Matinales du Service de GƩriatrie du CHUV

Mise sur pied par le Prof Christophe Büla, mĆ©decin-chef du Service de gĆ©riatrie du CHUV, la derniĆØre Matinale de formation continue en gĆ©riatrie, qui a eu lieu le 25 juin, a Ć©tĆ© l’occasion de prendre congĆ© de trois Ā«vieilles canaillesĀ» qui seĀ  sont particuliĆØrement engagĆ©es dans la prise en charge des personnes en soins gĆ©riatriques. En paraphrasant le nom donnĆ© aux rock stars bien connues dans l’Hexagone lors de leurĀ  tournĆ©e d’adieux, cette manifestation a simplement voulu rendre hommage Ć  ces trois compĆØres qui, grĆ¢ce Ć  une magnifique complicitĆ©, ont su synergiser leurs forces et faire rayonner bien au delĆ  nos frontiĆØres une gĆ©riatrie positiviste en alliant Ć©troitement clinique, recherche et enseignement.

La parole est donnĆ©e dā€™ā€Šabord au Prof Jean-FranƧois DĆ©monet. AprĆØs une formation de neurologue Ć  lā€™ā€ŠUniversitĆ© de Toulouse, puis de neuropsychologie Ć  lā€™ā€ŠUniversitĆ© de MontrĆ©al, il complĆØte sa formation en imagerie cĆ©rĆ©brale Ć  Londres. Il obtiendra ensuite son PhD en neurosciences cognitives Ć  lā€™ā€ŠUniversitĆ© de Toulouse et mĆØne depuis une double carriĆØre de neurologue et de chercheur. ArrivĆ© Ć  Lausanne en 2011, le Prof Demonet est devenu chef de service du Centre Leenaards de la mĆ©moire au CHUV. Dans son intervention, le Prof DĆ©monet sā€™ā€Šest attachĆ© Ć  prĆ©senter les raisons qui lā€™ā€Šont amenĆ© Ć  bĆ¢tir le projet CLEMENS intercantonal (Center for Lemanic Memory and Neural Sciences). Il sā€™ā€Šā€Šagit dā€™ā€Šune plateforme recensant des donnĆ©es informatisĆ©es visant Ć  favoriser et Ć  guider la pratique clinique et la recherche translationnelle interdisciplinaire dans le domaine des maladies neurodĆ©gĆ©nĆ©ratives. Un tel outil sā€™ā€Šest rĆ©vĆ©lĆ© utile pour mieux cerner la complexitĆ© de telles maladies selon trois axes clĆ©s que sont le stade de la maladie, les types de dĆ©ficits cognitifs et les Ć©tiologies les plus contributives, ceci dans la perspective dā€™ā€Šune mĆ©decine de prĆ©cision.

Puis vint le tour du Prof Joseph Ghika, mĆ©decin chef du service de neurologie des HĆ“pitaux du Valais Romand. AprĆØs une formation de neurologue au CHUV, il se spĆ©cialise aux Etats-Unis Ć  Boston (MGH et MIT) dans le domaine des troubles du mouvement et de la mĆ©moire. Ensuite, il rejoint le DĆ©partement des neurosciences cliniques du CHUV, tout en maintenant une collaboration clinique et acadĆ©mique importante au Centre Leenaards de la MĆ©moire du CHUV. Au cours de sa prĆ©sentation, le Prof Ghika nous a amenĆ© Ć  la dĆ©couverte des mouvements anormaux de la personne Ć¢gĆ©e. Ce fut lā€™ā€Šoccasion de mesurer lā€™ā€ŠĆ©tendue de son sens clinique lors de la prĆ©sentation de ces troubles quā€™ā€Šil qualifia de « banalitĆ©s neurologiques du quotidien gĆ©riatrique ». A lā€™ā€Šaide de vidĆ©os, lā€™ā€Šauditoire a assistĆ© Ć  un prĆ©cieux rappel des caractĆ©ristiques de ces troubles tels que les myoclonies, la chorĆ©e, les dyskinĆ©sies, les tremblements et les stĆ©rĆ©otypies qui peuvent bien souvent ĆŖtre attribuĆ©s aux effets secondaires des neuroleptiques.

Enfin, la parole fut donnĆ©e au Prof Gabriel Gold. AprĆØs une formation en mĆ©decine interne et en gĆ©riatrie, tout dā€™ā€Šabord Ć  lā€™ā€ŠHĆ“pital de la PitiĆ©-SalpĆŖtriĆØre Ć  Paris, puis au Mount SinaĆÆ Medical Center Ć  New-York pendant 12 ans, il rejoint GenĆØve en 1995 où il est actuellement mĆ©decin chef du service de gĆ©riatrie de lā€™ā€ŠHĆ“pital des Trois-ChĆŖne et responsable du Centre de mĆ©decine de lā€™ā€ŠĆ¢ge avancĆ© des HUG. IntitulĆ©e « Les dĆ©mences de la personne Ć¢gĆ©e : avancĆ©es, espoirs et actualitĆ©s », le Prof Gold montre que, si au cours de ces derniĆØres annĆ©es on assiste Ć  une diminution de 15-20% de lā€™ā€Šincidence des dĆ©mences, celles-ci demeurent un problĆØme majeur de santĆ© au XXIĆØme siĆØcle. Il relĆØve lā€™ā€Šimportance des micro-infarctus cĆ©rĆ©braux comme cause de dĆ©mence, alors que ceux-ci passent longtemps inaperƧus Ć  lā€™ā€Šimagerie conventionnelle. Il note aussi lā€™ā€ŠintĆ©rĆŖt Ć  pouvoir disposer dā€™ā€Šun diagnostic prĆ©coce visant Ć  instaurer des mesures thĆ©rapeutiques bien avant le stade dā€™ā€Šatrophie cĆ©rĆ©brale. Si le dĆ©veloppement de biomarqueurs plasmatiques a fourni des rĆ©sultats prometteurs, en revanche les rares dā€™ā€ŠĆ©tudes dā€™ā€Šintervention visant Ć  prĆ©venir la progression de la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer se sont rĆ©vĆ©lĆ©es dĆ©cevantes. Restent alors les recommandations Ć©manant de la « Lancet Commission » en 2020 pour une action sur 13 facteurs de risque modifiables, ce qui permettrait une rĆ©duction de la prĆ©valence des dĆ©mences.

Lā€™ā€Šhommage aux trois vieilles canailles sā€™ā€Šest conclu par un « standing ovation » prolongĆ© et bien mĆ©ritĆ©.

Les Professeurs Demonet, Ghika, Büla et Gold (de g. Ć  dr.) lors de la Matinale spĆ©ciale pour prendre congĆ© des « Vieilles Canailles »

Pr Roger Darioli

PrƩsident de la Fondation Suisse Nutrition SantƩ
5, chemin des Fleurs
1007 Lausanne

roger.darioli@unisante.ch

Ein persönlicher Rückblick auf die Corona-Impfaktionen

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns nun schon bald zwei Jahre, jedermann ist damit alltäglich konfrontiert. Und es wurde in den letzten 24 Monaten wohl über kein Thema so viel geschrieben, diskutiert und kontrovers debattiert wie über Corona. Eigentlich würde sich also ein Editorial zu dieser Pandemie erübrigen. Dennoch greife ich zur Feder, nachdem ich mehrere Monate lang (wie zahlreiche andere Kollegen und Kolleginnen auch) aktiv als Leitender Schichtarzt in einem grossen regionalen Impfzentrum mitgewirkt habe. Ich hatte so vielfältige Gelegenheit zu Reflexionen über die aktuelle Impfsituation. An den strubsten Tagen impften wir deutlich über 1000 Impfwillige täglich, am Schluss nahm die Zahl aber leider deutlich ab und es musste über neue Strategien nachgedacht werden, um die zögernden Impfzweifler auch heranzulocken.

Es ist bewundernswert, in welch kurzer Zeit die Pharma-Industrie weltweit neue wirksame Impfstoffe in grosser Menge hat zur Verfügung stellen können. Bei keiner anderen Infektionskrankheit waren die global praktikablen Impfmassnahmen so rasch einsetzbar. Offenbar hatte der Konkurrenzdruck für einmal auch sein Gutes. Die verschiedenen Impfstoffe haben unbestritten eine hohe Erfolgsrate und die Nebenwirkungen sind bezogen auf die hohe Ansteckungsgefahr bei Ungeimpften nachweislich gering. Leider trüben in den letzten Wochen die neu aufgetretenen gefährlicheren Mutationen das positive Bild.

Es war auch höchst erfreulich, wie rasch die verschiedenen regio­nalen Impfzentren landesweit hochgefahren wurden und die weiteren Impfstellen (Hausärzte, Apotheken, Pflegeinstitutionen) trotz grosser Mehrbelastung das Angebot zur Vakzination vermehrten. Dies war eine immense logistische Aufgabe auf allen Stufen, die nicht genügend gewürdigt werden kann.

In allen regionalen Impfzentren wurden alltƤglich manche Dutzend Helfer eingesetzt. Sie kamen aus allen Berufsschichten, mit oder ohne medizinischem Hintergrund, und sie waren vorgƤngig vielfach vorübergehend coronabedingt arbeitslos. Alle waren – unter fachkundiger Anleitung – bestrebt, ihr Bestes zu geben. Das kameradschaftliche Teamwork war ebenso beeindruckend wie auch die gute Organisation aller Zentren. Sie wurden von allen Frischgeimpften immer wieder gelobt. Alle Beteiligten, unbesehen von Funktion und angestammtem Beruf, verdienen für ihren Einsatz deshalb grosses Lob. Bei der kürzlich verfügten, nur vorübergehenden (?) Schliessung der Zentren fiel übrigens mehrfach eine stille TrƤne bei den jetzt wieder freigestellten Mitarbeitern – es war für sie ein zwar anstrengender und anspruchsvoller, aber sehr schƶner, persƶnlich bereichernder Zeitabschnitt.

