Gynäkologische Tumore – Rezidiv und Nachsorge

Die Betreuung von Frauen in der Nachsorge bei gynäkologischen Tumorerkrankungen stellt vielfältige Ansprüche. Neben der frühen Erkennung eines Rezidivs sind mögliche Langzeitnebenwirkungen sowie psychoonkologische und psychosoziale Themen für die Betroffenen von hoher Relevanz. Aufgrund der ungünstigen Langzeitprognose des Ovarialkarzinoms sowie der Seltenheit der epithelialen / mesenchymalen Tumore des Corpus uteri richten wir unser Augenmerk im Beitrag lediglich auf das glanduläre Endometrium- und das epitheliale Zervixkarzinom.

La prise en charge pour le suivi d’une patiente atteinte d‘une tumeur gynécologique doit satisfaire à de multiples exigences. Outre le diagnostic précoce d’une récidive, les potientiels effets secondaires à long terme des traitements et les répercussions psycho-oncologiques et psycho-sociales ont une grande importance pour les patientes. Vu le pronostic à long terme défavorable du cancer de l’ovaire et la rareté des tumeurs mésenchymateuses et épithéliales du corps utérin, l’article proposé se concentre sur le suivi en cas d’adénocarcinome du corps utérin et de cancer épidermoïde du col utérin.

Während bei Frauen mit der Diagnose einer gynäkologischen Tumorerkrankung in der Betreuung die oft beeinträchtigenden Therapien und deren Nebenwirkungen im Zentrum stehen, rückt in der Nachsorge insbesondere auch die Lebensqualität in den Fokus. In der Nachsorgephase beginnt für die Patientin häufig erst die intensivere Auseinandersetzung mit sich selbst, der Prognose und der Angst vor dem Rezidiv.

Standardisierte versus symptomorientierte Nachsorge – weniger ist oft mehr

Die Nachsorge wird einheitlich empfohlen, obwohl die Datenlage zur Nachsorge bei gynäkologischen Malignomen spärlich ist. Es liegen keine prospektiven oder gar randomisierten Studien vor, welche die Wirksamkeit einer standardisierten Untersuchung von asymptomatischen Frauen im Vergleich zu einer symptomorientierten Nachsorge untersuchen.

Endometriumkarzinom – Rezidivrisiko und Nachsorge

Die Rezidivrate des Endometriumkarzinoms ist insgesamt niedrig und liegt über alle Stadien verteilt bei 13%, wobei die Rückfallrate für die Patientinnen mit niedrigem Risiko bei lediglich knapp 3% liegt. In den vergangenen Jahren verbesserte sich die mittlere 5- bzw. 10-Jahresüberlebensrate auf 77% bzw. 70% (1). Die serösen oder klarzelligen Karzinome (Typ-II-Karzinome) sind insgesamt zwar seltener (10-15%), dennoch sind sie auf Grund ihre aggressiveren Biologie für 50% der Rückfälle verantwortlich. (2). Die Mehrheit der Patientinnen mit einem Rezidiv äussert Symptome und nur 30% aller Rezidive sind klinisch asymptomatisch. Bedenkt man, dass sich die Rezidive in etwa gleichen Teilen auf loko-regionäre Rezidive und auf Fernmetastasen aufteilen, erklären sich auch die häufigsten Symptome wie vaginale Blutungen, unspezifische Abdominalbeschwerden, Gewichtsverlust, Lymphödem und persistierender Husten (3). Je nach Studie traten 68-100% der Rezidive innerhalb der ersten drei Jahre nach Ende der Primärtherapie auf. Die PORTEC-1 Studie zeigt, dass die 3-Jahres-Überlebensrate bei einem isolierten Vaginalrezidiv nach Endometriumkarzinom mit 73% deutlich günstiger ist als bei einem pelvinen Rezidiv (14%) oder bei Fernmetastasierung (8%) (4). Nicht einheitlich ist die Studienlage bezüglich der Frage, ob die Überlebensdauer bei asymptomatischen Frauen mit Rezidiv länger ist als bei symptomatischen Rezidiven (5).
Beim Endometriumkarzinom beginnt die leitliniengerechte Nachsorge nach Abschluss der Primärtherapie und sollte in den ersten drei Jahren viertel – bis halbjährlich und in den Jahren vier und fünf in sechsmonatigen Abständen durchgeführt werden (6).
Die Nachsorge umfasst eine sorgfältige Anamneseerhebung hinsichtlich Beschwerden eines Rezidivs sowie Evaluation von Spät-/Langzeitfolgen der Primärtherapien mit ihren Auswirkungen auf die Lebensqualität. In der körperlichen Untersuchung inklusive Allgemeinstatus, gynäkologischer Spekulumeinstellung und rektovaginaler Palpation sowie Vaginalsonographie beziehungsweise Sonographie der ableitenden Harnwege ist die Erkennung eines Rezidivs oder Spätfolgen (6) der Therapie möglich. In einigen Studien konnte bereits durch die gynäkologische Untersuchung inklusive rektovaginaler Palpation eine Detektionsrate für Vaginalrezidive von 35–68 % erreicht werden ohne weitere apparative Diagnostik (7). Auch der zytologische Abstrich wird beim Endometriumkarzinom nicht mehr empfohlen, da er nicht kosteneffizient ist und in nur ca. 10% zur Diagnose beim asymptomatischen Rezidiv führt.

Zervixkarzinom – Rezidivrisiko und Nachsorge

Das mittlere 5- bzw 10 Jahresüberleben beim Zervixkarzinom liegt derzeit in der Schweiz bei 70% bzw. 60% (1). Eine systematische Literaturübersicht von 17 eingeschlossenen retrospektiven Studien von kurativ therapiertem Zervixkarzinom zeigt ein mittleres Intervall bis zum Rezidiv von 7-36 Monaten, etwa ¾ aller Rezidive treten somit in den ersten 2 Jahren nach Abschluss der Primärtherapie auf (8). Die Rezidivrate betrug 8-26 %, davon 14-57 % mit lokalem Beckenrezidiv und 15-61% mit Fernmetastasen (9). Unbestritten ist dabei, dass die Rezidivrate abhängig vom primären Tumorstadium ist (10), wobei bereits ab dem FIGO-Stadium ≥ IIB von einem fortgeschrittenen Stadium gesprochen wird und das Rezidivrisiko über 25% liegt. Klinisch asymptomatisch sind 25% der Patientinnen (11). Insbesondere das lokale Rezidiv äussert sich mit Symptomen wie Ausfluss, Blutungen, Schmerzen und Lymphödem. Patientinnen mit Metastasen haben häufiger unspezifische Symptome. Bei Frauen mit einem lokalen Rezidiv kann die Therapie mit einem kurativen Ansatz erfolgen, deshalb sind diese möglichst frühzeitig zu diagnostizieren. Insgesamt sind die Überlebensraten nach Therapie eines Rezidivs sehr ernüchternd.
Entgegen der noch gültigen S3-Leitlinie 2014 wird an anderen Stellen keine routinemässige Zervixzytologieabnahme nach Radiotherapie im Rahmen der Nachsorge empfohlen. Die technische Auswertung der Zytologie nach erfolgter Radiotherapie ist aufgrund von radiogenen Veränderungen oft erschwert und nur bedingt aussagekräftig. Weiterhin empfohlen wird die Zytologie des Vaginalstumpfes hingegen bei Frühstadien des Zervixkarzinoms, welche mit Hysterektomie therapiert wurde (12). Zum Nutzen der Kolposkopie in der Nachsorge des Zervixkarzinoms gibt es keine publizierten Daten. Sie kann hilfreich sein zur Detektion beim zentralen Rezidiv oder bei Residualtumoren sowie bei präinvasiven Rezidiv-/Zweitläsionen (VIN, VAIN). Ebenfalls ist die HPV-Bestimmung speziellen Fragestellungen vorbehalten (13).

Bildgebung in der Nachsorge des Endometrium- und Zervixkarzinoms

Die in jeder gynäkologischen Praxis zu Verfügung stehende Sonographie kann in der Nachsorge eingesetzt werden (6, 13, 14). Die transvaginale Sonographie ist kosteneffizient und zeigt eine hohe Detektionsrate für Rezidive gynäkologischer Malignome. Zusätzlich ermöglicht die transabdominale Sonographie eine frühzeitige Entdeckung eines Harnstaus als Komplikation der Operation oder Strahlentherapie.
Erst beim Vorliegen des klinischen Verdachts auf ein Rezidiv ist die Durchführung weiterführender diagnostischer Massnahmen empfohlen. Das frühzeitige Erkennen von Fernmetastasen führte in keiner Studie zu einer Verbesserung des Überlebens (3, 15, 16). Bildgebende Untersuchungen wie PET-CT, CT, MRI und Tumormarkerbestimmungen sind daher in der Nachsorge asymptomatischer Patientinnen nicht indiziert (12, 13).
Im Falle eines lokalen Rezidivs oder einer Fernmetastasierung ist nach der histologischen Sicherung, die immer erfolgen soll, eine Festlegung des weiteren Procedere abhängig von der Art der Primärtherapie und der Lokalisation des Rezidivs interdisziplinär zu diskutieren.
Die Tabellen 1 und 2 zeigen je ein Schema der Nachsorge bei Patientinnen mit Endometriumkarzinom bzw. Zervixkarzinom (Tabellen 1 und 2 nach 6, 13).

Psychoonkologische, psychosoziale und sexualmedizinische Beratung

Mit der Rückkehr in den Alltag nimmt das Thema Lebensqualität, einschliesslich sexueller Bedürfnisse, wieder an Bedeutung zu. Betrachtet man die aktuellen Langzeitüberlebensdaten des Endometrium- und Zervixkarzinoms, beinhaltet die Tumornachsorge eine Langzeitbetreuung der Frau im Beziehungsfeld von Familie, Partnerschaft, Beruf. Bei Patientinnen mit einer gynäkologischen Tumorerkrankung finden sich Anpassungsstörungen mit etwa 13%, gefolgt von Angststörungen mit 12% sowie depressive Störungen von 8% (17).
Ziel ist, im Gespräch diese Thematik zu erkennen, anzusprechen und geeignete Massnahmen einzuleiten. Weiter sollen standardisierte und validierte Screeningverfahren (Bsp. NCCN Distress Thermometer) zur Feststellung der psychosozialen Belastung sowie des psychoonkologischen Behandlungsbedarfs eingesetzt werden (18). Sekundäre Prävention im Sinne eines gesundheitsfördernden Verhaltens mit Beratung hinsichtlich Ernährung, Nikotinabstinenz, Gewichtskontrolle, körperlicher Aktivität sowie Stressreduktion spielen eine wichtige Rolle. Gewichtsabnahme bei vorbestehender Adipositas und regelmässige körperliche Aktivität wirken sich positiv auf krebsassoziierte Mortalität und die Lebensqualität aus. Fatigue ist ein unterschätztes Problem, welches oft lange nach Therapieende persistiert und auch durch körperliche Aktivität reduziert werden kann (min. 150 Minuten pro Woche moderate körperliche Aktivität und / oder in Kombination von allgemeinem Krafttraining zwei Mal pro Woche) (12, 19). Analog zur individualisierten Therapie sollte auch die Nachbetreuung individualisiert werden und neben den wenigen empfohlenen klinischen Untersuchungen Zeit für die individuelle Beratung der Patientin bieten.

