesteigerte Sensitivität des HustenÂreflexes auszeichnet. Somit lösen bereits geringe Stimuli den Husten aus.
◆ Chronischer Husten ist ein häufiges Symptom, das die Lebensqualität Betroffener einschränkt. Dennoch sind die Therapieoptionen leider limitiert und mit einschneidenden Nebenwirkungen verbunden. Die Erforschung neuer spezifischer Medikamente ist jedoch im Gang.
Dr. med. Pierre Villars Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis in Zürich seit 1988 Leiter Tarifwesen SGGG, Vorstandsmitglied SLHP
Lieber Pierre, wer bist du?
Ich wurde in Genf geboren, deshalb auch meine französische Muttersprache. Die Schulausbildung und das Studium habe ich in Zürich absolviert. Seit 1988 führe ich eine eigene Praxis in Zürich mit gynäkologischer und geburtshilflicher Belegarzttätigkeit. Ich bin Vater von zwei Töchtern. Die Ältere hat an der ETH in Health Science über Agonisten und Antagonisten des Appetitzentrums promoviert. Die Jüngere, Master of Cancer Biology, sollte demnächst ihre Dissertation über CAR-T-Zelltherapie bei Glioblastomen abschliessen. Keine wollte in die Fussstapfen des Vaters treten und Medizin studieren, um später meine Praxis zu übernehmen. Viel wichtiger ist jedoch, dass beide mit ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit glücklich sind.
Wie bringst du deine berufliche Tätigkeit mit den standespolitischen Aktivitäten in Einklang?
Ich hatte das Glück, mit Prof. Renzo Brun del Re, Prof. Albert Huch und Dr. Giovanni Bass gute Mentoren gehabt zu haben, die mich für die standespolitische Tätigkeit motivierten. Diese bedeutet für mich einen intellektuellen Ausgleich zur Praxistätigkeit, auch wenn sie oft mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist. Ich gönne mir jedoch genügend Ferien, um auszuspannen, und ich nehme mir Zeit für Reisen und mein Hobby, die Fotografie.
Du hast dir in den letzten Jahren national und international einen Ruf als äusserst geschickter Entferner von schwierigen Hormonimplantaten gemacht. So wurde kürzlich im hoch angesehenen amerikanischen «Contraception» eine Originalarbeit publiziert (Contraception 2021;104:577-580), die auf deinen Erfahrungen und Daten basieren. Was war dabei der häufigste Einlegefehler, der eine schwierige Entfernung zur Folge hatte?
Meine Daten wurden von der Kollegin Samia El Hadad ausgewertet. Dabei stellten wir fest, dass knapp 60% der Implanons subfaszial und knapp ein Drittel weit weg von der Insertionsstelle lagen, was mit einer fehlerhaften Insertionstechnik zu erklären ist. Beim alten Implanon war es möglich, den Applikator-Stempel vorzuschieben, anstatt die Kanüle über dem Stempel zurückzuziehen.
Was muss jede Einlegerin und jeder Einleger von Hormonimplantaten berücksichtigen, dass keine schwierige Entfernung nötig wird?
Wichtig ist die korrekte subdermale Lage. Das lässt sich leichter erzielen, wenn die Haut beim Einstechen der Insertionskanüle mit zwei Fingern etwas angehoben wird. Das neue Implanon NXT sollte verhindern, dass das Stäbchen irrtümlich vorgeschoben wird und damit zu tief zu liegen kommt. Zudem gilt es die neu empfohlene Insertionsstelle weiter dorsal am Oberarm zu beachten, um weniger Nervenschädigungen zu riskieren.
Du hast eine volle Praxis und kümmerst dich zudem an
vorderster Front um eine qualitativ hochstehende Frauenheilkunde in der Schweiz mit fairen Tarifen. Dabei kämpfst du seit Jahren für eine Modernisierung des TARMED. Woran liegt es, dass die Reformverhandlungen zwischen den Tarifpartnern so harzig laufen?
Das lag vor allem an der Konstellation der Verhandlungspartner innerhalb von Tarmedsuisse und der Blockade der Kostenträger bei vielen Reformvorschlägen. Man fürchtete, dass dringend nötige Anpassungen des TARMED zu einem Kostenschub führen könnten. Mir kam es oft vor wie das Vetorecht innerhalb des UNO-Sicherheitsrates.
Zusätzlich zum angestrebten Einzeltarifwerk TARDOC wird auch über die Einführung von ambulanten Pauschalen diskutiert. Wo liegen die Vor- und Nachteile dieser beiden Entschädigungsmethoden?
Der Vorteil von Pauschalen liegt bei der vereinfachten Abrechnung und besseren Kontrollmöglichkeit. Damit kann eine missbräuchliche Mengenausweitung verhindert werden. Pauschalen eignen sich jedoch nur für standardisierte Prozesse, wie z.B. einer ambulant durchgeführten Konisation oder einfachen Hysteroskopie mit Curettage. Ein Einzelleistungstarif ist transparenter, dafür durch die Kumulationsmöglichkeiten schwieriger zu kontrollieren.
