Die Osteoporose wird beim Mann unterschƤtzt. 1 auf 5 MƤnner besitzen ein erhƶhtes Risiko für eine osteoporotische Fraktur. Der Goldstandard zur Diagnose der Osteoporose ist auch beim Mann die Messung der BMD mittels DXA. FRAXĀ® ermittelt auch beim Mann die 10-Jahres-ProbabilitƤt einer schweren Fraktur (Ā«major fractureĀ»). Da es noch kein Netz zur Früherkennung der mƤnnlichen Osteoporose gibt, werden die vorhandenen zur Senkung des Frakturrisikos wirksamen Medikamente beim Mann zu wenig und oft zu spƤt eingesetzt. Bei hohem Frakturrisiko sind die PrƤparate der ersten Wahl orale Bisphosphonate, die der zweiten Wahl Denosumab oder Zoledronat. Bei Patienten mit Hypogonadismus muss immer auch eine zusƤtzliche Testosteronsubstitution erwogen werden. Die Früherkennung ist vor allem Aufgabe der GrundĀversorger und der Urologen. GynƤkologen sollten in Kinderwunsch- und Menopause-Sprechstunden sowie bei sexualmedizinischen Beratungen auch an einen Hypogonadismus mit erhƶhtem Osteoporoserisiko des Partners denken.
In men, osteoporosis is still underestimated. One in five men possesses an increased risk for osteoporotic fractures. Also in men, determination of BMD by DXA is still the gold standard for the diagnosis of osteoporosis. FRAXĀ® calculates fracture probability from easily obtainable clinical risk factors also in men. Its output is the 10-year probability of a major fracture. Because there is no network for early detection of male osteoporosis, the medications available for the reduction of fragility fractures are used in man only rarely and often late. In men with a high fracture risk, the first-line preparations are oral bisphosphonates, the second-line preparations denosumab or zoledronate. In patients with hypogonadism, an additional testosterone substitution has always to be evaluated. Early detection is mainly the task of the general practitioners and the urologists. But gynaecologists should always think of the possibility of male hypogonadism with consecutive osteoporosis in the partners of their female patients consulting for infertility, menopause or sexual problems.
Key words: Osteoporosis – Man – Hypogonadism – Therapy – Testosterone
I. Einleitung
Die Osteoporose ist die hƤufigste Knochenerkrankung. Weltweit tritt alle 3 Sekunden eine osteoporotische Fraktur ein. 2015 litten in der EU 20 Mio. Menschen darunter, davon waren 4.2 Mio. MƤnner. Die Osteoporose beim Mann wird immer noch stark unterschƤtzt, unterdiagnostiziert und untertherapiert (1ā5), obwohl das Lebenszeitrisiko einer osteoporotischen Fraktur bei einem 50-jƤhrigen Mann 13ā25ā% betrƤgt (Tab.ā1). Ćrzt/-innen, die Paare mit Sexualproblemen und menopausale Frauen betreuen, sollen dafür sensibilisiert sein, denn sie haben am ehesten die Gelegenheit, deren mƤnnliche Partner einer rechtzeitigen AbklƤrung zuzuführen. Zum Beispiel, wenn sie in Rahmen von Eheproblemen auf Symptome treffen, die mit einem mƤnnlichen Hypogonadismus vereinbar sind.

Diese Ćbersicht für Nichtspezialisten soll grundlegende Hinweise zu Erkennung und AbklƤrung bei Verdacht auf Osteoporose und zum Vorgehen bei erhƶhtem Risiko für FragilitƤtsfrakturen bei MƤnnern geben.
II. Definition der Osteoporose gemƤss WHO (World Health Organization) und IOF Ā(International Osteoporosis Foundation)
Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und einen mikroarchitektonischen Abbau des Knochengewebes charakterisiert ist. Daraus resultiert eine suboptimale Knochenstruktur und eine schlechte Knochenqualität mit konsekutiver Zunahme der Knochenfragilität und Frakturanfälligkeit. Osteoporose führt zu einer Schwächung des Skeletts und einem erhöhten Frakturrisiko (1).