Der Rückblick wƤre unvollstƤndig, wenn nicht auch das Nega-tive erwƤhnt würde. Es gibt ja immer Nƶrgeler und Zweifler, Unpünktliche und allzu-Anspruchsvolle. Sie kƶnnen weggesteckt werden. Viel belastender sind aber die Anfeindungen der militanten Impfgegner, die langen Diskussionen mit unqualifizierten Besserwissern, die teils fundamentalistischen Kommentare vieler notorischer Leserbriefschreiber. Sie erschweren die AufklƤrungsarbeit von uns Ƅrzten sehr, und sie verunsichern die Unentschlossenen. Wir wissen aber alle: das mƶglichst umfassende Impfprogramm ist notwendig und nützlich, denn die Pandemie ist leider noch lange nicht besiegt.

Dr. med. Hans-Ulrich Kull

Küsnacht

Systemische pharmakologische Behandlungen für chronische Plaque-Psoriasis

Eine kürzlich publizierte Cochrane Review (1) verglich verschiedene systemische oral verabreichte oder injizierte Medikamente, die zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen (über 18 Jahre) eingesetzt werden. Das Ziel war es, herauszufinden, welche die sichersten und wirksamsten Mittel zur Behandlung der Psoriasis sind. Es sollte eine Rangfolge der Medikamente nach ihrer Sicherheit und Wirksamkeit aufgestellt werden, um die Entwicklung eines Behandlungskonzepts für Menschen mit chronischer Plaque-Psoriasis zu unterstützen. Insgesamt wurden 140 relevante Studien zur Beantwortung dieser Frage gesammelt und analysiert.

Die wichtigsten Botschaften

Die Ergebnisse zeigen, dass eine Auswahl von Behandlungen aus der Klasse der biologischen Arzneimittel die wirksamsten systemischen Arzneimittel zu sein scheinen, um eine 90%ige Verbesserung des Psoriasis Area and Severity Index (PASI) zu erreichen. Beim Vergleich der bewerteten Behandlungen gegenüber Placebo wurde kein signifikanter Unterschied in Bezug auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen festgestellt. Da die Nachweise bezüglich Sicherheit jedoch von sehr geringer bis mässiger Qualität waren, sind diese Ergebnisse nicht sicher.

Für einige der Interventionen wurde nur eine geringe Anzahl von Studien gefunden, so dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um die systemischen Arzneimittel direkt miteinander zu vergleichen, anstatt sie Placebo gegenüber zu stellen. Ausserdem sind längerfristige Studien erforderlich, um mehr Erkenntnisse über den Nutzen und die Sicherheit systemischer Arzneimittel zu gewinnen und ihre Sicherheitsprofile zu vergleichen. Die Ergebnisse dieser Übersichtsarbeit beschränken sich auf die Induktionsbehandlung, das heisst, die Ergebnisse wurden 8 bis 24 Wochen nach der Zuweisung der Teilnehmer zu ihrer Behandlungsgruppe gemessen, und es lagen nicht genügend Informationen vor, um den relativen Nutzen der Behandlungen für die längerfristigen Ergebnisse bei dieser chronischen Krankheit zu verstehen.

Die Autoren stuften Sicherheit der Evidenz von sehr gering (hauptsƤchlich konventionelle Arzneimittel) bis hoch (hauptsƤchlich biologische Arzneimittel) ein. Die Beweissicherheit wurde aufgrund des Risikos eines Bias hinsichtlich der Studienmethoden und zudem entweder wegen inkonsistenter Ergebnisse oder Ungenauigkeit herabgestuft.

Was wurde bei der Überprüfung untersucht?

Die Psoriasis ist gekennzeichnet durch rote, schuppige Hautstellen, sogenannte Plaques, oder durch andere entzündliche Erscheinungen, die auf der Haut und an den Gelenken oder beidem auftreten können. Psoriasis wird durch eine abnorme Reaktion des Immunsystems bei Menschen verursacht, die eine genetische Veranlagung für die Krankheit haben.
Etwa 2% der Bevƶlkerung leiden an Psoriasis, und 90 % dieser Menschen haben Plaque-Psoriasis. Bei etwa 10% bis 20% der Menschen mit chronischer Plaque-Psoriasis ist eine systemische Behandlung erforderlich. Die Psoriasis beeintrƤchtigt die LebensqualitƤt, einschliesslich des psychosozialen Lebens der Betroffenen.

In dieser Cochrane Review wurden 19 systemische Medikamente verglichen. Dabei wurden Studien identifiziert, die eines oder mehrere dieser Medikamente entweder mit Placebo oder mit einem anderen Arzneimittel zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Formen von Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen verglichen, die sich in einem beliebigen Behandlungsstadium befanden. Die untersuchten Behandlungen umfassten eine Gruppe von konventionellen systemischen Behandlungen, die zu den ältesten Behandlungen gegen Psoriasis gehören, eine Gruppe von immunmodulierenden Biologika, die aus lebenden Organismen oder synthetisch hergestellt wurden, und eine Gruppe kleiner Moleküle, die auf Moleküle innerhalb von Immunzellen einwirken. Es wurden Studien eingeschlossen, deren Teilnehmer möglicherweise auch an Psoriasis-Arthritis litten. Die wichtigsten Ergebnisse, die interessierten, waren das Erreichen eines PASI-Wertes von 90 und alle schwerwiegenden Nebenwirkungen, die mit den Arzneimitteln in Verbindung gebracht wurden.
Um die Behandlungen miteinander vergleichen zu kƶnnen, wurden sƤmtliche Studien zusammengefasst und so eine indirekte Analyse der Behandlungen im Rahmen dieser Netzwerk-Meta-Analyse ermƶglicht.

Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung

An den 140 Studien nahmen 51749 Personen (hauptsƤchlich aus KrankenhƤusern rekrutiert) mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis teil: 34 624 MƤnner und 16 529 Frauen (die restlichen 596 Teilnehmer sind unbekannt); das Durchschnittsalter lag bei 45 Jahren, der durchschnittliche PASI-Wert zu Beginn der Studie betrug 20 (Spanne: 9,5 bis 39), was auf einen hohen Schweregrad der Erkrankung hindeutet. In den meisten Studien (n = 82) wurde das systemische Medikament mit einer Placebo-Behandlung verglichen, in 41 Studien wurden systemische Behandlungen mit anderen systemischen Behandlungen verglichen und in 17 Studien wurden systemische Behandlungen mit systemischen Behandlungen und Placebo verglichen. Die meisten Studien waren Kurzzeitstudien; 117 Studien waren multizentrische Studien (2 bis 231 Zentren). Die meisten Studien (107/140) gaben eine Finanzierung durch pharmazeutische Unternehmen an, 22 Studien machten keine Angaben zur Finanzierungsquelle.

Die vorgestellten Ergebnisse Netzwerk-Metaanalyse wurden wƤhrend der Induktionsphase, 8 bis 24 Wochen nach der Randomisierung der Studienteilnehmer, gemessen. Bei den Biologika-Behandlungen wurden die Gruppen Anti-IL17, Anti-IL12/23, Anti-IL23 und Anti-TNF-alpha bewertet.
Die Ergebnisse zeigten, dass im Vergleich zu Placebo alle Behandlungen – sowohl Biologika-Behandlungen als auch niedermolekulare Behandlungen und konventionelle systemische Wirkstoffe zum Therapieren der Psoriasis signifikant wirksamer waren, wenn sie anhand eines Index bewertet wurden, der eine Verbesserung um 90% erforderte (PASI 90).

In Bezug auf dasselbe Ergebnis (PASI 90) schienen die biologischen Behandlungen Anti-IL17, Anti-IL12/23, Anti-IL23 und Anti-TNF-alpha signifikant besser zu wirken als die niedermolekularen und die konventionellen systemischen Wirkstoffe.
Bei der Bewertung der Fähigkeit, einen PASI-Wert von 90 zu erreichen, waren Infliximab, alle Anti-IL17-Medikamente (Ixekizumab, Secukinumab, Bimekizumab und Brodalumab) und die Anti-IL23-Medikamente (Risankizumab und Guselkumab, aber nicht Tildrakizumab) signifikant wirksamer als Ustekinumab und drei Anti-TNF-alpha-Wirkstoffe: Adalimumab, Certolizumab und Etanercept. Adalimumab und Ustekinumab waren Certolizumab und Etanercept überlegen. Zwischen Tofacitinib oder Apremilast und zwei konventionellen Medikamenten, Ciclosporin und Methotrexat, wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt.

Im Vergleich zu Placebo schnitten sieben Biologika am besten ab, wenn es darum ging, Psoriasis-LƤsionen zur Abheilung zu bringen (d.h. PASI 90 zu erreichen). Bei diesen Arzneimitteln handelte es sich um Infliximab, Ixekizumab (beide mit mƤssiger Sicherheit), Risankizumab (mit hoher Sicherheit), Bimekizumab (mit geringer Sicherheit), Guselkumab (mit mƤssiger Sicherheit), Secukinumab (mit hoher Sicherheit) und Brodalumab (mit mƤssiger Sicherheit). Es gab kaum Unterschiede in der Wirksamkeit dieser sieben Medikamente.
Für die Ergebnisse PASI 75 und Physician Global Assessment (PGA) 0/1 (d.h. Erreichen einer 75-prozentigen Verbesserung und Erreichen eines PGA-Scores von 0 oder 1) waren die Resultate den Ergebnissen für PASI 90 sehr ähnlich.
Bei den Ergebnissen für einige Biologika (z.B. Bimekizumab), kleine Moleküle (Tyrosinkinase-2-Hemmer) und konventionelle systemische Behandlungen (Acitretin, Ciclosporin, FumarsƤureester und Methotrexat) ist Vorsicht geboten, da diese Medikamente nur in wenigen Studien im Rahmen der NMA bewertet wurden, so die Autoren.

Hinsichtlich des Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den systemischen Arzneimitteln im Vergleich zur Placebo-Behandlung. Allerdings war die Zahl der schwerwiegenden Nebenwirkungen sehr gering, und die Einstufungen beruhen auf Belegen mit geringer bis sehr geringer (für knapp die Hälfte der Ergebnisse) oder mässiger Sicherheit, so dass sie mit Vorsicht zu interpretieren sind.
Für alle Studien wurden nur wenige Informationen zur Lebensqualität erfasst und für mehrere der untersuchten Arzneimittel lagen keine Daten zur Lebensqualität vor.