Dr. med. Karin Breu

Stadtspital Triemli
Frauenklinik
Birmensdorferstrasse 497
8063 Zürich

karin.breu@triemli.zuerich.ch

Dr. med. Heike Passmann

Stadtspital Triemli
Frauenklinik
Birmensdorferstrasse 501
8063 Zürich

heike.passmann@triemli.zuerich.ch

KD Dr. med. Stephanie von Orelli

GYNÉ LANG
Kohlrainstrasse 10
8700 Küsnacht

Die Autoren haben in Zusammenhang mit diesem Artikel keine Interessenskonflikte deklariert.

  • Trotz fehlender Evidenz wird einheitlich eine Nachsorge empfohlen.
  • Sinnvoll erscheint eine Begleitung der Patientinnen mit symptomorientiertem Fokus sowie Erhebung des Ernährungszustandes und psychoonkologisches Screening.
  • Die meisten Rezidive treten innerhalb der ersten 3 Jahre nach Therapie auf.
  • Einzig das frühzeitige Erkennen eines heilbaren Rezidivs hat Einfluss auf die Überlebensrate.
  • Die Diagnose und Therapie einer asymptomatischen Metastasierung führt zur Einschränkung der Lebensqualität und zeigt keine Verbesserung der Überlebensrate.

Messages à retenir

  • Un suivi post-thérapeutique est généralement recommandé – malgré l’ absence d’évidence fondée sur des preuves.
  • Le suivi des patientes ciblé sur les symptômes tout comme l’ évaluation de l’ état nutritionnel et un dépistage psycho-oncologique semble bénéfique.
  • La plupart des récidives se manifeste dans les trois ans après le
    traitement.
  • Uniquement la découverte précoce d’une récidive qui est curable
    a une influence sur le taux de survie.
  • Le diagnostic et le traitement d’ une métastase asymptomatique
    n’ a comme effet qu’ une diminution de la qualité de vie mais ne montre aucune amélioration du taux de survie.

1. Bundesamt für Statistik (BFS) Nationales Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung (NICER) Schweizer Kinderkrebsregister (SKKR) Schweizerischer Krebsbericht 2015
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6. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebs-gesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) 2018.S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Endometriumkarzinom, Langversion 0.1, 2018, AWMF Registernummer: 032/034-OL.
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25. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) (2014) S3-Leitlinie Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten, Version 1.1, Januar 2014.
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Krebstherapie und kardiologische Nachsorge

Kardiovaskuläre Komplikationen sind die häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität nach Tumorbehandlungen bei Jugendlichen In diesem Artikel wird auf die kardiovaskuläre Nachsorge dieser Patienten eingegangen.

Les complications cardiovasculaires sont les causes les plus fréquentes de morbidité et de mortalité après un traitement tumoral chez les adolescents. Cet article traite du suivi cardio-vasculaire de ces patients.

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt heutzutage bis zu 80% bei Patienten mit Tumorerkrankungen im jungen Lebensalter (10 bis < 35 Jahre) (1). Dieser herausragende therapeutische Erfolg ist jedoch begleitet von Spät-Komplikationen der Tumorbehandlung, welche bei bis zu 40% aller Patienten beobachtet werden, die mehr als 30 Jahre die Tumordiagnose überlebt haben (2). Typische Spät-Komplikationen sind maligne Zweit-Tumore, endokrine und kardiopulmonale Dysfunktion, kardiovaskuläre Komplikationen, Nierenerkrankungen und neuronale Sensibilitätsstörungen (2). Die häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität sind kardiovaskuläre Komplikationen wie die koronare Herzerkrankung und insbesondere die Herzinsuffizienz (3).

Riskostratifizierung

Verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung ist bei Langzeit-Überlebenden nach Tumorerkrankung im jungen Lebensalter das Risiko für eine Herzinsuffizienz 15fach erhöht, und 7fach für einen plötzlichen Herztod (4). Insbesondere die kumulative Anthrazyklin-Dosis (gerechnet in Doxorubicin-Äquivalenzdosis) ist in diesem Zusammenhang wichtig, so beträgt die Inzidenz der Herzinsuffizienz bei < 250 mg/m2 < 5%, bei 250-600 mg/m2 < 10%, und bei > 600 mg/m2 > 30% (4). War das Herz im Feld einer thorakalen Strahlentherapie miteinbezogen, so ist die Inzidenz der Herzinsuffizienz ebenfalls deutlich erhöht bei Applikation von ≥ 35 Gy, erhöht bei 15 < 35 Gy, und nicht oder nur wenig erhöht bei < 15 Gy (5) (Tab. 1). Die Tatsache, dass ungefähr 60% aller Langzeit-Überlebenden entweder eine Anthrazyklin-basierte Chemotherapie, eine Radiotherapie, oder beides in Kombination erhalten haben, unterstreicht die Bedeutung einer kardiovaskulären Nachsorge. Tatsächlich wird geschätzt, dass 30 Jahre nach Tumorbehandlung mit Anthrazyklinen und thora-kaler Strahlentherapie ein akut lebensbedrohliches kardiovaskuläres Ereignis bei einem von acht Patienten auftritt (5).
Jedoch können auch Patienten, welche nicht mit Anthrazyklinen oder Strahlentherapie behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis haben. In einer 2015 publizierten Studie wurde ein Risiko-Score vorgestellt, welcher das individuelle Risiko für eine Herzinsuffizienz berechnet bei Langzeit-Überlebenden nach Tumorbehandlung im jungen Lebensalter mit oder ohne Anthrazyklinen. Patienten mit einem hohen Risiko entwickelten eine Herzinsuffizienz mit einer Inzidenz von 11.7%, bei einem mittleren und niedrigem Risiko betrug die Inzidenz 2.4% respektive 0.5% gemessen über einen Zeitraum von 40 Jahre nach Tumorbehandlung (6). Die Anwendung dieses Scores ermöglicht eine individuelle Risiko-Stratifizierung und darauf aufbauend einen individuellen Plan für die Nachkontrollen. Zusammenfassend sollten alle Patienten mit Anthrazyklin-Behandlung mit oder ohne begleitende Strahlentherapie nachkontrolliert werden sowie Patienten, welche ein hohes oder mittleres Risiko haben, obwohl die Tumorbehandlung ohne Anthrazykline erfolgte.
Diese Empfehlungen gelten unabhängig vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Chemotherapie und dem Anthrazyklin-Molekül, welches in der Chemotherapie eingesetzt wurde. Da Langzeit-Daten fehlen für die Patienten, welche eine Chemotherapie-begleitende Therapie mit dem kardioprotektiven Dexrazoxan erhalten haben, gelten die Nachsorge-Empfehlungen gleichermassen für diese Patienten.

Kardiomyopathie-Screening

Empfehlungen für das Kardiomyopathie-Screening von Tumorpatienten im jungen Lebensalter variieren zwischen den Fachgesellschaften. Während die UK Children’ s Cancer and Leukemia Group die erste Kontrolle in kurzem Abstand zur Tumorbehandlung von 1-3 Monaten empfiehlt, wird ein Intervall von 2-5 Jahren durch die North American Children’ s Oncology Group, die Dutch Childhood Oncology Group, und die Scottish Intercollegiate Guidelines Network als ausreichend erachtet. Einigkeit besteht dahingehend, dass Kontrollen lebenslang im Intervall von 2-5 Jahren durchgeführt werden sollten bei Patienten mit hohem und mittlerem Risiko für eine Herzinsuffizienz (7). Allerdings wird empfohlen, auch Patienten mit einem niedrigen Risiko in der Nachkontrolle zu behalten. Grund ist die ausserordentlich hohe inter-individuelle Variabilität, welche möglicherweise mit Genvarianten verschiedener Enzyme und Proteine zusammenhängt, die bei Transport und Metabolisierung des Anthrazyklins eine Rolle spielen, oder für das myokardiale Remodeling relevant sind. Unabhängig vom individuellen Risiko gilt jedoch, dass das Risiko für eine Herzinsuffizienz mit zunehmendem Abstand zur Behandlung des Tumors ansteigt (8).
Kontrollen sollten immer eine 2-dimensionale transthorakale Echokardiographie beinhalten, wobei häufig die longitudinale Strain-Messung pathologisch verändert ist und dies auch bei Patienten mit erhaltener linksventrikulärer Pumpfunktion (9). Die prognostische Bedeutung dieser diastolischen Funktionsstörung ist aktuell noch unklar, sie wird jedoch in Langzeit-Studien aktuell weiter evaluiert. Das kardiale MRI sollte immer dann zum Einsatz kommen, wenn die Bildqualität der Echokardiographie unzureichend ist. Ergänzend kann Messung des kardialen Troponins oder des NT-proBNPs durchgeführt werden, jedoch können Normalwerte eine asymptomatische Kardiomyopathie nicht ausschliessen. Grundsätzlich gilt, dass eine Koronarographie immer indiziert werden sollte, wenn klinische Symptome mit einer koronaren Herzerkrankung vereinbar sind. Dies gilt insbesondere bei Patienten mit Applikation von Hochdosis-Strahlentherapie im Bereich der Herzkranzgefässe.
Weitere relevante Informationen zur Nachsorge bei diesen Patienten bauen auf Analysen des British Childhood Cancer Survivor Study auf (8), welche eine überdurchschnittliche Erhöhung der kardialen Mortalität bei über 50 jährigen aufzeigen, insbesondere bei Patienten mit Tumorbehandlung in den Jahren 1980-1989. Dies sollte zum Anlass genommen werden, diese Patientengruppe engmaschiger zu kontrollieren.
Darüberhinaus haben Untersuchungen bei Langzeit-Überlebenden nach Tumorbehandlung im jungen Lebensalter nachgewiesen, dass die klinische Manifestation typischer kardiovaskulärer Risikofaktoren früher auftritt als bei nicht behandelten Geschwistern oder der allgemeinen Bevölkerung. Ist bereits eine arterielle Hypertension respektive ein Diabetes manifest, so wird das Risiko für ein gravierendes kardiovaskuläres Ereignis erhöht (10). Daher sollte bei jeder Nachkontrolle ein besonderes Augenmerk auf die kardiovaskulären Risikofaktoren gelegt und frühzeitig gezielt behandelt werden.

