Synkopen: Wichtigste Schritte zur AbklƤrung

Im letzten Jahr wurden die neuen Leitlinien zu Synkopen von der EuropƤischen Gesellschaft für Kardiologie herausgegeben (1). Ein wesentlicher Teil dieser Leitlinien widmet sich der Differenzierung der verschiedenen ZustƤnde von transientem Bewusstseinsverlust und der AbklƤrung von Synkopen im Speziellen. Weiterhin eine zentrale Rolle spielen die Anamnese und die klinische Untersuchung (insbesondere die Blutdruckmessung), die in manchen FƤllen die Ursache der Synkope bereits ohne weitere Tests klƤren kƶnnen. Einfache apparative Untersuchungen wie ein Routine-EKG oder – bei pathologischem Befund – ein EKG-Monitoring gehƶren zu den weiteren AbklƤrungsschritten. Dieser Review-Artikel fasst die wichtigsten diagnostischen Schritte bei der AbklƤrung von Synkopen zusammen.

Lā€™ā€Šā€ŠannĆ©e derniĆØre, les nouvelles directives sur les syncopes ont Ć©tĆ© publiĆ©es par la SociĆ©tĆ© EuropĆ©enne de Cardiologie(1). Une partie essentielle de ces lignes directrices est consacrĆ©e Ć  la diffĆ©renciation des diffĆ©rents Ć©tats de perte de conscience transitoire et Ć  la clarification de la syncope en particulier. Lā€™ā€ŠanamnĆØse et lā€™ā€Šexamen clinique (en particulier la mesure de la tension artĆ©rielle), qui, dans certains cas, peuvent dĆ©jĆ 
clarifier la cause de la syncope sans autres tests, jouent Ć©galement un rĆ“le central. De simples examens instrumentaux tels quā€™ā€Šun ECG de routine ou - dans le cas de dĆ©couvertes pathologiques - une surveillance par ECG sont des Ć©tapes supplĆ©mentaires dans le processus de clarification. Cet article de synthĆØse rĆ©sume les Ć©tapes diagnostiques les plus importantes dans la clarification de la syncope.

Einleitung

Die Synkope ist ein hƤufiges Symptom und hat eine Lebenszeit-PrƤvalenz von ca. 20% bei den über 45-JƤhrigen (2). Es finden sich zwei Inzidenz-Peaks, einer in der spƤten Adoleszenz (hƤufigste Ursache vasovagal), ein anderer, hƶherer Peak im Alter > 70 Jahre (3). Die AbklƤrung einer Synkope und damit eine PrognoseabschƤtzung ist gelegentlich schwierig, da nicht selten transiente Ursachen (Reflexe, intermittierend auftretende Arrhythmien, unglückliches Zusammenspiel mehrere Faktoren) im Spiel sind und damit die AbklƤrungen nicht konklusiv ausfallen kƶnnen. Im Folgenden soll ein Abriss über die wichtigsten Untersuchungen (mit rhythmologischem Schwerpunkt) gegeben werden.

Basisuntersuchungen

Anamnese
Die Anamnese, idealerweise unter Einschluss einer Fremdanamnese eines Beobachters, ist der wichtigste Schritt der Synkopen-Abklärung. Sie sollte folgende Fragen klären: (a) erfüllte das Ereignis die Kriterien eines transienten Bewusstseinsverlusts? (b) wenn ja, handelte es sich um eine Synkope oder einen nicht-synkopalen Bewusstseinsverlust? (c) Ist eine Ursache klar ersichtlich? (d) gibt es Hinweise auf ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse oder vitale Gefährdung (Risikostratifikation)? (1).
Ein transienter Bewusstseinsverlust (charakterisiert durch eine kurze Dauer, eine abnorme motorische Kontrolle (Tonusverlust, KrampfanfƤlle), eine Nicht-Ansprechbarkeit und eine Amnesie für die Zeit des Bewusstseinsverlustes) kann nebst der Synkope mehrere Ursachen haben (Abb. 1). Die Unterscheidung zwischen den Unterformen des transienten Bewusstseinsverlusts und damit die Planung der weiteren Untersuchungen geschieht hauptsƤchlich über die Anamnese.
Eine Synkope ist ein transienter Bewusstseinsverlust, welcher durch eine globale, zerebrale Hypoperfusion charakterisiert ist. Zur Ursachensuche einer Synkope sollten suggestive anamnestische Elemente (Tab. 1) systematisch erfragt werden. VerdƤchtig auf eine kardiale Ursache sind ein Auftreten wƤhrend einer kƶrperlichen Belastung oder im Liegen, ein plƶtzlich einsetzendes Herzrasen gefolgt von einer Synkope, eine positive Familienanamnese bezüglich plƶtzlichem Herztod bei jungen Verwandten oder eine strukturelle Herzkrankheit. Auch Verletzungsfolgen sind Hinweise auf Ā«nicht-banaleĀ» Synkopen und somit ein Warnsignal.
Nebst dem Versuch einer Zuordnung des transienten Bewusstseinsverlusts zu einer pathophysiologischen Ursache sollten allgemeine anamnestische Elemente wie die persönliche Anamnese (zB bekannte koronare Herzkrankheit? Aktive Tumorerkrankung? Neurologische Erkrankung?) oder auch die Medikamentenanamnese nicht vergessen werden. Verschiedene Medikamente können zu orthostatischen Problemen führen (Antihypertensiva, Prostata-Medikamente), symptomatische Bradykardien induzieren (zB Betablocker, Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker)
oder über eine Verlängerung der QT-Zeit (Antiarrhythmika, Psychopharmaka) arrhythmogen wirken.

Klinische Untersuchung

Ein weiterer wichtiger Pfeiler der BasisabklƤrungen ist die sorgfƤltige klinische Untersuchung. Von grosser Wichtigkeit ist die Blutdruckmessung, wobei der Blutdruck nach einer (oder wiederholten) Messung(en) im Liegen repetitiv wƤhrend 3 Minuten Stehen gemessen werden soll (Orthostase-Test), um eine orthostatische Hypotonie zu entdecken. Die Kriterien für die Diagnose einer orthostatischen Hypotonie sind: (a) Abfall des systolischen Blutdrucks ≄ 20mmHg oder (b) Abfall des diastolischen Blutdrucks ≄10mmHg oder (c) Abfall des systolischen Blutdrucks unter 90mmHg (1). Eine orthostatische Synkope kann diagnostiziert werden, wenn diese hƤmodynamischen Kriterien erfüllt sind und der Patient dabei symptomatisch wird. Eine orthostatische Synkope ist wahrscheinlich, wenn die hƤmodynamischen Kriterien bei asymptomatischem Patienten erfüllt sind und die Anamnese suggestiv ist für eine orthostatische Synkope (Tab. 1).

Ruhe-EKG

Ein Ruhe-EKG gehƶrt zwingend zur Diagnostik der Synkope und kann in manchen FƤllen bereits die Ursache nachweisen (Tab. 2). Jedes pathologische EKG erhƶht die Vortestwahrscheinlichkeit für eine kardiale Ursache, und entsprechend grosszügig sollte die Indikation zu einem EKG-Monitoring und/oder weiteren kardialen AbklƤrungen gestellt werden. Eine Sinusbradykardie mit einer Herzfrequenz von 40-50/min oder ein langsam übergeleitetes Vorhofflimmern (Kammerfrequenz 40-50/min) ohne negativ chronotrope Medikamente und ohne überdurchschnittliche Fitness (regelmƤssiges Ausdauertraining) ist verdƤchtig auf eine Bradykardie-induzierte Synkope. Spezifische Ursachen wie zum Beispiel ein Brugada-Syndrom (Abb. 2), ein langes (> 460 ms) oder kurzes (< 340 ms) QT-Intervall, eine PrƤexzitation oder EKG-Zeichen einer arrhythmogenen rechtsventrikulƤren Kardiopathie (T-Negativierung in den rechtsprƤkordialen Ableitungen, ev. Epsilon-Welle) müssen sorgfƤltig gesucht werden.

Diagnose und diagnostische Kriterien

Obschon es keinen Goldstandard in der Diagnostik der Synkope gibt, besteht Einigkeit darüber, dass bestimmte Kriterien eine spezifische Synkopen-Ursache sehr wahrscheinlich machen (Tab. 1, 2), sodass in diesen FƤllen keine weitere Diagnostik mehr betrieben werden muss und eine – falls vorhanden – spezifische Therapie eingeleitet werden kann (1). In den übrigen FƤllen sind weitere AbklƤrungen in der Regel indiziert. Die im Folgenden kurz vorgestellten Untersuchungen finden bei Verdacht auf eine spezifische Synkopen-Ursache ihren Einsatz.

Wichtigste weitere Untersuchungen

Labor

Es werden keine routinemƤssigen Laboruntersuchungen empfohlen, sofern kein Verdacht auf ein spezifisches Krankheitsbild besteht. Allenfalls ist eine Blutzuckermessung (HypoglykƤmie?) oder eine Elektrolyt-Bestimmung sinnvoll. Obwohl eine Erhƶhung von Troponin und BNP Hinweis auf eine ernstere Prognose sein kann, ist der Platz dieser Untersuchungen im AbklƤrungsalgorithmus der unklaren Synkope noch offen.

EKG Monitoring

Ein EKG-Monitoring – sei es als stationƤres Monitoring oder als ambulantes Langzeit-EKG – wird empfohlen, wenn eine Arrhythmie als Synkopen-Ursache vermutet wird. Bei Patienten mit Hochrisikomerkmalen für eine potenziell gefƤhrliche Synkope sollte ein stationƤres Monitoring durchgeführt werden. Bei allen anderen Patienten mit mƶglicher arrhythmogener Synkope sollte ein Langzeit-EKG durchgeführt werden, wobei sich die Form des Langzeit-EKGs nach der HƤufigkeit der Symptome richtet: Ein 7-Tage-Holter für Patienten mit hƤufigen (mehr als 1 Episode pro Woche) Symptomen, ein externer Loop-Recorder bei Patienten mit mehr als 1 Episode pro Monat oder ein implantierbarer Loop-Recorder (ILR, Abb. 3) bei Patienten mit wiederholten Synkopen aber seltenerem Auftreten. Die heute verfügbaren ILR kƶnnen in einer einfachen Prozedur injiziert werden, besitzen eine Batterielebensdauer von bis zu drei Jahren und erlauben eine rasche telemetrische Übermittlung von vordefinierten Arrhythmieereignissen. Ein ILR kann auch sinnvoll sein bei Patienten mit Reflexsynkope, um die prƤdominante Reflexantwort (kardioinhibitorisch versus vasodepressorisch) zu dokumentieren im Hinblick auf eine mƶgliche Schrittmacher-Indikation. Eine Synkope bei gleichzeitig dokumentiertem, normalem EKG schliesst eine Arrhythmie als Ursache der Synkope weitgehend aus.

Carotis-Sinus-Massage

Die Carotis-Sinus-Massage besteht aus einer manuellen Kompression am Ort des maximalen Carotis-Pulses. Beide Seiten werden konsekutiv je 10 Sekunden massiert, zuerst in liegender, dann in aufrechter Position. VorgƤngig sollte sichergestellt werden, dass kein Karotis-StrƶmungsgerƤusch besteht. Eine ventrikulƤre Pause > 3 Sekunden und/oder ein Blutdruckabfall > 50 mmHg wird als Carotis-Sinus-HypersensitivitƤt bezeichnet (vor allem in hƶherem Alter ein hƤufiger und deshalb unspezifischer Befund). Die Diagnose eines Carotis-Sinus-Syndroms kann gestellt werden, wenn bei diesen Befunden gleichzeitig die Symptome (Synkope oder PrƤsynkope) reproduziert werden (1). Die Carotis-Sinus-Massage wird bei Patienten > 40 Jahre (1) mit Synkope unklarer Ursache empfohlen. Aufgrund des eingeschrƤnkten positiven PrƤdiktivwertes (4), vor allem in hƶherem Alter, sowie der manchmal schwierigen Beurteilbarkeit des Tests bei vagen Symptomen führen wir die Carotis-Sinus-Massage bei uns nur bei Patienten mit suggestiver Anamnese (Synkope bei Kopfwendung, wƤhrend Rasieren oder Druck auf den Hals) durch. Ƅhnlich wie für die Kipptisch-Untersuchung und die elektrophysiologische Untersuchung hat die Mƶglichkeit der Langzeit-Rhythmusaufzeichnung (ILR) zu einer AbschwƤchung des Stellenwerts der Carotis-Sinus-Massage bei unklaren Synkopen geführt.