Quelle: Cochrane Skin Group, Emilie Sbidian et al. Systemic pharmacological treatments for chronic plaque psoriasis: a network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev. 2020 Jan; 2020(1): CD011535. Published online 2020 Jan 9. doi: 10.1002/14651858.CD011535.pub3

Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen

riesen@medinfo-verlag.ch

1. Emilie Sbidian et al. Systemic pharmacological treatments for chronic plaque psoriasis: a network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev. 2020 Jan; 2020(1): CD011535. Publiziert online 2020 Jan 9. doi: 10.1002/14651858.CD011535.pub3

Schlafstƶrungen im Alter

Der Schlaf wird im Alter meistens nicht besser. Wenn wir die Einflussfaktoren verstehen, ist es möglich, durch Verhaltensmassnahmen oftmals eine Besserung herbeizuführen. Sind Schlafstörungen im Alter Anzeichen einer beginnenden Demenz oder handelt es sich um ein sekundäres Phänomen einer degenerativen Hirnerkrankung? Diese Frage ist nicht abschliessend zu beantworten, aber eine Behandlung von Schlafstörungen führt nicht nur zu einer verbesserten Prognose hinsichtlich einer Demenz, sondern auch zu einer deutlich besseren Lebensqualität.

Entwicklung des Schlafes im Alter:
Verstehen und Einflussfaktoren erkennen

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Der Schlaf wird im Alter meistens nicht besser. Es kommt zu einer Abnahme der Schlafdauer und einer Zunahme der Wachzeit (1) (Abb. 1). Aber leider wird der Schlaf auch weniger stabil. Während Kinder im Tiefschlaf kaum weckbar sind, erreichen ältere Menschen diese Schlaftiefe nicht mehr. (2) Zudem kommt es auch zu einer Veränderung der circadianen Rhythmussteuerung, indem der Schlaf-Wach-Rhythmus störungsanfälliger ist. Bedingt durch eine allgemein in fortschreitendem Alter stattfindende Vorverschiebung des 24-Stunden-Rhythmus (3) resultieren oft frühe Bettgehzeiten. Wenn dann ein älterer Mensch bereits um 21 Uhr zu Bett geht, ist es meistens unrealistisch, dass er bis zum nächsten Morgen um 7 Uhr gut schlafen kann. Werden dann aufgrund von Klagen über eine Insomnie Schlafmittel oder andere sedierende Substanzen verordnet, ist dies oft problematisch. Es führt zu Abhängigkeit und verstärkt kognitive Störungen.

Dass wir am Abend einschlafen können, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Wenn wir diese Faktoren kennen, können wir an Hand des Modells von Borbely (2) die Mechanismen verstehen, welche zu Schlafstörungen führen. Der erste Faktor, Prozess S, ist für die Schlaftiefe verantwortlich. Er korreliert damit, wie lange man vor dem Zubettgehen wach war. Nach einer durchgemachten Nacht zum Beispiel schläft man am nächsten Abend meistens besser ein. Der zweite Faktor, Prozess C, entspricht dem 24-Stunden-Rhythmus. Er führt zum Beispiel bei Fernreisen zum Phänomen des Jet-Lags. Der Prozess C wird durch den Lebensrhythmus (regelmässige Ruhezeiten) und die Lichtexposition (Zeitgeber) beeinflusst und zeigt sich im Verlauf des Melatoninspiegels.

Die normalerweise abnehmende Schlaftiefe wird auch durch das Verhalten beeinflusst. So ist es ungünstig, wenn man «über den Durst» schläft. Lange Liegezeiten während des Tages oder langer Tagesschlaf aufgrund fehlender Tagesstruktur oder Beschäftigung führen zu einer «Verwässerung» des Schlafes. Das bedeutet, dass sich lediglich der Anteil des oberflächlichen Schlafes vermehrt, während der Tiefschlafanteil konstant bleibt oder gar dadurch gestört wird.

Beim Prozess C ist offensichtlich, dass hier die Tagesstruktur eine wesentliche Rolle spielt. Regelmässige Mahlzeiten, ausreichende Beschäftigung und körperliche Aktivität sind neben genügender Lichtexposition wesentliche Faktoren. Für die Regulation des 24-Stunden-Rhythmus ist die Lichtexposition am Morgen von Bedeutung. Es handelt sich um den wichtigsten Zeitgeber, der dafür sorgt, dass unsere innere Uhr in Übereinstimmung mit der Tageszeit bleibt. Diesbezüglich ungünstige Faktoren sind Immobilisierung, visuelle Probleme, eingeschränkte Tagestruktur und helles Licht am Abend. Im Extremfall kann dies zu einer Tag-Nacht Umkehr führen.

Bei insomnischen Störungen bei älteren Menschen ist zunächst einmal zu betrachten, inwiefern die obengenannten Einflussfaktoren beteiligt sind und ob es hier Korrekturmöglichkeiten gibt. Des Weiteren ist es wichtig, für den Patienten und den Arzt realistische Erwartungen an den Schlaf zu haben. Auch längere Wachzeiten in der Nacht sind bei älteren Menschen normal und es ist meistens wenig sinnvoll, von einer Behandlung eine Schlafqualität zu erwarten, welche man in jugendlichem Alter hatte. Wie erwähnt kommt es im Alter auch zu einer Vorverschiebung des 24-Stunden-Rhythmus, indem der Impuls schlafen zu gehen früher registriert wird. Der damit verbundene zu frühe Anstieg des Melatoninspiegels kann durch spätere Mahlzeit, vermehrte Aktivitäten abends und allenfalls auch durch Lichtexposition am Abend unterdrückt werden.

Neben diesen lebensnahen Verhaltensfaktoren ‒ und neben offensichtlichen Faktoren wie Schmerzen, Blasenfunktionsstƶrungen u.a.m. ‒ kann der Schlaf von Ƥlteren Menschen durch weitere somatische und psychologische Stƶrungen leiden. Daneben sind spezifische Schlafstƶrungen bekannt (zum Beispiel das Restless Legs Syndrom), welche besonders hƤufig im Alter ein Problem darstellen. Demenzen und psychiatrische Stƶrungen, am hƤufigsten Depressionen, führen zu relevanten Schlafstƶrungen, des Weiteren spielt der Substanzgebrauch oft eine Rolle (Alkohol).

Schlaf und Demenz

Die oben beschriebenen Veränderungen des Schlafes im Alter mit zunehmender Schwäche des circadianen Rhythmus und der abnehmenden Schlafstabilität treten bei Menschen mit Demenz umso stärker zu Tage und es stellt sich somit die Frage nach dem ursächlichen Zusammenhang. Vermehrte Schlaffragmentierung, Abnahme des Tiefschlafes und Insomnie sind mit einem erhöhten Risiko einer Demenz verbunden. Oder sind die Schlafstörungen sekundäre Folge der degenerativen Hirnerkrankung? Für ersteres spricht, dass es gelungen ist, durch Verbesserung der Schlafqualität den Verlauf von Demenzen zu beeinflussen (vgl. Kapitel zur Schlafapnoe). Aber auch Patienten, die vermehrt müde oder schläfrig sind, haben ein erhöhtes Demenzrisiko. Insbesondere Parkinsonpatienten sind oft vermehrt müde und können gar eine Narkolepsie-ähnliche Schläfrigkeit entwickeln.

Restless Legs Syndrom (RLS): Häufigste behandelbare Ursache für Insomnie

Beim RLS handelt es sich um eine Erkrankung, welche mit einer Inzidenz von ca. 3-7% in der Bevölkerung auftritt. Die Inzidenz nimmt im Alter zu. Aber nicht alle betroffenen Personen haben derart starke Beschwerden, dass sie behandlungsbedürftig sind. Die internationale RLS-Gesellschaft (IRLSSG) hat fünf essentielle Diagnosekriterien aufgestellt, die alleine auf der Anamnese beruhen. Der Nachweis von periodischen Beinbewegungen (Periodic Limb Movement Syndrome, PLMS) im Schlaflabor kann helfen, die Diagnose zu bestätigen. Aber ein PLMS ist nur bei 80% der RLS-Pa­tienten nachweisbar. Zudem ist zu beachten, dass gerade im Alter PLMS sehr häufig als unspezifisches Phänomen (bei symptomfreien Personen) nachgewiesen wird. Als supportives Merkmal wird das Ansprechen auf eine dopaminerge Therapie aufgeführt. Dies sollte jedoch heute nicht mehr der Grund sein, die Behandlung mit einer dopaminergen Therapie zu beginnen.

Früher wurde aus diesem Grund oft primƤr L-Dopa (Madopar) eingesetzt, was bei negativem Behandlungserfolg eine RLS nicht ausschliesst, jedoch sehr rasch zu einem Wirkungsverlust oder gar zu einer Augmentation führen kann. Bei der Augmentation handelt es sich um eine Komplikation in der RLS Therapie vorwiegend unter Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin), welche mit einem Wirkungsverlust verbunden ist, wobei es darüber hinausgehend zu einer Ausbreitung der Symptome in die Arme und zu einer zeitlichen Ausdehnung der Symptome in den Tag kommt. Die Inzidenz der Augmentation liegt bei etwa 8% pro Jahr (4). Aus diesem Grund sollten zu Beginn nicht mehr Dopaminagonisten, sondern Alpha-Delta-Liganden (Gabapentin, Pregabalin) eingesetzt werden (5). Im Weiteren sollte auf eine ausreichende Eisenversorgung geachtet werden. Bei RLS-Patienten sollte der Ferritinwert über 75µgā€Š/ā€Šml liegen. RLS-Patienten, welche leichte Symptome haben, kƶnnen primƤr auch mit einer Eisensubstitution behandelt werden. Im Weiteren ist darauf zu achten, dass andere Medikamente das RLS verstƤrken kƶnnen. In erster Linie handelt es sich um Antidepressiva (alle ausser Trazodon und Bupropion).

