Schlaf und Gesundheit des Gehirns

Die diesjährige Jahrestagung der Schweiz. Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizinstand stand unter dem Motto Kreative Medizin, Erneuern und Weitergeben. Der folgende Beitrag gibt einen Einblick in das Thema Schlaf und Hirngesundheit

Schlaf als aktiver Prozess zur Regeneration des Hirns

Wozu schlafen wir?
Dies die Eingangsfrage von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Claudio Bassetti, Dekan der med. FakultƤt der UniversitƤt Bern.

Die Antworten dazu waren
– Zelle: um den zellulƤren Stress zu reduzieren bzw. Energie zu sparen
– Kƶrper: Wachstum/Reparatur, Infektabwehr/Immunantwort, kardiovaskulƤre Gesundheit (Parasympathikus)
– Gehirn: um toxische Substanzen aus dem Gehirn zu entfernen, um GedƤchtnis und Lernen zu konsolidieren.

Der Schlaf-/Wachzyklus ist ein aktiver Prozess des Gehirns. Es gibt verschiedene neuronale Netzwerke/Neurotransmitter. Der Schlaf wird homƶostatisch (Ā«BatterieĀ», Ā«sleep driveĀ») und zirkadian (Ā«innere UhrĀ», Ā«wake driveĀ») durch den suprachiasmatischen Nucleus (Melatonin) reguliert. Fünfundzwanzig Prozent der Bevƶlkerung schlafen weniger als empfohlen. Zwanzig bis dreissig Prozent der Bevƶlkerung leiden unter einer Schlafstƶrung (Insomnien, Hypersomnien, Parasomnien, Schlaf-Apnoe, RLS-Syndrom). Dies hat hohe Gesundheitsfolgen. Die LebensqualitƤt ist beeintrƤchtigt, die Lebenserwartung verkürzt, LeistungsfƤhigkeit und Resilienz sind reduziert. Es entstehen dadurch hohe Kosten (1–3 % des Bruttosozialprodukts).

Die Schlafcharakteristika über die gesamte Lebensspanne von 1.1 Mio. Personen aus den Niederlanden, Grossbritannien und den USA wurden in einem systematischen Review und Meta-Analyse von Kocevska beschrieben (Kocevska D et al. Nature Human Behaviour 2021; 5: 113–122). Schlaflosigkeitssymptome traten am hƤufigsten bei Menschen auf, die ≄ 9 Stunden im Bett verbrachten, wƤhrend eine schlechte SchlafqualitƤt hƤufiger bei Personen auftrat, die weniger als 6 Stunden im Bett verbrachten. Die TST (Total Sleep Time) war in allen LƤndern Ƥhnlich, aber die Schlaflosigkeitssymptome waren in den Vereinigten Staaten 1.5 bis 2.9mal hƶher. Frauen (≄41 Jahre) gaben an, kürzer oder etwas weniger effizient zu schlafen als MƤnner, wƤhrend sie mit Aktigraphie schƤtzungsweise lƤnger und effizienter schliefen als MƤnner.

Schlaf, Gesundheit und Schlafstƶrungen

Guter Schlaf

– Gehirn: metabolische Clearance, Entscheidungsfindung, Stimmungsregulierung
– Immunsystem: Bildung des immunologischen GedƤchtnisses, inflammatorische Homƶostase, Immunsystem-Überwachung (Tumorwachstum)
– Metabolismus: Wiederherstellung der InsulinsensitivitƤt, Normalisierung der Grelin- und Leptin-Sekretion, Wiederherstellung des Gleichgewichts der Lipid- und Lipoproteinkonzentrationen, Wachstumshormonsekretion
– KardiovaskulƤres System: Normalisierung des Blutdrucks, arterielle Regenerierung durch Blutdruck-Dipping, Regenerierung des Herzmuskels

Schlechter Schlaf

– Gehirn: Depression, Alzheimer, Parkinson-Krankheit, Demenz, Schlaganfall
– Krebs: Brustkrebs, Kolorektaler Krebs, Prostatakrebs
– Metabolische Krankheiten: Hypertonie, DyslipidƤmie, Übergewicht, Type2 Diabetes

Insomnien Klinik

– 10–20 % der Bevƶlkerung
– Nacht: Ein- Durchschafstƶrung, frühes Erwachen
– Tag: Nicht erholsamer Schlaf, Tagesmüdigkeit, kognitive, psychische Symptome
– DD: Misperzeption, KurzschlƤfer
– Aetiologie: primƤr/idiopathisch vs. sekundƤr/KomorbiditƤt
– Angststƶrung, Depression
– Restless Legs Syndrom
– Schlafapnoe
– Psychophysiologisch
– Andere (u.a. Medikamente, Noxen)

Insomnie Berner Studie (83 GPs)

Insomnien, Bedeutung

– Reduzierte LebensqualitƤt und Leistung
– Erhƶhtes Risiko für Depression, Demenz, Schlaganfall und UnfƤlle
– Hƶhere Gesundheitskosten, reduzierte ProduktivitƤt

Diagnostik der Insomnie:
Anamnese, Status, Questionnaire (Insomnia Severity Index (BDI). Labor: Ferritin, HƤmoglobin, TSH, Leberwerte, evtl. Aktigraphie, evtl. Pulsoximetrie, nur in selektionierten FƤllen Video-Polysomnographie.
Aetiologie: Schlafhygiene, kausale Therapie (RLS, Schlafapnoe, Depression…), kognitive Verhaltenstherapie (CBT).

Pharmakotherapie der idiopathischen Insomnie
– Benzodiazepine, BDZ-Analoga (max. 4 Wochen), z. B. Zolpidem 5–10 mg, CR 6.25–12.5 mg, Triazolam 0.125–0.25 mg
– Sedierende Antidepressiva (max. 4 Wochen), z. B. Mirtazepin 7.5–30 mg, Trazodon 12.5–50 mg, Circadin retard 2 mg (> 55 j, bis 3 Monate)
– Dualer Orexin-Rezeptor-Antagonist (DORA), z. B. Daridorexant 25–50 mg (bis 12 Monate, zugelassen seit 6/2023)
– Nicht empfohlen sind Antihistaminika, Neuroleptika und Psychotherapie.

Probleme bei chronischem Hypnotika-Gebrauch
Toleranz, AbhƤngigkeit, Rebound, Hangover, Akkumulation (z. B. Flunitrazepam, Diazepam), GedƤchtnisprobleme, Muskelrelaxation (Stürze), Atemsuppression (Schlafapnoe), Maskierung von Symptomen (z. B. Depression, RLS), Deprescribing, wie?

Therapie des Restless Legs Syndrom
Beratung (u. a. Alkohol, Kaffee, Nikotin, anti-Dopaminergika, Augmentation)
Eisensubstitution
Intermittierendes RLS. Carbidopa, Levodopa, (Start 5/100 mg)
Chronisches RLS: Gabapentin (Start 100–300 mg), Pramipexol (Start 0.125 mg), Rotigotine-Pflaster (Start 1 mg)
Resistentes RLS: Oxycodon (Start 5 mg), Tramadon (Start 50 mg).

Hypersomnien, Klinik
2–5 % der Bevƶlkerung, TagesschlƤfrigkeit, Ā«SchlafattackenĀ» Schlafdauer pro 24h erhƶhte (Hypersomnie), kognitive Symptome, UnfƤlle (20–30 % aller UnfƤlle).
DD: Müdigkeit/Fatigue, Apathie/Depression, Langschläfer.
Aetiologie: Schlafmanko, Schlafapnoe, Narkolepsie, andere (u.a. Medikamente).
SchlƤfrigkeit bei obstruktiver Schlafapnoe: Habituelles Schnarchen, Atempausen.

Hypersomnien, Bedeutung
Reduzierte Lebensqualität und Leistung (Kognition), erhöhtes Risiko für Unfälle, Demenz, Schlaganfall, kardiovaskuläre Erkrankungen, höhere Gesundheitskosten, reduzierte Produktivität.

Hypersomnien: Diagnostik und Therapie
Diagnostik: Anamnese, Status, Questionnaire (Epworth Sleepiness Score) Labor: TSH, Leber-, Nierenwerte, BSG/CRP, Aktigraphie, Videopolysomnographie, Vigilanz-Tests.
Therapie: Schlafhygiene, -extension, kausale Therapie (Schlafapnoe), pharmakologisch.
Parasomnien, Klinik
5–15 % der Bevƶlkerung
Komplex: Schlafwandeln, REM-Schlafverhaltensstƶrung
Nicht komplex: Schlafparalyse, Halluzinationen, andere
DD: Schlaf-assoziierte Epilepsie
Aetiologien: HereditƤr, Neurodegenration (M. Parkinson)

Bedeutung der Parasomnien:
Eigen-/Fremdverletzung (Forensik). DD nƤchtliche (hypermotorische Epilepsie), Erstmanifestation einer zugrunde liegenden Hirnerkrankung (Parkinson, Demenz).

Diagnostik und Therapie:
Anamnese/Status, Videographie (evtl. Handy), Videoploysomnographie mit 10–20 EEG- Montage.
Therapie Schlafhygiene, Beratung (u.a. Alkohol, Medikamente, OSA, Sicherung), kausale Therapie (nƤchtliche Epilepsie). Clonazepam 0.5–2 mg, Melatonin 2–5 mg (RBD).

Grundlagen, Diagnose/Therapie Ausblick

Schlafgesundheit/Sleep Health: Dauer, Effizienz, Aufmerksamkeit/SchlƤfrigkeit, Atmen, ungeordneter Schlaf, Zufriedenheit, Timing, RegelmƤssigkeit.

Der Referent verwies abschliessend auf Neurotec, eine neu gegründete Forschungs- und Entwicklungsplattform, die am Schweiz. Institut für Translationale und Unternehmerische Medizin (SITEM) angesiedelt ist und von der Klinik für Neurologie des Inselspitals in enger Zusammenarbeit mit dem ARTORG Center for Biomedical Engineering Research betrieben wird. Bei Neurotec bemüht sich ein interdisziplinƤres Team von Ƅrzten, Ingenieuren und Datenwissenschaftlern, diese Informationslücken zu schliessen. Neue GerƤte und Methoden werden erprobt, die es erlauben, digitale Biomarker im tƤglichen Leben der Patienten ausserhalb des Krankenhauses zu erfassen. Ziel ist es, den individuellen Krankenverlauf eines Patienten zu überwachen und damit personalisierte Diagnostik und Therapien in einem noch nie dagewesenen Umfang zu ermƶglichen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen

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Friedrich Nietzsche: «Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave»

Der deutsche klassische Philologe und Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche gehört zu den umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Philosophie. Bezeichnet als Genie, hochintelligenter Philosoph, aber auch als Irrer und Vordenker des Rassen- und Züchtungswahns wurde er bewundert und zugleich heftig kritisiert.

Patient: Friedrich Nietzsche
Geboren: 15. Oktober 1844, Rƶcken, Sachsen D
Gestorben: 25. August 1900, Weimar, Thüringen D

Friedrich Nietzsches Vater war evangelischer Pfarrer, die Mutter Pfarrerstochter. Nietzsche war stets Klassenprimus und mit 24 Jahren bereits Professor an der Universität Basel. Zu seiner Tätigkeit gehörte auch der Unterricht am traditionsreichen Basler Gymnasium am Münsterplatz. 1879, nach Jahren, legte er aus gesundheitlichen Gründen die Professur nieder. Bereits seit seiner Kindheit hatte Nietzsche an gesundheitlichen Problemen gelitten, unter anderem an Migräne, Depressionen, Schlafstörungen und Kurzsichtigkeit. Nietzsches Symptomatik wurde nie komplett aufgeklärt.