Echokardiografie

Eine Echokardiografie ist indiziert, wenn aufgrund der Anamnese oder der Untersuchung (zum Beispiel Herzgeräusch oder pathologisches Ruhe-EKG) eine strukturelle Herzkrankheit vermutet wird. Nur selten kann die Echokardiografie die zur Synkope führende Ursache aufdecken (zB Aortenklappenstenose). Sie kann aber Patienten identifizieren, welche aufgrund einer eingeschränkten linksventrikulären Pumpfunktion oder einer hypertrophen Kardiopathie genauer bezüglich einer Defibrillator-Versorgung bei hohem Arrhythmie-Risiko evaluiert werden müssen.

Ergometrie

Eine Ergometrie sollte durchgeführt werden bei Patienten mit Synkope während oder kurz nach einer körperlichen Belastung, um eine belastungsinduzierte Herzrhythmusstörung (zum Beispiel bei einer katecholaminergen, polymorphen Kammertachykardie mit unauffälligem Ruhe-EKG) oder Koronarischämie zu erkennen.

Kipptischuntersuchung

Die Kipptisch-Untersuchung dient unter anderem zur Reproduktion einer durch lƤngeres Stehen ausgelƶsten Synkope, zum Beispiel einer Reflex-Synkope oder einer orthostatischen Synkope. Verschiedene hƤmodynamische Reaktionsmuster auf den Orthostase-Stress sind beschrieben (1). Eine kardioinhibitorische Antwort impliziert mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Asystolie als Synkopenursache. Eine negative Kipptischuntersuchung schliesst das Vorliegen einer Reflexsynkope nicht aus und hypotensive Stressreaktionen sind relativ unspezifisch, sodass eine Kipptischuntersuchung im Falle einer unklaren Synkope diagnostisch meist wenig hilfreich ist. Die relativ aufwƤndige Kipptischuntersuchung spielt aufgrund der suboptimalen SensitivitƤt/SpezifitƤt in den Britischen NICE-Guidelines (und auch an unsrer Institution) nur noch eine untergeordnete Rolle in der Synkopen-AbklƤrung (5).

Elektrophysiologische Untersuchung

Die heutigen Möglichkeiten des ILR zur langfristigen, unkomplizierten Rhythmusüberwachung, die relativ alten Studiendaten zur elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) bei der Synkopenabklärung (6) sowie die vereinfachten (von einer EPU unabhängigen) Selektionskriterien von Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion bezüglich primärprophylaktischer ICD-Implantation haben den Stellenwert einer EPU in der Synkopendiagnostik geschmälert. Gemäss den Europäischen Synkopen-Leitlinien (1) besteht für Patienten mit Synkope und durchgemachtem Myokardinfarkt eine Empfehlung für eine EPU, wenn die Synkope nach den nicht-invasiven Abklärungen weiterhin unklar bleibt. Die Amerikanischen Leitlinien (6) fordern eine klinische Korrelation zwischen einer in der EPU induzierten Kammertachykardie und der Synkope, was beispielsweise über einen ILR möglich ist, den Stellenwert der EPU per se aber relativiert.

Zusammenfassung

Die Synkopen-Abklärung besteht aus einer Basisuntersuchung, welche als wichtigste Elemente eine ausführliche Anamnese inkl. Fremdanamnese, eine klinische Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf Herz und Neurologie, eine sorgfältige Blutdruckmessung (liegend und stehend) sowie ein Ruhe-EKG beinhaltet. Nach diesen Untersuchungen kann in einem wesentlichen Anteil der Patienten bereits eine Diagnose gestellt oder vermutet werden. Die weiteren Abklärungsschritte sind von der Verdachtsdiagnose abhängig. Ein relevanter Anteil an Patienten mit unklarer Synkope erhält eine Form eines EKG-Monitorings.

Dr. Dr. med. Roman Brenner

Klinik für Kardiologie
Kantonsspital St. Gallen
9007 St.Gallen

Roman.brenner@kssg.ch

Prof. Dr. med. Peter Ammann

Klinik für Kardiologie
Kantonsspital St. Gallen
9007 St.Gallen

Dr. med. Markus Diethelm

Klinik für Innere Medizin/Hausarztmedizin
Kantonsspital St. Gallen
9007 St.Gallen

Die Autoren haben keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Beitrag deklariert.

  • Die Anamnese und die klinische Untersuchung (insbesondere die Blutdruckmessung) spielen eine zentrale Rolle in der AbklƤrung von Synkopen und transienten Bewusststeinsstƶrungen.
  • Eine Blutruckmessung gehƶrt in jedem Fall zu den obligaten AbklƤrungsschritten und muss mehrere stehende Messungen beinhalten.
  • Bei pathologischem Ruhe-EKG soll in AbhƤngigkeit der Pathologie eine EKG-Überwachung im Spital oder eine ambulante Langzeit-EKG-Untersuchung durchgeführt werden.
  • Ein implantierbarer Loop-Recorder hat bei der AbklƤrung von wiederholten, unklaren Synkopen oder Synkopen mit Hochrisikomerkmalen ohne AuffƤlligkeiten in den vorausgegangenen Untersuchungen eine wichtige Bedeutung; die Wertigkeit von Carotis-Sinus-Massage,
    Kipptisch-Untersuchung und elektrophysiologischer Untersuchung sind eher in den Hintergrund gerückt.

Messages Ć  retenir

  • Lā€™ā€ŠanamnĆØse et lā€™ā€Šexamen clinique (en particulier la mesure de la
    tension artƩrielle) jouent un rƓle central dans la clarification de la
    syncope et des troubles transitoires de la conscience.
  • Une mesure de la tension artĆ©rielle fait dans tous les cas partie des Ć©tapes de clarification obligatoires et doit contenir plusieurs mesures.
  • Dans le cas dā€™ā€Šun ECG de repos pathologique, la surveillance de lā€™ā€ŠECG doit ĆŖtre effectuĆ©e, selon la pathologie, Ć  lā€™ā€ŠhĆ“pital ou un examen ECG
    Ć  long terme en ambulatoire.
  • Un enregistreur Ć  boucle implantable joue un rĆ“le important dans
    la clarification de syncopes rĆ©pĆ©tĆ©es et peu claires ou de syncopes prĆ©sentant des caractĆ©ristiques Ć  haut risque sans anomalies lors des examens prĆ©cĆ©dents ; lā€™ā€Šimportance du massage du sinus carotidien, de lā€™ā€Šexamen sur table basculante et de lā€™ā€Šexamen Ć©lectrophysiologique ont perdu du terrain.

1. Brignole, M., et al., 2018 ESC Guidelines for the diagnosis and management of syncope. Eur Heart J, 2018. 39(21): p. 1883-1948.
2. Chen, L.Y., et al., Prevalence of syncope in a population aged more than 45 years. Am J Med, 2006. 119(12): p. 1088 e1-7.
3. Soteriades, E.S., et al., Incidence and prognosis of syncope. N Engl J Med, 2002. 347(12): p. 878-85.
4. Solari, D., et al., Clinical context and outcome of carotid sinus syndrome diagnosed by means of the ā€™ā€Šmethod of symptomsā€™ā€Š. Europace, 2014. 16(6): p. 928-34.
5. https://www.nice.org.uk/guidance/cg109. accessed on May 2019.
6. Shen, W.K., et al., 2017 ACC/AHA/HRS Guideline for the Evaluation and Management of Patients With Syncope: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Clinical Practice Guidelines and the Heart Rhythm Society. J Am Coll Cardiol, 2017. 70(5): p. e39-e110.

Pulmonale Hypertonie

Anlässlich der Jahresversammlung 2019 der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie fand ein Symposium zum Thema «Pulmonale Hypertonie» statt. Dieser Bericht fasst zwei wichtige Beiträge zu diesem Thema zusammen: das Einstiegsreferat von Prof. Dr. med. Markus Schwerzmann sowie die von Prof. Dr. med. Otto Schoch präsentierten Therapieoptionen bei Pulmonaler Hypertonie.

Einstiegsreferat zum Krankheitsbild

Eine Übersicht zur Definition der pulmonalen Hypertonie, zu den verschiedenen Klassen der pulmonalen Hypertonie, zu den Todesursachen von Patienten mit pulmonaler Hypertonie und zu den prognostischen Markern gab

Prof. Schwerzmann

Prof. Dr. med. Markus Schwerzmann, Bern. Der Blutdruck in den beiden Kreisläufen, Körperkreislauf und Lungenkreislauf, ist unterschiedlich. Während er im grösseren Körperkreislauf, in welchem das Blut einen grösseren Widerstand überwinden muss, etwa 120mmHg auf 80mmHg (Mittelwert ca 93mmHg) beträgt, sind die mittleren Werte im Lungenkreislauf nur etwa 20 auf 8 mmHg (Mittelwert 15 mmHg).
Der transpulmonale Druckgradient (TPG), definiert durch die Differenz zwischen dem mittleren pulmonal arteriellen Druck (PAP) und dem linken Vorhofdruck (allgemein geschätzt durch den pulmonalen Kapillarkegeldruck), wird für den Nachweis einer intrinsischen pulmonalen Gefässerkrankung bei Linksherz-Zuständen im Zusammenhang mit einem erhöhten pulmonalen Venendruck empfohlen
Der pulmonal-kapilläre Verschlussdruck (PCWP, pulmonary capillary wedge pressure) wird gemessen, indem ein Herzkatheter in eine periphere Vene (z.B. Jugular- oder Oberschenkelvene) eingeführt und dann in den rechten Vorhof, rechten Ventrikel, Lungenarterie und in einen Ast der Lungenarterie vorgeschoben wird. Normal ist ein TPG von 7mmHg, eine pulmonale Hypertonie liegt ab einem Wert von 15mmHg vor.

Ƅtiologie der pulmonalen Hypertonie

Mƶgliche Mechanismen sind

  • Erhƶhter Fluss: ZustƤnde mit hohem Output, kongenitale Herzerkrankung
  • Erhƶhter Widerstand: Lungenerkrankung, Verdünnung der LungengefƤsse, idiopathische pulmonal arterielle Hypertonie, Lungenembolie und ihre Konsequenzen. Der Referent verglich die Mechanismen mit einem Gartenschlauch, der voll aufgedreht oder gestaut werden kann.
  • Erhƶhter PCWP, rheumatische Herzkrankheit, Linksherz-Krankheit (Aortenstenose, Herzinsuffizienz, Mitralinsuffizienz, etc.).

Diagnose – Echokardiographie / TTE

Es kann nur der systolische Blutdruck gemessen werden, nicht der mittlere Blutdruck. Transpulmonale Gradienten kƶnnen nicht berechnet werden.
Üblicherweise ist der mittlere PAP = 0.6 x systolischer PAP. Systolischer PAP > 40 mmHg bedeutet pulmonale Hypertonie.

Ursachen für pulmonale Hypertonie weltweit

In Europa sind es zu je 48% Linksherz-Krankheit und Lungenkrankheit und zu 4% andere Ursachen wie idiopathische, Bindegewebserkrankung, HIV, portale Hypertonie, kongenitale Herzerkrankung. Im mittleren Osten sind es Linksherz-Krankheit zu 50%, Lungenkrankheit zu 40%, in Afrika zu 40% Linksherzkrankheit und zu 30% Lungenkrankheit.

Klinische Klassifikation der pulmonalen Hypertonie

Die pulmonale Hypertonie (PH) wird in 5 verschiedene Gruppen eingeteilt:
Gruppe 1: pulmonale arterielle Hypertonie (PAHT)
Idiopathisch, genetisch, mit pulmonal arterieller Hyper-
tonie assoziierte Krankheit, KHK, HIV, Sklerodermie,
Leberkrankheit
Gruppe 2: PH wegen Linksherz Krankheit
Gruppe 3: PH wegen Lungenkrankheit
Gruppe 4: PH wegen chronischer Lungenembolie
Gruppe 5: PH infolge unklarer Mechanismen
z.B. Sarkoidose, Splenektomie, SichelzellanƤmie

Diagnostische Schritte bei Verdacht auf pulmonale Hypertonie

Bei Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie gilt es zunƤchst die pulmonale Hypertonie zu bestƤtigen (TPG, PCWG) und anschliessend nach der Ƅtiologie zu suchen: Herzkrankheit? Lungenkrankheit? Lungenembolie? Rheumatische Erkrankung? HIV? Lebererkrankung?