Du arbeitest auch beim Swiss Laos Hospital Project mit. Was ist das Swiss Laos Hospital Project (SLHP)?
Das SLHP ist ein ZEWO-zertifiziertes humanitäres Hilfsprojekt zur Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind in Laos, einem der ärmsten Länder der Welt, mit einer der weltweit höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit. Es wurde im Jahr 2000 von Dr. med. Urs Lauper gegründet. Dank finanzieller Unterstützung konnten wir die Infrastruktur in diversen Spitälern verbessern (Gebärabteilungen, OP, Neonatologie) und, was ebenso wichtig ist, die laotischen Ärzte und das Pflegepersonal schulen. Bedingt durch die Pandemie, haben wir in letzter Zeit diverse Webinare durchgeführt, die bei den laotischen Ärzten auf grosses Interesse stiessen.
Welche Rolle hast du beim Swiss Laos Hospital Project?
Ich bin im Vorstand des SLHP und u.a. für den Kontakt zu den niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen verantwortlich. Zudem habe ich mich für die Schulung und für die materielle Ausstattung in endoskopischer Gynäkologie eingesetzt. Wir haben z.B. interessierten Oberärzten einen Studienaufenthalt in Vietnam finanziert, um dem Ärztepersonal vor Ort eine endoskopische Ausbildung zu ermöglichen.
Was ist deine Leibspeise?
Ich kann mich nicht auf eine einzige Leibspeise beschränken. Ich liebe die französische und die italienische sowie die asiatische Küche. Einem Eintopf (in der Cocotte) mit Lamm, frischen Teigwaren und feiner Sauce oder einer thailändischen Tom Kha Gai bin ich nie abgeneigt.
Und dein Lieblingsgetränk?
Unter der Woche Assam- oder Grüntee. Bei besonderer Gelegenheit oder am Wochenende gerne ein Glas Bordeaux, vor allem Pauillac und Saint Estèphe als Essensbegleiter. In letzter Zeit habe ich auch die spanischen Weine aus dem Priorat und die Blanc de Blanc Champagner entdeckt.
Herzlichen Dank für das Interview und den Einblick in Deine Aktivitäten bei der SGGG und dem SLHP!
Ginge es nach den LeserInnen von «der informierte arzt», wäre die Diskussion, ob man pro Ausgabe 1 oder 2 Kern-Credits der SGAIM erhält, nicht zu führen – wenn dann eher über 2 oder 3 Fortbildungspunkte … Dennoch hat uns die Fortbildungskommission (Dr. Providoli, Dr. Tronnolone) nun mitgeteilt, «die Anzahl Credits pro Ausgabe ab 2022 definitiv auf 1 Credit pro Ausgabe zu reduzieren, weil die Referenzzeit der eingereichten Beiträge weiterhin nicht der Zeit entspricht, welche für 2 Credits nötig wären.»
Das heisst erneut, die wenigen Testleser der Kommission benötigen für alle Fortbildungstexte inkl. dem Ausfüllen der CME-Fragen für eine Erfolgsquote von mind. 60% weniger als 1 Stunde … Erforderlich für die derzeit 2 Credits sind 90 Minuten. Die grafische Darstellung der Ergebnisse von unserer entsprechenden Umfrage in den vergangenen beiden Ausgaben zeigen hingegen auf einen Blick: Die 42 TeilnehmerInnen (oder anders gesagt deutlich mehr Test-LeserInnen) benötigen überwiegend mehr als 2 Stunden für Lesen der Artikel und Lösen der CME-Fragen, um sich mit «der informierte arzt» qualitätsgesichert fortzubilden – was unseren hierfür notwendigen enormen Aufwand bestätigt und die entsprechende Creditanzahl ergeben sollte. Wir können uns nur wundern!
Doch eigentlich überlegen wir, Aufwand und Kosten für nur einen unverhältnismässigen Credit einzustellen. Wir können nicht nachvollziehen, warum eine solche anhand der richtig beantworteten CME-Fragen messbare Fortbildung nicht ausreichend honoriert wird. Und warum unsere 669 angemeldeten CME-Leser wie auch die Chefredaktorin und unser Hausärzte-Board als allesamt SGAIM-Mitglieder zumindest enttäuscht wenn nicht frustriert werden: Unsere LeserInnen für ihre Teilnahme an der Fortbildung, unser Editorial-Board für seinen Einsatz für die praxisrelevante Themenauswahl und ihre aktuelle, professionelle Umsetzung in «der informierte arzt».
Insbesondere mit Blick darauf, wie sehr auch die Umfrage-TeilnehmerInnen unsere Zeitschrift als Fortbildungsinstrument schätzen und über 90% von ihnen die SGAIM-Credits hiefür wichtig sind, bedauern wir den aktuell erhaltenen Beschluss für 2022 sehr und hoffen, dass die Geringschätzung von «der informierte arzt» resp. der engagierten Fortbildung unserer LeserInnen nochmals überdacht wird.
Eleonore E. Droux
Verlegerin und Geschäftsinhaberin
Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen
Wissenschaftlicher Leiter