Im GesprƤch mit dem neuen CEO der SAKK

Im Interview gewährt Vincent Gruntz, neuer CEO der SAKK und passionierter Familienvater, Einblicke in seine persönlichen Werte und die beruflichen Herausforderungen im Bereich der klinischen Krebsforschung. Gruntz spricht über seine Prioritäten zur Verbesserung der Forschungsfinanzierung und der Rahmenbedingungen in der Schweiz, um den internationalen Anschluss zu halten. Besonders am Herzen liegt ihm die Förderung innovativer Therapien und die enge Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie sowie internationalen Partnern, um Schweizer Krebspatienten einen schnellen Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten zu sichern.

Vincent Gruntz hat im September 2024 die Nachfolge von Hans Rudolf Keller angetreten. Der 43-JƤhrige ist studierter Wirtschaftswissenschaftler (lic. rer. pol.) und arbeitete in diversen Führungsfunktionen in der Pharma-Branche und war einige Jahre als Ɩkonom in der Abteilung für Kranken- und Unfallversicherungen beim Bundesamt für Gesundheit tƤtig. Zuletzt war er bei Novartis als Vice President und International Head of Cell and Gene Therapies für das gesamte Zelltherapie-Portfolio verantwortlich.

Roger von Moos: Wer ist Vincent Gruntz privat?
Vincent Gruntz: In erster Linie bin ich der liebende Vater meiner beiden Söhne Lionel (11) und Etienne (8) und der Ehemann meiner Partnerin Julia. Die Familie steht für mich an erster Stelle. Wir leben alle in Bern, wo ich mich als zugezogener Basler seit über 20 Jahren sehr zu Hause fühle. Ich treibe in meiner Freizeit gerne viel Sport, alleine auf dem Velo, im Fitness- oder Boxcenter oder aber mit meinen beiden Söhnen auf dem Fussballplatz.

RvM: Die SAKK ist ein führendes Netzwerk für klinische Krebs­forschung in der Schweiz. Welche Herausforderungen sehen Sie in der Zukunft der klinischen Krebsforschung, und wie möchten Sie diese angehen?
V.G.: Eine der grossen Herausforderungen ist und bleibt die Finanzierung der akademischen, nicht profitorientierten klinischen Krebsforschung in der Schweiz. Grössere staatliche Förderprogramme in anderen Ländern führen ausserdem dazu, dass die Schweiz den Anschluss an die Spitze bei der klinischen Forschung zu verlieren droht.

Wir müssen beide Herausforderungen angehen, indem wir die Rahmenbedingungen für klinische Krebsforschung in der Schweiz verbessern. Insbesondere bei der Finanzierung sehe ich verschiedene Möglichkeiten. So investiert der SNF heute nur einen Bruchteil seiner Fördermittel in klinische Forschung. Aber auch in der Zusammenarbeit mit den Behörden können wir den Standort Schweiz für klinische Forschung stärken, indem wir attraktive Rahmenbedingungen für Start-ups im Biotechnologie Bereich schaffen und uns durch innovative Programme und Förderung von anderen Ländern abheben.

RvM: In den letzten Jahren gab es bedeutende Fortschritte in der Onkologie, wie z. B. personalisierte Medizin und Ā­Immuntherapie. Wie plant die SAKK, diese Entwicklungen in ihre klinischen Studien zu integrieren?
V.G.: Die SAKK hat sich über Jahrzehnte einen exzellenten Ruf bei der Durchführung von Phase 1 und Phase 2 Studien erarbeitet, welche von akademischen Institutionen selbst initiiert wurden. Die Expertise der SAKK insbesondere in der Durchführung von Phase 1 und Phase 2 Studien wird auch von biotechnologischen Start-up-Unternehmen und der Pharmaindustrie sehr geschätzt. Neben der Förderung der akademischen, nicht-profitorientierten klinischen Krebsforschung sieht die SAKK ihre Kernaufgabe hauptsächlich auch darin, den Zugang von Schweizer Krebspatienten zu neuen innovativen Therapien und Technologieplattformen zu beschleunigen. Dies geschieht durch klinische Studien in Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere bei den neuen Plattformen und Technologien. Um mit dem Fortschritt mithalten zu können, braucht es auch die Zusammenarbeit mit den Behörden, um die Schweiz im internationalen Kontext regulatorisch attraktiv zu positionieren.

RvM: Welche Ziele und Prioritäten haben Sie sich als neuer CEO der SAKK gesetzt, und welche konkreten Schritte ­werden Sie unternehmen, um diese zu erreichen?
V.G.: Eine meiner grossen Prioritäten ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für klinische Krebsforschung in der Schweiz, insbesondere eine Verbesserung der Finanzierung. Die SAKK blickt auf über 60 Jahre Erfahrung zurück und ist auch international gut vernetzt. Wir können im politischen und gesellschaftlichen Dialog helfen zu verstehen, was es braucht, damit in der Schweiz auch in Zukunft gute Krebsforschung möglich ist. Ich würde mir wünschen, dass die SAKK bei der Vernetzung mit allen Partnern im Bereich klinische Forschung noch mehr eine Führungsrolle übernimmt. Ausserdem braucht es innerhalb der SAKK mehr Agilität bei der Ausrichtung auf die verschiedenen Bedürfnisse unserer Anspruchsgruppen. Eine akademische klinische Studie erfordert unter Umständen einen anderen Ansatz als eine grössere Studie für ein Pharmaunternehmen.

Die Basis für jeden Erfolg bilden für mich dabei die Mitarbeitenden sowohl im Kompetenzzentrum in Bern als auch in den Zentren. Die SAKK unterscheidet sich hauptsächlich durch ihr einzigartiges Netzwerk von anderen Forschungsorganisationen. Die Solidarität und Zusammenarbeit im Netzwerk sind für unseren Erfolg essentiell.

RvM: Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit zwischen der akademischen Forschung und der pharmazeutischen ­Industrie in der Schweiz, und was kann getan werden, um diese Kooperation weiter zu stärken?
V.G.: Die Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und pharmazeutischer Industrie funktioniert meines Erachtens in der Schweiz sehr gut. In der Schweiz treffen weltweit renommierte akademische Krebsforscher auf einen der weltweit bedeutendsten Pharmastandorte – entsprechend kurz sind die Wege. Auch die SAKK nimmt bei der klinischen Krebsforschung eine wichtige Rolle ein, wenn es darum geht, pharmazeutische Industrie mit akademischen Forschungsgruppen zusammenzubringen und den Zugang von Patienten zu neuen Therapien zu beschleunigen. Dies unterscheidet uns massgeblich von anderen Forschungsorganisationen.
Eine Mƶglichkeit, diese Zusammenarbeit weiter zu stƤrken, sehe ich in der verstƤrkten Zusammenarbeit mit den schweizerischen Behƶrden, wenn es um unsere Rahmenbedingungen bei der klinischen Krebsforschung geht. Zusammen kƶnnten wir sicherstellen, dass innovative Biotechunternehmen in Zukunft vermehrt in der Schweiz klinisch forschen und wir uns im internationalen Kontext stƤrker positionieren.

RvM: Wie wichtig ist Ihnen die internationale Zusammenarbeit?
V.G.: Der Krebs kennt keine Landesgrenzen. Gerade im Bereich der klinischen Krebsforschung ist es essenziell, dass wir uns mit anderen Forschungsgruppen im Ausland abstimmen. Bereits heute ist die SAKK international breit vernetzt und auch immer wieder an internationalen Studien beteiligt. Das mƶchte ich weiter fƶrdern.

Prof. Dr. med. Roger von Moos

Direktor Tumor- und Forschungszentrum
Kantonsspital Graubünden
7000 Chur

tumorzentrum@ksgr.ch

Kongressausgabe ESMO 2024

Hier finden Sie das PDF der ESMO-Kongresszeitung

Editorial

Der jƤhrliche Kongress der ESMO (European Society for Medical Oncology) zog in diesem Jahr erneut tausende Fachleute aus aller Welt an. Mit über 34 000 Besuchern und Besucherinnen aus 149 LƤndern verwandelte sich Barcelona in den Mittelpunkt der onkologischen Fachwelt. Die spanische Metropole, bekannt für ihre reiche Kultur und vielfƤltige Kulinarik, bot dabei den idealen Rahmen für den Austausch neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse.

In dieser Kongressausgabe mƶchten wir Ihnen einige der spannendsten Entwicklungen des Kongresses nƤherbringen. Besonders hervorzuheben sind dabei BeitrƤge aus der Schweiz, die in Barcelona prominent prƤsentiert werden konnten. Die Details finden Sie auf den kommenden Seiten.

Ein anderes Highlight war die Einführung einer neuen Session am ESMO-Kongress: «Presidential Symposium III: Eyes to the Future». Hier wurden innovative Abstracts vorgestellt, die das Potenzial haben, die onkologische Praxis in naher Zukunft grundlegend zu verändern. Thematisch reichten die präsentierten Abstracts von der Anwendung künstlicher Intelligenz in der Onkologie über Ansätze zur Überwindung von Resistenzen bei Immuntherapien bis hin zu ersten Daten eines neuartigen Wirkmechanismus einer zielgerichteten Therapie.

Neben der Flut an neuen Daten fanden zudem viele inspirierende Diskussionen mit Kollegen und Kolleginnen statt. Bei einem dieser Gespräche ging es auch um das Programm der «info@ONCO-SUISSE»-Zeitschrift. Wir freuen uns an dieser Stelle, auch eine Neuerung bekanntgeben zu können: ab 2025 wird die «info@ONCO-SUISSE» eine neue Rubrik enthalten, die von SHOOT (Swiss Haematologists and Oncologists of Tomorrow) gestaltet wird. Diese Initiative zielt darauf ab, jungen Onkologinnen und Onkologen sowie Hämatologinnen und Hämatologen eine Plattform zu bieten, um ihre Anliegen und Perspektiven einzubringen.


Dr. med. Eveline Daetwyler und ich werden den Inhalt dafür als Editoren überblicken und freuen uns bereits jetzt auf viele spannende Beiträge in dieser neuen Rubrik.

Wir wünschen viel Freude und inspirierende Erkenntnisse beim Lesen der Zeitung!

Dr. med. TƤmer El Saadany

Qu’en est-il de nos primes d’assurance maladie?

Les initiatives visant Ć  allĆ©ger les primes et Ć  freiner les coĆ»ts ont Ć©tĆ© balayĆ©es grĆ¢ce au Ā­solide soutien des associations mĆ©dicales Ā­officielles. Il serait toutefois erronĆ© de continuer comme si de rien n’était. Si la politique – et le corps mĆ©dical! – ne trouvent pas rapidement des solutions pour soulager les payeurs de primes, le problĆØme des coĆ»ts (trop) Ć©levĆ©s des primes sera abordĆ© par des groupes de plus en plus radicaux, avec des solutions toujours plus extrĆŖmes. Il pourrait en rĆ©sulter une thĆ©rapie de choc qui nuirait massivement Ć  de larges cercles – patients et professionnels de la santĆ©.

Certes, des propositions homĆ©opathiques sont lancĆ©es dans la discussion, comme l’utilisation accrue des gĆ©nĆ©riques, la caisse unique ou la numĆ©risation du systĆØme de santĆ©. MĆŖme si ces idĆ©es sont bonnes, elles ne permettent pas de freiner les coĆ»ts de maniĆØre significative, voire pas du tout.

Une approche qui pourrait rĆ©ellement changer le paysage de la santĆ©, le financement moniste des prestations de santĆ©, c’est-Ć -dire le financement identique des prestations Ā­ambulatoires et statiques par le contribuable et le payeur de primes, est justement combattue par les associations de soins. S’agit-il d’une question d’argent? La rĆ©ponse est Ć©videmment nĆ©gative. On argumente que l’ambulantisation encouragĆ©e par le nouveau financement – comme elle a dĆ©jĆ  eu lieu depuis longtemps dans la plupart des pays industrialisĆ©s – entraĆ®nerait une augmentation de la charge des soins en raison de la cadence plus Ć©levĆ©e des interventions. C’est peut-ĆŖtre le cas. Toutefois, les interventions ambulatoires Ā­rĆ©guliĆØres sont effectuĆ©es pendant les heures de travail normales, les jours de semaine normaux, et les patients sont libĆ©rĆ©s le jour mĆŖme. Les sĆ©jours des patients la nuit et le week-end diminueraient ainsi de maniĆØre significative. Cela signifierait un allĆØgement massif des soins. De tels allĆØgements rĆ©pondraient justement aux souhaits de la gĆ©nĆ©ration Z d’un meilleur Ć©quilibre entre vie professionnelle et vie privĆ©e, ce qui rendrait la profession d’infirmier nettement plus attractive pour un salaire dĆ©jĆ  Ć©levĆ©.

Et puis il y a l’élĆ©phant dans la piĆØce, dont on ne parle guĆØre. Est Ć©voquĆ©: Il y a trop d’hĆ“pitaux en Suisse! En comparaison internationale, nous avons la plus grande densitĆ© d’hĆ“pitaux. Bien sĆ»r, si le payeur de primes et le contribuable sont prĆŖts Ć  assumer les charges financiĆØres supplĆ©mentaires, chaque village peut avoir son propre hĆ“pital. Toutefois, en raison du faible nombre de cas, cela entraĆ®nerait une diminution de la qualitĆ© des soins. C’est pourquoi il n’est pas possible d’éviter de nouvelles fermetures d’hĆ“pitaux. De nombreuses prestations de rĆ©serve sous-utilisĆ©es et trĆØs coĆ»teuses seraient Ā­ainsi supprimĆ©es. En outre, de nombreux spĆ©cialistes, que les hĆ“pitaux recherchent dĆ©sespĆ©rĆ©ment, seraient libĆ©rĆ©s. Les fermetures d’hĆ“pitaux peuvent et doivent toutefois se faire dans le respect des patients et de maniĆØre socialement acceptable, c’est-Ć -dire en les annonƧant Ć  l’avance sur une pĆ©riode de 5, voire 10 ans. Cela permet aux acteurs de s’adapter Ć  la nouvelle situation. De plus, la plupart des hĆ“pitaux de soins aigus seraient affectĆ©s Ć  une nouvelle fonction dans le paysage de la santĆ©, de sorte que la suppression souvent redoutĆ©e des postes actuels aurait certes lieu, mais ceux-ci seraient gĆ©nĆ©ralement transformĆ©s en nouveaux postes plus sĆ»rs pour l’avenir.

Il est grand temps que le corps mĆ©dical ne se contente pas d’une opposition de fond Ć  des changements rĆ©ellement Ā­efficaces, mais qu’il dĆ©veloppe lui-mĆŖme des solutions efficaces (!) qui conduisent Ć  une stabilisation des coĆ»ts de la santĆ© et des primes. Sinon, il est possible que notre profession soit confrontĆ©e Ć  la mĆŖme situation: ne pas vivre avec son temps, c’est vivre avec son temps.