Prognose mit pulmonaler Hypertonie – die ausfallende rechte Herzkrammer

Bei pulmonaler Hypertonie passt sich die rechte Herzkammer der zunehmenden GefƤssbelastung an, indem sie die KontraktilitƤt erhƶht, um den Fluss aufrecht zu erhalten. Die ventrikuloarterielle Kopplung bedeutet, dass sich das Hubvolumen wenig Ƥndert und gleichzeitig der ventrikulƤre Wirkungsgrad erhalten bleibt. Letztendlich entsteht eine Phase, in der eine ventrikulƤre Dilatation stattfindet, um die Reduzierung des Hubvolumens zu begrenzen, mit Entkopplung und damit verbundener erhƶhter Wandbeanspruchung. Da die Kopplung durch Hypertrophie bis zum Endstadium der Erkrankung aufrechterhalten wird, wenn die fortschreitende Dilatation beginnt, ist das rechtsventrikulƤre Volumen der wesentliche Parameter zur Messung bei der Nachsorge von Patienten mit pulmonaler Hypertonie.

Fazit

  • Die pulmonale Hypertonie ist hƤufig auf eine Linksherz-Erkrankung oder pulmonale Lungenerkrankung zurückzuführen
  • Die Diagnose erfordert eine Katheterisierung
    o mittlerer pulomal-arterieller Druck
    o PCWP
  • Verschiedene Krankheiten führen zu peripherer arterieller pulmonaler Hypertonie/pulmonaler Hypertonie
  • Die Prognose hƤngt von der ventrikulƤren Funktion ab
  • Prognosefaktoren sind funktionelle KapazitƤt, ventrikulƤre Funktion, Herzzeitvolumen

Therapieoptionen bei pulmonaler Hypertonie

Prof. Schoch

Eine umfassende Diagnostik ist Voraussetzung für eine gezielte Therapie, stellte Pof. Dr. med. Otto Schoch, St. Gallen eingangs fest. Er erwähnte die verschiedenen Klassen der pulmonalen Therapie.

Die Therapieoptionen bei PH Klasse 2

Pulmonale Hypertonie im Zusammenhang mit der linksseitigen Herzkrankheit (PH-LHD) ist die hƤufigste Form der pulmonalen Hypertonie. Bei Patienten mit linksseitiger Herzerkrankung ist das Vorhandensein von pulmonaler Hypertonie typischerweise ein Marker für fortgeschrittenere Erkrankungen, schwerwiegendere Symptome und schlechtere Prognosen. Die Therapieoptionen der verschiedenen EntitƤten der PH Klasse 2 sind in der Tabelle enthalten.
Die SERAPHIN-Studie mit dem Endothelinrezeptorantagonisten Macicentan zeigte, dass die Langzeitbehandlung der PAH mit Macicentan die MorbiditƤt und MortalitƤt verringern kann.

Therapieoptionen bei PH Klasse 3

Diese beinhaltet Pulmonale Hypertonie infolge Lungenkrankheiten und/oder Hypoxie. Sie umfasst folgende Krankheitsbilder: Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), interstitielle Lungenkrankheit, andere Lungenkrankheiten mit gemischtem restriktivem und obstruktivem Muster, Schlafatmungsstƶrungen, AlveolƤre Hypoventilationsstƶrungen, chronische Hƶhenexposition und Entwicklungsstƶrungen der Lungen.
Die Therapieoptionen bei PH Klasse 3 je nach Krankheitsbild umfassen

  • bei COPD:
  • Raucherentwƶhnung, Rehablilitation, Inhalation (Beta-Agonisten, Anticholinergika), Steroide, Antibiotika (gegen Exazerbationen), Langzeit-Oxygen, Reduktion des Lungenvolumens, Lungentrasplantation;
  • bei Interstitiellen Lungenkrankheiten:
  • Langzeit Oxygen, immunsuppressive und antifibrotische Wirkstoffe, Lungentransplantation;
  • bei anderen Lungenkrankheiten (chronische Lungenfibrose mit Emphysem): Raucherentwƶhnung, Langzeit-Oxygen, Lungentransplantation
  • Bei Schlafatmungsstƶrungen:
    CPAP, LebensstilƤnderungen (Gewichtsreduktion etc.), UnterkiefervorschubgerƤte;
  • bei alveolƤren Hypoventilationsstƶrungen:
    nichtinvasive Ventilation, Gewichtsreduktion (Hypoventilation bei Übergewicht);
  • bei chronischer Hƶhenexposition:
    Verschiebung auf geringere Meereshƶhe, Langzeit-Oxygen;
  • bei EntwicklungsabnomalitƤten: Chirurgische Behandlung erwƤgen.

Therapieoptionen bei PH Klasse 4

Diese umfasst die Chronisch Embolische Pulmonale Hypertonie (CTEPH) und es steht die Operation (Pulmonale Endarteriektomie) im Vordergrund. Falls technisch nicht operabel, sollte eine Zweitmeinung eingeholt werden und eine gezielte medikamentöse Therapie in Erwägung gezogen werden. Bei dieser PH-Klasse wurde Riociguat (Adempas®) als erste Substanz zugelassen. Adempas® ist auch zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie zugelassen.

Therapieoptionen bei PH Klasse 1, pulmonal arterielle Hypertenie (PAH)

Die PAH kann idiopathisch, vererbt (BMPR2-Muttion, andere Mutationen), Medikament- oder Toxin-induziert oder mit verschiedenen Krankheiten, wie Bindegewebserkrankung, HIV Infektion, Portalhypertonie, kongenitaler Herzkrankheit oder Schistosomiasis assoziiert sein. «Wenn es eine Revolution in der medizinischen Therapie in den letzten Jahrzehnten gibt, ist es die Behandlung der PAH», so Sergio Harari (Eur Respir Rev 2016;35:361-363). Der Referent nennt verschiedene medikamentöse Therapien und die Empfehlungen gemäss der WHO FC (Galié N. et al Eur Heart J 2015;doi10.1093:1-58). Macicentan zu Sildenafil, Riociguat zu Bosentan, oder Selexipag zu einem ERA und/PDE5i werden darin als Klasse-I/B-Empfehlungen erwähnt.

Fazit

  • Therapieoptionen bei pulmonaler Hypertonie sind abhƤngig von der Diagnosekategorie: vollstƤndiges Assessment inklusive Herzkatheter, Lungenfunktion, Radiologie, VQ-Scan, Ergospirometrie, Schlafstudien etc.
  • PH Klasse 2 (kardial) und 3 (pulmonal) kausale Therapie, keine Medikamente für pulmonal-arterielle Hypertonie
  • PH Klasse 4 (CTEPH) primƤr Operation evaluieren
  • PAH Klasse 1: Spezifische Therapie aus 3 Substanzklassen, initial oder bei unbefriedigendem Ansprechen im Verlauf Kombination
  • Basistherapie: O2- Supplementation und Rehabilitation nicht vergessen

Quelle: SGK Jahrestagung Interlaken, 19.-21. Juni 2019

Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen

riesen@medinfo-verlag.ch

PhysiothƩrapie pour les maladies rhumatismales

Environ un cinquiĆØme des plaintes exprimĆ©es lors des consultations internes gĆ©nĆ©rales concernent lā€™ā€Šappareil locomoteur. En plus des mĆ©dicaments, les mesures de physiothĆ©rapie jouent un rĆ“le important dans le traitement des troubles musculo-squelettiques. Cet article prĆ©sente lā€™ā€Šā€Šimportance des mesures de physiothĆ©rapie passive et active pour les maladies rhumatismales aiguĆ«s et chroniques frĆ©quemment observĆ©es dans les soins primaires.

Les tĆ©moignages Ć©crits sur la mĆ©decine ainsi que sur les mesures de kinĆ©sithĆ©rapie au sens large remontent Ć  l’AntiquitĆ©, comme en tĆ©moignent les textes Ć©gyptien (1), grec (2) et romain (3). Au plus tard dans l’Empire romain, une importante culture balnĆ©aire mais aussi thermale s‘ est dĆ©veloppĆ©e. De nombreux vestiges archĆ©ologiques en tĆ©moignent. De plus, Galen (3) a probablement Ć©tĆ© le premier Ć  dĆ©crire une forme prĆ©coce d’Ć©lectrothĆ©rapie: l ‚application de torpilles sur le crĆ¢ne pour traiter les maux de tĆŖte. Au Moyen Ƃge, d ‚importantes dĆ©couvertes mĆ©dicales du Moyen-Orient et de l’aire culturelle islamique (4, 5) ont Ć©tĆ© ajoutĆ©es. Au dĆ©but des temps moderne, avec l’apparition de plusieurs Ć©pidĆ©mies, la culture balnĆ©aire a disparu. Entre autres, on soupƧonnais les bains publics
d ‚ĆŖtre en partie responsables des Ć©pidĆ©mies – ce qui, cependant, s‘ appliquait probablement plus Ć  la propagation de la syphilis (5). Ce n’est qu ‚Ć  la fin du XIXe siĆØcle que l‘ industry de la baignade et du spa vĆ©cut a renaissance qui fut temporairement interrompue par les deux guerres mondiales.
L ‚Ć©lectrification de la vie quotidienne donna naissance aux premiers appareils d‘ Ć©lectrothĆ©rapie (6). Depuis le milieu du siĆØcle dernier, the concept of thĆ©rapeutiques traditionnels intĆ©ressants tĆŖle le TaĆÆchi, le Qi Gong ou the techniques de massage telle que Tuina et le Shiatsu (7) ont Ć©tĆ© de plus en plus adoptĆ©s en Asie. The nombreuses mesures thĆ©rapeutiques sont fondĆ©es sur les connaissances traditionnelles et n’on donc pas Ć©tĆ© basĆ©es sur des donnĆ©es probantes. Ce n’est qu ‚au cours des derniĆØres dĆ©cennies que l‘ on s‘ est efforcĆ© Ć  fournir une analysis bien fondĆ©e avec un nombre croissant d’Ć©tudes scientifiques sur les mesures de physiothĆ©rapie.

Mesures de physiothƩrapie

Les mesures de physiothérapie (8) peuvent être divisées en mesures actives et passives. Depuis
lā€™ā€ŠAntiquitĆ©, presque toutes les mesures ont Ć©tĆ© passivesā€Š: le patient se fait soigner. Ce nā€™ā€Šest quā€™ā€Šau cours des derniĆØres dĆ©cennies que des modalitĆ©s thĆ©rapeutiques plus actives ont Ć©tĆ© ajoutĆ©es. Maintenant, la participation active du patient est requise, mĆŖme si ce nā€™ā€Šest pas toujours facile de
lā€™ā€Šexiger.
En cas de problĆØmes de lā€™ā€Šappareil locomoteur, il est Ć©galement conseillĆ© de faire la distinction entre les phases aiguĆ«s et chroniques/stables. En effet, les mesures thĆ©rapeutiques optimales dans les diffĆ©rentes phases peuvent varier considĆ©rablement dans certains cas.