Fünf Essentielle Kriterien für das Restless Legs Syndrom (6)

  1. Bewegungsdrang in den Beinen hƤufig, aber nicht immer begleitet von unangenehmen Missempfindungen.
  2. Der Bewegungsdrang und die Missempfindungen beginnen oder verschlechtern sich in ruhigen Situationen wie Sitzen oder Liegen.
  3. Der Bewegungsdrang und die Missempfindungen verbessern sich ganz oder teilweise beim Bewegen (Herumgehen oder Stretching), zumindest so lange die BewegungsaktivitƤt andauert.
  4. Der Bewegungsdrang und die Missempfindungen treten deutlich intensiver oder ausschliesslich am Abend oder in der Nacht auf.
  5. Die Beschwerden kƶnnen nicht mit Sicherheit durch eine andere Erkrankung oder VerhaltensauffƤlligkeit erklƤrt werden (Muskelschmerzen, MuskelkrƤmpfe)

Obstruktive Schlafapnoe: Hinsehen und Behandeln

Die obstruktive Schlafapanoe wird im Alter oft nicht erkannt. Dabei spielen wahrscheinlich verschiedene Faktoren eine Rolle. Oftmals hat sich der Partner an das laute Schnarchen gewöhnt oder das Paar hat sich mit getrennten Schlafzimmern arrangiert. Nicht immer führt die Schlafapnoe zur klassischen Symptomatik mit nicht-erholsamem Schlaf und vermehrter Tagesmüdigkeit. Die Schlafapnoe kann auch zu insomnischen Störungen und nächtlichen Panikattacken führen. Des Weiteren sind Kopfschmerzen nicht selten ein zusätzliches Symptom. Was im Alter oft übersehen wird, sind die kognitiven Störungen, welche eine Schlafapnoe bewirkten kann. Diese teilweise nicht-typischen Symptome führen dazu, dass an die Schlafapnoe bei älteren Menschen oft nicht gedacht wird. Dabei handelt es sich um eine im Allgemeinen gut zu behandelnde Erkrankung, was sich wesentlich auf die Lebensqualität auswirken kann. Zudem stellt die obstruktive Schlafapnoe einen Risikofaktor hinsichtlich deiner Demenz dar (7).

Standardtherapie ist die CPAP-Beatmung und es konnte gezeigt werden, dass sich unter Behandlung die kognitive Verschlechterung bei Patienten mit MCI (Mild Cognitive Imapirment) verlangsamte (8). Bemerkenswert ist, dass dies bei einer Patienten-Population, welche nicht wesentlich schläfrig war, zu beobachten war. Dies bestätigt einmal mehr, dass bei älteren Patienten nicht alleine auf das Leitsymptom Schläfrigkeit fokussiert werden sollte. Die Behandlung der Schlafapnoe mittels CPAP-Therapie führt auch zu einer günstigen Beeinflussung der Biomarker (Zunahme von Tiefschlaf und Abnahme von Amyloid-β) (9). Selbstverständlich ist es nicht einfach, ältere Menschen bei subjektiv geringem Leidensdruck zu motivieren, eine CPAP-Therapie durchzuführen, aber man sollte nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen. Unsere Erfahrung zeigt, dass bei älteren Menschen oftmals eine Behandlung möglich ist und sich dann manchmal wider Erwarten auch ein subjektiv positiver Therapieerfolg zeigt. Es bedarf jedoch einer intensiven Patientenführung und Überwachung. Sollte sich die Schlafqualität unter Behandlung verschlechtern, muss konsequenterweise ein Therapieabbruch in Betracht gezogen werden.

Wann Schlafstƶrungen im Zentrum abklƤren:

  • RLS: fehlendes Ansprechen auf zwei Substanzen oder atypische PrƤsentation. Schwere BeeintrƤchtigung im Alltag oder sekundƤre Therapieresistenz (Augmentation)
  • Schlafapnoe: Pathologischer Screening Test und Behandlungsbedarf bzw. Behandlungsbereitschaft absehbar
  • RBD: NƤchtliche Verhaltensstƶrungen
  • Schwere Schlafstƶrungen, welche zu einer erheblichen BeeintrƤchtigung der Tagesbefindlichkeit führen

Copyright bei Aerzteverlag medinfo AG

Dr. med.Matthias Strub

Zentrum für Schlafmedizin Basel
Gellertstrasse 142
4052 Basel

matthias.strub@hin.ch

Der Autor hat deklariert, keine Interessenskonflikte in Zusammenhang mit diesem Beitrag zu haben.

ā—† Schlafstƶrungen und vermehrte Müdigkeit im Alter haben oft ihre Ursache in ungünstigen Verhaltensweisen.
ā—† Modifizierung von BeschƤftigung, kƶrperlicher AktivitƤt, Schlafzeiten und Lichtexpositionen führen oft zu einer verbesserten SchlafqualitƤt.
ā—† Das Restless Legs Syndrom ist hƤufig und kann im Allgemeinen gut behandelt werden.
ā—† Die Obstruktive Schlafapnoe prƤsentiert sich bei Ƥlteren Menschen oft atypisch. Deren Behandlung ist mƶglich und führt zu einer günstigen Beeinflussung des Verlaufes besonders bei Patienten mit leichten Demenzen.

1. Maurice M. Ohayon et al. Meta-Analysis of Quantitative Sleep Parameters From Childhood to Old Age in Healthy Individuals: Developing Normative Sleep Values Across the Human Lifespan. SLEEP 2004;27(7):1255-73
2. A. Borbely. Das Geheimnis des Schlafes. 1984. http://www.pharma.uzh.ch/static/schlafbuch/KAP3.htm#3.1
3. Till Roenneberg et al. A marker for the end of adolescence. Current Biol, Volume 14, Issue 24, 2004, R1038–R1039
4. R.P. Allen, W.G. Ondo, E. Ball, et al. Restless legs syndrome (RLS) augmentation associated with dopamine agonist and levodopa usage in a community sample. Sleep Med, 12 (2011), pp. 431-439
5. Garcia-Borreguero D et al. Guidelines for the first-line treatment of restless legs syndrome/Willis–Ekbom disease, prevention and treatment of dopaminergic augmentation: a combined task force of the IRLSSG, EURLSSG, and the RLS-foundation. Sleep Medicine.2016 (21):1-11
6. R.P. Allen et al. Restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease diagnostic criteria: updated International Restless Legs Syndrome Study Group (IRLSSG) consensus criteria–history, rationale, description, and significance. Sleep Med. 2014 Aug;15(8):860-73
7. Jackson M et al. Severe Obstruktive Sleep Apnea is Associated with higher Brain Amyloid Burden: A Prelimnary PET Imaging Study. Journal of Alzheimer’s Disease. 2020 Vol, no. 2, 611-617
8. Richards K.C. CPAP Adherance May Slow 1-Year Cognitive Decline in Older Adults with Mild Cognitive Impairment and Apnea. J AM Geriatr Soc: 2019; 67(3): 558-564
9. Ju Yo-El S. Obstructive Sleep Apnea treatment, slow wave activity and amyloid-β. Ann Neurol.2019;85(2):291-295

Diagnostic et traitement de lā€™ā€Šhypertension

Selon la Fondation Suisse de Cardiologie lā€™ā€Šā€Šhypertension artĆ©rielle est le diagnostic le plus frĆ©quemment posĆ© par les mĆ©decins en Suisse (1). Les personnes souffrant dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle ne sont pas malades et ne ressentent gĆ©nĆ©ralement aucun symptĆ“me. Cependant, les personnes souffrant dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle ont un risque Ć©levĆ© de tomber malade : selon la gravitĆ©, les personnes souffrant dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle non traitĆ©e ont un risque deux Ć  dix fois plus Ć©levĆ© dā€™ā€Šaccident vasculaire cĆ©rĆ©bral, de crise cardiaque ou dā€™ā€Šinsuffisance cardiaque.

Le cabinet du mĆ©decin gĆ©nĆ©raliste est le lieu idĆ©al pour le diagnostic prĆ©coce et le traitement de lā€™ā€Šhypertension. Dā€™ā€ŠaprĆØs notre expĆ©rience, la plupart des hypertendus ont besoin dā€™ā€Šune combinaison de stratĆ©gies non pharmacologiques et pharmacologiques pour atteindre une pression artĆ©rielle (PA) normale. Cet article rĆ©sume les questions relatives Ć  lā€™ā€Šhypertension qui sont importantes pour les cardiologues et les mĆ©decins de premier recours.

Comment le diagnostic dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle est-il confirmĆ© ?

Si les mesures de la pression artĆ©rielle sont supĆ©rieures Ć  140/90 mmHg lors dā€™ā€Šune seule mesure au cabinet, au moins trois mesures supplĆ©mentaires dans un dĆ©lai de quelques semaines doivent confirmer les lectures Ć©levĆ©es de la pression artĆ©rielle pour ĆŖtre certain de la prĆ©sence dā€™ā€Šune hypertension. Une mesure unique ou des mesures qui ne sont pas prises au repos ne sont pas utiles pour le diagnostic. En outre, les directives actuelles (2, 3) recommandent de motiver les personnes Ć  mesurer les valeurs de la pression artĆ©rielle selon des instructions Ć©crites et, si possible, de mesurer la pression artĆ©rielle sur 24 heures. Cet examen permet dā€™ā€Šidentifier des formes particuliĆØres dā€™ā€Šhypertension (comme lā€™ā€Šhypertension de blouse blanche ou lā€™ā€Šhypertension masquĆ©e). Il peut Ć©galement ĆŖtre utilisĆ© pour dĆ©tecter lā€™ā€Šhypertension nocturne.
Dans de nombreux patients, cependant, il nā€™ā€Šest pas facile de poser le diagnostic car les valeurs de leur tension artĆ©rielle fluctuent beaucoup ou ne sont trop Ć©levĆ©es que dans certaines situations de la vie. Les valeurs de la pression artĆ©rielle mesurĆ©es en prĆ©sences des symptĆ“mes (maux de tĆŖte, anxiĆ©tĆ©, palpitations…) ne doivent pas ĆŖtre comparĆ©es aux valeurs normales au repos. Les valeurs normales de la pression artĆ©rielle sont rĆ©sumĆ©es dans le tableau 1.

Clarification de lā€™ā€Šhypertension confirmĆ©e

Une fois le diagnostic dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle confirmĆ©, il est important de dĆ©terminer le grade dā€™ā€Šhypertension (tab. 1), dā€™ā€Šexclure toute cause existante de lā€™ā€Šhypertension, dā€™ā€ŠĆ©valuer le risque cardiovasculaire global et dā€™ā€ŠĆ©valuer les Ć©ventuelles lĆ©sions organiques.
Les tests dĆ©taillĆ©s utilisĆ©s pour diagnostiquer les diffĆ©rentes formes dā€™ā€Šhypertension secondaire sont rĆ©sumĆ©s dans le tableau 2.