Behandlung einer Kardiomyopathie

Leider gibt es keine Studien mit relevanten Patientenzahlen, in denen die therapeutische Strategie zur Behandlung von asymptomatischer Kardiomyopathie nach vorausgegangener Tumorbehandlung im jungen Lebensalter untersucht wurde. In Analogie zum SOLVD-Prevention Trial, welche den Effekt von Enalapril bei Patienten mit asymptomatischer Kardiomyopathie anderweitiger Genese untersucht hatte, kann eine Behandlung mit ACE-Hemmern empfohlen werden (11). Eine Studie zur Untersuchung des Betablockers Carvedilol ist aktuell im Gange. Patienten mit Kardiomyopathie ohne oder mit klinischen Begleitsymptomen nach Chemotherapie im jungen Lebensalter sollten in jedem Fall von einem Herzinsuffizienzspezialisten mitbetreut werden, da ein Leitlinien-gerechter Ausbau der Herzinsuffizienz-Therapie eine Verbesserung der Pumpfunktion ermöglichen kann. Andererseits kann der Herzinsuffizienzspezialist rechtzeitig die Weiche stellen in Richtung auf eine linksventrikuläre mechanische Unterstützung bzw. eine Herztransplantation, wenn die kardiale Pumpfunktion nicht bessert oder sogar verschlechtert.

Körperliche Aktivität

Normale körperliche Aktivität ist empfohlen bei Patienten mit normaler linksventrikulärer Pumpfunktion nach Tumorbehandlung im jungen Lebensalter. Hingegen gibt es wenig Hinweise, dass high-intensity Training von Vorteil ist (12). Bei asymptomatischer oder symptomatischer Kardiomyopathie sollte die körperliche Belastung in Abstimmung mit dem Herzinsuffizienzspezialisten erfolgen.

Dr. med. Nicolas Barras
Dr. med. Patrick Yerly
Dr. med. Julien Regamey

Prof. Dr. med. Roger Hullin

Extraordinarius für Schwere Herzinsuffizienz und Herztransplantation
Service de Cardiologie, Département Coeur-Vaisseaux
Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
Rue du Bugnon 44
1011 Lausanne

Roger.Hullin@chuv.ch

Die Autoren haben keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Beitrag deklariert.

  • Lang-Zeit-Überlebende nach Tumorbehandlungen im jungen Lebensalter bedürfen einer langfristigen Nachkontrolle
  • Wenn eine asymptomatische Kardiomyopathie diagnostiziert wird sollte ein Herzinsuffizienzspezialist in die Nachsorge eingebunden werden
  • Evidenz zum therapeutischen Vorgehen bei asymptomatischer Kardiomyopathie fehlt aktuell weitgehend, jedoch kann in Analogie zu Empfehlungen für die Behandlung von asymptomatischer Kardiomyopathie anderer Genese vorgegangen werden
  • Ergebnisse von Studien, welche den Einfluss von Lifestyle-Interventionen zur besseren Kontrolle der kardiovaskulären Risikofaktoren untersuchen, liegen aktuell nicht vor, eine diesbezügliche Prävention erscheint jedoch aus pathophysiologischen Überlegungen und publizierten Beobachtungen bereits jetzt sinnvoll.

Message à retenir

  • Les survivants à long terme après un traitement tumoral à un jeune âge ont besoin d’un suivi à long terme.
  • Si une cardiomyopathie asymptomatique est diagnostiquée, un spécialiste de l’insuffisance cardiaque devrait participer aux soins de suivi.
  • Les données probantes sur l’approche thérapeutique de la cardiomyopathie asymptomatique font largement défaut, mais on peut faire des analogies avec les recommandations pour le traitement de la cardiomyopathie asymptomatique d’autres origines.
  • Les résultats d’études portant sur l’influence des interventions liées au mode de vie sur une meilleure maîtrise des facteurs de risque cardiovasculaire ne sont actuellement pas disponibles, mais la prévention à cet égard semble déjà utile pour des considérations pathophysiologiques et des observations publiées.

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Nodules et carcinomes thyroïdiens

Cet article a pour but de résumer les bases des pratiques courantes en oncologie thyroïdienne et de passer en revue les nouveautés récentes ayant un impact sur la prise en charge des nodules et le traitement des cancers thyroïdiens. Dans cet article, nous nous limiterons volontairement aux carcinomes differenciés de la thyroïde (CDT) qui sont le type le plus fréquent.

Der Zweck dieses Artikels ist es, die Grundlagen der aktuellen Praktiken in der Schilddrüsenonkologie zusammenzufassen und die jüngsten Entwicklungen zu überprüfen, die sich auf das Management von Knoten und die Behandlung von Schilddrüsenkrebs auswirken. In diesem Artikel werden wir uns ­freiwillig auf die differenzierten Schilddrüsenkarzinome beschränken, die der häufigste Typ sind.

Le cancer de la thyroïde représente 1-2 % de tous les cancers solides. Il s’ agit de la néoplasie endocrinienne la plus fréquente. Son incidence est estimée à 6-18 / 100 000 personnes / année.
On distingue principalement les carcinomes papillaires, folliculaires et oncocytaires, appelés également carcinomes différenciés de la thyroïde (CDT) issus des cellules folliculaires, les carcinomes peu différenciés issus des mêmes cellules et les carcinomes médullaires (CMT) issus des cellules parafolliculaires (cellules C qui produisent la calcitonine). Les carcinomes anaplasiques, les lymphomes ou encore les métastases sont des entités très rares.

Echographie cervicale

Face à l’ augmentation de la détection des incidentalomes thyroïdiens, une prise en charge adéquate des nodules thyroïdiens est primordiale et passe avant tout par l’ évaluation échographique de ces derniers.
Afin d’ éviter le surdiagnostic et surtout le surtraitement de microcarcinomes (< 1 cm) thyroïdiens, il convient de limiter les cytoponctions aux nodules qui présentent des critères échographiques précis, tout en sachant que cette technique d’ imagerie est opérateur dépendante. Différentes sociétés savantes ont élaboré des recommandations et des grilles d’ évaluations des nodules thyroïdiens. Tous ces modèles tiennent surtout compte de l’ aspect du nodule, à savoir son échogénéicité, sa forme, les caractéristiques de ses pourtours, la présence ou l’ absence de microcalcifications, d’ un envahissement de la capsule thyroïdienne ou des structures anatomiques adjacentes telles que la trachée, l’ œsophage, la carotide ou la musculature périthyroïdienne. Le but est d’ établir un risque de malignité basé sur l’ évaluation échographique. Selon ce risque, une cytoponction peut être indiquée à partir d’ une certaine taille dont la limite dépend également des caractéristiques échographiques.
L’  extension extra-thyroïdienne, les bords clairement infiltratifs et la présence d’ adénopathies cervicales métastatiques sont évidemment pathognomoniques de cancer. Un aspect « taller than wide » (dimension antéropostérieure > dimension transverse) ainsi que la présence de microcalcifications représentent les éléments avec la valeur prédictive positive la plus forte pour les cancers thyroïdiens. Un nodule entièrement kystique ou spongiforme est considéré quant à lui comme bénin (1).
En 2017, l’ European Thyroid Association (ETA) a élaboré un nouveau système d’ évaluation échographique des nodules : EU-TIRADS (European Thyroid Imaging Reporting and Data System). En comparaison avec la grille d’ évaluation proposée par d’ autres sociétés savantes, l’ EU-TIRADS est d’ une part plus explicite mais d’ autre part, elle est plus « laxiste » dans les critères de cytoponction. En effet, l’ ETA a revu à la hausse le seuil de taille des nodules à partir duquel la cytoponction est indiquée (2). De plus, les nodules spongiformes n’ imposent plus de cytoponction quelle que soit leur taille selon ETA. En résumé les guidelines relatives aux cytoponctions de l’ ETA sont plus souples dans le but d’ éviter des ponctions abusives ou non-conclusives.
Il n’ est pas rare de découvrir fortuitement un incidentalome thyroïdien lors d’ un PET CT FDG réalisé par exemple dans le cadre d’ un suivi oncologique. Ce nodule doit ensuite être formellement évalué par échographie. S’ il présente des critères de malignité ou s’ il mesure > 1 cm, il doit être ponctionné. Il est estimé que 30 à 40% des nodules thyroïdiens PET CT FDG positifs s’ avèrent malins (3).

Cytologie

La classification cytologique des nodules thyroïdiens est répertoriée selon différents systèmes, le plus fréquemment utilisé étant le système Bethesda qui distingue 6 catégories diagnostic dont le spectre s’ étend d’ une lésion bénigne (Bethesda II) à une lésion très suspecte ou maligne (Bethesda V, VI respectivement). Lorsque le matériel ponctionné n’ est pas suffisant pour poser un diagnostic, que des atypies sont présentes ou qu’ une lésion folliculaire est suspectée, il s’ agira respectivement d’ un Bethesda I, III ou IV.
La nouvelle classification Bethesda a réévalué les risques de malignité pour chaque catégorie en tenant compte d’ une nouvelle entité qu’ est le NIFTP. Le « encapsulated follicular variant of papillary thyroid carcinoma without invasion » a été renommé : noninvasive follicular thyroid neoplasm with papillary-like nuclear feature (NIFTP) en raison de son comportement indolent, sans risque de récidive une fois ôté dans sa totalité. C’ est pour cette raison qu’ il n’ est plus considéré comme une lésion carcinomateuse. Plusieurs critères doivent être remplis pour que ce diagnostic, qui repose sur une analyse anatomopathologique et non cytologique puisse être retenu. Il convient de préciser que même les NIFTP dont la taille est supérieure à 4 cm gardent un comportement indolent et qu’ il n’ y a pas lieu de totaliser la thyroïdectomie ou de réaliser un traitement de radiothérapie métabolique (4, 5).
L’ arrivée sur le marché de panels génétiques permet souvent, en testant la présence ou non de mutations de plusieurs gènes d’ orienter le diagnostic et la prise en charge chirurgicale ou conservatrice, lorsque le résultat de la cytoponction n’ est pas conclusif. En cas de matériel insuffisant, il est cependant préférable de répéter la ponction avant d’ envisager la réalisation d’ un panel génétique.
Il faut préciser que l’ absence de mutation RAS, RET / PTC, RAX /PPARG ou BRAF ne signifie pas pour autant que la lésion est bénigne. Seule la présence d’ une mutation BRAF V600E est associée dans 100 % des cas à une lésion maligne. Selon les guidelines de l’ ETA, l’ absence de mutation de ces gènes ne permet pas de considérer l’ absence de malignité d’ un nodule (6, 7). Ces tests génétiques doivent donc être utilisés avec prudence et ne permettent en aucun cas d’ exclure un cancer avec certitude. Des études sur d’ autres panels génétiques sont en cours afin de déterminer des mutations discriminantes.