Nietzsche konsultierte zahlreiche Ƅrzte. Sie vermuteten unter anderem Syphilis, Chloralhydrat-Vergiftung, geistige Überarbeitung, Schizophrenie, Epilepsie, prƤsenile Demenz, Manie, Depression. Am gesichertsten schien lange die Diagnose seiner Ƅrzte einer Ā«progressiven ParalyseĀ» als Folge einer damals unbehandelbaren Neurosyphilis von 1889. Neuerdings wird dies wieder bezweifelt und eher ein Hirntumor, ein CADASIL-Symptom vermutet (Tenyi, 2012).

Getrieben von seinen Krankheiten, suchte Nietzsche ständig nach für ihn optimalen Klimabedingungen. Im Sommer hielt er sich meist in Sils-Maria GR auf, im Winter vorwiegend in Italien und Südfrankreich. Er lebte von seiner kleinen Pension und Spenden von Gönnern. Es folgten lange produktive Schaffensperioden, in denen seine Hauptwerke entstanden. Sie erschienen meist in Kleinstauflagen von ein paar Dutzend Exemplaren als Privatdrucke.

1888, im Alter von 44 Jahren, schien Nietzsche wahnsinnig zu werden. Er lebte in Turin, wo er in den letzten Dezembertagen ein Droschkenpferd umarmte und bitterlich weinte. Was war passiert? Der Kutscher hatte sein Pferd getreten. Nietzsche hing dem Tier am Hals und schluchzte jämmerlich. Zwei Carabinieri befreiten das Pferd schliesslich aus den Armen des tränenüberströmten Fremden. Signor Davide Fino, der in der Nähe einen Zeitungsstand betrieb, erkannte, dass der zitternde Fremde zwischen den Carabinieri sein Mieter war: der von ihm und seiner Familie hoch geachtete Professor Friedrich Nietzsche. Er übernahm ihn, stützte ihn, führte ihn nach Hause und steckte ihn ins Bett. Er schickte nach einem Arzt und setzte sich zum Kranken, der im Wachschlaf vor sich hindämmerte.

Nietzsche in der psychiatrischen Klinik «Friedmatt»

Zu dieser Zeit begann Nietzsche Ā«WahnsinnsbriefeĀ» zu versenden. Am Sonntag, 6. Januar 1889 erhielt ein guter Freund von Nietzsche, Franz Overbeck, Professor für Kirchengeschichte in Basel, unverhofften Besuch des bekannten Historikers Jacob Burckhardt. Dieser hielt einen Brief von Nietzsche in der Hand: Ā«Meinem verehrungswürdigen Jacob Burckhardt. Das war der kleine Scherz, dessentwegen ich mir die Langeweile, eine Welt geschaffen zu haben, nachsehe. Nun sind Sie – bist du – unser grosser, grƶsster Lehrer, den ich, zusammen mit Ariadne, haben nur das goldene Gleichgewicht aller Dinge zu sein, wir haben in jedem Stücke Solche, die über uns sind…» gezeichnet: Dionysos. Ein paar Tage spƤter erhielt auch Overbeck einen Brief von Nietzsche: Ā«Eine letzte Botschaft: Ich lasse alle Antisemiten erschiessen… Dionysos.Ā»

Overbeck war alarmiert. Er besprach sich mit Professor Ludwig Wille, dem Leiter der erst drei Jahre vorher gegründeten psychiatrischen Anstalt «Friedmatt». Wille riet Overbeck dringend, Nietzsche aus Turin in die Basler Klinik zu holen. Gleichentags stieg Overbeck in den Zug nach Turin, wo er nach 18 Stunden Fahrt erschöpft ankam. Mit Mühe fand er die kleine Pension, wo Nietzsche im 4. Stock grau und verfallen in einer Sofaecke kauerte. Als er seinen Freund Overbeck aus Basel erkannte, stürzte er auf ihn zu, umarmte ihn, schluchzte und brach dann stöhnend und wimmernd zusammen. Die Finos, die Vermieter, kannten das, sie pflegten ihn seit Tagen, flössten ihm Bromwasser ein, das Nietzsche beruhigte.

Ein deutscher Dentist war bereit, die Reise von Overbeck und Nietzsche nach Basel mitzumachen. Overbeck ging auf Nietzsches Grössenwahn ein und erklärte ihm, er sei ein Fürst, er werde im Triumphzug in die Schweiz einreisen. Unten am Wagen bat Nietzsche Signor Fino um seine Mütze. Er sagte, er brauche sie für den Triumphzug, als Krone.

Overbeck, der den Freund in die Klinik begleitete, war hƶchst erstaunt, wie Nietzsche in der verbindlichsten Manier seiner besten Tage und mit würdiger Haltung Wille begrüsste: Ā«Ich glaube, dass ich Sie schon früher gesehen habe… Sie sind Irrenarzt. Ich habe vor einigen Jahren ein GesprƤch mit Ihnen über religiƶsen Wahnsinn gehabt…» Was Overbeck besonders erschütterte, war, dass Nietzsche diese Erinnerungen nicht in die geringste Beziehung zu seiner eigenen augenblicklichen Lage brachte und dass kein Zeichen verriet, dass ihn der Psychiater etwas anging. Ā«Ruhig lƤsst er sich dem eintretenden Assistenzarzt übergeben und verlƤsst mit ihm, auf erhaltene Aufforderung, ihm zu folgen ohne weiteres das Zimmer…», notierte Overbeck.

Der Befund des aufnehmenden Arztes in der «Friedmatt»:
«Pupillen different, rechte grösser als die linke, sehr träge reagierend. Strabismus convergens. Starke Myopie. Zunge stark belegt. Keine Deviation, kein Tremor. Facialisinnervation wenig gestört. Fühlt sich ungemein wohl und gehoben. Gibt an, dass er seit acht Tagen krank sei und öfters an heftigen Kopfschmerzen gelitten habe. Er habe auch einige Anfälle gehabt, während derselben habe sich Pat. ungemein wohl und gehoben gefühlt und hätte am liebsten alle Leute auf der Strasse umarmt und geküsst, wäre am liebsten an den Mauern in die Höhe geklettert.» Als Diagnose wurde notiert: progressive Paralyse.

Mutter holt Nietzsche nach Hause

Gegen alle WiderstƤnde setzte die nach Basel angereiste Mutter Nietzsches durch, dass ihr Sohn in die nƤchstgelegene Klinik seiner Heimatstadt Naumburg nach Jena verlegt wurde. Der damalige Klinikleiter von Jena, Professor Otto Binswanger, hatte sich wissenschaftlich intensiv mit der progressiven Paralyse beschƤftigt. Bei der Aufnahme in Jena wurde bei der Erhebung der somatischen Befunde unter anderem eine leicht unregelmƤssig verzogene Pupille diagnostiziert.

In den nächsten Monaten beherrschen Wahnideen mit starken Erregungszuständen das klinische Bild. Im Oktober 1889 kam es zu einer inneren und äusseren Beruhigung, die als deutliche Remission interpretiert wurde. Wiederum gegen alle Widerstände nahm ihn die Mutter im März 1890 mit nach Hause. Im Herbst 1890 verschlechterte sich sein Geisteszustand rapide. «Es scheint nun, als ob der Wahnsinn zum Blödsinn umzuschlagen Miene macht», schreibt ein Jugendfreund Nietzsches im Februar 1891 an Overbeck.

Ab 1893 entwickelte sich zusƤtzlich eine Tabes dorsalis, die als eine quartƤre Manifestation der Syphilis gesehen wurde: Nietzsche erkannte alte Freunde nicht mehr, ab Herbst nur noch die Mutter, die Schwester und die Hausgehilfin. Nach dem Tod der Mutter 1897, auf den Nietzsche in keiner erkennbaren Weise mehr reagierte, übernahm die Schwester die Pflege. Sie erwarb die Rechte an den bisher wenig beachteten Schriften des Bruders und machte sie bekannt. In der Nacht vom 24. auf den 25. August starb Nietzsche an einem Gehirnschlag. Eine Obduktion fand nicht statt.

Jƶrg Weber

1. Hemelsoet D, Hemelsoet K, Devreese D. The neurological illness of Friedrich Nietzsche. Acta Neurol Belg. 2008 Mar;108(1):9-16. PMID: 18575181

Weitere Quellen:
– TĆ©nyi, T.: The madness of Dionysus – six hypotheses on the illness of Nietzsche, Psychiatria Hungaria 27/2012
– Gschwend, G.: Pathogramm von Nietzsche aus neurologischer Sicht. Schweizerische Ƅrztezeitung 81/2000
– Volz, P.D.: Nietzsche im Labyrinth seiner Krankheit. Eine medizinisch-biographische Untersuchung. Kƶnigshausen + Neumann, Würzburg, 1990

Prof. Dr. Dr. h.c. Walter F. Riesen

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Effet de lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre: IntĆ©gration dā€™ā€Šun programme en rĆ©adaptation

Le vieillissement affecte la coordination et augmente le risque de chutes, impactant la qualitĆ© de vie des personnes Ć¢gĆ©es. Les avancĆ©es en neurosciences suggĆØrent lā€™ā€Šimportance dā€™ā€Šun mode de vie actif et de lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre pour attĆ©nuer ce risque. Lā€™ā€ŠespĆ©rance de vie croissante associĆ©e Ć  lā€™ā€ŠaltĆ©ration du contrĆ“le postural lors du vieillissement explique la prĆ©valence Ć©levĆ©e des chutes chez les sĆ©niors, justifiant lā€™ā€Šimportance de programmes de rĆ©adaptation adaptĆ©s. La collaboration entre physiologistes de lā€™ā€Šexercice et physiothĆ©rapeutes au RĆ©seau Hospitalier NeuchĆ¢telois (RHNe) amĆØne des approches inĆ©dites en rĆ©adaptation au sein de lā€™ā€Šinstitution, dĆ©bouchant sur la mise en place dā€™ā€Šun entraĆ®nement de la coordination sous la forme dā€™ā€Šun groupe thĆ©rapeutique. Un travail interdisciplinaire combinant expertise scientifique et application clinique pour une prise en charge optimale.

Science et Ʃquilibre: Repenser la mobilitƩ des sƩniors

MĆŖme si certaines recherches dans le passĆ© mettaient dĆ©jĆ  en avant les pertes fonctionnelles dues au vieillissement (1), cā€™ā€Šest principalement au cours des derniĆØres annĆ©es que les neurosciences et la recherche cognitive ont modifiĆ© notre faƧon de penser face au vieillissement, surtout en termes de santĆ© et de qualitĆ© de vie (2). Si lā€™ā€Šampleur de ces pertes comme une mĆ©moire plus pauvre, un risque accru de chutes ou encore un traitement de lā€™ā€Šinformation plus lent peuvent varier dā€™ā€Šun individu Ć  lā€™ā€Šautre, des diffĆ©rences apparaissent gĆ©nĆ©ralement lorsquā€™ā€Šon compare des groupes de sĆ©niors Ć  des jeunes adultes (3). Un mode de vie actif regroupant des stimulis physiques, cognitifs et sociaux semble ĆŖtre bĆ©nĆ©fique non seulement pour rĆ©duire les pertes fonctionnelles et amĆ©liorer la mobilitĆ© des personnes Ć¢gĆ©es, mais Ć©galement pour maintenir de bonnes facultĆ©s cognitives (4). Le contrĆ“le de lā€™ā€ŠĆ©quilibre paraĆ®t crucial pour prĆ©server ou retrouver un mode de vie actif au vu des diffĆ©rents processus du contrĆ“le moteur impliquĆ©s dans les activitĆ©s quotidiennes telles que la marche ou le vĆ©lo; ceux-ci nĆ©cessitant lā€™ā€ŠintĆ©gration continue dā€™ā€Šinformations multi- sensorielles du corps dans lā€™ā€Šespace (5).

