Vitamine, Multivitamine und spezielle Risikosituationen in der Schwangerschaft

Der Bedarf an Mikronährstoffen und Vitaminen, besonders für Eisen, Folsäure, Vitamin D, Jod und Kalzium, steigt in der Schwangerschaft exponentiell im Gegensatz zu der geringen Erhöhung an Kalorien und Makronährstoffen von ca. 10%. Das Gefälle zwischen dem gesteigerten Bedarf und der Verfügbarkeit an entsprechenden Mikronährstoffen für Schwangere in einkommensschwachen Ländern, resp. dem Ernährungsverhalten in einkommensreichen Ländern, ist gross. In beiden Fällen ergibt sich häufig ein Mangel an Nährstoffen.

Pendant la grossesse, les besoins en micro-aliments et vitamines, en particulier fer, acide folique, vitamine D, iode et calcium accroissent de maniĆØre exponentielle, alors que l’augmentation – modeste – des besoins en calories et macro-aliments n’est que de 10 % environ. L’écart entre besoin accru et disponibilitĆ© pour les micro-aliments en question est grand, et ceci dans les pays Ć  bas revenu comme dans ceux
Ơ haut revenu. Dans les deux cas le rƩsultat est souvent une carence en nutriments.

The WHO recommends multivitamin supplementation in those pregnant women who have a high prevalence of nutrient deficiencies to reduce the risk of low birth weight (LBW) and small for gestational age (SGA) (1,2). In countries with adequate nutrition, a lack of vitamins may arise for the following reasons (3):

  • High calorie diet with low vitamin content
  • Obesity with relative vitamin deficiency
  • Inadequate or late adjustment of diet in pregnancy
  • Specific pregnancy disorders such as hyperemesis gravidarum
  • Pregnancy after bariatric surgery
  • Pregnant women with increased needs

Folic acid and vitamin B12

The need for folic acid increases by 50-80% during pregnancy and this increase can only be partially compensated for by increased absorption of folic acid-rich food. Folic acid is responsible for DNA synthesis, cell replication on the one hand and methylation processes on DNA, but also on proteins and other molecules. Folic acid and vitamin B12 are involved in the conversion of homocysteine ​​to methionine.
Folic acid supplementation at 400-600 μg / d – two months pre-conception to 3 months after conception – has shown an 80% reduction in cranial (anencephalus, encephalocele) and caudal neural tube defects (NRD) (spina bifida, myelomeningocele) in randomized trials (RCTs). shown (4). The risk of recurrence can also be reduced by 67% by folic acid supplementation (4-5 mg / d). A reduction in other fissures or other malformations (cardiac, urogenital) could be demonstrated only in some studies. Meta-analyzes and systematic reviews show that folic acid supplementation reduces the risk of autism disease by 33% and can reduce the risk for SGA children (5, 6). Recent work has also shown an association between maternal folate intake and first-trimester embryonic growth (7). The influence of folic acid on DNA methylation and thus also epigenetic modulation of the expression of genes associated with metabolism, growth, and appetite regulation may also explain the influence on diseases that only occur in adults (8). Apart from the risk of malformation, a folic acid deficiency or an increase in homocysteine ​​is associated with vascular endothelial damage such as abortion, vascular diseases, neurological disorders, diabetes and carcinomas outside of pregnancy (9).

FolsƤure liegt in drei verschiedenen Formen vor (10):

  • Synthetisch produzierte FolsƤure wird in über 50 LƤndern (z.B. USA, Kanada) seit 1998 in Lebensmitteln verwendet. Sie wird allein oder in Kombination mit Multivitaminen zur Supplementierung in der Schwangerschaft angeboten. Nach intrazellulƤrer Aufnahme ist eine enzymatisch gesteuerte Umwandlung in das 5 Methyl-Tetrahydrofolat notwendig.
  • FolsƤure liegt in seiner biologischen Form in der Nahrung als 5- Formyl-Tetrahydrofolat vor. Hauptvertreter sind Weizenkeime, Sonnenblumenkerne, Linsen, Tomaten, Orangen und grünes Gemüse.
  • 5 Methyl-Tetrahydrofolat ist die aktive Form der FolsƤure.

20-40% der Kaukasier in den USA, 10-14% aller Spanier und Italiener, aber nur 2% aller Schwarzafrikaner aus Subsahara-Afrika weisen einen Polymorphismus in der Synthese der Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR) auf (11). In der heterozygoten Form führt dies zu einer Aktivitätseinschränkung der normalen Enzymfunktion um 30%, in seiner homozygoten Form um 50-60%. Die synthetisch hergestellte Folsäure benötigt bei der Umwandlung in die aktive Form die MTHFR. Liegt ein Polymorphismus dieses Enzyms vor, ist sowohl die Resorption als auch die Umwandlung der Folsäure reduziert. Eine Metanalyse konnte zeigen, dass die OR für Neuralrohrdefekte mit 1.03 (1.09-1.56) erhöht ist, wenn bei der Mutter ein MTHFR Polymorphismus vorliegt (12).
FolsƤureantagonisten wie Methotrexat oder Trimethoprim reduzieren ebenfalls die intestinale Absorption von FolsƤure via Blockierung der Dihydrofolatreduktase.
Ein Mangel an Vitamin B12 kann wie ein FolsƤuremangel zu einer megaloblastƤren (MCV > 100fl/Zelle) AnƤmie führen. Eine FolsƤuresupplementierung korrigiert die AnƤmie, kann aber zu einer Progression neurologischer Symptome (Neuropathie, ParƤsthesien, Muskelparesen, depressive Verstimmung) führen, die bei einem Vitamin B12 Mangel auftreten kƶnnen. Somit wird der Vitamin B12 Mangel maskiert. Liegt eine makrozytƤre AnƤmie vor, sollte vor FolsƤuresupplementierung der Vitamin B12 Status erhoben werden (13).
Hinweise für ein erhƶhtes Risiko für Mammakarzinom oder kolorektale Karzinome nach FolsƤureeinnahme (bis max. 5mg/d) wƤhrend der Schwangerschaft haben sich in einer 35 Jahre Follow up Studie nicht gezeigt (14).

Vitamin B1 (Thiamin)

Thiamin ist ein wasserlƶsliches Vitamin mit einer kurzen Halbwertzeit von 10-20 Tagen. Die gespeicherte Gesamtmenge an Thiamin betrƤgt 30 mg. Die tƤgliche notwendige Zufuhr betrƤgt 1.4 mg, in der Schwangerschaft steigt der Bedarf nur gering um zusƤtzliche 0.3 mg/Tag. Der Bedarf für den Kohlenhydratstoffwechsel im Gehirn steigt jedoch in der Schwangerschaft um 45%. Vitamin B1 spielt bei der Energiegewinnung aus Glucose eine Rolle. Thiaminmangel führt zu einem eingeschrƤnkten oxydativen und Energiemetabolismus. Unbehandelt kƶnnen irreversible neurologische Stƶrungen auftreten, unter anderem die Wernicke Enzephalopathie (Trias aus Ataxie, Nystagmus, Enzephalopathie).
Ausserhalb der Schwangerschaft zeigt sich ein Thiaminmangel bei schwerem Alkoholismus. In der Schwangerschaft sind zwei klinische Situationen bekannt (16):
1. Hyperemesis
a. Prolongiert mehr als 4 Wochen, Beginn nach 10 SSW
b. Unter totaler parenteraler ErnƤhrung (17)
2. Schwangerschaft nach bariatrischem Eingriff ohne Substitution
Die Prodrome der Wernicke Enzephalopathie sind dieselben wie bei einer Hyperemesis gravidarum und kƶnnen zu einer verzƶgerten Diagnose führen: Inappetenz, Übelkeit und Erbrechen. Dazu kommen aber noch unscharfes Sehen oder Doppelbilder. Im Durchschnitt hatten diese Patientinnen einen Gewichtsverlust von mehr als 12 kg, bevor sie eine Wernicke Enzephalopathie entwickelten. Bei Hyperemesis gravidarum wird von den meisten Fachgesellschaften eine prophylaktische Gabe von 100 mg Thiamin intravenƶs oder intramuskulƤr empfohlen. Bei akuten Zeichen für eine Wernicke Enzephalopathie sollten 3 x 50 mg/d Thiamin appliziert werden, bis zum Verschwinden der Symptome (18-20).

Eisen

Der Bedarf an Eisen verdoppelt sich in der Schwangerschaft und kann nur teilweise durch Steigerung der Resorption aus dem Dünndarm kompensiert werden. Die WHO schƤtzt, dass 45 Mio. Schwangere von einer EisenmangelanƤmie betroffen sind (21). In LƤndern mit niedrigem Einkommen ist fast jede Schwangere betroffen, in den einkommensstarken LƤndern ca. 40%. Eine prƤventive Eisensupplementierung reduziert eine maternale AnƤmie um 70% (22). In der Schweiz existiert ein Screening auf Eisenmangel in der Frühschwangerschaft (Serum Ferritinbestimmung < 30 µg/l bei normalem CRP), um damit eine unnƶtige Eisensupplementierung zu vermeiden bzw. vor Eintreten einer AnƤmie prƤventiv zu behandeln. Es ist bekannt, dass die AnƤmie in AbhƤngigkeit des Schweregrades, einen bedeutenden Risikofaktor in Bezug auf die mütterliche und fetale MorbiditƤt und MortalitƤt darstellt. Hierzu gehƶren auf der fetalen Seite eine erhƶhte Frühgeburtsrate, intrauterine Wachstumsretardierung und verminderte neonatale Eisenspeicher im Falle einer EisenmangelanƤmie der Mutter. Zu den mütterlichen Risiken gehƶren: erhƶhtes Infektionsrisiko, verminderte Blutreserven bei der Geburt und damit ein erhƶhtes Risiko der Fremdblutgabe bei grƶsserem Blutverlust, kardiovaskulƤre Belastung, AnƤmie Symptome, verminderte Milchproduktion im Wochenbett, erhƶhtes Risiko für postpartale Depressionen, verminderte mütterliche Eisenspeicher postpartal und in der Folgezeit (23). Da heutzutage eine Vielzahl der Sectiones geplant ist, bietet die frühe Eisensupplementierung bei Eisenmangel im Sinn eines geburtshilflichen Ā«patient blood managementĀ» eine optimale Mƶglichkeit, eine prƤoperative EisenmangelanƤmie und damit unnƶtige Bluttransfusionen zu vermeiden.

