Wirkstoff: Sotorasib (LumykrasĀ®)

Befristete Zulassung in der Schweiz: 16.12.2021
Filmtabletten zur Zweitlinien-Behandlung von nicht-plattenepithelialem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit einer KRAS G12C Mutation

Über das Arzneimittel

Lumykras ist ein Krebsmedikament mit dem Wirkstoff Sotorasib. Mit Lumykras werden Erwachsene mit einem speziellen Lungenkrebs behandelt, dem sogenannten nicht-plattenepithelialen, nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC). Lumykras wird einge-setzt, wenn die Lungenkrebszellen eine bestimmte VerƤnderung im KRAS-Gen, die so-genannte KRAS G12C Mutation, aufweisen. Der zu behandelnde Lungenkrebs ist entweder fortgeschritten und/oder er hat bereits gestreut und sich auf andere Kƶrperteile ausgebreitet (metastasiert).
Lumykras wird Patientinnen und Patienten verschrieben, die zuvor bereits mit anderen Medikamenten gegen den Lungenkrebs be-handelt wurden, die nicht ausreichend wirksam waren (Zweitlinien-Behandlung).

Wirkung

Das verƤnderte KRAS G12C Gen bewirkt die Bildung eines Proteins. Das gebildete KRAS G12C Protein ist am Wachstum und Vermehrung der Krebszellen beteiligt. Der Wirkstoff Sotorasib von Lumykras scheint das verƤnderte KRAS Protein zu blockieren. Lumykras bindet an dieses Protein und hemmt so dessen Funktion. Dadurch kann das Wachstum des Krebses verlangsamt oder gestoppt werden.

Anwendung

Lumykras ist rezeptpflichtig und als Filmtablette in der Dosisstärke von 120 mg zugelassen. Voraussetzung für die Anwendung von Lumykras ist der Nachweis einer spezifischen Veränderung des KRAS Gens, die sogenannte KRAS G12C Mutation. Die empfohlene Dosierung beträgt 960 mg (acht Tabletten à 120 mg). Die Filmtabletten werden einmal täglich geschluckt. Sie sollen jeden Tag zur selben Zeit, mit oder ohne Nahrung, eingenommen werden.

Wirksamkeit

Lumykras zeigte in einer einarmigen1 Studie CodeBreaK 100 bei 126 Patienten und Patientinnen mit einer KRAS G12C Mutation und fortgeschrittenem und/oder metastasiertem NSCLC, die bereits mit anderen Medikamenten gegen den Lungenkrebs behandelt worden waren, ohne dass dadurch das Fortschreiten der Krankheit eingedämmt werden konnte, eine klinisch relevante Wirksamkeit. Der Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer objektiv festgestellten Tumorverkleinerung (objective response rate, ORR) betrug 37 %. Das mediane2 Überleben (overall survival, OS) betrug 12.5 Monate.

Vorsichtsmassnahmen, unerwünschte Wirkungen
& Risiken

Unter der Therapie mit Lumykras besteht die Gefahr einer durch das Arzneimittel hervorgerufenen Leberschädigung, die zu einer Leberentzündung (Hepatitis) führen kann. Je nach Schwere der Nebenwirkung muss die Behandlung unterbrochen, die Dosis redu- ziert oder Lumykras dauerhaft abgesetzt werden.
Unter der Therapie mit Lumykras besteht die Gefahr einer Lungenerkrankung (interstitielle Lungenerkrankung, ILD), welche potentiell tödlich verlaufen kann. Die Patientinnen und Patienten werden daher hinsichtlich Atemwegssymptome überwacht.
Einige sehr hƤufige unerwünschte Wirkungen nach Verabreichung von Lumykras sind Durchfall, Übelkeit, Müdigkeit, Erbrechen, Verstopfung, Magenschmerzen, Fieber, Gelenk- und Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit, Husten, niedrige Anzahl roter Blutkƶrperchen (AnƤmie), Kopfschmerzen sowie Flüssigkeitsansammlungen im Kƶrper (Ɩdeme).
Alle Vorsichtsmassnahmen, Risiken und weitere mögliche unerwünschte Wirkungen sind in der Information für Patientinnen und Patienten und in der Fachinformation aufgeführt.