Les mesures de thĆ©rapie passive les plus importantes et les plus couramment utilisĆ©es en consultation externe sont les suivantesā€Š:

  • Courant pulsĆ© (stimulation Ć©lectrique transcutanĆ©e des nerfs/TENS). Le TENS utilise des impulsions de courant rectangulaires qui ont un effet analgĆ©sique dans le champ de courant.
  • Lā€™ā€Šultrason entraĆ®ne, par le biais dā€™ā€Šeffets thermiques, un rĆ©chauffement en profondeur avec, par la suite, une stimulation de la circulation sanguine ainsi quā€™ā€Šune accĆ©lĆ©ration de la rĆ©gĆ©nĆ©ration des tissus mous et des os. En outre, par des effets non thermiques, une augmentation de
    lā€™ā€ŠĆ©lasticitĆ© des fibres de collagĆØne et un changement dans la permĆ©abilitĆ© de la membrane cellulaire sont observĆ©s. De plus, un effet analgĆ©sique direct peut ĆŖtre dĆ©montrĆ© en modifiant le seuil des fibres nerveuses sensibles. La sonde Ć  ultrasons peut Ć©galement ĆŖtre utilisĆ©e pour le massage en gel NSAR (sonophorĆØse), facilitant la pĆ©nĆ©tration du mĆ©dicament dans les couches tissulaires profondes.
  • Ɖtirements, massages, aiguilles sĆØches. Ces mesures thĆ©rapeutiques sont particuliĆØrement indiquĆ©es pour tonifier les muscles et favoriser la circulation sanguine dans les tissus mous.
  • Le bandage peut stabiliser une articulation, soulager les muscles et les tendons ou amĆ©liorer la proprioception par le biais dā€™ā€Šune entrĆ©e tactile via la peau, selon la force et la direction du ruban.
  • Les applications de froid (cryothĆ©rapie) induisent, par vaso-constriction, une rĆ©duction de
    lā€™ā€Šafflux de cellules inflammatoires dans les tissus affectĆ©s et donc une inhibition de lā€™ā€Šinflammation ainsi que le soulagement de la douleur par une libĆ©ration rĆ©duite des mĆ©diateurs inflammatoires (surtout les prostaglandines et lā€™ā€Šhistamine). Un effet antidouleur supplĆ©mentaire rĆ©sulte de lā€™ā€Šaugmentation du seuil de stimulation des nerfs sensibles.
  • Les applications de chaleur sont utilisĆ©es pour dĆ©tonifier les muscles, favoriser la circulation sanguine et accĆ©lĆ©rer la rĆ©gĆ©nĆ©ration.
  • Les techniques mĆ©dicales manuelles sont utilisĆ©es pour la mobilisation des tissus mous, des articulations et de la colonne vertĆ©brale.

Les mesures thĆ©rapeutiques actives se focalisent principalement sur le renforcement musculaire pour amĆ©liorer la stabilisation des articulations et de la colonne vertĆ©brale ainsi que pour entraĆ®ner la proprioception, la coordination et lā€™ā€ŠĆ©quilibre. En plus des exercices Ć  lā€™ā€Šaide du poids corporel (p.ex. les pompes, Thera-BandĀ®), un programme de renforcement peut Ć©galement ĆŖtre effectuĆ© dans
lā€™ā€Šeau (p.ex. AquaJogging) ou sur des appareils. La Ligue suisse contre le rhumatisme (9) propose un large Ć©ventail de cours de gymnastique et dā€™ā€ŠhydrothĆ©rapie, auxquels les patients peuvent sā€™ā€Šinscrire – dans certains cas sur prescription mĆ©dicale.

Exemples de tableaux cliniques

Arthrose

Les articulations bien stabilisĆ©es vieillissent plus lentement, et un bon corset musculaire soulage les articulations. Le pilier principal de la thĆ©rapie de lā€™ā€Šarthrose est le renforcement des stabilisateurs musculaires respectifs pour soulager lā€™ā€Šarticulation ainsi que pour amĆ©liorer la coordination et la proprioception. Dans la phase douloureuse aiguĆ«, des mesures passives telles que la sonophorĆØse, la TENS et les applications Ć  froid sont recommandĆ©es. De plus, des techniques mĆ©dicales manuelles telles que la mobilisation et la traction sont conseillĆ©es.

Douleurs dorsales non spƩcifiques

Autrefois, les douleurs dorsales non spĆ©cifiques Ć©tait un domaine de la thĆ©rapie passive. Aujourdā€™ā€Šhui, de nombreuses Ć©tudes ont montrĆ© que seules les thĆ©rapies actives entraĆ®nent une amĆ©lioration significative. En effet, en plus de renforcer les stabilisateurs du tronc et du bassin, la coordination et la proprioception doivent Ć©galement ĆŖtre amĆ©liorĆ©es.

Goutte, polyarthrite rhumatoĆÆde, polyarthrite psoriasique

Dans le cas des maladies inflammatoires susmentionnĆ©es, les mesures thĆ©rapeutiques passives visant Ć  soulager lā€™ā€Šinflammation et la douleur sont particuliĆØrement adaptĆ©es lors des poussĆ©es de douleur. Les stabilisateurs articulaires doivent ĆŖtre entraĆ®nĆ©s Ć  intervalles indolores.

Spondylarthrite ankylosante

En dĆ©pit dā€™ā€Šun traitement mĆ©dicamenteux intensif aux AINS ainsi quā€™ā€Šaux produits biologiques,
lā€™ā€Šankylose du squelette axial, et plus rarement des articulations pĆ©riphĆ©riques, peut toujours ĆŖtre prĆ©sente de nos jours. De nombreuses Ć©tudes ont montrĆ© une influence positive de la gymnastique mobilisatrice (automobilisation) sur la progression de lā€™ā€Šankylose. Il est important de les rĆ©aliser rĆ©guliĆØrement pour le reste de la vie. La gymnastique aquatique rĆ©guliĆØre est aussi un bon moyen
dā€™ā€ŠamĆ©liorer la force et lā€™ā€Šendurance.

Fibromyalgie

Quelle que soit la pathologie qui mĆØne finalement Ć  la fibromyalgie, il existe aujourdā€™ā€Šhui des recommandations thĆ©rapeutiques fondĆ©es sur des donnĆ©es probantes. En effet, un programme de thĆ©rapie doit inclure lā€™ā€ŠamĆ©lioration de la performance aĆ©robique par lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€Šendurance et de la force, mĆŖme si son effet analgĆ©sique ne se produit quā€™ā€ŠaprĆØs plusieurs mois. Ces derniĆØres annĆ©es, lā€™ā€Šinfluence positive du Tai Chi sur lā€™ā€ŠexpĆ©rience de la douleur a Ć©tĆ© bien Ć©tudiĆ©e. De plus, les visites rĆ©guliĆØres dans les chambres froides (cryosauna) semblent augmenter le seuil de douleur chez de nombreux patients.

ObƩsitƩ

Lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© doit Ć©galement ĆŖtre combattue dā€™ā€Šun point de vue rhumatologique. En effet, lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© est associĆ©e Ć  des taux Ć©levĆ©s de substances pro-inflammatoires telles que TNFα et IL-6. La rĆ©duction du poids dans lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© rĆ©duit non seulement les processus inflammatoires dans lā€™ā€Šarthrose, mais entraĆ®ne Ć©galement une baisse de lā€™ā€ŠactivitĆ© inflammatoire dans lā€™ā€Šarthrite psoriasique et la spondylarthrite ankylosante. Il nā€™ā€Šy a donc rien de plus appropriĆ© quā€™ā€Šun entraĆ®nement mesurĆ©
dā€™ā€Šendurance et de force.

Pour ceux qui sont intĆ©ressĆ©s par un rĆ©cit ironique des excĆØs de lā€™ā€Šindustrie du spa, le film du rĆ©alisateur Alan Parker Ā«The Road to WellvilleĀ» basĆ© sur un roman de T. C. Boyle est recommandĆ©.

Remerciement : Je tiens Ć  remercier Barbara Schererer, propriĆ©taire de la physiothĆ©rapie Meierhof, 8049 Zurich, www.physio-meierhof.ch, pour sa critique du manuscrit et ses prĆ©cieuses suggestions.

Dr. med. Urs Grossenbacher

Physikalische Medizin und Rehabilitation SGPMR
Manuelle Medizin SAMM
Interventionelle Schmerztherapie SSIPM
Limmattalstrasse 167
8049 Zürich

dr.urs.grossenbacher@hin.ch

Lā€™ā€Šā€‰auteur nā€™ā€Šā€‰a dĆ©clarĆ© aucun conflit dā€™ā€Šā€‰intĆ©rĆŖts en rapport avec cet article.

  • Il est recommandĆ© de faire de la gymnastique toute votre vie
  • Les mesures thĆ©rapeutiques physiques, de plus en plus fondĆ©es sur des donnĆ©es probantes, continuent de jouer un rĆ“le important dans le traitement des maladies rhumatismales
  • Puisque nous, mĆ©decins, pouvons difficilement nous familiariser avec lā€™ā€Šensemble des possibilitĆ©s de la physiothĆ©rapie, nous recommandons un Ć©change rĆ©gulier avec les physiothĆ©rapeutes et les ergothĆ©rapeutes.

1. entre autres Edwin Smith Papyrus, Ebers Papyrus, Ramesseum Papyrus.
2. en particulier le corpus hippocratique d ‚hippocrate.
3. entre autres de materia medica de Dioscorides, various Ʃcrits de Galen and Asclepiades de Bithynien.
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9. www.ligues-rhumatisme.ch/offres

PrƩvention et contrƓle des ƩpidƩmies en EMS

Les Ć©pidĆ©mies sont malheureusement trĆØs frĆ©quentes en EMS en raison de la cohabitation entre les rĆ©sidents et le personnel de lā€™ā€ŠĆ©tablissement. Cet article passe en revue les Ć©pidĆ©mies les plus frĆ©quemment retrouvĆ©es en EMS et leurs mesures de prise en charge.

Introduction

Les EMS sont un microcosme dans lequel les Ć©pidĆ©mies peuvent se propager trĆØs rapidement. Une Ć©pidĆ©mie est Ć©voquĆ©e lorsquā€™ā€Šau moins deux rĆ©sidents prĆ©sentent des symptĆ“mes cliniques Ć©vocateurs simultanĆ©ment et dans la mĆŖme unitĆ© de soin. Les infections respiratoires et les infections gastro-intestinales sont les Ć©pidĆ©mies les plus reprĆ©sentĆ©es dans les EMS (1, 2). En effet, une revue de la littĆ©rature publiĆ©e en 2010 sur 206 Ć©pidĆ©mies rĆ©vĆØle que le virus influenza et le norovirus sont les deux pathogĆØnes les plus documentĆ©s en cas dā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie en EMS (respectivement 23.7ā€Š% et 12.1ā€Š%). La gale et les Ć©pidĆ©mies Ć  rotavirus sont moins frĆ©quentes (respectivement 5.3ā€Š% et 0.97ā€Š%). La promiscuitĆ© entre les rĆ©sidents et les soignants favorise la transmission (2). En prĆ©ambule, il est bon de rappeler que toutes les Ć©pidĆ©mies doivent faire lā€™ā€Šobjet dā€™ā€Šā€Šune dĆ©claration Ć  la santĆ© publique.

EpidƩmie de gastro-entƩrite

Les Ć©pidĆ©mies de diarrhĆ©es dā€™ā€Šorigine virale sont trĆØs frĆ©quentes en EMS et sont Ć  lā€™ā€Šorigine dā€™ā€Šune morbiditĆ© importante (3-5) avec des taux dā€™ā€Šattaque trĆØs Ć©levĆ©s (> 60ā€Š%) chez les rĆ©sidents et le personnel (6, 7). Les agents Ć©tiologiques les plus souvent incriminĆ©s sont des norovirus (souvent le GII.4) et plus rarement des rotavirus (2, 8). TrĆØs occasionnellement, une origine bactĆ©rienne peut ĆŖtre incriminĆ©e, ceci dans le contexte dā€™ā€Šaliments contaminĆ©s (9). Elles sont rares en EMS, car les cuisines rĆ©pondent Ć  des normes strictes en matiĆØre de conservation et de prĆ©paration des aliments. En dehors dā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie, le C.ā€Šdifficile doit ĆŖtre Ć©voquĆ© lorsquā€™ā€Šun rĆ©sident prĆ©sente des diarrhĆ©es. En effet, contrairement Ć  la littĆ©rature nord-amĆ©ricaine et britannique, aucune Ć©pidĆ©mie Ć  C.ā€Šdifficile nā€™ā€Šest documentĆ©e dans nos rĆ©gions (10).