PrƩvalence des chutes chez les sƩniors

Dans les pays dĆ©veloppĆ©s, lā€™ā€ŠespĆ©rance de vie des personnes de 65 ans est dā€™ā€Šapproximativement 17 ans pour les hommes et de 21 ans pour les femmes. De plus, il est dĆ©montrĆ© que le contrĆ“le postural entre les jeunes gens et les personnes Ć¢gĆ©es diffĆØre passablement (6), expliquant ainsi lā€™ā€Šaugmentation des chutes chez les sĆ©niors avec au moins une chute par annĆ©e chez un tiers des personnes de plus de 65 ans (7). Ce taux augmente trĆØs rapidement avec lā€™ā€ŠĆ¢ge et atteint des valeurs de 56 % pour les groupes de 90 Ć  99 ans (8). En suisse, les statistiques montrent que les chutes sont la cause principale de mortalitĆ© et de blessure causĆ©es par un accident non-professionnel (9). Pas moins de 300 000 personnes sont chaque annĆ©e blessĆ©es en raison de chute, ce qui reprĆ©sente plus que la moitiĆ© de tous les accidents domestiques confondus. (10).

AltƩration du contrƓle postural

Les personnes Ć¢gĆ©es prĆ©sentent des diffĆ©rences significatives dans leur contrĆ“le postural lors de lā€™ā€ŠexĆ©cution dā€™ā€Šune double tĆ¢che (DT) (11). Cette diffĆ©rence est dā€™ā€Šautant plus marquĆ©e si la tĆ¢che est complexifiĆ©e (12): On observe dĆØs lors une dĆ©gradation de la performance en lien avec la tĆ¢che concurrente. En relation avec cette dĆ©tĆ©rioration du contrĆ“le postural, lā€™ā€Šaugmentation de chutes chez les personnes de plus de 65 ans peut sā€™ā€Šexpliquer par une dĆ©gradation de certaines facultĆ©s neuromĆ©caniques liĆ©es au vieillissement telle que la pondĆ©ration sensorielle (13). Ce dĆ©clin dans le contrĆ“le de la pondĆ©ration sensorielle jouerait ainsi un rĆ“le significatif dans lā€™ā€Šaugmentation des chutes chez les sĆ©niors (14). Les raisons justifiant cette corrĆ©lation positive entre lā€™ā€ŠaltĆ©ration du contrĆ“le postural et lā€™ā€Šaugmentation de lā€™ā€ŠĆ¢ge sont multiples: la sarcopĆ©nie, cā€™ā€Šest-Ć -dire la perte involontaire de masse musculaire, est un composant pathophysiologique critique de la fragilitĆ© (15), la dĆ©tĆ©rioration des capacitĆ©s sensorielles telles que la vue, lā€™ā€ŠouĆÆe et le touchĆ©, une diminution de la condition physique entraĆ®nant une perte de force musculaire (notamment de la force explosive), une immobilisation prolongĆ©e, les effets secondaires rĆ©sultant de la prise de certains mĆ©dicaments, et finalement la peur de la Ā«perte de contrĆ“leĀ» et du risque de tomber (6). Chuter Ć  un Ć¢ge avancĆ© peut avoir de lourdes consĆ©quences et altĆ©rer drastiquement la qualitĆ© de vie dā€™ā€Šune personne, dā€™ā€Šoù lā€™ā€Šimportance dā€™ā€ŠĆ©tudier les causes et les risques de chutes chez les aĆ®nĆ©s. Mieux comprendre lā€™ā€ŠaltĆ©ration du contrĆ“le postural permet ainsi une meilleure prĆ©vention contre les potentielles dĆ©ficiences de certaines facultĆ©s neuromĆ©caniques et une meilleure prise en charge des personnes Ć¢gĆ©es dans le but de diminuer leur risque de chute.

Les effets de lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre

Dans la lutte contre lā€™ā€Šaugmentation des chutes chez les aĆ®nĆ©s, lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre semble ĆŖtre bĆ©nĆ©fique notamment dans lā€™ā€ŠamĆ©lioration de certains paramĆØtres du contrĆ“le postural (16), mais Ć©galement au niveau structural (17). Lā€™ā€ŠactivitĆ© physique en endurance permet dā€™ā€ŠamĆ©liorer le contrĆ“le postural (18). Plusieurs Ć©tudes (19) recommandent lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre comme une mesure efficace pour contrer lā€™ā€ŠaltĆ©ration naturelle de certaines fonctions neuromĆ©caniques mais Ć©galement cognitives (20). Les effets positifs rĆ©sultant de lā€™ā€ŠentraĆ®nement et de lā€™ā€Šapprentissage de lā€™ā€ŠĆ©quilibre ont montrĆ© des amĆ©liorations comportementales sur plusieurs niveaux, tels que: une rĆ©duction de lā€™ā€Šincidence des chutes (avec ou sans consĆ©quences mĆ©dicales), de meilleures compĆ©tences de rĆ©habilitation, une rĆ©duction des douleurs cervicales, une amĆ©lioration des fonctions sensorimotrices des vertĆØbres cervicales, et une augmentation de la performance en pliomĆ©trie. Ainsi, ces recherches mettent en Ć©vidence les nombreux bĆ©nĆ©fices dĆ©coulant de lā€™ā€ŠentraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre chez les personnes Ć¢gĆ©es. Par consĆ©quent, la mise en place de tels programmes en rĆ©adaptation paraĆ®t essentielle.

Mise en application: ExpƩrience au RHNe

Mise en place dā€™ā€Šun groupe de Ā«coordinationĀ»

La nĆ©cessitĆ© dā€™ā€ŠintĆ©grer un entraĆ®nement de lā€™ā€ŠĆ©quilibre en rĆ©adaptation paraĆ®t donc indispensable. De ce fait et dans le cadre dā€™ā€Šun projet institutionnel visant Ć  amĆ©liorer les processus de rĆ©adaptation, une approche proactive a Ć©tĆ© dĆ©veloppĆ©e et crĆ©e pour amĆ©liorer la qualitĆ© de vie de nos patients, notamment Ć¢gĆ©s en rĆ©adaptation, en mettant sur pied un groupe de coordination.

Objectifs

Le but premier de ce groupe de coordination est de renforcer la coordination motrice des patients Ć¢gĆ©s; compĆ©tences essentielles Ć  leurs activitĆ©s quotidiennes et Ć  la prĆ©vention des chutes. Dans la pratique, ce groupe est rĆ©alisable en position assise ou debout et sā€™ā€Šarticule autour de quatre objectifs:
1. Sensibiliser les patients Ć  lā€™ā€Šimportance vitale de la coordination pour leurs activitĆ©s quotidiennes
2. AmƩliorer la coordination sous toutes ses formes, assurant notamment une prƩvention efficace contre les chutes
3. Proposer des exercices simples et reproductibles Ć  domicile, favorisant lā€™ā€Šautonomie et la continuitĆ© du soin
4. Suivre et quantifier les progrĆØs de chaque patient, afin dā€™ā€Šajuster les exercices pour rĆ©pondre au mieux Ć  leurs besoins

CritĆØres

Le groupe est conƧu pour accueillir un large Ć©ventail de patients tout en leur offrant un programme adaptĆ© et personnalisĆ©. Toutefois, afin de garantir lā€™ā€ŠefficacitĆ© et la sĆ©curitĆ© des sĆ©ances pour tous les participants, certains critĆØres dā€™ā€Šexclusion sont appliquĆ©s.
Ce programme est idĆ©al pour ceux qui peuvent sā€™ā€Šengager activement dans les exercices proposĆ©s, Ć  lā€™ā€Šexception des cas suivants:
1. Patients présentant des troubles cognitifs sévères, avec un score au Mini-Mental State Examination (MMS) inférieur à 15
2. Patients affectés par une surdité ou une cécité sévère
3. Patients ayant des troubles du comportement qui pourraient entraver la dynamique de groupe
4. Patients ayant une dĆ©pendance trop importante, indiquĆ©e par un score Ć  la Mesure dā€™ā€ŠIndĆ©pendance Fonctionnelle (MIF) infĆ©rieur Ć  4 pour les transferts et les locomotions

FrƩquence et dƩroulement des sƩances

Les patients participent au groupe de coordination trois fois par semaine. Notre volontĆ© est dā€™ā€ŠintĆ©grer le plus fidĆØlement possible les donnĆ©es scientifiques dans la pratique clinique. En effet, la recherche suggĆØre une amĆ©lioration substantielle de la capacitĆ© de performance de lā€™ā€ŠĆ©quilibre Ć  une frĆ©quence de trois sessions hebdomadaires (21) (Fig 1).

La thĆ©rapie dure 45 minutes par sĆ©ance. Chaque groupe accueille jusquā€™ā€ŠĆ  six patients qui sont encadrĆ©s par un physiologiste de lā€™ā€Šexercice ou un physiothĆ©rapeute. Les participants au groupe sont des patients connus du service ce qui permet une sĆ©lection personnalisĆ©e des exercices en anticipant leurs exigences pour rĆ©pondre de maniĆØre individualisĆ©e aux besoins de chacun.

Choix des exercices

Le choix des exercices repose sur une sĆ©rie dā€™ā€Šexercices ciblĆ©s, structurĆ©s autour de cinq thĆ©matiques clĆ©s: lā€™ā€Šorientation, la rĆ©action, la diffĆ©renciation, le rythme, et lā€™ā€ŠĆ©quilibre (ORDRE). Chacune de ces thĆ©matiques propose six niveaux de difficultĆ©, de la variation la plus simple Ć  la plus complexe. Cette gradation permet une personnalisation poussĆ©e, adaptant lā€™ā€Šexercice aux capacitĆ©s et aux progrĆØs de chaque patient. Des exercices simples, comme par exemple le maintien de la station debout sur une surface instable, ou encore des exercices plus complexes comme lā€™ā€Šutilisation de la double tĆ¢che, permettent dā€™ā€Šajuster finement le niveau de difficultĆ© aux capacitĆ©s du patient (Fig 2). Cette adaptabilitĆ© assure non seulement une sĆ©curitĆ© maximale lors de la pratique, mais permet Ć©galement de maintenir un niveau dā€™ā€Šengagement Ć©levĆ© chez le patient, facteur clĆ© dans la rĆ©ussite de tout programme de rĆ©adaptation.

Des retours positifs

Des retours empiriques indiquent une bonne adhĆ©sion des patients mettant en lumiĆØre le rĆ©entraĆ®nement de certains aspects de la coordination longtemps dĆ©laissĆ©s, tels que le rythme ou la rĆ©action. Les patients ont augmentĆ© leur quantitĆ© de mouvements quotidiens, et lā€™ā€ŠapprĆ©ciation de la variĆ©tĆ© des exercices a Ć©tĆ© notĆ©e. Les physiothĆ©rapeutes, assurant des sĆ©ances individuelles dans le cadre de lā€™ā€ŠitinĆ©raire spĆ©cifique du patient en rĆ©adaptation, ont Ć©galement partagĆ© des retours positifs, notant les avantages de lā€™ā€ŠentraĆ®nement en coordination sur leurs patients.