Begründung des Zulassungsentscheids

NSCLC-Patientinnen und Patienten, die eine KRAS G12C Veränderung aufweisen und deren Krankheit bereits fortgeschritten ist, haben eine schlechte Überlebenschance und können mit den bis anhin eingesetzten Krebsmitteln nicht zufriedenstellend behan- delt werden. Man schätzt ca. 300 neue Patienten und Patientinnen pro Jahr, die an diesem Lungenkrebstyp in der Schweiz erkran- ken. Da es sich bei dieser Krankheit um eine seltene und lebensbedrohende Krankheit handelt, wurde das Arzneimittel als «Orphan Drug» zugelassen. Mit «Orphan Drug» werden wichtige Arzneimittel für seltene Krankheiten bezeichnet.
Die Studie CodeBreaK 100 konnte eine überzeugende Wirksamkeit auf die Verkleinerung des Tumors und auf das Überleben zeigen. Weitere Studien zur Dosierung, Verträglichkeit und Wirksamkeit laufen noch.
Unter Berücksichtigung aller vorliegenden Daten überwiegen die Vorteile von Lumykras die Risiken. Das Arzneimittel Lumykras wurde in der Schweiz befristet zugelassen (Art. 9a HMG), da zum Zeitpunkt der Zulassung noch nicht alle klinischen Studien abge- schlossen waren. Die befristete Zulassung ist zwingend an die zeitgerechte Einreichung der von Swissmedic verlangten Daten gebunden. Nach Erfüllung dieser Zulassungsauflagen kann die befristete Zulassung bei positiver Nutzen-Risiko Beurteilung der Resultate in eine ordentliche Zulassung umgewandelt werden.

Weitere Informationen zum Arzneimittel
Information für medizinisches Fachpersonal: Fachinformation Lumykras®
Information für Patientinnen und Patienten (Packungsbeilage):
Patientinnen- und Patienteninformation LumykrasĀ®
Weitere Fragen beantworten Gesundheitsfachpersonen.

 

1. einarmig = die Studie wird ohne Vergleichsgruppe (z. B. mit einem anderen Arzneimittel oder einer Placebo therapierten Gruppe) durchgeführt.

2. Median = Der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt, nennt sich Median oder Zentral- wert. Die eine HƤlfte aller Daten ist immer kleiner, die andere grƶsser als der Median.

KlisyriĀ® (Wirkstoff: Tirbanibulin)

Erstzulassung in der Schweiz: 03.02.2022
Arzneimittel (Salbe) zur Behandlung nicht hyperkeratotischer, nicht hypertropher aktinischer Keratosen im Gesicht oder auf der Kopfhaut bei Erwachsenen.

Hinweise zur Zulassung

Klisyri wurde zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen mit nicht hyperkeratotischer (nicht stark verhornter), nicht hyper-tropher (nicht stark entwickelter) aktinischer Keratosen im Gesicht oder auf der Kopfhaut. Aktinische Keratosen sind lichtbedingte Hautveränderungen, meist chronische Schädigungen der verhornten Oberhaut.
Für die Beurteilung des Zulassungsgesuchs für das Arzneimittel Klisyri hat Swissmedic die Bewertungen der amerikanischen Arzneimittelagentur (FDA) sowie die entsprechenden Produktinformationen berücksichtigt. Da die Bewertung der klinischen Daten auf Grundlage der Beurteilungsberichte der ausländischen Partnerbehörde erfolgte, liegen die Voraussetzungen für einen SwissPAR (Swiss Public Assessment Report) und einen darauf aufbauenden Public Summary SwissPAR nicht vollständig vor. Swissmedic verweist auf die Zulassung des ausländischen Vergleichspräparates. www.fda.gov

Weitere Informationen zum Arzneimittel

Zum Zeitpunkt der Publikation des Public Summary SwissPAR zu Klisyri sind die Fachinformation sowie die Patientinnen- und Patienteninformation (Packungsbeilage) noch nicht verfügbar. Sobald das Arzneimittel in der Schweiz erhältlich ist, werden die Fach-und Patientinnen- und Patienteninformation auf folgender Seite im Internet zur Verfügung gestellt: www.swissmedicinfo.ch
Weitere Fragen beantworten Gesundheitsfachpersonen.

BrukinsaĀ® (Wirkstoff: Zanubrutinib)

Erstzulassung in der Schweiz: 08.02.2022
Arzneimittel (Hartkapsel) zur Behandlung von Erwachsenen mit Waldenstrƶms MakroglobulinƤmie (WM)