Mesures de prƩvention et de prise en charge

En cas de gastro-entĆ©rite, la mise en place rapide de mesures (Mesures Additionnelles Contact (surblouse), voire des Mesures Additionnelles Gouttelettes (surblouse et masque de soins) en cas de vomissements) est essentielle pour limiter la dissĆ©mination du micro-organisme (Tab. 1) (4). Il est recommandĆ© de faire confirmer le diagnostic Ć©tiologique (recherche de virus dans les selles) (3). Lā€™ā€ŠhygiĆØne des mains du personnel joue un rĆ“le capital dans le contrĆ“le de la transmission du virus et la majoritĆ© des solutions hydro-alcooliques sont efficaces contre les virus (voir les informations du fabricant). Un maintien en chambre et un arrĆŖt des activitĆ©s de groupe sont recommandĆ©s jusquā€™ā€ŠĆ  48 h aprĆØs la fin des symptĆ“mes. En cas dā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie dā€™ā€Šampleur, lā€™ā€ŠunitĆ© concernĆ©e doit ĆŖtre fermĆ©e et les visites limitĆ©es. AprĆØs la levĆ©e des mesures, lā€™ā€Šenvironnement doit ĆŖtre traitĆ© avec un dĆ©sinfectant Ć  base dā€™ā€Šhypochlorite de sodium (eau de Javel), de peroxyde dā€™ā€ŠhydrogĆØne ou encore dā€™ā€Šacide peracĆ©tique (7). Le personnel soignant symptomatique doit ĆŖtre placĆ© en Ć©viction jusquā€™ā€ŠĆ  48ā€Šh aprĆØs la fin des symptĆ“mes.

EpidƩmie de grippe

La promiscuitĆ© des rĆ©sidents dans les EMS ainsi que leur vulnĆ©rabilitĆ© sont un terrain propice Ć  la diffusion rapide du virus de la grippe (11). Des taux dā€™ā€Šattaque se situant entre 25-70ā€Š% avec une mortalitĆ© de 10-55ā€Š% sont observĆ©s lors dā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mies en EMS (12, 13). Ces Ć©pidĆ©mies surviennent malgrĆ© un taux Ć©levĆ© de vaccination contre la grippe chez les rĆ©sidents (14).

Mesures de prƩvention et de prise en charge

La prĆ©vention primaire de la grippe est basĆ©e sur la vaccination et le principe de lā€™ā€ŠimmunitĆ© de groupe. En effet, avec un taux de vaccination de > 80ā€Š% dans le groupe entier (rĆ©sidents et personnel participant aux soins), on peut limiter le risque dā€™ā€Šune Ć©pidĆ©mie dans lā€™ā€Šinstitution (15). Lā€™ā€ŠimmunitĆ© de groupe permet de protĆ©ger les rĆ©sidents qui, en raison de lā€™ā€ŠimmunosĆ©nescence, dĆ©veloppent moins dā€™ā€Šanticorps. En cas dā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie de grippe, la prĆ©vention et le contrĆ“le de lā€™ā€Šinfection sont une tĆ¢che ardue (11). En pĆ©riode hivernale, lorsquā€™ā€Šun rĆ©sident prĆ©sente des symptĆ“mes grippaux, il est recommandĆ© dā€™ā€Šeffectuer une recherche Ć©tiologique (PCR grippe sur un frottis naso-pharyngĆ©) en premier lieu (Fig. 1.) En cas de grippe prouvĆ©e, la mise en place de Mesures Additionnelles Gouttelettes (port du masque) et lā€™ā€Šinstauration dā€™ā€Šun traitement par oseltamivir 75 mg 2 xā€Š/ā€Šj sont recommandĆ©s. Lors dā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie documentĆ©e dans un EMS, tous les rĆ©sidents symptomatiques devraient bĆ©nĆ©ficier dā€™ā€Šun traitement dā€™ā€Šoseltamivir 75 mg 2 xā€Š/ā€Šj pendant 5 jours, sans frottis diagnostic (Tab.   2). Lā€™ā€ŠutilitĆ© du traitement dā€™ā€Šoseltamivir reste controversĆ©e (14,  16). Il faut cependant relever que plusieurs Ć©tudes suggĆØrent que le traitement antiviral aurait un impact sur le risque de propagation du virus dans lā€™ā€ŠEMS et pourrait limiter les Ć©pidĆ©mies. Les donnĆ©es Ć  disposition concernant lā€™ā€ŠefficacitĆ© de la prophylaxie chez les rĆ©sidents asymptomatiques sont contradictoires quant Ć  lā€™ā€Šimpact sur la durĆ©e de lā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie (12, 16) et nā€™ā€Šest donc pas recommandĆ©e en lā€™ā€Šabsence de facteurs Ć  risque individuels, c’est-Ć -dire de comorbiditĆ©s sĆ©vĆØres mettant le rĆ©sident Ć  risque de complications graves. Les Mesures Additionnelles Gouttelettes (port du masque lorsquā€™ā€Šun rĆ©sident a une grippe avĆ©rĆ©e) doivent ĆŖtre respectĆ©es par tout le personnel participant aux soins, mĆŖme par le personnel vaccinĆ©. Afin de limiter au maximum la propagation du virus au sein de lā€™ā€ŠEMS, il est recommandĆ© que les rĆ©sidents symptomatiques ne participent pas aux activitĆ©s de groupe, le temps des symptĆ“mes (Tab. 2).

EpidƩmie de gale

La gale est un parasite qui infecte lā€™ā€ŠĆŖtre humain, en particulier vulnĆ©rable, et est lā€™ā€Šune des maladies dermatologiques les plus frĆ©quentes chez la personne Ć¢gĆ©e (17, 18). Une fois introduite dans lā€™ā€ŠEMS, la gale peut causer des Ć©pidĆ©mies avec des taux dā€™ā€Šattaque Ć©levĆ© (> 30ā€Š%) favorisĆ©es par les contacts Ć©troits entre soignants et rĆ©sidents (2). La prĆ©sentation clinique chez les personnes Ć¢gĆ©es est parfois paucisymptomatique, ce qui rend le diagnostic difficile et souvent retardĆ© de plusieurs semaines (18, 19). Une Ć©tude britannique regroupant 10 Ć©pidĆ©mies en EMS entre 2014-2015 rĆ©vĆØle que plus de 50ā€Š% des rĆ©sidents infectĆ©s sont asymptomatiques (19). Il existe deux types cliniques de gale : la gale conventionnelle (scabies vulgaris) et la gale norvĆ©gienne (scabies crustosa, plus rare). Cette derniĆØre a une prĆ©sentation clinique plus bruyante et sa contagiositĆ© est plus grande (20). De nombreuses Ć©pidĆ©mies ont Ć©tĆ© rapportĆ©es chez des personnes vivant en institution, en particulier avec la gale norvĆ©gienne (19,  21). Il faut rappeler quā€™ā€Šun contact prolongĆ© avec la peau est nĆ©cessaire pour la transmission du parasite en cas de gale conventionnelle (22). En cas de gale norvĆ©gienne, au vu dā€™ā€Šune contagiositĆ© plus importante, un contact moins prolongĆ© peut conduire Ć  une transmission du parasite.

Mesures de prƩvention et de prise en charge

Une prise en charge prĆ©coce est primordiale pour limiter la propagation du parasite. Le traitement des personnes infectĆ©es peut ĆŖtre soit topique (1er choix) soit systĆ©mique (Tab. 3.) (23, 24). Des Mesures Additionnelles Contact (surblouse) et le port de gants sont recommandĆ©es lors des soins directs avec le rĆ©sident pendant 24h aprĆØs le dĆ©but du traitement lors de gale conventionnelle, alors que ces mesures seront prolongĆ©es jusquā€™ā€ŠĆ  la fin du traitement lors de gale norvĆ©gienne. Les parasites Ć©tant rĆ©sistants Ć  lā€™ā€Šalcool, la solution hydro-alcoolique doit ĆŖtre remplacĆ©e par un lavage des mains Ć  lā€™ā€Šeau et au savon (25). AprĆØs la premiĆØre dose de traitement et en fin de traitement, les vĆŖtements et la literie doivent ĆŖtre lavĆ©s Ć  60°C. Le linge devant ĆŖtre traitĆ© Ć  moins de 60°C est maintenu durant 3 jours Ć  lā€™ā€ŠextĆ©rieur dans un sac plastique hermĆ©tique ou mis au rĆ©frigĆ©rateur pendant 24h (23, 26). Lors de gale conventionnelle, un traitement prĆ©ventif (topique ou systĆ©mique) est recommandĆ© pour les personnes ayant eu des contacts peau Ć  peau rĆ©pĆ©titifs (entourage proche du rĆ©sident, voisins de chambre et personnel participant aux soins) (27). Une poignĆ©e de mains nā€™ā€Šest pas considĆ©rĆ©e comme un contact prolongĆ© peau Ć  peau. En cas de gale norvĆ©gienne, malgrĆ© lā€™ā€Šabsence dā€™ā€ŠĆ©vidence dans la littĆ©rature, un traitement prĆ©ventif extensif des contacts est recommandĆ©, c’est-Ć -dire pour toute personne ayant eu un contact peau Ć  peau (personnel, autres rĆ©sidents) (24). Pour les contacts (personnel participant aux soins et rĆ©sidents), la mise en place de traitement est de la responsabilitĆ© de la direction mĆ©dicale et des soins de lā€™ā€ŠĆ©tablissement.

Dre Delphine HƩquet

UnitƩ cantonale HPCI
Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV)
Lausanne

delphine.hequet@chuv.ch

Dre Christiane Petignat

UnitƩ cantonale HPCI
Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV)
Lausanne

christiane.petignat@chuv.ch

Les auteures ne dĆ©clarent aucun conflit dā€™ā€ŠintĆ©rĆŖt.

  • En raison de la promiscuitĆ© entre les rĆ©sidents et les membres du personnel, les Ć©pidĆ©mies sont frĆ©quentes en EMS.
  • Les systĆØmes touchĆ©s sont divers (systĆØme digestif, respiratoire ou cutanĆ©) et lā€™ā€ŠĆ©tendue de lā€™ā€ŠĆ©pidĆ©mie peut ĆŖtre importante en peu de temps.
  • Il est donc capital dā€™ā€ŠĆŖtre attentif au moindre signe Ć©vocateur dans le but de limiter la survenue et la propagation dā€™ā€Šune Ć©pidĆ©mie.

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Maladies cardiovasculaires ischƩmiques chez les femmes

Eszter Simon, mƩdecin diplƓmƩe
PD, MER Dre Judith Bouchardy
PD, MER Dr David Nanchen
PD, MER Dre Carole Clair

Chez les femmes, les maladies cardiovasculaires sont la cause principale de dĆ©cĆØs. Pourtant, lā€™ā€Šā€ŠathĆ©rosclĆ©rose est encore trop souvent considĆ©rĆ©e comme une maladie de
lā€™ā€Šā€Šhomme uniquement. Des donnĆ©es rĆ©centes ont mis en lumiĆØre les diffĆ©rences entre les hommes et les femmes en terme dā€™ā€Šā€ŠĆ©pidĆ©miologie, de prise en charge et de pronostic de la maladie coronarienne notamment. Le but de cet article est de rĆ©viser les diffĆ©rences de sexe dans la maladie cardiovasculaire ischĆ©mique.

Lā€™ā€Šā€Šā€Šinfarctus du myocarde (IM) a Ć©tĆ© considĆ©rĆ© pendant des annĆ©es comme une Ā«maladie de
lā€™ā€ŠhommeĀ», une croyance qui a influencĆ© les processus de prise en charge mĆ©dicale (2). En rĆ©alitĆ©, bien que la prĆ©valence des maladies cardiovasculaires ischĆ©miques soit plus Ć©levĆ©e chez les hommes, la mortalitĆ© cardiovasculaire est plus importante chez les femmes (3, 4). Ceci est notamment liĆ© au fait que les femmes sont plus Ć¢gĆ©es et ont plus de comorbiditĆ©s au moment de
lā€™ā€Šā€ŠĆ©vĆØnement ischĆ©mique. De plus, elles prĆ©sentent plus frĆ©quemment des symptĆ“mes atypiques (5, 6), parfois responsables dā€™ā€Šā€Šune banalisation de la situation et de diagnostics erronĆ©s ou plus tardifs. La prĆ©sence de stĆ©rĆ©otypes de genre dans la prise en charge des facteurs de risque cardiovasculaires (FRCV) contribue Ć©galement Ć  expliquer les disparitĆ©s de pronostic entre les hommes et les femmes.