De nouvelles collaborations: ComplƩmentaritƩ Physiologiste et physiothƩrapeute

Lā€™ā€Šintroduction dā€™ā€Šun groupe de coordination au sein de notre institution est nĆ©e dā€™ā€Šune collaboration enrichissante entre le physiologiste de lā€™ā€Šexercice et le physiothĆ©rapeute, offrant une perspective innovante sur lā€™ā€ŠentraĆ®nement et la thĆ©rapie de nos patients.
Le physiologiste de lā€™ā€Šexercice apporte une base scientifique solide, mettant en avant les bienfaits de lā€™ā€ŠactivitĆ© physique sur la santĆ©. Sa connaissance approfondie dans les domaines de lā€™ā€ŠĆ©quilibre, de lā€™ā€Šā€Šendurance, de la biomĆ©canique du mouvement et de la force permet dā€™ā€Šintroduire des pratiques novatrices. Pour ce dernier paramĆØtre et dans le cadre dā€™ā€Šun centre de rĆ©adaptation, il apporte une prĆ©cision scientifique au travail de la force. Il personnalise la charge de travail en fonction de la force maximale relative de chaque patient, exploitant lā€™ā€Šensemble du spectre de lā€™ā€ŠentraĆ®nement contre rĆ©sistance, de la force maximale Ć  la force explosive.

Pour rĆ©pondre au mieux aux objectifs fixĆ©s pour les patients, Il Ć©labore des protocoles adaptĆ©s tout en sā€™ā€Šappuyant sur des donnĆ©s probantes et des mĆ©thodes efficaces et variĆ©es, comme lā€™ā€ŠentraĆ®nement en excentrique (22) ou en force maximale. Cette derniĆØre, requiert moins de rĆ©pĆ©titions avec des charges plus Ć©levĆ©e pour maximiser les gains en force (Fig 3). A titre dā€™ā€Šexemple, lorsque le but recherchĆ© est de gagner en force, il est courant dā€™ā€Šobserver des protocoles de 10 Ć  20 rĆ©pĆ©titions avec des charges infĆ©rieures Ć  75 % de la capacitĆ© maximale et des pauses courtes. Cependant, la littĆ©rature recommande depuis longtemps des sĆ©ances plus intensives (> 75 %), limitĆ©es Ć  8 rĆ©pĆ©titions et espacĆ©es de pauses plus longues (2 Ć  4 min) pour une amĆ©lioration optimale de la force (23).

Cette expertise scientifique renouvelle lā€™ā€Šapproche de prescription dā€™ā€Šexercices, sā€™ā€ŠĆ©loignant des pratiques conventionnelles, pour des adaptations physiologiques plus marquĆ©es. Cette dĆ©marche contribue Ć©galement Ć  dissiper les rĆ©ticences des physiothĆ©rapeutes Ć  utiliser des exercices de force, notamment Ć  des intensitĆ©s plus Ć©levĆ©es, avec des patients considĆ©rĆ©s comme fragiles.

Parallèlement, le physiothérapeute apporte une dimension complémentaire avec un regard plus clinique et fonctionnel, axé directement sur les besoins des patients. Cette expertise permet de déterminer la faisabilité des exercices proposés, garantissant ainsi leur adaptation et leur sécurité pour chaque individu. De plus, la collaboration entre ces deux professions favorise une approche holistique où la théorie scientifique rencontre la pratique clinique pour un bénéfice patient optimal.

Cette complĆ©mentaritĆ© a donnĆ© naissance Ć  une nouvelle vision de lā€™ā€Šapplication des sciences du mouvement Ć  une population considĆ©rĆ©e comme fragile. Elle permet de dĆ©passer les approches thĆ©rapeutiques traditionnelles, en Ć©liminant les apprĆ©hensions et en remettant en question les pratiques Ć©tablies.

Copyright: Aerzteverlag medinfo AG

Jeremy Barfuss

Réseau Hospitalier Neuchâtelois
Coordinateur MƩdecine du Sport /
Physiologiste du Sport
Swiss Olympic Sport Medical Base
Route de Landeyeux
2046 Fontaines

l’auteur n’a pas dĆ©clarĆ© de conflit dā€™ā€ŠintĆ©rĆŖts en rapport avec cet article.

ā—† Lā€™ā€Šimpact du vieillissement sur la coordination et lā€™ā€Šaugmentation du risque de chutes compromet la qualitĆ© de vie.
◆ Maintenir une activité physique soutient les capacités de coordination et diminue les effets négatifs du vieillissement.
ā—† La collaboration entre physiologistes de lā€™ā€Šexercice et physiothĆ©rapeutes peut conduire Ć  lā€™ā€Šintroduction de nouvelles approches, amĆ©liorant significativement la prise en charge des patients Ć¢gĆ©s en rĆ©adaptations.

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Mesures limitatives de liberté en psychiatrie de la personne âgée

Les mesures limitatives de libertĆ© (MLL) comprennent les mesures limitant la libertĆ© de mouvement et le traitement sans consentement (TSC), conformĆ©ment au code civil suisse (CC). En psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e hospitaliĆØre, on traite souvent des patientes et des patients incapables de discernement qui, outre leur maladie psychique, sont multimorbides sur le plan somatique. Dans ce groupe de patients, on recourt de maniĆØre rĆ©pĆ©tĆ©e Ć  des mesures limitant la libertĆ© de mouvement pour prĆ©venir les chutes et Ć  des isolements en raison des consignes d’ hygiĆØne en cas de maladies infectieuses. On rĆ©alise des TSC qui sont tolĆ©rĆ©s par les personnes concernĆ©es sans refus apparent, mais qui doivent nĆ©anmoins ĆŖtre saisis comme TSC en raison de l’ absence de consentement. L’ Association nationale pour le dĆ©veloppement de la qualitĆ© dans les hĆ“pitaux et les cliniques (ANQ) a introduit la psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e comme une nouvelle catĆ©gorie de cliniques. Cette diffĆ©renciation doit Ć©galement ĆŖtre considĆ©rĆ©e comme une opportunitĆ© et une invitation Ć  considĆ©rer de maniĆØre diffĆ©renciĆ©e les MLL dans cette catĆ©gorie.

Measures restricting freedom include physical restraints restricting movement and treatment without consent according to the Swiss Civil Code. Patients incapable of consenting to treatments and other measures of care and who are somatically multimorbid in addition to their mental illness are frequently encountered in the geriatric psychiatry inpatient setting. In this group of patients, physical restraints are repeatedly used to prevent falling and to quarantine patients due to infectious diseases. Frequently, treatment is conducted with the apparent agreement of the patient but which are to be recorded as measures restricting freedom due to the inability to give informed consent. The National Association for Quality Development in Hospitals and Clinics (ANQ) has introduced geriatric psychiatry as a separate hospital category; this differentiation should also be seen as an opportunity and invitation to take a differentiated look at measures restricting freedom in geriatric psychiatry.
Key Words: geriatric psychiatry, measures restricting freedom, treatment without consent, quality

Introduction

Dans le domaine de la psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e (PPA) en milieu hospitalier, de nombreux patients sont traitĆ©s – en particulier en soins mĆ©dicaux de base figurant sur les listes hospitaliĆØres cantonales – qui sont incapables de discernement de maniĆØre globale et durable en raison de troubles cognitifs importants. Une agitation associĆ©e Ć  une agressivitĆ© dans le cadre d’ un Ć©tat confusionnel aigu est rĆ©guliĆØrement Ć  l’ origine d’ une hospitalisation en psychiatrie aiguĆ«. Souvent, il existe en mĆŖme temps une forte tendance Ć  la chute due Ć  la maladie et/ou aux mĆ©dicaments, dont les patients ne peuvent pas suffisamment ou pas du tout Ć©valuer le risque en raison de leur incapacitĆ© de discernement. Pour les raisons prĆ©citĆ©es, il faut souvent dĆ©cider chez ces patients de l’ utilisation de mesures limitant la libertĆ© de mouvement et de les traiter sans consentement (TSC). Les deux attitudes sont regroupĆ©es sous le terme de mesures limitatives de libertĆ© (MLL). En raison de l’ absence de consentement juridiquement valable, la saisie en tant que mesure limitant la libertĆ© a lieu mĆŖme en l’ absence de refus verbal ou physique reconnaissable. Ces mesures, trĆØs hĆ©tĆ©rogĆØnes du point de vue de leur caractĆØre invasif, sont discutĆ©es ici dans la perspective de la PPA.

DƩfinitions des termes et bases juridiques

Sur le plan juridique, les directives mĆ©dico-Ć©thiques Ā«Mesures de contrainte en mĆ©decineĀ» (2015) de l’ AcadĆ©mie Suisse des Sciences MĆ©dicales (ASSM) en plus du CC, sont contraignantes par l’ intermĆ©diaire du code de dĆ©ontologie mĆ©dicale (Ā«droit mouĀ») et ceci – malgrĆ© leur statut juridique diffĆ©rent.

Dans ce texte, nous utilisons le terme de MLL conformĆ©ment Ć  la dĆ©finition de l’ Association nationale pour le dĆ©veloppement de la qualitĆ© dans les hĆ“pitaux et les cliniques (ANQ)1. Les hĆ“pitaux et les cliniques ont adhĆ©rĆ© volontairement Ć  un contrat avec l’ ANQ, contrat Ć©tabli sur des bases lĆ©gales dans le but de recenser les MLL conformĆ©ment aux directives de l’ ANQ. La terminologie de l’ ANQ est donc fortement prĆ©sente dans les institutions. Des termes tels que Ā«mesures de contrainteĀ» ne sont toutefois utilisĆ©s ni dans le CC ni par l’ ANQ.
La notion de MLL doit ici ĆŖtre considĆ©rĆ©e moins comme un terme gĆ©nĆ©rique au sens juridique formel que comme un regroupement des mesures Ć  saisir. En PPA, la base juridique ou le cadre d’ une MLL est typiquement le placement Ć  des fins d’ assistance (PAFA). Le CC contient une section avec les articles 426 Ć  439 qui rĆØglent le PAFA. En principe possible et pertinent pour la PPA, un PAFA peut Ć©galement ĆŖtre justifiĆ© par un grave Ć©tat d’ abandon, auquel cas il est effectuĆ© sans objectif de traitement et donc uniquement Ć  des fins d’ assistance (art. 426, al. 1), pour autant que la proportionnalitĆ© soit donnĆ©e (et qu’ une aide Ć  domicile ou un placement dans un Ć©tablissement de soins ne soient pas plus appropriĆ©s).

Les MLL selon la dĆ©finition de l’ ANQ englobent les mesures limitant la libertĆ© de mouvement selon les art. 383 ss et 438 CC et les TSC selon les art. 434 CC (avec PAFA) et 379 et 435 CC (sans PAFA, par ex. lorsque la dĆ©cision ne peut ĆŖtre prise qu’ à postĆ©riori aprĆØs une intervention d’ urgence).

Si une personne capable de discernement donne son consentement Ć  une MLL, cela n’ est pas considĆ©rĆ© comme une mesure de contrainte. Il convient toutefois de noter que le consentement d’ une personne incapable de discernement ne doit pas ĆŖtre considĆ©rĆ© comme juridiquement valable. Toutefois, d’ un point de vue Ć©thique, un tel consentement d’ une personne incapable de discernement joue un rĆ“le.
La TSC est considĆ©rĆ©e comme la MLL la plus forte. Le traitement ne peut donc ĆŖtre administrĆ© qu’ à des personnes incapables de discernement. Il faut en outre qu’ il y ait une menace sĆ©rieuse et que la mesure soit proportionnĆ©e. La plupart du temps, la TSC est Ć©galement effectuĆ©e dans le cadre d’ un PAFA ou en cas d’ urgence. Si ce traitement d’ une maladie psychique a lieu dans un Ć©tablissement psychiatrique, les dĆ©cisions ne sont pas prises par les personnes habilitĆ©es Ć  reprĆ©senter la personne concernĆ©e, mais par le mĆ©decin-chef traitant2. Un plan de traitement est toutefois nĆ©cessaire (art. 433). Il doit ĆŖtre Ć©tabli avec la participation de la personne concernĆ©e et, le cas Ć©chĆ©ant, de sa personne de confiance. Le plan de traitement constitue la base d’ un TSC. Les exigences lĆ©gales concernant le plan de traitement sont Ć©levĆ©es et comprennent les raisons, le but, la nature, les modalitĆ©s, les risques et les effets secondaires de la mesure mĆ©dicale prĆ©vue, ainsi que des indications sur les consĆ©quences d’ une absence de traitement et sur d’ éventuelles possibilitĆ©s de traitements alternatifs. Il s’ en suit que de nombreux patients en PPA n’ ont pas le discernement pour donner leur consentement au plan de traitement.