Pr Bruno Imthurn, Zurich

PrBruno Imthurn

Senior Consultant Kinderwunschzentrum
360° Zürich

Recommandations pour le diagnostic et le ­traitement des symptÓmes de la démence (SCPD)

Les Ā«Recommandations pour le diagnostic et le traitement des symptĆ“mes comportementaux et psychiques de la dĆ©mence (SCPD)Ā» ont Ć©tĆ© Ć©laborĆ©es parallĆØlement Ć  la StratĆ©gie nationale suisse sur la dĆ©mence 2014–2019, sous la houlette de la SociĆ©tĆ© suisse de psychiatrie et psychothĆ©rapie de la personne Ć¢gĆ©e (SPPA). Elles constituent le dĆ©but dā€™ā€Šune sĆ©rie de recommandations concernant les troubles psychogĆ©riatriques. FondĆ©es sur lā€™ā€ŠexpĆ©rience clinique des experts et conƧues pour ĆŖtre utilisĆ©es dans un contexte interprofessionnel et interdisciplinaire, elles reprĆ©sentent lā€™ā€ŠĆ©tat actuel des connaissances sur le diagnostic et la thĆ©rapie. Les options dā€™ā€Šintervention non pharmacologique et la pharmacothĆ©rapie sont discutĆ©es en dĆ©tail. Cette publication est la version rĆ©visĆ©e de la publication de 2014. Elle compile les dĆ©veloppements dans ce domaine pour la pratique clinique quotidienne.

The Ā«Recommendations for the Diagnosis and Treatment of Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia (BPSD)Ā» were developed in parallel with the Swiss National Dementia Strategy 2014–2019 under the auspices of the Swiss Society of Old Age Psychiatry and Psychotherapy (SGAP) and mark the beginning of a series of recommendations for geriatric psychiatric disorders. They depict the evidence-based state of knowledge about diagnostics and therapy, based on the clinical experience of the experts, and are designed for interprofessional and interdisciplinary use. The non-pharmacological intervention options and pharmacotherapy are discussed in detail. This paper is the revised version of the 2014 publication and compiles the development in this area for everyday clinical practice.

Key Words: Dementia, BPSD, Alzheimer, Diagnostic, Therapy

Les pathologies de la dĆ©mence sā€™ā€Šaccompagnent de troubles cognitifs, mais Ć©galement dā€™ā€Šune sĆ©rie de symptĆ“mes psychiatriques qui en rendent lā€™ā€ŠĆ©volution difficile et reprĆ©sentent un lourd fardeau pour les personnes concernĆ©es et pour celles qui les prennent en charge (1–3). Les symptĆ“mes comportementaux et psychiques de la dĆ©mence (SCPD) comprennent des manifestations telles que lā€™ā€Šapathie, la dĆ©pression, lā€™ā€Šeuphorie, lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ©, lā€™ā€Šagitation/agressivitĆ©, le dĆ©lire, les hallucinations, lā€™ā€Šagitation motrice, lā€™ā€ŠirritabilitĆ©, la dĆ©sinhibition (sexuelle et/ou lā€™ā€Šhypo-oralitĆ©/ lā€™ā€ŠhyperĀ­oralitĆ©) et les troubles du sommeil. Au cours de leur maladie, presque toutes les personnes atteintes dā€™ā€Šune dĆ©mence dĆ©veloppent divers SCPD, les plus rĆ©pandus Ć©tant lā€™ā€Šapathie et la dĆ©pression (3). La dĆ©pression apparaĆ®t surtout dans la phase prĆ©coce de la dĆ©mence et peut constituer une symptomatique prodromique. Les symptĆ“mes psychotiques surviennent plutĆ“t dans une phase tardive. Les troubles du sommeil se manifestent par une diminution de la durĆ©e du sommeil nocturne, la fragmentation du sommeil avec davantage de phases dā€™ā€ŠĆ©veil, une fatigue diurne, la rĆ©duction de la phase REM et le sundowning – caractĆ©risĆ© par une anxiĆ©tĆ©, une agitation et un Ć©tat confusionnel Ć  lā€™ā€Šapproche du soir. Le diagnostic et le traitement des SCPD sont rendus plus complexes par la polymorbiditĆ© et la fragilitĆ© observĆ©es dans ce groupe dā€™ā€ŠĆ¢ge, ainsi que par la polypharmacie qui en dĆ©coule. Lors de la pose des indications thĆ©rapeutiques, il est donc essentiel de bien Ć©valuer la situation et de choisir, parmi les possibilitĆ©s de traitement Ć  disposition, celles qui sont le plus adaptĆ©es, sur la base des donnĆ©es scientifiques.

En 2014, sous la houlette de la SociĆ©tĆ© suisse de psychiatrie et psychothĆ©rapie de la personne Ć¢gĆ©e (SPPA), un groupe dā€™ā€Šexperts interprofessionnel et interdisciplinaire a Ć©laborĆ© des Recommandations pour le diagnostic et le traitement des symptĆ“mes comportementaux et psychiques de la dĆ©mence, en version longue et abrĆ©gĆ©e (1, 2). De 2021 Ć  2023, ces recommandations ont Ć©tĆ© rĆ©visĆ©es et Ć©tendues. Elles sont disponibles depuis 2024 sous forme de manuel complet (3). La prĆ©sente version abrĆ©gĆ©e repose sur le manuel susmentionnĆ©. Elle propose un rĆ©sumĆ© des principaux thĆØmes Ć  lā€™ā€Šintention dā€™ā€Šun large public. Les deux publications visent Ć  exposer les principes du diagnostic et du traitement des SCPD sur la base des preuves scientifiques actuelles et de lā€™ā€ŠexpĆ©rience clinique.

Introduction

Les Ć©tudes contrĆ“lĆ©es font souvent dĆ©faut pour les mĆ©dicaments utilisĆ©s en psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e, et on enregistre trĆØs peu de nouvelles autorisations. Il faut donc pallier ce manque de donnĆ©es probantes par des recommandations dā€™ā€Šexperts consensuelles – comme le propose le prĆ©sent document pour les SCPD – afin dā€™ā€ŠintĆ©grer lā€™ā€ŠexpĆ©rience clinique dans ce domaine. Cā€™ā€Šest avant tout pour les approches thĆ©rapeutiques non mĆ©dicamenteuses que les preuves scientifiques manquent. Ces recommandations visent Ć  les mettre en avant et Ć  les appuyer par lā€™ā€Šexpertise clinique. Ɖtant donnĆ© que dans ce groupe de patients prĆ©sentant des polymorbiditĆ©s, les psychotropes sā€™ā€Šaccompagnent souvent dā€™ā€Šeffets secondaires et de risques dā€™ā€Šinteractions, les recommandations prĆ©conisent en premiĆØre intention des thĆ©rapies non mĆ©dicamenteuses. Celles-ci doivent en outre se poursuivre mĆŖme sā€™ā€Šil y a prescription de psychotropes.

Les prĆ©sentes recommandations sont Ć©laborĆ©es dans une dĆ©marche interprofessionnelle et interdisciplinaire, qui correspond Ć  lā€™ā€Šapproche holistique des pathologies gĆ©riatriques. Lā€™ā€Šapplication des traitements – non mĆ©dicamenteux surtout – et lā€™ā€ŠĆ©valuation standardisĆ©e nĆ©cessitent un personnel soignant, thĆ©rapeutique et mĆ©dical spĆ©cialisĆ©, qui bĆ©nĆ©ficie de formations rĆ©guliĆØres et de supervisions en psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e. Il convient Ć©galement de disposer de divisions spĆ©cialement Ć©quipĆ©es, proposant une infrastructure adaptĆ©e aux personnes Ć¢gĆ©es et qui favorise lā€™ā€Šactivation, la participation, le bien-ĆŖtre, la mobilitĆ© et lā€™ā€Šorientation (3). La pharmacothĆ©rapie des SCPD pose une difficultĆ© particuliĆØre: pour les antipsychotiques p. ex., seules deux substances sont autorisĆ©es pour ces indications (halopĆ©ridol et rispĆ©ridone), et lā€™ā€Šutilisation dā€™ā€Šautres mĆ©dicaments se fait hors Ć©tiquette. Cela est fondamentalement possible si le traitement est dispensĆ© selon les rĆØgles reconnues de lā€™ā€Šart mĆ©dical et quā€™ā€Šun devoir Ć©tendu et suffisant dā€™ā€Šinformation et de documentation est respectĆ©. NĆ©anmoins, cette procĆ©dure est complexe. En effet, la capacitĆ© de jugement de la personne concernĆ©e est altĆ©rĆ©e en raison de sa maladie, ce qui rend son information difficile et nĆ©cessite un investissement important pour lā€™ā€ŠĆ©tablissement du plan de traitement. DĆØs lors, toutes les options thĆ©rapeutiques ne sont souvent pas disponibles, ce qui peut engendrer des problĆØmes Ć©thiques et thĆ©rapeutiques (3).

Facteurs pathogƩniques

SphĆØre neurobiologique

Lā€™ā€Šapparition des SCPD est favorisĆ©e notamment par des altĆ©rations structurelles et des modifications au niveau des neurotransmetteurs (3). Dans la plupart des cas, le cortex cingulaire antĆ©rieur et le cortex orbitofrontal sont concernĆ©s. Les troubles du systĆØme fronto-limbique, reliĆ© Ć  lā€™ā€Šhippocampe, Ć  lā€™ā€Šamygdale, au noyau caudĆ© et au cortex frontal, sont responsables de la dĆ©pression, tandis que les lĆ©sions du circuit cingulaire antĆ©rieur sous-cortical peuvent entraĆ®ner lā€™ā€Šapathie. En cas dā€™ā€Šagitation, on constate souvent un dĆ©ficit sĆ©rotoninergique – avec une fonction dopaminergique relativement bien conservĆ©e – et une hyperactivitĆ© des neurones noradrĆ©nergiques post-synaptiques. La survenue des symptĆ“mes psychotiques est liĆ©e Ć  la voie mĆ©solimbique dopaminergique ainsi quā€™ā€Šaux systĆØmes sĆ©rotoninergique et glutamatergique.

SphĆØre psychosociale

Parmi les facteurs psychiques internes figurent notamment les objectifs que la personne Ć¢gĆ©e nā€™ā€Ša pas pu rĆ©aliser dans sa vie et qui la prĆ©occupent, ainsi quā€™ā€Šune dissociation entre soi-mĆŖme et lā€™ā€Šenvironnement. Dā€™ā€Šautres facteurs liĆ©s Ć  lā€™ā€Šentourage jouent Ć©galement un rĆ“le important dans lā€™ā€Šapparition des SCPD. Il peut sā€™ā€Šagir par exemple de la charge pesant sur les proches, du mode de communication des personnes sā€™ā€Šoccupant de la prise en charge ou du manque dā€™ā€ŠactivitĆ©s quotidiennes agrĆ©ables et ayant du sens. Selon le modĆØle de comportement orientĆ© sur les besoins dans le cas de dĆ©mence, les SCPD sont considĆ©rĆ©s comme lā€™ā€Šexpression de besoins non satisfaits. Ils peuvent aussi ĆŖtre des rĆ©actions Ć  des comportements des proches aidants ou des soignants qui dĆ©clenchent stress et Ć©motions nĆ©gatives.

Infrastructure

Des Ć©lĆ©ments architecturaux et dā€™ā€Šautres facteurs liĆ©s Ć  lā€™ā€Šenvironnement – design et amĆ©nagement des locaux, Ć©clairage, bruits, odeurs, tempĆ©rature et routines de lā€™ā€ŠĆ©tablissement – peuvent contribuer Ć  lā€™ā€Šapparition de SCPD ou, au contraire, aider Ć  les attĆ©nuer. Pour les personnes atteintes de dĆ©mence, la forme dā€™ā€Šhabitat la plus favorable semble ĆŖtre la cohabitation en petits groupes. Une rĆ©partition claire et simple des locaux, permettant le dĆ©placement en toute sĆ©curitĆ©, des espaces pour la vie sociale, des possibilitĆ©s de retrait et de tranquillitĆ©, ainsi quā€™ā€Šune chambre individuelle pour garantir la sphĆØre privĆ©e constituent des mesures supplĆ©mentaires importantes.

ComorbiditƩs

Des facteurs mĆ©dicaux sont Ć©galement susceptibles de provoquer des SCPD. ƀ signaler dans ce contexte les infections urinaires, lā€™ā€ŠanĆ©mie, lā€™ā€ŠhypothyroĆÆdie, la constipation, les troubles Ć©lectrolytiques, lā€™ā€Šinsuffisance rĆ©nale, lā€™ā€Šhypoxie, les infections, les douleurs, les accidents vasculaires cĆ©rĆ©braux, les traumatismes, la perte auditive ou certains mĆ©dicaments (en particulier les anticholinergiques et les opioĆÆdes).

Collaboration interprofessionnelle et interdisciplinaire – base du diagnostic et du traitement

Le principe de la prise en charge centrĆ©e sur la personne tout au long de lā€™ā€ŠĆ©volution de la maladie, la polymorbiditĆ©, la multifactorialitĆ© des SCPD et la nĆ©cessitĆ© de recourir Ć  des procĆ©dures dā€™ā€ŠĆ©valuation et Ć  des traitements divers appellent une approche globale, interprofessionnelle et interdisciplinaire. Le succĆØs du traitement dĆ©pend de la concertation et de la coordination au sein de lā€™ā€ŠĆ©quipe, qui permettent dā€™ā€Šadapter la prise en charge en continu, en fonction de lā€™ā€Šobservation de la personne concernĆ©e. La collaboration interprofessionnelle doit ĆŖtre promue dĆØs la formation et peut ĆŖtre encouragĆ©e par des rotations, la supervision, la formation continue ainsi que le dĆ©veloppement de conceptions communes et dā€™ā€Šune attitude Ć©thique. Cette approche requiert le financement de la prise en charge coordonnĆ©e par des systĆØmes tarifaires (3).