Eisen liegt in verschiedenen Formen vor:

  • Orale MonoprƤparate (DragĆ©e, Kapseln, Tropfen, Sirup):
  • Zweiwertiges Eisen (Fe2 + ): bessere Absorption, mehr Nebenwirkungen
  • Dreiwertiges Eisen (Fe3 + )

Intravenƶse Therapie:

  • Eisen- Carboxymaltose
  • Eisen- Saccharat

Vitamin D

Je früher, desto besser, lautet die Überschrift im The Lancet Diabetes/Endocrinology (25). Diese Aussage bezog sich auf eine Studie, bei der eine Relation zwischen dem Vit. D Spiegel prƤkonzeptionell und der Rate an Lebendgeburten gefunden wurde. Das sogenannte Sonnenscheinvitamin ist dafür bekannt, dass es für den maternalen Kalziumstoffwechsel und damit für den fetalen Knochen und Muskelaufbau verantwortlich ist. Es besitzt darüber hinaus antiproliferative und immunmodulierende Eigenschaften. Nur ein Viertel wird via Nahrung aufgenommen, drei Viertel durch Eigensynthese, abhƤngig von der Sonnenexposition. GemƤss dem Bericht der eidgenƶssischen ErnƤhrungskommission wird eine generelle Supplementierung bei Schwangeren mit 600 IU/d empfohlen, eine Vit. D Bestimmung bei allen Risikogruppen, die ein erhƶhtes Risiko für einen Vit. D Mangel haben (26). Dazu zƤhlen dunkelhƤutige Schwangere, Frauen mit geringer Lichtexposition, erhƶhtem Risiko für PrƤeklampsie, Gestationsdiabetes, Malabsorptionssyndrom, Niereninsuffizienz, Einnahme von Vit. D hemmenden Medikamenten oder Mehrlingsschwangerschaften. Als Vit. D Mangel wird ein 25-Hydroxyvitamin D Wert unter 50 nmol/l, ein ausgeprƤgter Mangel unter 25 nmol/l bezeichnet. Der Tagesbedarf inklusive Supplementierung und Nahrungsmittel sollte bei 1000-2000 IU/d liegen.

Vitaminsupplementierung bei Schwangeren nach bariatrischen Eingriffen

Die Anzahl bariatrischer Eingriffe hat sich innerhalb von 7 Jahren in den USA verzehnfacht und betrifft in 80% Frauen, in der Hälfte Frauen im reproduktiven Alter. Schwangerschaften mit erfolgreicher Gewichtsabnahme nach bariatrischen Eingriffen haben weniger Schwangerschaftskomplikationen, seltener eine Präeklampsie oder Gestationsdiabetes (27). Wenn chirurgische malabsorptive Massnahmen (Magenbypass, Biliopankreatische Diversion) bei den bariatrischen Eingriffen angewendet werden, beeinflussen sie die Resorption von Makro- und Mikronutrients. Die Ausschaltung von Teilen des Dünndarms mit verdauungsfördernden Enzymen reduziert die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine (D, B1 und B12) sowie bedeutsamer Spurenelemente (Eisen, Zink, Magnesium und Kalzium). Die wichtigsten Vitamine bzw. Mineralstoffe, die in der Schwangerschaftskontrolle kontrolliert und trotz empfohlener Einnahme eines Multivitamins eventuell substituiert werden müssen, sind nachfolgend aufgeführt: (28, 29)
Eisen: das Risiko für EisenmangelanƤmien ist erhƶht. Sowohl prƤkonzeptionell als auch in jedem Trimenon sollten Serum Ferritinwerte kontrolliert werden. Der Bedarf liegt zwischen 100-200 mg/d.
Vitamin B1: 12-15 mg/d oder entsprechendes Multivitamin, entsprechende Erhƶhung auf 200-300 mg/ bei prolongiertem Erbrechen.
Vitamin B12: Der Vitamin B12 Spiegel sollte alle 3 Monate wƤhrend der Schwangerschaft kontrolliert werden. Eine Vit. B 12 Therapie ist sowohl mit einer 4-12 wƶchentlichen i.m. Injektionen von 1000 µg als auch mit einer sublingualen Applikation von 350 µg/d oder oralen tƤglichen Gabe von 1000 µg mƶglich.
Vitamin D3 und Kalzium: Bei Adipositas ist der Vit. D 3 Spiegel in bis zu 74% prƤoperativ erniedrigt, auf Grund des tiefen Vit. D3 und Kalziumspiegels kommt es oft zu einem sekundƤren Hyperparathyreoidismus mit Anstieg des Parathormons. Für eine normale fetale Knochenmineralisation ist nach bariatrischen Eingriffen eine Vit. D 3 Supplementation von 800-1000 IE Vit. D3/d und eine Kalziumsupplementierung zwischen 1000-2000 mg Kalziumzitrat/d mit Verlaufskontrollen notwendig.
FolsƤure: Die Standardeinnahme von 400 µg/d FolsƤure gilt auch nach bariatrischen Eingriffen, eine hƶhere Dosierung ist nur bei erniedrigtem Folatspiegel zu empfehlen. PrƤkonzeptionell werden bis zu 5mg/d bis zur 12. SSW empfohlen.
Vitamin A: Eine zusƤtzliche Substitution ist nicht erforderlich. Keine Retinol basierten Vit. A PrƤparate, Beta Carotin mƶglich.
Vitamin E und Vitamin K: RegelmƤssige Vitaminkontrollen werden empfohlen.
Zink: 15 µg /d werden zusƤtzlich empfohlen oder entsprechendes Multivitamin, Ratio 8-15 mg Zink zu 1mg Kupfer
Selen: im Mutlivitamin
Kupfer: im Multivitamin
Protein: eine Proteinzufuhr von 60 mg wird empfohlen.

Prof. Dr. med. Irène Hösli

Basel

Die Autorin deklariert keine Interessenskonflikte im Zuammenhang mit diesem Artikel.

  • Sowohl in einkommensarmen als auch einkommensstarken LƤndern besteht ein Defizit an MikronƤhrstoffen, insbesondere an Eisen,
    FolsƤure und Vitamin D.
  • FolsƤure liegt in verschiedenen Formen vor, bei einer makrozytƤren AnƤmie muss ein zusƤtzlicher Vitamin B12 Mangel ausgeschlossen werden.
  • Die Zunahme an bariatrischen Eingriffen benƶtigt in der Schwangerschaft zusƤtzliche Supplementierung und Verlaufskontrollen von MikronƤhrstoffen.
  • Auch bei der Hyperemesis gravidarum ist speziell eine Thiamin-substitution zu bedenken, um irreversible neurologische SchƤden zu verhindern.

Messages Ć  retenir

  • Dans les pays Ć  bas revenu comme dans ceux Ć  haut revenu, on observe un dĆ©ficit en micro-aliments, notamment pour le fer, lā€™ā€Šacide folique et la vitamine D.
  • Lā€™ā€Šacide folique est disponible sous 3 formes. En cas d’anĆ©mie macrocytaire, il faut exclure un manque concomitant de vitamine B12.
  • L’augmentation du nombre de grossesses aprĆØs chirurgie bariatrique nĆ©cessite pour les micro-aliments des substitutions et des contrĆ“les
    de suivi supplƩmentaires.
  • En cas de vomissements gravidiques incoercibles, il faut penser en particulier Ć  la substitution de la thiamine afin d’éviter des dommages neurologiques irrĆ©versibles.