Bilan pré opératoire

Lorsqu’ une thyroïdectomie est envisagée, un bilan d’ extension cervicale est requis afin de pouvoir anticiper un curage ganglionnaire au besoin, soit prophylactique soit curatif. Le bilan pré opératoire doit comprendre d’ une part l’ évaluation échographique des ganglions cervicaux et d’ autre part, le possible contact du nodule avec la capsule thyroïdienne, l’ envahissement de la musculature périthyroïdienne ou des structures anatomiques adjacentes (trachée, œsophage, carotide).
Une évaluation rigoureuse des différents territoires ganglionnaires cervicaux par un opérateur expérimenté doit comporter l’ étude de l’ aspect des ganglions. La taille moyenne des ganglions varie selon la localisation de ces derniers, les plus volumineux étant classiquement retrouvés dans les territoires supérieurs. La présence de calcifications au sein du ganglion, d’ une échogénéicité similaire à celle de la thyroïde, d’ un aspect kystique ou l’ absence de hile vascularisé sont des signes suspects d’ une atteinte métastatique. Ces ganglions doivent donc être ponctionnés. Il est recommandé, outre l’ analyse cytologique, de doser la thyroglobuline (Tg) dans le liquide de rinçage de l’ aiguille, la présence de la Tg signant une localisation secondaire du cancer thyroïdien différencié. Par analogie, la présence de calcitonine au sein d’ un ganglion cervical signe une atteinte métastatique d’ un carcinome médullaire de la thyroïde (CMT).
L’ intérêt d’ établir si une extension extrathyroïdienne est présente réside d’ une part dans le choix de la chirurgie thyroïdienne (hémithyroïdectomie versus thyroïdectomie totale, discuté ci-dessous) mais également dans l’ indication à un curage ganglionnaire réalisé dans le même temps opératoire en cas d’ extension macroscopique. Plusieurs aspects échographiques tels que des nodules qui possèdent une longue portion de leur périmètre en contact avec la capsule thyroïdienne, un nodule aux bords mal délimités joutant la capsule, une distorsion de cette dernière ou encore une empreinte sur la trachée sont suspects d’ une extension extrathyroïdienne. Si un ou plusieurs de ces éléments sont présents, le risque d’ une extension extrathyroïdienne est d’ environ 50%, ce qui devrait motiver la réalisation d’ une thyroïdectomie totale. Par contre, si ces éléments sont absents, il n’ y a pas de risque d’ extension extrathyroïdienne, une lobectomie serait alors raisonnable pour des nodules de < 3-4 cm.
Il n’ y a pas lieu de réaliser, de routine, un bilan d’ extension à distance du cou, sauf dans des cas bien précis, par exemple, lorsque la tumeur primaire semble localement invasive ou en présence de multiples ou volumineux ganglions prouvés comme étant métastatiques. Un CT thoracique pourra alors servir à évaluer l’ indication à un curage médiastinal dans le même temps que la chirurgie cervicale. Le reste du traitement initial (chirurgie et radiothérapie métabolique à l’ iode 131) ne sera pas impacté, même en présence de métastases à distance.

Traitement chirurgical

Face à un nodule thyroïdien suspect pour une lésion folliculaire (Bethesda IV) et bien que la plupart de ces nodules soient bénins, seule une chirurgie permet d’ assoir le diagnostic, par l’ étude notamment de l’ intégrité de la capsule du nodule et de ses vaisseaux. Il est donc recommandé de réaliser une hémithyroïdectomie et au besoin, de totaliser la thyroïdectomie dans un second temps selon le résultat anatomopathologique.
Pour les nodules suspects de malignité (Bethesda V) ou malins (Bethesda VI) dont la taille est inférieure à 4 cm, sans extension extrathyroïdienne documentée et sans atteinte ganglionnaire, une lobectomie seule peut suffire, limitant ainsi les risques opératoires et notamment les hypoparathyroïdismes ou les répercussions sur les cordes vocales.
Ce propos doit être nuancé par une récente étude rétrospective qui visait à identifier des facteurs de risque de bilatéralité pour des tumeurs < 4 cm, pour lesquelles une totalisation de la thyroïd-ectomie serait alors recommandée. Il en ressort que, outre une mutation BRAF, une extension extrathyroïdienne ou une atteinte ganglionnaire, la multifocalité représentait aussi un facteur de risque pour développer un carcinome dans le lobe controlatéral. Cependant, le concept de multifocalité n’ est pas bien défini dans cette étude qui ne précise pas le nombre de foyers ni la taille de ces derniers (8).
La mortalité des microcarcinomes (< 1 cm) est de l’ ordre de 0.3 % avec un risque de récidive de 1 à 5 %. Dans ces cas de très bon pronostic, une surveillance attentive et active (ultrason cervical / 6 mois) peut être proposée à la place d’ une chirurgie dans des circonstances bien précises : absence d’ anamnèse familiale, absence d’ antécédent d’ irradiation cervicale dans l’ enfance, âge > 40 ans, absence d’ atteinte ganglionnaire, lésion à distance de la capsule ou de la trachée, absence d’ adénopathie suspecte. En effet, si la surveillance active devait révéler une augmentation du volume du nodule, la chirurgie « différée » n’ entraînerait pas de modification du pronostic ou d’ impact en termes de mortalité. Cette attitude doit être discutée et partagée entre le patient et le soignant.
Un curage ganglionnaire n’ est pas recommandé d’ office dans la prise en charge des CDT, y compris pour le territoire central (VI) qui comprend la loge de thyroïdectomie. En cas de dépassement de la capsule thyroïdienne, un curage central est alors recommandé, ce territoire étant difficile à évaluer échographiquement lorsque la thyroïde est en place. Ce curage est alors prophylactique, par opposition au curage des autres territoires où il est nécessaire de documenter une métastatisation avant de réaliser un curage.
Les territoires jugulocarotidiens (IIA, III et IV) sont en général opérés ensemble si l’ un des territoires contient un ganglion malin. Les territoires cervicaux plus éloignés de la thyroïde (I, IIB, V) bénéficieront d’ un curage seulement si un ganglion métastatique y est décelé en pré opératoire.

Staging du cancer

La 7è édition du TNM a été révisée pour les CDT avec comme principaux changements dans la 8è édition, le relèvement du cut off de l’ âge de 45 à 55 ans au moment du diagnostic et le changement de la définition du T3 et du N1a/N1b.
Est donc considéré à présent comme un T3 : une tumeur de plus de 4 cm (T3a), ou toute tumeur présentant une extension dans la musculature périthyroïdienne (T3b). Une extension extracapsulaire au sein du tissu adipeux par exemple, sans atteinte de la musculature périthyroïdienne n’ est plus considérée comme un T3, le T est dans ce cas établi en fonction de la taille de la tumeur. Il faut rappeler que les stades T4a et T4b ne prennent pas en compte l’ extension au niveau de la musculature périthyroïdienne mais au niveau des structures adjacentes (par exemple : larynx, nerfs, vaisseaux). Le stade N1a intéresse à présent les territoires VI et VII, qu’ ils soient situés du côté de la tumeur ou de l’ autre côté de la trachée. N1b comprend les autres territoires. En résumé, cette nouvelle classification revoit à la baisse le stade de la majorité des patients et donc le risque oncologique qui s’ y rapporte (9).

Traitement adjuvant

Un traitement adjuvant n’ est pas systématiquement recommandé pour tous les CDT. Selon plusieurs critères tels que la taille (T), la présence d’ invasions lymphovasculaires, le nombre et la taille des ganglions métastatiques ou encore l’ invasion des tissus périthyroïdiens, le risque de récidive est déterminé comme bas (récidive < 5-10 %), intermédiaire (récidive < 20-30 %) ou élevé (récidive > 30 %). Les CDT à bas risque de récidive ne nécessitent pas de traitement adjuvant.
En cas de risque de récidive intermédiaire ou élevé, un traitement adjuvant par radiothérapie métabolique à l’ iode 131 est recommandé. En fin de traitement, une scintigraphie à l’ iode (avec examen SPECT / CT) avec ou sans PET / CT-FDG est réalisée, permettant de définir la présence ou non d’ un résidu thyroïdien post opératoire et d’ éventuelles captations à distance. En fonction du degré de différentiation des cellules cancéreuses, ces dernières seront plus ou moins iodophiles. Une métastase iodophile sera traitée par un nouveau traitement radiométabolique dans la plupart des cas. En cas d’ atteinte ganglionnaire cervicale d’ une taille > 1 cm, la chirurgie ou la radiothérapie externe sera alors préférée.
Le suivi d’ un CDT est réalisé par un spécialiste, initialement chaque 3 puis 6 mois puis annuellement et comprend un contrôle clinique, biologique et ultrasonographique. Il s’ agira de doser la thyroglobuline qui sert de marqueur tumoral et de mesurer le taux d’ anticorps antithyroglobuline qui, s’ il est positif, risque d’ interférer avec la méthode de dosage de la thyroglobuline et sous-estimer son taux. Les ganglions cervicaux seront examinés cliniquement et par ultrason à la recherche d’ une récidive régionale. En fonction de la réponse oncologique biologique et structurelle, la cible de TSH sera adaptée, une TSH insuffisamment freinée étant à risque de stimuler d’ éventuelles cellules tumorales.
Dans des cas particuliers, un traitement systémique par TKI (inhibiteur de tyrosines kinases) peut être envisagé, à savoir, une maladie réfractaire à l’ iode de volume important (foyers > 1-2 cm) et qui progresse significativement selon RECIST (response evaluation criteria in solid tumors) sans possibilité de recours à un traitement local. Le recours à ce type de traitement qui n’ est pas dénué d’ effets indésirables est discuté de façon multidisciplinaire. Les inhibiteurs des tyrosines kinases (TKI) approuvés en Suisse et ailleurs pour le traitement des CDT sont le lenvatinib et le sorafenib. Le selumetinib et le dabrafenib ont montré un intérêt dans la possibilité de ressensibliser à l’ iode une tumeur jugée non iodophile (8). De plus, le cabozantinib, TKI (inhibiteur de c-MET, RET, VEGFR), déjà approuvé pour le CMT a montré un effet cliniquement significatif tant sur la survie sans progression (12.7 mois) que sur la survie totale (34 mois) (10).

Dr Nathalie Rouiller

Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
Service d’ endocrinologie, diabétologie et métabolisme,
département de médecine interne
Avenue de la Sallaz 8
1011 Lausanne

Nathalie.Rouiller@chuv.ch

Dr Faiza Lamine

Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
Service d’ endocrinologie, diabétologie et métabolisme,
département de médecine interne
Avenue de la Sallaz 8
1011 Lausanne

PD Dr Gerasimos P. Sykiotis, PhD

Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
Service d’ endocrinologie, diabétologie et métabolisme,
département de médecine interne
Avenue de la Sallaz 8
1011 Lausanne

Les auteurs ont déclaré de n’avoir aucun conflit d’intérêts en relation avec cet article.