Die IOF fügt bei, dass die Osteoporose ein Zustand mit hoher oft vernachlässigter Prävalenz ist und primär Frauen betrifft, und dass eine relative Unsicherheit zu dieser Krankheit beim Mann besteht, so dass Männer unterdiagnostiziert und unterbehandelt werden (1).
III. Epidemiologie von FragilitƤtsfrakturenā(1ā4)
Bei über 59-jƤhrigen MƤnnern wird die PrƤvalenz der Osteoporose auf 7ā% geschƤtzt, bei über 50-jƤhrigen Frauen auf 23ā%.
Beim Mann steigt das Frakturrisiko erst ab dem Alter von 75 Jahren signifikant an, also rund 10 Jahre spƤter als bei Frauen. MƤnner besitzen dickere Knochen mit massiveren Strukturen. Ihre Peak Bone Mass (PMB; maximale erreichte Knochenmasse) ist grƶsser als diejenige der Frau. Beide Vorteile senken das Risiko einer FragilitƤtsfraktur. Zudem erfolgt die Abnahme der Konzentration der Sexualsteroide und damit die VerƤnderungen im kennt keinen der Menopause vergleichbaren abrupten Funktionsabfall der Gonadenachse mit konsekutiver rascher Abnahme der Bone Mineral Density (BMD).
1 auf 3 Frauen und 1 auf 5 MƤnner besitzen ein erhƶhtes Risiko für eine osteoporotische Fraktur. 68ā% betreffen Frauen, 22ā% MƤnner. Die PrƤvalenz von Vorderarmfrakturen ist bei Frauen im Alter von 50 Jahren ungefƤhr viermal hƶher als bei MƤnnern (0.4ā% versus 0.1ā% der Risikopopulation) mit einer Risiko-Ratio von 4.5 zwischen den Geschlechtern (6).
Die HƤufigkeit einer Schenkelhalsfraktur ist mit 70ā% bei Frauen grƶsser als bei MƤnnern mit 30ā% (6), allerdings vermindert sich dieser Unterschied mit zunehmendem Alter. In der Dubbo Osteoporosis Epidemiology Study (7) lag bei Schenkelhalsfrakturen das VerhƤltnis der Inzidenzrate zwischen MƤnnern und Frauen im Alter von 60ā69 Jahren bei 1ā:ā4.5 (95ā% CI 1.3ā15.7), im Alter von 70ā79 Jahren bei 1ā:ā1.5 (95ā% CI 0.9ā2.5), und im Alter ā„ 80 Jahren bei 1:1.19 (95ā% CI 1.2ā2.8).
Andererseits haben MƤnner nach Schenkelhalsfrakturen eine hƶhere MortalitƤt als Frauen (8, 9), vermutlich wegen einer erhƶhte Ko-MorbiditƤt und einer hƶheren Infektionsrate. Bei hospitalisierten Ƥlteren Patienten (ā„ā60 Jahre alt) betrug die MortalitƤt nach einer Schenkelhalsfraktur bei MƤnnern 10.2ā% gegenüber 4.7ā% bei Frauen, die 1-JahresmortalitƤt 37.5ā% bei MƤnnern gegenüber 28.2ā% bei Frauen (mediane Aufenthaltsdauer der Ćberlebenden 8 Tage [interquartiler Bereich 6ā13 Tage]). Das erhƶhte mƤnnliche Risiko kann für mehr als 10 Jahre fortbestehen.
IV. Osteoporose als Folge von ĀHypogonadismus
Der mƤnnliche Hypogonadismus mit seiner Abnahme der Testosteronproduktion hat eine Erhƶhung des Knochenstoffwechsels zur Folge. Dies führt wiederum über den vermehrtem Knochenabbau zu einem erhƶhten Frakturrisiko (10, 11). Doch hat auch beim Mann nicht nur Testosteron, sondern auch Ćstradiol einen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel (12). Ćstradiol wird aus Testosteron aromatisiert und korreliert mit diesem direkt. Den hauptsƤchlichen protektiven Effekt auf den Knochen scheint Ćstradiol zu besitzen. Jede Abnahme des Testosterons führt somit auch zu einer Senkung von Ćstradiol und damit zu einer SchwƤchung seines protektiven Effekts bei beschleunigtem Knochenabbau (10ā11).