1. Moos, M.K., et al., Healthier women, healthier reproductive outcomes: recommendations for the routine care of all women of reproductive age. Am J Obstet Gynecol, 2008. 199(6 Suppl 2): p. S280-9.
2. Haider, B.A. and Z.A. Bhutta, Multiple-micronutrient supplementation for women during pregnancy. Cochrane Database Syst Rev, 2017. 4: p. CD004905.
3. Parisi, F., et al., Micronutrient supplementation in pregnancy: Who, what and how much? Obstet Med, 2019. 12(1): p. 5-13.
4. De-Regil, L.M., et al., Effects and safety of periconceptional oral folate supplementation for preventing birth defects. Cochrane Database Syst Rev, 2015(12): p. CD007950.
5. Wang, M., et al., The association between maternal use of folic acid supplements during pregnancy and risk of autism spectrum disorders in children: a meta-analysis. Mol Autism, 2017. 8: p. 51.
6. Hodgetts, V.A., et al., Effectiveness of folic acid supplementation in pregnancy on reducing the risk of small-for-gestational age neonates: a population study, systematic review and meta-analysis. BJOG, 2015. 122(4): p. 478-90.
7. van Uitert, E.M., et al., Human embryonic growth trajectories and associations with fetal growth and birthweight. Hum Reprod, 2013. 28(7): p. 1753-61.
8. Pauwels, S., et al., Maternal intake of methyl-group donors affects DNA methylation of metabolic genes in infants. Clin Epigenetics, 2017. 9: p. 16.
9. Liew, S.C. and E.D. Gupta, Methylenetetrahydrofolate reductase (MTHFR) C677T polymorphism: epidemiology, metabolism and the associated diseases. Eur J Med Genet, 2015. 58(1): p. 1-10.
10. Obeid, R., W. Holzgreve, and K. Pietrzik, Is 5-methyltetrahydrofolate an alternative to folic acid for the prevention of neural tube defects? J Perinat Med, 2013. 41(5): p. 469- 83.
11. Binia, A., et al., Geographical and ethnic distribution of single nucleotide polymorphisms within genes of the folate/homocysteine pathway metabolism. Genes Nutr, 2014. 9(5): p. 421.
12. Yan, L., et al., Association of the maternal MTHFR C677T polymorphism with susceptibility to neural tube defects in offsprings: evidence from 25 case-control studies. PLoS One, 2012. 7(10): p. e41689.
13. Reynolds, E., Vitamin B12, folic acid, and the nervous system. Lancet Neurol, 2006. 5(11): p. 949-60.
14. Charles, D., et al., Taking folate in pregnancy and risk of maternal breast cancer.BMJ, 2004. 329(7479): p. 1375-6.
15. Pietrzik, K., L. Bailey, and B. Shane, Folic acid and L-5-methyltetrahydrofolate: comparison of clinical pharmacokinetics and pharmacodynamics. Clin Pharmacokinet, 2010. 49(8): p. 535-48.
16. Frank, L.L., Thiamin in Clinical Practice. JPEN J Parenter Enteral Nutr, 2015. 39(5): p. 503-20.
17. Giugale, L.E., O.M. Young, and D.C. Streitman, Iatrogenic Wernicke encephalopathy in a patient with severe hyperemesis gravidarum. Obstet Gynecol, 2015. 125(5): p. 1150-2.
18. Oudman, E., et al., Wernicke’s encephalopathy in hyperemesis gravidarum: A systematic review. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol, 2019. 236: p. 84-93.
19. Nagarajan, E., C. Rupareliya, and P.C. Bollu, Wernicke’s Encephalopathy as a Rare Complication of Hyperemesis Gravidarum: A Case Report and Review of Literature. Cureus, 2018. 10(5): p. e2597.
20. Sechi, G. and A. Serra, Wernicke’s encephalopathy: new clinical settings and recent advances in diagnosis and management. Lancet Neurol, 2007. 6(5): p. 442-55.
21. McLean, E., et al., Worldwide prevalence of anaemia, WHO Vitamin and Mineral Nutrition Information System, 1993-2005. Public Health Nutr, 2009. 12(4): p. 444-54.
22. Cantor, A.G., et al., Routine iron supplementation and screening for iron deficiency anemia in pregnancy: a systematic review for the U.S. Preventive Services Task Force. Ann Intern Med, 2015. 162(8): p. 566-76.
23. C. Breymann, C.H., I. Hƶsli, D. Surbek, Diagnostik und Therapie der EisenmangelanƤmie in der Schwangerschaft und postpartal. Expertenbrief No 48 SGGG, 2017.
24. A, T., Eisenmangel und Eisentherapie. Der informierte Arzt, 2013. 10.
25. Hewison, M., The earlier the better: preconception vitamin D and protection against pregnancy loss. Lancet Diabetes Endocrinol, 2018. 6(9): p. 680-681.
26. Nutrition, F.C.f., Vitamin D deficiency: Evidence, safety, and recommendations for the Swiss Population. Expert report of the FCN. Federal Office for Public Health. 2012.
27. ACOG practice bulletin no. 105: bariatric surgery and pregnancy. Obstet Gynecol, 2009. 113 (6): p. 1405-13.
28. Slater, C., et al., Nutrition in Pregnancy Following Bariatric Surgery. Nutrients, 2017. 9 (12).
29. O’Kane, M., et al., Guidelines for the follow-up of patients undergoing bariatric surgery. Clin Obes, 2016. 6 (3): p. 210-24.

PARP-Inhibitoren auf dem Vormarsch

Die PARP-Inhibitoren sind auf einem raschen Vormarsch bei all den Malignomen, bei denen die DNA-Reparatur genetisch gestört ist. Das seröse, wenig differenzierte Ovarialkarzinom hat genau diese Voraussetzungen vorab bei den BRCA-mutierten Patientinnen, aber nicht nur. Die Erhaltungstherapie nach einer erfolgreichen platinhaltigen Ersttherapie ist nun für Lynparza® (Olaparib) mit einer sehr eindrücklichen Reduktion des Rezidivrisikos von 70% nach 41 Monaten Follow-up dokumentiert und weist den Weg zu einer wertvollen Prognoseverbesserung, wie wir sie bisher nicht kannten. Patientinnen mit einem FIGO III und IV serösen high grade-Karzinom des Ovars haben bis anhin eine sehr unbefriedigende Prognose und die 5-Jahres Überlebensrate ist nur ca. 20% für FIGO III bez. 5% für FIGO IV.

Les inhibiteurs PARP progressent rapidement dans toutes les tumeurs malignes où la rĆ©paration de l’ADN est gĆ©nĆ©tiquement perturbĆ©e. Le carcinome de l’ovaire grave et indiffĆ©renciĆ© montre exactement ces conditions prĆ©alables chez les patientes mutĆ©es par le gĆØne BRCA, mais pas seulement. Le traitement d’entretien de LynparzaĀ® (Olaparib) aprĆØs une premiĆØre thĆ©rapie Ć  base de platine est maintenant documentĆ© avec une rĆ©duction trĆØs impressionnante du risque de rĆ©cidive de 70% aprĆØs 41 mois de suivi et ouvre la voie Ć  une amĆ©lioration prĆ©cieuse du pronostic, que nous ne savions pas encore. Les patientes atteintes d’un carcinome sĆ©reux de haut grade de l’ovaire de FIGO III et IV ont un pronostic trĆØs insatisfaisant et le taux de survie Ć  5 ans est seulement d’environ 20% pour FIGO III et 5% pour FIGO IV.

A therapeutic benefit of 2 years or more of prolonged progression-free survival is an exceptionally significant achievement of high potential clinical benefit for any advanced tumor disease. This in particular, if this therapy is to no avail to this extent, has an acceptable tolerability and thus can also expect a high acceptance in the patients. This is highly true for PARP inhibitor maintenance therapy in patients with advanced, platinum-sensitive, relapsed, high-grade serous ovarian cancer following platinum-based chemotherapy in the presence of a complete or partial response. Recent data show that not only BRCA mutant serous high-grade forms of ovarian, Tube and endometrial carcinoma patients benefit from this. The SOLO1 study on maintenance therapy with LynparzaĀ® (olaparib) presented in ESMO in BRCA-mutated patients with FIGO III and IV high grade serous ovarian, tubal and endometrial carcinomas shows the way here. Previously, for patients with advanced serous high-grade ovarian tube or endometrial carcinoma, follow-up to primary therapy with carboplatin and paclitaxel without Avastin and subsequent monotherapy with Avastin (15 mg / kg body weight once every 3 weeks) was an option rather modest therapeutic benefit of a few months,

PARP inhibitors

Today, there are already three PARP inhibitors on the US market (olaparib, niraparib and rucaparib). At least two more, talazoparib and veliparib, are in the clinical pipeline with positive results so far and should soon target the remaining indication gaps (2).
LynparzaĀ® (olaparib), the first approved PARP inhibitor, is a potent inhibitor of human poly (ADP-ribose) polymerases (PARP-1, PARP-2 and PARP-3) and inhibits as monotherapy or in combination with chemotherapy the growth of various tumor cell lines in vitro and tumor growth in vivo. PARP enzymes are needed for the efficient repair of single strand breaks in DNA. In normal cells, these DNA double strand breaks are repaired via homologous recombination repair, which requires, inter alia, functional BRCA1 and BRCA2 proteins. If the HRR is defective, eg by pathogenic mutations in BRCA1 / 2 or other genes in the HRR signaling pathway, this is called HRD (Homologous recombination deficiency). Thus, DNA double strand breaks can no longer be repaired via HRR and the cells die (3).