  • Die jüngste Literatur betont die Bedeutung einer rigorosen Auswahl von Knötchen, die eine Zytopunktion erfordern, um insbesondere die Überdiagnose von Mikrokarzinomen zu begrenzen. Die Bewertung nach EU-TIRADS ermöglicht einen einfachen und systematischen Ansatz.
  • Die aktuellen Gen-Panels sind noch nicht ausreichend diskriminierend, mit Ausnahme der BRAF V600E-Mutation, die, falls vorhanden, auf eine Malignität hinweist.
  • Das onkologische Risiko, das mit den verschiedenen Kategorien zytologischer Diagnosen verbunden ist, wurde durch die Integration des NIFPT reduziert, dessen Verhalten träge ist.
  • Die perioperative Beurteilung erfordert eine Bewertung der Lymphknoten sowie der möglichen Auswirkungen des Knötchens auf benachbarte Strukturen, um dem Patienten die am besten geeignete Operation vorzuschlagen. Unter bestimmten Bedingungen können Krebserkrankungen von < 4 cm allein durch Lobektomie behandelt werden.
  • MicroCDTs können in bestimmten Situationen (bei gut ausgewählten Patienten) ohne sofortige Operation ultraschallunterstützt verfolgt werden.
  • Eine Lobektomie ist ausreichend, wenn die Knötchen weniger als 3-4 cm lang sind und nicht die oben genannten Ultraschallkriterien erfüllen.
  • Bei Krebserkrankungen mit mittlerem oder hohem Risiko wird eine totale Schilddrüsenentfernung mit anschliessender radiometabolischer Behandlung mit Jod 131 empfohlen.
  • Systemische Behandlungen mit TKI sollten nur für bestimmte Fälle reserviert werden, die fachübergreifend diskutiert werden. Angesichts einer metastasierenden Erkrankung, die auf Jod zurückgreift und nach RECIST stabil bleibt, sollten nicht von vornherein systemische Behandlungen vorgeschlagen werden. Auch die aktive Überwachung ist ver-tretbar.

Message à retenir

  • La littérature récente insiste sur l’ importance de sélectionner rigoureusement les nodules qui nécessitent une cytoponction afin de limiter le surdiagnostic de microcarcinomes notamment. L’ évaluation selon EU-TIRADS permet une approche simple et systématique.
  • Les panels génétiques actuels ne sont pas encore assez discriminants, hormis en ce qui concerne la mutation BRAF V600E, qui, si elle est présente, signe une malignité.
  • Le risque oncologique lié aux différentes catégories de diagnostics cytologiques a été revu à la baisse, en intégrant le NIFTP dont le comportement est indolent.
  • Le bilan péropératoire nécessite une évaluation des ganglions ainsi que du possible impact du nodule sur les structures adjacentes afin de proposer au patient la chirurgie la plus appropriée. Sous certaines conditions, les cancers de < 4 cm peuvent être traités par lobectomie seule.
  • Les microCDT peuvent, dans des situations particulières (chez des patients bien sélectionnés), être suivi échographiquement sans avoir recours d’ emblée à une chirurgie.
  • Une lobectomie suffit lorsque le nodule mesure moins de 3-4 cm et ne présente pas de critères échographiques détaillés ci-dessus.
  • Dans des cas de cancers de risque intermédiaire ou élevé, une thyroïdectomie totale suivie d’ un traitement radiométabolique à l’ iode 131 est recommandé.
  • Les traitements systémiques par TKI ne doivent être réservés qu’ à certains cas particuliers, discutés de façon pluridisciplinaire. Face à une maladie métastatique, réfractaire à l’ iode, qui reste stable selon RECIST, les traitements systémiques ne doivent pas être d’ emblée proposés. Un suivi actif se défend autant.

Katheterablation im Fokus

Vorhofflimmern ist die häufigste bedeutsame Herzrhythmusstörung. Das Management von Vorhofflimmern beinhaltet neben der Antikoagulation und Behandlung kardiovaskulärer Grunderkrankungen die Frequenz- und Rhythmuskontrolle. Neben Medikamenten und der Elektrokardioverson ist die Katheterablation ein wichtiger Teil der Rhythmuskontrolle. Bei Patienten mit Vorhofflimmern soll durch die Ablation eine lektrische Isolation der Pulmonalvenen erreicht werden.

La fibrillation auriculaire est l’arythmie cardiaque significative la plus fréquente. La prise en charge de la fibrillation auriculaire comprend l’anticoagulation et le traitement des maladies cardiovasculaires ainsi que le contrôle de la fréquence et du rythme. En plus des médicaments et de l’électrocardioversion, l’ablation par cathéter est un élément important du contrôle du rythme. Chez les patients atteints de fibrillation auriculaire, l’ablation vise à isoler électriquement les veines pulmonaires.

Dr. med. Verena Wilzeck

Insitut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Universitätsspital Zürich

Klinik für Kardiologie, Universitäres Herzzentrum, Universitätsspital Zürich

Institut für Biomedizinische Bildgebung, Universität und ETH Zürich

PD Dr. med. Laurent Haegeli

Chefarzt Kardiologie Kantonsspital Aarau und
Konsiliararzt Universitätsspital Zürich
Kantonsspital Aarau
Tellstrasse 25
5001 Aarau

laurent.haegeli@ksa.ch

Die Autoren haben keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel.

  • Die Katheterablation ist eine wirksame Methode zur Rhythmuskontrolle bei Patienten mit Vorhofflimmern, vor allem bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern ohne relevante Komorbiditäten.
  • Die Katheterablation soll bei Patienten mit Vorhofflimmern durchgeführt werden, bei denen eine medikamentöse antiarrhythmische Therapie ungenügend wirksam ist oder nicht toleriert wird. Bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern ist die Katheterablation auch als First-Line-Therapie sinnvoll.
  • Die Erfolgsrate der Katheterablation liegt nach 1-2 Eingriffen bei 70-80%, wobei bei 20% der Patienten eine zweite Ablation nötig ist.
  • Aktuell untersuchen prospektive randomisierte Studien den Outcome von Überleben, Hospitalisationsrate und Schlaganfallrate nach Katheterablation.

Messages à retenir

  • L’ablation par cathéter est une méthode efficace de contrôle du rythme chez les patients atteints de fibrillation auriculaire, en particulier chez les patients atteints de fibrillation auriculaire paroxystique sans comorbidités pertinentes.
  • L’ablation par cathéter doit être pratique chez les patients atteints de fibrillation auriculaire chez qui le traitement antiarythmique n’est pas suffisamment efficace ou n’est pas toléré. Chez les patients atteints de fibrillation auriculaire paroxystique, ablation par cathéter est également utile comme traitement de première intention.
  • Le taux de réussite de l’ablation par cathéter après 1 à 2 interventions est de 70 à 80%, 20% of patients nécessitant une deuxième ablation.
  • À l’heure actuelle, des essais prospectifs randomisés portent sur les résultats de la survie, du taux d’hospitalization et du taux d’accidents vasculaires cérébraux après l’ablation par cathéter.

Medikamentöse Therapie der chronischen Herzinsuffizienz

Die medikamentöse Therapie der chronischen Herzinsuffizienz hat sich in den letzten Jahren durch den Miteinbezug neuer Medikamenten-Klassen in die Behandlungsrichtlinien stark weiterentwickelt. Der vorliegende Artikel fasst die aktuellen Empfehlungen kurz zusammen und geht insbesondere auf neue Erkenntnisse seit der Veröffentlichung der aktuellen Herzinsuffizienz-Leitlinien der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) von 2016 näher ein (1).

La pharmacothérapie de l’insuffisance cardiaque chronique s’est considérablement développée ces dernières années grâce à l’inclusion de nouvelles classes de médicaments dans les directives thérapeutiques. Le présent article résume brièvement les recommandations actuelles et examine en particulier les nouveaux résultats obtenus depuis la publication des lignes directrices actuelles de la Société européenne de cardiologie (ESC) sur l’insuffisance cardiaque en 2016 (1).

Die medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz hängt nach wie vor entscheidend von der linksventrikulären Auswurffraktion (left ventricular ejection fraction, LVEF) ab, auch wenn wir wissen, dass die LVEF kein perfektes Mass für die systolische linksventrikuläre Funktion ist, und deren Bestimmung einer relativ starken Messvariabilität unterworfen ist.
Gemäss den aktuellen ESC-Leitlinien werden drei Herzinsuffizienz-Kategorien unterschieden (Tab. 1): 1) Herzinsuffizienz mit reduzierter LVEF < 40% (Heart Failure with reduced Ejection Fraction, HFrEF), 2) Herzinsuffizienz mit erhaltener LVEF (LVEF ≥ 50%; Heart Failure with preserved Ejection Fraction, HFpEF), und 3) eine seit 2016 definierte Zwischenkategorie der Herzinsuffizienz mit mässig eingeschränkter LVEF (LVEF 40-49%; Heart Failure with mid-range Ejection Fraction, HFmrEF). Im vorliegenden Artikel werden die Neuigkeiten der medikamentösen Therapie in Bezug auf die verschiedenen Herzinsuffizienz-Kategorien getrennt dargestellt.

Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion (HFrEF)

Für die HFrEF existieren mehrere symptomatisch und prognostisch wirksame medikamentöse Therapieoptionen, deren sequentieller Einsatz durch die Datenlage bzw. die aktuellen Leitlinien relativ gut definiert ist (1). Die Basis-Therapie besteht dabei neben einer symptomatischen Therapie mit Schleifendiuretika (soviel wie nötig, so wenig wie möglich) immer aus einer Kombination eines ACE-Hemmers (ACE-I) oder Angiotensin-II Rezeptor-Blocker (ARB; nur bei ACE-I-Unverträglichkeit) und einem Betablocker, wobei die Reihenfolge des Einsatzes der beiden Medikamentenklassen unwesentlich ist, aber beide möglichst maximal dosiert werden sollen. Bleibt die LVEF trotz dieser Basistherapie ≤ 35%, und ist der Patient weiterhin symptomatisch (NYHA ≥ II), kommt zusätzlich ein Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist (MRA; Spironolacton oder Eplerenon) zum Einsatz. Bei weiterhin persistierender Symptomatik bestehen danach drei weitere Therapie-Optionen, die einzeln oder auch kombiniert (je nach Effekt) zur Anwendung kommen können: 1) Wechsel des ACE-I/ARB auf einen Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI), sofern weiterhin ein erhöhtes B-type natriuretic peptide (BNP) resp. N-terminales proBNP (NT-pro BNP) nachweisbar ist. 2) Einsatz von Ivabradin bei Sinusrhythmus mit HF ≥ 70/min unter maximal tolerierter Betablocker-Dosis. 3) Implantation eines kardialen Resynchronisations-Devices (CRT) insbesondere bei sehr langer QRS-Dauer (≥ 150 ms) und typischer Linksschenkelblock-Morphologie. Bei persistierender Dyspnoe NYHA ≥II kommen individuell weitere, weniger gut etablierte Optionen wie Digoxin und H-ISDN (Hydralazin und Isosorbid-Dinitrat) in Frage.