SpƩcificitƩs hommes-femmes dans les facteurs de risque cardiovasculaire

MƩcanismes physiopathologiques

Des Ć©tudes Ć©pidĆ©miologiques suggĆØrent que lā€™ā€Šincidence de maladies cardiovasculaires (MCV) chez les femmes non mĆ©nopausĆ©es est infĆ©rieure Ć  celle des hommes du mĆŖme Ć¢ge, et que lā€™ā€Šincidence et la gravitĆ© des MCV augmentent aprĆØs la mĆ©nopause (7). Lā€™ā€Šā€Šincidence plus faible des MCV chez les femmes en Ć¢ge de procrĆ©er est attribuĆ©e au moins en partie aux œstrogĆØnes (7). Les femmes mĆ©nopausĆ©es perdent lā€™ā€Šā€Šeffet protecteur relatif des œstrogĆØnes ce qui entraĆ®ne une accumulation rapide des FRCV, comme lā€™ā€Šā€ŠHTA (8), la dyslipidĆ©mie (9), les troubles de lā€™ā€Šā€ŠhomĆ©ostasie de glucose (10) et lā€™ā€Šā€ŠobĆ©sitĆ© viscĆ©rale (11). Le manque dā€™ā€Šā€ŠÅ“strogĆØne crĆ©e un milieu pro-inflammatoire (12), une perturbation de la vasorĆ©activitĆ© coronarienne (13), un dysfonctionnement microvasculaire et endothĆ©lial (14) et un remodelage coronarien. Dans un stade avancĆ©, la carence oestrogĆ©nique accĆ©lĆØre le dĆ©veloppement des plaques dā€™ā€Šā€ŠathĆ©rome dans des coronaropathies obstructives (15).
Toutefois, et de faƧon inquiĆ©tante, on observe sur les deux derniĆØres dĆ©cennies, une tendance vers une augmentation des maladies ischĆ©miques chez les jeunes femmes que ce soit en France ou aux Etats-Unis (16, 17).

Impact des facteurs de risque selon le sexe

Lā€™ā€Šā€Šimpact selon le sexe des FRCV est reprĆ©sentĆ© dans le Tableau 1. Chez les femmes, lā€™ā€Šā€Šhypertension artĆ©rielle, le tabagisme, lā€™ā€Šā€ŠhypertriglycĆ©ridĆ©mie ainsi que le diabĆØte de type 2 (DM2) sont associĆ©s Ć  des risques plus Ć©levĆ©s dā€™ā€ŠIM par rapport aux hommes (18).
Un rapport de taille-hanche plus ƩlevƩ est un facteur de risque cardiovasculaire chez les deux sexes, mais le risque est plus important chez les femmes (20).
Les femmes atteintes dā€™ā€Šā€Šun DM2 ont un risque plus Ć©levĆ© dā€™ā€Šā€Šavoir une maladie coronarienne fatale que les hommes atteints dā€™ā€Šā€Šun DM2 (21).
Bien quā€™ā€Šil y ait, en Suisse, globalement moins de femmes fumeuses dans la population adulte (15 ans et plus), avec 21.1ā€Š% de femmes pour 29.5ā€Š% dā€™ā€Šhommes selon les statistiques de 2016 (22), le risque de maladie coronarienne chez les femmes fumeuses Ć©tait de 25ā€Š% plus Ć©levĆ© par rapport aux hommes tabagiques selon une mĆ©ta-analyse publiĆ©e en 2011 (23).
En Suisse, 42ā€Š% de la population est en surpoids ou obĆØse, 51ā€Š% des hommes et 33ā€Š% des femmes selon les statistiques de 2017 (24). La diffĆ©rence entre hommes et femmes est nettement moins prononcĆ©e si lā€™ā€Šā€Šon ne considĆØre que lā€™ā€Šā€ŠobĆ©sitĆ© (12.3ā€Š% des hommes contre 10.2ā€Š% des femmes) (24). Lā€™ā€Šā€Šimpact de lā€™ā€Šā€ŠobĆ©sitĆ© sur les maladies cardiovasculaires semble ĆŖtre plus important chez les femmes. Dans lā€™ā€ŠĆ©tude de la Framingham Heart Study, lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© augmentait le risque relatif de maladie coronarienne de 64ā€Š% chez les femmes, contre 46ā€Š% chez les hommes (8).
Les femmes développent une hypertension environ une décennie après les hommes mais
lā€™ā€Šā€Šhypertension est plus frĆ©quente chez les femmes Ć¢gĆ©es que chez les hommes Ć¢gĆ©s (8). Dans
lā€™ā€Šā€ŠĆ©tude Framingham, parmi les sujets Ć¢gĆ©s de 65 Ć  74 ans, les femmes souffrant dā€™ā€Šhypertension artĆ©rielle avaient un risque de maladie coronarienne plus Ć©levĆ© que les hommes hypertendus (8).
Les femmes non mĆ©nopausĆ©es ont un profil lipidique plus favorable que les hommes. Cependant, aprĆØs 50 ans, les femmes ont tendance Ć  avoir une augmentation des taux de triglycĆ©rides et de LDL-cholestĆ©rol et une diminution du HDL-cholestĆ©rol. Lā€™ā€ŠhypertriglycĆ©ridĆ©mie et un faible taux de HDL-cholestĆ©rol sont des FRCV plus importants pour les femmes que pour les hommes (19, 25).
On peut donc conclure que la plupart des FRCV sont associĆ©s Ć  des risques relatifs plus Ć©levĆ©s dā€™ā€ŠIM chez les femmes par rapport aux hommes.

Facteurs de risque spƩcifiques aux femmes

DiabĆØte gestationnel

Les femmes qui ont eu un diabĆØte gestationnel, prĆ©sentent un risque dā€™ā€ŠĆ©vĆ©nements cardiovasculaires post-partum deux fois plus Ć©levĆ© par rapport aux femmes qui nā€™ā€Šā€Šont pas eu de diabĆØte gestationnel. Ce risque ne dĆ©pend pas du diabĆØte de type 2 intercurrent et se manifeste dans la premiĆØre dĆ©cennie suivant la grossesse. Ainsi, mĆŖme sans progresser vers le diabĆØte de type 2, les femmes atteintes de diabĆØte gestationnel constituent une population Ć  risque de MCV. Cette augmentation du risque cardiovasculaire nĆ©cessite une surveillance et potentiellement un traitement prĆ©coce des facteurs de risque (26).

PrƩ-Ʃclampsie

La prĆ©-Ć©clampsie est une complication hypertensive de la grossesse accompagnĆ©e par une protĆ©inurie. Il ne sā€™ā€Šā€Šagit pas uniquement dā€™ā€Šā€Šune pathologie obstĆ©tricale se rĆ©solvant aprĆØs
lā€™ā€Šā€Šaccouchement. La prĆ©-Ć©clampsie est reconnue actuellement comme un marqueur du risque cardiovasculaire Ć  long terme. Cette augmentation du risque pourrait se manifester dĆ©jĆ  en prĆ©mĆ©nopause, mais le mĆ©canisme est encore peu connu (27).

MƩnopause prƩcoce ou chirurgicale

La mĆ©nopause prĆ©coce et lā€™ā€Šovariectomie bilatĆ©rale chez les femmes jeunes sont associĆ©es Ć  une incidence accrue de MCV, dā€™ā€ŠIM et de mortalitĆ© globale (28). Les femmes qui ont subi une mĆ©nopause chirurgicale par ovariectomie bilatĆ©rale sans substitution oestrogĆØnique auraient un risque de dĆ©velopper ultĆ©rieurement une maladie coronarienne deux fois plus Ć©levĆ© que les femmes ayant bĆ©nĆ©ficiĆ© dā€™ā€Šā€Šune substitution par œstrogĆØnes (29).

Syndrome des ovaires polykystiques (SOPK)

De nombreuses Ć©tudes cliniques ont mis en Ć©vidence un lien entre le SOPK et le profil de risque CV des patientes atteintes, en raison dā€™ā€Šun mĆ©tabolisme altĆ©rĆ© des lipides et du glucose, dā€™ā€Šune hypertension, dā€™ā€Šune affection inflammatoire systĆ©mique et de lĆ©sions vasculaires. Compte tenu de
lā€™ā€Šapparition prĆ©coce de la maladie, le SOPK pourrait ĆŖtre considĆ©rĆ© comme un vĆ©ritable FRCV (30).

Cancer du sein

Les femmes atteintes dā€™ā€Šun cancer du sein ont une probabilitĆ© 1,44 fois plus Ć©levĆ©e (IC 95ā€Š%, 1,00-2,06) dā€™ā€Šā€Šavoir des MCV que les femmes sans cancer du sein. Les MCV peuvent ĆŖtre liĆ©s aux effets cardiotoxiques ou mĆ©taboliques de certains traitements du cancer du sein, tels que le trastuzumab, les schĆ©mas Ć  base dā€™ā€Šanthracycline et la radiothĆ©rapie (31).

Polyarthrite rhumatoĆÆde

La polyarthrite rhumatoĆÆde (PR) a une prĆ©valence dā€™ā€Šā€Šenviron 0.5-1ā€Š% dans la population europĆ©enne, avec une morbiditĆ© deux fois plus Ć©levĆ©e chez les femmes par rapport aux hommes. La PR est associĆ©e Ć  une morbiditĆ© et une mortalitĆ© CV accrues, vraisemblablement liĆ©s Ć  la charge inflammatoire cumulative et la cardiotoxicitĆ© des mĆ©dicaments antirhumatismaux (32).

Lupus ƩrythƩmateux systƩmique

Les patient-e-s atteints de lupus Ć©rythĆ©mateux systĆ©mique ont un risque accru dā€™ā€ŠĆ©vĆ©nements CV. Des preuves rĆ©centes suggĆØrent que lā€™ā€Šinflammation et une rĆ©ponse immunologique active sont largement responsables de la plaque dā€™ā€Šā€ŠathĆ©rosclĆ©rose (33).

Concernant les facteurs de risque spĆ©cifiques au femmes Ć©noncĆ©s ci-dessus, lorsquā€™ā€Šā€Šun de ces facteurs de risque est prĆ©sent, le calcul du risque coronarien avec algorithmes utilisant les facteurs de risque traditionnels, sous-Ć©value le risque chez les femmes. Pratiquement, nous recommanderions de catĆ©goriser les femmes dans un niveau de risque supĆ©rieur Ć  celui donnĆ© par le score de risque de lā€™ā€Šā€ŠAGLA, lorsquā€™ā€Šā€Šun ou plusieurs de ces facteurs de risque spĆ©cifique est prĆ©sent.

SpƩcificitƩs hommes-femmes dans la prƩsentation et la prise en charge des cardiopathies ischƩmiques