SOLO1-Studie mit LynparzaĀ® (Olaparib) als Erstlinien-Erhaltungstherapie

Diese wegweisende, internationale, auf mehreren Kontinenten durchgeführte grosse Studie wurde erstmals am ESMO 2018 prƤsentiert und die Publikation erfolgte bereits Ende 2018 im NEJM, obwohl die mediane Beobachtungsdauer mit 41 Monaten noch zu kurz war, um definitive Überlebensdaten zu dokumentieren (1). Es wurden in dieser randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Phase 3 SOLO1-Studie total 1084 Patientinnen gescreent und schliesslich 391 BRCA-mutierte Frauen mit Stadium FIGO III und IV, Ovarial-, Tuben- oder Endometriumkarzinom mit einer partiellen oder kompletten Remission nach einer platinhaltigen PrimƤrtherapie in einer 2:1 Randomisierung mit oral LynparzaĀ® (n: 260) oder Placebo (n:131) wƤhrend 2 Jahren behandelt. LynparzaĀ® war nicht Teil der kombinierten PrimƤrtherapie. Die Dosis betrug 300mg LynparzaĀ® 2 x tƤglich für 2 Jahre. Zu beachten ist, das LynparzaĀ® mindestens eine Stunde nach einer Mahlzeit eingenommen werden muss und danach sollte die Patientin mƶglichst 2 Stunden lang nichts essen. Der Nachweis der BRCA-Mutation erfolgte entweder durch eine zentral oder lokal durchgeführte Keimbahnuntersuchung anhand einer Blutprobe oder mittels Untersuchung einer Tumorgewebeprobe in einem lokalen Test. Der BRCA-Status aller Patientinnen wurde soweit mƶglich mithilfe des Myriad Integrated BRACAnalysisĀ® Tests, des Myriad BRACAnalysis CDxĀ® oder des FoundationOne CDxTM Clinical Trial Assay der Foundation Medicine überprüft.
Der primƤre Endpunkt war das vom Untersucher dokumentierte PFS gemessen ab Randomisierung. Die sekundƤren Endpunkte umfassten das PFS2 (Zeit ab Randomisierung bis zur 2. Progression), die LebensqualitƤt und das Gesamtüberleben. Die mediane Beobachtungszeit betrug 41 Monate. Beobachtet wurden die bereits bekannten bisher beobachteten Nebenwirkungen (≄ 10%) wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Dyspepsie, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Dysgeusie, verminderter Appetit, Schwindel. Die hƤufigsten Grade ≄ 3 Nebenwirkungen waren AnƤmie (22%) und Neutropenie (8%). Eine AML wurde bei 3 in der Verumgruppe und bei keiner Patientin der Placebogruppe dokumentiert. Langzeitresultate sind nun notwendig, um diese Beobachtung einordnen zu kƶnnen. Die erhobenen LebensqualitƤtsdaten zeigten keinen Unterschied in den beiden Behandlungsarmen.
In SOLO1 zeigte sich für Olaparib mit einer Hazard Ratio (HR) von 0,30 eine klinisch relevante und statistisch signifikante Verbesserung des vom Investigator beurteilten PFS gegenüber Placebo (95%-KI 0,23 – 0,41; p< 0,0001; median nicht erreicht für Olaparib versus 13,8 Monate für Placebo). Basierend auf der Kaplan-Meier-Berechnung betrug der Anteil der Patientinnen, die nach 12, 24 und 36 Monaten progressionsfrei waren, 88%, 74% bzw. 60% für Olaparib versus 51%, 35% bzw. 27% für Placebo.
Auch wurde eine klinisch bedeutende und statistisch signifikante Verbesserung des PFS2 mit einer HR von 0,50 (95%-KI 0,35–0,72; p = 0,0002; Median nicht erreicht für LynparzaĀ® versus 41,9 Monate für Placebo) beobachtet, was darauf hinweist, dass der beobachtete Vorteil der Erhaltungstherapie mit LynparzaĀ® auch bei der nachfolgenden Therapie anhielt.
Zum Zeitpunkt der PFS-Analyse waren die Interimsdaten zum OS mit Ereignissen bei 82/391 (21%) Patientinnen noch unreif (HR 0,95; 95%-KI 0,60–1,53; Median OS nicht erreicht). Bei den mit LynparzaĀ® behandelten Patientinnen wurde eine klinisch bedeutende und statistisch signifikante Verbesserung der TFST (time to first subsequent therapy or death) verzeichnet (HR 0,30; 95%- 0.30; 95% CI: 0.23 zu 0.41; P< 0.001). Im Dendrogramm zeigt sich zudem eindrücklich, dass auch in der Subgruppenanalyse alle bezüglich PFS deutlich profitiert haben:
In der Zwischenzeit wissen wir aber, dass auch Patientinnen ohne BRCA-Mutation von den PARP-Inhibitoren profitieren. Die Firmen AstraZeneca und MSD führen derzeit weitere Studien beim Ovarialkarzinom durch, einschliesslich der laufenden Phase-III-Studie PAOLA-1. Diese Studie untersucht die Erhaltungstherapie von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab vs. Bevacizumab mit Placebo nach einer primär Platin-basierten Chemotherapie bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, unabhängig von ihrem BRCA-Status. Erste Ergebnisse sollten im zweiten Halbjahr 2019 erwartet werden.

ZejulaĀ® (Niraparib) ohne BRCA-Mutation zugelassen nach Vorbehandlung

Neben Lyparza mit der bereits vorliegenden, von Swissmedic zugelassenen Indikation (4).
Zur Erhaltungstherapie (Monotherapie) bei Patientinnen mit fortgeschrittenem, rezidivierten Ovarialkarzinom mit BRCA Mutation im Anschluss an eine platinhaltige Chemotherapie bei Vorliegen einer kompletten oder partiellen Remission.
ist in der Schweiz bei Patientinnen bei platinsensitivem, vorbehandelten Ovarialkarzinom ZejulaĀ® (Niraparib) als Erhaltungstherapie ebenfalls wie folgt zugelassen:
Zejula® (Niraparib) ist indiziert für die Erhaltungstherapie erwachsener Patientinnen mit einem Platin-sensitiven, rezidivierenden primären epithelialen serösen high-grade (hochgradig entdifferenzierten) Ovarial-, Tuben- oder Peritonealkarzinom. Die Patientin muss vollständig oder teilweise auf eine Platin-basierte Chemotherapie angesprochen haben.

Anwendung

Die Behandlung mit Zejula® muss durch einen in der Anwendung antineoplastischer Medikamente erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Die Anfangsdosis von ZejulaĀ® betrƤgt zwei Kapseln zu 100 mg einmal tƤglich, entsprechend einer tƤglichen Gesamtdosis von 200 mg. Die BRCA-Mutation ist hier also keine Voraussetzung! Die noch laufende randomisierte, Placebo-kontrol-lierte, doppelblinde Phase-III-Studie ENGOT-OV26/PRIMA untersucht die Erhaltungstherapie mit ZejulaĀ® (Niraparib) nun in der Erstlinientherapie, nƤmlich bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO-Stadium III oder IV), die auf die Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie mit einer partiellen oder kompletten Remission angesprochen haben. Sie erhalten, analog der SOLO1-Studie mit LynparzaĀ® in einer 2:1 Randomisierung tƤglich 300 mg Niraparib als Dauertherapie in 28-tƤgigen Zyklen oder Placebo. Alle Patientinnen werden auf eine Homologe Rekombinationsdefizienz (HRD) des Tumors getestet. PrimƤrer Endpunkt ist das PFS bei HRD-positiven Patientinnen.

Zusammenfassend

haben wir nun sowohl in der Erstlinien- wie auch in der Folgetherapie bei platinsensitiven Patientinnen mit Rezidiv bei einem high-grade Ovarial-Tuben- oder Endometriumkarzinom eine wichtige Behandlungsoption mehr mit einer Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor, welche das Potential hat, die Prognose dieser Patientinnen in einem bedeutsamen Ausmass zu verbessern. Kombinationen mit neueren Angiogeneseinhibitoren wie Cediranib oder der Einsatz von Checkpointinhibitoren in dieser Situation sind weitere spannende Herausforderungen.

Prof. em. Dr. med.Thomas Cerny

Rosengartenstrasse 1d
9000 St. Gallen

thomas.cerny@kssg.ch

Der Autor hat keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Beitrag deklariert.

  • PARP-Inhibitoren sind als Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit serƶsem high-grade Karzinom des Ovars, der Tuben und des Endometriums eindrücklich wirksam.
  • Die Wirksamkeit ist sowohl in der Ersttherapie wie bei platinsensitivem Rezidiv eindrücklich.
  • Die Wirksamkeit beschrƤnkt sich nicht nur auf BRCA-mutierte Patientinnen, sondern auf alle Patientinnen mit highgrade-serƶsem, gynƤkologischen Karzinom.
  • Seit der Entdeckung der Platine und Taxane ist dies die wichtigste therapeutische Errungenschaft für diese Patientinnen.

Messages Ć  retenir

  • Les inhibiteurs PARP sont d’ une efficacitĆ© impressionnante comme
    traitement d’entretien chez les patientes atteintes d’ un carcinome sĆ©reux de haut grade de l’ovaire, des trompes et de l’ endomĆØtre.
  • L’ efficacitĆ© est impressionnante aussi bien dans le traitement de
    premiĆØre intention que dans les rechutes sensibles au platine
  • L’ efficacitĆ© ne se limite pas aux patientes ayant subi une mutation du gĆØne BRCA, mais Ć  toutes les patientes atteintes d’un carcinome
    gynƩcologique sƩreux de haut grade.
  • Depuis la dĆ©couverte du platine et des taxanes, il s’ agit de l’ accomplissement thĆ©rapeutique le plus important pour ces patients.

1. Moore K, et al. Maintenance Olaparib in Patients with Newly Diagnosed Advanced Ovarian Cancer. NEJM 2018
2. Mirza MR et al, Recent clinical evidence and further development of PARP inhibitors in ovarian cancer. Ann Oncol 2018
3rd Spriggs DR and Longo DL. PARP Inhibitors in Ovarian Cancer Treatment. Editorial. NEJM 2016
4. Mirza MR et al. Niraparib maintenance therapy in platinum-sensitive, recurrent ovarian cancer. NEYM 2016

Infections sexuellement transmissibles en grossesse

Les infections sexuellement transmissibles (IST) reprĆ©sentent actuellement un problĆØme de santĆ© majeur au niveau mondial. Touchant la population fĆ©minine en Ć¢ge de procrĆ©er la plus touchĆ©e, les IST ont un impact direct sur la santĆ© reproductive, pouvant causer des complications en cours de grossesse chez la mĆØre et le fœtus ainsi que le nouveau-nĆ©. La prise en charge est souvent multidisciplinaire, mais cā€™ā€Šest au gynĆ©cologue-obstĆ©tricien de savoir dĆ©pister, suivre, reconnaitre les signes dā€™ā€Šatteinte fœtale et maternelle et gĆ©rer lā€™ā€Šaccouchement en cas dā€™ā€Šinfection durant la grossesse.

Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) sind derzeit weltweit ein grosses Gesundheitsproblem. Bei der am stärksten betroffenen weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter haben STIs einen direkten Einfluss auf die reproduktive Gesundheit, was während der Schwangerschaft Komplikationen für Mutter und Fötus sowie für das Neugeborene verursachen kann. Das Management ist oft multidisziplinär, aber es liegt am Geburtshelfer, die Anzeichen einer fetalen und mütterlichen Ansteckung festzustellen, zu überwachen, zu erkennen und im Falle einer Infektion während der Schwangerschaft ein entsprechendes Geburtsmanagement zu gewährleisten.