La dĆ©finition de la contrainte est d’ une grande importance pour l’ évaluation juridique. Dans le contexte des traitements mĆ©dicaux, le terme Ā«contrainteĀ» n’ est pas utilisĆ© dans le CC. Or, pour une Ć©valuation Ć©thique et compte tenu du caractĆØre invasif de la mesure, la distinction entre le traitement avec consentement de la personne concernĆ©e incapable de discernement et sa rĆ©sistance active est trĆØs importante. La nĆ©cessitĆ© du consentement a des consĆ©quences importantes pour la PPA, car les personnes incapables de discernement souffrant de graves dĆ©ficits cognitifs ne peuvent pas le donner de maniĆØre juridiquement valable ni dans le sens d’ une manifestation de volontĆ© claire. Cela commence dĆØs l’ entrĆ©e Ć  l’ hĆ“pital qui, en raison de l’ absence de consentement clair, se fait souvent dans le cadre d’ un PAFA. Il en va de mĆŖme pour une admission dans une unitĆ© fermĆ©e ce qui constitue Ć©galement une restriction de la libertĆ© personnelle. Ces patients ne peuvent donc pas non plus consentir Ć  d’ autres mesures de contention, comme l’ immobilisation sur une chaise au moyen d’ une ceinture souple pour prĆ©venir les chutes. Par consĆ©quent, ces mesures doivent Ć©galement ĆŖtre saisies en tant que MLL bien qu’ elles ne soient souvent pas remarquĆ©es par les patients.

Documentation des MLL

Les Ć©tablissements psychiatriques hospitaliers sont lĆ©galement tenus de documenter les MLL. L’ ANQ est responsable de la saisie centrale. Les MLL suivantes sont saisies et Ć©valuĆ©es pour un benchmarking.
• L’ isolement (psychiatrique vs. Infectieux / somatique)
• L’ immobilisation
• La mĆ©dication forcĆ©e (orale vs. injection)
• Le maintien ferme
• Les limitations du mouvement Ć  la chaise
• Les limitations du mouvement au lit

Pour chaque mesure, le dĆ©but et la fin doivent ĆŖtre saisis (uniquement le moment pour la TSC). Il existe encore de nombreuses autres mesures qui ne sont pas prises en compte par la dĆ©finition de la MLL de l’ ANQ. Ces mesures, comme la prise en charge 1:1 ou les restrictions de sortie, portent Ć©galement atteinte Ć  la libertĆ© personnelle. En tant que mesures limitatives de libertĆ©, elles correspondent Ć  une dĆ©finition plus large de la MLL3.

Comme la PPA ne constitue une catĆ©gorie de cliniques propre dans le systĆØme ANQ que depuis 2023, on dispose de peu de donnĆ©es sur les frĆ©quences des MLL en PPA. En moyenne, environ 11% des patients en traitement hospitalier en psychiatrie de premier recours sont concernĆ©s par une MLL (1). L’ ANQ ne recueille pas de donnĆ©es sur la MLL en soins aigus. Les donnĆ©es recueillies en Suisse dans le cadre d’ études n’ indiquent que des taux lĆ©gĆØrement infĆ©rieurs si l’ on tient compte du sĆ©jour nettement plus court en moyenne Ć  l’ hĆ“pital somatique (2).

Mesures limitant la libertƩ de mouvement

Comme mentionnĆ©, la notion de MLL englobe la TSC et les mesures limitant la libertĆ© de mouvement. Par ces derniĆØres, on entend des mesures mĆ©caniques qui ne servent pas en premier lieu au traitement, mais Ć  la prĆ©vention de dommages corporels pour le patient ou des tiers. Ce groupe de mesures est rĆ©gi par l’ article 383 du CC, qui a Ć©tĆ© formulĆ© en premier lieu pour les Ć©tablissements mĆ©dico-sociaux. Parmi les conditions d’ utilisation de ces mesures, on compte le danger menaƧant la vie ou l’ intĆ©gritĆ© corporelle de la personne concernĆ©e ou d’ un tiers ainsi que l’ absence d’ alternatives moins invasives. La personne concernĆ©e doit ĆŖtre informĆ©e au prĆ©alable et la mesure doit ĆŖtre aussi brĆØve que possible. En outre, l’ article 384 CC rĆØgle les obligations en matiĆØre de documentation. Au sens du droit de la protection de l’ adulte ou du CC, les limitations de mouvement occasionnĆ©es par des mĆ©dicaments ne font pas partie des limitations de mouvement selon l’ art. 383 CC, mais constituent une mesure mĆ©dicale.

Restriction de mouvement pour prƩvenir les chutes

Les chutes chez les personnes Ć¢gĆ©es sont frĆ©quentes et ont diffĆ©rentes causes. Celles-ci comprennent des troubles sensoriels (les obstacles sont ignorĆ©s ; les inĆ©galitĆ©s du sol sont moins bien ressenties etc.), de l’ appareil locomoteur (l’ atrophie musculaire empĆŖche des mouvements compensatoires rapides) et, en outre, les maladies cĆ©rĆ©brales (par ex. les dĆ©mences) provoquent des troubles de la coordination. Les troubles cognitifs augmentent non seulement la frĆ©quence des chutes, mais aussi le risque de se blesser en tombant (3). Ces facteurs sont persistants, mais peuvent ĆŖtre attĆ©nuĆ©s par exemple par la physiothĆ©rapie, les aides visuelles etc. D’ autres facteurs viennent s’ ajouter, en particulier dans le cadre de la psychiatrie aiguĆ« hospitaliĆØre: Parmi eux, la maladie psychique aiguĆ« qui, associĆ©e par exemple Ć  un besoin de bouger irrĆ©pressible, Ć  un Ć©tat confusionnel aigu ou Ć  des hallucinations, augmente le risque de chute. A cela s’ ajoutent de nombreux mĆ©dicaments psychotropes dont l’ effet indĆ©sirable peut ĆŖtre la chute. Des Ć©tudes observationnelles menĆ©es dans le domaine de la psychiatrie aiguĆ« des personnes Ć¢gĆ©es montrent par consĆ©quent une frĆ©quence Ć©levĆ©e atteignant 17 chutes pour 1000 jours de soins (4). Les recommandations internationales proposent une Ć©valuation multifactorielle du risque de chutes. Cela comprend par exemple le relevĆ© des antĆ©cĆ©dents de chutes, l’ impression clinique et l’ utilisation de questionnaires sur la peur de tomber (5). Sur le plan prĆ©ventif, il est fait rĆ©fĆ©rence Ć  des formations qui s’ adressent en premier lieu Ć  l’ entourage des personnes souffrant de troubles cognitifs. Mais l’ amĆ©nagement de l’ environnement (Ć©viter les risques de trĆ©buchement, bon Ć©clairage), l’ activitĆ© physique et la physiothĆ©rapie ont Ć©galement une grande importance.

Outre les approches thĆ©rapeutiques mentionnĆ©es, des mesures de limitation de la mobilitĆ© sont Ć©galement utilisĆ©es pour rĆ©duire le risque de chute. Les limitations mĆ©caniques de la mobilitĆ©, telles que les ceintures souples et les planches de fixation des fauteuils roulants, revĆŖtent une importance particuliĆØre dans la PPA. Les barriĆØres de lit ne sont plus que rarement utilisĆ©es, car elles augmentent la hauteur de chute. Un tapis de sonnette est placĆ© devant le lit des patients et alerte l’ équipe soignante (par exemple par radio) dĆØs que quelqu’ un marche dessus. L’ utilisation de tapis de sonnette montre de maniĆØre exemplaire Ć  quel point les points de vue sur de telles mesures sont diffĆ©rents. Dans certaines institutions, elle est enregistrĆ©e comme MLL. Pour l’ ANQ, elle n’ entre cependant pas dans cette catĆ©gorie, car cette mesure est considĆ©rĆ©e comme peu invasive et permet en outre d’ éviter des mesures plus invasives (en particulier l’ immobilisation au lit). Le tapis de sonnette n’ est pas une restriction de mouvement s’ il sert uniquement Ć  aider les patients Ć  se lever. L’ utilisation de chaises et de canapĆ©s profonds ainsi que de poufs et de lits au sol, qui peuvent rendre impossible le lever des patient-e-s fragiles, doit donc ĆŖtre considĆ©rĆ©e dans le cas concret comme des mesures limitant la mobilitĆ© au sens du CC.

Restrictions de sortie et autres mesures limitant la libertƩ de mouvement

Les restrictions de sortie sont des mesures frĆ©quentes en psychiatrie hospitaliĆØre, par exemple lorsqu’ un-e patient-e suicidaire n’ est pas autorisĆ©-e Ć  quitter le service sans accompagnement appropriĆ© ou seulement avec une limitation de temps. En PPA, les restrictions de sortie et les unitĆ©s de soins fermĆ©es (Ā«protĆ©gĆ©esĀ») en permanence sont souvent utilisĆ©es lorsque les patient-e-s ne peuvent pas retrouver seuls leur chemin vers l’ unitĆ© de soins en raison d’ une dĆ©sorientation ou qu’ ils/elles peuvent s’ égarer, ou encore lorsqu’ il faut partir du principe qu’ il existe un risque Ć©levĆ© de chutes lors de la sortie. Comme cette forme de MLL n’ est pas explicitement recensĆ©e par l’ ANQ, elle fait moins l’ objet de discussions. Pour la partie des patients et patientes n’ ayant pas conscience de leur maladie, cette mesure constitue toutefois une restriction rĆ©elle. Cela vaut Ć©galement pour d’ autres mesures Ć©numĆ©rĆ©es par l’ ASSM, telles que la limitation des possibilitĆ©s de visite, l’ accĆØs Ć  des substances nocives pour la santĆ© ou encore le retrait du tĆ©lĆ©phone portable. Les mesures limitant les mouvements sont plus frĆ©quentes en mĆ©decine somatique, mais aussi en psychiatrie hospitaliĆØre, et visent d’ empĆŖcher par exemple le retrait d’ une perfusion, d’ une sonde nasale ou d’ un cathĆ©ter urinaire.

Mesures limitant la libertĆ© de mouvement en raison d’ aspects infectieux

La pandĆ©mie de COVID n’ est pas la seule raison nĆ©cessitant l’ isolement de patients qui ne comprennent pas le sens de la mesure Ć  cause de leur incapacitĆ© de discernement. Il en est de mĆŖme pour d’ autres maladies infectieuses (p. ex. norovirus) pour lesquelles il convient de saisir une MLL. Contrairement aux restrictions de mouvement d’ un point de vue psychiatrique, celles-ci sont prescrites sur la base d’ une indication infectieuse et ne peuvent gĆ©nĆ©ralement pas ĆŖtre Ć©vitĆ©es par d’ autres mesures. Il existe ici des recoupements avec la limitation de sortie mentionnĆ©e plus haut, par exemple lorsque des unitĆ©s de soins entiĆØres doivent ĆŖtre isolĆ©es.