Das Erkennen eines Hypogonadismus ist beim Mann nicht immer offensichtlich. Die Diagnose folgt oftmals einer Vielzahl von klinischen Zeichen (Tab. 2), die jeweils einzeln oder in Kombination auftreten, aber zum Teil auch fehlen können (13). Für das Erkennen eines Hypogonadismus im Rahmen einer Osteoporoseabklärung ist die Beurteilung der klinischen Bedeutung der jeweiligen Symptome zentral (z.B. Rückenschmerzen oder Kyphose).

Eine Subgruppe des Hypogonadismus stellt die iatrogene Gonadensuppression dar, insbesondere bei MƤnnern mit Prostatakarzinom (14ā16). Früher die Kastration, heute die in der Regel medikamentƶse Testosteronsuppression induziert gezielt einen supraphysiologischen Testosteronabfall auf das Kastrationsniveau. Ein solcher rapider und subtotaler Testosteronverlust führt zu einem Verlust an Knochendichte im peripheren und zentralen Skelett und zu erhƶhter Frakturneigung. Aufgrund der Schwere des induzierten Hypogonadismus bedürfen betroffene MƤnner eines besonderen Augenmerks hinsichtlich der Einleitung einer Osteoporose-Prophylaxe oder -Therapie im Rahmen regelmƤssiger Nachsorgeuntersuchungen (16).
Die gleiche Problematik besteht bei der Suppression der Gonadenachse im Rahmen der Gender-Medizin.
V. Erkennung und Diagnose der Osteoporose beim Mann
V.1 Klinische Untersuchung
Zuerst müssen in einer gezielten Anamnese die Risikofaktoren für Osteoporose und Fragilitätsfrakturen herausgearbeitet werden (Tab. 3). Die klassischen Zeichen und Symptome einer Osteoporose sind in (Tab. 4) zusammengefasst.

V.2 Osteodensitometrie mittels DXA
WƤhrend die konventionelle Radiologie zur Frakturerkennung dient, bleibt die Knochendichtemessung mittels DXA auch beim Mann der Goldstandard zur Diagnose einer Osteoporose (Tab. 5). Die BMD erlaubt es, die Osteoporose zu definieren, aber sie ist nur einer der Risikofaktoren für eine FragilitƤtsfraktur. Sie gilt als spezifischer Marker für ein hohes Frakturrisiko, doch ist ihre SensitivitƤt gering. Personen mit einer niedrigen BMD besitzen individuell ein hohes Frakturrisiko. Allerdings tritt die Mehrzahl aller Frakturen in einer Population mit einem T-Score oberhalb der Schwelle von ā2.5 ein (17). Diese Population besitzt individuell betrachtet ein niedrigeres Frakturrisiko, aber sie schliesst viel mehr Personen ein als die osteoporotische Gruppe mit einem T-Score von < 2.5.

V.3 FRAXĀ®
FRAX® ist ein erstmals 2008 publizierter Computer-basierter Algorithmus (18, 19). Er ist auf den Einsatz in der ärztlichen Grundversorgung ausgerichtet und berechnet bei Männern und Frauen die Probabilität einer Fraktur über einfach erhältliche klinische Risikofaktoren. FRAX® ermittelt die 10-Jahres-Probabilität einer schweren Fraktur (= major fracture; Schenkelhals, Wirbelsäule (klinisch), Oberarm, Handgelenk). Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich aus dem Risiko für Fraktur und Tod in Bezug auf Alter, BMI und einfache dichotome Risikofaktoren wie frühere Fragilitätsfrakturen, Anamnese von Schenkelhalsfrakturen bei den Eltern, aktuelles Zigarettenrauchen, Langzeitanwendung von Glucocorticoiden, rheumatoider Arthritis, anderer Ursachen einer sekundären Osteoporose und Alkohol-Abusus.
Optional kann die BMD am Schenkelhals bei der Berechnung von FRAXĀ® eingeschlossen werden. Dadurch wird die Voraussage des Frakturrisikos verbessert.