Prise en charge dā€™ā€Šā€Šune maladie coronarienne stable

Les femmes souffrant dā€™ā€Šā€Šangor rĆ©current sans coronaropathie obstructive doivent ĆŖtre diagnostiquĆ©es et traitĆ©es car elles courent un risque deux fois plus Ć©levĆ© de dĆ©velopper une atteinte coronarienne significative au cours des 5 Ć  8 prochaines annĆ©es (4). Les investigations constituent toutefois un challenge puisque selon une Ć©tude suĆ©doise jusquā€™ā€Šā€ŠĆ  80ā€Š% des femmes qui prĆ©sentent un angor stable nā€™ā€Šā€Šauraient pas de lĆ©sions obstructives lors de la coronarographie (34).
Pour ce qui est de la prise en charge en ambulatoire, selon les donnĆ©es dā€™ā€Šā€Šune Ć©tude de cohorte en Suisse romande, bien que la mĆŖme proportion de femmes et dā€™ā€Šhommes prĆ©sente une douleur thoracique dā€™ā€Šorigine cardiovasculaire, les hommes sont 2,5 fois plus susceptibles dā€™ā€Šā€ŠĆŖtre rĆ©fĆ©rĆ©s Ć  un ou une cardiologue lors des 12 mois qui suivent une consultation en mĆ©decine de premier recours en raison dā€™ā€Šā€Šune douleur thoracique que les femmes (35). Ces donnĆ©es suggĆØrent que des efforts doivent ĆŖtre faits pour assurer une Ć©quitĆ© entre hommes et femmes dans les soins mĆ©dicaux.
ƀ ce jour, il nā€™ā€Šā€Šexiste pas de score clinique spĆ©cifique pour les femmes, intĆ©grant les signes et les symptĆ“mes chez les patientes prĆ©sentant un diagnostic prĆ©sumĆ© de maladie coronarienne ischĆ©mique. Cependant, les guidelines lā€™ā€Šā€ŠAmerican Heart Association proposent depuis 2014 un algorithme de diagnostic diffĆ©rent pour les femmes que pour les hommes pour tenir compte de ces spĆ©cificitĆ©s cliniques (1) (Fig. 1).
Les femmes prĆ©mĆ©nopausĆ©es sont considĆ©rĆ©es comme ayant un risque bas (sauf en cas de diabĆØte). Chez elles, aucune Ć©valuation diagnostique nā€™ā€Šā€Šest indiquĆ©e. En cas de clinique inquiĆ©tante, lā€™ā€Šā€ŠECG dā€™ā€Šā€Šeffort reste lā€™ā€Šā€Šexamen le plus adaptĆ©. Les femmes ayants une cinquantaine dā€™ā€Šā€ŠannĆ©es sont considĆ©rĆ©es comme risque bas ou intermĆ©diaire, selon leur limitation fonctionnelle pour les activitĆ©s de la vie quotidienne. En cas de limitation fonctionnelle, elles doivent ĆŖtre considĆ©rĆ©es comme Ć  risque intermĆ©diaire. Les femmes ayants la soixantaine sont considĆ©rĆ©es comme risque intermĆ©diaire. Si elles nā€™ā€Šā€Šont pas de limitation pour une activitĆ© physique et elles ont un ECG de repos dans les limites de la norme, un ECG dā€™ā€Šā€Šeffort est recommandĆ©. En cas de limitation physique, elles doivent ĆŖtre testĆ©es comme en cas de risque Ć©levĆ©. Les femmes ayant la septantaine, ou prĆ©sentant certaines comorbiditĆ© (p.ex diabĆØte mal Ć©quilibrĆ©, artĆ©riopathie pĆ©riphĆ©rique etc.) sont considĆ©rĆ©es comme Ć  risque Ć©levĆ©, ainsi que les patientes avec un ECG de repos anormal (p.ex. Ć©lĆ©vation du segment ST) et doivent avoir une imagerie fonctionnelle ou un scanner coronarien, dont le choix doit ĆŖtre discutĆ© avec un-e cardiologue (1, 34, 36).

Prise en charge dā€™ā€Šā€Šun syndrome coronarien aigu

Plusieurs Ć©tudes ont dĆ©montrĆ© des diffĆ©rences hommes femmes dans les symptĆ“mes cliniques lors dā€™ā€Šā€Šun syndrome coronarien aigue (SCA). Par exemple, les femmes prĆ©sentent plus souvent un angor instable et un IM sans Ć©lĆ©vation du segment ST (NSTEMI) sans douleur thoracique (39). La douleur reste toutefois le symptĆ“me principal lors dā€™ā€Šā€Šun SCA, mais les femmes prĆ©sentent plus souvent que les hommes des douleurs atypiques et des symptĆ“mes aspĆ©cifiques (40) (Fig. 2). Ce phĆ©nomĆØne conduit Ć  une fausse interprĆ©tation des plaintes et rĆ©sulte une prĆ©sentation plus tardive aux urgences (39).
Les femmes sont moins susceptibles que les hommes de bĆ©nĆ©ficier dā€™ā€Šā€Šinvestigations complĆ©mentaires, invasives ou non, lors dā€™ā€Šā€Šun SCA (41, 42). MalgrĆ© lā€™ā€Šā€Šaugmentation de lā€™ā€Šutilisation
dā€™ā€Šinterventions cardiaques invasives, les femmes se prĆ©sentant avec SCA ont encore plus de risque
dā€™ā€ŠĆŖtre traitĆ©es de maniĆØre conservative, possiblement en raison dā€™ā€Šā€Šune sous-estimation du risque (43). Les hommes sont donc plus susceptibles que les femmes de bĆ©nĆ©ficier une angiographie coronaire et des procĆ©dures de revascularisation au cours dā€™ā€Šā€Šune hospitalisation pour une maladie coronarienne connue ou soupƧonnĆ©e (44).
Selon une rĆ©cente Ć©tude effectuĆ©e en Suisse, le temps dā€™ā€Šā€ŠischĆ©mie – calculĆ© comme le temps entre le dĆ©but des symptĆ“mes et la prise en charge en salle de cathĆ©tĆ©risme – Ć©tait supĆ©rieur de 41 minutes chez les femmes par rapport aux hommes (45). Ce retard Ć©tait principalement liĆ© au fait que les femmes attendent plus longtemps avant de demander de lā€™ā€Šā€Šaide mĆ©dicale.
Une cause sous-diagnostiquĆ©e du SCA est la dissection spontanĆ©e des artĆØres coronaires, qui survient principalement chez les femmes, plus frĆ©quemment entre 45 et 60 ans, de prĆ©fĆ©rence pendant la grossesse ou immĆ©diatement aprĆØs lā€™ā€Šā€Šaccouchement et peut ĆŖtre causĆ©e par des modifications hormonales (46). Cette pathologie pose des dĆ©fis diagnostiques et des dilemmes thĆ©rapeutiques importants Ć©tant donnĆ© le manque de recherche pour guider sa prise en charge.
On estime que 8ā€Š% des SCA chez les femmes mais moins de 1ā€Š% chez les hommes sont associĆ©s au syndrome de Takotsubo. Il survient plus souvent chez les femmes Ć¢gĆ©es et mĆ©nopausĆ©es, se caractĆ©rise par une hypokinĆ©sie parfois marquĆ©e, principalement de lā€™ā€Šapex du ventricule gauche et est associĆ© Ć  un stress Ć©motionnel ou physique. Les troubles de la cinĆ©tique segmentaire apicaux sont gĆ©nĆ©ralement transitoires et disparaissent en quelques jours Ć  plusieurs semaines. Son pronostic est gĆ©nĆ©ralement bon (47).

Pronostic

Selon une Ć©tude de cohorte rĆ©trospective entre 1992 et 1993, les femmes de moins de 75 ans ont prĆ©sentĆ© un taux de mortalitĆ© deux fois plus Ć©levĆ© que les hommes du mĆŖme groupe dā€™ā€ŠĆ¢ge aprĆØs un IM (48). Une Ć©tude rĆ©cente a examinĆ© une population internationale europĆ©enne entre 2010 et 2016 (49). Les rĆ©sultats Ć©taient similaires ; la mortalitĆ© Ć©tait plus Ć©levĆ©e Ć  30 jours aprĆØs un IM avec Ć©lĆ©vation du segment ST (STEMI) chez les femmes de moins de 60 ans. La diffĆ©rence nā€™ā€Šā€ŠĆ©tait plus significative pour les patientes plus Ć¢gĆ©es. Lors dā€™ā€Šā€Šun STEMI, la mortalitĆ© diminuait chez les deux sexes aprĆØs une angioplastie coronarienne, mais la mortalitĆ© restait nĆ©anmoins plus Ć©levĆ©e chez les femmes, avec 30 ā€Š% de plus de dĆ©cĆØs (49) (Fig. 3).
En Suisse, entre 1997 et 2016, le taux de mortalitĆ© Ć  lā€™ā€ŠhĆ“pital des patientes et des patients atteints dā€™ā€Šā€ŠIM Ć©tĆ© rĆ©duit de moitiĆ© et le gender gap (Ć©cart de mortalitĆ© hommes-femmes) a Ć©galement diminuĆ©. La rĆ©duction de la mortalitĆ© Ć©tait en effet plus prononcĆ©e chez les femmes que chez les hommes, en particulier celles Ć¢gĆ©es de moins de 60 ans. La diminution de la mortalitĆ© pourrait en grande partie ĆŖtre expliquĆ©e par lā€™ā€Šutilisation accrue du traitement de reperfusion, en particulier des procĆ©dures interventionnelles percutanĆ©es (PCI), qui ont contribuĆ© Ć  attĆ©nuer les disparitĆ©s de genre (50). Cependant, une Ć©tude a reportĆ© un taux de complications plus Ć©levĆ© chez les femmes atteintes dā€™ā€Šun SCA qui bĆ©nĆ©ficiaient une stratĆ©gie invasive prĆ©coce et une revascularisation coronaire par rapport aux hommes (51).
Les femmes ont une mortalitĆ© plus Ć©levĆ©e aprĆØs une chirurgie de pontage coronaire Ć©lective, en partie en raison dā€™ā€Šā€Šun cumul de comorbiditĆ©s liĆ© Ć  un Ć¢ge plus Ć©levĆ© que les hommes (40). De plus, les femmes ont une moins bonne qualitĆ© de vie liĆ©e Ć  la santĆ© que les hommes, suite Ć  une chirurgie coronaire (40). Ceci est probablement aussi expliquĆ© par le fait quā€™ā€Šā€Šau moment de lā€™ā€Šā€ŠopĆ©ration, les femmes sont plus Ć¢gĆ©es et ont plus de comorbiditĆ©s. Un autre facteur Ć  prendre en compte est la dĆ©pression, dont la prĆ©valence est plus Ć©levĆ©e chez les femmes. Une plus grande attention devrait ĆŖtre accordĆ©e au diagnostic et au traitement de la dĆ©pression chez les patientes subissant un pontage coronaire (52).

PD, MER Dre Carole Clair

UnisantƩ, Centre Universitaire de mƩdecine gƩnƩrale et santƩ publique
Rue du Bugnon 44
1011 Lausanne

carole.clair@hospvd.ch

Les auteurs dĆ©clarent aucun conflit dā€™ā€Šā€ŠintĆ©rĆŖt en relation avec cet article.

  • La plupart des facteurs de risque cardiovasculaires sont associĆ©s Ć  des risques relatifs plus Ć©levĆ©s dā€™ā€ŠIM chez les femmes par rapport aux hommes.
  • Lā€™ā€Šā€Šangor stable et les SCA se manifestent plus frĆ©quemment par des symptĆ“mes aspĆ©cifiques et des douleurs thoraciques atypiques chez les femmes.
  • La lutte pour amĆ©liorer la prise en charge et le taux de survie des femmes atteintes de maladie cardiovasculaire doit rester une prioritĆ© afin dā€™ā€Šā€ŠĆ©liminer les disparitĆ©s de genre en santĆ©.

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Ā«ā€ŠChemins vers le pancrĆ©as artificielā€ŠĀ»

Lors de la «Top Innovation Session», qui a fait partie du Congrès de printemps 2019 de la SSMIG et qui a été consacrée aux progrès de la technologie médicale dans le traitement du diabète, le Pr Roger Lehmann de Zurich a parlé des «voies vers un
pancréas artificiel».
Que manque-t-il dans le diabĆØte de type 1 ? Dans le pancrĆ©as, il y a 1 million dā€™ā€Šā€ŠĆ®lots pancrĆ©atiques entourĆ©s de tissu pancrĆ©atique exocrine. Le poids total sā€™ā€Šā€Šā€ŠĆ©lĆØve Ć  2 g, le poids total des cellules bĆŖta est quant Ć  lui de 1 g. Ceux-ci sont dĆ©truits avec le diabĆØte ayant une tendance Ć  lā€™ā€Šā€ŠacidocĆ©tose. PathogĆ©nĆ©tiquement, la charge gĆ©nĆ©tique est faible. Cependant, une maladie auto-immune apparaĆ®t par la suite – mĆŖme si lā€™ā€Šā€Šon ne sait pas encore exactement ce qui la dĆ©clenche aujourdā€™ā€Šā€Šhui – ce qui entraĆ®ne la destruction des cellules T de la masse totale des cellules bĆŖta (Fig. 1).
Par consĆ©quent, le diabĆØte de type 1 manque de glucosenseur et dā€™ā€Šā€Šinsuline ainsi que de sĆ©crĆ©tion dā€™ā€Šā€Šinsuline dans la veine portale. Ces facteurs sont nĆ©cessaires pour un contrĆ“le normal de la glycĆ©mie.