Ɖvaluation du risque cardiovasculaire

Pour dĆ©terminer le risque cardiovasculaire global, les facteurs de risque cardiovasculaire supplĆ©mentaires suivants doivent ĆŖtre Ć©valuĆ©s chez chaque patient atteint dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle : AntĆ©cĆ©dents familiaux de maladie cardiovasculaire, Ć¢ge (hommes > 55 ans, femmes > 65 ans), consommation de tabac/nicotine, obĆ©sitĆ©, sĆ©dentaritĆ©, diabĆØte sucrĆ© et dyslipidĆ©mie. ƀ titre dā€™ā€Šaide, le score AGLA (4), qui calcule le risque absolu dā€™ā€Šavoir un Ć©vĆ©nement coronarien fatal ou un infarctus du myocarde non fatal dans les 10 ans, ou le SCORE (5) de la SociĆ©tĆ© europĆ©enne de cardiologie, qui calcule le risque absolu dā€™ā€Šavoir un infarctus du myocarde fatal dans les 10 prochaines annĆ©es.

Dommages aux organes terminaux liĆ©s Ć  lā€™ā€Šhypertension

Un ECG Ć  12 dĆ©rivations, des examens de laboratoire (fonction rĆ©nale, sĆ©diment ā€Šurinaire), la recherche dā€™ā€Šune microalbuminurie (rapport albumine/crĆ©atinine) et dā€™ā€Šune protĆ©inurie doivent ĆŖtre effectuĆ©s chez tout patient souffrant dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle. Une recherche approfondie des lĆ©sions des organes terminaux liĆ©es Ć  lā€™ā€Šhypertension doit ĆŖtre effectuĆ©e sur la base de lā€™ā€ŠanamnĆØse, de lā€™ā€Šexamen clinique et des examens techniques de routine suivants.
SpĆ©cifique (2, 3)ā€Š:

  • L’Ć©chocardiographie est recommandĆ©e chez les patients hypertendus prĆ©sentant des anomalies Ć  lā€™ā€ŠECG ou des symptĆ“mes/dĆ©couvertes dā€™ā€Šinsuffisance cardiaque et peut ĆŖtre envisagĆ©e si lā€™ā€Šhypertrophie ventriculaire gauche affecte la suite de la prise en charge.
  • Une Ć©chographie rĆ©nale et un Doppler de lā€™ā€ŠartĆØre rĆ©nale doivent ĆŖtre envisagĆ©s chez les patients prĆ©sentant une altĆ©ration de la fonction rĆ©nale, une albuminurie/protĆ©inurie ou une suspicion dā€™ā€Šhypertension secondaire.
  • Test des fonctions cognitivesā€Š: Ć  envisager chez tout patient hypertendu de plus de 75 ans.

Traitement de lā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle

Objectif du traitement antihypertenseur

Lā€™ā€Šobjectif du traitement des patients hypertendus est la rĆ©duction Ć  long terme du risque cardiovasculaire. Pour une rĆ©duction optimale du risque, il est nĆ©cessaire dā€™ā€Šidentifier et de traiter tous les facteurs de risque supplĆ©mentaires sur lesquels on peut agir.
En gĆ©nĆ©ral, la pression artĆ©rielle doit ĆŖtre < 140/90 mmHg (mesure pratique). Chez la plupart des patients, la pression artĆ©rielle doit ĆŖtre abaissĆ©e dans la fourchette idĆ©ale de 120-130/70-80 mmHg (2, 3).

Changements de mode de vie

Des changements de mode de vie devraient ĆŖtre recommandĆ©s Ć  tout patient souffrant dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle, quel que soit le grade dā€™ā€Šhypertension et le risque cardiovasculaire. Ces facteurs influencent le moment de lā€™ā€Šinitiation dā€™ā€Šun traitement pharmacologique (2, 3). Outre les modifications connues du mode de vie (abstinence de nicotine, rĆ©gime pauvre en sel, riche en fruits et lĆ©gumes, restriction de la consommation dā€™ā€Šalcool, entraĆ®nement dā€™ā€Šendurance physique, rĆ©duction du poids et du stress), dā€™ā€Šautres facteurs tels que lā€™ā€Šexposition au bruit ou Ć  la lumiĆØre, le rythme du sommeil doivent ĆŖtre pris en compte.

Traitement pharmacologique

Cinq classes diffĆ©rentes de mĆ©dicaments sont recommandĆ©es comme traitement de premiĆØre intention de lā€™ā€Šhypertension : Les inhibiteurs de lā€™ā€Šenzyme de conversion de lā€™ā€Šangiotensine (ECA), les antagonistes des rĆ©cepteurs de lā€™ā€Šangiotensine II (ARA), les bĆŖta-bloquants, les inhibiteurs calciques (IC) et les diurĆ©tiques (les thiazides et les diurĆ©tiques de type thiazidique tels que la chlortalidone et lā€™ā€Šindapamide) (2, 3).
Les IEC ou les ARA, seuls ou en association avec un antagoniste calcique ou un diurĆ©tique, constituent le premier choix (de prĆ©fĆ©rence un thiazidique ou un hydrochlorothiazidique, les diurĆ©tiques de lā€™ā€Šanse uniquement en cas dā€™ā€Šinsuffisance rĆ©nale). Lā€™ā€Šutilisation des bĆŖta-bloquants est limitĆ©e Ć  des indications spĆ©cifiques (2, 3).

Quels patients hypertenus doivent recevoir un traitement pharmacologique et dans quel dƩlai ?

La dĆ©cision dā€™ā€Šinitier un traitement pharmacologique doit ĆŖtre individualisĆ©e. Les patients doivent ĆŖtre activement impliquĆ©s dans une telle dĆ©cision. Selon les lignes directrices de lā€™ā€ŠESC/ESH (3), chez les patients atteints dā€™ā€Šune hypertension de grade 2 ou 3, un traitement pharmacologique antihypertenseur doit ĆŖtre initiĆ© rapidement en mĆŖme temps que des modifications du mode de vie. Chez les personnes prĆ©sentant une pression artĆ©rielle normale ou une hypertension de grade 1 et un risque cardiovasculaire trĆØs Ć©levĆ©, il convient dā€™ā€Šinstaurer un traitement mĆ©dicamenteux ou, aprĆØs un certain temps, un traitement non pharmacologique (fig. 1).
Chez la plupart des patients, la pression artĆ©rielle reste en dehors de la fourchette cible avec la monothĆ©rapie. De plus, lā€™ā€Šassociation de mĆ©dicaments de diffĆ©rentes classes a un effet antihypertenseur beaucoup plus marquĆ© que le doublement de la dose dā€™ā€Šun seul agent (6).
Cā€™ā€Šest pourquoi les nouvelles directives pour le traitement de lā€™ā€Šhypertension suggĆØrent lā€™ā€Šutilisation dā€™ā€Šun traitement combinĆ© Ć  un stade prĆ©coce et, si possible, sous la forme dā€™ā€Šun mĆ©dicament combinĆ© Ć  dose fixe en un seul comprimĆ© afin dā€™ā€ŠamĆ©liorer lā€™ā€ŠadhĆ©sion du patient (2, 3).
Si un traitement combinĆ© est nĆ©cessaire, les lignes directrices recommandent de commencer par un inhibiteur de lā€™ā€ŠECA ou un ARA Ć  longue durĆ©e dā€™ā€Šaction en association (fixe, si possible) avec un dihydropyridine-CCB Ć  longue durĆ©e dā€™ā€Šaction ou un diurĆ©tique. Lā€™ā€Šassociation dā€™ā€Šun IEC ou dā€™ā€Šun ARA avec un diurĆ©tique thiazidique est considĆ©rĆ©e comme plus bĆ©nĆ©fique lorsquā€™ā€Šun diurĆ©tique de type thiazidique (chlortalidone ou indapamide) est utilisĆ© Ć  la place de lā€™ā€Šhydrochlorothiazide (3, 7).
MĆŖme en lā€™ā€Šabsence dā€™ā€ŠĆ©tudes comparatives, les donnĆ©es disponibles suggĆØrent que les diurĆ©tiques thiazidiques tels que la chlortalidone et lā€™ā€Šindapamide doivent ĆŖtre prĆ©fĆ©rĆ©s aux diurĆ©tiques thiazidiques classiques (p.ex., lā€™ā€Šhydrochlorothiazide et le bendrofluazide) (3, 7, 8).
Lā€™ā€ŠĆ©tape suivante consiste Ć  associer les bloqueurs du SRAA, les antagonistes du Ca et les diurĆ©tiques de type thiazide/thiazidique (3).
Si la pression artĆ©rielle reste non contrĆ“lĆ©e avec cette trithĆ©rapie, un antagoniste des rĆ©cepteurs minĆ©ralocorticoĆÆdes (MR) (cā€™ā€Šest-Ć -dire la spironolactone ou lā€™ā€ŠĆ©plĆ©rĆ©none) peut ĆŖtre ajoutĆ© (9). Chez les patients prĆ©sentant une hypertension difficile Ć  traiter/rĆ©sistante, on peut ajouter des bĆŖta-bloquants, des alpha-bloquants ou des vasodilatateurs directs. En gĆ©nĆ©ral, lā€™ā€Šutilisation concomitante de bĆŖta-bloquants et dā€™ā€Šinhibiteurs calciques non dihydropyridines doit ĆŖtre Ć©vitĆ©e car ces deux classes dā€™ā€Šagents diminuent la frĆ©quence cardiaque (3).
Toutefois, les lĆ©sions organiques dues Ć  lā€™ā€Šhypertension ne peuvent ĆŖtre Ć©vitĆ©es que si la pression artĆ©rielle est abaissĆ©e de faƧon permanente sur le long terme. Le fait que le traitement antihypertenseur non pharmacologiqueā€Š/ā€Špharmacologique doit ĆŖtre un compagnon Ć  vie est difficile Ć  accepter pour de nombreux patients. Des discussions ouvertes entre le mĆ©decin et le patient sur les effets positifs, le mĆ©canisme dā€™ā€Šaction et les effets secondaires possibles du mĆ©dicament ainsi que des contrĆ“les rĆ©guliers sont essentiels pour une future adhĆ©sion.