V.4. Laboruntersuchungen
Laboruntersuchungen werden vor allem zur AbklƤrung einer sekundƤren Osteoporose benƶtigt und sind nicht Thema dieser Ćbersicht.
VI. PrƤvention und Therapie
VI.1. Allg. PrƤvention: ausgewogenen ErnƤhrung, Supplemente (20)
Bei Männern mit Osteoporose ist eine ausgewogene Ernährung ein absolutes «must». Für beide Geschlechter dürfen die gleichen Richtlinien verwendet werden.
Wichtig ist eine adäquate Eiweisszufuhr. Bei Risikopatienten scheint ein höherer Proteinkonsum als die übliche für Gesunde empfohlene tägliche Menge die Knochenqualität zu verbessern (21, 22).
Als Grundregel sollten pro Tag 800ā1200 mg Calzium über die normale ErnƤhrung aufgenommen werden. Die Gabe eines Calzium-Supplements muss dann erwogen werden, wenn die tƤgliche Aufnahme unter 800 mg liegt. Eine Supplementation mit Vit D (in der Regel 800 IU) macht für jüngere MƤnner nur bei erhƶhtem Frakturrisiko oder zu niedrigen Vitamin D Spiegel Sinn. Hingegen sollten MƤnner über 65 Jahren generell Supplemente von Calcium und Vit D erhalten (5, 17) (starke Empfehlung nach 17).
VI.2. SturzprƤvention
Eine neue systematische Ćbersicht (23) zur Evidenz des Nutzens von kƶrperlichem Training zur Sturzprophylaxe kommt unter Einbezug einer Cochrane Analyse (24) zum Schluss, dass Training das Sturzrisiko um 23ā% senkt.
Der Effekt von Stürzen auf das Frakturrisiko ist in FRAX®-plus als Option zur Verbesserung der 10-Jahres Wahrscheinlichkeit einer Fraktur aufgenommen worden (17). In FRAX®-plus wird die Anzahl der eingetretenen Stürze im letzten Jahr angegeben (0, 1, 2 und 3 oder mehr Stürze).
VI.3. Interventionsschwelle
Beim Mann liegen deutlich weniger Daten zur Berechnung und Definition der Interventionsschwelle für eine Therapie vor als bei der Frau. Die Endocrine Society empfiehlt bei Männern mit hohem Frakturrisiko, eine Behandlung vor allem unter folgenden Voraussetzungen einzuleiten (25):
ā Anamnese einer FragilitƤtsfraktur von Schenkelhals oder WirbelsƤule
ā (Europa) BMD ⤠2.5 Standardabweichungen unter dem Mittelwert für normale junge weisse MƤnner (benützen von weissen jungen MƤnnern als Referenzpopulation)
ā (USA) solche mit einer BMD innerhalb des osteopenischen Bereichs und einem 20ā% 10-Jahresrisikos einer schweren osteoporotischen Fraktur oder einem 10ā% Risiko einer Schenkelhalsfraktur.
Die heute verfügbare Evidenz stützt den Gebrauch einer gemeinsamen Interventionsschwelle (T-Score-Schwellenwert) und die Verwendung des weiblichen NHANES Referenz-Bereichs auch für MƤnner (17, 25). Die in der Schweiz für MƤnner zu empfehlende Interventionsschwelle zeigt (Abb.ā1).