Chlamydia trachomatis

PremiĆØre IST notifiĆ©e par frĆ©quence en cours de grossesse, lā€™ā€Šinfection Ć  Chlamydia est en augmentation, notamment chez les jeunes femmes entre 15 et 24 ans (11ā€Š000 nouveaux cas en Suisse en 2017) (1). Durant la grossesse lā€™ā€Šinfection est souvent asymptomatique et de dĆ©couverte fortuite. Des Ć©tudes ont trouvĆ© une association avec un risque accru de fausse couche prĆ©coce (2, 3, 4), dā€™ā€Šā€Šaccouchement prĆ©maturĆ©, de retard de croissance intra-utĆ©rin (RCIU) et de mort in utĆ©ro (MIU) notamment dans les pays en voie de dĆ©veloppement (5, 6, 7, 8). Le risque de transmission verticale Ć  lā€™ā€Šaccouchement est estimĆ© Ć  < 2 % (9; 10). Les manifestations cliniques chez le nouveau-nĆ© sont la conjonctivite (50 %) Ć  5-14 jours de vie et les atteintes respiratoires (5-15 %) Ć  3-7 semaines de vie. Lā€™ā€ŠendomĆ©trite du post-partum est rare. Un dĆ©pistage en dĆ©but de grossesse sā€™ā€Šimpose pour toute femme de moins de 25 ans, ayant des partenaires multiples et / ou antĆ©cĆ©dents dā€™ā€ŠIST. Il est rĆ©alisĆ© par PCR sur frottis cervical ou vaginal selon les recommandations suisses (11, 12). Le traitement de premier choix pendant la grossesse est une dose unique de Azythromicine 1g PO avec un frottis de contrĆ“le Ć  6 semaines (13). Le traitement en dose unique doit ĆŖtre Ć©galement proposĆ© au(x) partenaire(s) sans nĆ©cessitĆ© de dĆ©pistage.

Herpes simplex (HSV)

La sĆ©ropositivitĆ© de HSV (types 1 et 2 confondus) chez les femmes enceintes est dā€™ā€Šenviron 70-80 % (14); lā€™ā€Šinfection par HSV2 reste la plus frĆ©quente au niveau gĆ©nital. La grossesse ne modifie pas la symptomatologie. Durant la grossesse le risque de primo-infection gĆ©nitale est de 1-5 % (20 % si partenaire sĆ©ropositif) et favorisĆ© par la co-infection avec une autre IST (15). Une transmission in utĆ©ro est possible, mais trĆØs rare, pouvant causer des lĆ©sions graves (microcĆ©phalie, lĆ©sions oculaires) et MIU; un suivi Ć©chographique spĆ©cialisĆ© nā€™ā€Šest pas indiquĆ©. La transmission Ć  lā€™ā€Šaccouchement est plus frĆ©quente (1/10 000 naissances vivantes aux USA). Le risque est environ de 60 % en cas de primo-infection proche de lā€™ā€Šaccouchement (moins de 6 semaines) mais chute Ć  < 3 % en cas de rĆ©currence (notamment en cas de HSV1). Les symptĆ“mes nĆ©onataux sous forme soit dissĆ©minĆ©e, cĆ©rĆ©brale ou SEM (skin-eyes-mouth disease) se manifestent jusquā€™ā€ŠĆ  4-6 semaines aprĆØs lā€™ā€Šaccouchement avec un taux de mortalitĆ© confondu de 35 % (16). Le dĆ©pistage systĆ©matique nā€™ā€Ša pas montrĆ© de bĆ©nĆ©fices, cependant la recherche anamnestique doit ĆŖtre systĆ©matique. Il est recommandĆ© de rĆ©aliser une cĆ©sarienne si la primo-infection a eu lieu Ć  lā€™ā€Šaccouchement et jusquā€™ā€ŠĆ  6 semaines avant, dans un dĆ©lais idĆ©al < 4h de la rupture des membranes (RM). En cas de rĆ©currence au niveau vulvaire Ć  lā€™ā€Šaccouchement, certains pays (UK) permettent un accouchement par voie basse (AVB) aprĆØs discussion avec la patiente. En cas de lĆ©sions Ć  distance de la vulve un AVB peut ĆŖtre indiquĆ© aprĆØs isolement des lĆ©sions ; une augmentation du risque de transmission par manœuvres invasives en cours de travail (pH scalp, amniotomie, instrumentation) reste controversĆ©e. En cas de rupture prĆ©maturĆ©e des membranes (RPM) < 37 SA et rĆ©currence, une attitude expectative sous traitement antiviral peut ĆŖtre envisagĆ©e (17, 14, 18). Une prophylaxie est Ć  introduire dĆØs 36 SA (32 SA si risque dā€™ā€Šaccouchement prĆ©maturĆ©) en cas de primo-infection au 1er-2ĆØme trimestre et de rĆ©currences frĆ©quentes (19). Le risque de transmission en post-natal est de 10 %, surtout par HSV1 (entourage). Lā€™ā€Šallaitement maternel nā€™ā€Šest pas contre-indiquĆ©.

Syphilis

Selon lā€™ā€ŠOMS la syphilis est encore aujourdā€™ā€Šhui la 1ĆØre cause dā€™ā€Šinfection congĆ©nitale et la 2ĆØme de mortalitĆ© in utĆ©ro (aprĆØs le paludisme) au niveau mondial (20; 21). Dans les pays europĆ©ens en 2017, lā€™ā€Šincidence de la syphilis congĆ©nitale Ć©tait de 1.1/100 000 naissances (22); seulement 2 cas ont Ć©tĆ© dĆ©clarĆ©s en Suisse (1). Le dĆ©pistage durant la grossesse se fait au 1er trimestre (Ć  contrĆ“ler au 3ĆØme si groupe Ć  risque) (23). Le diagnostic se fait par combinaison de tests trĆ©ponĆ©miques (FTA, TPHA, ELISA) pour la dĆ©tection, et non trĆ©ponĆ©miques (RPR, VDRL) pour la datation de lā€™ā€Šinfection et le suivi. En lā€™ā€Šabsence de traitement, la transmission verticale se fait dĆØs 11-16 SA par voie transplacentaire Ć  tout stade de maladie (si syphilis rĆ©cente > 50 %, si syphilis latente prĆ©coce 35 %, si tardive 8 %) et pendant toute la grossesse, avec risque dā€™ā€Šaccouchement prĆ©maturĆ©, MIU (par altĆ©ration de la vascularisation placentaire), RCIU. On recherche une atteinte fœtale par Ć©chographie Ć  partir de 20 SA avec, classiquement, hĆ©patomĆ©galie, anĆ©mie fœtale (augmentation pic systolique ACM, hydrops), placentomĆ©galie, polyhydramnios. Une Ć©chographie normale nā€™ā€Šexclut pas une atteinte fœtale (24). Parmi les nouveau-nĆ©s atteints de syphilis congĆ©nitale, 35 % seront asymptomatiques Ć  la naissance; dans 40 % des cas, en absence de traitement, ils dĆ©velopperont par la suite une hĆ©patomĆ©galie, des altĆ©rations hĆ©matologiques/osseuses/cutanĆ©es et des sĆ©quelles neurologiques/osseuses. Le traitement est 2.4 MU de Benzathine pĆ©nicilline G IM avec nombre de doses variable en fonction de lā€™ā€ŠanciennetĆ© de lā€™ā€Šinfection, Ć  tout moment de la grossesse (23). Le suivi se fait par dĆ©croissance des tests non trĆ©ponĆ©miques et par amĆ©lioration Ć©chographique (25). La rĆ©action dā€™ā€ŠHerxheimer peut engendrer des contractions utĆ©rines, des anomalies du rythme et du RCIU. Le traitement sera donc Ć  donner sous surveillance au 3ĆØme trimestre. Lā€™ā€Šallaitement nā€™ā€Šest pas contre-indiquĆ©.

Neisseriae Gonorrhoeae (NG)

Avec 2800 cas dĆ©clarĆ©s en Suisse en 2017 (soit 4 % plus quā€™ā€Šen 2016), laNG est la deuxiĆØme IST la plus frĆ©quente (1). Lā€™ā€Šincidence de lā€™ā€Šinfection en cours de grossesse est dā€™ā€Šenviron 4.9/100 femmes/annĆ©e (26). Le dĆ©pistage par PCR sur frottis cervical nā€™ā€Šest pas systĆ©matique mais est Ć  envisager en cas de groupes Ć  risque, partenaires multiples ou co-infection par un autre IST (Chlamydia in primis). La transmission ascendante de lā€™ā€Šinfection est responsable dā€™ā€Šune cervicite, pouvant entrainer dans des rares cas : une RPM, une chorioamniotite ou un accouchement prĆ©maturĆ©. La transmission verticale se fait par contact avec le dĆ©veloppement dā€™ā€Šune ophtalmite purulente chez le nouveau-nĆ© Ć  3-15 jours de vie. Le traitement est de 500mg de Ceftriaxone IM associĆ© Ć  une dose unique de Azithromycine 1g (rĆ©duisant la rĆ©sistance Ć  la Ceftriaxone et pour traiter une Ć©ventuelle co-infection par Chlamydia) (27, 28, 10). Un frottis de contrĆ“le et le traitement pour le(s) partenaire(s) doivent ĆŖtre rĆ©alisĆ©s.

Trichmonas vaginalis

Non dĆ©pistĆ©e systĆ©matiquement et non dĆ©clarĆ©e, la trichomonase est une IST avec une incidence presque double par apport Ć  la chlamydiose. Des pertes vaginales malodorantes jaunĆ¢tres et une irritation vaginale ne sont prĆ©sentes que dans 20-30 % des cas (10). Le diagnostic se fait par visualisation du parasite au microscope sur Ć©chantillon frais Ć  une sensibilitĆ© de 50 %; la PCR est le gold standard du diagnostic (29). Lā€™ā€Šassociation avec un risque accru dā€™ā€Šaccouchement prĆ©maturĆ© reste controversĆ©e. Le traitement recommandĆ© est une dose unique de Metronidazole 2 g Ć  tout terme de la grossesse (partenaire inclus) mĆŖme si le bĆ©nĆ©fice sur les issues de la grossesse reste incertain (30; 31). D’anecdotiques cas dā€™ā€Šinfection respiratoires chez le nouveau-nĆ© suite Ć  une transmission verticale par contact direct ont Ć©tĆ© reportĆ©s.