ContrĆ“les de suivi chez les patients atteints dā€™ā€Šhypertension

Avant et peu aprĆØs le dĆ©but dā€™ā€Šun traitement antihypertenseur, il est nĆ©cessaire que les patients soient contrĆ“lĆ©s par le mĆ©decin. Dans ces phases, les mesures effectuĆ©es en cabinet et Ć©ventuellement la mesure de la pression artĆ©rielle sur 24 heures sont trĆØs importantes pour le diagnostic et lā€™ā€Šadaptation du traitement. Si certains mĆ©dicaments sont utilisĆ©s, une surveillance de laboratoire peut Ć©galement ĆŖtre utile (crĆ©atinine pour les bloqueurs du SRAA, potassium pour les diurĆ©tiques, etc.) La frĆ©quence des contrĆ“les supplĆ©mentaires dĆ©pend de la gravitĆ© de lā€™ā€Šhypertension, de lā€™ā€Šurgence dā€™ā€Šobtenir un contrĆ“le de la pression artĆ©rielle et des Ć©ventuelles comorbiditĆ©s.

Cet article est une traduction de lā€™ā€Šarticle original publiĆ© dans info@herz+gefƤss 3-2021;19-23.

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ā—† ā€ŠLā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle est le diagnostic le plus frĆ©quemment posĆ© dans un cabinet mĆ©dical en Suisse.
ā—† Par rapport aux personnes dont la tension artĆ©rielle est normale, les personnes souffrant dā€™ā€Šhypertension non traitĆ©e sont deux Ć  dix fois plus susceptibles de subir un accident vasculaire cĆ©rĆ©bral ou une crise cardiaque ou de dĆ©velopper une insuffisance cardiaque, selon la gravitĆ©.
◆ Un diagnostic correct permet un traitement antihypertenseur précoce, qui peut servir à réduire ces complications et la mortalité.
ā—† Des modifications du mode de vie et des mĆ©dicaments antihypertenseurs sont disponibles pour traiter lā€™ā€Šhypertension : Lā€™ā€ŠexpĆ©rience montre que la plupart des patients ont besoin dā€™ā€Šune combinaison de stratĆ©gies non pharmacologiques et pharmacologiques.
ā—† Des modifications du mode de vie et des mĆ©dicaments antihypertenseurs sont disponibles pour traiter lā€™ā€Šhypertension : Lā€™ā€ŠexpĆ©rience a montrĆ© que la plupart des patients ont besoin dā€™ā€Šune combinaison de stratĆ©gies non pharmacologiques et pharmacologiques.

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Mise Ć  jour – DĆ©pression au cours de la vieillesse

Bien que les dépressions présentent certaines caractéristiques typiques de la vieillesse, elles sont diagnostiquées selon les mêmes critères que chez les personnes plus jeunes. Les causes organiques et, en particulier dans le cas de troubles cognitifs prononcés, la démence, doivent être exclues. Selon la gravité de la maladie, les patients dépressifs âgés doivent également être traités simultanément par des interventions psychosociales individuelles ainsi que par une thérapie psychothérapeutique et psychopharmacologique.

Avec une prĆ©valence de 5 Ć  10 %, la dĆ©pression est le trouble mental le plus frĆ©quent chez les personnes Ć¢gĆ©es de plus de 65 ans (1). La dĆ©pression liĆ©e Ć  lā€™ā€ŠĆ¢ge est diagnostiquĆ©e selon les critĆØres de la CIM-10 (2) ou du DSM-5 (3). Des mĆ©thodes psychomĆ©triques telles que lā€™ā€ŠĆ©chelle de dĆ©pression gĆ©riatrique sont Ć©galement souvent utilisĆ©es (4). Les patients atteints de maladies physiques chroniques souffrent souvent de troubles dĆ©pressifs. Les lĆ©sions cĆ©rĆ©brovasculaires, les inflammations chroniques ou les changements hormonaux et immunologiques liĆ©s Ć  lā€™ā€ŠĆ¢ge peuvent affecter lā€™ā€ŠintĆ©gritĆ© de la circulation frontale, lā€™ā€Šamygdale et lā€™ā€Šhippocampe, augmentant ainsi la vulnĆ©rabilitĆ© Ć  la dĆ©pression (5). En outre, des stress psychosociaux spĆ©cifiques Ć  la vieillesse, tels que lā€™ā€Šisolement social, sont des facteurs de risque de dĆ©pression (6). Les symptĆ“mes vĆ©gĆ©tatifs et lā€™ā€ŠaltĆ©ration des fonctions exĆ©cutives, de lā€™ā€Šattention, du traitement de lā€™ā€Šinformation, de la vitesse psychomotrice et de la mĆ©moire de travail sont courants. En particulier, les modifications vasculaires sous-corticales jouent un rĆ“le important dans la physiopathologie de la dĆ©pression chez les personnes Ć¢gĆ©es (7)ā€‰ā€Š: il existe un concept de dĆ©pression vasculaire dĆ©fini par les rĆ©sultats correspondants de lā€™ā€Šimagerie par rĆ©sonance magnĆ©tique (8-11).
Le risque de suicide est nettement plus élevé chez les personnes âgées, en particulier chez les hommes âgés, que dans la population générale (12). Globalement, la dépression chez les personnes âgées présente des caractéristiques qui la distinguent des troubles dépressifs chez les plus jeunes (13). Par exemple, les états dépressifs sub-syndromaux, moins sévères, semblent être plus fréquents chez les personnes âgées que chez les plus jeunes (14). Cela peut conduire à ce que le trouble soit mal reconnu chez les personnes âgées et considéré comme faisant partie du processus de vieillissement. Le trouble dépressif sub-syndromal peut être davantage associé à des plaintes somatiques et moins associé à des comorbidités psychiatriques chez les personnes âgées que chez les patients plus jeunes (15).

Diagnostic et comorbiditƩ

En particulier dans le cas des premiers troubles dĆ©pressifs chez les personnes Ć¢gĆ©es, les causes organiques cĆ©rĆ©brales ou autres causes somatiques doivent ĆŖtre clarifiĆ©es par un diagnostic diffĆ©rentiel. Comme laboratoire de base, il est recommandĆ© dā€™ā€Šeffectuer une formule sanguine et la chimie de routine (Ć©lectrolytes, calcium, glucose, tests de fonctions hĆ©patiques et rĆ©nales), un dosage de la vitamine B12 et de la TSH. En outre, il convient de procĆ©der Ć  une neuroimagerie structurelle, si possible par rĆ©sonance magnĆ©tique. Selon le degrĆ© de suspicion clinique, dā€™ā€Šautres examens (sanguins, LCR, etc.) peuvent ĆŖtre indiquĆ©s.

DiffƩrenciation par rapport Ơ la dƩmence

La dĆ©pression au cours de la vieillesse est souvent associĆ©e Ć  une dĆ©ficience cognitive et la dĆ©mence peut sā€™ā€Šaccompagner de symptĆ“mes dĆ©pressifs, si bien quā€™ā€Šun diagnostic diffĆ©rentiel des deux syndromes nā€™ā€Šest souvent pas facile. En particulier, si des troubles cognitifs manifestes apparaissent chez des dĆ©pressifs Ć¢gĆ©s, ils doivent ĆŖtre Ć©troitement surveillĆ©s et, si nĆ©cessaire, le dĆ©veloppement dā€™ā€Šune dĆ©mence doit ĆŖtre exclu (16). Olin et ses collĆØgues (17,ā€‰ā€Š18) ont proposĆ© des critĆØres pour distinguer la dĆ©pression majeure de la dĆ©pression dans la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer (MA). Selon ces critĆØres, une dĆ©pression due Ć  la MA peut ĆŖtre diagnostiquĆ©e lorsque tous les critĆØres de la dĆ©mence de type Alzheimer sont remplis et que trois (ou plus) symptĆ“mes dĆ©pressifs typiques sont observĆ©s au cours dā€™ā€Šune pĆ©riode de deux semaines. Lā€™ā€Šun des symptĆ“mes au moins doit ĆŖtre soit une humeur dĆ©pressive, soit une altĆ©ration de lā€™ā€Šaffect. Les symptĆ“mes sont souvent moins graves et moins constants que dans le cas dā€™ā€Šune dĆ©pression grave. Ils ne durent souvent pas plus de six mois (19). Lā€™ā€ŠĆ¢ge au dĆ©but, la gravitĆ© et le dĆ©roulement des changements cognitifs, les troubles de mĆ©moire subjective et les altĆ©rations typiques du rythme sommeil-Ć©veil peuvent aider Ć  Ć©tablir un diagnostic diffĆ©rentiel.
La MA est une entitĆ© clinique typiquement caractĆ©risĆ©e par un syndrome amnĆ©sique progressif avec des troubles cognitifs et comportementaux supplĆ©mentaires (20). Ce syndrome amnĆ©sique de type hippocampique est caractĆ©risĆ© par une faiblesse dā€™ā€Šencodage (problĆØmes de stockage du contenu mental) (21). Cela conduit Ć  une dĆ©tĆ©rioration du rappel libre qui ne peut ĆŖtre amĆ©liorĆ©e par des aides Ć  la rĆ©cupĆ©ration (22).
Dans le cas dā€™ā€Šun trouble dĆ©pressif, il nā€™ā€Šy a pas de rĆ©el dĆ©ficit de mĆ©moire ; on observe plutĆ“t des problĆØmes dā€™ā€Šattention qui affectent les stratĆ©gies dā€™ā€Šencodage ou de rĆ©cupĆ©ration (23). Par consĆ©quent, le diagnostic diffĆ©rentiel entre la MA et un trouble dĆ©pressif pur peut ĆŖtre amĆ©liorĆ© en utilisant des techniques dā€™ā€Šinvestigation neuropsychologique qui combinent lā€™ā€Šencodage avec des indices sĆ©mantiques et la facilitation de la rĆ©cupĆ©ration avec les mĆŖmes indices (24,ā€‰ā€Š25). Lā€™ā€ŠamĆ©lioration de la mĆ©moire lors dā€™ā€Šune exposition rĆ©pĆ©tĆ©e et de la facilitation se retrouve gĆ©nĆ©ralement dans la dĆ©pression, tandis quā€™ā€Šune courbe dā€™ā€Šapprentissage plate malgrĆ© une exposition rĆ©pĆ©tĆ©e, un oubli rapide, le manque dā€™ā€ŠefficacitĆ© des indices de mĆ©moire et des intrusions sont typiques de la MA.