Approches holistiques et processus structurƩs

Tandis que, dans la gestion des SCPD, les interventions ponctuelles nā€™ā€Šont dā€™ā€Šeffets quā€™ā€ŠĆ  court terme si lā€™ā€Šenvironnement des personnes concernĆ©es nā€™ā€Šest pas adaptĆ© Ć  leurs besoins, les approches holistiques ont de meilleurs rĆ©sultats, car, autant que possible, elles prennent en compte tous les aspects de la vie et du vĆ©cu dans lā€™ā€Šentourage social, de mĆŖme que les facteurs dĆ©clenchants des SCPD. Trois approches ont Ć©tĆ© Ć©tudiĆ©es de maniĆØre approfondie (3):

Approche centrƩe sur la personne

La mĆ©thode se dĆ©finit par trois thĆØmes clĆ©s, chacun subdivisĆ© en deux sous-thĆ©matiques: le lien avec la personne concernĆ©e (incluant une individualisation marquĆ©e des soins, axĆ©s sur les besoins de la personne, et la prise en compte de la dimension interpersonnelle dans lā€™ā€ŠĆ©tablissement de la relation), le lien avec la pratique (aborder la personne avec respect et empathie, prĆ©server son autonomie et sa sphĆØre privĆ©e, et lui accorder lā€™ā€Šespace nĆ©cessaire pour bien comprendre et percevoir) et enfin le lien avec les relations de pouvoir (en supprimant les relations de pouvoir inĆ©quitables et en faisant tomber les obstacles dans la culture du travail et les conditions gĆ©nĆ©rales). Lā€™ā€Šapproche repose sur lā€™ā€ŠidĆ©e que les mesures favorisant la qualitĆ© de vie et le bien-ĆŖtre dans les facteurs environnementaux, lā€™ā€Šindividualisation des soins et le dĆ©veloppement ainsi que la prĆ©servation des aptitudes et compĆ©tences en matiĆØre de soins et dā€™ā€Šaccompagnement sont susceptibles dā€™ā€Šinfluer positivement sur les SCPD.

Le modĆØle comprend les domaines suivants: facteurs dā€™ā€Šordre supĆ©rieur (politique sanitaire, dĆ©veloppement du personnel et ancrage dans lā€™ā€Šorientation stratĆ©gique), facteurs concernant le personnel spĆ©cialisĆ© (connaissance de soi, compĆ©tences professionnelles et motivation), environnement des soins (Ā«skill-mixĀ» adaptĆ©, processus dĆ©cisionnels communs, Ć©quipe soudĆ©e, organisation apte Ć  soutenir et innovation), processus de soins centrĆ©s sur la personne (dĆ©cisions communes, personnel travaillant dans le respect des valeurs et des convictions des personnes concernĆ©es, soignant selon une approche holistique, mettant lā€™ā€Šaccent sur les aspects relationnels et faisant preuve dā€™ā€Šempathie). Ces conditions et ces processus favorisent des rĆ©sultats centrĆ©s sur la personne (expĆ©rience de soins positive, bien-ĆŖtre et culture propice Ć  la santĆ©).

ModĆØles Eden Alternative et Green house

Ces modĆØles concernent avant tout les soins de longue durĆ©e. Ils visent Ć  supprimer les hiĆ©rarchies dans lā€™ā€Šaccompagnement, Ć  permettre aux personnes concernĆ©es de participer aux dĆ©cisions et Ć  concevoir la vie en institution comme un environnement de type familial. Ces Ć©lĆ©ments doivent attĆ©nuer la solitude et la perte de sens. Il sā€™ā€Šagit de donner Ć  lā€™ā€Šentourage le caractĆØre le plus privĆ© possible, en favorisant les contacts sociaux et la prĆ©sence dā€™ā€Šanimaux et de plantes. Le modĆØle Green house prĆ©voit des logements de groupe indĆ©pendants comptant au maximum dix rĆ©sidents et comprenant des locaux communs dā€™ā€Šhabitation, un jardin, la possibilitĆ© de cuisiner – le tout encadrĆ© par un personnel qualifiĆ©.

Lā€™ā€Šapproche Montessori

Le concept a pour but de maintenir et dā€™ā€ŠamĆ©liorer lā€™ā€Šautonomie, lā€™ā€ŠindĆ©pendance et la qualitĆ© de vie. Lā€™ā€Šautocorrection des activitĆ©s, dans lesquelles la personne concernĆ©e reƧoit un retour sur le succĆØs de la rĆ©alisation, en est un des Ć©lĆ©ments principaux. Lā€™ā€ŠactivitĆ© est dĆ©montrĆ©e et induite, puis accomplie sans diversion. Elle doit avoir du sens et viser la satisfaction des besoins. Du matĆ©riel du quotidien y est intĆ©grĆ©. Lā€™ā€ŠactivitĆ© est mise en œuvre par Ć©tapes et un retour est donnĆ© une fois lā€™ā€ŠactivitĆ© achevĆ©e. Les lectures Ć  voix haute ou les jeux de rĆ“les se prĆŖtent particuliĆØrement bien aux activitĆ©s de groupe. Il sā€™ā€Šagit pour les personnes concernĆ©es dā€™ā€ŠexpĆ©rimenter des sentiments positifs et des succĆØs.

Processus structurƩs

Pour attĆ©nuer durablement les SCPD, il convient de trouver chez la personne concernĆ©e la cause individuelle, le dĆ©clencheur et les raisons du mode de comportement observĆ© (3). Les processus structurĆ©s comprennent des modĆØles sā€™ā€Šappuyant sur le NDB (Need-Driven Dementia-Compromised Behavior-Model), Ć  savoir le modĆØlede comportement orientĆ© sur les besoins dans le cas de dĆ©mence.

Serial Trial Intervention (STI)
Lā€™ā€Šinstrument STI est un protocole de traitement Ć©chelonnĆ© en cinq Ć©tapes: les deux premiĆØres comprennent une analyse physique et affective des besoins, la troisiĆØme consiste en interventions non pharmacologiques, la quatriĆØme est un traitement de la douleur et la cinquiĆØme englobe des interventions pharmacothĆ©rapeutiques.

Diagnostic comprƩhensif
Cette approche est un processus systĆ©matique qui consiste Ć  dĆ©velopper une comprĆ©hension au sein de lā€™ā€ŠĆ©quipe interprofessionnelle et avec les proches. Deux instruments se sont avĆ©rĆ©s particuliĆØrement utiles Ć  cet Ć©gard: lā€™ā€Šanalyse de comportement ABC et lā€™ā€ŠIdA (systĆØme dā€™ā€ŠĆ©valuation innovant axĆ© sur la dĆ©mence). Lā€™ā€Šanalyse de comportement ABC fait partie intĆ©grante des deux instruments. Le Ā«AĀ» est pour Ā«antĆ©cĆ©dents possiblesĀ», le Ā«BĀ» (behavior) pour Ā«comportement observé» et le Ā«CĀ» pour Ā«consĆ©quences/rĆ©actionsĀ».

TIME
Lā€™ā€Šinstrument TIME (Targeted Interdisciplinary Model for Evaluation and Treatment of Neuropsychiatric Symptoms – modĆØle interdisciplinaire ciblĆ© pour lā€™ā€ŠĆ©valuation et le traitement des symptĆ“mes neuropsychiatriques) consiste en une Ć©tude de cas structurĆ©e qui se subdivise en plusieurs phases: phase dā€™ā€Šenregistrement et dā€™ā€ŠapprĆ©ciation, phase de rĆ©flexion guidĆ©e et phase dā€™ā€Šaction et dā€™ā€ŠĆ©valuation.

DICE
Lā€™ā€Šinstrument DICE (Describe, Investigate, Create and Evaluate) recommande les Ć©tapes suivantes pour les SCPD: dĆ©crire (symptĆ“mes), investiguer (causes modifiables), Ć©laborer (plan de traitement) et Ć©valuer (examiner les mesures).

BPSD-DATE
Un groupe de travail formĆ© par des cliniques universitaires suisses recommande dā€™ā€Šutiliser lā€™ā€Šalgorithme BPSD-DATE pour Ć©valuer les causes et les facteurs dĆ©clenchants des SCPD et dĆ©velopper lā€™ā€Šinstrument DICE.

Ɖvaluation multimodale

ProcĆ©dures dā€™ā€ŠĆ©valuation psychopathologique et neuropsychologique

Pour lā€™ā€ŠĆ©valuation des SCPD, une procĆ©dure standardisĆ©e au moyen dā€™ā€Šinstruments dā€™ā€ŠhĆ©tĆ©ro-Ć©valuation est recommandĆ©e (3). Sur les 138 outils publiĆ©s, les plus appropriĆ©s pour la clinique et la recherche sont lā€™ā€Šinventaire neuropsychiatrique (NPI) et le Behavioral Pathology in Alzheimerā€™ā€Šs Disease Rating Scale (BEHAVE-AD). Le NPI comprend 12 symptĆ“mes neuropsychiatriques: idĆ©es dĆ©lirantes, hallucinations, agitation/agressivitĆ©, dĆ©pression/dysphorie, anxiĆ©tĆ©, euphorie, apathie, dĆ©sinhibition, irritabilitĆ©, comportement moteur aberrant, troubles du sommeil et troubles de lā€™ā€ŠappĆ©tit. Il comporte en outre des questions spĆ©cifiques aux symptĆ“mes. Lā€™ā€Šavis des proches et la charge quā€™ā€Šils portent sont pris en considĆ©ration. La rĆ©alisation du NPI nĆ©cessitant beaucoup de temps, un questionnaire ad hoc a Ć©tĆ© Ć©laborĆ© (NPI-Q). Dans cet outil, les questions spĆ©cifiques aux symptĆ“mes sont supprimĆ©es et les proches peuvent rĆ©pondre de maniĆØre autonome. Pour les soins de longue durĆ©e, les instruments de relevĆ© des besoins RAI et BESA permettent dĆ©jĆ  des Ć©valuations utiles dans certains cas.
Lā€™ā€ŠĆ©chelle de dĆ©pression gĆ©riatrique (EDG) est un questionnaire dā€™ā€Šauto-Ć©valuation comprenant 15 questions auxquelles il sā€™ā€Šagit de rĆ©pondre par Ā«ouiĀ» ou par Ā«nonĀ». Son contenu est trĆØs simple et il peut aisĆ©ment ĆŖtre utilisĆ© chez des personnes prĆ©sentant une dĆ©mence lĆ©gĆØre. Lā€™ā€ŠInventaire dā€™ā€Šagitation de Cohen-Mansfield (IACM) est un outil dā€™ā€ŠhĆ©tĆ©ro-Ć©valuation qui permet dā€™ā€Šobjectiver lā€™ā€Šagitation de maniĆØre dĆ©taillĆ©e.
Lā€™ā€Šalgorithme dā€™ā€Šintervention Ā«BPSD-DATEĀ» commence par une description des problĆØmes avec des indications relatives au contexte, aux facteurs dĆ©clenchants et aux aspects de sĆ©curitĆ©. Dans une deuxiĆØme Ć©tape, la situation est analysĆ©e avec tentatives dā€™ā€Šexplications subjectives. La troisiĆØme Ć©tape consiste Ć  planifier et Ć  mettre en œuvre les interventions et la quatriĆØme Ć  Ć©valuer et Ć©ventuellement adapter les mesures. Cette procĆ©dure standardisĆ©e est recommandĆ©e pour amĆ©liorer la qualitĆ© de l’évaluation.

Diagnostic diffƩrentiel

Le syndrome confusionnel et la dépression du sujet âgé présentent le chevauchement symptomatique le plus fréquent avec les SCPD. Les psychoses affectives et schizophréniques, les accidents vasculaires cérébraux, les néoplasies cérébrales et les troubles du développement intellectuel sont également à prendre en considération dans le diagnostic différentiel.

Le syndrome confusionnel est le plus souvent un Ć©vĆ©nement aigu avec une symptomatologie fluctuante et des troubles de la conscience, tandis que la dĆ©mence est une maladie chronique sans atteinte de la conscience. Lorsque la cause de lā€™ā€ŠĆ©tat confusionnel est identifiĆ©e et traitĆ©e, la confusion sā€™ā€ŠattĆ©nue. Les sous-types du syndrome confusionnel – hyperactif et hypoactif – se distinguent du point de vue symptomatique. En cas dā€™ā€ŠĆ©tat confusionnel, il sā€™ā€Šagit de faire un diagnostic de laboratoire orientĆ© sur les causes parallĆØlement Ć  lā€™ā€ŠanamnĆØse exhaustive des facteurs de risques. Les outils les plus utilisĆ©s sont le Delirium Observation Scale – DOS (Ć©chelle de dĆ©tection et dā€™ā€Šobservation de la confusion) et la Confusion Assessment Method – CAM (dĆ©pistage de lā€™ā€ŠĆ©tat confusionnel aigu). Sā€™ā€Šy ajoutent depuis peu les instruments 4AT et I-AgeD. Pour les SCPD tels que la dĆ©pression, lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ©, lā€™ā€Šapathie et les troubles du sommeil, le diagnostic diffĆ©rentiel par rapport Ć  la dĆ©pression gĆ©riatrique nā€™ā€Šest pas aisĆ©. Pour cette derniĆØre, lā€™ā€Šexamen neuropsychologique met en Ć©vidence en prioritĆ© des troubles de la fonction exĆ©cutive, de la mĆ©moire Ć©pisodique, de lā€™ā€Šattention et de la vitesse dā€™ā€ŠexĆ©cution. Dans la dĆ©mence au contraire, on constate avant tout des troubles de la mĆ©moire primaire, des symptĆ“mes dā€™ā€Šaphasie et dā€™ā€Šapraxie constructive ainsi que des troubles de lā€™ā€Šorientation et des difficultĆ©s Ć  reconnaĆ®tre des personnes ou des objets.

Mesures psychosociales dans les soins

Mesures destinĆ©es Ć  renforcer lā€™ā€ŠĆ©quipe

La culture de lā€™ā€Šorganisation est un facteur clĆ© dans la gestion des SCPD (3). Il sā€™ā€Šagit de renforcer les Ć©quipes dans leur capacitĆ© Ć  privilĆ©gier les mesures non pharmacologiques pour attĆ©nuer les SCPD. Les formations (confĆ©rences, ateliers – offres en ligne) montrent de bons rĆ©sultats si elles sont proposĆ©es Ć  long terme et rĆ©itĆ©rĆ©es. Elles sont de nature Ć  accroĆ®tre lā€™ā€Šauto-efficacitĆ©. AssociĆ©s aux Ć©tudes de cas en tant que composantes dā€™ā€Šinterventions pluridimensionnelles, les plans de soins et de traitement dĆ©veloppĆ©s avec les personnes concernĆ©es et leurs proches et prenant en compte les aptitudes individuelles sont Ć©galement efficaces et susceptibles de rĆ©duire la charge des soignants et des proches aidants. Le soutien des proches par des entretiens et la psychoĆ©ducation constitue le fondement des mesures psychosociales. Sā€™ā€Šils comprennent les causes des SCPD, les proches peuvent ĆŖtre intĆ©grĆ©s de faƧon constructive dans la planification et la mise en œuvre du plan thĆ©rapeutique.