Conséquences des mesures limitant la liberté de mouvement pour les personnes âgées

Lors de l’ utilisation de mesures de limitation de mouvement pour Ć©viter les chutes, il convient de mettre en balance les consĆ©quences des chutes (blessures, peur de tomber) et les inconvĆ©nients psychiques et somatiques de la mesure. DĆØs qu’ une mobilitĆ© habituelle n’ est plus possible en raison de la restriction (p. ex. se lever en cas d’ immobilisation avec une ceinture souple), cela peut entraĆ®ner un sentiment d’ insĆ©curitĆ© et d’ inquiĆ©tude. La participation sociale peut Ć©galement ĆŖtre menacĆ©e lorsque les personnes sont fixĆ©es Ć  l’ écart de l’ activitĆ© du service. Il faut Ć©galement tenir compte des consĆ©quences nĆ©gatives directes de l’ immobilisation. Celles-ci vont des thromboses Ć  l’ atrophie musculaire et Ć  la perte de force, en passant par une tendance accrue Ć  la chute Ć  long terme faute d’ entraĆ®nement. En psychiatrie aiguĆ«, où les changements de mĆ©dicaments sont souvent rapides, il faut tenir compte du fait que la tendance aux chutes peut ĆŖtre considĆ©rablement accrue Ć  court terme. Il n’ existe cependant pas de donnĆ©es issues du setting aigu qui prouvent l’ utilitĆ© Ć  long terme des mesures de restriction de l’ activitĆ© physique pour la mobilitĆ© (6). Elles peuvent plutĆ“t ĆŖtre un facteur de risque de chutes (7). Les chutes sont certes frĆ©quentes en PPA en raison des caractĆ©ristiques des patients et de leur Ć©tat aigu, mais les consĆ©quences des chutes ne semblent pas ĆŖtre graves dans la plupart des cas (8). De plus, les chutes surviennent souvent lors des transferts et dans la propre chambre (8, 9), ce qui ne peut ĆŖtre Ć©vitĆ© que de maniĆØre limitĆ©e par des mesures de limitation de mouvement.

Ce sont souvent les infirmiers/infirmiĆØres qui recommandent aux mĆ©decins de prendre ou non des mesures de limitation de mouvement (10). L’ accent est mis sur le sentiment de responsabilitĆ© pour la sĆ©curitĆ© immĆ©diate des patient-e-s et moins sur les consĆ©quences Ć  moyen et long terme (11, 12).

Les enquĆŖtes sur l’ observation rĆ©trospective des limitations de mouvement chez les personnes atteintes de dĆ©mence sont par nature difficiles. Les enquĆŖtes menĆ©es auprĆØs de patients de moins de 65 ans non atteints de dĆ©mence indiquent au moins que les personnes plus Ć¢gĆ©es voient les restrictions de mouvement d’ un œil plus critique que les jeunes (13). Ces enquĆŖtes sont importantes, car elles permettent d’ évaluer si les mesures prises vont dans le sens du patient.

Alternatives aux mesures limitant la libertƩ de mouvement

En raison des consĆ©quences nĆ©gatives des mesures mĆ©caniques de limitation de mouvement, il est important de prendre en compte les alternatives. La prĆ©fĆ©rence est donnĆ©e aux mĆ©thodes moins invasives que les restrictions de mouvement au lit ou au fauteuil. Il s’ agit par exemple des diffĆ©rentes approches de stimulation sensorielle de base (massage, arĆ“mes, mouvements rĆ©guliers). Toutefois, l’ évidence ne repose souvent que sur l’ expĆ©rience clinique. En particulier en cas de risque aigu de chute, il faut souvent recourir Ć  la prise en charge 1:1 comme alternative. Dans ce cas, le patient est accompagnĆ© en permanence par du personnel qui peut intervenir, par exemple lorsqu’ il se lĆØve de son fauteuil roulant. Cela implique des efforts organisationnels et financiers Ć©levĆ©s pour la clinique. Pour une partie des patients, cette mesure est en outre dĆ©sagrĆ©able en raison de l’ observation permanente par une personne physiquement prĆ©sente et est perƧue comme invasive. L’ ANQ ne considĆØre toutefois pas cette situation comme une MLL. C’ est pourquoi il est important d’ impliquer l’ entourage, en particulier lors de l’ utilisation de la limitation des mouvements pour prĆ©venir les chutes. Ceci, d’ une part, afin de clarifier la prĆ©fĆ©rence supposĆ©e du patient (dans la mesure où l’ observation du comportement ne permet pas dĆ©jĆ  de la dĆ©duire) et, d’ autre part, afin d’ avoir une sĆ©curitĆ© juridique en cas de blessures graves dues Ć  une chute. Dans ce contexte, il convient de mentionner la campagne Ā«Laufen LassenĀ» (Ā«Laisser courirĀ») de la SociĆ©tĆ© des soins en gĆ©rontologie (14).

Traitement sans consentement

Alors que les mesures de limitation de la libertĆ© de mouvement servent en premier lieu Ć  prĆ©venir une mise en danger de soi ou d’ autrui, un traitement d’ une maladie peut Ć©galement ĆŖtre effectuĆ© sans le consentement du patient. Comme dĆ©jĆ  expliquĆ©, les exigences lĆ©gales sont particuliĆØrement Ć©levĆ©es dans ce cas. Du point de vue de l’ ASSM, il est possible de distinguer dans la pratique entre une mĆ©dication Ć  des fins thĆ©rapeutiques et une administration de mĆ©dicaments visant Ć  prĆ©venir la mise en danger d’ autrui.

Administration de mƩdicaments

Les traitements mĆ©dicamenteux chez les patients incapables de discernement se distinguent par leur caractĆØre invasif (de la persuasion Ć  l’ administration par voie intramusculaire, voire intraveineuse, contre rĆ©sistance physique). En PPA, il s’ agit souvent de traitements administrĆ©s sans consentement explicite ou lĆ©galement valable, mais acceptĆ©s par le patient sans refus Ć©vident. Un exemple est la prise autonome d’ un comprimĆ© proposĆ© par un patient incapable de discernement. Dans certaines circonstances, il n’ est pas clair pour ce patient ou cette patiente qu’ il s’ agit d’ un comprimĆ©. Comme il s’ agit d’ un TSC, le plan de traitement prĆ©sentĆ© plus haut est d’ une importance capitale. L’ administration dissimulĆ©e de mĆ©dicaments, par exemple sous forme liquide ou en granulĆ©s avec la nourriture, constitue Ć©galement un dĆ©fi Ć©thique. ConformĆ©ment aux directives de l’ ASSM (15), il faut faire la distinction entre les situations dans lesquelles le patient donne son accord ou peut ĆŖtre supposĆ© donner son accord, et celles dans lesquelles le refus du mĆ©dicament a Ć©tĆ© dĆ©clarĆ© ou doit ĆŖtre supposĆ©. Dans ce cas, il y a, outre la Ā«tromperie Ć  des fins d’ assistanceĀ», une mesure de contrainte qui doit ĆŖtre justifiĆ©e soit par une dĆ©cision d’ urgence soit par une dĆ©cision Ć©lective (nĆ©cessitĆ© de traitement donnĆ©e selon l’ art. 434 CC). Les consentements nĆ©cessaires pour les traitements mĆ©dicamenteux d’ une maladie somatique et d’ une maladie psychique dans le secteur hospitalier d’ un Ć©tablissement psychiatrique sont rĆ©glĆ©s de maniĆØre diffĆ©rente. Le droit de reprĆ©sentation mĆ©dicale ne s’ applique qu’ aux traitements somatiques. Dans les deux cas, il convient toutefois de tenir compte des directives anticipĆ©es du patient.

Prises de position sur les dƩfis

La mise en œuvre de mesures contre la volontĆ© reprĆ©sente une atteinte considĆ©rable aux droits de la personnalitĆ© et est donc, Ć  juste titre, liĆ©e Ć  des exigences Ć©levĆ©es. Une dĆ©limitation des mesures exĆ©cutĆ©es sans consentement mais aussi sans refus semble judicieuse. La question se pose toutefois de savoir si une telle dĆ©limitation peut ĆŖtre maintenue dans la pratique, car il existe des transitions (par exemple en cas de persuasion ou si le consentement est liĆ© Ć  des avantages pour le patient). De nombreuses associations et initiatives ont pris position sur le sujet. Deux prises de position qui nous semblent particuliĆØrement pertinentes pour la PPA sont prĆ©sentĆ©es.

La position de l’ AcadĆ©mie Suisse des Sciences MĆ©dicales

Selon l’ ASSM (15), la contrainte comprend les mesures qui sont appliquĆ©es Ā«en dĆ©pit du fait que la personne concernĆ©e manifeste ou a manifestĆ© par le passĆ© son dĆ©saccord par l’ expression de sa volontĆ© ou par la rĆ©sistanceĀ». Dans l’ annexe Ć  la directive, l’ ASSM dĆ©finit quatre dimensions de la contrainte (15). Selon la premiĆØre dimension, il y a contrainte lorsque l’ on agit contre la volontĆ© d’ une personne (volontĆ© libre d’ une personne capable de discernement ou volontĆ© prƩƩtablie ou prĆ©sumĆ©e d’ une personne incapable de discernement). La deuxiĆØme dimension Ć©value le comportement de la personne face Ć  la mesure. La contrainte est ici dĆ©finie comme le fait de surmonter un refus verbal ou une rĆ©sistance physique. L’ examen de ces deux dimensions permet de distinguer dĆ©jĆ  quatre situations dans lesquelles il y a ou non contrainte dans l’ une ou l’ autre dimension ou dans les deux. Les autres dimensions concernent le but (thĆ©rapie ou prĆ©vention d’ un danger aigu pour soi-mĆŖme ou pour autrui) et le caractĆØre invasif de la mesure (de la persuasion Ć  l’ utilisation de la force physique). ConformĆ©ment Ć  la dĆ©finition de l’ ASSM, de nombreuses restrictions de mouvement et TSC en PPA ne remplissent pas le critĆØre de contrainte.

La position de la Société suisse de psychiatrie de la personne âgée

Du point de vue de la SociĆ©tĆ© suisse de psychiatrie et psychothĆ©rapie de la personne Ć¢gĆ©e (SPPA), dont les deux auteurs font partie, la considĆ©ration des quatre dimensions de l’ ASSM est trĆØs utile pour l’ évaluation des restrictions de mouvement et de la TSC en PPA. Jusqu’ à prĆ©sent, la saisie de l’ ANQ ne diffĆ©rencie pas les MLL selon qu’ elles sont contraires Ć  la volontĆ© prĆ©sumĆ©e ou qu’ elles se heurtent Ć  une rĆ©sistance verbale ou physique, ou encore selon que la personne concernĆ©e ne s’ exprime pas du tout Ć  ce sujet quelle qu’ en soit la raison. Dans ce dernier cas, il s’ agirait effectivement d’ une Ā«mesure sans consentementĀ» au sens du CC, mais une mesure que le patient ou la patiente tolĆØre sans aucune indication qu’ il ou elle n’ est pas d’ accord. Du point de vue de la SPPA, cette thĆ©matique nĆ©cessite une discussion substantielle d’ un point de vue mĆ©dical, juridique et Ć©thique. Les mesures de prĆ©vention des chutes sont frĆ©quemment utilisĆ©es, en particulier dans les phases de changement rapide de mĆ©dicaments, et sont souvent peu invasives (par exemple ceinture souple lors de la participation Ć  des thĆ©rapies de groupe). En partie, par exemple dans la ligne directrice S3 allemande Ā«Verhinderung von ZwangĀ» (prĆ©vention de la contrainte), cela est Ć©galement soulignĆ© sur le plan conceptuel, en faisant la distinction entre les mesures Ā«limitatives de liberté» et les mesures Ā«privatives de liberté» (16).