Biomarqueurs pour distinguer la dƩpession de la MA

Il nā€™ā€Šexiste pas de marqueurs biologiques Ć©tablis pour la dĆ©pression mais trois marqueurs biologiques pertinents ont par contre Ć©tĆ© Ć©tablis pour la MA dans le LCR: Total tau (T-tau, un marqueur reflĆ©tant la dĆ©gĆ©nĆ©rescence axonale corticale), phospho-tau (P-tau, un marqueur reflĆ©tant la phosphorylation tau et les faisceaux neurofibrillaires pathologiques typiques de la MA), et la forme longue de 42 acides aminĆ©s de lā€™ā€ŠamyloĆÆde β (Aβ1-42, un marqueur de la pathologie des plaques) (26). Ces biomarqueurs peuvent ĆŖtre utilisĆ©s pour dĆ©terminer si les patients prĆ©sentant des symptĆ“mes dĆ©pressifs prĆ©sentent des changements pathologiques de la MA. La dĆ©pression en soi ne conduit pas Ć  une altĆ©ration des biomarqueurs de type MA dans le LCR, cā€™ā€Šest-Ć -dire une augmentation des concentrations de T- et P-tau et une rĆ©duction des niveaux de Aβ1-42 (27), mĆŖme si une lĆ©gĆØre rĆ©duction des concentrations de Aβ1-42 ait aussi Ć©tĆ© signalĆ©e dans la dĆ©pression pure (28). Une constellation dā€™ā€Šanomalies des biomarqueurs LCR de la MA prĆ©sente une spĆ©cificitĆ© dā€™ā€Šenviron 90 % par rapport Ć  la neuropathologie de la MA, mais ne permet pas dā€™ā€Šexclure la prĆ©sence concomitante dā€™ā€Šune dĆ©pression (29).
La quantification de lā€™ā€Šatrophie de lā€™ā€Šhippocampe en imagerie par rĆ©sonance magnĆ©tique (IRM) et des lĆ©sions de la substance blanche du cerveau pourrait aider Ć  distinguer la dĆ©pression liĆ©e Ć  lā€™ā€ŠĆ¢ge de la dĆ©mence. Les Ć©pisodes dĆ©pressifs rĆ©currents peuvent Ć©galement entraĆ®ner une atrophie de lā€™ā€Šhippocampe, tandis quā€™ā€Šun nombre Ć©levĆ© de lĆ©sions de la substance blanche est un marqueur associĆ© Ć  la dĆ©pression tardive et Ć  la dĆ©mence vasculaire (30,ā€‰ā€Š31).
Les Ć©tudes comparant lā€™ā€ŠĆ©tendue de lā€™ā€Šatrophie de lā€™ā€Šhippocampe dans la dĆ©pression liĆ©e Ć  lā€™ā€ŠĆ¢ge et dans la MA rapportent gĆ©nĆ©ralement une atrophie beaucoup plus prononcĆ©e dans la MA. Le cortex cingulaire et le prĆ©cunĆ©us semblent ĆŖtre les meilleures localisations pour distinguer la MA de la dĆ©pression (32).

DƩpression et comorbiditƩ

La dĆ©pression est une maladie concomitante chez prĆØs dā€™ā€Šun quart des patients atteints de la maladie de Parkinson (33). Ces patients sont particuliĆØrement sensibles aux effets secondaires moteurs (extra-pyramidaux) et de tensionnels (hypotension orthostatique) de certains traitements antidĆ©presseurs (34).
La dĆ©pression est Ć©galement frĆ©quemment prĆ©sente en prĆ©sence de problĆØmes de dĆ©pendance chez les personnes Ć¢gĆ©es (35). En particulier, lā€™ā€Šapparition combinĆ©e dā€™ā€Šun trouble dĆ©pressif et dā€™ā€Šune dĆ©pendance Ć  lā€™ā€Šalcool est associĆ©e Ć  un risque Ć©levĆ© de suicide (36). Lā€™ā€Šassociation dĆ©pression et dĆ©pendance aux benzodiazĆ©pines est Ć©galement Ć©levĆ©e chez les personnes Ć¢gĆ©es (37), souvent en raison de la prescription inappropriĆ©e de benzodiazĆ©pines au lieu dā€™ā€ŠantidĆ©presseurs.
Il existe un lien Ć©troit entre la dĆ©pression chez les personnes Ć¢gĆ©es et les maladies cardiovasculaires. Les Ć©vĆ©nements cardiovasculaires augmentent le risque de dĆ©pression, et la dĆ©pression est Ć©galement associĆ©e Ć  un risque accru de maladie cardiovasculaire. Le risque de cardiopathie ischĆ©mique est 1,5 Ć  2 fois plus Ć©levĆ©. ƀ lā€™ā€Šinverse, environ 20 % des patients ayant subi un infarctus du myocarde souffrent de dĆ©pression, ce qui multiplie par 3,5 la mortalitĆ© dans les six premiers mois suivant lā€™ā€ŠĆ©vĆ©nement (38).
La dĆ©pression est Ć©galement associĆ©e Ć  un risque accru de diabĆØte sucrĆ©, dā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© et dā€™ā€Šhypertension (39). La relation entre la dĆ©pression et le syndrome mĆ©tabolique est bidirectionnelle.
Finalement, on sait depuis longtemps que les médicaments sont des causes iatrogènes de dépression. En particulier, des associations avec la dépression ont été décrites pour les bêta-bloquants non sélectifs, les corticostéroïdes systémiques, les antagonistes du calcium et les benzodiazépines (40).

Traitement

Selon la gravitĆ© de la maladie, les patients dĆ©pressifs Ć¢gĆ©s doivent bĆ©nĆ©ficier dā€™ā€Šune prise en charge associant simultanĆ©ment interventions psychosociales individuelles, thĆ©rapie psychothĆ©rapeutique et traitement psychopharmacologique.
Les interventions psychosociales visent Ć  rĆ©duire les symptĆ“mes dĆ©pressifs, Ć  diminuer le risque de suicide, Ć  maintenir les contacts sociaux et Ć  amĆ©liorer le sentiment dā€™ā€ŠefficacitĆ© personnelle. Ainsi, lā€™ā€Šauto-assistance guidĆ©e, la psychoĆ©ducation, la formation Ć  la rĆ©solution de problĆØmes, lā€™ā€Šactivation physique, la thĆ©rapie rĆ©crĆ©ative (activitĆ©s de loisirs satisfaisantes), les techniques de relaxation, lā€™ā€ŠamĆ©lioration des compĆ©tences sociales, lā€™ā€ŠergothĆ©rapie et les thĆ©rapies artistiques (musicothĆ©rapie, thĆ©rapie artistique, thĆ©rapie du mouvement et de la danse) semblent ĆŖtre utiles (41).

PsychothƩrapie

Des procĆ©dures de psychothĆ©rapie spĆ©cifiques sont Ć©galement efficaces pour la dĆ©pression chez les personnes Ć¢gĆ©es (42). Les procĆ©dures et techniques Ć©tablies dans le cadre du traitement psychothĆ©rapeutique de la dĆ©pression dans les premiĆØres phases de la vie peuvent en principe ĆŖtre adoptĆ©es pour les personnes Ć¢gĆ©es, mais doivent parfois ĆŖtre adaptĆ©es selon la situation, exigeant en particulier plus dā€™ā€ŠĆ©lasticitĆ© et de flexibilitĆ© de la part des thĆ©rapeutes. DiffĆ©rentes approches spĆ©cifiques peuvent ainsi ĆŖtre combinĆ©es et sont actuellement explorĆ©es. (43).

PsychopharmacothƩrapie

Lā€™ā€Šutilisation dā€™ā€ŠantidĆ©presseurs est Ć©galement indiquĆ©e chez les patients Ć¢gĆ©s souffrant de dĆ©pression modĆ©rĆ©e Ć  sĆ©vĆØre, bien que leur efficacitĆ© puisse diminuer avec lā€™ā€ŠĆ¢ge (44,ā€‰ā€Š45).
Les inhibiteurs sĆ©lectifs de la recapture de la sĆ©rotonine (ISRS) se rĆ©vĆØlent efficaces chez les personnes Ć¢gĆ©es (46). Le syndrome de sĆ©crĆ©tion inappropriĆ©e dā€™ā€ŠADH (SIADH) est un effet indĆ©sirable relativement frĆ©quent. Pour le citalopram et lā€™ā€Šescitalopram, un allongement du QTc a Ć©tĆ© dĆ©crit et une dose limite ainsi quā€™ā€Šune contre-indication pour lā€™ā€Šassociation avec des mĆ©dicaments susceptibles dā€™ā€Šallonger le temps QTc ont Ć©tĆ© Ć©tablies. La sertraline semble avoir le profil avantages/risques le plus favorable dans la classe des ISRS.
Chez les patients Ć¢gĆ©s, il existe de bonnes preuves de lā€™ā€ŠefficacitĆ© de lā€™ā€Šinhibiteur sĆ©lectif de la recapture de la sĆ©rotonine et de la nor-adrĆ©naline (IRSN), la duloxĆ©tine (47,ā€‰ā€Š48) et la venlafaxine (49,ā€‰ā€Š50). Les deux molĆ©cules semblent avoir un effet positif sur les troubles cognitifs et la douleur (51). Il convient de noter des effets secondaires urinaires (rĆ©tention) et un possible effet de la venlafaxine sur la tension artĆ©rielle.
Dans plusieurs études, le moclobémide a également montré une bonne efficacité antidépressive avec une influence positive sur les troubles cognitifs chez les patients âgés (52). Une combinaison avec des antidépresseurs sérotoninergiques est contre-indiquée.
Lā€™ā€ŠefficacitĆ© du bupropion a Ć©tĆ© dĆ©montrĆ©e dans deux Ć©tudes contrĆ“lĆ©es par placebo et une Ć©tude comparative avec la paroxĆ©tine chez des patients Ć¢gĆ©s. LĆ  aussi, il semble y avoir un effet positif sur les troubles cognitifs. (53). Il convient de noter que le bupropion abaisse le seuil Ć©pileptique, cā€™ā€Šest pourquoi la substance est contre-indiquĆ©e en cas dā€™ā€ŠĆ©pilepsie.
La mirtazapine est Ć©galement efficace chez les patients Ć¢gĆ©s (54). Lā€™ā€Šinfluence sur les troubles du sommeil, lā€™ā€ŠappĆ©tit, la douleur sont des avantages potentiels, mais il existe un risque accru dā€™ā€Šinduction dā€™ā€Šun syndrome des jambes sans repos.
Le trazodone a montré son efficacité chez les patients âgés dans des études contrÓlées par placebo et des études comparatives, en particulier avec un effet positif sur le sommeil et la cognition (55). Il existe un risque légèrement accru de troubles de la conduction cardiaque.
Une Ć©tude contrĆ“lĆ©e par placebo avec preuve dā€™ā€ŠefficacitĆ© positive et diverses Ć©tudes cliniques ouvertes existent pour lā€™ā€ŠagomĆ©latine jusquā€™ā€ŠĆ  lā€™ā€ŠĆ¢ge de 75 ans (56). Il semble y avoir un effet positif sur le sommeil et la cognition. Il est recommandĆ© de surveiller la fonction hĆ©patique (57).
La vortioxĆ©tine est un antidĆ©presseur multimodal qui, dans une Ć©tude randomisĆ©e contrĆ“lĆ©e avec des dĆ©pressifs plus anciens, a montrĆ© un effet significativement supĆ©rieur Ć  celui du placebo et un effet Ć©quivalent Ć  celui dā€™ā€Šune substance de comparaison (47). Des effets particuliĆØrement positifs sur la cognition ont Ć©tĆ© dĆ©montrĆ©s.
Les extraits de millepertuis sont approuvĆ©s pour le traitement de la dĆ©pression lĆ©gĆØre et modĆ©rĆ©e chez les jeunes patients. Il nā€™ā€Šexiste pas de donnĆ©es concernant les patients Ć¢gĆ©s. En raison de son potentiel dā€™ā€Šinteraction (induction du CYP450 et de la glycoprotĆ©ine P), il doit ĆŖtre utilisĆ© avec prudence, en particulier chez les patients Ć¢gĆ©s polymĆ©diquĆ©s (1).
Bien que lā€™ā€ŠefficacitĆ© des antidĆ©presseurs tri- et tĆ©tracycliques soit bien Ć©tablie chez les patients Ć¢gĆ©s (58), ils ne doivent pas ĆŖtre utilisĆ©s comme mĆ©dicaments de premiĆØre ligne chez les patients Ć¢gĆ©s en raison de leurs effets indĆ©sirables (effets anticholinergiques, orthostatiques et cardiovasculaires).