Mesures auprès des personnes concernées

Lā€™ā€Šaccent placĆ© sur les aspects relationnels, des soins centrĆ©s sur la personne et un changement de culture et de processus vers des mesures psychosociales sont des conditions favorisant le succĆØs des interventions. Il convient de les proposer selon une approche multiprofessionnelle. Des ressources suffisantes en temps et en personnel sont aussi importantes que des formations et un accompagnement dans la pratique, de faƧon que les soignants et les proches aidants puissent Ć©largir leur champ dā€™ā€Šaction auprĆØs de personnes atteintes de dĆ©mence. Ces mesures se subdivisent en trois catĆ©gories, selon leur orientation (3): orientation vers la sensorialitĆ© (soins par la musique, les arĆ“mes, la lumiĆØre, le snoezelen, le jardin sensoriel, les activitĆ©s en compagnie dā€™ā€Šanimaux, la technologie dā€™ā€Šassistance intelligente, les massages/le toucher, la stimulation basale, la thĆ©rapie par lā€™ā€Šimage positive et la thĆ©rapie par les clowns) ; orientation vers la cognition (thĆ©rapie de prĆ©sence simulĆ©e, mĆ©thodes orientĆ©es vers la cognition et la communication, validation) ; orientation vers le mouvement (mouvement, activitĆ©s en extĆ©rieur, danse et kinesthĆ©sie). Dans toutes les catĆ©gories, il existe des Ć©lĆ©ments probants de degrĆ©s divers relatifs Ć  lā€™ā€ŠefficacitĆ© des mesures. Il est essentiel dā€™ā€Šadapter les mesures Ć  chaque personne, en fonction de ses symptĆ“mes spĆ©cifiques et de son vĆ©cu.

Entourage

Adapter les facteurs environnementaux, en veillant Ć  Ć©viter aussi bien lā€™ā€ŠexcĆØs que le manque de stimuli sensoriels, a une influence positive sur les SCPD. Pour les personnes concernĆ©es, les meilleures conditions consistent en unitĆ©s dā€™ā€Šhabitation de petite taille amĆ©nagĆ©es comme des logements, en forme de L, de H ou en carrĆ©. Le nombre de rĆ©sidents ne devrait pas excĆ©der 15. La lumiĆØre et lā€™ā€ŠĆ©clairage, les couleurs et les contrastes, la tempĆ©rature, lā€™ā€Šacoustique, les aspects olfactifs, les installations (mains courantes, amĆ©nagement de la cuisine, salles dā€™ā€Šeau, etc.) et lā€™ā€ŠintimitĆ© des locaux sont des facteurs supplĆ©mentaires qui jouent un rĆ“le important.

Gestion de comportements spƩcifiques

AgressivitƩ
Abaisser la charge des proches aidants et des soignants est dĆ©terminant pour rĆ©duire lā€™ā€ŠagressivitĆ©. Il sā€™ā€Šagit de mettre suffisamment de soutien et de ressources Ć  leur disposition. Les formations, les cours et les Ć©tudes de cas ont fait leurs preuves. Les groupes de vie de petite taille, la prĆ©servation de la sphĆØre privĆ©e et intime, lā€™ā€ŠamĆ©nagement de lā€™ā€Šenvironnement et du quotidien selon les besoins individuels, des soins corporels exempts de stress et une bonne hygiĆØne du sommeil sont Ć©galement des mesures efficaces. Les approches basĆ©es sur la musique, le mouvement, la danse, les massages/le toucher et les activitĆ©s en plein air peuvent elles aussi sā€™ā€ŠavĆ©rer utiles.

DƩsinhibition sexuelle
Une rĆ©flexion personnelle menĆ©e en amont sur le thĆØme de la sexualitĆ© est nĆ©cessaire pour bien gĆ©rer ce type de comportement. MalgrĆ© cela, la dĆ©sinhibition sexuelle peut ĆŖtre vĆ©cue par les soignants comme un harcĆØlement. Il convient de trouver un Ć©quilibre entre les droits individuels des personnes concernĆ©es et la protection des proches aidants et des soignants. Des formations, des Ć©tudes de cas et un processus structurĆ© comprenant une analyse du comportement et des facteurs dĆ©clenchants, ainsi quā€™ā€Šune planification individuelle des soins peuvent avoir un effet prĆ©ventif. Dā€™ā€Šautres mesures sont efficaces: ignorer les remarques inappropriĆ©es, dĆ©tourner lā€™ā€Šattention, interrompre lā€™ā€ŠactivitĆ© de soins en cours, exprimer un Ā«nonĀ» clair, maintenir une distance physique, intĆ©grer deux soignants ou proches aidants dans les soins, donner en main un objet pour faire diversion, restreindre les activitĆ©s, identifier les facteurs dĆ©clenchants, crĆ©er un espace privĆ© et utiliser des techniques de validation.

Vocalisation disruptive
Les pertes de fonctions cognitives, la dĆ©pression, lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ©, les difficultĆ©s langagiĆØres, la privation sensorielle, le manque de sommeil et les douleurs peuvent ĆŖtre Ć  lā€™ā€Šorigine de vocalisations rĆ©pĆ©titives, qui sont trĆØs difficiles Ć  supporter pour lā€™ā€Šentourage. Dans ces cas, les mĆ©dicaments sont inefficaces. Il sā€™ā€Šagit ici de procĆ©der Ć  une anamnĆØse mĆ©dicale et soignante approfondie et de mettre en place un plan de soins individuel orientĆ© sur les causes. Le dĆ©tournement de lā€™ā€Šattention, la mĆ©thode snoezelen, le programme Namaste Care et dā€™ā€Šautres interventions basĆ©es sur la musique, lā€™ā€Šattention et le toucher peuvent aider.

ThƩrapies stabilisant la cognition

Bien que les Ć©tudes Ć  ce sujet soient trĆØs hĆ©tĆ©rogĆØnes, les interventions telles que la stimulation cognitive et la thĆ©rapie par la rĆ©miniscence donnent de bons rĆ©sultats. En lā€™ā€Šoccurrence, les mĆ©thodes centrĆ©es sur la personne et combinĆ©es sont Ć  privilĆ©gier par rapport aux interventions isolĆ©es, en particulier pour le bien-ĆŖtre gĆ©nĆ©ral, la cognition et les effets de transfert.

Processus psychothƩrapeutique

Il existe de nombreuses preuves du succĆØs de la psychothĆ©rapie pour les affections dĆ©mentielles de degrĆ© lĆ©ger Ć  moyen. Les symptĆ“mes tels que la dĆ©pression et lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ© rĆ©pondent particuliĆØrement bien Ć  ce type de prise en charge. La psychothĆ©rapie est Ć©galement efficace pour traiter la dĆ©pression des proches aidants. La thĆ©rapie cognitive comportementale et les interventions ciblĆ©es sur lā€™ā€Šhistoire de vie figurent en tĆŖte de liste des techniques Ć©prouvĆ©es. Les interventions spĆ©cifiquement adaptĆ©es Ć  la personne enregistrent de meilleurs rĆ©sultats que les procĆ©dures standard.

Offres thƩrapeutiques spƩciales

MusicothƩrapie
La musicothĆ©rapie se montre efficace en particulier pour combattre lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ© et la dĆ©pression, mais son effet nā€™ā€Šest pas durable. Elle doit ĆŖtre proposĆ©e de maniĆØre rĆ©guliĆØre, au moins une fois par semaine, et sā€™ā€Šadapter Ć  la structure journaliĆØre de la personne concernĆ©e. Il sā€™ā€Šagit de prendre en compte son vĆ©cu et ses prĆ©fĆ©rences. Cette thĆ©rapie sā€™ā€Šassocie aisĆ©ment avec dā€™ā€Šautres interventions.

Art-thƩrapie
Lā€™ā€Šart-thĆ©rapie se prĆŖte particuliĆØrement bien au traitement de symptĆ“mes tels que la dĆ©pression, lā€™ā€Šapathie, lā€™ā€Šagitation et lā€™ā€ŠagressivitĆ©. Elle est efficace pour autant quā€™ā€Šelle soit adaptĆ©e aux besoins individuels et aux prĆ©fĆ©rences de la personne. En tant que mĆ©dium, lā€™ā€Šart-thĆ©rapie peut Ć©veiller des Ć©motions et, ainsi, rĆ©duire le stress et permettre dā€™ā€ŠexpĆ©rimenter la dĆ©tente. Elle peut favoriser la communication, lā€™ā€Šautonomie dans les activitĆ©s quotidiennes et la rĆ©miniscence.

ThĆ©rapie dā€™ā€Šactivation/ergothĆ©rapie
MalgrĆ© des rĆ©sultats dā€™ā€ŠĆ©tudes trĆØs hĆ©tĆ©rogĆØnes, lā€™ā€ŠergothĆ©rapie est recommandĆ©e. Elle rĆ©duit le travail mĆ©dico-soignant, surtout si elle est structurĆ©e et centrĆ©e sur la personne. Elle sā€™ā€ŠavĆØre efficace aux stades lĆ©ger Ć  moyen de la dĆ©mence.

ThĆ©rapie assistĆ©e par lā€™ā€Šanimal
Dans la thĆ©rapie assistĆ©e par lā€™ā€Šanimal, on opĆØre une distinction entre interventions et activitĆ©s. Il est recommandĆ© de travailler avec des animaux ayant suivi une formation spĆ©cifique. Cette forme de thĆ©rapie a de bons rĆ©sultats en cas de maladies affectives et dā€™ā€Šisolement social et favorise lā€™ā€Šautonomie dans les activitĆ©s du quotidien. Elle amĆ©liore les interactions sociales, la qualitĆ© de vie et la mobilitĆ©.

Acupuncture, acupressure
Chez les personnes atteintes de dĆ©mence, ces mĆ©thodes peuvent aider Ć  combattre la dĆ©pression, lā€™ā€Šagitation, lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ© et les troubles du sommeil, tout en amĆ©liorant la capacitĆ© Ć  exĆ©cuter les tĆ¢ches du quotidien. On note quelques rares effets secondaires, tels que saignements aux points dā€™ā€Šacupuncture, fatigue, somnolence ou vertiges.

ActivitƩ physique et sport
Lā€™ā€ŠinactivitĆ© fait partie des facteurs de risques de la dĆ©mence qui peuvent ĆŖtre modifiĆ©s et des signes Ć©vidents montrent que lā€™ā€ŠactivitĆ© physique a des effets positifs sur les SCPD. On peut proposer des exercices dā€™ā€Šendurance – comme le jogging, la marche, les exercices dā€™ā€ŠĆ©quilibre, le renforcement musculaire, la bicyclette ergomĆ©trique – ainsi quā€™ā€Šune combinaison de toutes ces formes de mouvement. Les effets sont les plus nets sur les troubles du sommeil et la dĆ©pression. Dans ce domaine, il est aussi possible de proposer la danse combinĆ©e Ć  la musique.

Processus de dƩveloppement dans les organisations de la santƩ
Pour rĆ©duire durablement les SCPD, il est nĆ©cessaire de procĆ©der Ć  une modification participative et globale tout Ć  la fois de la culture du traitement, de la prise en charge et des soins. Lā€™ā€Šapplication du cadre de rĆ©fĆ©rence PARIHS (Integrated Promoting Action on Research Implementation in Health Services) du Royal College of Nursing peut renforcer les organisations du secteur de la santĆ©. DĆ©velopper de nouvelles offres et compĆ©tences, mettre en place des processus et une culture du travail plus efficaces, accroĆ®tre les compĆ©tences du personnel, clarifier les rĆ“les et en adopter une vision commune et, enfin, dĆ©velopper la capacitĆ© de lā€™ā€ŠĆ©quipe constituent des facteurs importants Ć  cet Ć©gard.

PharmacothƩrapie

Principes du traitement psychopharmacologique

Si les mesures non pharmacologiques ne suffisent pas, le recours aux mĆ©dicaments peut ĆŖtre une option pour Ć©viter que les SCPD ne mettent en danger la personne concernĆ©e et son entourage, ainsi que pour garantir la rĆ©alisation des examens diagnostiques et la prise en charge. Il est cependant difficile dā€™ā€ŠĆ©mettre des recommandations fondĆ©es sur des preuves, car les Ć©tudes contrĆ“lĆ©es dans ce groupe dā€™ā€ŠĆ¢ge sont rares. Lā€™ā€ŠexpĆ©rience Ā­clinique fois que pour la majoritĆ© dā€™ā€Šā€Šentre elles, la prescription se fait hors Ć©tiquette (3).

Lors du recours Ć  la (psycho)pharmacologie dans ce groupe de patients vulnĆ©rables, il faut prendre en compte deux facteurs: premiĆØrement, leur utilisation est rendue plus complexe en raison dā€™ā€Šā€ŠaltĆ©rations physiologiques et mĆ©taboliques diverses – rĆ©duction de la fonction rĆ©nale, de la motilitĆ© gastro-intestinale, de la perfusion hĆ©patique, de la rĆ©sorption intestinale et des protĆ©ines plasmatiques – ainsi que dā€™ā€Šune sensibilitĆ© augmentĆ©e aux psychotropes. DeuxiĆØmement, la psychopharmacologie comporte un risque accru de mortalitĆ©, dā€™ā€Šaccidents vasculaires cĆ©rĆ©braux et de chutes. Il faut considĆ©rer en outre les effets secondaires cardiaques et mĆ©taboliques ainsi que les modifications de la formule sanguine et les thromboses. Cā€™ā€Šest pourquoi la prescription de ces substances doit obĆ©ir Ć  un certain nombre de principes (Tab. 1).

Lā€™ā€Šadministration de psychotropes doit ĆŖtre limitĆ©e dans le temps et se faire selon une pesĆ©e du bĆ©nĆ©fice/risque. Elle doit ĆŖtre conforme aux indications, prescrite selon le dosage le plus faible possible et se faire sous surveillance. Elle doit ĆŖtre prĆ©cĆ©dĆ©e dā€™ā€Šun examen clinique complet avec anamnĆØse (incluant la famille, lā€™ā€Šentourage et la mĆ©dication), dā€™ā€Šun diagnostic de laboratoire et dā€™ā€Šun ECG. Le diagnostic standard en psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e prend en compte la polymorbiditĆ© et les altĆ©rations organiques cĆ©rĆ©brales (Tab. 2). Il peut ĆŖtre complĆ©tĆ© par un EEG, une Ć©valuation neuropsychologique, un examen du liquide cĆ©phalorachidien et une IRM. Il sā€™ā€Šagit de surveiller en permanence les Ć©ventuels effets secondaires et les interactions mĆ©dicamenteuses. Lā€™ā€Šexamen clinique, le diagnostic de laboratoire et lā€™ā€ŠECG doivent ĆŖtre rĆ©pĆ©tĆ©s rĆ©guliĆØrement au fil du traitement. Si les SCPD sā€™ā€ŠattĆ©nuent, il convient dā€™ā€Šenvisager une rĆ©duction ou un arrĆŖt de la mĆ©dication.