Dans la perspective de la SPPA, la rĆ©duction des mesures de contrainte invasives en particulier est un critĆØre de qualitĆ© important (17).Dans ce contexte, la saisie indiffĆ©renciĆ©e des mesures de contrainte ne suffit pas pour ĆŖtre adaptĆ©e Ć  des systĆØmes d’ incitation basĆ©s sur la qualitĆ©. Les donnĆ©es des registres allemands montrent que le pourcentage de cas avec des mesures de contrainte, par exemple, n’ est pas un indicateur de qualitĆ© appropriĆ©, car il dĆ©pend trop, entre autres, de la proportion de patients ayant le statut de PAFA, de la prĆ©sence d’ autres cliniques et d’ offres ambulatoires dans les environs, des mandats de prestations cantonaux et de la structure de la population locale (p. ex. frĆ©quence des minoritĆ©s ethniques) (18).Comme les patients incapables de discernement doivent gĆ©nĆ©ralement ĆŖtre traitĆ©s en PAFA, le nombre de PAFA n’ est pas non plus un indicateur de qualitĆ© appropriĆ©. D’ autre part, de nombreux facteurs infrastructurels peuvent ĆŖtre modifiĆ©s et sont susceptibles de rĆ©duire le recours aux MLL. En font partie, outre un amĆ©nagement adĆ©quat des espaces intĆ©rieurs et extĆ©rieurs (absence de barriĆØres / Ā«conception universelleĀ», aides Ć  l’ orientation / environnement lisible, incitations au mouvement et Ć  l’ activation, concept d’ éclairage, mains courantes continues), mais aussi les nouveaux systĆØmes numĆ©riques de prĆ©vention des chutes et le monitoring des patients basĆ© sur des capteurs. Les chutes et la peur de tomber sont une thĆ©matique importante en mĆ©decine gĆ©riatrique et devraient faire l’ objet d’ une plus grande attention (19). Cela inclut Ć©galement le manque de financement direct et le recours Ć  davantage de physiothĆ©rapie et de thĆ©rapie par le mouvement et le sport en PPA hospitaliĆØre.

Perspectives

La dĆ©finition de la PPA comme type de clinique propre Ć  l’ ANQ est Ć  saluer. Elle pose la premiĆØre pierre d’ une saisie appropriĆ©e de la MLL. Il faut s’ assurer qu’ il soit possible de distinguer les MLL en fonction de leur caractĆØre invasif. Du point de vue des patient-e-s, il est trĆØs important de savoir si une MLL est rĆ©alisĆ©e contre la volontĆ© dĆ©clarĆ©e du patient, voire contre rĆ©sistance, ou si elle est acceptĆ©e, mais saisie comme MLL en raison de l’ absence de capacitĆ© Ć  consentir en cas d’ incapacitĆ© de discernement. A cet effet, il convient de trouver des moyens appropriĆ©s d’ objectivation afin que les transitions (persuasion, association avec des avantages etc.) soient reprĆ©sentĆ©es de maniĆØre adĆ©quate. La proportionnalitĆ© exigĆ©e par la loi d’ une MLL dĆ©coule des attentes de la sociĆ©tĆ© en matiĆØre de traitement des malades psychiques. Cela concerne Ć©galement le financement des prestataires de soins psychiatriques de base, car un personnel plus nombreux et une infrastructure adĆ©quate contribuent Ć  prĆ©venir la MLL. A l’ avenir, il serait souhaitable d’ uniformiser la terminologie. La terminologie de l’ ANQ est trĆØs prĆ©sente dans la plupart des institutions. De plus, on peut facilement avoir l’ impression que la liste des MLL Ć  saisir pour l’ ANQ est exhaustive. En revanche, la terminologie juridique est beaucoup moins utilisĆ©e.

Importance des innovations techniques

Les dĆ©veloppements techniques peuvent aider Ć  rendre les MLL moins invasives Ć  de nombreux endroits. Cela concerne par exemple le remplacement des tapis de sonnette par des systĆØmes de capteurs qui signalent le lever du patient et allument simultanĆ©ment l’ éclairage ambiant, d’ une part pour prĆ©venir les chutes et d’ autre part pour alerter l’ équipe soignante. Il en va de mĆŖme pour les systĆØmes de localisation qui garantissent que les patients dĆ©sorientĆ©s peuvent ĆŖtre retrouvĆ©s rapidement en cas de besoin. D’ un point de vue Ć©thique, il convient de trouver un Ć©quilibre entre l’ augmentation souhaitable de la sĆ©curitĆ© des patients et les exigences de la protection des donnĆ©es. Ce n’ est donc qu’ une question de temps avant que les systĆØmes de localisation, basĆ©s par exemple sur l’ analyse de la marche et la reconnaissance faciale, puissent identifier avec prĆ©cision la position de toutes les personnes prĆ©sentes dans un service. Ces systĆØmes pourraient en outre aider Ć  mieux Ć©valuer une tendance Ć  la chute et Ć  ne recourir Ć  des restrictions de mouvement pour prĆ©venir les chutes que lĆ  où elles sont nĆ©cessaires. Les freins Ć  l’ utilisation d’ une telle technique devraient Ć©galement varier considĆ©rablement au niveau international, comme le montre dĆ©jĆ  l’ utilisation de camĆ©ras vidĆ©o dans les services de psychiatrie aiguĆ«. Ici aussi, le dĆ©bat social est donc nĆ©cessaire.

Remerciements: Nous remercions Armin von Gunten et Dan Georgescu pour la traduction de la version allemande (20).

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Cet article est une traduction de PRAXIS_13_2023: Stefan Klƶppel, Dan Georgescu: FreiheitsbeschrƤnkende Massnahmen in der Alterspsychiatrie

Pr Stefan Klƶppel

– SociĆ©tĆ© Suisse de psychiatrie et
psychothérapie de la personne âgée (SPPA)
– Service universitaire de psychiatrie et
psychothérapie de la personne âgée,
UniversitƤre Psychiatrische Dienste AG (UPD),
UniversitƩ de Berne, Suisse

Dr. med. Dan Georgescu

SociƩtƩ Suisse de psychiatrie et
psychothérapie de la personne âgée (SPPA)

Service de psychiatrie de liaison,
de psychiatrie gƩriatrique et de neuropsychiatrie,
Psychiatrische Dienste Aargau AG (PDAG), Windisch, Suisse

Les auteurs n’ ont pas dĆ©clarĆ© de conflit d’ intĆ©rĆŖts en rapport avec cet article.

  • Les mesures limitatives de libertĆ© (MLL) couvrent un large spectre.
  • Les MLL ne sont pas nĆ©cessairement contraires Ć  la volontĆ© prĆ©sumĆ©e de la personne incapable de discernement.
  • En cas d’ incapacitĆ© de discernement due, par exemple, Ć  une dĆ©mence ou Ć  un Ć©tat confusionnel, le traitement psychiatrique hospitalier doit ĆŖtre effectuĆ© sous un titre juridique appropriĆ©.
  • Le nombre de placements Ć  des fins d’ assistance (PAFA) dĆ©pend de diffĆ©rents motifs de l’ hospitalisation et n’ est donc pas un indicateur de qualitĆ© pertinent pour la PPA.

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16. DGPPN. S3-Leitlinie «Verhinderung von Zwang: Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen» [Internet]. 2018. Disponible sur: https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/154528053e2d1464d9788c0b2d298ee4a9d1cca3/S3%20LL%20Verhinderung%20von%20Zwang%20LANG%2BLITERATUR%20FINAL%2010.9.2018.pdf
17. Klƶppel S, Gunten A von, Georgescu D. Standards de qualitĆ© en psychiatrie de la personne Ć¢gĆ©e. Praxis. Avril 2023;112(5-6):1–7.
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19. Lenouvel E, Novak L, Wirth T, Denkinger M, Dallmeier D, Voigt-Radloff S, Klöppel S. Cognitive behavioural interventions for reducing fear of falling in older people living in the community. Cochrane Database of Systematic Reviews [Internet]. 2021 [citè le 14 février 2023] ;(3). Disponible sur: https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD014666/full
20. Klƶppel S, Georgescu D. FreiheitsbeschrƤnkende Massnahmen in der Alterspsychiatrie, Praxis. DĆ©cembre 2023;112(13):652–8.

Traitement combinĆ© dā€™ā€Šagonistes des rĆ©cepteurs GLP1 et des inhibiteurs de SGLT2

Chez un patient de 67 ans, un diabĆØte sucrĆ© de type 2 est connu depuis 5 ans. De plus, le patient a dans ses antĆ©cĆ©dents personnels une maladie coronarienne Ć  trois vaisseaux avec une fraction dā€™ā€ŠĆ©jection moyennement rĆ©duite et un Ć©tat aprĆØs un sĆ©minome il y a 30 ans. Le diabĆØte est traitĆ© par insuline basale (Levemir, 20 U par jour) et NovoRapid pendant les repas (environ 7 U par jour au total). En raison dā€™ā€Šeffets secondaires gastro-intestinaux, le patient a cessĆ© de prendre de la metformine. En raison dā€™ā€Šune insuffisance cardiaque, il existe en outre un traitement par un inhibiteur du SGLT2 (Forxiga). La glycĆ©mie est bien contrĆ“lĆ©e, lā€™ā€ŠHbA1c est de 6.5 %. En raison de la maladie coronarienne Ć  trois vaisseaux, un traitement par un agoniste du rĆ©cepteur GLP1 (Ozempic, SĆ©maglutide) a Ć©tĆ© envisagĆ©.

Les Ć©lĆ©ments importants de lā€™ā€ŠanamnĆØse Ā­personnelle

Le patient souffre dā€™ā€Šune maladie coronarienne, complication de son diabĆØte, et dā€™ā€Šune insuffisance cardiaque. Parmi ses facteurs de risque cardiovasculaire, facteurs de risque sont une hypertension artĆ©rielle, une dyslipidĆ©mie, lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© et des antĆ©cĆ©dents familiaux positifs.

DƩroulement

AprĆØs lā€™ā€Šintroduction de lā€™ā€ŠOzempic, le patient a pu perdre 3 kg de poids. En outre, lā€™ā€Šadministration de NovoRapid pendant les repas nā€™ā€ŠĆ©tait plus nĆ©cessaire. De mĆŖme, la dose de Levemir a pu ĆŖtre rĆ©duite progressivement: sans Ozempic, le patient sā€™ā€Šinjectait encore 20E de Levemir, avec Ozempic 0.25 mg/semaine 12E de Levemir, avec Ozempic 0.5 mg/semaine 8E de Levemir et avec Ozempic 1.0 mg/semaine Levemir pouvait ĆŖtre arrĆŖtĆ© totalement. Lā€™ā€ŠHbA1c restait stable Ć  environ 6.5 %.

Conclusions

Lā€™ā€ŠOzempic nā€™ā€Ša pas entraĆ®nĆ© une forte perte de poids, mais un trĆØs bon contrĆ“le de la glycĆ©mie, ce qui a permis dā€™ā€ŠarrĆŖter lā€™ā€ŠinsulinothĆ©rapie. Le traitement combinĆ© agoniste du rĆ©cepteur GLP1/inhibiteur du SGLT2 est recommandĆ© en raison de la maladie coronarienne, du profil de risque cardiovasculaire ainsi que de lā€™ā€Šinsuffisance cardiaque est particuliĆØrement bĆ©nĆ©fique pour le patient. Il convient de mentionner que lā€™ā€Šinhibiteur de SGLT2 est Ā­spĆ©cialement indiquĆ© sous lā€™ā€Šindication Ā«insuffisance cardiaqueĀ» a Ć©tĆ© prescrit, ce qui fait quā€™ā€Šune garantie de prise en charge supplĆ©mentaire pour Ozempic nā€™ā€ŠĆ©tait pas nĆ©cessaire.