Les thƩrapies spƩcialisƩes

En cas de rƩsistance Ơ la thƩrapie, il convient de consulter un spƩcialiste.
Tout dā€™ā€Šabord, il faut augmenter la dose en dĆ©terminant les niveaux plasmatiques. De plus, en dĆ©terminant le gĆ©notype ABCB1, la situation pharmacocinĆ©tique au niveau de la barriĆØre hĆ©mato-encĆ©phalique peut ĆŖtre incluse dans la planification de la thĆ©rapie. Environ 70 % de tous les antidĆ©presseurs disponibles sont empĆŖchĆ©s de franchir la barriĆØre hĆ©mato-encĆ©phalique pour atteindre le tissu cĆ©rĆ©bral par les P-glycoprotĆ©ines (P-gp), appelĆ©es molĆ©cules de transport. Le schĆ©ma gĆ©nĆ©tique de la glycoprotĆ©ine P est ancrĆ© dans le gĆØne ABCB1, prĆ©sent chez lā€™ā€Šhomme sous diffĆ©rentes variantes. Selon le gĆ©notype ABCB1, un antidĆ©presseur pĆ©nĆØtre plus ou moins facilement dans le tissu cĆ©rĆ©bral (59). Si ces mesures nā€™ā€Šaboutissent pas, il faut soit changer dā€™ā€ŠantidĆ©presseur, soit combiner deux antidĆ©presseurs, soit suivre un traitement dā€™ā€Šaugmentation. En raison de la polypharmacie frĆ©quente chez les patients Ć¢gĆ©s, un changement de substance semble ĆŖtre le plus judicieux (60). Si des combinaisons sont envisagĆ©es, une combinaison dā€™ā€ŠISRS ou dā€™ā€ŠIRSN avec de la mirtazapine ou du bupropion est recommandĆ©e chez les jeunes patients en raison des preuves disponibles (61). Lā€™ā€Šassociation dā€™ā€Šun antidĆ©presseur et dā€™ā€Šun antipsychotique est recommandĆ©e en cas de dĆ©pression accompagnĆ©e de symptĆ“mes psychotiques.
Le lithium et les antipsychotiques atypiques (quĆ©tiapine, aripiprazole, olanzapine) en plus des antidĆ©presseurs conviennent pour une stratĆ©gie dā€™ā€Šaugmentation (62,ā€‰ā€Š63). Un plus grand nombre dā€™ā€ŠĆ©tudes chez les patients Ć¢gĆ©s montrent les avantages de lā€™ā€Šajout du lithium par rapport Ć  lā€™ā€Šutilisation dā€™ā€Šantipsychotiques. Cependant, les antipsychotiques sont plus faciles Ć  doser et il nā€™ā€Šest pas nĆ©cessaire de surveiller le taux sanguin. Pour lā€™ā€Šaugmentation du lithium chez les patients Ć¢gĆ©s, un taux sanguin de 0,4 mmol/l peut ĆŖtre suffisant (0,4-0,6 mmol/l pour la prĆ©vention des rechutes). Si aucune rĆ©ponse clinique nā€™ā€Šest observĆ©e aprĆØs quatre semaines, un changement de stratĆ©gie doit ĆŖtre envisagĆ©. Si lā€™ā€Šaugmentation est rĆ©ussie, le traitement combinĆ© doit ĆŖtre poursuivi pendant au moins un an (64). En gĆ©nĆ©ral, un dysfonctionnement rĆ©nal grave et des maladies cardiovasculaires graves, ainsi que des troubles de lā€™ā€ŠĆ©quilibre en sodium, sont considĆ©rĆ©s comme des contre-indications Ć  lā€™ā€Šajout du lithium. Lorsque des antipsychotiques atypiques sont administrĆ©s, les Ć©ventuels effets anticholinergiques doivent ĆŖtre pris en compte, car ils peuvent aggraver les performances cognitives et favoriser le dĆ©lirium, en particulier dans les cas de dĆ©mence comorbide.
La privation de sommeil est Ć©galement un traitement trĆØs efficace avec peu dā€™ā€Šeffets secondaires chez les patients Ć¢gĆ©s atteints de dĆ©pression, dont lā€™ā€Šeffet sā€™ā€Šinstalle rapidement chez environ 60ā€‰ā€Š% des patients (65, 66). Cependant, la plupart des patients rechutent aprĆØs une nuit de sommeil rĆ©parateur, de sorte quā€™ā€Šune combinaison avec des antidĆ©presseurs est gĆ©nĆ©ralement recommandĆ©e.
La luminothérapie dans le traitement de la dépression saisonnière semble également être efficace chez les patients plus âgés (67).
La thĆ©rapie Ć©lectroconvulsive (ECT) est Ć©galement efficace chez les patients Ć¢gĆ©s (68). Ce traitement est principalement utilisĆ© pour traiter la dĆ©pression rĆ©sistante aux mĆ©dicaments. Cependant, lā€™ā€ŠECT entraĆ®ne souvent des rechutes, cā€™ā€Šest pourquoi une pharmacothĆ©rapie antidĆ©pressive dā€™ā€Šaccompagnement est gĆ©nĆ©ralement nĆ©cessaire (69). Lā€™ā€ŠamnĆ©sie peut ĆŖtre plus forte chez les personnes Ć¢gĆ©es. (70). La stimulation magnĆ©tique transcrĆ¢nienne rĆ©pĆ©tĆ©e (SMTr) semble Ć©galement ĆŖtre efficace chez les patients Ć¢gĆ©s (71).
Lā€™ā€Šesketamine, sous forme de spray nasal, est indiquĆ© en association avec un ISRS ou un SNRI chez les adultes souffrant de dĆ©pression majeure rĆ©fractaire (TRD). Un TRD est dĆ©fini comme un Ć©pisode dĆ©pressif modĆ©rĆ© Ć  sĆ©vĆØre actuel nā€™ā€Šayant pas rĆ©pondu Ć  au moins deux thĆ©rapies antidĆ©pressives diffĆ©rentes. Dans une Ć©tude menĆ©e sur des patients de plus de 65 ans, lā€™ā€Šadministration supplĆ©mentaire dā€™ā€Šesketamine nā€™ā€Ša pas montrĆ© de supĆ©rioritĆ© par rapport au placebo dans les analyses primaires. Dans des analyses secondaires, des effets positifs ont Ć©tĆ© constatĆ©s chez les 65-74 ans et chez les patients qui avaient fait une premiĆØre expĆ©rience de dĆ©pression avant lā€™ā€ŠĆ¢ge de 55 ans. Cela indique lā€™ā€ŠhĆ©tĆ©rogĆ©nĆ©itĆ© Ć©tiologique de la dĆ©pression Ć  un Ć¢ge avancĆ©, en particulier avec une proportion plus Ć©levĆ©e de facteurs organiques cĆ©rĆ©braux, qui doivent ĆŖtre pris en compte dans le traitement (et aussi dans la planification des Ć©tudes) (72).

Cet article est une traduction de «der informierte arzt»03-2020

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Pr DrThomas Leyhe †

GƩrontopsychiatrie
MƩdecine GƩriatrique Universitaire FELIX PLATTER
Burgfelderstrasse 101, 4055 BĆ¢le
et Centre de GƩrontopsychiatrie
Cliniques Psychiatriques Universitaires de BĆ¢le
Wilhelm Klein-Strasse 27
4002 BĆ¢le

Aucun conflit d’intĆ©rĆŖts en rapport avec cet article.

◆ Les dépressions sont les troubles mentaux les plus fréquents chez les personnes âgées.
◆ Les causes organiques, en particulier, doivent être exclues au moyen de diagnostics complémentaires ciblés.
◆ Dans le cas de troubles cognitifs prononcés, un diagnostic différentiel de démence doit être envisagé.
◆ Même à un âge avancé, les patients dépressifs doivent être traités simultanément par des interventions psychosociales individuelles ainsi que par une thérapie psychothérapeutique et psychopharmacologique, en fonction de la gravité de la maladie.

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