Anti-dƩmentiels

Les inhibiteurs de lā€™ā€ŠacĆ©tylcholinestĆ©rase (AChE) – comme le donĆ©pĆ©zil, la rivastigmine et la galantamine – sont utilisĆ©s dans les formes lĆ©gĆØres Ć  modĆ©rĆ©es de la maladie dā€™ā€ŠAlzheimer, tandis que la mĆ©mantine est indiquĆ©e pour les formes modĆ©rĆ©es Ć  sĆ©vĆØres. Outre leurs effets stabilisateurs de la cognition durant un laps de temps limitĆ©, ces substances ont un impact positif sur les SCPD. Le donĆ©pĆ©zil est le mĆ©dicament le mieux documentĆ©. Des mĆ©ta-analyses rĆ©centes montrent un effet modĆ©rĆ© des AChE avant tout en cas dā€™ā€Šapathie, de dĆ©pression et dā€™ā€ŠirritabilitĆ©, tandis que la mĆ©mantine semble efficace surtout pour les symptĆ“mes comme lā€™ā€Šagitation, lā€™ā€ŠagressivitĆ©, les idĆ©es dĆ©lirantes et les hallucinations. Ils sont mieux tolĆ©rĆ©s que dā€™ā€Šautres psychotropes en cas de SCPD et il est prouvĆ© que les AChE rĆ©duisent le risque de mortalitĆ©. Ils permettent de rĆ©duire le recours Ć  dā€™ā€Šautres psychotropes. En raison de leur profil bĆ©nĆ©fice/risque positif et de leur bonne tolĆ©rance, ces substances sont recommandĆ©es comme mĆ©dicaments de premiĆØre intention en cas de SCPD. (Fig. 1)


Lā€™ā€Šextrait standardisĆ© de ginkgo biloba figure parmi les substances produisant des effets cognitifs et neuroprotecteurs. De par les modifications des neurotransmetteurs quā€™ā€Šil induit, des effets sur les symptĆ“mes comme lā€™ā€ŠanxiĆ©tĆ©, la dĆ©pression, lā€™ā€ŠirritabilitĆ©, lā€™ā€Šagitation, les troubles du sommeil, les idĆ©es dĆ©lirantes et les hallucinations ont Ć©tĆ© dĆ©montrĆ©s. Une bonne adhĆ©sion au traitement amĆ©liore son efficacitĆ©.

AntidƩpresseurs

La moitiĆ© des personnes atteintes dā€™ā€Šune affection dĆ©mentielle prĆ©sentent des symptĆ“mes dĆ©pressifs. Leur dĆ©tection prĆ©coce et un traitement efficace peuvent contribuer Ć  amĆ©liorer la cognition et lā€™ā€Šautonomie dans les gestes du quotidien. Dans les cas de dĆ©mence, les inhibiteurs sĆ©lectifs de la recapture de la sĆ©rotonine (ISRS), tels que citalopram/escitalopram, affichent les meilleures preuves cliniques. Ils sont utilisĆ©s comme antidĆ©presseurs de premiĆØre intention et sont Ć©galement efficaces en cas dā€™ā€Šagitation. ƀ noter quā€™ā€Šils font lā€™ā€Šobjet dā€™ā€Šun avertissement Ā«boĆ®te noireĀ» Ć  cause de lā€™ā€Šallongement de lā€™ā€Šintervalle QTc. Des ECG rĆ©guliers sont donc nĆ©cessaires.

Les antidĆ©presseurs tricycliques ne sont pas conseillĆ©s pour les sujets Ć¢gĆ©s, car ils comportent un risque dā€™ā€Šeffets secondaires anticholinergiques. Vu son potentiel Ć©levĆ© dā€™ā€Šinteraction avec dā€™ā€Šautres mĆ©dicaments, la fluoxĆ©tine nā€™ā€Šest pas recommandĆ©e non plus. Si aucune recommandation ne peut ĆŖtre Ć©mise pour lā€™ā€ŠagomĆ©latine et la trazodone en cas de dĆ©pression, ces substances ont de bons rĆ©sultats contre les troubles du sommeil. Il nā€™ā€Šexiste pour lā€™ā€Šheure aucune recommandation pour la mirtazapine. En revanche, le lobĆ©mide peut ĆŖtre envisagĆ©.

Lors de lā€™ā€Šutilisation dā€™ā€ŠantidĆ©presseurs, il convient de procĆ©der Ć  des Ć©valuations cliniques rĆ©guliĆØres avec surveillance des effets secondaires. Si le mĆ©dicament nā€™ā€Šest pas efficace au bout de 4 Ć  6 semaines, la mĆ©dication peut ĆŖtre modifiĆ©e.

Antipsychotiques

Lorsque dā€™ā€Šautres traitements alternatifs ne suffisent pas, il est possible dā€™ā€Šenvisager une intervention au moyen dā€™ā€Šantipsychotiques pour cibler les symptĆ“mes tels que les idĆ©es dĆ©lirantes, les hallucinations, lā€™ā€Šagitation et lā€™ā€ŠagressivitĆ© (3). Le recours Ć  ces substances sā€™ā€Šaccompagne cependant dā€™ā€Šun taux Ć©levĆ© de mortalitĆ© et dā€™ā€Šeffets secondaires, comme le syndrome extrapyramidal (EPS) moteur, la sĆ©dation, des symptĆ“mes cardiaques, une dysrĆ©gulation orthostatique, des altĆ©rations mĆ©taboliques, une baisse des capacitĆ©s cognitives et une augmentation du risque dā€™ā€Šaccidents vasculaires cĆ©rĆ©braux. Cā€™ā€Šest pourquoi il convient de limiter la durĆ©e du traitement et de prescrire le dosage le plus faible possible. Le traitement doit en outre ĆŖtre prĆ©cĆ©dĆ© dā€™ā€Šune anamnĆØse clinique, dā€™ā€Šun ECG et de contrĆ“les de laboratoire. Les interactions et les effets secondaires seront surveillĆ©s et lā€™ā€Šindication sera rĆ©examinĆ©e toutes les quatre semaines.

Les antipsychotiques atypiques sont Ć  privilĆ©gier en raison de leur meilleur profil bĆ©nĆ©fice/risque. Les antipsychotiques typiques ne sont en effet pas recommandĆ©s pour les personnes atteintes de dĆ©mence, notamment parce quā€™ā€Šils provoquent souvent des EPS et ont des effets secondaires anticholinergiques. Lā€™ā€ŠhalopĆ©ridol constitue une exception. Il est utilisĆ© dans les transitions vers lā€™ā€ŠĆ©tat confusionnel, ainsi quā€™ā€Šen cas dā€™ā€ŠagressivitĆ© persistante et de symptĆ“mes psychotiques.

La rispĆ©ridone (0.5–2 mg/j) est le seul antipsychotique atypique autorisĆ© en Suisse pour traiter les SCPD. Lā€™ā€Šutilisation des autres mĆ©dicaments de cette catĆ©gorie se fait hors Ć©tiquette. Si la rispĆ©ridone ne peut pas ĆŖtre prescrite en raison de ses effets secondaires (surtout EPS), lā€™ā€Šaripiprazole, la quĆ©tiapine, lā€™ā€Šolanzapine et, depuis peu, le brexpiprazole constituent des solutions de rechange. Lors du recours Ć  ces substances, il y a lieu de prendre en compte les critĆØres tels que le spectre dā€™ā€Šaction (pouvoir sĆ©datif/effet antipsychotique Ć©levĆ©), le faible effet anticholinergique, le profil dā€™ā€Šeffets secondaires et les comorbiditĆ©s. Autant que possible, il convient de les administrer en monothĆ©rapie. Si, lors de la vĆ©rification de lā€™ā€Šindication au bout de quatre semaines, lā€™ā€ŠarrĆŖt du traitement est dĆ©cidĆ©, celui-ci doit se faire aprĆØs communication avec la personne concernĆ©e/ses proches et de maniĆØre graduelle. La rĆ©apparition de SCPD doit ĆŖtre surveillĆ©e toutes les 2 Ć  4 semaines durant cette Ć©tape.

BenzodiazƩpines et hypnotiques analogues

Les benzodiazĆ©pines et hypnotiques analogues peuvent provoquer une sĆ©rie dā€™ā€Šeffets secondaires, tels que la sĆ©dation, les troubles psychomoteurs et un ralentissement des fonctions exĆ©cutives. Ces substances peuvent Ć©galement ĆŖtre Ć  lā€™ā€Šorigine des Ć©tats confusionnels, causer des chutes et entraĆ®ner une addiction si le traitement est administrĆ© sur une longue durĆ©e. Cā€™ā€Šest la raison pour laquelle elles ne sont pas recommandĆ©es en cas de SCPD (3). Si ces mĆ©dicaments doivent tout de mĆŖme ĆŖtre prescrits en cas dā€™ā€Šurgence – agitation extrĆŖme, agressivitĆ© ou risques suicidaires –, ils seront administrĆ©s pendant une durĆ©e limitĆ©e (au max. 3 Ć  4 semaines, car ensuite il se dĆ©veloppe une accoutumance) Ć  titre de rĆ©serve et non comme traitement rĆ©gulier. Du fait du risque de cumul, il ne faudrait en principe prescrire que des substances prĆ©sentant une demi-vie brĆØve (lorazepam, oxazepam). Les benzodiazĆ©pines ne sont pas indiquĆ©es en cas de troubles du sommeil. Pour les hypnotiques de type benzodiazĆ©pine, il existe certes une indication pour les troubles chroniques du sommeil, mais pour les personnes atteintes de dĆ©mence, les restrictions associĆ©es aux benzodiazĆ©pines sā€™ā€Šappliquent.

Substances Ć  action hypnotique

En cas dā€™ā€Šinsomnie – en particulier si une administration Ć  long terme paraĆ®t nĆ©cessaire –, dā€™ā€Šautres substances peuvent ĆŖtre utilisĆ©es, sous rĆ©serve de prendre en compte lā€™ā€Šimage psychopathologique dans son ensemble, ainsi que le profil des effets secondaires (3). Les antidĆ©presseurs inducteurs de sommeil, tels que la trazodone, la mirtazapine et lā€™ā€ŠagomĆ©latine, sont indiquĆ©s en particulier pour les troubles du sommeil associĆ©s Ć  une dĆ©pression prĆ©existante. Il convient dā€™ā€ŠĆ©viter les prĆ©parations ayant des effets secondaires anticholinergiques. Les antipsychotiques tels que la quetiapine et la pipampĆ©rone sont souvent utilisĆ©s en raison de leur effet sĆ©datif. En pareil cas, il sā€™ā€Šagit de respecter les principes de la thĆ©rapie psychopharmacologique et de limiter la durĆ©e du traitement.

Les agonistes des rĆ©cepteurs de la mĆ©latonine, la prĆ©gabaline et la gabapentine semblent donner de bons rĆ©sultats pour les troubles du sommeil chez les personnes atteintes de dĆ©mence. Le chloralhydrate, le clomethiazol, la diphĆ©nhydramine, la doxylamine et la promethazine ne devraient pas ĆŖtre administrĆ©s en cas de dĆ©mence. De nouvelles substances, telles que les antagonistes des rĆ©cepteurs de lā€™ā€Šorexine, sont en cours de dĆ©veloppement.

Anticonvulsifs et stabilisateurs de lā€™ā€Šhumeur

Si la carbamazĆ©pine est efficace en cas dā€™ā€ŠagressivitĆ©, elle nā€™ā€Šest pas recommandĆ©e comme mĆ©dicament de premiĆØre ni de deuxiĆØme intention en cas de SCPD en raison de ses effets secondaires, tels que lā€™ā€Šataxie, les vertiges, lā€™ā€Šhypotonie, les Ć©tats confusionnels, la sĆ©dation et la toxicitĆ© hĆ©patique (3). Sa prescription se fait hors Ć©tiquette, et des contrĆ“les de laboratoire rĆ©guliers sont nĆ©cessaires. La gabapentine et la prĆ©gabaline constituent une solution de rechange, surtout en cas de douleurs neuropathiques liĆ©es Ć  une comorbiditĆ©. MalgrĆ© un manque de preuves scientifiques, il est Ć©galement possible de recourir Ć  la lamotrigine en raison de son faible taux dā€™ā€Šeffets secondaires. Cependant, comme son dosage doit ĆŖtre augmentĆ© progressivement, elle nā€™ā€Šest pas appropriĆ©e comme mĆ©dication aiguĆ«. Le topiramate peut causer des troubles cognitifs. Aucune recommandation ne peut ĆŖtre Ć©mise pour lā€™ā€Šheure concernant le lĆ©vĆ©tiracĆ©tam. Lā€™ā€Šoxcarbazine, le valproate et le lithium ne sont pas prĆ©conisĆ©s en raison de leur profil dā€™ā€Šeffets secondaires dĆ©favorable. Les donnĆ©es disponibles pour le lacosamide, le pĆ©rampanel et le brivaracetam ne sont pas suffisantes pour autoriser une recommandation.

AnalgƩsiques

Les douleurs peuvent provoquer des SCPD ou les renforcer, en particulier lā€™ā€Šagitation et lā€™ā€ŠagressivitĆ© (3), raison pour laquelle le traitement de la douleur fait partie de la prise en charge de ces symptĆ“mes. Les personnes atteintes de dĆ©mence ne sont cependant pas toujours en mesure dā€™ā€Šexprimer leurs douleurs. DĆØs lors, il convient dā€™ā€ŠĆ©largir lā€™ā€ŠĆ©valuation en utilisant des outils dā€™ā€ŠhĆ©tĆ©ro-Ć©valuation, comme le PAINAD (Pain Assessment in Advanced Dementia Scale).

Pour le traitement des douleurs neuropathiques chez les personnes Ć¢gĆ©es, les substances suivantes sont recommandĆ©es: duloxĆ©tine comme antidĆ©presseur, gabapentine, prĆ©gabaline et lidocaĆÆne pour une application topique, enfin tramadol et oxycodone comme opioĆÆdes. ƀ noter que les opioĆÆdes doivent ĆŖtre utilisĆ©s avec circonspection et de maniĆØre limitĆ©e dans le temps, en raison de leur effet sĆ©datif et dĆ©lirogĆØne et de leur potentiel addictif. Pour les sujets Ć¢gĆ©s, les mĆ©dicaments suivants devraient ĆŖtre Ć©vitĆ©s: indomĆ©tacine, acĆ©mĆ©tacine, kĆ©toprofĆØne, piroxicam, mĆ©loxicam, phĆ©nylbutazone, Ć©toricoxib et pĆ©thidine. On recourt aussi de plus en plus aux cannabinoĆÆdes, qui sont surtout efficaces contre lā€™ā€Šagitation.