HƩpatite B (HBV)

La prĆ©valence de AgHBs (+) chez les femmes enceintes en Suisse est <2 %. Le taux de transmission verticale en cas dā€™ā€Šabsence de prophylaxie durant la grossesse est de 10-40 % en cas de AgHBs (+) ; il augmente Ć  70-90 % en cas de AgHBe (+). Ce taux est de 10 % si l’infection a Ć©tĆ© acquise au 1er trimestre, de 80-90 % au 3ĆØme. Le risque de chronicitĆ© pour les nouveaux nĆ©s infectĆ©s est de 90 %. Durant la grossesse le dĆ©pistage est obligatoire et un traitement est possible en cas de AgHBs et AgHBe positifs et par forte virĆ©mie. Le nouveau-nĆ© de mĆØre infectĆ©e (AgHBs positifs sans ou avec positivitĆ© pour AgHbe) doit recevoir dans les premiĆØres 12h de vie une immunisation active et passive pour rĆ©duire le risque de transmission (jusquā€™ā€ŠĆ  90 %). 2 doses supplĆ©mentaires de vaccin seront Ć  donner au cours de 6 mois. Lā€™ā€Šallaitement nā€™ā€Šest pas contre-indiquĆ©. La vaccination en cours de grossesse peut ĆŖtre indiquĆ©e en cas de population Ć  risque (32, 33, 34, 35, 36).

HƩpatite C (HCV)

La prĆ©valence de HCV chez les femmes enceintes est de 0.6-6 % au niveau mondial avec un taux de transmission verticale (in utĆ©ro et Ć  lā€™ā€Šaccouchement) de 2-8 %, surtout en cas de charge virale (CV) Ć©levĆ©e (> 106). Le dĆ©pistage nā€™ā€Šest pas systĆ©matique. Le diagnostic se fait par recherche dā€™ā€ŠAc antiHCV et virĆ©mie. Aucun traitement nā€™ā€Šest actuellement envisageable durant la grossesse. La transmission Ć  lā€™ā€Šaccouchement semble ĆŖtre favorisĆ©e par les procĆ©dures invasives et RM > 6 h. Lā€™ā€Šallaitement nā€™ā€Šest pas contre-indiquĆ© (35, 37).

HIV

Le dĆ©pistage systĆ©matique, les traitements antiviraux, ainsi quā€™ā€Šun suivi spĆ©cifique durant la grossesse, lā€™ā€Šaccouchement et le post-partum a permis de rĆ©duire la transmission verticale de 25 Ć  moins de 1 %. Voici les principales lignes directrices pour la prise en charge. DĆ©pistage systĆ©matique au 1er trimestre et Ć  chaque grossesse. Monitorer la charge virale avec un contrĆ“le vers 36 SA en adaptant le traitement pour obtenir une charge indĆ©tectable; un traitement doit ĆŖtre instaurĆ© au plus vite et poursuivi jusquā€™ā€ŠĆ  lā€™ā€Šaccouchement, une supplĆ©mentation par Zidovudine Ć  lā€™ā€Šaccouchement est indiquĆ©e en cas de CV > 1000 copies / mL. Lā€™ā€Šaccouchement vaginal est le gold standard en cas de virĆ©mie <50copies/mL sans rĆ©serve pour les manœuvres obstĆ©tricales ni la durĆ©e du travail; la cĆ©sarienne est rĆ©servĆ©e aux patientes avec une CV > 50 copies / mL ou dĆ©couverte de lā€™ā€Šinfection Ć  lā€™ā€Šaccouchement (idĆ©alement dans un dĆ©lai <4h si RM). Lā€™ā€Šallaitement est envisageable en cas de CV nĆ©gative et bonne compliance au traitement mais doit ĆŖtre discutĆ© cas par cas (38, 39, 40).

DrAlessandra Vanetti

DĆ©partement de la femme, de lā€™ā€Šenfant et de lā€™ā€Šadolescent 
Service d’obstĆ©trique
HÓpitaux Universitaires de Genève
Boulevard de la Cluse 30
1205 GenĆØve

alessandra.vanetti@hcuge.ch

PreBegoƱa Martinez de Tejada

DĆ©partement de la femme, de lā€™ā€Šenfant et de lā€™ā€Šadolescent 
Service d’obstĆ©trique
HÓpitaux Universitaires de Genève
Boulevard de la Cluse 30
1205 GenĆØve

begona.martinezdetejada@hcuge.ch

Les auteurs nā€™ā€Šā€Šont dĆ©clarĆ© aucun conflit dā€™ā€Šā€ŠintĆ©rĆŖts en relation avec cet article.

  • Le dĆ©pistage de HIV, HBV et syphilis est systĆ©matique pendant la grossesse; celui de Chlamydia, Gonocoque et HCV est rĆ©servĆ© aux femmes Ć  risque.
  • Si positivitĆ© pour une IST il faut dĆ©pister systĆ©matiquement les autres. Le partenaire ne doit pas ĆŖtre oubliĆ©.
  • Avec un traitement adĆ©quat et une correcte information lā€™ā€Šaccouchement par voie basse est aujourdā€™ā€Šhui le gold standard dans la majoritĆ© des cas.


Take-Home Message

  • Das Screening auf HIV, HBV und Syphilis ist wƤhrend der Schwangerschaft systematisch; dasjenige auf Chlamydien, Gonococcus und HCV ist auf Frauen mit einem Risiko beschrƤnkt.
  • Bei positivem Testresultat für eine STI sollte systematisch auf weitere untersucht werden. Der Partner darf nicht vergessen werden.
  • Mit der richtigen Behandlung und Information ist die vaginale Geburt heute in den meisten FƤllen der Goldstandard.

1. OFSP Bulletin 47-2018. 2018, Vol. 47.
2. Chlamydia trachomatis Infection of Human Trophoblast Alters Estrogen and Progesterone Biosynthesis: an insight into role of infection in pregnancy sequelae. Azenabor, AA. 2007, Int J Med Sci, Vol. 4(4), p. 223-231.
3. Chlamydia trachomatis infection of human endometrial stromal cells induces defective decidualisation and chemokine release. S, Giakoumelou. 2017, Sci Rep, Vol. 7(1):2001.
4. Differential expression of circulating Th1/ Th2/ Th17 cytokines in serum of Chlamydia trachomatis-infected women undergoing incomplete spontaneous abortion. P, Prasad. 2017, Microb Pathog, Vol. 110, p. 152-158.
5. Chlamydia trachomatis and the risk of spontaneous preterm birth, babies who are born small for gestational age, and stillbirth: a population-based cohort study. J., Reekie. 2018, Lancet Infect Dis, Vol. 18(4), p. 452-460.
6. Chlamydia trachomatis infection during pregnancy associated with preterm delivery: a population-based prospective cohort study. GI, Rours. 2011, Eur J Epidemiol, Vol. 26(6), p. 493-502.
7. Pregnancy outcomes in women infected with Chlamydia trachomatis: a population-based cohort study in Washington State. MM, Blas. 2007, Sex Transm Infect, Vol. 83(4), p. 314–318.
8. Chlamydia trachomatis and Adverse Pregnancy Outcomes: Meta-analysis of Patients With and Without Infection. C, Olson Chen. 2018, Maternal Child Health J, Vol. 22(6), p. 812-821.
9. Probability of vertical transmission of Chlamydia trachomatis estimated from national registry data. M, Honkila. 2017, Sex Transm Infect, Vol. 93, p. 416-420.
10. Centers for Disease Control and Prevention Sexually Transmitted Diseases Treatment Guidelines. KA, Workowski. 2015, Clin Infect Dis, Vol. 61(8), p. 759-62.
11. Infections sexuellement transmissibles Ć  Chlamydia trachomatis: recommendations de la Commission fĆ©dĆ©rale pour la santĆ© sexuelle (CFSS) et de la SociĆ©tĆ© Suisse d’Infectiologie (SSI). 2017, Bulletin 35.
12. Pelvic inflammatory disease risk following negative results from chlamydia nucleic acid amplification tests (NAATs) versus non-NAATs in Denmark: A retrospective cohort. B, Davies. 2018, PLoS med, Vol. 15(1):e1002483.
13. Screening and treatment of Chlamydia trachomatis infections. S, Kalwij. 2010, BMJ, Vol. 340, p. 912-917.
14. Prevention and management of genital herpes simplex infection during pregnancy and delivery. Guidelines from the French College of Gynaecologists and Obstetricians (CNGOF). MV, SĆ©nat. 2018, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol, Vol. 224, p. 93–101.
15. The Acquisition of Herpes Simplex Virus during Pregnancy. ZA, Brown. 1997, N Engl J Med, Vol. 337(8), p. 509-515.
16. First estimates of the global and regional incidence of neonatal herpes infection. KJ, Looker. 2017, Lancet Glob Health, Vol. 5(3), p. e300-e309.
17. Management of Genital Herpes in Pregnancy. RCOG. 2014, reviewed 2018.
18. No. 208-Guidelines for the Management of Herpes Simplex Virus in Pregnancy. DM, Money. 2017, J Obstet Gynaecol Can, Vol. 39(8), p. e199-e205.
19. Third trimester antiviral prophylaxis for preventing maternal genital herpes simplex virus (HSV) recurrences and neonatal infection. LM, Hollier. 2008, Cochrane Database Syst Rev, Vol. (1):CD004946.
20. Global burden of maternal and congenital syphilis in 2008 and 2012: a health systems modelling study. NS, Wijesooriya. 2016 Aug, Lancet Glob Health, Vol. 4(8), p. e525-33.
21. Stillbirths: rates, risk factors, and acceleration towards 2030. JE, Lawn. 2016, Lancet, Vol. 387(10018), p. 587-603.
22. Annual Epidemiological Report for 2017, Congenital syphilis. ECDC, European Centre for Disease Prevention and Control. 2018.
23. WHO guideline on syphilis screening and treatment for pregnant women. World Health Organisation. 2017.
24. Syphilis during pregnancy: a preventable threat to maternal-fetal health. MW, Rac. 2016, Am J Obstet Gynecol, Vol. 216(4), p. 352–363.
25. Progression of ultrasound findings of fetal syphilis after maternal treatment. MW, Rac. 2014, Am J Obstet Gynecol, Vol. 211(4), p. 426.e1-6.
26. Incidence of sexually transmitted infections during pregnancy. CA, Teasdale. 2018, PLoS One, Vol. 13(5):e0197696.
27. Gonorrhée: nouvelles recommandations en matière de diagnostic et de traitement. L, Toutous Trellu. 2014, Swiss Médical Forum, Vol. 20.
28. Chlamydia trachomatis among Patients Infected with and Treated for Neisseria gonorrhoeae in Sexually Transmitted Disease Clinics in the United States. SB, Lyss. 2003, Ann Intern Med, Vol. 139(3), p. 178-85.
29. Comparison of APTIMA Trichomonas vaginalis transcription-mediated amplification to wet mount microscopy, culture, and polymerase chain reaction for diagnosis of trichomoniasis in men and women. MB, Nye. 2009, Am J Obstet Gynecol, Vol. 200(2), p. 188.e1-7.
30. Interventions for trichomoniasis in pregnancy. AM, Gülmezoglu. 2011, Cochrane Database Syst Rev, Vol. (5):CD000220.
31. Failure of Metronidazole to prevent preterm delivery among pregnant women with asymptomatic Trichomonas vaginalis infection. M, Klebanoff. 2001, N Engl J Med, Vol. 345, p. 487–93.
32. Prevalence of hepatitis B surface antigen in pregnant mothers and its perinatal transmission. S, Biswas. 1989, Trans R Soc Trop Med Hyg, Vol. 83, p. 698–700.
33. Risks of chronicity following acute hepa-titis B virus infection: a review. KC, Hyams. 1995, Clin Infect Dis, Vol. 20(4), p. 992-1000.
34. Recommandations pour la prĆ©vention de la transmission mĆØre-enfant de lā€™ā€ŠhĆ©patite B. OFSP, vaccinations, Commission fĆ©dĆ©rale pour les e Groupe de travail, PrĆ©vention de la transmission mĆØre-enfant de l’hĆ©patite B. 2007, Paediatrica, Vol. 18 n.2.
35. ACOG Practice Bulletin No. 86: Viral hepatitis in pregnancy. 86, 2007, Obstet Gynecol, Vol. 110(4), p. 941-56.
36. Hepatitis B Management in the Pregnant Patient: An Update. WS, Ayoub. 2016, J Clin Transl Hepatol, Vol. 4(3), p. 241–247.
37. Risk Factors for Perinatal Transmission of Hepatitis C Virus (HCV) and the Natural History of HCV Infection Acquired in Infancy. EE, Mast. 2005, J Infect Dis, Vol. 192(11), p. 1880-9.
38. Grossesse et VIH : prĆ©vention de la transmission verticale du VIH. B, Martinez de Tejada. 2018 n. 60, SGGG avis d’expert.