VI.4. Medikamentƶse Therapie
Die erste Wahl zur Behandlung der Osteoporose ist bei MƤnnern mit erhƶhtem Frakturrisiko und überschrittener Interventionsschwelle (Abb.ā1) die medikamentƶse Therapie. Das gleiche gilt für alle MƤnner mit einer vorbestehenden FragilitƤtsfraktur (starke Empfehlung, nach 17). Die Palette der zur Verfügung stehenden PrƤparate ist die gleiche wie bei der Frau: die Antiresorptiva Bisphosphonate, Denosumab, Romosozumab, und die Anabolica Teriparatid und Abaloparatid. Die PrƤparate der ersten Wahl bei MƤnnern mit hohem Frakturrisiko sind orale Bisphosphonate (Alendronat oder Risedronat) (starke Empfehlung, 17), zu denjenigen der zweiten Wahl gehƶren Denosumab oder Zoledronat (starke Empfehlung, 17). Gestützt auf die verfügbaren BMD-Daten gilt Abaloparatid international als Therapie der ersten Wahl für MƤnner mit Osteoporose und einem sehr hohen osteoporotischen Frakturrisiko (schwache Empfehlung, 17). In der Schweiz ist Abaloparatid seit dem 07.03.2024 zugelassen, doch erst für die postmenopausale Frau. (Abb.ā2) zeigt die Wirksamkeit der verschiedenen therapeutischen Mƶglichkeiten nach dem Modell von Fuggle et al. (17).
MƤnnern mit sehr hohem Frakturrisiko muss eine sequentielle Behandlung (27) empfohlen werden. Diese wird mit einem knochenbildenden PrƤparat begonnen, gefolgt von einer antiresorptiven Substanz (starke Empfehlung nach 17).
Die Durchführung der medikamentösen Therapie gehört auch beim Mann in die Hände des Spezialisten. Zur Sicherstellung einer wirksamen Senkung des Frakturrisikos soll auch bei hypogonaden Männern eine medikamentöse Osteoporosetherapie eingesetzt werden, unabhängig von einer Testosteron-Substitution (17).

VI.5. Substitution mit Testosteron
Der Nutzen einer Testosteronsubstitution auf das Skelett wird kontrovers diskutiert (114). Frakturdaten fehlen. Eine positive Wirkung ist bisher bei einer hypogonaden Population einzig auf die BMD der LWS und des Schenkelhalses erwiesen (28ā30).
Doch ist eine zur medikamentƶsen Therapie zusƤtzliche Testosteronsubstitution bei Hypogonadismus indiziert. Der Entscheid muss unter Einbezug eines Endokrinologen ganzheitlich gefƤllt werden. Zu den Entscheidungskriterien gehƶren die Symptome des mƤnnlichen Hypogonadismus inklusive Sexualfunktion, das kardiovaskulƤre System und der freie oder totale Testosteronwert im Serum.
Bisher wurde beim Ƥlteren Mann unter einer physiologisch dosierten Testosterongabe kein Anstieg des kontrovers diskutierten kardiovaskulƤren Risikos nachgewiesen (31). Die bisherigen RCTs weisen trotz zu geringer Power auf den gleichen Schluss hin. Eine klare Antwort zum kardiovaskulƤren Risiko kƶnnte die noch laufende TRAVERSE-Studie geben, in der bei MƤnnern mit hypogonaden Symptomen, niedrigen Serum-Testosteronwerten und hohem kardiovaskulƤrem Risiko Testosteron gegen Placebo getestet wurde (31, 32). Der primƤre Endpunkt der TRAVERSE-Studie ist die kardiovaskulƤre Sicherheit.
VII. Schlussfolgerung
Die Osteoporose ist beim Mann unterschätzt und bleibt ein medizinisches und gesundheitspolitisches Sorgenkind. Da es noch kein Netz zur Früherkennung der männlichen Osteoporose gibt, werden die vorhandenen zur Senkung des Frakturrisikos wirksamen Medikamente beim Mann zu wenig und oft zu spät eingesetzt. Der Goldstandard zur Diagnose der Osteoporose ist auch beim Mann die Messung der BMD mittels DXA. Die First-Line Präparate sind bei hohem Frakturrisiko orale Bisphosphonate, die Second-Line-Präparate Denosumab oder Zoledronat. Bei hypogonaden Patienten muss gleichzeitig eine Testosteronsubstitution erwogen werden.
Die Früherkennung ist Aufgabe der Grundversorger und der Urologen. Gynäkologen sollten in Kinderwunsch- und Menopause-Sprechstunden sowie bei einer sexualmedizinischen Beratung beim männlichen Partner vermehrt an einen Hypogonadismus mit erhöhtem Osteoporoserisiko denken.
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Die Autoren haben keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel deklariert.
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