Processus biologiques

LuminothƩrapie
La luminothĆ©rapie donne de bons rĆ©sultats pour traiter les troubles du rythme circadien veille – sommeil, ainsi que le sundowning, marquĆ© par une agitation Ć  lā€™ā€Šapproche du soir (3). On utilise la lumiĆØre blanche avec le spectre entier jusquā€™ā€ŠĆ  une limite infĆ©rieure de 400 nm. Lā€™ā€Šapplication est de 2500 lux pendant deux heures ou de 10 000 lux pendant 30 minutes. Pour lā€™ā€ŠĆ©clairage dā€™ā€Šune piĆØce, 1000 lux suffisent.

Privation de sommeil / thƩrapie de rƩveil
La privation de sommeil (nuit entiĆØre, premiĆØre ou seconde partie de la nuit) est efficace en cas de dĆ©pression. Les troubles organiques cĆ©rĆ©braux constituent cependant une relative contre-indication, car la privation de sommeil peut conduire Ć  une aggravation gĆ©nĆ©rale de lā€™ā€ŠĆ©tat de santĆ© et Ć  des Ć©tats confusionnels. Cā€™ā€Šest pourquoi cette mĆ©thode nā€™ā€Šest pas recommandĆ©e.

ƉlectroconvulsivothĆ©rapie (ECT)

MalgrĆ© le manque dā€™ā€ŠĆ©tudes contrĆ“lĆ©es, lā€™ā€ŠECT est considĆ©rĆ©e comme un procĆ©dĆ© efficace pour les SCPD rĆ©fractaires aux traitements, notamment lā€™ā€Šagitation et lā€™ā€ŠagressivitĆ©. En prĆ©sence dā€™ā€Šune dĆ©mence prĆ©existante, elle nā€™ā€Šaggrave pas la cognition de maniĆØre durable. Les principaux effets secondaires relevĆ©s sont la confusion et des troubles cognitifs rĆ©versibles. Lā€™ā€ŠECT peut ĆŖtre une option lorsquā€™ā€Šil nā€™ā€Šest pas possible de recourir aux mĆ©dicaments. Dans la plupart des cas cependant, il nā€™ā€Šest pas possible de recueillir le consentement Ć©clairĆ© de la personne concernĆ©e, raison pour laquelle le traitement doit ĆŖtre discutĆ© avec les proches ou les personnes assurant la prise en charge, ce qui pose des exigences trĆØs Ć©tendues en matiĆØre de devoir dā€™ā€Šinformer.

Stimulation magnétique transcrânienne répétitive (rTMS)
La rTMS a des propriĆ©tĆ©s neuromodulatrices et stimule la plasticitĆ© neuronale. Ce traitement est en particulier efficace pour les personnes souffrant de dĆ©mence et de dĆ©pression. Les effets secondaires possibles sont des maux de tĆŖte, des vertiges, des lĆ©sions auditives et, plus rarement, des crises dā€™ā€ŠĆ©pilepsie. Il y a une contre-indication chez les personnes porteuses de matĆ©riel ferromagnĆ©tique – comme les implants cochlĆ©aires et les stimulateurs cardiaques –, ainsi que chez les personnes ayant dĆ©jĆ  des problĆØmes auditifs ou des antĆ©cĆ©dents Ć©pileptiques. Les donnĆ©es manquent encore pour Ć©mettre une recommandation concernant dā€™ā€Šautres procĆ©dĆ©s interventionnels comme la stimulation cĆ©rĆ©brale profonde ou la stimulation du nerf vague.

SCPD et communication

Une bonne communication peut aider Ć  amĆ©liorer le bien-ĆŖtre des personnes concernĆ©es ainsi quā€™ā€ŠĆ  rĆ©duire leur stress et leur anxiĆ©tĆ© (3). Elle peut Ć©galement contribuer Ć  abaisser le niveau de stress des proches aidants et des personnes assurant la prise en charge. De faƧon gĆ©nĆ©rale, il y a lieu de mettre en place une communication ouverte, valorisante et tournĆ©e vers la personne. Lorsque les capacitĆ©s langagiĆØres sont amoindries, la communication non verbale – comprenant des Ć©lĆ©ments comme les expressions du visage, le ton de la voix, la gestuelle, le toucher et la position corporelle – gagne en importance. Il sā€™ā€Šagit dā€™ā€Šadapter le rythme de la communication Ć  la personne concernĆ©e et de se concentrer sur des mots clĆ©s. Si la capacitĆ© de comprĆ©hension est diminuĆ©e, il convient dā€™ā€Šutiliser davantage de gestes accompagnant la parole, de souligner les mots les plus importants, de rythmer lā€™ā€Šexpression et de rĆ©pĆ©ter les informations.
La thĆ©rapie dā€™ā€Šorientation vers la rĆ©alitĆ©, la thĆ©rapie par la rĆ©miniscence et la validation constituent des procĆ©dures validĆ©es permettant dā€™ā€ŠamĆ©liorer lā€™ā€Šorientation, les souvenirs et, ainsi, de valoriser et dā€™ā€Šaccepter la rĆ©alitĆ© subjective des personnes concernĆ©es. Lā€™ā€ŠentraĆ®nement Ć  la communication pour les soignants et les proches aidants sā€™ā€ŠavĆØre lui aussi un facteur important: les connaissances thĆ©oriques sur les dĆ©fis spĆ©cifiques et les techniques de communication, tout comme les exercices pratiques et les simulations sont des aides prĆ©cieuses. Des procĆ©dĆ©s de tĆ©lĆ©mĆ©decine sont Ć©galement testĆ©s depuis quelques annĆ©es. MalgrĆ© des difficultĆ©s liĆ©es Ć  la technique ou aux rĆ©glementations, les vidĆ©oconfĆ©rences pour des interventions centrĆ©es sur les patients et des interventions par tĆ©lĆ©phone se sont avĆ©rĆ©es efficaces auprĆØs des proches aidants et des personnes assurant la prise en charge. Ces mĆ©thodes rĆ©duisent les SCPD et accroissent le bien-ĆŖtre, tout en Ć©tant bien acceptĆ©es.

Egemen Savaskan 1
Dan Georgescu 2
Stefanie Becker 3
Brigitte Benkert 4
Andreas Blessing 5
Markus Bürge 6
Ansgar Felbecker 7
Martin Hatzinger 8
Ulrich Michael Hemmeter 9
Therese Hirsbrunner 8
Stefan Klƶppel 10
Gabriela Latour Erlinger 1
Finn Jacob Lornsen 10
Theofanis Ngamsri 1
Jessica Peter 10
Mathias Schlƶgl 11
Marc Sollberger 12
Henk Verloo 13
Samuel Vƶgeli 4
Franziska Zúñiga 4

1 Clinique de psychiatrie de la personne âgée, Clinique psychiatrique universitaire de Zurich
2 Clinique de psychiatrie de consultation, de psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e et de neuropsychiatrie, Services psychiatriques d’Argovie
3 Alzheimer Suisse
4 Sciences infirmiĆØres – Nursing Science (INS), DĆ©partement Public Health, UniversitĆ© de BĆ¢le
5 Cabinet de neuropsychologie, Kreuzlingen
6 BESAS Centre hospitalier bernois pour la médecine des personnes âgées, Siloah
7 Clinique de neurologie, HƓpital cantonal de Saint-Galll
8 Services psychiatriques, HƓpitaux de Soleure
9 Psychiatrische Dienste Graubünden, Chur, Psychiatrie et psychothérapie de la personne âgée, Centre de psychiatrie Appenzell, Herisau, Gérontopsychiatrie
10 Clinique universitaire de psychiatrie de la personne âgée et psycho­thérapie, Université de Berne, Services psychiatriques universitaires de Berne (UPD)
11 Service de gƩriatrie, DƩpartement de mƩdecine interne, Clinique Barmelweid
12 Memory Clinic, Médecine universitaire pour les personnes âgées FELIX PLATTER/Clinique neurologique, HÓpital universitaire de Bâle
13 Service universitaire de psychiatrie de l’âge avancĆ©, Centre hospitalier universitaire vaudois/Haute Ɖcole spĆ©cialisĆ©e de Suisse occidentale HES-SO Valais

Article approuvƩ et validƩ par les auteurs suivants pour les sociƩtƩs spƩcialisƩes mentionnƩes:
SPPA: Société suisse de psychiatrie et psychothérapie de la personne âgée: E. Savaskan, D. Georgescu, U.M. Hemmeter, S. Klöppel
Alzheimer Suisse: S. Becker
SPSG: Société professionnelle suisse de gériatrie: M. Bürge, M. Schlögl SSN: Société suisse de neurologie: A. Felbecker, M. Sollberger
SSBP: SociƩtƩ suisse de psychiatrie biologique: M. Hatzinger
SMC: Swiss Memory Clinics: A. Felbecker
ASI: Association suisse des infirmiĆØres et infirmiers: T. Hirsbrunner
APSI: Association suisse pour les sciences infirmières: B. Benkert, T. Hirsbrunner, F. Zuñiga, S. Vögeli
La SociƩtƩ Suisse de psychiatrie et psychothƩrapie (SSPP) soutient les prƩsentes recommandations.

AbrĆ©viations utilisĆ©es dans lā€™ā€Šarticle
AChE Inhibiteurs de lā€™ā€ŠacĆ©tylcholinestĆ©rase
ALT Alanine aminotransfƩrase
AST Aspartate aminotransfƩrase
BEHAVE-AD Behavioral Pathology in Alzheimerā€™ā€Šs Disease Rating Scale
BESA Système de saisie et de décompte des résidents
CAM Confusion Assessment Method
IACM Inventaire dā€™ā€Šagitation de Cohen-Mansfield
CRP ProtƩine C-rƩactive
DA DƩmence de type Alzheimer
DICE Describe, Investigate, Create and Evaluate
DOS Delirium Observation Scale
ECT ThƩrapie par Ʃlectrochocs
EDG Ɖchelle de dĆ©pression gĆ©riatrique
EPS Syndrome extrapyramidal moteur
Gamma-GDT, GGT Gamma-glutamyl transfƩrase
GLDH Glutamate deshydrogƩnase
i-PARIHS Integrated Promoting Action on Research Ā­Implementation in Health Services
IdA SystĆØme dā€™ā€ŠĆ©valuation innovant axĆ© sur la dĆ©mence
ISRS Inhibiteurs sƩlectifs de la recapture de la sƩrotonine
NDB Need-Driven Dementia-Compromised Behavior-Mode
NPI Inventaire neuropsychiatrique
NPI-Q Questionnaire de lā€™ā€Šinventaire neuropsychiatrique
PAINAD Pain Assessment in Advanced Dementia Scale
RAI Outil dā€™ā€ŠĆ©valuation des rĆ©sidents
rTMS Stimulation magnétique transcrânienne répétitive
SCPD SymptƓmes comportementaux et psychiques de la dƩmence
SPPA Société suisse de psychiatrie et psychothérapie de la personne âgée
TIME Targeted Interdisciplinary Model for Evaluation and Treatment of Neuropsychiatric Symptoms
TSH ThyrƩostimuline
VS Vitesse de sƩdimentation

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Avec l’aimable soutien de:

Pr Egemen Savaskan

Clinique de psychiatrie de la personne âgée
Clinique psychiatrique universitaire de Zurich
Minervastrasse 145
case postale
8032 Zurich

egemen.savaskan@pukzh.ch

Les auteurs nā€™ā€Šont pas dĆ©clarĆ© de conflit dā€™ā€ŠintĆ©rĆŖts en rapport avec cet article.

  • Les SCPD tels que la dĆ©pression, lā€™ā€Šapathie, lā€™ā€Šagitation/agressivitĆ©, les idĆ©es dĆ©lirantes et les hallucinations sont pesantes pour les personnes concernĆ©es, les proches et le personnel spĆ©cialisĆ© assurant la prise en charge. Leur traitement consiste en prioritĆ© en mesures non pharmacologiques/psychosociales. Le recours aux psychotropes peut ĆŖtre nĆ©cessaire selon les situations, mais dans ce groupe de patients prĆ©sentant des comorbiditĆ©s, il peut sā€™ā€Šaccompagner dā€™ā€Šeffets secondaires et prĆ©senter un risque dā€™ā€Šinteractions.
  • Des recommandations basĆ©es sur des preuves et sur lā€™ā€ŠexpĆ©rience clinique, qui suivent une approche interprofessionnelle et interdisciplinaire, prĆ©sentent les possibilitĆ©s actuelles de diagnostic et de traitement.
  • Les options thĆ©rapeutiques non pharmacologiques devraient ĆŖtre privilĆ©giĆ©es et se poursuivre mĆŖme sā€™ā€Šil y a prescription de psychotropes.
  • En cas de recours aux psychotropes, il convient de respecter les normes mĆ©dicales actuelles, de rƩƩvaluer rĆ©guliĆØrement lā€™ā€Šindication et de veiller Ć  limiter la durĆ©e du traitement. Si lā€™ā€Šutilisation de ces substances se fait hors Ć©tiquette, le traitement doit sā€™ā€Šorienter sur les guidelines des sociĆ©tĆ©s spĆ©cialisĆ©es.

1. Savaskan E, Bopp-Kistler I, Buerge M et al. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der behavioralen und psychologischen Symptome der Demenz (BPSD). Praxis. 2014; 103(3): 135–148.
2. Savaskan E, Bopp-Kistler I, Buerge M et al. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der behavioralen und psychologischen Symptome der Demenz (BPSD) – version longue. https://www.sgap-sppa.ch/fileadmin/user_ upload/Empfehlungen_zur_Diagnostik_und_Therapie_der_BPSD_-_No- vember_2014.pdf
3. Savaskan E, Georgescu D, Zuniga F (Hrsg.). Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Behavioralen und Psychischen Symptome der Demenz (BPSD). Bern; Hogrefe: 2024.

Le patient avec douleurs complexes en pratique

Lors des ZAIM MediDays de cette annĆ©e Ć  Zurich, le Dr Barbara Jungner, Dr Florian KƤs, Dr Henrik Fredrich et Dr Daniel Friis du Service ambulatoire pour la mĆ©decine de la douleur diagnostique et thĆ©rapeutique Ć  lā€Šā€™Institut dā€Šā€™anesthĆ©siologie de lā€Šā€™USZ (HĆ“pital universitaire de Zurich) ont prĆ©sentĆ© des exemples de cas tirĆ©s de leur pratique. Voici notre rĆ©sumĆ©.