Hyperechogenes Fruchtwasser als mƶgliches Zeichen einer Pathologie

FallprƤsentation

Eine 41-jƤhrige Gravida V, Para II stellte sich das erste Mal bei uns in 37+6 SSW in unserer GebƤrabteilung mit regelmƤssigen Kontraktionen vor. Die ersten beiden Geburten waren unkomplizierte Spontangeburten mit gesunden Kindern. Familienanamnese bland. Der bisherige Schwangerschaftsverlauf gestaltete sich problemlos mit niedrigem Risiko für T21, T18/T13 im ETT sowie unauffƤlliger, externer Zweittrimestersonographie. Beim Aufnahme-Ultraschall in der GebƤrabteilung fielen mehrere AuffƤlligkeiten auf. Es konnte ein Polyhydramnion mit einem Ā«maximal vertical pocketĀ» von 9 cm dargestellt werden (Ā«amnion fluid indexĀ» von 22 cm). Innerhalb des Fruchtwassers zeigten sich sehr hyperechogene Ablagerungen bzw. Abschilferungen (Abb. 1). Das Amnion schien vom Chorion im Sinne einer Amnionablƶsung separiert zu sein (Abb. 2). Die fetale Haut war ƶdematƶs und deutlich verdickt (Abb. 3 und 4). Aufgrund der regelmƤssigen Kontraktionen wurde keine 3D-Sonographie durchgeführt und die Geburt angestrebt.

Es folgte eine unkomplizierte Entbindung. Die primƤre kardiopulmonale Adaptation des Neugeborenen war unauffƤllig und problemlos. Das MƤdchen zeigte allerdings sehr ausgeprƤgte Ɩdeme im Bereich des gesamten Kƶrpers, besonders an HƤnden, Füssen, Lippen und den Genitalien (Abb. 5).
Die Haut war geschwollen, gespannt sowie sehr trocken mit feiner Schuppung. Das Neugeborene konnte die Augen aufgrund des beidseitigen Ektropium nicht schliessen. Ebenso war die Beweglichkeit der ExtremitƤten sehr eingeschrƤnkt. Aufgrund des dringenden V.a. eine kongenitale Ichthyose wurde das Neugeborene zur weiteren AbklƤrung und Therapie auf die neonatologische Station verlegt. Es wurde eine lamellƤre Ichthyose diagnostiziert.

Die kongenitale Ichthyose ist eine seltene Hauterkrankung mit Störung der Keratinisierung und Verhornung. Ursächlich hierfür sind autosomal rezessive Mutationen in unterschiedlichen Genen wie zum Beispiel TGM 1, KRT1, ALOXE 3 oder ABCA 12.
Aufgrund der multiplen mƶglichen genetischen Variationen ist auch die AusprƤgung der Erkrankung sehr unterschiedlich (1,2).
Bezüglich des Phänotyps des Neugeborenen werden 3 Formen unterschieden (3):

  • Harlequin Ichthyose (HI)
  • Die HI gilt als die schwerste Form. Charakteristisch hierfür ist die dicke und sehr enge, panzerartige Bedeckung der gesamten KƶrperoberflƤche. Dies führt zu einer extremen EinschrƤnkung der Beweglichkeit und führt zu einer DeformitƤt im Bereich des Gesichtes, des Kopfes sowie der ExtremitƤten (4).
  • LamellƤre Ichthyose (LI)
    Die LI ist die hƤufigste Form mit einer PrƤvalenz von 1:100 000 bis 1:1 000 000. Die Neugeborenen wirken wie von einer dünnen, enganliegenden Membran eingeschlossen (5).
  • Ichthyosiforme Erythrodermie (CIE)
    Variante der lamellƤren Ichthyose mit zusƤtzlicher Rƶtung der Haut.

Sonographische Zeichen einer Ichthyose im Sinne von hyperechogenen Ablagerungen im Fruchtwasser wurden bereits früh beschrieben (6). ZusƤtzliche Informationen hinsichtlich der KƶrperoberflƤche und der AuffƤlligkeiten der ExtremitƤten liefert die 3D- und 4D-Sonographie (7, 8).

Dr. med.Tina Fischer

Kantonsspital St.Gallen
Frauenklinik Geburtshilfe
Rorschacher Strasse 95
9007 St.Gallen

tina.fischer@kssg.ch

Dr. med.Janis Kinkel

Kantonsspital St. Gallen
Frauenklinik
Rorschacherstrasse 95
9007 St. Gallen

  • Die kongenital autosomal rezessive Ichthyose ist eine seltene, allerdings schwerwiegende Hauterkrankung.
  • Die Vererbung ist in den meisten FƤllen autosomal rezessiv und bedingt in diesen FƤllen für eine selbst gesunde Schwangere mit gesundem Partner (jeweils TrƤger) ein Wiederholungsrisiko von 25% für ein erkranktes Kind in der nƤchsten Schwangerschaft.
  • Sonographische Zeichen für den Formenkreis der Ichthyose umfassen hyperechogene Abschilferungen im Fruchtwasser, ƶdematƶse Haut, Fehlstellungen der ExtremitƤten sowie AuffƤlligkeiten der Hautober-
    flƤche, insbesondere des Gesichts, im 3D- bzw. 4D-Ultraschall.

1. Richard G. Autosomal Recessive Congenital Ichthyosis. 2001 Jan 10 [Updated 2017 May 18]. In: Adam MP, Ardinger HH, Pagon RA, et al., editors. GeneReviewsĀ®. Seattle (WA): University of Washington, Seattle; 1993-2019.
2. Fischer J: Autosomal recessive congenital ichthyosis. J Invest Dermatol 2009; 129: 1319-1321.
3. Inherited ichthyoses/generalized Mendelian disorders of cornification. European Journal of Human Genetics 2013; 21, 123–133.
4. K. Washio et al.: Case of harlequin ichthyosis with a favorable outcome: Early treatment and novel, differentially expressed, alternatively spliced transcripts of the ATP-binding cassette subfamily A member 12 gene. In: The Journal of dermatology. Bd. 44, Nr. 8, August 2017, S. 950-953.
5. B. Hanson et al.: Ectropion Improvement with Topical Tazarotene in Children with Lamellar Ichthyosis. Pediatric dermatology. Bd. 34, Nr. 5, September 2017, S. 584-589.
6. Montague I. et al. Intra-amniotic debris identified at ultrasound scanning: a feature of congenital ichthyosis. Ultrasound Obstet Gynecol. 1997 May;9(5):350-1.
7. Holden S, Ahuja S, Ogilvy-Stuart A, Firth HV, Lees C. Prenatal diagnosis of Harlequin ichthyosis presenting as distal arthrogryposis using three-dimensional ultrasound. Prenat Diagn. 2007;27:566-7.
8. Kudla MJ, Timmerman D. Prenatal diagnosis of harlequin ichthyosis using 3- and 4-dimensional sonography. J Ultrasound Med. 2010;29:317-9.

PFS als klinische Masseinheit

Kovic B et al. Evaluating progression-free survival as a surrogate outcome for Health Related Quality of Life in Oncology. A systematic review and quantitative analysis. JAMA Intern Med. 2018; 178: 1586-1596. doi:10.1001/jamainternmed.2018.4710

Seidman AD et al. National Cancer Institute Breast Cancer Steering Committee Working Group Report on meaningful and appropriate end points for clinical trials in metastatic breast cancer. J Clin Oncol 2018; 36: JCO1800242. Doi:10.1200/JCO.18.00242 Epub.