Diverses stratĆ©gies sont disponibles pour le traitement moderne du diabĆØte de type 1. En effet, le diabĆØte de type 1 peut ĆŖtre traitĆ© par le remplacement de lā€™ā€Šā€Šinsuline, des capteurs de glucose artificiels, le remplacement des cellules bĆŖta sous forme de greffes dā€™ā€Šā€ŠĆ®lots ou de pancrĆ©as ainsi que par un pancrĆ©as artificiel. Les stratĆ©gies visant Ć  influencer lā€™ā€Šā€Šauto-immunitĆ© ainsi que les thĆ©rapies Ć  base de cellules souches et de gĆØnes sont des objectifs de la recherche future.
La thĆ©rapie moderne de remplacement de lā€™ā€Šā€Šinsuline tente dā€™ā€Šā€Šimiter le schĆ©ma physiologique de sĆ©crĆ©tion de lā€™ā€Šā€Šinsuline, dā€™ā€Šā€Šune part, avec une insuline basale Ć  action prolongĆ©e et, dā€™ā€Šā€Šautre part, avec des analogues de lā€™ā€Šā€Šinsuline Ć  action brĆØve au moment des repas (Fig. 2).

Le plus grand problĆØme dans le traitement dā€™ā€Šā€Šun diabĆ©tique par lā€™ā€Šā€Šinsuline est le risque de dĆ©velopper une hypoglycĆ©mie, dont lā€™ā€Šā€Šincidence atteint environ 50 % avec lā€™ā€Šā€Šaugmentation de la durĆ©e du traitement Ć  lā€™ā€Šā€Šinsuline aprĆØs plus de 15 ans. Lā€™ā€Šā€ŠhypoglycĆ©mie est dangereuse. En effet, elle entraĆ®ne des arythmies cardiaques, des arrĆŖts cardiaques et donc le dĆ©cĆØs du patient. De plus, elle entraĆ®ne des Ć©vĆ©nements vasculaires et le dĆ©cĆØs par des mĆ©canismes inflammatoires ainsi quā€™ā€Šā€Šā€Šun dysfonctionnement endothĆ©lial. Sur la base dā€™ā€Šā€Šun homme de 50 ans atteint de diabĆØte de type 1 sans complications depuis 27 ans, lā€™ā€Šā€Šā€Šorateur dĆ©taille le calcul des besoins en insuline.
Le mĆ©decin traitant doit se demander quelle distribution de lā€™ā€Šā€Šinsuline basale / insuline alimentaire, et quelle quantitĆ© de glucides est recommandĆ©e. Comment mesurer la glycĆ©mie ? Comment appliquer lā€™ā€Šā€Šinsuline ? La rĆ©gulation de lā€™ā€Šā€Šinsuline se dĆ©roule en 3 Ć©tapes. Tout dā€™ā€Šā€Šabord le besoin quotidien en insuline doit ĆŖtre calculĆ©. Dans la plupart des cas, il se situe entre 0,6-0,8 U/ kg et par jour, avec un diabĆØte nouvellement dĆ©couvert 0,5 U. ƀ la pubertĆ©, le besoin est beaucoup plus Ć©levĆ© Ć  1,0-1,4 U en raison de lā€™ā€Šā€Šaugmentation de lā€™ā€Šā€Šhormone de croissance (Fig. 3).

Dans lā€™ā€Šā€Šexemple dā€™ā€Šā€Šā€Šun patient de 50 ans, le besoin quotidien en insuline serait de 56 U. La 2ĆØme Ć©tape est de dĆ©terminer le besoin en lā€™ā€Šā€Šinsuline de base, qui est de 50 % soit 28 unitĆ©s. La 3ĆØme Ć©tape est la dĆ©termination du bolus dā€™ā€Šā€Šinsuline, 28 autres unitĆ©s soit environ 9 unitĆ©s par repas. A chaque repas, le patient souhaite consommer environ 70 g de glucides. Pour ce faire, le patient doit ĆŖtre en mesure d’estimer correctement la teneur en glucides des diffĆ©rents composants alimentaires. 10 g de glucides augmentent la glycĆ©mie dā€™ā€Šā€Šenviron 2,0 mmol/l. Le sang contient 4 g de glucose. Un bon contrĆ“le glycĆ©mique est impossible sans peser ou estimer correctement les glucides. Dans
lā€™ā€Šā€Šexemple mentionnĆ©, 28 U dā€™ā€Šā€Šinsuline alimentaire sont nĆ©cessaires pour 210 g de glucides. A partir de lĆ , nous pouvons calculer le facteur glucidique : 210ā€Š/ā€Š28 = 7,5 g de glucides par unitĆ© dā€™ā€Šā€Šinsuline. Au dĆ©but dā€™ā€Šā€Šun traitement, nous pouvons prĆ©voir 10 g de glucides par unitĆ© dā€™ā€Šā€Šinsuline. Lā€™ā€Šā€Šinsuline corrective abaisse la glycĆ©mie Ć  un niveau normal. Elle est calculĆ©e selon la formule : 100-150ā€Š/ā€Šinsuline totale = 125ā€Š/ā€Š56 = 2,25 mmolā€Š/ā€ŠU, en tenant compte du fait que lā€™ā€Šā€Šinsuline de correction abaisse la glycĆ©mie pendant la journĆ©e de maniĆØre moins intensive que pendant la nuit, de sorte que le patient peut abaisser spĆ©cifiquement la glycĆ©mie de 2 mmol pendant la journĆ©e et de 3-4 mmol la nuit avec une unitĆ© dā€™ā€Šā€Šinsuline.
Avec les pompes Ć  insuline conventionnelles, le besoin physiologique en insuline peut ĆŖtre dĆ©fini individuellement en programmant lā€™ā€Šā€Šadministration horaire dā€™ā€Šā€Šinsuline (insuline Ć  action rapide)
(Fig. 4).

Lā€™ā€Šā€ŠentraĆ®nement Ć  lā€™ā€Šā€Šutilisation correcte de la thĆ©rapie par pompe classique comprend des instructions sur le dĆ©bit de base : le facteur glucidique, le facteur de correction, le taux de glycĆ©mie cible, la durĆ©e dā€™ā€Šā€Šinsuline et les ajustements nĆ©cessaires en cas de sport ou de maladie. Pour les pompes supportĆ©es par un capteur de glucose, les fonctions basales (pompe Ć  insuline de base : dĆ©bit basal, bolus, bolus de correction), les fonctions postprandiales du glucose (bolus expert avec facteur glucidique et facteur de correction) et les fonctions avancĆ©es avec surveillance glycĆ©mique continue peuvent ĆŖtre utilisĆ©es en plus des fonctions de base (pompe Ć  insuline de base : dĆ©bit basal, bolus, bolus de correction).
Quā€™ā€Šā€Šest-ce quā€™ā€Šā€Šun pancrĆ©as artificiel ? Il se compose dā€™ā€Šā€Šune pompe Ć  insuline, dā€™ā€Šā€Šun capteur de glucose et dā€™ā€Šā€Šun ordinateur. Pour la mesure continue du glucose, un cathĆ©ter mĆ©tallique fin est insĆ©rĆ© dans le tissu sous-cutanĆ©. La mesure a lieu dans le tissu interstitiel. Il en rĆ©sulte un certain retard par rapport Ć  une mesure effectuĆ©e directement dans le vaisseau sanguin. Aujourdā€™ā€Šā€Šhui, il existe des systĆØmes qui mesurent la glycĆ©mie pĆ©riode par pĆ©riode ou en continu. Les systĆØmes plus rĆ©cents peuvent ĆŖtre couplĆ©s Ć  une pompe, devant ĆŖtre obligatoirement calibrĆ©s. En outre, il existe des systĆØmes implantables qui nā€™ā€Šā€Šont pas encore fait leurs preuves. Les pompes modernes assistĆ©es par capteur avec dĆ©sactivation prĆ©dictive de lā€™ā€Šā€ŠhypoglycĆ©mie permettent dā€™ā€Šā€ŠĆ©viter largement
lā€™ā€Šā€ŠhypoglycĆ©mie (Fig. 5).

Les pompes semi-automatiques les plus rĆ©centes, approuvĆ©es pour les patients atteints de diabĆØte de type 1 Ć¢gĆ©s de plus de 14 ans, ne nĆ©cessitent pas de dĆ©bit de base dĆ©fini. Le capteur de glucose mesure et lā€™ā€Šā€Šordinateur calcule la quantitĆ© dā€™ā€Šā€Šinsuline nĆ©cessaire pour maintenir un taux de glycĆ©mie normal. Avec ce systĆØme, il est possible dā€™ā€Šā€Šatteindre lā€™ā€Šā€Šobjectif de 3,9-10 mmolā€Š/ā€Šl dans 3/4 de cas contre 2ā€Š/ā€Š3 avec les anciens systĆØmes de pompage. Lā€™ā€Šā€ŠhypoglycĆ©mie a Ć©tĆ© rĆ©duite de 1,0ā€Šā€Š% Ć  0,6ā€Šā€Š%. Chez 75ā€Šā€Š% de tous les patients traitĆ©s, lā€™ā€Šā€ŠHbA1c sā€™ā€Šā€Šest amĆ©liorĆ©e, de sorte que plus de la moitiĆ©
dā€™ā€Šā€Šentre eux avaient une HbA1c infĆ©rieure Ć  7ā€Šā€Š%, contre environ un tiers avec les anciens systĆØmes. La manipulation de ces nouvelles pompes semi-automatiques est fondamentalement plus facile. Cependant, la connaissance des facteurs glucidiques est cruciale. Sous la devise Ā«Pas de contrĆ“le de la glycĆ©mie sans connaĆ®tre la quantitĆ© de glucidesĀ», le patient doit pouvoir mesurer avec prĆ©cision la teneur en glucides de ses repas. Il est donc essentiel de connaĆ®tre la teneur en glucides de chaque aliment. Muesli, farine et flocons dā€™ā€Šā€Šavoine se composent de 2/3 glucides, pain 1/2, riz et pĆ¢tes cuites 1/4, pommes de terre 1/7, fruits 1/10, lait, yaourt 1/20, lĆ©gumes, viande, graisse 0. Des projets comme GoCarb sont actuellement en dĆ©veloppement. Ils permettraient une reconnaissance automatique des glucides, par exemple avec la photographie des aliments sous 2 angles, puis la segmentation, la reconnaissance des aliments et la reconstruction 3D du volume avec calcul de la quantitĆ© de glucides (Fig. 6).

Etant donnĆ© que la libĆ©ration totale dā€™ā€Šā€Šinsuline dĆ©pend de la dĆ©termination correcte de la glycĆ©mie, le capteur doit Ć©galement ĆŖtre calibrĆ© 2 ou 3 fois. Pour finir, lā€™ā€Šā€Šorateur souligne les points suivants : la technologie peut toujours Ć©chouer, cā€™ā€Šā€Šest pourquoi une formation dĆ©taillĆ©e est nĆ©cessaire pour ĆŖtre en mesure dā€™ā€Šā€Šā€Šagir correctement en cas dā€™ā€Šā€Šurgence. De nos jours, lā€™ā€Šā€Šempathie ainsi que la motivation et
lā€™ā€Šā€Šindividualisation sont de la plus haute importance. Les conditions de base pour le traitement du diabĆØte dans le futur sont, dā€™ā€Šā€Šā€Šune part, lā€™ā€Šā€Šouverture dā€™ā€Šā€Šesprit Ć  la technologie et, dā€™ā€Šā€Šā€Šautre part, la comprĆ©hension.
Dans une perspective dā€™ā€Šā€Šavenir, le professeur Lehmann prĆ©sente la dĆ©couverte rĆ©volutionnaire dā€™ā€Šā€Šune sous-population de lymphocytes chez des patients atteints de diabĆØte de type 1, qui prĆ©sentent Ć  la fois des rĆ©cepteurs des lymphocytes B et T. Ces cellules codent pour un peptide qui se lie aux cellules prĆ©sentant lā€™ā€Šā€ŠantigĆØne avec une affinitĆ© 1000 fois plus Ć©levĆ©e que lā€™ā€Šā€Šinsuline. Par consĆ©quence, celles-ci se multiplient et dĆ©truisent les cellules bĆŖta. Si une approche thĆ©rapeutique Ć©tait dĆ©couverte ici, lā€™ā€Šā€Šauto-immunitĆ© pourrait Ć©galement ĆŖtre traitĆ©e.

Prof. Dr. med.Roger Lehmann

UniversitätsSpital Zürich
RƤmistrasse 100
8091 Zurich

Roger.Lehmann@usz.ch