Selon le Dr Friis, la douleur est un phĆ©nomĆØne complexe qui peut se manifester sous des formes et des intensitĆ©s trĆØs diverses. Selon lā€Šā€™International Association for the Study of Pain (IASP), la dou- leur est dĆ©finie comme une expĆ©rience sensorielle et Ć©motion- nelle dĆ©sagrĆ©able, associĆ©e Ć  une lĆ©sion tissulaire rĆ©elle ou poten- tielle ou dĆ©crite comme telle.

Formes de douleur, mƩcanisme de la douleur

Il existe diffƩrentes formes de douleurs, chacune ayant des cau- ses et des mƩcanismes spƩcifiques:
Nociceptif: stimulus nociceptif, protection
→ Seuil dā€Šā€™excitation Ć©levĆ©
Inflammatoire: inflammation, guérison Neuropathique: lésion du système nerveux
→ Seuil dā€Šā€™excitation bas
Nociplastique: pas de stimulus nociceptif, pas de lĆ©sion neuro- pathique, pas dā€Šā€™inflammation
Le traitement est multimodal et interdisciplinaire Ć  lā€Šā€™aide du modĆØle biopsychosocial: celui-ci comprend lā€Šā€™Ć©ducation, la thĆ©- rapie psychologique, la thĆ©rapie mĆ©dicamenteuse, la thĆ©rapie physique et la thĆ©rapie interventionnelle.

Vignette clinique

Lā€Šā€™intervenant a prĆ©sentĆ© un patient nĆ© en 1952, adressĆ© par son mĆ©decin de famille. Il souffre dā€Šā€™un syndrome cervico-brachial gauche chronique sans dĆ©ficit neurologique. Les diagnostics secondaires sont une hypertension artĆ©rielle et une maladie coro- narienne. Le patient a Ć©tĆ© adressĆ© pour des douleurs cervicales. La clinique comprend des douleurs nucales qui sā€Šā€™Ć©tendent de la rĆ©gion cervicale infĆ©rieure Ć  la rĆ©gion scapulaire sans dĆ©ficit sensitivo-moteur. La physiothĆ©rapie permet dā€Šā€™obtenir une rĆ©duction des douleurs Ć  court terme. Le patient a constatĆ© que cā€Šā€™est surtout le travail physique, comme le jardinage, qui provoque des exacerbations de la douleur.

Une IRM de la colonne vertĆ©brale cervicale montre des modifications dĆ©gĆ©nĆ©ratives multisegmentaires avec des protrusions discales au niveau C6/7, Ć  prĆ©dominance droite. Il nā€Šā€™y a pas de signes de compression de la moelle Ć©piniĆØre ni de rĆ©trĆ©cissement spinocĆ©rĆ©belleux. Lā€Šā€™orateur a fait rĆ©fĆ©rence Ć  la classification CIM-11 (OMS depuis 2023). La proposition thĆ©rapeutique pour ce cas consiste en une infiltration loco dolenti avec des anesthĆ©siques locaux (lidocaĆÆne/carbostĆ©sine), qui entraĆ®ne une rĆ©duction significative de la douleur. La rĆ©pĆ©tition de la procĆ©dure donne le mĆŖme rĆ©sultat.

Le diagnostic diffĆ©rentiel comprend une problĆ©matique muscu- laire cervicale (muscles scalĆØnes, sterno-clĆ©ido-mastoĆÆdien), une problĆ©matique osseuse (clavicules, sternum), une problĆ©matique neurologique (plexus axillaire, racines nerveuses cervicales) ainsi quā€Šā€™une problĆ©matique vasculaire (vasa subclavia) et intrathoracique (poumon, plĆØvre).

Le syndrome du défilé thoracobrachial («TOS»)

Le TOS (de lā€Šā€™anglais thoracic outlet syndrome) – Ć©galement appelĆ© syndrome de compression neurovasculaire – se manifeste Ć  proximitĆ© du plexus brachial et des vasa subclavia, entre la clavicule et la premiĆØre cĆ“te, et prĆ©sente une incidence de 1–3/100 000. On en distingue trois types: Les TOS neurologiques (nTOS), qui comprennent la douleur, lā€Šā€™hypo/dysesthĆ©sie, la paresthĆ©sie et la faiblesse musculaire, les TOS veineuses (vTOS), qui sā€Šā€™accompagnent de gonflements, de douleurs, de thrombose, et les TOS artĆ©rielles (aTOS), qui prĆ©sentent des symptĆ“mes dā€Šā€™ischĆ©mie et de claudication ainsi que la formation de thrombus. Le diagnostic est difficile Ć  Ć©tablir.

Lā€Šā€™examen clinique comprend le test de tension des membres supĆ©rieurs (Upper limb tension test), lā€Šā€™imagerie par radiographie et IRM, lā€Šā€™examen neurologique (Ć©lectro- neuro-myographie) ainsi que lā€Šā€™infiltration locale dans la rĆ©gion des muscles scalĆØnes (bloc interscalĆ©nique). Le traitement est conservateur et fait appel Ć  la physiothĆ©rapie pour corriger la mauvaise posture et le dĆ©sĆ©quilibre musculaire. Selon besoin, une opĆ©ration de dĆ©compression avec rĆ©section partielle de la premiĆØre cĆ“te et scalĆ©notomie peut ĆŖtre rĆ©alisĆ©e.

Vignette clinique

Le Dr Henrik Fredrich a prĆ©sentĆ© un autre cas. Il sā€Šā€™agissait dā€Šā€™une patiente de 17 ans, souffrant depuis environ un an de douleurs pĆ©riombilicales droites, sans irrĆ©gularitĆ©s fĆ©cales ni allodynie. Un Ć©pisode similaire sā€Šā€™Ć©tait produit il y a 6 ans. Le diagnostic avant lā€Šā€™admission comprenait diverses entĆ©ro-pathies avec divers examens radiologiques, dont une IRM native et dynamique de lā€Šā€™abdomen avec moyen de contraste. Ces examens nā€Šā€™ont toutefois pas donnĆ© de rĆ©sultats concluants.

Diagnostic/ThƩrapie

• Lā€Šā€™infiltration loco dolenti pĆ©riombilicale droit a entraĆ®nĆ© un soulagement significatif de la douleur sur une pĆ©riode de six heures.
• Bloc plan diagnostique du transverse de lā€Šā€™abdomen Ć  droite, nouveau soulagement significatif de la douleur pendant lā€Šā€™ac- tion de lā€Šā€™anesthĆ©sique local (LA).
• Bloc plan thĆ©rapeutique du transverse de lā€Šā€™abdomen droit, dont lā€Šā€™effet nā€Šā€™a de nouveau Ć©tĆ© observĆ© que dans la fenĆŖtre temporelle du LA, suivi dā€Šā€™une augmentation de la douleur.
→ Ceci permet dā€Šā€™exclure une dĆ©sensibilisation locale.

Autre thƩrapie

• Dans le cadre dā€Šā€™une perfusion test de lidocaĆÆne plus kĆ©tamine, on a pu observer une amĆ©lioration de lā€Šā€™effet de la lidocaĆÆne avec une rĆ©duction de la douleur dā€Šā€™environ deux semaines.
• Une sĆ©rie de perfusions de lidocaĆÆne suivies dā€Šā€™une thĆ©rapie par radiofrĆ©quence pulsĆ©e a donc Ć©tĆ© mise en place, avec seulement une amĆ©lioration Ć  court terme.
• Le dernier traitement a Ć©tĆ© la cryoablation du tissu douloureux abdominal et de la rĆ©gion pĆ©riombilicale droite. Ceci a permis de supprimer les douleurs pendant un an.

ThƩrapie dƩfinitive

• Environ un an aprĆØs la cryoablation, les douleurs se sont Ć  nou- veau manifestĆ©es.
• Une nouvelle infiltration loco dolenti a Ć©tĆ© rĆ©alisĆ©e, avec Ć  chaque fois une nette rĆ©duction de la douleur.
• La dĆ©cision de procĆ©der Ć  une neurotomie chirurgicale et Ć  une rĆ©section partielle des nerfs Th 10 et Th 11 dans la ligne axil- laire antĆ©rieure droite a Ć©tĆ© prise environ deux ans aprĆØs le pre- mier contact de la patiente avec le service. Depuis, il nā€Šā€™y a plus de douleurs.

A.C.N.E.S.

Le « Abdominal (anterior/acute) Cutaneous Nerve Entrapment Syndrome » se caractérise par des douleurs dans la paroi abdominale dues à un coincement de la branche cutanée antérieure des nerfs intercostaux.

Signes cliniques

• La douleur est Ć©troitement localisĆ©e, le plus souvent dans la partie infĆ©rieure droite de lā€Šā€™abdomen, mais elle peut en prin- cipe ĆŖtre ressentie dans toute la paroi abdominale.
• Test de pincement positif
– Exacerbation de la douleur par pincement
• Signe de Carnett positif: Exacerbation de la douleur par la contraction des muscles abdominaux
• Autres signes cliniques
– Allodynie, hypo-/hyperesthĆ©sie, hyperalgĆ©sie

Options thƩrapeutiques

• Infiltration Ć  lā€Šā€™endroit des douleurs (loco dolenti)
• SENT (stimulation Ć©lectrique nerveuse transcutanĆ©e)
• Neurodol Tissugel
• Neurectomie
«Quand on est confronté à des douleurs abdominales, ne pas oublier ACNES».

Vignette clinique

Le Dr Florian KƤs a prĆ©sentĆ© une femme de 64 ans souffrant de cĆ©phalĆ©es en grappe chroniques et de migraines. Les symptĆ“mes sā€Šā€™Ć©taient manifestĆ©s pour la premiĆØre fois au cours de lā€Šā€™Ć©tĆ© 2014 et Ć©taient localisĆ©s dans la partie gauche du visage, avec une atteinte de lā€Šā€™Å“il, de la joue et des dents. La douleur a Ć©tĆ© dĆ©crite comme lancinante et a atteint une valeur de 10/10 sur lā€Šā€™Ć©chelle de notation numĆ©rique (EN, angl. NRS). La durĆ©e dā€Šā€™un Ć©pisode sans traitement Ć©tait de trois Ć  quatre heures. Deux Ć©pisodes par jour ont Ć©tĆ© rapportĆ©s. Les symptĆ“mes associĆ©s Ć©taient une photophobie, une tendance au repli sur soi et des symptĆ“mes autonomes du trijumeau se manifestant par une rougeur de lā€Šā€™Å“il gauche, un larmoiement et une rhinorrhĆ©e. Des facteurs dĆ©clencheurs nā€Šā€™ont pas pu ĆŖtre identifiĆ©s.

ThƩrapie

Les mesures thĆ©rapeutiques prises jusquā€Šā€™Ć  prĆ©sent comprenaient

Prophylaxie Ć  long terme
• AntĆ©rieurement: VĆ©rapamil, valproate, lamotrigine (avec rĆ©ponses brĆØves)
• En mai 2021, dĆ©but dā€Šā€™un traitement avec Lithium, 660 mg en prise quotidienne, avec dĆ©veloppement de tremblements au cours de lā€Šā€™Ć©volution. Cela a conduit Ć  lā€Šā€™arrĆŖt du traitement.
• En 2020, une infiltration autour du nerf occipital majeur a Ć©tĆ© effectuĆ©e sans effet.
• De 2019 Ć  mai 2023, AimovigĀ® (antimigraineux) 140 mg s. c. tous les mois, avec rĆ©duction de la frĆ©quence des crises par intermittence et Ć©pisodes sans crise de quelques mois, puis perte dā€Šā€™efficacitĆ©.
• De juin Ć  septembre 2023, administration de VyeptiĀ® 300 mg i.v. (antimigraineux, anticorps monoclonal). Lā€Šā€™effet secondaire Ć©tait une urticaire.
• DĆ©but du topiramate, qui a Ć©tĆ© arrĆŖtĆ© au bout de trois jours en raison de malaise et de vertiges.

Prophylaxie Ć  court terme
• AntĆ©rieurement: 2 x glucocorticothĆ©rapie par voie IV pendant cinq jours avec une bonne efficacitĆ©.
• Depuis lā€Šā€™Ć©tĆ© 2023, les glucocorticoĆÆdes sont utilisĆ©s p.o., avec une dose actuelle de 12 mg de SpiricortĀ® par jour.

ThƩrapie aiguƫ
• Lā€Šā€™oxygĆ©nothĆ©rapie a parfois permis de rĆ©duire la douleur Ć  au moins 5/10 (EN).
• Lā€Šā€™administration de sumatriptan (par voie nasale) nā€Šā€™a entraĆ®nĆ© quā€Šā€™une rĆ©duction de 30 % de la douleur.
• Lā€Šā€™administration dā€Šā€™ImigranĀ® (sumatriptan) a parfois permis de rĆ©duire la durĆ©e des Ć©pisodes Ć  10–30 min.

Y a-t-il dā€Šā€™autres possibilitĆ©s de traitement pour ce genre de maux de tĆŖte ? Dans les Guidelines de lā€Šā€™European Academy of Neurology on the Treatment of Cluster Headache, il est proposĆ© ce qui suit: pour le traitement aigu des crises de cĆ©phalĆ©es en grappe, il est fortement recommandĆ© dā€Šā€™utiliser de lā€Šā€™oxygĆØne (100 %) avec un dĆ©bit dā€Šā€™au moins 12 L/min pendant 15 minutes et 6 mg de sumatriptan sous-cutanĆ©. Pour la prophylaxie des crises de cĆ©phalĆ©es en grappe, le vĆ©rapamil est recommandĆ© Ć  une dose quotidienne dā€Šā€™au moins 240 mg (la dose maximale dĆ©pend de lā€Šā€™efficacitĆ© et de la tolĆ©rance). Les corticostĆ©roĆÆdes sont efficaces en cas de cĆ©phalĆ©es en grappe. Le lithium, le topiramate et le galcanezumab (uniquement en cas dā€Šā€™algie vasculaire de la face Ć©pisodique) sont recommandĆ©s comme traitements alternatifs. La stimulation non invasive du nerf vague est efficace en cas de cĆ©phalĆ©es Ć©pisodiques, mais pas en cas de cĆ©phalĆ©es chroniques. Le blocage du nerf occipital majeur est recommandĆ©, mais la stimulation Ć©lectrique du nerf occipital majeur nā€Šā€™est pas recommandĆ©e en raison de son profil dā€Šā€™effets secondaires.