Booth CM, Eisenhauer E. Progression-free survival: meaningful or simply measurable? J Clin Oncol 2012; 30: 1030-1033

Wesentliche Punkte: Progressionsfreies Überleben (PFS) zu messen, hat sich in vielen klinischen Onkologie-Studien eingebürgert, vor allem bei palliativen Tumortherapien; der Endpunkt geniesst allgemeine Akzeptanz. Die Bestimmung dieser klinischen Masseinheit reflektiert jedoch nicht in jedem Fall und nicht mit Sicherheit bessere LebensqualitƤt und/oder lƤngeres Überleben. Die Autoren führten (verdienstvoll) eine Meta-Analyse von randomisierten klinischen Krebsstudien durch, um den Zusammenhang zwischen PFS und LebensqualitƤt (Health-Related Quality of Life HRQoL) zu erhƤrten oder zu widerlegen; sie versuchten demnach, PFS als Surrogat-Marker für die praktischklinische Güte einer Krebstherapie zu validieren. Aus 35’960 Berichten publiziert in den Jahren 2000 bis 2016 selektionierten sie (aufgrund ihrer vormals festgelegten Kriterien) 52 Artikel zu 38 Studien. Die Schlussfolgerung ist ernüchternd: Ā«We failed to find a significant association between PFS and HRQoL in cancer clinical trialsĀ».

Chioreso C et al. Association between hospital and surgeon volume and rectal cancer surgery outcomes in patients with rectal cancer treated since 2000:Ā  systematic literature review and meta-analysis. Dis Colon Rectum 2018; 61: 1320–1332

Investition in die Zentralisierung der Rektumkarzinom-Therapie lohnt sich

Zusammenfassung: die erfolgreiche PrimƤrtherapie des Rektumkarzinoms erfordert den Einsatz eines eingeschworenen Teams verschiedener klinischer Krebsspezialisten, und vor allem von Chirurgen, die Übung haben mit diesen heiklen Eingriffen. Der Chirurge und sein Kƶnnen (oder seine fehlende Übung) sind meist match-entscheidend für das weitere Schicksal eines Patienten mit Rektumkarzinom – Komplikationen sind belastend und teuer; Rezidive in vielen FƤllen nicht mehr kurativ therapierbar. Der logische Zusammenhang zwischen hohen Fallzahlen an einem Spitalzentrum und besseren Therapieresultaten ist in der Literatur bestens belegt, die vorliegende Studie stƶsst ins gleiche Horn. Sie fasst alle Studien (aus diversen Kontinenten) zum Thema zusammen, die zwischen 2000 und 2017 publiziert wurden. Alle klinisch relevanten Messpunkte (Überleben, Komplikationsrate, etc) fielen besser aus in Zentren mit hohem Patientenaufkommen. Die USA stehen schlechter da als Europa – offenbar weil sie weniger Energie in die Zentralisierung der Rektumkarzinom-Therapie investieren als viele europƤische LƤnder. Was zƤhlte als Ā«high volumeĀ»? Tab. 1 gibt Werte an zwischen > 20 bis teilweise > 100 Patienten pro Jahr pro Zentrum; und > 10 bis > 25 FƤlle pro Chirurg (Angaben zu Ā«surgeon volumeĀ» nur für die Minderzahl der Kliniken).

Prof. em. Dr. med. Martin Fey

Bern

martin.fey@insel.ch

Beratungsmandat NestlĆ© Health Sciences, Epalinges – Aktien bei Novartis, Roche, und Johnson&Johnson

Ibrutinib-basierte Therapie gegenüber Immunchemotherapie bei älteren Patienten mit unbehandelter CLL

Woyach JA et al. Ibrutinib Regimens versus Chemoimmunotherapy in Older Patients with Untreated CLL. N Engl J Med 2018;379:2517-28.

Hintergrund

Ibrutinib ist von der Food and Drug Administration für die Behandlung von Patienten mit unbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) seit 2016 zugelassen. Diese Behandlung wurde aber nicht mit der Immunchemotherapie verglichen. Eine entsprechende Phase-3-Studie wird in dieser Arbeit präsentiert.

Methoden

Patienten im Alter von 65 Jahren oder Ƥlter, die eine unbehandelte CLL hatten, wurden in folgende Gruppen randomisiert: Bendamustin plus Rituximab (BR), Ibrutinib allein oder Ibrutinib plus Rituximab.
Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Das Alliance Data and Safety Monitoring Board entschied sich für die Freigabe der Daten nachdem der nach Protokoll spezifizierte Wirksamkeits-Schwellenwert erreicht worden war.

Resultate

Insgesamt 183 Patienten wurden mit BR behandelt, 182 erhielten Ibrutinib, und 182 Ibrutinib plus Rituximab. Das mediane progressionsfreie Überleben wurde nur mit BR erreicht. Das geschätzte progressionsfreie Überleben betrug nach 2 Jahren 74% mit BR und war mit der Ibrutinib-Monotherapie (87%, Hazard Ratio für Krankheitsprogression oder Tod, 0,39; 95% Konfidenz-
intervall (CI), 0,26 bis 0,58; P< 0,001%), sowie der Ibrutinib-Rituximab-Kombinationstherapie (88%, Hazard Ratio, 0,38; 95% CI, 0,25% bis 0,59; P < 0,001) hƶher.
Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Ibrutinib plus Rituximab-Gruppe und der Ibrutinib-Gruppe im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben.
(Hazard Ratio, 1,00; 95% CI, 0,62 bis 1,62; P = 0,49). Bei einem medianen Follow-up von 38 Monaten gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den drei Behandlungsgruppen in Bezug auf das Gesamtüberleben. Die Rate von Klasse 3, 4 oder 5 hƤmatologischen Nebenwirkungen war mit BR (61%) hƶher als mit Ibrutinib oder Ibrutinib plus Rituximab (41% bzw. 39%), wƤhrend die Rate der Klasse 3, 4 oder 5 nicht-hƤmatologischen Nebenwirkungen mit BR (63%) geringer war als mit den Ibrutinib-haltigen Therapien (je 74%).

Schlussfolgerungen

Die Schlussfolgerungen waren, dass bei älteren Patienten mit unbehandelter CLL die Behandlung mit Ibrutinib der Behandlung mit BR im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben überlegen war. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Ibrutinib und Ibrutinib plus Rituximab in Bezug auf das progressionsfreie Überleben.

Frick M et al Role of Donor Clonal Hematopoiesis in Allogeneic Hematopoietic Stem-Cell Transplantation. J Clin Oncol 2018; 37:375-385.

Rolle der klonalen Donor-HƤmatopoese bei der allogenen hƤmatopoetischen Stammzelltransplantation

Hintergrund

Eine klonale Hämatopoese unbestimmter Signifikanz (CHiP) tritt im Blut von ca. 20% der älteren Menschen auf. CHiP ist mit einem erhöhten Risiko für hämatologische Malignome und einer erhöhten Gesamtmortalität vergesellschaftet. Ob Spender mit CHiP für eine Stammzellspende geeignet sind, ist nicht bekannt. In dieser Studie wurde umfassend untersucht, wie ein sogenanntes «Donor-ChiP» das Ergebnis der allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (allo-HSZT) beeinflusst.

Methoden

Blutproben von 500 gesunden, verwandten HSZT-Spendern (Alter ≄ 55 Jahre) wurden zum Zeitpunkt der Stammzellspende mit einer gezielten Sequenzierung von 66-Genen untersucht. Die Auswirkung eines Donor-CHiPs auf das EmpfƤnger-Outcome, einschliesslich Graft-versus-Host Disease (GVHD), kumulative Inzidenz von RückfƤllen/Progression (CIR/P) und Gesamtüberleben (OS) wurde analysiert.

Resultate

Insgesamt wurden 92 klonale Mutationen mit einer mittleren Allelfrequenz von 5,9% in 80 von 500 Spendern (16,0%) identifiziert. Die CHiP-PrƤvalenz war bei Spendern im Zusammenhang mit Patienten mit myeloiden Neoplasien hƶher als bei Patienten mit lymphoiden Neoplasien (19,2% v. 6,3%; P ≤ 0.001). Bei den EmpfƤngern von Donor-CHiP, fand sich eine hohe kumulative Inzidenz von chronischer GVHD (cGVHD; Hazard Ratio[HR], 1,73; 95% CI, 1,21 bis 2,49; P = 0.003) und ein niedrigeres CIR/P (univariate Analyse: HR, 0,62; 95% CI, 0,40 bis 0,97; P = 0.027; multivariate Analyse: HR, 0,63; 95% CI, 0,41 bis 0,98;P = 0.042), aber keine Auswirkung auf die Nicht-Rezidiv-bedingte MortalitƤt. Die serielle Quantifizierung von 25 Mutationen zeigte eine Expansion von 24/25 Klonen und eine überproportionale Expansion in der HƤlfte dieser Klone. Eine Spenderzell-LeukƤmie wurde bei zwei EmpfƤngern beobachtet. Das Gesamtüberleben des EmpfƤngers war nicht vom Donor-CHiP-Status betroffen (HR, 0,88; 95% CI, 0,65 bis 1,321; P = 0.434).

Schlussfolgerungen

Die allo-HSZT von älteren, verwandten Spendern mit CHiP scheint sicher und beeinflusst das Gesamtüberleben des Empfängers nicht ungünstig. Zukünftige Studien mit jüngeren und nicht verwandten Spendern sind notwendig, um diese Ergebnisse weiter zu überprüfen. Weitere Studien und mechanistische Experimente werden zeigen, ob ein Donor-CHiP die cGVHD-Entwicklung fördern und das Rückfall-/Progressionsrisiko verringern kann.

Prof. Dr. med.Markus G. Manz

Zentrum für Hämatologie und Onkologie
UniversitätsSpital Zürich

PD Dr. med. Alexandre Theocharides

Zentrum für Hämatologie und Onkologie
UniversitätsSpital Zürich

Alexandre.Theocharides@usz.ch