Question

  • Que faire en cas de traitement combinĆ© par des inhibiteurs du GLP1-agonistes des rĆ©cepteurs/inhibiteurs du SGLT2, comment procĆ©der Ć©tant donnĆ© quā€™ā€Šelle nā€™ā€Šest pas automatiquement prise en charge par les caisses dā€™ā€Šassurance maladie?
  • Comment procĆ©der si lā€™ā€ŠOzempic nā€™ā€Šest pas disponible dans les pharmacies en raison dā€™ā€Šune pĆ©nurie actuelle?
  • Quels sont les aspects particuliers Ć  prendre en compte lors de lā€™ā€Šutilisation de Rybelsus (SĆ©maglutide oral)?

Mesures et traitement proposƩs

  • Outre lā€™ā€Šindication Ā«diabĆØteĀ», lā€™ā€Šinhibiteur de SGLT2 peut ĆŖtre prescrit Ć©galement en raison dā€™ā€Šune insuffisance cardiaque ou rĆ©nale
  • Comme alternative, le SĆ©maglutide sous forme orale (Rybelsus) peut ĆŖtre prescrit, qui nā€™ā€Šest pas en rupture de stock. Pour les patients qui reƧoivent dĆ©jĆ  un dosage de 1 mg dā€™ā€ŠOzempic, il serait possible dā€™ā€Šutiliser directement la dose maximale de Rybelsus, 14 mg une fois par jour. Cela correspond approximativement Ć  la dose hebdomadaire de 0.5 mg dā€™ā€ŠOzempic.
  • En raison de sa faible biodisponibilitĆ©, Rybelsus doit ĆŖtre pris Ć  jeun, et cela 30 minutes avant le premier repas et les autres mĆ©dicaments oraux.
  • Autre: le traitement par statine doit ĆŖtre complĆ©tĆ© par de lā€™ā€ŠĆ‰zĆ©timibe, si lā€™ā€Šobjectif de LDL est <1.4 mmol/l.

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Cet article est une traduction de Ā«der informierte arzt – die informierte ƤrztinĀ» 04_2024

PD Dre mƩd. Claudia Cavelti-Weder

Clinique d’ Endocrinologie, de DiabĆ©tologie et de Nutrition clinique
HƓpital Universitaire de Zurich
RƤmistrasse 100
8091 Zurich

Claudia.Cavelti-Weder@usz.ch

Les auteurs n’ont pas dĆ©clarĆ© de conflit d’intĆ©rĆŖts en rapport avec cet article.

Recommandations SMOB pour la priorisation du Ā­traitement par 2.4 mg de sĆ©maglutide chez les patients souffrant de surpoids ou dā€™ā€ŠobĆ©sitĆ©

Contexte

La disponibilitĆ© limitĆ©e du produit agoniste du rĆ©cepteur du GLP-1 (GLP-1 RA) WegovyĀ® (2.4 mg de sĆ©maglutide) exige une hiĆ©rarchisation des prioritĆ©s afin de dĆ©terminer quel groupe de patients devrait en bĆ©nĆ©ficier en premier, en second, etc. Afin dā€™ā€Šaider les prestataires de soins de santĆ© Ć  prendre des dĆ©cisions cliniques raisonnables et (dans la mesure du possible) fondĆ©es sur des donnĆ©es probantes, nous formulons les recommandations suivantes pour le processus de hiĆ©rarchisation.

Recommandations gƩnƩrales

1. Tous les patients souffrant de surpoids ou dā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© compliquĆ©s devraient bĆ©nĆ©ficier dā€™ā€Šune prise en charge multimodale et individuelle sur leur mode de vie, dispensĆ©s par un diĆ©tĆ©ticienĀ·ne ou un professionnel de la santĆ© qualifiĆ©, afin de les aider Ć  adopter un rĆ©gime alimentaire sain et Ć©quilibrĆ© et Ć  pratiquer au moins 150 minutes dā€™ā€ŠactivitĆ© physique par semaine.

2. Tous les patients ayant un IMC ≄35 kg/m2 ou un IMC ≄30 kg/m2 avec un diabĆØte de type 2 (DT2) non contrĆ“lĆ©, dĆ©fini par une HbA1c ≄ 8 % pendant ≄ 12 mois, et qui sont formellement qualifiĆ©s pour pouvoir bĆ©nĆ©ficier dā€™ā€Šune chirurgie bariatrique selon les directives SMOB (1) doivent ĆŖtre orientĆ©s vers un chirurgien spĆ©cialisĆ© dans la chirurgie bariatrique-mĆ©tabolique afin de recevoir des informations spĆ©cifiques Ć  la chirurgie.

3. Les patients atteints de DT2 doivent ĆŖtre traitĆ©s conformĆ©ment aux lignes directrices de la SGED (2) qui incluent lā€™ā€Šutilisation de GLP-1 RA Ć  un stade prĆ©coce de la maladie. Cependant, nous reconnaissons que lā€™ā€ŠefficacitĆ© de la dose maximale remboursĆ©e de sĆ©maglutide pour le traitement du DT2, cā€™ā€Šā€Šest-Ć -dire OzempicĀ® 1 mg s.c. par semaine et sa forme orale de 14 mg RybelsusĀ®, est infĆ©rieure Ć  lā€™ā€ŠefficacitĆ© de 2.4 mg s.c. par semaine (WegovyĀ®) et nā€™ā€Šapporte donc pas tous les bĆ©nĆ©fices en termes de rĆ©duction de poids. Pour les patients souffrant de surpoids/obĆ©sitĆ© et de DT2, le tirzĆ©patide (MounjaroĀ®) reprĆ©sente lā€™ā€Šoption pharmacothĆ©rapeutique la plus efficace pour rĆ©duire le poids corporel et amĆ©liorer le contrĆ“le de la glycĆ©mie (3). Cependant, Ć  ce jour, le traitement des patients atteints de DT2 par MounjaroĀ® nā€™ā€Šest pas encore remboursĆ© par lā€™ā€Šassurance maladie de base. En outre, contrairement au sĆ©maglutide, il nā€™ā€Šexiste actuellement aucune donnĆ©e sur les rĆ©sultats cardiovasculaires des patients atteints de DT2 traitĆ©s par tirzepatide.

4. Tous les patients pour lesquels une pharmacothĆ©rapie par GLP-1 RA est envisagĆ©e pour la prise en charge du surpoids/de lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© conformĆ©ment Ć  lā€™ā€Šindication approuvĆ©e par Swissmedic doivent ĆŖtre informĆ©s des points suivants:
• En raison de la chronicitĆ© de la maladie, le traitement doit ĆŖtre poursuivi sur une longue pĆ©riode, car son arrĆŖt entraĆ®nera trĆØs probablement une reprise du poids corporel et une aggravation des problĆØmes de santĆ© connexes (4–6).
• En raison de limitation dans le temps de couverture des coĆ»ts du traitement WegovyĀ® pour les cas compliquĆ©s de surpoids et dā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© par lā€™ā€Šassurance maladie ordinaire, les coĆ»ts doivent ĆŖtre pris en charge par le patient Ć  lā€™ā€Šissue du remboursement autorisĆ©.

5. Les patients dĆ©jĆ  traitĆ©s avec succĆØs par un mĆ©dicament Ć  base de GLP-1 RA, y compris ceux sous SaxendaĀ® (qui ne sera plus disponible pour les adultes dans un avenir proche) et ceux sous un traitement Ā«off labelĀ» avec OzempicĀ® ou RybelsusĀ® dans lā€™ā€Šindication approuvĆ©e par Swissmedic pour WegovyĀ® au dĆ©but de la pharmacothĆ©rapie respective, devraient recevoir un traitement continu et leur traitement devrait ĆŖtre changĆ© pour WegovyĀ® en premier lieu.

6. Lā€™ā€Šindication du mĆ©dicament WegovyĀ® pour la gestion du poids corporel devrait ĆŖtre conforme Ć  lā€™ā€Šindication approuvĆ©e par Swissmedic, qui inclut les patients ayant un IMC ≄27 kg/m2 et souffrant dā€™ā€Šau moins une maladie liĆ©e Ć  la surcharge pondĆ©rale. Cependant, la disponibilitĆ© limitĆ©e de 2.4 mg de semaglutide (WegovyĀ®) nĆ©cessite une priorisation de lā€™ā€ŠaccĆØs au traitement. Par consĆ©quent, nous recommandons ici trois niveaux diffĆ©rents de catĆ©gories de prioritĆ©.

Perspectives

Comme la disponibilitĆ© de 2.4 mg de sĆ©maglutide (WegovyĀ®) est supposĆ©e augmenter continuellement, nous suggĆ©rons et soutenons quā€™ā€Šavec le temps, les patients appartenant Ć  une catĆ©gorie de prioritĆ© infĆ©rieure puissent Ć©galement recevoir un traitement pharmacologique spĆ©cifique.

DƩclarations finales

Nous appelons tous les professionnels de la santĆ© Ć  prendre en compte nos recommandations de priorisation, pour permettre dā€™ā€Šallouer les ressources limitĆ©es du sĆ©maglutide (WegovyĀ®) aux patients qui bĆ©nĆ©ficieront probablement le plus de cette pharmacothĆ©rapie et qui prĆ©sentent le meilleur rapport bĆ©nĆ©fice/risque selon les preuves actuellement disponibles.
Le surpoids et lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© sont des maladies chroniques, rĆ©currentes et multifactorielles. Dans ce contexte, nous demandons que la pharmacothĆ©rapie des cas compliquĆ©s de surpoids et dā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© ne dĆ©pende pas des ressources financiĆØres individuelles. Ainsi, la prise en charge des coĆ»ts dā€™ā€Šune pharmacothĆ©rapie anti-obĆ©sitĆ© illimitĆ©e dans le temps est un objectif important pour lā€™ā€Šavenir et nĆ©cessite rapidement une rĆ©glementation claire.

Nous soulignons que la chirurgie bariatrique-mĆ©tabolique reste un Ć©lĆ©ment fondamental de la thĆ©rapie de lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© sĆ©vĆØre, car elle reste lā€™ā€Šoption de traitement la plus efficace et la plus durable disponible.

Nous sommes convaincus que lā€™ā€Šavenir de la gestion du poids dans lā€™ā€ŠobĆ©sitĆ© sera, en plus des conseils comportementaux et nutritionnels individuels, trĆØs probablement une approche modulaire avec lā€™ā€Šutilisation optimale ou mĆŖme la combinaison de la pharmacothĆ©rapie et de la chirurgie bariatrique en fonction des circonstances physiopathologiques, des comorbiditĆ©s et des prĆ©fĆ©rences personnelles de chaque patient.

Enfin, indĆ©pendamment de lā€™ā€Šintervention thĆ©rapeutique utilisĆ©e, tous les patients traitĆ©s devraient bĆ©nĆ©ficier dā€™ā€Šun soutien continu de la part dā€™ā€Šune Ć©quipe de soins qualifiĆ©e.

Copyright Aerzteverlag medinfo AG

Cet article est une traduction de Ā«der informierte arzt – die informierte ƤrztinĀ» 03_2024

Pr Marco Bueter 

DƩpartement de chirurgie, HƓpital de MƤnnedorf, MƤnnedorf

DƩpartement de chirurgie et de transplantation, HƓpital universitaire de Zurich, UniversitƩ de Zurich

Dre Lucie Favre

FacultƩ de biologie et de mƩdecine, UniversitƩ de Lausanne

Service d’endocrinologie, diabĆØte et mĆ©tabolisme, HĆ“pital universitaire de Lausanne

Division d’endocrinologie, diabĆ©tologie et mĆ©tabolisme, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, CHUV, Lausanne

Pre Katharina Timper

Clinique d’endocrinologie, de diabĆ©tologie et
de métabolisme HÓpital universitaire de Bâle
Petersgraben 4
4031 BĆ¢le

Département de biomédecine, Université de Bâle

Les auteurs nā€™ā€Šont pas dĆ©clarĆ© de conflits dā€™ā€ŠintĆ©rĆŖt en rapport avec cet article.

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