Le blocage du ganglion sphénopalatin/ganglion de Meckel peut entraîner les complications suivantes: Goût amer (lidocaïne), brûlure des muqueuses, épistaxis, réaction allergique aux produits de contraste. En résumé ce concernant, on peut dire: 

Blocage du ganglion sphƩnopalatin
• En raison du manque dā€Šā€™Ć©vidence dĆ» Ć  des Ć©tudes de qualitĆ© insuffisante, il nā€Šā€™est pas possible de tirer des conclusions dĆ©finitives.
• Sur la base de lā€Šā€™expĆ©rience des intervenants, on peut toutefois dĆ©duire quā€Šā€™une mise en œuvre rĆ©pĆ©tĆ©e (toutes les 6 Ć  12 semaines) dā€Šā€™environ 30 Ć  40 % des mesures prophylactiques pertinentes permet dā€Šā€™obtenir un effet.
• En ce qui concerne les autres maux de tĆŖte (migraines, cĆ©phalĆ©e de tension, nĆ©vralgie du trijumeau) il y a encore moins de preuves.
• Facile Ć  rĆ©aliser, non invasif, peu coĆ»teux, faible profil dā€Šā€™effets secondaires

Preuve de la migraine
Sur la base des guidelines et revues internationales actuelles, aucune recommandation ne peut ĆŖtre Ć©mise en raison du manque dā€Šā€™Ć©tudes contrĆ“lĆ©es randomisĆ©es (ECR) (Tzankova et al., Ā­Diagnosis and acute management of migraine, CMAJ 2013;195:E153-E158).

Preuve: cƩphalƩes en grappe
Le ganglion sphĆ©nopalatin est une cible prometteuse pour le traitement des cĆ©phalĆ©es en grappe par blocage, ablation par radiofrĆ©quence et neurostimulation. Dā€Šā€™autres Ć©tudes sont toutefois nĆ©cessaires (Ho KWD, Przkora R, Kumar S. Sphenopalatine ganglion: block, radiofrequency ablation and neurostimulation – a systematic review. Headache Pain. 2017 Dec 28;18(1):118).

EndomĆ©triose – GĆ©nĆ©ralitĆ©s

Dans le cadre de cette manifestation, le Dr Barbara Lungner a fait un exposĆ© sur lā€Šā€™endomĆ©triose et les traitements de la douleur correspondants. Lā€Šā€™endomĆ©triose est caractĆ©risĆ©e par la prĆ©sence de tissu endomĆ©trial en dehors de lā€Šā€™utĆ©rus provoquant des rĆ©actions inflammatoires chroniques et cicatricielles aux endroits atteints. Lā€Šā€™Ć¢ge moyen au moment du diagnostic est de 28 ans, bien que lā€Šā€™endomĆ©triose puisse apparaĆ®tre dĆØs lā€Šā€™adolescence. Dans de rares cas, le diagnostic peut Ć©galement ĆŖtre posĆ© chez les petites filles. Le diagnostic nā€Šā€™est souvent posĆ© quā€Šā€™aprĆØs une pĆ©riode de plus de cinq ans de symptĆ“mes. Sous traitement appropriĆ© (empirique), le diagnostic peut ĆŖtre posĆ© de maniĆØre favorable. Une femme sur dix est touchĆ©e par cette maladie, et on observe une prĆ©valence familiale. Il existe une forme pĆ©ritonĆ©ale superficielle (prĆ©valence dā€Šā€™environ 80 %), une forme ovarienne avec des kystes (endomĆ©triomes) et une forme profonde (dans le septum recto-vaginal, la vessie et le rectum). Les atteintes peuvent ĆŖtre combinĆ©es. Rarement, des rĆ©gions extra-pĆ©ritonĆ©ales (par exemple thoraciques, ombilicales ou cĆ©rĆ©brales) sont touchĆ©es. Le concept de traitement est prĆ©sentĆ© dans la Fig. 1.

ThƩrapie des douleurs

Les options thĆ©rapeutiques de la mĆ©decine de la douleur en cas dā€Šā€™endomĆ©triose sont les suivantes: Psychosomatique, acupuncture, physiothĆ©rapie, SENT, IRSN, antidepresseurs tricycliques, anticonvulsivants, analgĆ©siques non opioĆÆdes, psychothĆ©rapie, hypnose, opioĆÆdes, intervention et cannabis.

Parmi les mĆ©thodes psychothĆ©rapeutiques, on trouve la thĆ©rapie cognitivo-comportementale, dont lā€Šā€™utilisation en tenant compte des facteurs psychosomatiques prĆ©sente un effet thĆ©rapeutique statistiquement significatif. Une forte recommandation est Ć©mise Ć  ce sujet.

La physiothƩrapie, la thƩrapie manuelle et la stimulation Ʃlectrique nerveuse transcutanƩe (SENT) constituent des mƩthodes de traitement prometteuses en cas de dƩsƩquilibre du plancher pelvien ou prƩsence de points dƩclencheurs. Une Ʃtude randomisƩe a dƩmontrƩ une rƩduction significative de la douleur et une amƩlioration de la qualitƩ de vie. Un traitement de ce type est recommandƩ.

Dans le cadre dā€Šā€™une Ć©tude pilote, lā€Šā€™efficacitĆ© des anticonvulsivants a Ć©tĆ© examinĆ©e sur une pĆ©riode de six mois chez 47 femmes avec une atteinte dā€Šā€™organes pertinente. Il a Ć©tĆ© dĆ©montrĆ© que la gabapentine (300–2700 mg/j) avait un effet supĆ©rieur Ć  placebo en ce qui concerne lā€Šā€™amĆ©lioration de la qualitĆ© de vie, de la douleur et la tendance dĆ©pressive. Aucune diffĆ©rence nā€Šā€™a Ć©tĆ© constatĆ©e en ce qui concerne les effets secondaires.

Lā€Šā€™Ć©tude randomisĆ©e et contrĆ“lĆ©e a portĆ© sur 306 femmes pendant 16 semaines. Aucune diffĆ©rence significative nā€Šā€™a Ć©tĆ© constatĆ©e entre la gabapentine (jusquā€Šā€™Ć  2700 mg/d) et le placebo en termes de rĆ©duction de la douleur. Toutefois, les effets secondaires graves ont Ć©tĆ© plus frĆ©quents dans le groupe gabapentine, raison pour laquelle un traitement limitĆ© dans le temps devrait ĆŖtre envisagĆ©.

Le traitement interventionnel de la douleur est souvent sous-estimĆ© dans la pratique mĆ©dicale, bien quā€Šā€™il sā€Šā€™agisse dā€Šā€™une option diagnostique prometteuse pour laquelle il nā€Šā€™existe toutefois pas encore de preuves suffisantes.

Lā€Šā€™indication comprend des stimulations nerveuses dans le petit bassin, par exemple sous la forme de blocages de nerfs et de racines nerveuses, tels quā€Šā€™ils sont utilisĆ©s dans les blocs du nerf honteux (pudendal) ou du ganglion impar. Des douleurs nĆ©uropathiques peuvent Ć©galement ĆŖtre traitĆ©es par cette mĆ©thode. DiffĆ©rentes perfusions sont utilisĆ©es, dont la kĆ©tamine, les antagonistes des rĆ©cepteurs NMDA et la lidocaĆÆne, un bloqueur des canaux sodiques. Lā€Šā€™objectif de ce traitement est la modulation de la douleur. → Le traitement peut ĆŖtre envisagĆ©

Pr Walter F. Riesen

riesen@medinfo-verlag.ch

Mise Ơ jour sur la migraine et les cƩphalƩes

Lors de l’assemblĆ©e de printemps de la SociĆ©tĆ© Suisse de MĆ©decine Interne GĆ©nĆ©rale de cette annĆ©e (SSMIG) Ć  BĆ¢le, le Pr Andreas Kleinschmidt a donnĆ© un aperƧu des derniers dĆ©veloppements dans le domaine de la migraine et des cĆ©phalĆ©es. Les connaissances dans ce domaine ont connu un dĆ©veloppement remarquable ces derniĆØres annĆ©es.

Une meilleure comprƩhension des mƩcanismes conduit Ơ un traitement plus efficace

La compréhension de la pathophysiologie de la migraine progresse rapidement. Une meilleure caractérisation et un meilleur diagnostic de ses caractéristiques cliniques ont permis de considérer la migraine comme un dysfonctionnement complexe et variable du système nerveux et pas seulement comme une céphalée vasculaire. Des études récentes ont apporté de nouvelles informations importantes sur ses causes génétiques, ses caractéristiques anatomiques et physiologiques et ses mécanismes pharmacologiques.

L’identification de nouveaux gĆØnes associĆ©s Ć  la migraine, la visualisation des rĆ©gions du cerveau activĆ©es dans les premiers stades d’une crise de migraine, une meilleure comprĆ©hension du rĆ“le potentiel des nerfs cervicaux et la reconnaissance du rĆ“le crucial des neuropeptides font partie des progrĆØs qui ont conduit Ć  de nouveaux objectifs pour le traitement de la migraine. Le traitement futur de la migraine sera en mesure d’adapter les traitements en fonction des diffĆ©rents mĆ©canismes de la migraine qui affectent les patients individuels, a expliquĆ© le Professeur Andreas Kleinschmidt, directeur de la clinique de neurologie du HUG.

L’orateur a indiquĆ© que les informations actuellement disponibles indiquent une activation du rĆ©seau intracrĆ¢nien qui culmine avec la sensibilisation du systĆØme trigĆ©mino-vasculaire, la libĆ©ration de marqueurs inflammatoires et l’initiation d’une rĆ©action inflammatoire mĆ©ningĆ©e perƧue comme un mal de tĆŖte. La phase postdromique, la moins Ć©tudiĆ©e, pourrait ĆŖtre le rĆ©sultat de la poursuite de l’activation du tronc cĆ©rĆ©bral.

Traitement de la migraine: les trois grands Ā­principes

• Suppression des facteurs dĆ©clenchants
– Psychologique (Ā«stressĀ»)
– Environnement (Ā«espace de travail propice Ć  la migraineĀ»)
– EndogĆØne
• Traitement non pharmacologique
• MĆ©dication
– AiguĆ« (Ā«rescueĀ»)
– PrĆ©ventif (Ā«prophylaxieĀ»)
Sur le plan thĆ©rapeutique, l’acide acĆ©tylsalicylique a permis d’éliminer la douleur aprĆØs 2 heures chez 23.8 % des patients contre 11.5 % sous placebo. Le diclofĆ©nac a permis d’atteindre cet objectif dans 24.7 % des cas contre 10.7 % et l’ibuprofĆØne dans 26.2 % des cas contre 12.3 %. Le nerf trijumeau et ses projections sur le systĆØme vasculaire intracrĆ¢nien – le systĆØme trigĆ©mino-vasculaire – sont au cœur de la migraine. L’identification des mĆ©canismes qui dĆ©clenchent des signaux dans ce systĆØme a conduit Ć  des traitements ciblĆ©s et Ć  des thĆ©rapies prĆ©ventives pour la migraine. Les anticonvulsivants valproate de sodium et topramate ne sont pas autorisĆ©s en Suisse pour cette indication. La flunarizine, un bloqueur des canaux calciques, n’est plus commercialisĆ©e et l’onabotulinumtoxine A n’est autorisĆ©e que pour la migraine chronique.

Médicaments de secours anti-migraineux ­spécifiques: triptans

Le traitement de la migraine se fait par Ć©tapes. Au dĆ©but, on utilise des analgĆ©siques traditionnels (p. ex. ibuprofĆØne, paracĆ©tamol). Au fur et Ć  mesure de l’évolution du traitement, on passe aux triptans et aux gĆ©ants. Les triptans se lient aux rĆ©cepteurs de la sĆ©rotonine et provoquent une vasoconstriction dans le cerveau, ainsi qu’une rĆ©duction de l’inflammation. Ils peuvent ĆŖtre utilisĆ©s sous diffĆ©rentes formes, par exemple sous forme de spray nasal pour les personnes souffrant de vomissements pendant la crise de migraine.

Traitement prƩventif de la migraine

MƩdicaments classiques (small molecules)
• Antihypertenseurs: bĆŖtabloquants, sartans
• Bloqueurs des canaux calciques: fluranizine
• Anticonvulsivants: topiramate, valproate
• antidĆ©presseurs: amitryptiline, venlafaxin

­Anticorps monoclonaux CGRP («Biologic») dans la ­prévention de la migraine

Ces mĆ©dicaments ont un dĆ©but d’action rapide et entraĆ®nent peu d’évĆ©nements indĆ©sirables, les plus frĆ©quents Ć©tant des rĆ©actions au site d’injection telles que l’érythĆØme et la douleur. L’érĆ©numab, le fremanezumab et le galcanezumab se sont Ć©galement avĆ©rĆ©s bĆ©nĆ©fiques chez les patients qui ne rĆ©pondent pas aux autres classes de mĆ©dicaments prĆ©ventifs. Dans une Ć©tude de prolongation ouverte de 5 ans, l’érĆ©numab est restĆ© sĆ»r chez les patients souffrant de migraines Ć©pisodiques. L’effet maximal est atteint avec ces mĆ©dicaments aprĆØs 24 h.
En cas de traitement par atogĆ©pant, les variations par rapport Ć  la valeur initiale sur 12 semaines ont Ć©tĆ© de –3.7 jours avec 10 mg d’atogĆ©pant, –3.9 jours avec 30 mg d’atogĆ©pant, –4,2 jours avec 60 mg d’atogĆ©pant et –2.5 jours avec un placebo. Les diffĆ©rences moyennes par rapport au placebo en termes de variation par rapport Ć  la valeur initiale Ć©taient de –1.2 jour avec l’atogĆ©pant 10 mg (intervalle de confiance Ć  95 % [IC], –1.8 Ć  –0.6), –1.4 jour avec l’atogĆ©pant 30 mg (IC Ć  95 %, –1.9 Ć  –0.8) et –1.7 jour avec l’atogĆ©pant 60 mg (IC Ć  95 %, –2.3 Ć  –1.2) (P < 0.001 pour toutes les comparaisons avec le placebo).

L’atogĆ©pant pris par voie orale une fois par jour a efficacement rĆ©duit le nombre de jours de migraine et de cĆ©phalĆ©es sur une pĆ©riode de 12 semaines. Parmi les Ć©vĆ©nements indĆ©sirables figuraient la constipation et les nausĆ©es. L’intervenante a prĆ©sentĆ© un algorithme de traitement pour la prise en charge clinique de la migraine (Ashina M. N Engl J Med 2020).

Le gĆ©pant pendant un prodrome – sauvetage ou prophylaxie?

La bonne approche se situe-t-elle entre les deux? Rimegepant offre un bĆ©nĆ©fice prĆ©ventif selon les besoins (Edwinsson et al, CGRP as the target of new migraine therapies – successful translation from bench to clinic. Nature Rev Neurol 2018).

Pr Walter F. Riesen

riesen@medinfo-verlag.ch

  • Beaucoup de nouveautĆ©s dans les mĆ©dicaments de secours et Ā­prĆ©ventifs
  • Pas de miracle
  • Approche par essais et erreurs
  • Ne pas nĆ©gliger les options non pharmacologiques
  • Rester conscient des coĆ»ts – mais aussi des coĆ»ts globaux