Hinweise zur Zulassung

Brukinsa mit dem Wirkstoff Zanubrutinib wird zur Behandlung bei Erwachsenen mit Waldenstrƶms MakroglobulinƤmie (WM) eingesetzt, die schon mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben oder wenn eine Chemoimmuntherapie1 nicht in Frage kommt.
Die Waldenstrƶms MakroglobulinƤmie, auch bekannt als lymphoplasmazytisches Lymphom, ist eine Krebserkrankung, der B-Lym-phozyten (weisse Blutkƶrperchen), die zu grosse Mengen eines Proteins namens IgM produzieren. Die Waldenstrƶms Makroglo-bulinƤmie macht etwa 2 % aller bƶsartigen Bluterkrankungen aus.
Da es sich bei dieser Krankheit um eine seltene und lebensbedrohende Krankheit handelt, wurde Brukinsa als «Orphan Drug» zu-gelassen. Mit «Orphan Drug» werden wichtige Arzneimittel für seltene Krankheiten bezeichnet. Brukinsa wurde gemäss Artikel 13 des Heilmittelgesetzes (HMG) zugelassen. Das bedeutet, dass das Arzneimittel bereits in einem anderen Land mit vergleichbarer Arzneimittelkontrolle zugelassen ist. In diesem Fall berücksichtigt Swissmedic die Ergebnisse der von der ausländischen Arzneimittelbehörde durchgeführten Prüfungen, sofern bestimmte Anforderungen erfüllt sind. Es geht um Prüfungen zur Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit des Arzneimittels und inwieweit die Ergebnisse für die Schweiz übernommen werden können.
Die Berücksichtigung der Ergebnisse ausländischer Zulassungsverfahren soll dazu beitragen, dass im Ausland bereits zugelassene Arzneimittel den Patientinnen und Patienten in der Schweiz möglichst rasch zur Verfügung stehen.
Für die Zulassung von Brukinsa in der Schweiz hat Swissmedic Teile der Begutachtung für den Zulassungsentscheid von der kanadischen Behörde (Health Canada) übernommen und keine eigene wissenschaftliche Begutachtung durchgeführt.
Somit verweist Swissmedic im SwissPAR (Swiss Public Assessment Report) und im daraus gewonnenen Public Summary SwissPAR auf den Assessment Report sowie auf den Kurzbericht der Referenzbehƶrde: (Health Canada – Canada.ca)

Weitere Informationen zum Arzneimittel

Information für medizinisches Fachpersonal: Fachinformation Brukinsa
Information für Patientinnen und Patienten (Packungsbeilage): Patienteninformation Brukinsa
Weitere Fragen beantworten Gesundheitsfachpersonen.

1 Chemoimmuntherapie: Bei einer Chemoimmuntherapie werden Zytostatika in Kombination mit einem Antikƶrper verabreicht. Dadurch wirkt die Chemotherapie nicht generell auf alle schnell wachsenden Zellen im Kƶrper, sondern gezielt
gegen ein bestimmtes Merkmal der Tumorzellen.

Un traitement moderne repose sur quatre piliers

La nouvelle ligne directrice de l’ ESC pour l’ insuffisance cardiaque implique un changement de stratĆ©gie. Il est dĆ©sormais recommandĆ© d’ initier rapidement le traitement avec les quatre substances amĆ©liorant le pronostic, selon la devise : le plus tĆ“t possible, si possible quatre !

Le traitement de l’ insuffisance cardiaque systolique (HFrEF) a connu de grands progrĆØs grĆ¢ce Ć  l’ introduction de nouvelles substances. Aujourd’ hui, outre les bĆŖtabloquants, les bloqueurs de RAS et l’  antagoniste de l’ aldostĆ©rone (ARM), l’ ARNI et les inhibiteurs du SGLT2 sont Ć©galement disponibles en tant que substances amĆ©liorant le pronostic. Cela a nĆ©cessitĆ© une mise Ć  jour des lignes directrices. Selon le professeur Frank Ruschitzka, de Zurich, les nouvelles recommandations reprĆ©sentent un changement de stratĆ©gie, voire de paradigme.
La « combinaison des 4 » (ARNI/inhibiteurs de l’ ECA, bĆŖtabloquant, l’ ARM, les inhibiteurs du SGLT2 est dĆ©sormais prĆ“nĆ©e comme traitement de base moderne. Au lieu de l’ approche par Ć©tapes utilisĆ©e jusqu’ à prĆ©sent, avec une titration jusqu’ à la dose cible Ć  chaque Ć©tape et une durĆ©e > 6 mois qui en rĆ©sulte, on recommande dĆ©sormais l’ établissement prĆ©coce et parallĆØle des quatre principes thĆ©rapeutiques. On peut par exemple commencer par la combinaison bĆŖtabloquant plus inhibiteur du SGLT2, avant d’ ajouter l’ ARNI et l’ ARM. Selon les nouvelles recommandations, les trois Ć©tapes devraient ĆŖtre rĆ©alisĆ©es en l’ espace de quatre semaines et la titration Ć  la dose cible ne devrait avoir lieu qu’ aprĆØs l’ initiation de toutes les mĆ©dications. Ce n’ est pas la sĆ©quence exacte qui est importante, mais le fait que les quatre principes thĆ©rapeutiques soient mis en œuvre en peu de temps. Les auteurs n’ ont pas renoncĆ© Ć  la recommandation de ne remplacer l’ inhibiteur de l’ ECA par l’ ARNI (EntrestoĀ®) que si le patient reste symptomatique sous l’ inhibiteur de l’ ECA. Mais l’ utilisation primaire de l’ ARNI au lieu d’ un inhibiteur de l’ ECA peut Ć©galement ĆŖtre envisagĆ©e, et il y a mĆŖme de nombreux arguments en sa faveur. La place du bloqueur de l’ AT1 a changĆ©. Il a disparu du rĆ©pertoire standard et n’ est dĆ©sormais recommandĆ© que si les inhibiteurs de l’ ECA ou l’ ARNI ne sont pas tolĆ©rĆ©s.