Neues zur HFrEF-Therapie mit einem Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI)

Kurz vor Erscheinen der aktuellen ESC-Leitlinien von 2016 (1) wurden die Resultate der PARADIGM-HF Studie (2) veröffentlicht. Dabei zeigte sich bei Patienten mit HFrEF und NYHA II-IV unter Therapie mit Sacubitril/Valsartan gegenüber der Therapie mit Enalapril eine 20% Reduktion des primären kombinierten Endpunktes (kardiovaskulärer Tod und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz). Durch dieses Studienresultat fand die ARNI-Therapie mit einer Klasse IB Indikation Eingang in die Leitlinien.
In der Zwischenzeit konnte in verschiedenen Analysen gezeigt werden, dass der relative Benefit von Sacubitril/Valsartan gegenüber Enalapril auch bei Patienten mit tiefen Ausgangs-Blutdruckwerten (3) und bei nötiger Dosisreduktion (4) bestehen bleibt. Da Patienten mit diesen beiden Eigenschaften eine Population mit fortgeschrittener HFrEF repräsentieren und deshalb auch eine allgemein gesehen höhere Ereignisrate aufweisen, profitieren diese Patientengruppen absolut gesehen am meisten von einer Therapie mit Sacubitril/Val­sartan. Andererseits sind das genau die Patienten, bei denen die In­stallation einer ARNI-Therapie auf Grund der stark hypotensiven Wirkung besonders schwierig ist. Weitere Analysen der PARADIGM-Studie haben folgendes gezeigt:

  • Sacubitril / Valsartan verlangsamt gegenüber Enalapril die Verschlechterung der Nierenfunktion, bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (5).
  • Der Effekt von Sacubitril / Valsartan ist innerhalb des HFrEF-Spektrums unabhängig von der LVEF (6) und
  • Sacubitril / Valsartan reduziert im Vergleich zu Enalapril auh das Risiko eines plötzlichen Herztodes (7).

Neues zur Hyperkaliämie und HFrEF-Therapie

Unter einer Kombinationstherapie mit einem ACE-I/ARB und einem MRA besteht vor allem bei niereninsuffizienten sowie bei älteren Patienten (8) die Gefahr einer Hyperkaliämie, was nicht selten zu einer zurückhaltenden Verordnung, respektive einem Absetzen des prognostisch wichtigen MRA führt. In einer Metaanalyse von 2017, welche die grossen Herzinsuffizienzstudien mit MRA eingeschlossen hat (9), zeigte sich eine Hyperkaliämie-Rate unter Herzinsuffizienztherapie mit einem MRA von 9.3% versus 4.3% bei Patienten ohne MRA. Dies unterstreicht zwar die deutlich höhere Hyperkaliämie-Rate unter einem MRA, allerdings entwickeln auch halb so viele Patienten ohne MRA eine Hyperkaliämie, was auf häufige nicht-MRA-bedingte Ursachen der Hyperkaliämie hinweist.
Auf medikamentöser Ebene kann eine ARNI-Therapie verglichen mit einer ACE-I Therapie die Rate schwerer Hyperkaliämien (>v 6mmol/l) in Kombination mit einem MRA reduzieren, auch wenn die mässigen Hyperkaliämien in vergleichbarem Masse auftreten (10). Neben einer Schleifendiuretikum-Gabe und weiteren Allgemeinmassnahmen zur Reduktion des Kaliums, kam in den letzten Jahren eine weitere Möglichkeit auf, um eine ausgebaute Herzinsuffizienztherapie inklusive MRA trotz Hyperkaliämie zu ermöglichen: Nicht-absorbierbare Kaliumbinder wie Patiromer und ZS 9 konnten in klinischen Studien nicht nur ihre Wirksamkeit zur Therapie einer Hyperkaliämie bei chronischer Niereninsuffizienz zeigen (11, 12), sondern waren auch bei Patienten mit ausgebauter Herzinsuffizienztherapie mit ACE-I/ARB und MRA in der Lage eine Normokaliämie zu erhalten und Rezidive zu verhindern (13, 14). Kürzlich wurde ein Expertenkonsensus zur Behandlung der Hyperkaliämie bei kardiovaskulären Patienten unter Therapie mit ACE-I/ARB und MRA veröffentlicht, wobei auch die neuen Substanzen Eingang gefunden haben (15).

Neues zu Diabetes mellitus und HFrEF-Therapie
Die 2016 Leitlinien halten fest, dass Metformin das primäre Medikament zur Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz und Diabetes ist, da Metformin die einzige perorale Substanz mit zumindest neutralen kardiovaskulären Effekten ist. Eine neuere Klasse antidiabetischer Medikamente hat in letzter Zeit grosses Aufsehen erregt. Die Gruppe der Sodium-Glucose Cotransporter 2-Inhibitoren (SGLT2-Inhibitoren) führen über eine gesteigerte Glucosurie zur Reduktion des Blutglucose-Spiegels. In den grossen, von den Behörden verlangten kardiovaskulären Sicherheitsstudien für Empagliflozin (EMPA-REG-OutcomeTM (16)) und Canagliflozin (CANVAS (17)) zeigte sich das überraschende Resultat einer 35% (EMPA-REG-OutcomeTM) resp. 33% (CANVAS) Reduktion der Hospitalisationen wegen Herzinsuffizienz bei diabetischen Patienten, wovon bei 10% der Patienten (EMPA-REG-OutcomeTM) eine Herzinsuffizienz vorbestehend war. Dies ist die erste Studie, die bezüglich harter klinischer kardiovaskulärer Effekte für ein orales Antidiabetikum positiv ausfiel. Die genauen, diesem Resultat zugrundeliegenden Mechanismen, sind bis anhin unklar. Mitverantwortlich scheint eine diuretische Wirkung zu sein. Nebst der Klärung dieser Wirkmechanismen stellt sich nun insbesondere die Frage, ob die SGLT II-Inhibitoren auch als primäre Herzinsuffizienztherapie bei HFrEF Patienten ohne Diabetes mellitus eine prognostische Wirkung zeigen können. Hierzu laufen aktuell verschiedene gross angelegte Outcome-Studien (u.a. Dapa-HF, EMPEROR-R).

Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (HFpEF)

Im Gegensatz zur HFrEF konnte bei HFpEF noch für keine medikamentöse Therapie eine Reduktion der Mortalität nachgewiesen werden. Die Leitlinien (1) halten für das Management von HFpEF fest, dass, a) eine diuretische Therapie bei hypervolämen Patienten indiziert ist und b) dass Komorbiditäten (z.B. Uebergewicht, Lungenerkrankungen, Schlafapnoe) systematisch gesucht und wenn vorhanden rigoros behandelt werden sollen.
Allerdings muss festgehalten werden, dass in den letzten Jahren das Wissen über HFpEF durch zahlreiche Studien zu verschiedenen Therapieansätzen deutlich erweitert werden konnte (18). Zusätzlich ergaben sich wichtige neue Aspekte zur randomisierten, multinationalen TOPCAT Studie (19), welche die Wirkung von Spironolacton bei HFpEF untersucht hat. Vorangegangen waren mechanistische Studien, welche günstige Effekte von Spironolactone auf die diastolische LV-Funktion und die Leistungsfähigkeit dokumentiert hatten. Die TOPCAT-Studie fiel zwar bezüglich des primären kombinierten Endpunkts (kardiovaskulärer Tod, überlebter plötzlicher Herztod, Hospitalisation wegen Herzinsuffizienz) und Mortalität insgesamt neutral aus. Allerdings konnte eine Reduktion der Hospitalisationen wegen Herzinsuffizienz für Spironolacton gezeigt werden, was für die alten und polymorbiden HFpEF-Patienten ein wichtiges Ergebnis ist. Auf Grund einerseits sehr unterschiedlicher Ereignisraten und andererseits unterschiedlicher Therapieeffekten in den USA/Kanada gegenüber Russland wurden im Verlauf verschiedene Analysen durchgeführt, welche suggerieren, dass in Russland ein relevanter Anteil der eingeschlossenen Patienten wahrscheinlich keine HFpEF hatte (viel besserer Outcome als in den USA) und wahrscheinlich keine Spironolacton-Therapie erhielt (kein Nachweis von Spironolactone-Metaboliten im Urin und keine Veränderungen des Serum-Kaliums unter Therapie) (20). Wenn man dies berücksichtigt, könnte TOPCAT doch auf eine günstige Wirkung von Spironolacton bei HFpEF hinweisen.
Grosse Studien untersuchen derzeit die Wirksamkeit von Sacubitril/Valsartan versus Valsartan (PARAGON-HF; bereits günstige Effekte bezüglich NT-proBNP und linksatrialem Remodeling in einer mechanistischen Studie gezeigt (21)) sowie des SGLT2-Inhibitors Empagliflozin (EMPEROR-Preserved, EMPERIAL-Preserved) bei HFpEF.

Herzinsuffizienz mit mässig eingeschränkter Auswurffraktion (HFmrEF)

Bisherige Herzinsuffizienztherapiestudien haben sich auf die zwei Entitäten HFrEF (Einschlusskriterium jeweils meist LVEF <40% oder < 35%) und HFpEF beschränkt, wobei die Einschlusskriterien für HFpEF variabel waren (LVEF > 40% bis LVEF ≥50%). Die in den aktuellen Leitlinien neu geschaffene Kategorie der HFmrEF wurde somit bisher nie allein studiert, sondern nur innerhalb von HFpEF-Studien, und es ist unklar, ob diese Patienten von einer HFrEF-Therapie profitieren oder eher wie HFpEF-Patienten auf die Therapie reagieren.
In einer grossen Metaanalyse (22) zeigten sich bei HFmrEF intermediäre Patienten-Charakteristika bezüglich kardiale und nicht-kardiale Komorbiditäten, Alter und Geschlecht verglichen mit Patienten mit HFrEF und HFpEF. Jedoch war die koronare Herzkrankheit als Ursache der Herzinsuffizienz bei HFmrEF signifikant häufiger als bei HFpEF-Patienten und von der Häufigkeit sogar vergleichbar mit derjenigen der HFrEF Populationen. Dies kann auf gewisse Ähnlichkeiten der HFmrEF Population mit der HFrEF Population hindeuten.
Einige post-hoc Analysen grösserer Herzinsuffizienzstudien suggerieren, dass eine HFrEF-Therapie auch im Setting einer HFmrEF einen Benefit haben könnte. In der TOPCAT Studie (Spironolacton vs Placebo bei HFpEF (19)) wurden Patienten mit LVEF >45% eingeschlossen. Der stärkste therapeutische Benefit von Spironolacton fand sich in der Subgruppe der Patienten mit LVEF 45-50%, was damit wiederum auf einen Nutzen bei HFmrEF Patienten hindeutet (23). Des Weiteren zeigte auch eine Analyse der CHARM-Studie (24), welche alle drei Herzinsuffizienz-Typen eingeschlossen hat, eine vergleichbare signifikante Reduktion des primären Endpunktes (bestehend aus kardiovasulärer Mortalität und Hospitalisation aus Herzinsuffizienz-Gründen) unter Candesartan bei HFmrEF- und HFrEF-Patienten, während bei HFpEF kein Benefit dokumentiert werden konnte. Analog konnte in der TIME-CHF-Studie gezeigt werden, dass HFmrEF-Patienten wie HFrEF-Patienten günstig auf eine NT-proBNP-gesteuerte Therapie ansprechen, während diese bei HFpEF-Patienten nicht effektiv und sogar kontraproduktiv war (25, 26).
Insgesamt gibt es somit gute Hinweise, dass Patienten mit HFmrEF von einer HFrEF-Therapie profitieren könnten. Zukünftig sind prospektive Studien nötig, um diese Daten zu bestätigen.