Ɖtude EMPEROR-Reduced et DAPA-HF

L’ intĆ©gration des inhibiteurs de SGLT2 en tant que concept primaire dans la directive repose sur les donnĆ©es de deux grandes Ć©tudes de point final, Ć  savoir l’ étude EMPEROR-Reduced et l’ étude DAPA-HF. Dans le cadre de l’ étude EMPEROR-Reduced, un effet cardioprotecteur a Ć©tĆ© dĆ©montrĆ© pour l’ empagliflozine (JardianceĀ®), et cela Ć©galement chez les non-diabĆ©tiques. 3’ 370 patients ont Ć©tĆ© inclus dans cette Ć©tude souffrant d’ insuffisance cardiaque (FE ≤ 40 %) avec ou sans diabĆØte sucrĆ©. Le critĆØre d’ évaluation primaire de l’ étude Ć©tait la combinaison d’ un dĆ©cĆØs d’ origine cardiovasculaire et d’ une hospitalisation pour insuffisance cardiaque, le critĆØre d’ évaluation secondaire Ć©tant une dĆ©tĆ©rioration de la fonction rĆ©nale. Dans le groupe empagliflozine, 361 patients ont atteint le critĆØre d’ évaluation primaire, contre 462 dans le groupe placebo. Cela correspond Ć  une rĆ©duction du risque de 25 %. Le taux d’ hospitalisation pour insuffisance cardiaque a Ć©tĆ© rĆ©duit de 30 % et la frĆ©quence des Ć©vĆ©nements rĆ©naux a mĆŖme Ć©tĆ© rĆ©duite de 50 %. Le bĆ©nĆ©fice de l’ inhibiteur de SGLT2 a Ć©galement Ć©tĆ© constatĆ© chez les patients qui n’ étaient pas encore complĆØtement recompensĆ©s. Il n’ y a pas eu d’ interactions avec l’ ARNI.
Une Ć©tude sur le diabĆØte (DECLARE) a d’ abord montrĆ© que la dapagliflozine (ForxigaĀ®), un inhibiteur du SGLT2, rĆ©duisait le risque de manifestation d’ une insuffisance cardiaque chez les diabĆ©tiques de type 2. Les mĆ©canismes cardioprotecteurs directs qui se mettent en place indĆ©pendamment du contrĆ“le mĆ©tabolique devraient jouer un rĆ“le dĆ©cisif. C’ est ce qui a motivĆ© l’ étude DAPA-HF, qui a examinĆ© l’ effet de la dapagliflozine, un inhibiteur du SGLT2, en cas d’ insuffisance cardiaque, aussi bien chez les diabĆ©tiques que chez les personnes en bonne santĆ© mĆ©tabolique.
Les patients ont reƧu 10 mg de dapagliflozine une fois par jour ou un placebo en plus du traitement standard conforme aux directives. Seule la moitiĆ© des participants Ć  l’ étude avait un diabĆØte de type 2. Avec un suivi mĆ©dian de 18,2 mois, la dapagliflozine a rĆ©duit le critĆØre d’ évaluation primaire combinĆ© (hospitalisation pour insuffisance cardiaque et dĆ©cĆØs cardiovasculaire) de 26 %, le risque d’ aggravation de l’ insuffisance cardiaque de 30 % et le risque de dĆ©cĆØs cardiovasculaire de 18 %. La mortalitĆ© globale a Ć©tĆ© rĆ©duite de 17 %. La qualitĆ© de vie a Ć©galement Ć©tĆ© nettement amĆ©liorĆ©e. Il n’ y a pas eu de diffĆ©rence entre les diabĆ©tiques et les personnes en bonne santĆ© mĆ©tabolique. La dapagliflozine a Ć©tĆ© bien tolĆ©rĆ©e, il n’ y avait pas de diffĆ©rence avec le placebo.

Dr. med.Peter Stiefelhagen