Dr. med. Marc Buser

Klinik für Kardiologie
Kantonsspital St. Gallen
Rorschacherstrasse 95
9007 St. Gallen

marc.buser@kssg.ch

Bei M. Buser und M. Maeder besteht eine Advisory Board Tätigkeit für Novartis.

  • Die etablierte medikamentöse HFrEF-Therapie ist prognostisch hoch wirksam und beinhaltet neben einem ACE-Hemmer/Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten einen Betablocker und einen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten. Zusätzlich haben heute auch der Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Antagonist Sacubitril/Valsartan sowie Ivabradin ihren Stellenwert in der HFrEF Behandlung. SGLT2-Inhibitoren scheinen eine positive Wirkung bei HFrEF zu haben. Laufende Studien werden zeigen, ob diese Substanzen in Zukunft auch in der primären Herzinsuffizienz-Therapie (ohne Diabetes mellitus) einen Stellenwert erlangen.
  • Auch wenn in den letzten Jahren durch zahleiche Studien zur HFpEF-Therapie das Wissen stark erweitert werden konnte, gibt es weiterhin kein Medikament, welches das Überleben dieser Patienten verbessert. Allerdings scheint ein gewisser Benefit durch Spironolacton möglich zu sein. Studienresultate zur Wirkung von Sacubitril/Valsartan sowie des SGLT2-Inhibitors Empagliflozin bei HFpEF werden mit Spannung erwartet.
  • In ersten post-hoc Analysen scheint ein gewisser Benefit einer HFrEF-Therapie (mit Spironolacton und Candesartan) bei HFmrEF-Patienten zu bestehen. Prospektive Studien sind auf diesem Gebiet nötig, um die präliminären Daten zu bestätigen oder zu widerlegen.

Messages à retenir

  • Le traitement médicamenteux de l’HFrEF est d’une efficacité pronostique élevée et contient un inhibiteur de l’ECA/antagoniste des récepteurs de l’angiotensine II, un bêta-bloquant et un antagoniste des récepteurs des minéralocorticoïdes. De plus, le sacubitrile/valsartan, un antagoniste des récepteurs de l’angiotensine et de la néprilysine,
    et l’ivabradine jouent également un rôle dans le traitement actuel de l’HFrEF. Les inhibiteurs de la SGLT2 semblent avoir un effet positif sur l’HFrEF. Les études en cours montreront si ces substances joueront également un rôle dans le traitement primaire de l’insuffisance cardiaque (sans diabète sucré) à l’avenir.
  • Bien que les connaissances aient été considérablement élargies
    ces dernières années par de nombreuses études sur la thérapie de
    l’HFpEF, il n’existe toujours pas de médicament qui améliore la survie de ces patients. Cependant, un certain bénéfice semble possible avec la spironolactone. Les résultats de l’étude sur l’effet du sacubitrile/valsartan et de l’empagliflozine, un inhibiteur de la SGLT2, dans l’HFpEF sont très attendus.
  • Dans les premières analyses post-hoc, un certain bénéfice de la thérapie de l’HFrEF (avec spironolactone et candésartan) semble exister chez les patients HFmrEF. Des études prospectives sont nécessaires dans ce domaine pour confirmer ou infirmer les données préliminaires.

Literatur
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Kardiale Resynchronisationstherapie

Obwohl es grosse Fortschritte der medikamentösen Herzinsuffizienz-Therapie in den letzten Jahrzehnten gab, weist diese Erkrankung weiterhin eine hohe Mortalität auf und führt zu einer schwerzen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen. Bei gut ausgewählten Patienten ist die kardiale Resynchronisationstherapie eine etablierte zusätzliche therapeutische Option, welche eine Chance zur Verbesserung von einerseits Prognose und anderseits Lebensqualität gibt.

Bien qu’il y ait eu de grands progrès dans la pharmacothérapie de l’insuffisance cardiaque au cours des dernières décennies, la maladie continue d’être associée à une mortalité élevée et à une détérioration grave de la qualité de vie. Chez des patients bien sélectionnés, la thérapie de resynchronisation cardiaque est une option thérapeutique supplémentaire établie, qui permet d’améliorer le pronostic d’une part et la qualité de vie d’autre part.

Die Herzinsuffizienz bleibt trotz bemerkenswerter Fortschritte in der Therapie in den letzten Jahrzehnten mit einer hohen Mortalität assoziiert. Darüber hinaus ist die dekompensierte Herzinsuffizienz der häufigste Grund für Hospitalisationen in Europa bei Pateinten älter als 65 Jahre.(1, 2). Pumpversagen und ventrikuläre Arrhythmien sind die häufigsten Ursachen für das Versterben von Patienten mit linskventrikulärer Auswurffraktion (LVEF) ≤ 35% (3). Für gut ausgewählte Patienten, stellt die Device-Therapie eine wertvolle Option dar: eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) kann zur Verbesserung von Symptomen und Auswurffraktion führen; die Implantation einer CRT mit Defibrillatorfunktion (CRT-D) kann einen plötzlichen Herztod verhindern (1).

Funktionsweise

Kardiale Dyssynchronie durch einen Linksschenkelblock (LSB) ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz häufig (Prävalenz zwischen 15 und 25%) und geht mit einer schlechten Prognose einher (4, 5). Mechanisch äussert sich die Dyssynchronie bei LSB mit verzögerter Erregung der lateralen Wand des linken Ventrikels. Daraus folgend kontrahiert sie erst zu einem Zeitpunkt, zu dem das Septum bereits wieder relaxiert ist (6–8). Die mechanische Dyssynchronie führt zu Beeinträchtigungen der Funktion des linken Ventrikels: dazu zählen die Verminderung der LVEF, Erhöhung des linksventrikulären Füllungsdruckes, Dilatation des Ventrikels und Zunahme einer Mitralinsuffizienz (8). Elektrisch manifestiert sich die Dyssynchronie als Verbreiterung des QRS-Komplexes im EKG (9). Eine CRT kann die elektrische und somit mechanische Koordination im Herzzyklus wiederherstellen. Dies erfolgt durch simultane elektrische Stimulation des linken und des rechten Ventrikels. Die für die Stimulation des linken Ventrikels notwendige Elektrode wird via Koronarsinus meist in eine posterolaterale Vene implantiert und ist dadurch maximal von der rechts-apikal gelegenen „klassischen“ Elektrode entfernt (Abb. 1). Durch eine entsprechende Programmierung mit einer an sich unphysiologisch kurz gewählten AV-Überleitungszeit können danach entweder beide Ventrikel oder mit komplexen Algorithmen nur der linke Ventrikel bei intrinsischer Überleitung über den rechten Tawaraschenkel rein technisch stimuliert werden (10).
Weil die CRT-Implantation nicht bei allen Patienten den gleichen Erfolg erzielt, ist eine sorgfältige Patientenauswahl entscheidend (7). Im folgenden Abschnitt werden die Evidenz und einige Herausforderungen bei der Indikationsstellung vorgestellt.

Evidenz und Indikationsstellung

Die ersten grossen randomisierten Studien, die das Nutzen einer CRT zeigten, waren Comparison of Medical Therapy, Pacing, and Defibrillation in Heart Failure (COMPANION) und Cardiac Resynchronization – Heart Failure (CARE-HF). In COMPANION wurden 1520 Patienten im Zeitraum zwischen 2000 und 2002 eingeschlossen. Einschlusskriterien waren LVEF ≤ 35% unter optimaler medikamentöser Therapie, NYHA-Stadium III oder IV und QRS-Breite > 120 ms. Die Randomisierung wurde in drei Gruppen durchgeführt: für Placebo, konventionelle CRT (CRT-P) und CRT-D. Den primären Endpunkt, eine Kombination aus Gesamtmortalität oder Hospitalisationen, erreichten signifikant weniger Patienten beider Device-Gruppen. Bemerkenswert ist, dass der Unterschied beim sekundären Endpunkt, Gesamtmortalität alleine, nur zwischen den Placebo- und CRT-D-Gruppen signifikant war (11). In der CARE-HF Studie wurden 813 Patienten mit ähnlichen Einschlusskriterien wie in COMPANION in zwei Gruppen randomisiert: für das Fortführen der optimalen medikamentösen Therapie alleine oder für die zusätzliche Implantation eines CRT-Ps (12). Weil in CARE-HF keine CRT-D implantiert wurden, erklärte sich die beobachtete tiefere Gesamtmortalität in der Device-Gruppe unter anderem auch durch verhinderte Fälle von plötzlichem Herztod aufgrund der Verbesserung der LVEF (8). CARE-HF und COMPANION beeinflussten massgeblich die ursprünglichen Leitlinien zur CRT-Implantation (13).
Spätere randomisierte CRT-Studien schliessen Patienten mit milderer Herzinsuffizienz-Symptomatik ein (hauptsächlich NYHA-Stadium II). In den einzelnen Studien zeigte sich ein Vorteil für die CRT-Patienten hinsichtlich Hospitalisationen (14). Erst in einer Metaanalyse dieser Daten konnte auch ein Überlebensvorteil durch die CRT-Implantation demonstriert werden (14, 15). Die aktuellen Leitlinien beschränken entsprechend die CRT-Indikation nicht nur auf Patienten im NYHA-Stadium III oder IV – diese Intervention kommt auch für diejenigen im NYHA-Stadium II in Frage.
Die Studien nach COMPANION und CARE-HF trugen auch zu weiteren relevanten Veränderungen der Leitlinien mit Betonung auf der QRS-Breite und -Morphologie bei der CRT-Indikationsstellung bei (Abb. 2) (1). Am bedeutendsten unter ihnen ist die Multicenter Automatic Defibrillator Implantation Trial with Cardiac Resynchronization Therapy (MADIT-CRT) Studie. In dieser Studie wurden 1820 NYHA II Patienten mit LVEF ≤ 30% und QRS-Breite > 130 ms eingeschlossen. Der primäre Endpunkt wurde als eine Kombination aus Gesamtmortalität oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz festgelegt (16). Dieser wird bei der Interpretation der Ergebnisse kontrovers diskutiert: Obwohl signifikant weniger Patienten der CRT-Gruppe den kombinierten Endpunkt erreichten, konnte kein Unterschied im harten Endpunkt Gesamtmortalität demonstriert werden. Somit trug der ausgewählte weiche Endpunkt Verschlechterung der Herzinsuffizienz, durch gesteigerten Diuretika-Gebrauch definiert, massgeblich zum positiven Studienergebnis bei (17). Eine weitere wichtige Erkenntnis konnte aus den MADIT-CRT Ergebnissen gewonnen werden: In den Subgruppenanalysen zeigte sich, dass nur die Patienten mit einem typischen LSB von der Intervention profitierten (Tab. 2) (6). Hingegen bekamen diejenigen mit RSB oder unspezifischer QRS-Verbreiterung keinerlei Vorteil durch die CRT (1, 10, 16, 17).

Faktoren für ein Ansprechen

Der Einfluss der Device-Implantation auf den natürlichen Verlauf der Herzinsuffizienz wird als Ansprechen auf die CRT bezeichnet. Eine universelle Definition und Quantifizierung diesbezüglich gibt es nicht: in 26 relevanten CRT-Studien wurde die «Response» auf 17 verschiedene Arten festgelegt. Sie umfassen eine Reihe von klinischen und echokardiographischen Parametern wie NYHA-Stadium, Lebensqualität, 6-Minuten-Gehtest oder LVEF-Änderung. Bemerkenswert ist, dass in den CRT-Studien konsistent 25-30% der Patienten die jeweilig definierten Kriterien für Ansprechen nicht erreichen konnten (18).
Eine gute Patientenselektion ist somit entscheidend, um ein Ansprechen auf die CRT erzielen zu können und unnötige Interventionen mit den damit verbundenen Kosten und Risiken zu vermeiden. Einer der am besten untersuchten Ansätze dafür ist die Echokardiographie. Aufgrund der jedoch tiefen prädiktiven Werte der ausgewerteten Dyssynchronie-Parameter eignet sich diese Modalität aktuell nicht, um die optimalen Patienten für eine CRT zu identifizieren (abgesehen von der LVEF-Bestimmung) (19). Als hilfreich zeigen sich bei der Patientenselektion Überlegungen zu extrakardialen Faktoren wie Adipositas, COPD oder PAVK, welche eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit trotz echokardiographischem Ansprechen verunmöglichen. Für das bessere Ansprechen relevante, aber nicht beeinflussbare Faktoren sind das weibliche Geschlecht und die nicht-ischämische Kardiomyopathie. Des Weiteren können technische Schwierigkeiten bei der Implantation oder Device-Programmierung im Follow-Up eine Rolle spielen, wie z.B. die Unmöglichkeit, die Koronarsinuselektrode an einem günstigen Ort zu platzieren (Narbenregion, apikale Position - zu nahe bei der RV-Elektrode), oder weil die Eigenüberleitung wie beim Vorhofflimmern zu rasch erfolgt und somit keine Resynchronisation stattfinden kann (s. Tab. 1 und Abb. 3) (7, 8, 10, 20). Für den positiven Krankheitsverlauf bleibt auch nach der Device-Implantation das Fortführen der optimalen pharmakologischen Therapie im Follow-Up weiterhin notwendig (7, 8).

Patienten mit Vorhofflimmern

Bei Vorhofflimmern kann eine zu schnelle intrinsische Eigenüberleitung in den Ventrikel zum Verringern des Anteils der biventrikulären Stimulation führen. Der Anteil der biventrikulären Simulation sollte über 98% aller Schläge betragen. Somit ist auf der einen Seite diese Rhythmusstörung mit schlechterem Ansprechen auf die CRT assoziiert. Auf der anderen Seite wurden leider nur wenige Patienten mit Vorhofflimmern in den grossen, bereits hier vorgestellten CRT-Studien eingeschlossen (21). Jedoch ist das Vorhofflimmern auch eine häufige Komorbidität in der Herzinsuffizienz und findet sich bei über 25 % der Patienten in NYHA-Stadium III und IV (22). CRT stellt aber auch hier eine IIa Indikation dar sofern bei den Patienten eine biventrikuläre Stimulation entweder durch Ablation des Vorhofflimmers oder des AV-Knotens erreicht werden kann. In randomisierten Studien konnte auch für diese Population eine Verringerung der Hospitalisationsrate (für Herzinsuffizienz) bzw. sogar der Mortalität und Hospitalisationsrate gezeigt werden. Dies wird mit den kürzlich publizierten Ergebnissen der Ablate and Pace in Atrial Fibrillation plus Cardiac Resynchronization Therapy (APAF-CRT) Studie verdeutlicht: In ihr wurden 102 Patienten mit permanentem VHF und QRS-Dauer < 110 ms für medikamentöse Frequenzkontrolle oder CRT-Implantation mit anschliessender AV-Knoten-Ablation 1:1 randomisiert (23). Ebenso wurde ein positives Ergebnis beim selben Endpunkt in der Catheter ablation versus standard conventional treatment in patients with left ventricular dysfunction and atrial fibrillation (CASTLE-AF) Studie demonstriert. In CASTLE-AF wurden 179 VHF-Patienten mit CRT-D oder ICD für medikamentöse Therapie oder VHF-Ablation randomisiert. Die Randomisierung wurde u.a. danach stratifiziert, ob der Patient CRT-Träger ist. Somit konnte gezeigt werden, dass auch diese Subgruppe von der Intervention profitierte (24).

CRT bei Herzinsuffizienz und höhergradigen AV-Blockierungen

Eine bedeutende CRT-Studie, deren Studienpopulation zur Hälfte aus VHF-Patienten bestand, ist Biventricular versus Right Ventricular Pacing in Heart Failure Patients with Atrioventricular Block (BLOCK-HF). In ihr wurden 691 Patienten mit LVEF ≤ 50% und Schrittmacherindikation aufgrund eines AV-Blocks eingeschlossen. Die Randomisierung erfolgte zur CRT- oder konventionellen Schrittmacher-Implantation. Die CRT-Patienten hatten ein besseres Outcome hinsichtlich des kombinierten Endpunktes Gesamtmortalität, Notwendigkeit für intravenöse Diuretika oder ≥ 15% Zunahme des indexierten endsystolischen Volumens. Mit höherem Anteil von biventrikulärer Stimulation profitierten die VHF-Patienten mehr (25). Bei Patienten mit LVEF < 40% und ICD-Indikation konnte in The Dual Chamber and VVI Implantable Defibrillator (DAVID) Studie gezeigt werden, dass mit Zunahme der rechtsventrikulären Stimulation das Sterbe- oder Hospitalisationsrisiko zunehmen (26). Basierend auf den Daten aus BLOCK-HF und DAVID wird der Einsatz von CRT statt konventioneller Schrittmacher empfohlen, wenn bei Patienten mit reduzierter LVEF ein grosser Anteil rechtsventrikulärer Stimulation zu erwarten ist (1, 25).

CRT Implantationen in der Schweiz

Im kürzlich publizierten Vergleich vom CRT Implantationsverhalten in der Schweiz mit Europa zeigte sich, dass die Schweizer Patienten mit 71 Jahren im Schnitt älter waren und geringere Herzinsuffizienzsymptome aber vermehrt eine chronische Niereninsuffizienzsymptome aber vermehrt eine chronische Niereninsuffizienz aufwiesen. In der Schweiz ist mit 37% der Anteil an CRT-Schrtittmachern höher als im europäischen Schnitt. Einen kompletten LSB wiesen zwei Drittel der Patienten auf, 38% hatten Vorhofflimmern und rund ein Viertel höhergradige AV-Blockierungen (27).

Spezielle Aspekte bei der Defibrillator-Indikation bei CRT-Patienten

Häufig liegt eine gleichzeitige ICD- und CRT-Indikation vor (Abb. 4) (1, 20, 28, 29). Dies resultiert darin, dass in der Schweiz doppelt so viele CRT-D als CRT-P implantiert werden. Wiederum ist CRT-D im Vergleich zu CRT-P mit höheren Kosten und potenziell belastenden Komplikationen behaftet. Dazu zählen unter anderem Infektionen, Elektrodendysfunktion und inadäquate Schockabgaben (10). Die Entscheidung für oder gegen einen Defibrillator-Back-Up bei der CRT soll ausführlich mit dem Patienten diskutiert werden. Dies ist insbesondere bei der kontroversen Datenlage in der nicht-ischämischen Kardiomyopathie wichtig, gilt aber auch bei den KHK-Patienten (1, 30-32). Ein robuster und vielversprechender prognostischer Faktor für das Nutzen der CRT-D-Implantation erscheint das Loate Gadolinium Enhancement (LGE) im Herz-MRI zu sein (30, 31, 33). Es bedarf weiterer randomisierter Studien, um die Auswahlkriterien für die CRT-D-Indikation zu optimieren – wichtige Erkenntnisse in dieser Hinsicht wird die Re-evaluation of Optimal Re-synchronistion Therapy in Patients With Chronic Heart Failure (RESET-CRT) Studie bringen (NCTO3494933).
Das Ziel des Defibrillator-Back-Ups bei der CRT-D ist es, den plötzlichen Herztod zu verhindern. Mit Fortschreiten der Herzinsuffizienzm^, aber auch dem Auftreten von Komorbiditäten, muss dieser Punkt vom Arzt erneut angesprochen werden. Eine Deaktivierung der Defibrillatorfinktion des CRT-Ds auf Wunsch des Patienten ist möglich.

Dr. med. Nikola Kozhuharov

Kardiologie Universitätsspital Basel
Petersgraben 4
4031 Basel

Prof. Sticherling hat Referentenhonorare von Microport, Medtronic, Biotronik und Boston Scientific erhalten.
Prof. Schär hat Referentenhonorare von Microport und Medtronic erhalten.
Dr. Madaffari und Dr. Kozhuharov haben keine Interessenskonflikte anzugeben.

  • Die Device-Therapie ist eine wertvolle Option für gut ausgewählte Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz, typischem LSB und einer QRS-Breite > 130 ms.
  • Die primärprophylaktische CRT-D-Implantation solll auch sorgfältig zusammen mit diesen Patienten evaluiert werden.
  • Es besteht solide Evidenz für die Steigerung der Lebensqualität und Lebenserwartung mit dem Einsatz der CRT in dieser vulnerablen Patientenpopulation.

Messages à retenir

  • La thérapie par appareil est une option intéressante pour les patients bien sélectionnés souffrant d’insuffisance cardiaque symptomatique, avec une largeur LSB et QRS typique de > 130 ms.
  • L’implantation prophylactique primaire d’un CRT-D doit également être soigneusement évaluée avec ces patients.
  • Il existe des preuves solides de l’amélioration de la qualité de vie et de l’espérance de vie grâce à l’utilisation de la CRT chez cette population de patients vulnérables.

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